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wahren europäischen Geistes. Der heute übliche Kosmopolitismus ist Wurzellosigkeit; er schwebt in der Luft, weil er ja nicht durch daS Deutschtum für den Kosmos wirken will, sondern einem blutleeren, unwirklichen und verstandes- rnähig erdachten Kosmos huldigt, der erst durch Verleugnung des Deutschtums geboren werden soll. Echtes Weltbürgertum dagegen erkennt die kosmische Gebundenheit des Volkes und sucht durch dieses auf das Ganze einzuwirken. Die grcfee Ausgabe für das Menschentum festigt die Grundlage für wahre Siebe zu Land und Volk. Echtes Weltbürgertum verlangt also tatkräf­tige Politik des eigenen Volkes. Je­des große Volk muh Weltpolitik im letzten Sinne des Wortes treiben, soll es Daseinsberechtigung haben. Gibt es einen stärkeren Antrieb zur Liebe zum eigenen Volke als die Ueberzeugung, dah es berufen sei, eine allgemeine Umkehr zu neuen Werten, eine neue Zeit heraufzusüh- len? 3n diesem höheren Sinne ist kein Volk Selbstzweck. Aber gerade deshalb ijt die Ver­leugnung des Volkes gleichbedeutend mit Ver­neinung jedes geschichtlichen Sinnes und jedes höheren Zweckes. Wer sein Volk verrät, geht der Teilhaftigkeit am Sinne der Geschichte und der Welt verlustig. Der neue deutsche Mensch wird deshalb aus der Erkenntnis der geistigen Sendung seines Volkes die unauflösliche Derbun-

2lm 17. November sollen die Kommunal» wählen vorgenommen werden. Neben dem Pro­ll i n z i a l t a g und den K r e i s t a g e n für die vier Jahre 1930/33 sind in den Städten die S t a d t r ä t e und in den Dörfern die Gemeinderäte für die gleiche Zeitdauer zu wählen. Die Stimmberechtigten haben diesmal mit ihrer Stimmabgabe eine beson­ders schwere Entscheidung zu fällen. Denn überall in Stadt und Land sind die Wirtschaftsbedingungen für den einzelnen sowohl wie auch für die Gesamtheit wesentlich ernster geworden, als man sie bei der vorhergehenden Wahl vorfand. Damit soll nicht ge­sagt sein, daß die am 31. Dezember 1929 abtretenden Körperschaften schuld an dieser Entwicklung seien, die ja in Wirklichkeit nur durch die gesamte Wirt­schaftslage im Rejche bedingt ist. Die voraussichtliche Gestaltung der Dinge und die daraus sich ergebenden Aufgaben erfordern aber, daß nicht nur die am 17. November Erwählten sich nach ihrer Mandats- iibernahme um die möglichst beste Lösung der Fragen sorgen und mühen, auch die Wahlberechtigten selbst müssen sich schon vor der Wahl über die Lage klar werden und sich genau überlegen, in wessen Hand sie mit ihrer Stimmabgabe die Entscheidung über die öffentlichen Angelegenheiten in den nächsten vier Jahren legen.

Wie bei allen Wahlen der Nachkriegszeit, so sind auch diesmal wieder die politischen Parteien in Stadt und Land mit ihren Listen aufmarschiert. Zu den alten und großen Parteien sind neue und kleine Gruppierungen teils politischen, teils konfessionellen Gepräges hinzugetreten. Daneben stehen Organisa­tionen, die die wirtschaftlichen Gesichtspunkte bei den Kommunalwahlen ganz besonders in den Vorder­grund stellen. Die Wahlberechtigten haben also leider! eine sehr reichhaltige Auswahl, und für manchen wird es heißen:Wer die Wahl hat, hat die Qual." Dadurch sollte sich aber niemand abhalten lassen, von seinem staatsbürgerlichen Mitbestim­mungsrecht Gebrauch zu machen. Es hätte gewiß keinen Zweck, wenn ein Wahlberechtigter mit dem bekannten Wort:Die Politik gehört nicht in das Rathaus" still für sich protestierend beiseite bleiben würde. Auch wenn jemand dieser oder jener Name auf einer ihm sonst zusagenden Liste, ober wenn ihm die Reihenfolge der Kandidaten nicht gefällt, sollte er nicht verstimmt von der Wahlurne wegbleiben. Wenn man auch bei jedem der Kandidaten hohen Persönlichkeitswert und gutes sachliches Können als selbstverständliche Voraussetzung für die Mandats­ausübung verlangen muß, so ist doch zu sagen, daß es bei der heutigen listenmäßigen Bindung die man an sich ja bedauern kann, wenn man sich an die frühere unmittelbare Persönlichkeitswahl er­innert weniger auf den einzelnen, als auf den Gefamt-Qualitätsgebalt einer liftenmäßigen Gruppie- rung ankommt. Diese Ueberlegungen und die daraus zu ziehenden Folgerungen mögen sich alle unzu­friedenen Wähler und Wählerinnen während der kommenden letzten Woche vor der Wahl ernstlich durch den Kopf gehen lassen!

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Der verflossene P r o v i n z i a l t a g hat unter der Leitung seines Vorsitzenden, Provinzialdirektor G r a e f, während der letzten Jah-e gute Arbeit ge­leistet. Im Haushalt wurde nach Möglichkeit gespart, wenn sich schließlich auch nicht alle Hoff­nungen und Wünsche unter dem Druck der Verhält­nisse erfüllen ließen. Sehr anerkennenswerte Ergeb­nisse wurden auf dem Gebiete des Straßen­baues erzielt. Wer sich der Verhältnisse auf unseren oberhessischen Landstraßen vor einigen Jahren noch erinnert und damit den heutigen Zustand der b- und der meisten 8-Straßen (O-Straße d. h. Durch- gannsstraße, 8-Straße = Bezirksstraße) in Vergleich stellt, wird zugeben müssen, daß der abgetretene Pro- »inzialtag und die Provinzialverwaltung mit diesem Kapitel der mehrjährigen gemeinsamen Arbeit sich sehr wohl sehen lassen können. Die Betriebe der Provinz Ueberlandwerk und Provinzial-Wasser- werk wurden in pfleglicher Weise weiter ent­wickelt und, abgesehen von einer teilweisen Miß­stimmung über die Neuordnung der Tarife des Ueberlandwerkes, zur Zufriedenheit der Bevölkerung geführt. Auf sozialem Gebiete wurde durch eine Erweiterung her Vravinualpflegeanstalt und' durch andere charitatioe Hilfeleistung Erfreuliches ge- |dju|ieru Bedauerlich ijt nur, daß die von dem ver­ewigten Provinzialdirektor Matthias in den In- flationsjahren eingeleiteteG e m e i n w i r t f ch a ft 9berfjejfen" nicht in dem ursprünglich vorge­sehenen Plane und Umfang weiter durchgeführt werden konnte, wofür jedoch nur die außerordent­lich ungünstigen Zeitverhältnisse entscheidend gewesen sind. DerneueProvinzialtag wird sein vor- nehmlichstes Aufgabengebiet in der von feinem Vor­gänger eingeschlagenen Richtung zu suchen haben. Bei der Fortführung desStraßenbaues wird er nach bester Möglichkeit auch für die Bezirks- straßen zu sorgen haben. Für die nächsten Jahre zeichnen sich ferner heute schon am Horizont der Elektrizitätswirtschaft in Oberhessen be­deutsame Umwälzungen ab, die den künftigen Provin. ziallag vor weittragende Beschlußfassungen stellen dürften: man denke nur an das Eindringen der Preußischen Elektrizitäts-A.-G. in das hiesige Gebiet

denheit mit ihm herleiten. Nur deutsche Art vermag seine kämpferische Sehnsucht nach Vollen­dung zu stillen. Das Volk ist der fruchtbare Boc^n für die eigene seelische Vertiefung. Dazu kommt noch eine zweite Bindung, die schon Fichte immer wieder betonte: im Volke allein ver­mag der einzelne schon auf dieser Welt geistig sortzuleben und so die durch den Tod be­dingte Begrenz heit seines Einzeldaseins zu über­winden. Achte begegnet hier allerdings mit der naturgegebenen engeren Begrenzung auf das Volk jenem grundlegenden Gedanken Dan­tes, daß ein einzelner die sämtlichen Möglich­keiten der menschlichen Erkenntnisweise nicht aus- zuschöpsen vermöge. Der Endlichkeit des einzel­nen steht die verhältnismäßige Unendlichkeit des Volkes gegenüber. Die beiden Fesseln fetten den neuen deutschen Menschen mit einer Innig­keit an sein Volk, welche das jetzt zu Ende gehende Zeitalter des selbstsüchtigen und Platten Rationalismus weit hinter sich läßt.

Die religiöse Bindung und Verwurzelung im Volke ergänzen sich. Mann kann Gott nur er­kennen, wie es die Seele des eigenen Volkes befiehlt, wie es der ererbte Geist ermöglicht. Man liebt sein Volk nur mit der richtigen Liebe, wenn man es als Werkzeug zu dem immer wieder begonnenen Versuche betrachtet, einen Schritt näher zum Reiche Gottes zu tun.

uni) an deren Abschluß mit Frankfurt. Auch mit der Frage der Gasfernversorgung wird der neue Prooinzialtag sich wohl entscheidend zu befassen haben. Dazu kommen noch die Sorgen um die G e - staltung des Haushalts, ferner die Erfül­lung der unabweisbaren Aufgaben der a l l g e m e i » nen Wirtschaftsförderung sowie der so­zialen Fürsorge und deren Anpassung an die nicht allzu reichlich fließenden Einnahmequellen. Wie man sieht, eine Fülle großer und ernster Pflichten, zu deren gedeihlicher Erfüllung die fähigsten, weit­blickendsten und entschlußkräftigsten Persönlichkeiten erforderlich sind. Daraufhin mögen sich die Wahl­berechtigten die Wahlvorschlagslisten zum Provin- zialtag ansehenl

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Die Kreistage haben nach dem Uebergang des Landstraßennetzes auf die Provinz einen wesent­lich verengerten Aufgabenkreis. Das Schwergewicht ihrer Tätigkeit liegt jetzt in der Förderung der Wirtschaft aller Schattierungen und auf dem Gebiete der Wohlfahrtspflege. Daneben be­stehen natürlich noch zahlreiche andere Aufgaben, wie Verkehrsförderung, Feuersicherheitsschutz, die allge­meine Verwaltungsarbeit ufw. Dem abgetretenen Gießener Kreistag kann man ebenfalls das Zeugnis ausstellen, daß er gute Arbeit im Interesse der Kreisaesamtheit gegiftet hat, und auch aus den anderen Kreisen der Provinz hört man im allge­meinen Zufriedenheit mit dem Wirken der bisherigen Kreistage. Im Hinblick auf die wesentlich schärfer gespannten Wirtschaftsverhältnisse der nächsten Jahre wird es auch bei der Stimmabgabe für die Kreistage

Die Provinz Ober Hessen nennt ein Landstraßenneh von rund 2300 Kilo­meter ihr eigen. Davon entfallen rund 475 Kilometer auf O-Skraßen (Durchgangsstrahen) und rund 1825 Kilometer aus 8-Straßen (Be­zirksstraßen). Letztere sind in zwei Klassen ein­geteilt, wobei die Dezirksstraßen erster Ordnung die Reste der früheren Staatsstraßen, die keine O-Strahen geworden sind, darstellen, während die übrigen als Dezirksstraßen zweiter Ord­nung gelten.

Dor dem Uebergang der Landstraßen von den Kreisen auf die Provinzen am 1. April 1927 waren auf den Landstraßen in Oberhessen nur rund 40 Kilo meter Kleinpflaster vorhanden: davon waren vor dem Kriege aus- gesührk 15,8 Kilometer, im Jahre 1915 = 5,3 Kilometer, 1925 = 4,9 Kilometer und 1926 13,9 Kilometer. Alle übrigen Straßen waren damals gewalzt bzw. ausgebessert.

Eln großzügiges Straßenbaupro gramm wurde bei der Uebertragung der Landstraßen an die Provinz am 1. April 1927 aufgestellt und bis jetzt nach den gegebenen Möglichkeiten durch­geführt. Zunächst kam es darauf an, aus wirt­schaftlichen und verkehrspolitischen Erwägungen heraus, im Hinblick auf die immer stärker stei­gende Automobilisierung des Verkehrs, die D- Strahen auszubauen, damit der Strom der Autoreisenden nicht um unsere Provinz her­umgelenkt werde. Hinter dieser dringlichen Auf­gabe mußten vorerst die 8-Straßen zurückstehen. 3n Betracht kommen zunächst folgende

v-Ltraßen:

1. O-Ekratze FrankfurtGießenKassel;

2. O-Straße GießenHungenRiddaBüdin­genGelnhausen;

3. O-Stratze (West-Ost-Derbindung von Wetz­lar her) GießenGrünbergRuppertenrod mit Gabelung über UlrichsteinRixfeldLauterbach Fulda, bzw. AlsfeldHersseld.

Diese O-Straßen als Hauptverkchrswege sind von 1927 bis jetzt bis auf kleinere Teilstrecken nahezu ausgebaut; zum Teil sind sie in Klein- Pflaster, Walz-Osphalt oder Beton hergestellt.

Der Straßenzug FrankfurtGießen

ist bis jetzt auf einige wenige Ortsdurchfahrten (z. D. Rieder-Weisel, Pohl-Göns, Kirch-Göns) und die freie Strecke von Lang-Göns bis Großen- Linden fertiggestellt. Die Ortsdurchfahrten in dem' südlichen Teile der Strecke sind meist ge­pflastert, nördlich von Butzbach sind sie meist noch zu befestigen. Das noch herzustcllende Stra- tzenstück Lang-GönsGrotzen-Linden ist für 1930 für die Aufbringung von Walz-Asphalk vor­gesehen. Rördlich Großen-Linden ist, bis auf die Ortsdurchfahrt Lollar, Kleinpflaster auf dieser Straße. Zwischen Lollar und Sichertshausen ist Oie sog. Tiefenbach zur Verminderung des Ge­fälles durch hohe Dammbauten umgestaltet wor-

erforderlich fein, die bestqualifizierten Mandats­bewerber in diese Gremien zu entsenden. Wenn auch der Aufgabenkreis dieser Körperschaften viel enger geworden ist, so sind hier doch immer noch Ent­scheidungen von großer Tragweite zu treffen, bei denen das richtige Abmessen der Möglichkeiten und der Leistungsstärken keine leichte, beim Fehlgreifen sogar eine sehr folgenschwere Sache ist.

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Der Gießener Stabtrat lenkt begreiflicher­weise unsere ganz besondere Aufmerksamkeit auf sich. Eine eingehendere Würdigung der Tätigkeit der mit dem 31. Dezember d.J. scheidenden Körperschaft be­halten wir uns noch vor, bis das Stadtparlament feine Arbeiten endgültig abgeschlossen hat. In diesem Zusammenhang feier einige Gedanken schon ausge­sprochen. Zunächst möchten wir sagen, daß alle Skadthaussrattionen in Gemeinschaft mit der Ver­waltung bestrebt waren, die städtischeWirt- schaft in soliden Dahnen zu halten. Ein erneuter Beweis für dieses anerkennenswerte vorsichtige Demühen ist die Tatsache, daß man angesichts der überaus schwierigen Geldmarkt­lage jetzt lieber zur Drosselung und teilweisen Stillegung der städtischen Bauten geschritten ist, als ohne die erforderliche Anleiheaufnahme ins Blaue hinein weiterzubauen. Freilich gehen da­durch manchen Unternehmungen Arbeits- und Derdienstmöglichkeiten einstweilen verloren. Das ist bedauerlich und auch über die Einzelfirmen und ihre Angehörigen hinaus verspürbar. Aber unbestreitbar richtig ist doch, daß die Gesund­erhaltung der städtischen Wirtschaft in allererster Linie sichergestellt werden muh, nicht zuletzt im Interesse jedes einzelnen Bür- gers. Daß unser Gemeinwesen bei aller vor­sichtigen Finanzgebahrung in den letzten Jahren sehr erfreuliche Fortschritte gemacht hat, ist un- Vevkennbar. Aus dem Gebiete des Wohnungs­baues, insbesondere bei der Schaffung von Kleinwohnungen, hat sich die Stadt eifrig be­tätigt, wobei erfreulicherweise auch nicht versäumt wurde, der privaten Bautätigkeit helfend beizu­stehen. Für die Verschönerung des Stadtbildes pnd die Verbesserung der Straßenverkehrsverhält- nisse wurde viel getan durch umfangreiche Straßenherstellungen und -Umbau­ten, zur Förderung der öffentlichen Gesund­heitspflege die neue Müllabfuhr, mit der gleichzeitig ein rationelles Arbeiten möglich ist, eingesührt, und auch der Pflege bzw. teilweisen Erweiterung unserer Anlagen gebührende Auf­merksamkeit geschenkt. Sehr große und unabweis­bar notwendige Aufgaben, an die man über zwei Jahrzehnte nicht herangegangen war, wurden mit der Inangriffnahme der Schulhausbauten auf den Weg der Erfüllung gebracht. Menn es auch unter der neuesten Entwicklung auf dem Kapitalmarkt leider wohl noch einige Zeit dauern wird, bis diese Aufgabe endgültig erledigt ist, so wird dadurch das bedeutsame Verdienst des scheidenden Stadtrats um die durch einstim­migen Beschluß veranlaßte Ingangsetzung die­ser Bauten nicht geschmälert werden. Für den Ausbau der städtischen Betriebe wurden die erforderlichen Mittel bereitgestellk, der Erschließung neuen Bauland es stimmte man zu. die Verkehrswerbung durch die Verwaltung selbst und durch die ge­meinnützige und eifrige Arbeit des Verkehrs- Vereins wurde in ansehnlichem Maße unter­stützt und bei der Verbesserung aller

den. Wegen der zur Zeit noch im Gange be­findlichen Dammsetzung konnte dieses Strahen- stück noch nicht fertiggestellt werden. Eine schmale Kleinpflasterstrecke mit 4 Meter Breite zwischen Rieder-Wöllstadt und Okarben soll jetzt noch auf 6 Meter verbreitert werden. Die Kosten gehen zu Lasten des Haushalts 1930. Dennoch kann man, wie schon oben gesagt, den Strahenzug FrankfurtGießen als im großen und ganzen ausgebaut ansehen.

Die Landstraße F r a n k f u r t a. M. Hom - bürg ist bis auf die Ortsdurchfahrt Ober- Eschbach gepflastert. Die O-Straßen Fried- bergHomburg und Bad-Rauheim Rieder-Mörlen .Ufingen sind mit Oberflächenbehandlung (Chaussierung mit Kalt- Asphalt-Ueberzug) befestigt worden, e.enso die Strecke Klein-LindenDutenho en. Die O-Straße Gießen Rodheim a. d. Bieber Gla­denbach wurde bis zur hessischen Landesgrenze mit Kleinpflaster versehen. Die O-Straße Fried­bergHanau ist von Riederwöllstadt und Chausseehaus Ilbenstadt bis Ilbenstadt mit Walz-Asphalt belegt, ter übrige Teil dieser Straße muß noch ausgebaut werden.

O-Straße GießenGelnhausen.

Ruf dieser Straße sind mit Kleinpflaster be­festigt die Strecke zwischen Gießen und Stein­bach, Or^durchfahrt Lich, vor Hungen, zwischen Inheiden und Grund-Schwalheim, zwischen Ridda und Ranstadt, zwischen Esfolderbacher Höhe und Selters und zwischen Büches bis hinter Don- hausen. Die Ortsdurchfahrt Hungen wurde in diesem Jahre mit Walz-Asphalt belegt, zwischen Bad Salzhausen und Ridda wurde die Straße mit Teermaladam versehen. Die übrigen Teile dieser Straße zwischen Steinbach und Inheiten sind mit Oberflächenbehandlung befestigt. Die restlichen Strecken zwischen Grund-Schwalheim und Salzhausen, Selters und Büches, Donhausen bis zur Landesgrenze sollen in den nächsten Jahren befestigt werden, womit dann auch diese Straße endgültig fertigeeftefit wäre.

Desl-Osk-Derbindung

GießenAlsfeldHersfeld bzw. GießenUlrich, sieinLauterbachFulda.

Der größte Teil dieser Straßen hat Ober­flächenüberzug mit Kaltafphalt erhalten. Die am stärksten belastete und meist im Walde ge­legene Strecke Gießen-Reiskirchen ist bis zum Bahnübergang bei Kilometer 10 vor Reiskir­chen mit Kleinpflaster und von da bis Reis­kirchen mit Teermakadam befestigt worden. Hin­ter dem Romröder Wald bis Alsfeld bzw hin­ter Alsfeld bis Abzweig nach Eudorf ist Klein- Pflaster vorhanden, ebenso sind die stark befah­renen Ausfallstraßen der Stadt Lauterbach (nach Reu-Maar und nach Blitzenrod) mit Klein- Pflaster versehen. Die Strecken EngelrodHör­genau, sowie LauterbachAngersbachLandes­grenze weisen Teertränkdecke (Chaussierung mit Teer-Einguß) auf. Der Herrichtung harren noch

Derkehrsmittel bereitwillig geholfen. Da­neben suchte man der Forderung nach Spar­samkeit im Haushalt so weit wie möglich zu entsprechen, wobei man natürlich im einzelnen nicht immer einer Meinung war. Das Ver­mögen der Stadt wurde pfleglich behandelt und bei dem Eingehen neuer Schuldverpflichtun­gen durch die Hereinnahme von An­leihen Dorsicht und Zurückhaltung beobachtet. Schon aus dieser Uebersicht in ganz großen Zügen wichtigere Einzelheiten werden wir in unserer späteren Würdigung des gegenwär­tigen Stadtparlaments noch näher beleuchten geht hervor, dah in den letzten Jahren erfreu­liche kommunalwirtschaftliche Arbeit geleistet wurde. Die Zustimmung zu dieser oder jener Dorlage mag ja nicht immer so populär gewesen sein, wie hier und da die Ablehnung. Aber die Kritik sollte doch nicht vergessen, daß für dis Jasager bei der Zustimmung zu manchen Dor­lagen nicht zuletzt die Erwägung ausschlaggebend war, mit der Durchführung großer Projekte nicht nur sachlichen Rotwendigleiien gerechk zu wer­den, sondern auch Arbeits- und Ver­dien st möglichkeiten für Gewerbe und Handwerk, Industrie und Handel, Angestellte und Arbeiter zu schaffen. Im großen und ganzen gesehen kann man also dem jetzigen Stadtrat und der Verwaltung eine gute Rote für ihr Wirken in den letzten Jahren zuerkennen.

D.n neuenStadkrat, der ton 1.Januar 1930 bis zum 31. Dezember 1933 amtieren wird, erwarten vier Jahre voll sorgenschwerer Arbeit und ernstester Entscheidungen. Reben dem lau­senden kommunalpotitischen Kleinkram harren große Aufgaben der dringlichen Lösung. Zu­nächst die nächstjährige H a u s h a l t g e st a l - t u n g unter den voraussichtlich noch sehr viel schwierigeren Verhältnissen als heute. Dann die Beendigung der jetzt abgestoppten B a u p r o -- jette. Man wird im Interesse unserer Märkte endlich auch an das Diehhos Projekt Heran­gehen müssen. Im Jahre 1933 wird bei der Dertragsbcendigung mit der Kraftverkehrsgesell­schaftHessen" die Straßenbahnfrage Gießen-Wieseck wieder akut werden, in Verbindung damit vielleicht aud) Einge­meindungsfragen. Don weiteren Zu­kunftsaufgaben unserer Kommunalpolitik erwäh­nen wir in Stichworten nur folgende: Gaswerk­neubau oder Gasfernversorgung, Rathausneu­bau, Verlegung der vberhessischen Bahnstrecke aus dem Stadtbereich bis etwa auf die Linie von LeihgesternGroßen-Linden. Friedho'serwei- terung, Generalbebauungsplan und Stadterwei- terung, Lahnregulierung, Bahnho'sumbau, Aus­gestaltung unserer Straßenbahn zur ileberlanb- oahn. Natürlich werden nicht alle diese Aufgaben in den nächsten vier Jahren zur Entscheidung heranreifen, vielleicht sogar nur die wenigsten. Aber man muß damit rechnen, daß die eine oder die andere Aufgabe doch schneller zur Be­arbeitung und Entscheidung kommen wird, als man heute ahnt. Diese Möglichkeit und die ernsten Erfordernisse der Zukunft sollten die Wahlberechtigten bei ihrer Stimmabgabe am 17. November sich vergegenwärtigen, und mit diesem Maßstab sollten sie diejenigen hinsichtlich des Persönlichkeilswertes und der sachlichen Eig­nung messen, die' sie mit ihrem Vertrauen bei der Wahl der neuen Stadtratsmitglieder aus­zeichnen.

die Strecken zwischen SchellnhausenRomrod, AlsfeldReu-Maar und HörgenauRixfeld.

Die Zufahrt zum Voqeksbcra

von Frankfurt a. M. her soll über di: vollständig mit Kleinpflaster oder Wcuz-Asphmt ausge­baute O°Straße Rieder-WöllstadtAssenheim Ossenheimer KreuzRieder-Florstadt - Staden- Ranstadt erfolgen. In Ranstadt gabelt sich derVer- kehr einerseits nach der bereits gepflasterten Stra­ßenstrecke RanstadtRidda (jetzt Ende der Pilaste- rungSchotten Poppenstruth Engelrod Rixfeld Lauterbach, oder anderseits nach der Strecke Ranstadt Selters Orlenberg Ge­dern Hartmannshain Herbstein Rix­feld-Lauterbach. Hinter Ridda bis nach Ober- Schmitten ist die Straße mit einem Oberflächen­überzug versehen, Kleinpflaster liegt kurz vor Schotten und in der Ortsdurchfahrt Schotten. Bei Hartmannshain ist die Straße auf etwa 2 Kilometer gewalzt und geteert worden, zwischen Herbstein und Rixfeld liegt Teerüberzug. Die übrigen Teile dieser Vogelsbergstraßen besitzen noch keine moderne Straßenbesestigung, mit deren Herstellung im Laufe der nächsten Jahre wohl zu rechnen sein wird.

Die O-Straße Friedberg Wölfersheim Berstadt, die über Hungen Grünberg Londorf nach Marburg führt, ist im vorigen und in diesem Jahre im Hinblick auf den starken Verkehr nach Wölfersheim zwischen Dorheim und Berstadt te:ls mit Kleinpflaster, teils mit Walz-Asphalt neuzeitlich befestigt worden. Der Ausbau der vom Verkehr weniger belasteten Strecke Hungen Ronnenroth Grünberg Londorf muß noch einige Zeit zurückgestellt werden.

BuhbachEbcrsladlLichMünster (kreuz).

Diese vorn Verkehr stark belastete Bezirlsstraße erster Ordnung hat im vergangenen und in diesem Jahre eine gute Oberflächenteerung erhalten. Die Fortsetzung dieser Straße von Münster (Kreuz) über Laubach nach Schotten und anschließend nach Gedern, die einen beliebten Zufahrtsweg -um Vogelsberg bildet, kann erst in einigen Jahren neuzeitlich hergerichtet werden.

Schliher Land.

Im Schliher Land ist die Ortsdurchfahrt Schlitz und Anschluß nach Hutzdorf mit Kleinpflaster, die Strecke von Hutzdorf bis Queck mit Ober- slächenteerung befestigt worden. Die Strecke Lau­terbach-Schlitz wurden mit Teerflickung ausgebessert.

AlsfeldKirtorf.

Mit dem Ausbau der Straße AlsfeldKir­torf-Kirchhain ist im Rechnungsjahr 1927/28 durch Pflasterung der Strecke AlsfeldLeusel be­gonnen worden.

DasKilometer-ErgebmSunddieKosten

Auf die einzelnen Befestigungsarbeiten verteilt smd in der Provinz Oberhessen 6om L April 1927 bis jetzt ausgeführt worden:

Bürger und Kommunalwahlen.

Ergebnisse und Wünsche in Provinz und Kreisen. Zwischenbilanz der Gießener Siadiraisarbeii.

Der Straßenbau der Provinz Oberhessen.

Gute Ergebnisse einer nahezu dreijährigen Bauzeit. - Oie Kapitalnot hemmt den weiteren Fortschritt im Fahre 1930.