Ausgabe 
7.12.1929
 
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zweck dieser Eigenbetriebe öffentlicher Körperschaften j so sehr in den Vordergrund tritt, daß heute durch­schnittlich 18 d. S). des Ausgabenbedarfs der Ge­meinden durch sie aedeckt werden. Wohin aber die lieber,pannung dieser Eigenbetätigung der öffent­lichen Hand auch in anderer Hinsicht führt, erhellt daraus, daß zur Zeit etwa jede elfte Person im Deutschen Reich in öffentlichen Diensten stehen soll.

Der deutsche Mittelstand, dessen Finanz- und Steucrkraft durch diese Vorgänge nur allzu sehr in Anspruch genommen, ja dessen Existenz hierdurch untergraben wird, hat alle Ursache, sich sehr aus-- giebig mit diesen Dingen zu beschästigen. Er hat dies auch bereits gntan, und nimmt bei jeder Ge­legenheit durch seine Spitzenverbände in seinen Lan­des-, Bezirks- und Ortsorganisationen Stellung. Er versucht durch Verhandlungen in den staatlichen und gemeindlichen Parlamenten immer wieder Front zu machen gegen die von seinem Standpunkt aus zu bekämpfenden Einrichtungen. Die vielfachen Ein­sprüche, die manche Staatsverwaltungen, insbeson­dere zahlreiche Stadtverwaltungen erleben mußten, Dinge, die mitunter eine unglaubliche Korruption aufdecken, helfen dem Mittelstände in dem schweren Kamps um sein verfassungsmäßig gewährleistetes Recht.

Man hat auch versucht, im gerichtlichen Verfahren eine Klärung herbeizuführen, wie weit z. B. eine Ge­meinde in der Errichtung von Wirtschaftsbetrieben gehen kann. Dieser Weg ist mühevoll und kann nur in Einzelfällen mit großen Geldopfern bis zur letzten Instanz durchgeführt werden. Immerhin sind An- gc vorhanden, die bei konsequenter Durchführung iterial bieten werden zur weiteren Verwertung. Die Revision der Städte- und Landgemeindeord­nungen wird weiter eine Möglichkeit bieten, die For­derungen des gewerblichen Mittelstandes zu erfüllen, wenn er in der Lage ist, die bürgerlichen politischen Parteien für seine Ideale genügend zu beeinflussen. So hat z. B. vor kurzem der Ausschuß für Ge- meindeangelegenheiten des Preußischen Landtags auf Antrag der Deutschnationalen Partei einen Ge­setzentwurf betr. die Betätigung der Kommunen in der Wirtschaft beschlossen, der dem Landtag zur Wei­terberatung zugeleitet wurde. Entspricht auch dieser Entwurf nicht voll und ganz den Forderungen des Mittelstandes, so ist doch wenigstens folgender §5 eingeschaltet:1. Werbende Betriebe sind nach fach­lich-wirtschaftlichen und kaufmännischen Grundsätzen zu führen. Sie sollen grundsätzlich Ueberschüsse zur teilweisen Deckung der Hausbaltsbedürfnisse erzielen, müssen aber mindestens die Kosten des Betriebs, der Verzinsung und Tilgung des Anleihekapitals und der Erneuerung der Einrichtungen, decken. 2 Diese be­triebe sind von den Gemeinden und dem Gemeinde­verband in wirtschaftlicher und steuerlicher Hinsicht den Privatbetrieben gleichzustellen, soweit nicht rcichsgesetzlich Steuerbefreiungen vorgesehen sind." Eine gewisse Gleichstellung mit der freien Wirtschaft sieht dieser Gesetzentwurf mithin vor, wenn er auch vom Standpunkt des Mittelstandes aus bekämpft werden muß, da dieser sich überhaupt gegen die Ein­mischung der öffentlichen Hand in sein Arbeitsgebiet, abgesehen von den sog. Versorgungsbetrieben, wen­den muß.

Erfreulich ist es nun, daß dem Mittelstand ein neuer Helfer im Kampf um feine Existenz erstanden ist. Die Literatur, die seither schon aus Kreisen des gewerblichen Mittelstandes und seiner Anhänger gegen die Strömungen Stellung nahm, wird be­fruchtet von Vertretern der Wissenschaft, die in den geschilderten Vorgängen eine Verletzung der A'u fgaben desStaates erblicken. Die Staats­rechtslehre müßte sich mehr und mehr mit dieser Materie beschäftigen und in wissenschaftlichen Dar­legungen, frei von allen parteipolitischen Bestrebun­gen und Weltanschauungen, diese Frage einmal von dem Standpunkt aus untersuchen, wie weit das Selbstverwaltungsrecht des Staates und der Gemein- den gehen darf. Haben doch alle Staats- und Ge- meinöebürger gleiche Rechte und gleiche Pflichten, der Staat und auch die Kommunen haben über das Wohl aller zu wachen und dürfen nicht durch eigene Einrichtungen einzelne Zweige einem langsamen Absterbungstode verfallen lassen.

Staat und Gemeinden dürfen sich aber auch nicht in gewagte geschäftliche Unternehmen einlaffen, deren Fiasko, wie die Erfahrungen lehren, letzten Endes doch wieder von den Steuerzahlern zu decken ist. Die öffentlichen Körperschaften sollten aber von sich aus auch nicht ihre Beamtenschaft, die verwaltungstech­nisch wohlgeschult ist, in die Verlegenheit bringen, durch Übertragung gewerblicher Aufgaben auf Ge­biete zu gehen, die sie nicht verstehen, wozu sie nicht vorgebildet sind und wo sie, nur zum Schaden der Allgemeinheit, Reinfälle erleben müssen. Richt nur der Ruf der Beamtenschaft ist dann dahin, sondern auch die Autorität der öffentlichen körperhaften.

r gewerbliche Mittelstand fordert nur fein Recht, gcf: tzt auf § 164 der Deutschen Reichsverfassung. Er handelt nicht nach dem Grundsatz: federn das Gleiche", sondern nach dem Worte:Jedem das Seine".

Oberheffen.

Landkreis Gießen.

§ Saubringen, 6.Dez. 3n unserem ©e- meinbctoaib haben dieser Tage die Holzhauer­arbeiten begonnen. Es wurde eine Rotte gebildet. Wie in jedem Jahre, so werden auch die.mal wieder rund 400 Festmeter Holz ge­schlagen, das in der Hauptsache aus Kiefern» und Tannenrundscheit und -knüppel, sowie Eichen» und Buchendurchfocst"ng5ho'z besteht.

ch Aus dem Lumdatal, 6. Dez. Seit einigen Tagen hat in unterer Gegend der Handel mit fetten Gänsen eingesetzt. Für das Pfund Lebendgewicht bezqLlen die Aufkäufer gegen­wärtig je nach Qualität und Gesamtgewicht 1,00 bis 1,30 Mk. Die Preise sind den Rind- und Schweinefleischpreifen entsprechend hoch. 3n den letzten 3ahren hat hier die Gänsezucht stark zu­genommen.

al. Al lendorf (Lah n). 6. Dez. Bei der am 2. Dezember Dorgenommer.en Viehzählung wurde hier solgender Viehbestand ermittelt: Pferde 21, Esel 1, Rindvieh 356, Schafe 74, Schweine 403, Ziegen 118, Gänse 96, Enten 10, Leghühner 1655, sonstige Hühner, Hähne u. dgl. 161, zusammen an Federvieh 1922 Stück, 10 Die­nenstöcke. Am 1. Dezember 1928 war folgendes Ergebnis: Pferde 20, Esel 1, Rindvieh 394, Schafe 97, Schweine 370, Ziegen 127, Gänse 86, Enten 11, Hühner 1135, sonstige Hühner, Hähne u. dgl. 530, Federvieh zusammen 1762 Stück und zwei Dienenstöcke.

* Lang-Göns, 6. Dez. Wie schon berichtet, feiert der GesangvereinFrohsinn" am 12., 13. und 14.3uli 1930 das Fest seines 75- jährigen De stehens. Hiermit ist die Ver­anstaltung eines Gesangwettstreites geplant. Die letzte, gut besuchte Generalversammlung hat beschlossen, den Delegiertentag am 9. Februar 1930 stattfinden zu lassen. Der Gesangverein

Presse-Besuch in Wetzlar.

Betonstraßenbau. - 3m neuen Wetzlarer SchUchthof. - Aus der Sophienhütte.

Aus Einladung der Direktion der Buderus- scheu Eisenwerke in Weh'ar und der D a u- beratungsstelle des De utschen Ze­mentbundes in Frankfurt a. M. statteten eine Anzahl Journalisten als Vertreter der Frankfurter, Berliner und Kölner Tagespresse, ferner ein Mitglied der Redaktion desGieß. Anzeigers" und Redakteure der führenden Fach­presse unserer Rachbarstadt Wetzlar einen Besuch ab, um dort Einblick zu nehmen in die Herstellung des für den Deionstra henbau in Betracht kommenden Materials, sowie in den vielseitigen Betrieb der Sophienhütte der Duderusschen Eisenwerke.

Zunächst wurden die Besucher in einer Film­vorführung mit erläuterndem Dortrage über den Beton st rahenbau und seine Vorteile unter­richtet. Diplomingenieur von Mink legte dabei dar, daß sich der Landstraßenbau in Beton immer mehr zu einer führenden Straßenbesestigungsart entwickele. Vor etwa fünf 3ahren habe der Detonstrahenbau, der bis dahin in Amerika an­gewandt wurde, auch in Deutschland Eingang ge­funden. Damals sei die erste Betonstraße zwischen München und Starnberg gebaut worden, und heute würden in Deutschland alljährlich rund 100 Kilometer De ton st raßen ge­schaffen. Dei sachgemäßer He :llung sei die Betonstraße mindestens jeder P.lasterart eben­bürtig, den Asphaltskraßen aber unbedingt über­legen. Der Vortragende erinnerte daran, daß auch in unserer unmittelbaren Rachbarschaft, und zwar zwischen Oberwöllstadt und Klop­penheim im Kreise Friedberg, sowie bei Gar­be n h e r m vor den Toren von Wetzlar, Beton­straßen dem Verkehr dienen, die sich bisher nach jeder Richtung hin in vollem Maße bewährt haben. Der Filmstreifen gab einen interessanten Einblick in die Technik des Drtonstraßenbaues. Anschließend teilte Hüttendirektor Dr. Humper-- d i n k von den Duderusschen Eisenwerken in einem kurzen, sehr instruktiven Vortrage bedeutsame Einzelheiten über die Entwickelung der Duderus­schen Eisenwerke, ihre Produktion auf den ver­schiedensten Gebieten und ihre Bedeutung im Wirtschaftsleben, insbesondere auch ihre Pro­duktionsleistung in der Detonsabrilation mit. Bekanntlich ist Wetzlar die Wiege des Eisen­portlandzements, die Jahresproduktion des dem Duderusschen Eisenwerk angeschlos enen Zement­werkes erreicht eine bedeutende Höhe.

Anschließend besichtigten die Besucher die Be - ton st raßen st recke bei Garbenheim, wo ihnen weitere fachmännische Erkl rungen ge­geben wurden. Hierauf stattete man dem zur Zeit im Dau befindlichen Schlach thof der Stadt Wetzlar einen Besuch ab, wo bei dem Rundgang Stadtbaurat Golder ein­gehende Erläuterungen gab. Auch in diesem Dau ist bei der Herstellung der Hallenboden und der Zusahrtwege das Delonbauverfahren mit bestem Erfolg angewandt worden. In seinen übrigen Einrichtungen wird der Wetzlarer Schlachthof mit den neuesten Errungenschaften der Wissen­schaft und Technik auf dem Gebiete der Schlacht­hofhygiene ausgestattet.

Die Rachmittagsstunden brachten den Desuchern den Höhepunkt des Kennenlernens und Schauens. Unter der Führung der obersten Leiter der Du­

derusschen Eisenwerke, Generaldirektor Kommer­zienrat Dr. Köhler und Hüttendirektor Dr. Humperdink, wurde ein Rundgang durch die Betriebe der Sophien­hütte unternommen, wobei sich den Gästen ein überaus eindrucksvolles Bild von der ge­waltigen technischen und wirtschaftlichen Größe dieses Industrieunternehmens darbot. Zunächst wurde die Schleuderrohrgießerei durch­schritten und dabei der Produktionsgang ein­gehend verfolgt. Hier werden Schieuderguhrohre, die zu Wasserleitungs- und Gaszuführungs­zwecken verwandt werden, nach einem neuartigen Verfahren (Schleuderguß) hergestellt. Hütten­direktor Dr. Humperdink ließ diese bedeut­same und außerordentlich interessante Betriebs- anlage nach eigenen Angaben und unter seiner persönlichen Kontrolle erst vor ein paar Jahren auf der Sophienhütte errichten. Was damals in gewissem Sinne noch ein Wagnis sein mochte, ist heute als eine technische und wirt­schaftliche Tat von größter Bedeu­tung anzusprechen. In ganzen zwanzig Minuten werden hier, angefangen von den durch Laufkrane herbeibesörderten gro­ßen Kesseln mit flüssigem und glühendem Eisen bis zum Leerbad der fertigen Rohre, die Wasserleitungs- und Gasrohre in allen Längen und allen Weiten gegossen, nach^eglüht und wei­ter bearbeitet bis zum versand,er.igrn Produkt. Eine wunderbare Leistung deutscher Jngenieur- kunst, klugen kaufmännischen Wagemutes und hin­gebender Tätigkeit der Arbeiter! Don den weite­ren Abteilungen, die auf diesem Rundgang be­sucht wurden, seien hier ausschnittwei'e genannt: die große Ueberlandzentrale zur Der- sorgung der Hütte und weiter Kreise der Um­gegend mit elektrischem Strom; die staunenswerte automatische und mit mechanischer Kohlenzufüh­rung ausgestattete große Kesselheizung; dann besonders die Gießerei vor dem Hoch­ofen l, der zufällig zur Zeit des Besuches (ab» gestochen, d. h. an feinem Fuße geöffnet wurde, wobei in einem unaufhaltsam fließenden Bächlein glühendes Eisen aus dem gewaltigen Hochofenbau herausströmte und sich in die große Menge der davor hergerichteten Sandformen ergoß. Ein fabelhafter Anblick! Zum Schlüsse wurde der großen Zementfabrik ein eingehender Be­such abgestattet, wobei man in großen Zügen mit der Herstellung der verschiedenen Zement­arten, des Detonbaumaterials an Hand der tech­nischen Produltionseinrichtungen bekanntgemacht wurde. Auch an dieser Arbeitsstätte entrollte sich vor den Gästen ein imponier enbeS Bild deutscher Kops- und Handarbeit. Rach etwa dreistündigem Besuche auf der Sophienhütte unter der um­sichtigen und zu allen gewünschten Aufklärungen stets bereiten Führung der Herren Generaldirek­tor Dr. Köhler und Hüttendirektor Dr. Hum­pe r d i n k, sowie einiger zuständiger Mitar.e'/.er schieden die Gäste erst mit Einbruch der Dunkel­heit. Sie nahmen dabei den Eindruck mit, daß unsere deutsche Gesamtwirtschaft, insle andere aber die Wirtschaft der engeren Heimat in der Sophienhütte zu Wetzlar einen Faktor besitzt, der für den deutschen Wiederaufbau und die starke Förderung des Allgemeinwohls im enge­ren Bezirke von großer Bedeutung ist.

Frohsinn" ist Mitglied des Lahntal-, Hessischen und Deutschen Sängerbundes und steht unter der Leitung von Musik- und Gesanglehrer Blaß.

# Aus der mittleren We tter au, 6. Dez. Die Preise für Fettschweine haben in den letzten Tagen einen starken Abschlag erfahren. Während sie sich monatelang zwischen 80 und 93 Pf. je Pfund Lebendgewicht hielten, belaufen sie sich gegenwärtig nur noch auf 70 bis 72 Pf., je nach der Qualität. Auch die Preise für Ferkel sind weiter rückgängig. Fahrende Händler bieten jetzt 7 Wochen alte Jungtiere schon für 24 bis 28 Mk. an. Dies bedeutet einen Preisrückgang gegen den Hochsommer von durch­schnittlich 10 Mk. das Stück. Die R a ch f r a g e nach Kartoffeln ist sehr gering. Soweit überhaupt eine Absatzmöglichkeit besteht, werden Preise geboten, bei denen auch der Kartoffel­anbau nicht lohnend ist. Gelbfleischige Epeise- fartoffeln werden vereinzelt mit 2,70 bis 2,80 Mark pro Zentner gehandelt, während weih­fleischige so gut wie unverkäuflich sind. Derschie- dentlich wurden in den letzten Tagen noch die Dickwurz nach dem Industriegebiet an Kleintier­zuchtvereine verfrachtet. Der Zentner kostete eine Mark.

l. Hungen, 6. Dez. Die am 1. Dezember 1929 dahier vorgenommeue Viehzählung hatte folgendes Ergebnis (einge'Iammerte Zahlen Er­gebnis der Zählung 1928): Pferde 142 (130), Rindvieh 365 (392), Schafe 289 (318), Schweine 447 (430), Ziegen 72 (75), Gänse 222 (259), Enten 12 (15), Hühner 3133 (2678), Bienenstöcke 84 (61). Der Rückgang an Rindvieh und Schafen ist Wohl auf den Futtermangel infolge der Trockenheit des vergangenen Sommers zurückzuf-hren.

s. Röthges, 6. Dez. Der Geschäftsreisende M ö r k e l von hier hatte Kunden im Vogels­berg besucht und wollte sich am Montagabend auf seinem Fahrrad, von Altenhain herkommend, nach Hause begeben. Während er durch den Wald fuhr zwischen 5 und 6 Uhr abends wurde er durch einen plötzlich vor ihm auftauchenden Mann gezwungen, abzusteigen. Als er sofort nach seinem Revolver griff, tauchten aus dem Straßengraben noch fünf weitere Burschen auf und nahmen ihm seine Waffe und Mappe ab. Da sich Morkel heftig zur Wehr setzte, richteten sie ihn durch Fußtritte und Schläge derart zu, daß es ihm nur mit größter Mühe und Rot Ö, sich bis zum nächsten Dorf zu schleppen.

cherweise weilte dort zufällig ein Lau- bacher Arzt, der ihm den ersten Verband anlegen und ihn in seinem Wagen nach Hause bringen konnte, wo er jetzt noch krank darniederliegt. Dem Vernehmen nach sollen die Rachforschungen bereits ergeben haben, daß mehrere Holzhauer, die am MontagBlauen" gemacht und dem Alkohol zugesprochen hatten, im Verdacht der Täterschaft stehen.

s. Inheiden, 6. Dez. Auch in diesem Winter finden wieder alle vierzehn Tage Betstunden in einem Lchulsaal statt, da unser Dorf keine Kirche besitzt. Diese Einrichtung ist in unserem Kirchspiel Trais-Horloff sehr alt, sie läßt sich bis zum 30jährigen Krieg zurückverfolgen. Die Betstunden beginnen in der Adventszeit und dauern bis zum Schluß der Passionszeit. 'Beson­

ders von älteren und kränklichen Leuten, denen der Kirchgang nach Trais-Horloff, zumal in der Winterszeit, beschwerlich ist, werden diese Gottes­dienste fleißig besucht. Ihnen wird hier auch Ge­legenheit gegeben, am heiligen Abendmahl teil­zunehmen.

Kreis Friedberg.

* Pohl-Göns, 6. Dez. Runmehr wurde auch hier das für die Gefallenen errichtete Ehrenmal bei reger Beteiligung der Ge­meinde, sowie der Vereine eingeweiht. Der Festakt wurde eingeleitet durch einen Choral des Po- saunenchors Lang-Göns und ein Deihelied" des Gesangvereins Liederkranz. DürgermeisterS Pier übernahm dann das Denkmal in den Schuh der Gemeinde, worauf Pfarrer Wahl aus Lang- Göns die packende Weiherede hielt. Rach einem weiteren Gesangsvortrag des VereinsLieder­kranz" folgten die Kranzniederlegungen mit An­sprachen. Bürgermeister Spier sprach im Ra­in en der Gemeinde, Herr W. Brücke l jun. im Rainen des Krjegervereins, Herr O. R e u s ch im Rainen der Kriegshinterbliebenen und Be­schädigten, Herr Sommerkorn im Ramen des GesangvereinsLiederkranz", Herr 3.Knorz für den Turnverein Frischauf", Herr W. Han - fei für den ArbÄter-Radfahrklub, Herr H. Frank (Butzbach) für den Verein hessischer Leibgardisten. Hierauf legten die Angehörigen der 24 Gefallenen ihre Kränze nieder. Rach einem Schluhaesang der Gemeinde war die erhebende Feier beendet. Das monumental wirkende Denk­mal wurde nach dem Entwurf des Architekten 3. Lipp er t (Butzbach) von der Firma Qlber- m a n n (Gießen) in Kunstmuschclkack ausgeführt. Auf breitgelagertem, massigem Block erhebt sich ein vierseitiger hoher Schaft, der von einem Ku­bus, allseitig geschmückt mit dem Eisernen Kreuz, gekrönt wird. Auf der Vorderseite des Schaftes befindet sich ein streng gehaltenes, wuchtiges Relief, auf der Rückseite ein großes, einfaches Schwert, während die übrigen Seiten die Ramen der Gefallenen und die 'Widmung des Ortes tragen. Das Relief stellt dar: Eine jugendliche Männergestalt die Verkörperung der Dolkskraft. der Helm auf dem Haupte erinnert an den Welt­krieg, die breitgestellte Haltung des Mannes mit den über der Brust gekreuzten Armen trotzige Selbstbehauptung, der gezüngelte Dolch in der nervigen Faust gleicht Dem flammenden Protest gegen älnrecht und Vergewaltigung. Der Schild auf dem Rücken veranschaulicht die schwache Wehr, die der Feind übrig ließ. Doch zu Füßen sitzt der Aar, der in uns die Hoffnung zum neuen Wiederaufstieg Deutschlands erwecken soll. Die künstlerische Gestaltung dieses symbolischen Gedankens lag in den Händen der bekannten Gießener Kunstbildhauer K ö ddi n g ünd Gän­ge r i ch. Die Ausführung der Schrift übernahm die Firma G.Schrader (Leihgestern).

Kreis Büdingen.

Gelnhaar, 4. Dez. Die Sammlung für die Kriegsgräberfürsorge ergab in un.erer G.m.in e 2..D Mk Durch den 3 r.au von Wohlfahrtsbriefmarken gingen 9,27 Mk. ein. Am Montagabend lief in unserer Kirche der Gut 5 er film. 3n einer Dauer von drei Stau­

ben wurde den Zuschauern. das Leben Luthers von seinem Eintritt ins Kloster bis zum Witten­berger Bildersturm vorgeführt. Pfarrer 11 ll- mann (Usenborn) gab dazu die nötigen Erklä­rungen.

Kreis Schotten.

± Groß-Eichen, 6. Dez. Dieser Tage wurde in unserer Kirche der M i s s i o n s s i l m:Das Licht scheint in der Finsternis" vorgeführt. Der Film führte die leider nicht so zahlreich erschie­nenen Zuschauer auf das Arbeitsfeld der Basler Mission im Wunderlande 3nDien. Missionar Schmoll aus Hersfeld erläuterte die klaren, überaus lehrreichen Bilder.

Rundfunkprogramm.

Sonntag, 8. Dezember.

7: Don Hamburg: Hafenkonzert. 8.15 bis 9.15: Katholische Morgenfeier. 11:Jugendarbeit in den Vereinigten Staaten von Rordamerika", Vor­trag von Fritz Taeubner, Berlin. 11.30: Er­ziehung und Bildung: Elternstunde:Wie das Kind im Spiele schöpferische Kräfte geigt", Vor­trag von Frau Henni Pleimes. 12 vis 13: Von Kassel: Konzert des Rundfunkorchesters. 14.30: Stunde der Jugend: Aus dnn deutschen ch n- bom:Rübezahl" (2. Fortsetzung). 15.30: Stunde des Landes. 16.30:Vogelschutz und Vogellieb­haberei", Vortrag von Dipl.-agr. L. K. Malchus. 16.45: Zu Konradin Kreutzers 80. Todestag:Das Rachtlager in Granada", Romantische Oper von Konradin Kreutzer. 18: Stunde des Rhein-Mai­nischen Verbandes für Volksbildung:Arno Holz, fein Kreis und sein Werk', Vortrag von Privat­dozent Dr. Hans Lorenz Stoltenberg, Frankfurt a. M. 18.30: Alfred Wolfenstein liest aus eigenen Werken. 19: Sportnachrichten. 23: Von Stuttgart: Der Wanderer, ein geistliches Spiel von Hans Heinrich Ehrler, musikalische Bearbeitung von Emil Kahn. 21 bis 22.30: Volkstümliches Kon­zert des Rundfunkorchesters. 23 bis 0.30: Tanz­musik.

Montag, 9. Dezember.

12.15: Schallplattenkonzert: Ungarisch. 15.15 bis 15,45: Stande der Jugend:Mit Arabern auf der Gazellenjagd in Algerien", Vortrag von Lehrer Fr. Voigt; für Kinder vom 12. Jahre ab. 16: Hausfrauen-Rachmittag, veranstaltet vom Franffurter Hausfrauenverein. 16.50:Das Kleinkind in der Familie zwischen Eltern und Ge­schwistern", Vortrag von Direktorin Ella Schwarz. 17.20 bis 18:Was das Volk dichtet", Vortrag von Gerhart Pohl. 18.35 bis 19: Englischer Sprachunterricht. 19.05: Von Stuttgart:Mo­zarts Tod", Vortrag von Dr. B. Paumgartner. Salzburg. 19.30: Von Kassel: Unterhaltungs­konzert des Rundfunkorchesters. 20.30: Don Köln: Divertimento von Walter Braunfels (Urauf­führung). 21: Michael Kohlhaas, von Heinrich von Kleist, für den Funk bearbeitet von Arnolt Bronnen. 22.45: Rach Stuttgart: Violoncell- Konzert, Alexander Darjansky.

Spielplan der Frankfurter Theater.

Opernhaus. Sonntag, 8. Dez., 20 bis gegen 23 älhr: Das Land des Läche'ns. Montag, 9., 20 bis nach 22.30: Der Troubadour. Diens­tag, 10. Dez., 20 bis nach 22.30: Madame Butterfly. Mittwoch, 11., 20 bis gegen 23: Das Land des Lächelns. Donnerstag, 12., 20 bis 22.45: Amelia oder Ein Maskenball. Freitag, 13., 20 bis nach 22: Orpheus und Eurydike. Samstag, 14., 19.30 bis gegen 23: Carmen.

Schauspielhaus. Sonntag, 8. Dez., 15 bis nach 18: Hui, wir sausen um die Welt. 20 bis gegen 22.15: Marius ahoil Montag, 9., 20 bis gegen 22.30: Brülle China., Dienstag, 10., 20 bis gegen 22.15: Marius ahoi! Mittwoch, 11., 20 bis gegen 22.15: Marius ahoi! Donners­tag, 12., 20 bis gegen 22.15: Marius ahoil Freitag, 13., 20 bis gegen 22.30: Cyankali. Samstag, 14., 15.30 bis gegen 17.30: Hui, wir sausen um die Welt. 20 bis gegen 22.30: Uraufführung: Komödie der Verjüngung.

Kirchliche Nachrichten.

Evangelische Gemeinden.

Sonntag, 8. Dezember. 2. Advent.

Sladlkirche. 9.30: Pfarrer Becker; 11: Kinderkirche für die Markusgemeinde; Pfarrer Becker; 5: Pfarrer Mahr; Beichte und hl. Abendmahl für die Matthaus­gemeinde. Johanneskirche. 9.30: Pfarrer Ausfeld; zugleich Militärgottesdienst; Beichte und hl. Abend- mahl für die Militärgemeinde; 11: Kindergottesdienst für die Johannesgcrneinde; Pfarrer Ausfeld; 5: Pfarrer Bechtolsheimer; Beichte und hl. Abendmahl für die Lukasgemeinde; 8: Bibelbesprechung im Jo- Hannessaal; Pfarrassistent Schlaudraff. Kapelle des Alten Friedhofs. 9.30: Pfarrer Lenz; Beichte und hl. Abendmahl für die Luthergemeinde; 11.15: Kin­derkirche. Llifabeth-Kleinkinderschule. 9.45: Pfarrer Lic. Waas; 6: Pfarrer Lic. Waas. IDiefetf. 10; 5.30 und 7.30, Opfer für armenische Waisen. Allen-Buseck. 10. Kirchberg. 10: Kirchberg; 1.30: Mainzlar; 1.30. Lollar. Klein-Linden. 10: Haupt- gottesdienst; 11: Kindergottesdienst. Hausen- Garbenleich. 10: Garbenteich; 1: Hausen. HJafjcn- born-Sfeinbcrg. 1.30: Hauptgottesdienst. Lich. 10: Pfarrer Staubach (Chorschule); 1: Kinderaottes- dienst: 2: Stiftsdechant Kahn. Rieder-Bessingen. 9.30: Stiftsdechant Kahn; hl. Abendmahl.

katholische Gemeinden.

Samstag, den 7. Dezember.

Gießen. 16.30 und 19: Beichte.

Sonntag, den 8. Dezember. 2. Adventsonntag. Fest der unbefleckten Empfängnis.

Gießen. 6.30: Beichte; 7: Messe; Kommunion der Jungfrauen und Hausangestellten; 8: Kommunion; 9: Hochamt mit Predigt; 11: Messe mit Predigt; 17.30: Christenlehre und Andacht. Grünberg. 9.30: Messe mit Predigt. Hungen. 9 30: Hochamt mit Predigt. Lich. 7.30: Hochamt mit Predigt. Nidda. 8.30: Hochamt mit Predigt. Lollar 8.45: Messe mit Predigt. __________________________ _

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