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Worten an der Gruft niedergelegt. SS sprachen u. <l; Bürgermeister Dr. A h l für die Stadt­verwaltung und für die Bevölkerung Bad-Nau- heims und für daS Konitzkystist: Dr. Göbel für die Industrie- und Handelskammer Friedberg, Fabrikant Schönberger (Mainz) für die ge­samten hessischen Handelskammern, Syndikus Dr. C h a r i f s ö (Mainz) für die Syndici der hessi­schen Kammern: Kaufmann PH. Weih für den Vorstand und Aufsichtsrat der hiesigen Volks­bank, Direktor Lei schert (Kassel) für den Ver­band hessischer Erwerbs- und Wirtschaftsgenossen­schaften (zu dessen stellvertretendem Direktor Notar Stahl noch vor wenigen Monaten ge­wählt worden war- und für den deutschen Ge- nossenschaftsverband; Rechtsanwalt Mendels­sohn (Giehen) für den hessischen Anwaltsvercin, Notar Dr. Brücher (Bad-Nauheim) für die hessische Notarskammer: Kaufmann Stemmer (Darmstadt) für den hessischen Verkehrsverband: Oberreallehrer Ringshausen (Friedberg) für die FreimaurerlogeLudewig zu den drei Sternen" und die GrohlogeZur Eintracht": Amtsgerichtsrat Thurn (Friedberg) für die hessische demokratische Partei und deren Kreis­verein Friedberg: Amtsgerichtsdireltor Rausch für das hiesige Amtsgericht: Kurdirektor von Boehmer für die Badeverwaltung und den Kurverwaltungsausschuh. Alle Redner rühmten die hervorragenden menschlichen Eigenschaften des Verewigten, dessen ganzes Leben im wahrsten Sinne des Wortes aufopfernder Dienst am Volke gewesen ist.

Oer Ladenschluß auf dem Lande.

z Aus dem Busecker Tal, 8. Okt. Vor einigen Tagen wurde imGießener Anzeiger" aus der Rabenau die Anregung gegeben, die zuständigen Stellen möchten dafür Sorge tragen, daß der La- denschluß auf dem Lande, wenigstens im Sommer, auf eine spätereStunde verlegt wird. Dieser Wunsch wird auch aus dem Busecker Tal gern befürwortet. Es ist für das Land ein U n d i n g, dah die Kaufläden um 7 Uhr geschlossen werden. An einem Ladenschluß um diese Zeit sind weder Käufer noch Verkäufer interessiert, es sei noch ein­mal darauf hingewiesen, daß im Sommer die Leute erst lange nach 7 Uhr vom Felde heimkommcn, und die Arbeiter aucy erst später von ihrer Arbeitsstelle eintreffen, aber dann noch notwendige Einkäufe zu machen haben. Eine Aenderung des bestehenden Zu­standes ist dringend notwendig.

Landkreis Gießen.

u. Klein-Linden, 8. Okt. Am Sonntag veranstaltete der SchützenklubRoland" sein diesjähriges Abschiehen, verbunden mit dem K ö n i g s s ch i e h e n. Bester Schütze und damit Schützenkönig wurde der 1. Vorsitzende, Lokomotivführer Friedrich Stein. Gr erzielte auf der Zwölfer-Ringscheibe bei 100 Meter Ent­fernung mit drei Schuh 35 Ringe. Schütze August Pfeifer, der Schützenkönig des letzten Jahres, erzielte ebenfalls 35 Ringe, kam aber im Stech­schuh an die zweite Stelle. Abends wurde im Vereinslokal, dem Turnerheim, eine kleine Feier abgehalten, die mit einem Preisschiehen der DereinSdamen verbunden war. Aus dem Wett­bewerb ging Frau Volkert als Siegerin her­vor. Sie erzielte mit fünf Schuh auf die Zwöller- Rolandscheibe" 45 Ringe. Der SchützenklubRo­land" zählt gegenwärtig 64 Mitglieder und ist z. Zt. mit dem Bau neuer Schiehstände, die eine Aufstellung von zehn Scheiben ermöglichen, be­schäftigt. Die Ausführung der Arbeiten hat die Firma Heinrich Magold von hier über­nommen.

. * Lang-Göns, 8. Okt. Die Musikanten­gilde D a r m st a d t, die am vergangenen Mitt­woch in der Stadtkirche in Giehen eine Abend­musik veranstaltet hat, wird am Donnerstag hier in der Kirche singen. Sie bietet alte kirchliche Musik in vollendeter Form bis zu achtstimmigen Sätzen für unsere Gemeinde hat der Chor schon deshalb ganz besonderes Interesse, weil er ge­leitet wird von Günther Simony, dem Assi­stenten des Geh. Rates Walbe. Er hat die Pläne zu unserem Gemeindehaus entworfen.

* Lollar, 8. Okt. Der Kurzschriftverein Lollar veranstaltete am Samstag einen Ge- sellschastsabend, zu dem sich die Derelnsmitglieder mit ihren Angehörigen und eine grohe Anzahl Gäste aus nah und fern eingefunden hatten. Nach einem Prolog über stenographisches Schaffen und nach einer kurzen Ansprache des ersten Vorsitzen­den wurde das TrauerspielGin Frühlinastraum" aufgeführt, das die Zuhörer während der etwa zweieinhalbstündigen Vorstellung lebhaft fesselte. Die Durchführung der Rollen gelang allen Mit­wirkenden vortrefflich, so dah ihnen mit Recht lebhafter Beifall gespendet wurde. Im weiteren Verlaufe des Abends wurde noch ein Lustspiel in wvhlgelungener Weise aufgeführt, und auch hier hatten die Mitwirkenden einen vollen Erfolg zu verzeichnen. Die Kapelle K r e n g e l bereicherte den Abend durch ausgezeichnete instrumentale Darbietungey, während sich die Gärtnerei K r e h- biel um die Dekoration sehr verdient machte. Mit Tanz nach den flotten Weisen der Kapelle Krengel fand die wohlgelungene Veranstaltung, die ein voller Erfolg des strebsamen Vereins war, ihren Abschluß.

Ruttershausen, 9. Okt. Unser Mit­bürger Seeligmann Kann begeht heute in seltener körperlicher und geistiger Frische seinen 8 0. Ge­burtstag.

+ G rünberg, 8. Okt. Zu der jüngsten Ge­rn e in d e r a t s s i tz u n g waren 11 Gemeinderäte erschienen. Den Vorsitz führte wegen Beurlaubung des Beigeordneten Keller das älteste Gemeinde­ratsmitglied Schlossermeister Hrch. Schmidt H. Dor einiger Zeit war die Erbauung eines Spritzenhauses beschlossen worden, und zwar soll der Neubau auf den alten Burggraben zu stehen kommen. Der Vorstand der Freiwilligen Feuerwehr hat mittlerweile die Spritzenhäuser in Schotten, Alsfeld und Lauterbach besichtigt und einen Entwurf eingereicht. Es wurde be­schlossen, die Ausarbeitung eines Planes nebst Kostendoranschlag und die Bauleitung dem hie­sigen Architekten Heinrich Balser zu über­tragen. Etwaige Wünsche der Feuerwehr sollen möglichst berücksichtigt werden. Ein Gesuch der Firma Phil. Kropp Nachfolger um Erweichung eines Geländestückes am Eingang der Höfetränke an der BiSmarckstrahe wurde abgelehnt. Der Ge° meindevat wünscht, dah von diesem freien Platz inmitten der Stadt, dessen gärtnerische Ausgestab- tung von dem Verkehrsverein demnächst in An­griff genommen wird, nichts veräußert wird. An der Kirchenuhr, die trotz größerer Re­paratur im vorigen Jahr wiederum stehen ge­blieben war. müssen nach Aussage des reparieren­den Uhrmachers statt Hanfseile solche von Draht angebracht werden, was eine Ausgabe von etwa 50 Mk. beansprucht. Der Betrag wurde bewilligt.

Nachdem die Instandsehungsarbeiten in der Bahnhofstraße beendet sind und diese in einem guten Zustande sich befindet, sollen zwei Anlieger, deren Grundstücke noch nicht eingefrie­digt sind (was laut Ortsstatut an bebauten Straßen der Fall sein muh), hierzu aufgefordert werden. Außer einem Privatbesitzer trifft dies die katholische Kirchengemeinde, über deren ver­wahrlosten Platz Klage geführt wird.

Kreis Friedberg.

Friedberg, 7. Okt. Auf sein 4 0 j ä h r i - ges Bestehen kann der hiesige Kreis- Obst- und Gartenbauverein zurückblik- ken. Aus diesem Grund fand unter dem Vorsitz von Kreisdirektor R e ch t h i e n gestern nachmit­tag eine stark besuchte außerordentliche Haupt­versammlung statt. Als Gäste konnte der Vor­sitzende u. a. willkommen heißen: Oberreallehrer i. R. Weide, Butzbach, einen Mitbegründer des Vereins: Kreisdirektor Michel, Lauter­bach, Kreisdirektor Dr. I a n n, Schotten, Land- wirtschaftskammerpräsident Hensel, Oekonornie- rat Breidenbach, Beigeordn. Dr. Leucht­gens. Von verschiedener Seite wurden dem Verein herzliche Glückwünsche zu feinem Jubi­läum überbracht. Beigeordneter Dr. Leucht- gens grüßte für die Stadt Friedberg, Oeko- nomierat Hensel beglückwünschte im Auftrage der Landwirtschaftskammer, Oekonomierat Brei­denbach im Auftrage des Landwirtschafts­kammer-Ausschusses. Kreisdirektor Michel gab seiner Freude über die gute Zusammenarbeit des Iubelvereins mit der entsprechenden Vereini­gung im Kreise Lauterbach Ausdruck. Sämtliche Redner würdigten die Arbeit, die der Verein in 40 Jahren im Dienste der heimischen Volkswirt­schaft geleistet hat. Einen interessanten Fest- vortrag über die Geschichte des Vereins hielt dann der stellvertretende Vorsitzende Direktor Dr. Schad. Den Ausführungen war zu entneh­men, daß der Kreis Friedberg zur Förderung des Obstbaues in Hessen die ersten starken An­triebe gab. Lebhaftem Interesse begegnete auch ein sehr lehrreicher Vortrag, den Obstbau­lehrer Junge, Geisenheim, üherKritische Betrachtungen zur Beerenobstkul- t u r" hielt.

Kreis Büdingen.

<D Leidhecken, 8. Okt. Am Sonntag konnte Pfarrer Sy Rh einfurth von hier sein 4 0. Dienstjubiläum feiern. Am 6. Oktober 1889 wurde er zu Offenheim in Rheinhessen ordiniert, von wo er nach Burkhards im Vogelsberg als Pfarr- vcrwalter versetzt wurde. Seit 33 Jahren veicheht er sein Amt in unserer Gemeinde, und seit Kriegs- beginn auch in Blofeld. Anläßlich dieses Gedenktages sandte Dekan S c r i b a dem Jubilar die herzlich­sten Segenswünsche des Dekanates Nidda. Während des Gottesdienstes sprachen Bürgermeister S e l z a m im Namen der Gemeinde, Landwirt W. W i r t h im Namen des Kirchenvorstandes und Lehrer L o h im Namen des Schulvorstandes dem Jubilar ihre herz­lichen Glückwünsche aus und gedachten des segens­reichen treuen Wirkens des allseitig beliebten Geist­lichen in seinen Gemeinden. Nachmittags erschien noch Dekan S c r i b a , um persönlich dem Jubilar Glückwünsche zu überbringen.

XV. Ranstadt, 8. Okt. Auch in unserer Ge­meinde Hot es einen reichen Apfel fegen ge­geben, die Scheunen und Schuppen bergen zur Zeit noch die Vorräte. Für den Zentner Tafelobst wer­den 10 Mk. geboten, aber das Derkaufsgeschäft will nicht vorwärtsgehen. Viel Aepfelwein wird darum bereitet, selbst die ärmsten Leute haben sich beson­ders durch Auflesäpfel für solchen Wein gesorgt. Leider sind beim O b st p f l ü ck e n wieder U n glücksfälle eingetreten: die beiden Landwirte Fr. B i r k e n st o ck und Adam T r e u t e l stürzten ab und mußten heimgefahren werden. Ob ernstliche Verletzungen, wie Rippenbrüche entstanden sind, läßt sich wegen der Geschwulst noch nicht feststellen. Die Wintersaat ist ebenfalls im Gange und die Wintergerstenfelder glänzen bereits in schönstem Grün.

Kreis Schotten.

D Laubach, 7. Okt. Dem Bericht imGieß. Anz." Nr. 233 vom 4. Okt. über die Haupt- versarnmlung der Dezirkssparkasse Laubach sei ergänzend noch nachgetragen: Zum 'Bezirk der Kasse gehört auch das Dorf Wohnbach bei Münzenberg. Der Sparverkehr hatte eine Einnahme von 403 492,63 Mk., eine Ausgabe von 196 621,75 Mk. Von Aktivkapitalien hatten die Hypotheken eine Einnahme von 17 278,80 Mark, eine Ausgabe von 79 508 Mk., die Kauf­gelder eine Einnahme von 21 922,23 Mk., eine Ausgabe von 16 638,60 Mk., die Darlehen an Gemeinden usw. eine Einnahme von 3000 Mk., eine Ausgabe von 103 000 Mk., die Darlehen an Private gegen Bürgschaft eine Einnahme von 36 799,50 Mk., eine Ausgabe von 39 529 Mk., die Darlehen an Private gegen Hinterlegung von Wertpapieren eine Einnahme von 50 Mk., eine Ausgabe von 2718 Mk., die Wechsel eine Ein­nahme von 12 527,99 Mk., eine Ausgabe von 13 165,54 Mk. Der Reingewinn betrug 6621,72 Mk.. der der Rücklage überwiesen wurde. Die Prämien an Dienstboten im Jahre 1928 be­liefen sich auf 170 Mk. Zum erstenmal wurden Prämien an eifrige Sparer der Schulsparkasse ausgezahlt. Außerdem wurde beschlossen, daß jedes 1000. Einlogebuch der Sparkasse eine Prämie von 100 Mk. bekommt. Zum erstenmal erschienen bei der Hauptversammlung Kreisdirektor Dr. I a n n (Schotten) und Regierungsrat Dr. P a b st, der Geschäftsführer der öffentlichen Bausparkassen des Volksstaates Hessen und der Provinz Hessen- Nassau. Außerdem war erschienen Iustizrat Dr. Reh, der Vorsitzende des hessischen Sparkassen- und Giro-Verbandes. Auch der Ehrenvorsitzende der Dezirkssparkasse, Georg GrafzuSolms- L a u b a ch, war anwesend. Dr. Pabst sprach über die Bedeutung der öffentlichen Bauspar­kassen und ihre Ziele, Iustizrat Reh erläuterte die Einrichtung des Sparkassen- und Giro-Ver­bandes. Beide Vorträge ernteten verdienten Bei­fall. Weiter ist noch bemerkenswert, daß folgende Herren jetzt schon 25 Jahre in der Verwaltung der Dezirkssparkasse tätig sind: Oberamtsrichter Zimmermann (Laubach), Beigeordneter Wil­helm P i h (Laubach), Dornmann, Altbürger­meister (Trais-Horloff), Kratz, Bürgermeister (Wohnbach), Lein, Bürgermeister (Lardenbach), Heinrich Georg Blei, Landwirt (Inheiden), De- kan V o l p (Laubach), Schmiedemeister Wilhelm Diehl (Laubach), Lehrer S p i l g e r (Laubach) Wilhelm Krauß (Freienseen), Daniel Hof­mann, Gastwirt (Wetterfeld).

O L a u b a ch , 8. Okt. Am Sonntag unternahm der hiesige Zweigverein des Vogels­berger Höhenclubs unter Führung von Kaufmann Grün seine Monatswanderung. In stattlicher Zahl nahm man den Morgenzug bis Station Mücke. Von hier wanderte man über

Werlau und Wettsaasen durch prächtige Laubwälder, die in schönster Herbstfärbung prangten, bis Elpenrod. Hier fand gemein­samer Mittagstisch statt. Sodann berichtete Prof. R o e s ch e n einzelnes über die Besiedlung des Vogelsberges. Man kann hierfür drei Zeit­abschnitte annehmen. Die ältesten Ortsnamen (von 700 bis etwa 1100) sind diejenigen auf affa, lar, mar", zur zweiten Gruppe gehören diejenigen, welche aufheim, berg, bach, feld, hausen, darf" endigen, zur dritten (von etwa 1250 an) diejenigen auf rod, Hain, kirchen". El­penrod erscheint erst gegen Mitte des 14. Jahrhunderts. Am Nachmittag wanderte man durch den reizvollen, von schönem Fleckvieh be­lebten Wiesengrund nach Nieder-Gemün- d e n. Im Gasthaus Södler traf man mit dem dortigen Zweigverein zusammen. Prof. R o e s - chen gab hier einen kurzen Lieberblick über die Geschichte dieses Ortes.

V Gedern, 8. Okt. Zu dem heutigen Schweinern arkt waren 453 Tiere aufgetrie­ben. Für 4 bis 6 Wochen alte Ferkel wurden 25 bis 35 Mk., für 6 bis 8 Wochen alte 40 bis 50 Mk., für Springer je nach Qualität bis zu 70 Mk. bezahlt. Der Handel war sehr flott, und der Markt war gegen 11 Uhr bereits vollkommen ausverkauft.

Kreis ALsfelv.

6-3- Alsfeld, 7. Okt. Ein evangelischer Gemeindeabend fand hier in der Turnhalle statt, bei dem Missionsinspektor Pfarrer Deva- ranne von der Ostastenmission in Berlin einen Lichtbildervvrtrag über China mit dem Thema:Krankennot undKrankenhilfe im feren Osten" hielt. Der Vortrag führte in sehr anschaulicher Weise vor Augen, wie dringend notwendig die Aufgabe der Mission zur Hebung der gesundheitlichen Verhältnisse in dem großen chinesischen Reiche ist. Alle Missionare arbeiten gegenwärtig in China neben der Gemeinde- und Schulmission auch in Form der ärztlichen Mission. Die Ostasienmission hat auf diesem Gebiet, wie nachgewiesen wurde, fast über 30 Jahre inNvrd- china eine segensreiche Tätigkeit entfaltet. Der Ertrag des Abends war für die Ostasienmission bestimmt. Einen groß angelegten Sport- werbeabend hatte am Samstag der Alsfelder Verein für Körperkultur im großen Saale desDeutschen Hauses" ver­anstaltet. Außer mehreren Gau- und Kreis­meistern traten Georg Ger st acker (Nürnberg), Olympiasieger in Stockholm, Joseph Hempa (Nürnberg), zweiter deutscher Meister 1929, und Jakob Brendel (Nürnberg), Deutscher Meister 1929 in Ringen und Gewichtheben auf. Bürger­meister Dr. Völsing begrüßte die Gäste in Alsfeld, gab seiner Freude darüber Ausdruck, so hervorragende Gymnastiker in Alsfeld begrüßen zu können, und sprach über die Bedeutung des Sportes für die körperliche Ertüchtigung. Nach den Wett- und Schaukämpfen fand der Abend durch Tanz feinen Abschluß. Am Sonntag hielt der Gau 3 b Hessen, Hessen-Nassau des Allgemeinen Deutschen Automobil- klubs (A. D. A. C.) seine Tagung in Alsfeld im HotelDeutsches Haus" unter guter Beteili­gung ab. Nachmittags fand eine Korsofahrt durch die Stadt statt, im Anschluß daran wurden die Sehenswürdigkeiten der Stadt unter Führung des Verkehrs- und Verschönerungsvereins Alsfeld be­sichtigt.

Preußen.

Kreis Wetzlar.

5 Wetzlar, 8. Okt. Der Obst - und Gartenbauoerein für den Kreis Wetz­lar hatte gemeinsam tr.it dem hiesigen Gartenbou- verein zu einer dreitägigen Jubiläums-Ob st­und Gartenbauausstellung eingeloden. Die in Niedergirmes im Saale der Gastwirtschaft Reinhardt untergebrachte Ausstellung stellte in Be­zug auf Ausgestaltung und Vielseitigkeit eine Höchst- leistung obst- und gemüsebaulichen Könnens und Ses dar, und hatte dementsprechend einen sehr

n Besuch sowohl aus unserer Stadt wie auch aus allen Teilen des Kreises aufzuweisen. Apfel- und Birnensorten waren, von einigen Liebhaber- sorten abgesehen, nur in den Arten vorhanden, wie sie auf Grund langjähriger Erfahrungen für unseren Kreis als anbaulohnend in Betracht kommen. An- gegliedert an die Obstbauausstellung, in der auch die neuzeitlichen Derpackungsmethoden dargestellt wur­den, bot eine Abteilung des Kreisobstmustergartens wirksamen Anschauungsunterricht an Hand der aus- gestellten, von Schädlingen und Krankheiten befalle­nen Baum- und Pflanzenteile. Eine weitere Be­reicherung erfuhr die Ausstellung durch Sonder- abteilungen des Wetzlarer Hausfrauenvereins und des Bienenzuchtoereins, in denen die Obstverwertung im Haushalt eindrucksvoll dargetan wurde. In der Abteilung für Gemüsebau waren die vielerlei Er­zeugnisse des Gartens in zahlreichen Musterexem- plaren vertreten und forderten besondere Aufmerk­samkeit für sich. Künstlerisch ausgeführte Blumen­arrangements hiesiger Gärtnereien gaben der ganzen Ausstellung ein besonderes Gepräge. Im ganzen beurteilt kann die Jubiläums-Obst- und Gartenbau­ausstellung als ein bedeutsamer Erfolg des heimischen Obst- und Gemüsebaues angesprochen werden.

S* Lützellinden, 8. Okt. Wie seinerzeit im Gieß. Anz." berichtet, bestand in unserer Ge­meinde der Plan, die schon lange einer Aende- ning bedürftigen Heizungsverhältnisse in unserer Kirche durch eine elektrische Hei­zungsanlage zu verbessern. Eine aus Mitgliedern des Gemeinderats bestehende Kommission hatte die elektrische Kirchenheizung einer hessischen Ge­meinde eingesehen und hierbei die Vorteile einer solchen Einrichtung erkannt. Nach dem Beschluß der Kirchengemeindeverttetung soll aber aus fi­nanziellen Gründen die Heizung der Kirche in Zukunft durch zwei große Dauerbrand­öfen vorgenommen werden. Die hierdurch ent­stehenden Kosten, die auf etwa 1200 Mark ver­anschlagt sind, sollen durch freiwillige Spenden der Einwohnerschaft aufgebracht werden, wäh­rend zur Deckung des etwa verbleibenden Restes sich die Zivilgemeinde bereit erklärt hat.

Kreis Biedenkopf.

3 Bottenhorn, 8. Okt. Eine überaus erfreu­liche Entwicklung hat die hiesige Schulsparkasse zu verzeichnen, die im Mai 1927 gegründet wurde. Sämtliche Schüler unserer dreiklassigen Schule sparen für diese Kasse.: sogar Schulentlassene legen manchen Spargroschen" zinsbringend in der Kasse an. Das während der Schulzeit angelegte Sparkapital wird den Schülern kurz vor ihrer Schulentlassung aus­gezahlt. Es wurden in den beiden letzten Jahren mehr als 2000 Mark zurückgezahlt. So konnte zur Konfirmation gar manches angeschafft werden, das ohneSchulfparkasie" nicht möglich gewesen wäre. Wenn dieser Sparsinn zwingendes Muß jedem Schul­entlassenen wird, dann wird der Segen dem einzelnen nicht versagt bleibens

Maingau.

WSN. Frankfurt a. M 8. Okt. Frau Emma Dudge (Hamburg) hat in hochherziger Weise für die Henry und Emma Dudge-Stif- tung einen weiteren Bet rag von 150000 Mark gestiftet. Diese neuen Mittel sollen be­stimmungsgemäß nicht für den Bau und die Inneneinrichtung des im Dau befindlichen Budge- Heims verwendet werden, sondern die Zinsen sollen ausschließlich dazu dienen, verarmten Personen des Mittelstandes, die in dos Duoge-Heim ausgenommen werden und die normalen Pflegesähe nicht bezahlen können, eine Ermäßigung dieses Pflegesahes zu ermöglichen. In der Frankenallee versuchte sich die Witwe Kienzler mit ihren beiden 14 und 12 Jahre alten Kindern mit Gas zu vergiften. Das Vorhaben wurde aber noch rechtzeittg be­merkt, so daß es gelang, die drei bereits be­wußtlosen Personen wieder ins Leben zurück­zurufen.

Ein Zeppelin-Ennnerungsmal in Frankfurt.

WSN. Frankfurt a. M., 8. Oft: Zur Er­innerung an die erste Landung eines Zeppelin-Luftschiffes in Frankfurt (Main) gelegentlich derIla" im Jahre 1909 beab­sichtigt eine Reihe Frankfurter Bürger, unweit der Stelle, die dem damaligenZ. II" als Anker­stätte diente, ein Erinnerungszeichen auf­zurichten, mit dem jene erste planmäßige Landung dem Gedächtnis der Nachwelt erhalten werden soll. Es ist an eine große in den Boden ein­gelassene Platte mit entsprechendem symbolischen Schmuck gedacht. DaS Er­innerungszeichen soll in der Nähe des Frank­furter Flugplatzes errichtet werden. Die Kosten sollen durch freiwillige Spenden einer Reihe von Bürgern aufgebracht werden.

Hessische Vereinigung für Volkskunde.

Die Hess. Vereinigung für Volks­kunde veranstaltete am Samstagabend im Uni* versitätsgebäude einen Vortragsabend. Prof. Dr. QL Depinh aus Linz, Bundesstaat!. Volks­bildungsreferent für Ober-Oesterreich, sprach über ober österreichisches Volkstum.

Der Redner wies in seiner Einleitung darauf hin, daß Ober-Oesterreich keine Stamrneseinheit bilde und doch volksgeschichtlich in vieler Hinsicht eine Geschlossenheit aufweise. Seine geschichtliche Aufgabe bestehe darin, ein Bollwerk im Osten zu sein, eine noch wesentlichere Aufgabe aber sei, die Fühlung mit nichtdeutschen Elementen auf- rechtzuerhalten. Die geschichtliche Entwicklung habe auf das Volkstum wesentlich eingewirkt. Ober-Oesterreich sei landschaftlich sehr vielgestal­tig. Auch die Volksart sei im Alpenviertel in der Inn-Landschaft und im Mühlviertel verschieden. Dieser Unterschied zeige sich auch im Volkstanz, in der Volkskunst und auch im Volkslied. Der Redner wies darauf hin, daß in Ober-Oesterreich schon verhältnismäßig früh Volkstumsammlungen angelegt worden seien, leider verschwänden Volkslied und Volkstracht in den stärker bevölker­ten Gegenden immer mehr.

In einer Reihe guter Lichtbilder zeigte der Redner zunächst die Bedeutung der Landschaft, die Schönheiten der meist im Barockstil gehal­tenen Bauwerke, sowie die einzelnen Formen des Bauernhauses und der Einzelsiedlungen. Inter­essant waren dabei die meist aus älterer Zeit stammenden Verzierungen an Bauten, die das Volkstum dieses Landes in bester Weise ver­anschaulichten.

Die im Bild gezeigten inneren Einrichtungen der Bauernhäuser brachten Werke des bäuer­lichen Handwerks aus alter Zeit. Es handelte sich dabei vor allem um Holzschnitzereien, ergänzt durch Malereien, die Volks- und Heiligenbilder darstellen, außerdem volkstümliche Keramik, die dem Geschmack des Volkes Rechnung trägt, sowie Metalleinlegearbeiten und Erzeugnisse der Glas­industrie. Besonderes Interesse erweckten auch die vielseitigen Arbeiten der viel verbreiteten Schmiedeeisenkunst. Eine Reihe weiterer Bilder zeigte die- Entwicklung der Trachten, andere die Volksgebräuche (Nikolaus, Kameradschaft der Bauemburschen, Maibaum usw.), Erntebräuche, Volksspiele und Volksbelustigungen, sowie reli­giöse Feste. Als Ausgangspunkt für handwerk­liche Kleinkunst wurde die Krippenpflege veran­schaulicht, wobei der Unterschied zwischen der volkstümlichen Krippe und der Kunstkrippe gut zum Ausdruck kam. Die gezeigten Kleindenk­mäler (Wegkapellen, Säulen und Holzkreuze) vermittelten einen Einblick in schlichte Volkskunst.

In seinem Schlußwort wies der Redner dar­auf hin, daß Ober-Oesterrsich ein großes Stück Deutschland enthalte, daß man in Oesterreicy alles daran setze, dieses Vätererbe für Deutsch­land zu erhalten. Ober-Oesterreich fühle sich ausS engste mit Deutschland verbunden. Diese Ver­bundenheit werde auch durch die Staatsgrenzen nicht beeinträchtigt.

Universitäts-Dibliolheksdirektor Professor Dr. Ebel dankte dem Vortragenden für den vorzüg­lichen Einblick in Heimatland und Heimatvolk, und gab dem Wunsche Ausdruck daß die Staats­grenzen, die heute noch Deu ind und Ober- Oesterreich trennen, bald fallen möchten.

Kunst und Wissenschaft.

Maria Orska aufgefunden.

Berlin, 8. Okt. (WB.) Nach Feststellung der Vermißten-Zenttale beim Berliner Polizeipräsi­dium befindet sich die Schauspielerin Maria Orska, die seit ihrer Abreise von Köln vor einigem Tagen vermißt wurde, in ärztlicher Be­handlung in der Universitätsklinik in Würzburg. Hierzu meldet dieWiener Mittags-Zeitung" aus Wien: Heute früh er­hielten die Wiener Verwandten der Schau­spielerin Maria Orska, die als vermißt gemeldet worden war, einen Brief der Nervencchteilung der Universitätsklinik in Würzburg, in dem sie davon verständigt wurden, daß die Künstlerin seit Mittwoch dort liege. Maria Orska war vom Stattonspersonal bewußtlos in einem Abteil des l)-Zuges auf gefunden worden, mit dem sie von Köln abgereift war. Als man Frau Orska auffand, war sie nur notdürftig bekleidet. Der Bahnhofs- Vorstand lieh die Schauspielerin durch Sanitäts­personal in die Klinik nach Würzburg bringen. Hier lag Frau Orska zwei Tage in tiefster Be­wußtlosigkeit: erst nach und nach begann sie zu sich zu kommen, doch ist ihr Erinnerungsvermögen noch immer stark getrübt. Sie hat nur noch den SDunfdf) geäußert, daß man ihre Angehörigen von ihrem Verbleiben verständigen solle.