Ergänzung finden werde durch weitere Vorlagen.
Oie Wetterlage.
der
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älnsallverhu
Sv fei eine Neuregelung genossenschaftlichen
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Kommunistenkrach im Reichstag.
Oerdeutsch-liiauischeHandelsvertrag.-OasArbeitsschuhgesetz
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Rom, 7.Febr. (WB.) Die Ewige Stadt ist in einer leichtbegreifiichen. grohcn Erregung. Bald nach zwölf Uhr verbreitete sich die Nachricht, daß der Kardinalstaatssekretär alle am heiligen Stuhl beglaubigten Missionschefs empfangen habe, um ihnen mitzuteilcn, dah die Unterhandlungen zwischen dem hl. Stuhl und Italien über die Lösung der römischen Frage sowie über ein Konkordat zwischen Italien und dem hl. Stuhl in ihren Grundlinien soweit gediehen seien, dah die U n l e r s e r t i g u n g der betrefien- den Aktenstücke in den nächsten Tagen erfolgen könne. In hiesigen kirchlichen katholischen Kreisen glaubt man zu wissen, dah die Unlerzeichnung der gesamten Aktenstücke am 11. d. M.. also am nächsten Montagoormitlag. erfolgen werde, so dah der ^Osservakore Romano1* am Monlagmitiag in einer Sonderausgabe den Text werde bringen können. Am Dienstag wird der Papst den Jahrestag feiner Krönungsfeier begehen, der in diesem Jahre ausnahmsweise roiebec z u m ersten Male in St. Peter durch ein päpstlick-es Pontifikalamt gefeiert werden wird. Man glaubt, dah während des Gottesdienstes der Papst die Aussöhnung mit Italien urbi et orbi durch eine Anrede verkünden und zum Schluß der Feier wie in früheren Zeiten vor 1870, urbi et orbi den päpstlichen Segen von der äußeren Loggia der Fassade von St. Peter erteilen wird. Die hiesige presse wie auch der ..Oster- vatore Romano“ bringen heute noch kein Wort Über die AngÄegenheit.
Von geistlicher Seite wird immer wieder darauf hingewiesen, dah das Gebiet des neuen päpstlichen Staates kaum über den jetzigen vatikanischen Besitz hinaurgehen werde. Man rechnet allerdings bestimmt damit, dah die Strafte mit den an ihr liegenden Gebäulichkeiten, welche hinter St. Peter zu den Museen des Vatikan» führt, in das Territorium einbegriffen sein wird. In diesem Falle lägen höchstwahrscheinlich der Campo Santo der Deutschen, das Museum von St. Peter und der Palast des heiligen Osficiums im neuen Staat. Gegenüber den Bemerkungen, dah in diesem Falle die Gesandtschaften und Bot-
Sie Aussöhnung MischenMen und demMikan.
Oie Lösung der römischen Frage. - Ein Abkommen g etroffen. - Oer neue Kirchenstaat
schäften keinen Platz haben würden, um sich in diesem Terrilorinm niederzulosten, wurde von derselben Seile erklärt, dah das auch nicht nol - wendig sei, weil die Baischasten und Gesandtschaften doch bleiben würden, wo sie seien. Dabei bleibt die Frage offen, was in einem Kriegsfall geschehen würde, und ob die Botschaften bann den italienischen Boden verlassen mühten. Da Nachrichten über Einzelheiten der Lösung von beidm Seiten vorläufig nicht gegeben werden, find alle diese Gerüchte, die aus Gesprächen in der Ewigen Stadt entstanden sind, mit Vorsicht auszunehmen.
Auher der Lösung der fogeuannlen römischen Frage, d. h. auher dem Friedeneschluh zwischen dem Vatikan und dem Quirlnal muh also auch die Regelung der künftigen B eziehungen zwischen der Kurie und Italien, d.h. da» Konkordat als geklärt angenommen werden. Bisher ist, dem vernehmen nach, eine Unterzeichnung noch nicht erfolgt. Wenn man aber in Betracht zieht, wie Papst PiusXI. und Mussolini häufig überta- schend selbst für ihre Mitarbeiter die Entscheidungen zu treffen pflegen, so kann der entscheidende Schritt sehr plötzlich erfolgen, kann aber audj lange auf sich warten lassen. Wie in dem bevorstehenden Konkordat die Frage des Religionsunterrichts in den Minderheitenschulen geregelt ist. ist selbstverständlich noch nicht bekannt. Lin gewistes Intereste wird der Regelung enlgcgen- gebradjt, die die Kurie zu der Internationalisierung der zentralen Kirchenver- roaltung wählen wirb, da ein Fortbestehen der fast rein italienischen Kurie nach einem Konkordat des Vatikans mit Italien für den aufteritallenifchen Katholizismus nicht tragbar scheinen kann.
Das Abkommen soll am 12. Februar veröffentlicht werden, am 13. Februar werde sodann der König dem Papst einen Besuch abftalten, am 14.Februar werde der Papst zum erstenmal den Vatikan verlassen und den Besuch des Königs erwidern. In einem Sonderzuge sollen sich dann beide nach Mailand begeben, um die Einsegnung des neuen Seminars In venegono vorzunehmen.
vor seinem Katen von PanthanS mit Messern angegriffen und sofort getötet wurde. 2er QMUer des Aachöarladens, der dort mit seinem Soh.e saß, schloft sofort die Qalou'icn. 2ibet die Lanthans erzwangen sich bett Gin tritt und erdolchten 56 o ter und Sohn- Die Panthans rannten die Strafte aus und ab und verbreiteren Schrecken in ganzm Bezirk. Sn einem Hospital allein wurden l-nits über 80 Personen untergebracht, die meisten davon Hindus, von denen fielen Srwehrichuft- wunden aufwiesen. Linen tragischen Anblick boten Hindufrauen, die vergeblich ihre Männer im Hospital unter den CLer.eäten zu entdecken versuchten.
Die Lage war am Abend öc3 7. Februar verzweifelt. Die Zusammenstöße zwischen Hindus und Pantha:rs, die am Sonntag begannen, nachdem »atscyc (Gerüchte im Unuauf waren, dah Panthans Hindukinder entführt hätten. um sie zu opfern, sind jetjtAu einem kommunal- krieg zwischen Hindun unj Mohammedanern ausgewachsen. Militärische Verstärkung mit Panzer^ügen wurden au3 verschiedenen Orten herangezogen. Die Verlustliste bis zum 7. Februar zählt 40 Tote und 400 Verwundete.
Alpen (Garmisch-Partenkirchen)? Heiler, —10 Grad Celsius, 43 Zentimeter Pulverschnee, Ski und Rodel gut
© wonrawo» <3 netter, r» nem eedeett G wonrig. G eedem • eeg«tz
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Wettervoraussage.
WettervoraussagesürSamst oa: Wolkige», auch stellenweise neblige» Weller. Abschwächung des Frostes. Neiguna zu Niederschlägen.
Witterungsoussichten für toonntag: Leichter Frostruckaang und meist wollige» Weller mit strichweisen Niederschlägen wahrscheinlich.
Lufttemperaturen am 7. Februar: mittag» — 3.7 Grad Celsius, abends —11 Grad Celsius-, am 8. Februar: morgens — 16V Grad Celsius. Maximum — 1,9 Grad Celsius, Minimum —17 Grad Celsius. — Erdtemperaturen in 10 Zentimeter Tiefe am 7. Februar: abend» -—2,8 Grad Celsius: am 8. Februar: morgens —2,9 Grad Celsius. — Sonnen scheindauer 6% Ctunben.
Wittlersporluachrlchleu der Hesi. WetterdiLnstskellc.
Dogelsbera schoherodskopf): Heiter, — 8 Grad Celsius. 3u bis 35 Zentimeter Schnee, ge- körnt, Ski und Rodel sehr gut. — Hcrchen Hainer Höhe: Heiter, —10 Grad Celsius. 40 Zentimeter Pulverschnee, SN und Rodel sehr gut
Odenwald (Tromm): Heller, —8 Grad Cel> sius, 45 Zentimeter Pulverschnee, Ski und Rodel gut — Neukirchen: Heiter, — 7 Grad Celsius, 45 Zentimeter Pulverschnee, Ski und Rodel gut.
Sauerland (Xinierberg): — 6 Grad Celsius, 45 Zentimeter Pulverschnee, Ski und Rodel flut
Schwarzwald (5e'b':crg): Hei:er, — 9 Grad Celsius. 93 Zentimeter Schnee, etwas verharscht. Sti und Rodel gut. — Ruhestein: — 10 Grad Celsius, 83 Zentimeter Pulverschnee. Ski und
Ernste Lage in Bombay.
Bedrohliche Zuspitzung der religiösen Unruhen.
Bombay, 7. Febr. (WTB.) Es sind Anzeichen vorhanden, daß sich die Unruhen auf das Geschäftsviertel der Stadt, das bisher non Unruhen verschont geblieben ist, a u s d e h n e n. Es wird gemeldet, daß zwei Mohammedaner einen Hindu in dem Bezirk, in dem die Hauptbanken liegen, und zahlreiche Europäer und wohlhabende Inder leben, mit Dolchstößen ermordet haben. Das Militär war gezwungen, heute nachmittag wieder in zwei Straßen das Feuer zu eröffnen. Ein ernster Zwischenfall fand am Dhendy-Dasar zwischen Hindus und Mohammedanern statt, bei Dem drei Hindus getötet wurden. Polizei und Militär wurde in Eile hcrbeigerufen.
Einer der schlimmsten Bezirke war heute morgen die Rachbarschaft fcer Orant Roa, wo die ärmeren Klassen wohnen und wo Hindus und Mohammedaner dicht zufam- en leben. Dreimal wurde hier das £euet eröffnet, um den Pöbel zu zrrstteuen. Die Zahl der Verluste konnte nicht sesttestellt werden, da die Leichen der Octä elen uno die Verletzten von ter Menge weggesch ep-t wurden. Die Mohammedaner brachten ihre Solen nach der Moschee. Polizcipatrouil- len durchz^en häufig den Bezirk. Ein besonders brutaler Mord wurde in einer Strafte in der Räbe der Docks verübt, wo ein S5inbut>ertäufcr
tung vorbereitet. Diese Ausgabe soll den De- rufsgenossenschaften nicht genommen werden, weil Unfallverhütung und Llnfallvergütung eng zu- sammengehöven. In dem Gesetz soll ter Einfluß der Versicherten verstärkt und die Stellung der technischen Aussichtsbeamten mehr gesichert werden. Der Minister schließt mit dem Ausdruck der Hoffnung, daß aus dm AuSschuftverhand- hingen ein Gesetz hervorgehen werde, das in der Gesundung und Kräftigung der deutschen Arbeiterschaft und der Einheit des deutschen Ar- beitsrechls einen grohcn und glücklichen Fortschritt darstellt.
Abg. Dr. Moldenhauer (D.Dp.) erklärt: Der jetzigen bedrängten Lage der Wirtschaft werde der Entwurf nicht gerecht, besonders auch nicht in den Arbettszeitbesttmmun- gen. Die Vollspart ei fei nicht gegen eine vernünftige Verkürzung der Arbeitszeit, aber sie wende sich gegen einen Schematismus, der ganze Wirtschaftszweige ruinieren koyne. Das größte VedanLen fordere der Entwurf dadurch heraus, daft er nicht genug Rücksicht nehme auf Handwerk und Einzelhandel. Das Taris recht sollte möglichst der freien Vereinbarung überlassen werden.
Abg. ©raftmann (Soz.): Der vorliegende Gesetzentwurf enttäuscht die Gewerischasten. Er ist so aufgebaut, als ob Kleinhandwerk und Kleinhandel das Typische der deutschen Wirtschaft wären. Die Arbeitslosigkeit ist nicht mehr eine Konjunlturerscheinung, sondern eine Dauererscheinung in allen Ländern. Die Vermehrung der Arbeitsgelegenheit ist nur mög» lich durch Verkürzung der Arbeitszeit. Der jetzige so zialdenwlratische Arbeits- minifter hat hier einen Gesetzentwurf zu verantworten, der in einer anderen Regierung entstand und der im Reich-rat noch wesentlich verschlechtert worden ist. Der vorliegende Entwurf läftt zu viele Ausnahmen vom Achtstundentag zu. Das ist unannehmbar, besonders in einer Zeit, wo in Deutschland zwei Millionen Arbeiter feiern müssen.
Spuren der Berliner Tresorknacker.
Don der Budapester Polizei wurden drei (Flnbrrj* cher auf die Anzeige eines Schlossermcisters von Dcttitiocn de m Pol zcipräsidium fdtgenomm.n, deren Verhör die Möglichkeit immer wahrscheinlicher macht, daß die drei verhafteten auch jener Bande angchören, die kürzlich den Einbruch in die Stahlkammer einer Filiale derBerlinerDieconto- gesell schäft verübt hatte. Besonders verbäcltig ist der Umstand, daß bei ihnen überaus raffiniert konstruierte Einbrecherwerkzeuge Dorpcfunben wurden, die aus einem viel härteren Stahl hergestellt sind, als selbst die Stahlplatten der modernsten Geldlchrönke. Die drei Verhafteten, namens Josef Grcschenheim, Simon Ma- rerer und Samuel Friedmann, stammen aus Bessarabien. Während Greschenheim und Friedmann hartnäckig leugnen, hat Marcrer e i n umfassendes Geständnis abgelegt, das die weitere Arbeit der Polizei wesentlich erleichtern dürfte. Er hat, wie er angab, im Auft'rage Friedmanns, der nach feinen Aussagen Kassenein brecherbanden geradezu organisiert und finanziert hat, seit September vorigen Jahres in Budapest zedesmal mit einem anderer- Komplizen acht Kasfenetnbrüche verübt, wo bei ihm Bargeld in Höh« von 130 000 Pengö in die Hande fiel. Es wurde festgestellt, daß die Einbrecher ferner in Prag, Breslau, Lüttich, Groß» roardein, Arad und Sillein Kasseneinbrüche begangen haben. Friedmann hat in der letzten Zeit aus Riga 1500 Dollar «rhalten.
Dom elektrischen Strom getötet
3n Duisburg entftanö in der Slrvmzufüh- rung der Straftenbahn auf der Düsseldorfer Strafte eine Störung. Man sand in Um» formerraum dcS Depots im Grünewald den Maschinisten Otto Gareis zwischen den Leitungsdrähten hängen. Er war beim Umschatten in den Stromkreis der Speiseleitung geraten, die sofort den Strom von über 2000 Volt durch seinen Körper leitete. GareiS verbrannte förmlich von innen heraus, während der gan-te Körper in eine Dampfwolke gehüllt war. Er mußte in seiner fürchterlichen La-ge auSharren, bis der Strom abgestellt war. Kurz nach seiner (Einlieferung im Krankenhaus verstarb er. Er hinterläftt Frau mit 2 Kindern. — 3m älrnformerhaus in Sterlrade kam der Elektromonteur Johann S i e m o n s der 5000 Voltleitung zu nahe. Er lebt zwar noch, doch wird man chm wahrscheinlich beide Arme abnehmen müssen. Da Siemons verschiLdent- lich Selbstmordabsichten geäußert hatte, bermutet man, haft er absichtlich in die Stark- ftromleitung gegriffen hat. — Der Kranführer Stephan M i k u s t n s k i sah, als er auf der, Auguft-Küfenhütte die Katzen deS Krans bediente, aus dem Seltenfen st erdeSFüh-i rerkvrbes. dabei tarn er mit oer rechten Hand der 5C00 Volt Drehstrom führenden Schleiflei-, tung der Katze zu nahe. Tödlich getroffen fiel er in den Führerstand zurück.
Aus aller Welt.
Eine schwere Katastrophe verhütet.
Regensburg, 7. Febr. (ptio.-Tel.) Der D o • n a u ft r o m Hal die Eissesselu unter donnerähnlichem krachen, das viele Kilometer weit gehört wurde, gesprengt. Bei der Ortschaft Niederwinzer setzte sich der Ellstoß in Bewegung und türmte sich zwischen dem e fernen Steg und der 600 Jahre alten steinernen Brücke mehrere Meter hoch empor, während kurz darauf der Wasserspiegel ebenfalls um fast zwei Meter stieg. Es war ein gewaltiges Naturfchaufpiel, da» aber mit feinem überraschenden hereinbrechen beinahe mehreren hundert Menschen, die sich ahnungslos kurz zuvor auf der Eisfläche der Donau inmitten der Stabt Regensburg getummelt halten, da» Leben gekostet hätte. Unter den Schlillfchuhläusern befanden sich viel unbeaussichügte Kinder im Aller von sechs bis neun Jahren. Schreckensrufe ertönten; die Menschen sahen sich plötzlich auf ber st enden Eisschollen treiben. Bon beherzten jungen Mannern konnten die Kinder, die schon teilweise in den kalten Fluten zu versinken drohten, gerettet werden. Mutige Menschen standen ofl bi» zur Brust im Wasser, um versinkenden zu helfen. Es ist ein Wunder, daß niemand um» Leben gekommen ist. Biele Frauen stürzten, sanken ein und erreichten nur völlig durchnäßt das Ufer. Zahlreiche Personen wurden tausend Meter weit stromabwärts getrieben, ehe sich ihnen eine Rettungsmöglichkeit bot
Der neue Kätteembruch.
Die neue Kältewelle, die auf Kaltluft- m a f Je n aus Ruftland zurückzuführen ist, hat sich inzwischen über ganz Deutschland ausgedehnt. Durchschnittlich matz man in Rord- deutschland Temperaturen von 15 bis 20 Grad. 3n der Berliner Innenstadt war die tiesste Temperatur 18 Grad, in der näheren Umgebung sank sie bi- auf 22 Grad. Die kältesten Temperaturen hatte Schlesien zu verzeichnen, wo stellenweise biS 25 Grad gemessen wurden. Dagegen ist in Ostpreußen daS Thermometer etwa- gestiegen. Man matz 18 Grad gegenüber 27 Grad gestern. In Rordwest» d e u t s ch l a n d liegen die Temperaturen durchschnittlich um einige Grade höher. In S Ü d - Westdeutschland, das am Donnerstag von den neuen kalten Lustmassen noch nicht betroffen war, betrugen die Durchschnittstemperaturen 6 bis 8 Grad, in München 6 Grad, in Frankfurt a. M., 7 Grad, in Karlsruhe sogar nur 2 Grad. Außergewöhnliche Temperaturen maft man auch an der Äordseeküste von durchschnittlich 9 biS 14 Grab. Aach Ansicht der Wettersachverständigen ist vorläufig mit einer Milderung des Wetters ober gar mit Tauwetter nicht zu rechnen, da nach den letzten Deobachtungen ein Ende der Frostperiode noch nicht a b z u s e h e n ist.
Der Do.ensee vereist.
Der Bodensee ist so weit zugefroren, daft man das Schweizer Ufer gefahrlos erreichen kann. Während der Verkehr zwischen beiden Ufern normalerweise mit Schiffen durch- geführt wird, muftten gestern die Arbeiter und Angestellten zu Fuft über den vereisten Dodensee lausen. Die Eisdecke ist so stark geworden, daß man jetzt mit Pferd und Wagen oder im Auto den See überqueren kann. Das EiS ist aufterdem spiegelllar, so daft man b i s aus den Grund des Sees sehen kann. An einer Stelle wurde ein alles Pfahldorf auS der Steinzeit entdeckt. Die einzelnen (Bauten sind ganz deutlich zu erkennen. Interessant ist das wctthin hörbare Brüllen ve- EiseS, das durch die beständig in Bewegung befindlichen Wafserma'ssn hervorgerusen wird. Die Wasiermassen drücken gegen daS EiS, das auf Hunderte von Meter springt, wodurch dies gewaltig« Brüllen und Donnern hervorgerusen wird.
Ein Bertelbiger im W3mmertreu*‘-Brojeft bestohlen.
Der Staatsanwalt beantragte gegen den Hauptangeklagten Leib, der sich des schweren Landlrieixmsbruches unter Begehung rt>.i Gewalttätigkeiten schuldig gemacht ftj^e und den man unter Umständen sogar als Rädelsführer bezeichnen könne, mit Rücksicht auf seine Vorstrafen eine Gefängnisstrafe von einem Jahr sechs Monaten und fünf Jahre Ehrverlust. Ferner gegen den Angeklagten Piatrtzaki und L a ft wegen Hausfriedensbruches jesechsMo - nate Gefängnis, gegen den Angeklagten Franke fünf Monate, gegen den Angeklagten Schulz vier Monate und gegen den Angeklagten Höhne mit Rücksicht auf feine Jugend vier Wochen Grsänanis, die durch die sln.'ersuchungS-- haft als verbüftt gelten sollen. Für di« drei übrigen Angeklagten beantragte der Staatsanwalt Freisprechung.
Während des P.o^es'es wurde gestern einer der Verteidrger der .Immenreu"-Leute, der Rechtsanwalt Dr. Frey, um seinen Merz pelz im Wert« von 5003 Mk. best oh- len. Er hatte vor Eintritt in die Verhandlung seinen Pelz in einem Raume neben dem Schwur- gerichtssaal auf'ehängl und sand nach Schluß Der Sitzung statt seines djenen Pelzes einen viri kleineren, fast wertlosen Mantel mit unechtem Futter und Kraaenbesatz vor.
B e r l i n, 7. Febr. (Priv.-Tel.) Der Reichstag erlebte am Donnerstag höchst unerquickliche Sze- nen, für die, wie so oft in der Vergangenhdtz, die Kommunisten verantwortlich zeichneten. Zweünal kam «S zu stürmischen Austritten, in beiden Fällen muftte der Reichstagspräsident seine ganze Autorität in die Wagschale werfen, um sich durchzusctzen und die Ruhe wieder her- zustellen. Der erste Krach brach bei der Beratung des deu t sch - li ta u is ch en Handelsvertrages loS. Vom kommunistischen Abgeordneten K o l l w i tz wurde dem tttauischen Minister- Präsiden den Woldemaras der Titel Henker bei» gelegt, so daft Herr Löbe den Redner aut Ordnung rufen muftte, was dieser aber nicht stillschweigend hinnahm, sondern jetzt mit unflätigen Angriffen auf den Reichstagspräsidenten antwortete und dabei die lännende slnterstützung seiner Parteifreunde fand. Die Situation spitzte sich bedrohlich zu, als der Präsident den Äbgt- Kollwitz aufsorderte, den Saal zuverlassen und im Anschluß daran wesen wüster Beschimpfungen und Beleidigungen durch den Abg. Sjfrnle auch an dielen das Ersuchen richtete, sich seinem FraktionSfreund Kollwitz an^uschlie- ften. Minutenlang dauerte der Lärm auf der Linken an, fortgesetzt unterbrochen durch Gegenkundgebungen der übrigen Parteien. Schließlich wußte sich Herr Löbe ni$t anders zu helfen, als die Sitzung für kurze Zett zu unterbrechen.
Der Rcllrau setzte sich aber gleich zu Beginn der zweiten Sitzung fort, als der Präsident mit- teilte, daft der Abg. Kollwitz für einen und der Abg. Hörnle für acht Tage von den Sitzungen auSgeschlosfen seien. Ramentlich die Abg. Torgler, Äadasch und Miller-Hannover versuchten sich gegenseitig in Beschimpfungen des Präsidenten zu überbieten, so daft dieser sie mehrere Male zur Ordnung rufen muftte. Schließlich wollte noch der Abg. Stöcker zur ®c- j schästsordnung sprechen, fand aber bei der Mehr- i heit des Hauses feine Gegenliebe, so daft er ab- ) treten muftte. Dann kam es noch einmal $u ; einem heftigen Zusammenstoft zwischen dem Prä- : sidenten Loebe und dem Abg. Ende, weil dieser den rumänischen Ministerpräsidenten Manin als einen armfellgen Lakai bezeichnet hatte. Da der 2lbg. Ende sich den Ordnungsruf I fen des Präsidenten nicht fügte, fragte dieser das Haus, ob es die Ausführungen des Redners weiter mit anhören wolle. Sämtliche Parteien verneilften das, so daß der Abg. Ende das Rednerpult verlassen muftte. Die Komm'./nisten schimpften noch eine Weile fort, beruhigten sich aber schließlich, woraus die Beratungen weiter geführt werden fönten.
KeichsardeiiSinmister Wiffell begründet hierauf den Entwurf des ArbeitS- schufgesetzes, der zur ersten ‘Beratung steht. Der Minister weist daraus hin, daß die. Verheißung eines einheitlichen Arbeitsrechtes in der Verfassung noch nicht verwirklicht lei. Eines her wichtigsten Trilgebiete sei das Arbeitsschutzrecht, das dringend des Rcu- und ilmbaueü bedürfe. Jetzt herrsche auf diesem Gebiete eine Buntscheckig kett und Zersplitterung, die gleichernraften ungünstig für Arbeitgeber und Arbeitnehmer sei. Den Bedürtnissen der einzelnen Gewerbezweige ist in dem vorliegenden Entwurf nach Möglichkeit Rechnung getragen vordem Die Ausnahmebestimmungen sind auf ganz bestimmte Fälle beschräntt worden. DaS Arbettsichutzgeseh bringt unä nicht nur formal auf dem Wege zum einheitlichen ArbeitSrecht votwäris, fonöetn es bedeutet auch einen wichtigen sozlaipolttischen Fort- schrttt durch die Llusdehnung deS Gellungs- bereichs der Arbeitsschutzbcstimmungen. Der Minister geht dann auf die einzelnen Kapitel bet Vorlage «nÄ erklärt, daft der ©nttoitrf seine
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