Ausgabe 
7.11.1929
 
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Nr. 262 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Donnerstag, 7. November 1929

Verkäufe

Klavier

(jenen bar btütn au verkamen, rfu erfr. in ö. GeschäflSst. des Gieß. An». .0,168

* Großfeuer aus Gut Reuhos bei Leihgestern.

25 Jahre Leiter des städtischen Elektrizitätswerkes.

2(m morgigen 8. November kann der Direktor des städtischen Elektrizitätswerks und der Straßenbahn Adolf Stolte auf eine 25iährige Tätig­keit als Leiter dieses Unternehmens unserer Stadt zurückblicken.

Nachdem die Stadtverordnetenversammlung vom 28. Juli 1904 die Schaffung der Stelle eines Be­triebsleiters beim städtischen Elektrizitätswerk be­schlossen hatte, wurde dieser Posten durch Stadt- vcrordnetenbeschluß vom 22. September 1904 dem da­mals in Saarburg (Lothringen) wirkenden Inge­nieur Adolf Stolte übertragen, der sein Gießener Amt am 8. November 1904 antrat. Aus dem Lebens­gang des Jubilars ist hervorzuheben, daß er nach dem Besuch des Gymnasiums seine erste Ausbildung auf der Maschinenbauanstalt in Hannover erhielt und dann theoretisch und praktisch bei Siemens & Halske in Berlin tätig war. Bon dort ging er zur Straßenbahn-A.-G. in Hannover, dann zur Straßenbahn-A.-G. in Gera, hierauf zur Süddeut­schen Elektrizitäts-A.-G. in Ludwigshafen, von dort als Leiter des Gas. und Wasserwerks nach Saarburg

und von hier aus nach Gießen.

Unter der Leitung des Jubilars ist das damals erst kleine Gießener Elektrizitätswerk zu einem wichtigen Unternehmen. unserer Stadt und zu einem bedeutsamen Wirischaftsfaktor im Kreise Gießen geworden. Das Werk wurde von ihm im Einvernehmen mit den städtischen Körper­schaften immer mehr ausgebaut, es wurde der Strcchenbahnbetrieb angegliedert und auch die Ueberlandversorgung mit elektrischem Strom noch hinzugenommen. Zur weiteren technischen Ver­vollkommnung des Werkes wird gegenwärtig ein neues, sehr umfangreiches Bauprojekt durch­geführt, über das wir am vorigen Samstag ein­gehend berichteten. Aber nicht nur in technischer Hinsicht wurde das Elektrizitätswerk unter der Leitung Dtoltes immer mehr ausgestaltet, auch die Elektrizitätswirtscha^t als solche stellte er durch umfassende kaufmännische und verbrauchswirt- fchaftliche Maßnahmen auf breitere Basis und schuf dadurch die Möglichkeit, daß der Betrieb zu einer Quelle starker finanzieller Leistungen für den städtischen Gesamthaushalt wurde. Das Werk liefert bekanntlich schon seit Jahren sehr ansehnliche Summen an den städtischen Etat ab und hilft auf diese Weise mit, die steuerliche In- anspruchnahme der Bürger entsprechend nie­

driger zu halten. , . ..

An der Wende des ersten B'.erteliahrhunderts seiner Gießener Tätigkeit kann Direktor Stolte mit voller Befriedigung auf die bisherigen Er­folge seiner Tätigkeit an der Spitze unseres Elektrizitätswerkes zurückblicken, und mit ihm kann auch die Bürgerge'amtheit sich der starken Fortschritte erfreuen, die ihr Elektrizitätsunter­nehmen in die'em Vierteljahrhundert unter der Leitung Stoltes gemacht hat. Möge es denr Ju­bilar vevgömit sein, noch lange Zeit an der Spitze des Werkes zu wirken im Interesse der Gesamt­heit und zur Befriedigung seiner großen und rastlosen Schaffensfreude.

Taten für Freitag. S. November

1842: der Sänger Eugen Gura zu Pressern bei Saaz in Böhmen geboren (gestorben 1906); 1866: der Schriftsteller und Politiker Heinrich Rippler in Kempten geboren.

Gics;cncr Wochcirmarktprcise.

Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Butter 210 bis 220 Pfennig, Matte 30 bis 35, Käse (10 Stück) 60 bis 140, Wirsing 12 bis 15 (pro Zentner 10 bis 12 Mk), Weißkraut 8 bis 10 (Ztr. 5 bis 6 Mk.), Rotkraut 12 bis 15 (Ztr. 10 bis 12 Mk.), gelbe Rüben 10 bis 12, rote Rüben 10 bis 12, Spinat 25 bis 35, Römischlohl 10 bis 12, Llnterkohlrabi 8 bis 10. Grünkohl 20 bis 25, Rosenkohl 40 bis 45, Feldsalat 100 bis 120, Tomaten 30 bis 50, Zwiebeln 10 bis 15, Meer­rettich 50 bis 80, Schwarzwurzeln 40 bis 60, Kürbis 5 bis 8, Pilze 25 bis 30, Kartoffeln 4,5 bis 5 (Ztr. 3,50 bis 4 Mk.), Aepfel 10 bis 15 (Ztr. 8 bis 12 Mk.), Birnen 10 bis 15 (Ztr. 8 bis 10 Mk.), Dörrobst 30 bis 35, Preiselbeeren 40 bis 45, Pfirsiche 40 bis 50, Rüsse 40 bis 50, Honig 40 bis 50, junge Hähne 120 bis 130, Suppenhühner 100 bis 120, Gänse 100 bis 120 pro Pfund; Tauben 70 bis 90, Eier 17, Blumen­kohl 30 bis 100, Endivien 10 bis 20, Oberkohl- rabi 10 bis 15, Lauch 5 bis 15, Rettich 10 bis 20, Sellerie 10 bis 40 pro Stück; Radieschen 15 bis 20 Pfennig pro Bund.

Vornotizen.

Tageskalender für Donnerstag. Arbeitsamt: Dorträge betr. Berufsberatung, 19.30 Uhr, im Goethe-Schulhaus (Westanlage). Licht­spielhaus Bahnhofstraße:Eine Nacht in London". Astoria-Lichtspiele:Wolga Wolga".

Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Morgen gastiert Hermine Kör-

Ein gewaltiges Schadenfeuer brach gestern vormittag gegen 11 Uhr wie in einem Teile unserer gestrigen Auflage schon berichtet auf dem Gut Reuhof bei Leihgestern aus, das dem Oekonomierat Müller gehört und von dem Pächter Brückmann bewirtschaf­tet wird. Der Brand brach an einer Giebelseite der großen Hochfahrtscheuer aus und griff mit ungeheurer Schnelligkeit über das umfang­reiche Gebäude hinaus auch auf die Obergeschosse über dem Drennereigebäude und den Stallungen über. Die sofort arlarmierte Kreismotorspritze wurde mit größter Beschleuni­gung von Gießen zur Brandstelle gebracht, wo sie als erste Feuerwehr eintraf. Unmittelbar darauf kamen die Freiwilligen Feuerwehren von Lang-Göns und von Leihgestern an, denen als­bald auch die Freiwillige Feuerwehr von Grohen- Linden folgte, die aber wegen Wassermangels nicht in Tätigkeit treten konnte. Die Feuerwehren fanden bei ihrem Eintreffen einen ungeheu­ren Brand vor. Zum Glück befand sich in­mitten des Gutshofes ein Brandweiher, der von einem ständig laufenden Rohrbrunnen ge­speist wird. Sämtliche Spritzen warfen von hier aus große Wassermassen auf die Flammen, leider reichte der Wasservorrat aber nicht aus, um alle brennenden Gebäude löschen zu können.

Die hochsahrlscheuer mit ihrem reichen Inhalt (ungedroschener Hafer. Stroh und Heu) muhte dem wütenden Element überlassen werden.

Die Feuerwehren mußten sich bei den Lösch­arbeiten darauf beschränken, vor allem die zwi­schen den beiden Wohnhäusern der Herren Mül­ler und Drückmann liegenden Wirtschafts­gebäude unter Wasser zu nehmen und im übrigen die Wohnhäuser selbst vor dem U.ebergreifen der Flammen zu schützen. Dank der außerordent­lich eifrigen Bemühungen der Feuerwehren un­ter der Leitung des Kreisfeuerwehrinspektors D i ck o r ö (Gießen) und des Stadtbranddirektors Braubach (Gießen), deren jeder eine Hälfte der schwer übersehbaren Brandstelle befehligte, gelang es, die Wohnhäuser völlig zu

erhalten und von dem Drennereigebäude und den Stallungen die Parterreteile zu retten, wäh­rend die Oberbau ten dieser beiden Ob­jekte mit reichen Vorräten an Heu und Stroh größtenteils von den Flammen vernich» te t wurden. Die H och f ahr t scheue r brannte mit allem Inhalt völlig nieder. Die ausgedroschene Roggen« und Gerstenfrucht war zum Glück in einem anderen Speicher untcr- aebracht, wo sie wohl unversehrt geblieben sein dürfte. Dem schnellen und umsichtigen Eingreifen der Gutsleitung und ihrer Arbeiterschaft war es noch vor dem Eintreffen der Wehren ge­lungen, den Viehbestand aller Arten voll­ständig in Sicherheit zu bringen, so daß also entgegen unserer gestrigen ersten Mel­dung keine Ferkel mitverbrannt sind. Men­schenleben sind zum Glück bei dem bedauer­lichen Ereignis nicht zu Schaden gekommen. Einige landwirtschaftliche Geräte und Wagen sind von den Flammen noch in Mitleidenschaft ge­zogen worden.

Der Schaden stehl natürlich ziffernmäßig noch nicht fest, er ist aber unzweifelhaft sehr groß, jedoch durch Versicherung gedeckt.

Lieber die Entstehungsursache des Dran- des sind bisher noch keine bestimmte Anhaltspunkte vorhanden. Die Llntersu- chung ist noch im Gange. Drreits gestern mittag, noch während des Drandes, war die Gerichts­behörde an Ort und Stelle, ferner weilte der Dezernent für das Feuerlöschwesen im Kreise Gießen, Oberregierungsrat Dr.Heß vom Kreis­amt, am Drandort. Die Kreismotorsprihe mußte bis nach 13 Llhr bei der Dekämpfung der Flam­men Mitwirken, bis sie nach Beseitigung der Gefahr nach Gießen zum Depot zurückkehren konnte. Die Freiwilligen Feuerwehren von Leih­gestern und Lang-Göns übernahmen die Brand­wache, da die Trümmer mit den großen Stroh-, Heu- und sonstigen Vorräten natürlich noch stundenlang stark schwelten und wohl auch erst im Lause des heutigen Tages völlig gelöscht sein werden.

ne r mit Ensemble im Stadttheater Gießen. Die Körner gastiert in Scribes LustspielDas Glas Wasser" und in SchnitzlersWeihnachtseinkäufe". Die Vorstellung beginnt um 191 Uhr.

Der Goethe-Bund feiert, wie man uns schreibt, am nächsten Samstag und Sonn­tag sein 15. Jahressest. Walter von Molo führt als Präsident der Deutschen Dichlecakadcime den Ehrenvorfih und eröffnet am Samstagabend durch eine Ansprache die Feier. Sodann hält Dr. Riessen einen Lichtbildervvrtrag:Ein Jahrhundert Bühnenschicksal des Faust." Die­ser Festvortrag verspricht ein besonderes Er­eignis zu werden. 3n der Goethe-Morgenfeier am Sonntagvormittag im Stadttheater hält Dr. C a st e l l e die Feierrede, an die sich Goethe- Rezitationen und eine SzeneHatem und Su- loika" anschlietzen werden, das Ganze einge­rahmt von Konzertvorträgen des Orchesterver- eins. Abends findet im Klub ein Gesellschasts- abend statt, bei dem der bestens bekannte heitere Bortragslunstler Rober Koppel als Gast Mit­wirken wird. (Siehe heutige Anzeige.)

Gemeindefeier der Markusge» m ein de. Man schreibt uns: Am nächsten Sonn­tag, 10. Rovember, hält die Markusgemeinde, wie alljährlich um diese Zeit, wieder ihre Gemeinde­feier mit Dörkaufstag in der Turnhalle am Oswaldsgarten. Ein reiches Programm mit Mu­sik-, Solo- und Chorgesang, sowie Spiel der Kinder und der Jugend ist vorgesehen. Auch für Kaffee und Kuchen ist gut gesorgt. Der Verkauf, welcher schon vormittags 11 Llhr beginnt, bietet eine große Auswahl von praktischen Din­gen, die von dem Frauenverein während des Jahres gearbeitet oder von Gemeindegliedern ge­schenkt wurden. Der Gesamterlös ist auch dieses Mal dazu bestimmt, Bedürftigen der Gemeinde eine Weihnachtsgabe schenken zu können und armen Konfirmanden zu helfen. So kann man Weihnachtsgeschenke mancherlei Art kaufen und durch den Erlös anderen zur Weihnachtsfreude helfen. (Siehe heutige Anzeige.)

D i e Heilung der Tuberkulose" ist der Gegeistand eines öffentlichen Vortrages. Len Dr. meo. Malech, Gießen, auf Cinladu..g des Raturheilvereins am Montagabend im Kauf- männifchen V::e.nshaus halten wird. (Siehe heu­tige Anzeige.)

** Der e r ft e F r o st. Das Thermometer wies heute nacht einen Tiefstand von 1 Grad Celsius aus. Dabei herrschte dichter Nebel. Infolge der unter den Nullpunkt gesunkenen Temperatur machte sich an den zum großen Teil noch dicht belaubten Bäumen und Sträuchern in den Anlagen und den Hausgärten ein starker Laubfall bemerkbar, so daß die frühen Straßenpassanten heute morgen stellen­weise in dichtem Laub wateten.

** Finanzamtspersonalie. Der Steuer­amtmann Schalk beim Finanzamt Heppenheim wurde als Vorsteher an das Finanzamt in Schot­ten versetzt.

* Vorträge des Instituts für Ev. Jugendkunde, Gießen. Das Institut für Cv. Jugendkunde veranstaltet in diesem Winter eine Vortragsreihe über das ThemaDer po­litische Wille der jungen Genera- t i o n". Cs werden sprechen: Prof. D. Cor­dier, Gießen, (Einführung), Dr. Heinz-Dietrich Wendt land, Spandau, (Jungnatl. Bund), D. Ludwig Heitmann (Bund deutscher Ju­gendvereine), Dr. Rikolaus Ehlen, Velbert, (Grohdeutsche, kaihol. Jugend), ein Vertreter des Jungdeutschen Ordens, Ludwig R ö s s i n g e r, Frankfurt, (Sozialistische Jugend) und Dr. Ror- mann Körber, Kassel, (demokratische Jugend). Die Vorträge finden jeden zweiten Donnerstag in der Universität statt. Gasthörer aus der Stadt haben Zutritt. (Siehe heutige Anzeige.)

** Kaufmännischer Derusswett- kämpf. Am nächsten Sonntagvormittag ver- anstaltet der Deutschnationale Handlungsgehilsen- Verband im Kaufmännischen Dereinsyaus, Gie­ßen, Rordanlage 15, einen Derufswettkampf für Lehrlinge und Jungkaufleute in kaufmännischem Rechnen, Kurzschrift und Situationsaufgaben. Dieser Derufswettkampf soll den Teilnehmern die Gelegenheit geben, sich über den Umfang ihres Wissens und den Grad der erlangten Fähig­keiten und Kenntnisse Rechenschaft abzulegen. Der Gießener Derufswettkampf wird Deteilt- gung aus den Ortsgruppen Gießen, Dutzbach, Dillenburg, Friedberg. Haiger, Herborn, Hir­zenhain, Lich und Wetzlar erfahren. Die Dr- teiligung ist kostenlos. Die zur Verteilung tom- menden Preise und Ehrendiplome werden sicher­lich die Kaufmannsjugend zur Beteiligung an­spornen. Interessenten mögen die heutige An­zeige beachten.

** Butzbacher K a t h a r i n en m a r k t. Der altbekannte und vielbesuchte Butzbacher Katharinen- markt findet am 18. und 19. November statt. Am ersten Tage ist Krammarkt, am zweiten Tage Pferde-, Rindvieh- und Schweinemarkt. Bei un­günstiger Witterung findet der Markt in der gro­ßen Markthalle statt. Die Interessenten werden im heutigen Anzeigenteil zur Beschickung des Marktes eingeladen.

" Wartburg-Jahresfest. Am Tage des Res ormations, estes feierte der Gießener Wartburg-Verein sein 42. Stiftungsfest. Die Turnhalle am Oswaldsgarten war wieder stark beseht von älteren und jüngeren Freunden dieser Arbeit, sogar aus Lang-Göns und Klein-Linden. Ein junger Mitarbeiter des Wartburg-Vereins, K. Schott, hatte die Festfolge zusammengestellt und leitete den Abend mit zvei schönen, flotten,

von ihm dirigierten Musikstücken ein. Rach einer kurzen Begrüßung erfreute der Frauenchor des Cvang. Arbeitervereins, unter der kunstgerechten Leitung von Frau Schäfer, die Zuhörer mit einigen Liedern, die sehr schön und feinsinnig waren. Die Festansprache von Pfr. Bremmer. Klein-Linden, hatte das Thema:Der junge Luther und wir". Er knüpfte an den Tag des Festes an und betonte, wie es sich in der Ge­schichte der Jahrhunderte gezeigt habe und sich immer wieder zeigen mühte, daß unser Glaube dieheldische Form des Daseins" fei. Gerade für unsere Zeit, für junge ringende Menschen und für charakterfeste Männer, sei unser Glaube die rechte Grundlage des Lebens. Der junge Luther hatte eine aussichtsreiche Laufbahn vor sich, er hat sie aufgegeben und gebunden an fein Gewissen feinen Glaubenskamps durchgesührt, er ist der Vorkämpfer der Menschheit geworden. Ganz an Gott gebunden hat er die Schätze deS Lebensbuches wieder ausgegraben. Das anschlie­ßende Spiel:Luther in Oppenheim", brachte in gutgespielten Szenen die letzte Rächt Luthers vor dem Reichstag in Worms. Cs zeigte die Stim­mung im Volk, und wie Luther im Anblick den Burg von Oppenheim und der Warnungen Sik- kingens, der ihn auf feine Burg retten will, zur Dichtung seines truhigen Glaubensliedes kam. Rach zwei Gesang- und Musikstücken dankte Pfr. Becker allen Mitwirkenden und wies auf den kostbaren Besitz der evangelischen Glaubensgüter hin mit dem Wort:Was du ererbt von deinen Vätern hast, erwirb es, um es zu besitzen."

* Derufskundlicher Vortrags­abend. Der zweite Abend der von der Derufs- beratungsftcllc des Arbeitsamts Gießen veran­stalteten b russkundlichm Vortragsreihe, der am gestrigen Mittwoch stattfand, brachte drei Vor­träge, und zwar sprach Mechanikermeister Ruhl (Klein-Linden) über den Feinmechaniker, Speng­lermeister R ö d i g c r (Gießen) über den Spengler und Installateur und Obermeister Götz (Gießen) über den Friseur. Alle drei Redner verstanden es, in überaus klarer, sachlicher und interessanter Weise über ihren Beruf zu sprechen und dabei das für die jungen Berufsanwärter besonders Wichtige speziell hervorzuheben. Lichtbilder aus dem Ärbeitsleben des Mechanikers und des Fri­seurs ergänzten die Ausführungen der Vortra­genden in glücklicher Weise, so daß. die Zuhörer und Zuschauer, unter denen sich diesmal auch viele Schüler befanden, sicher ein gutes und an­schauliches Bild von den einzelnen Berufen ge­winnen konnten. Besonders interessant war es. einiges über die wirtschaftlichen Aussichten in den einzelnen Berufen zu erfahren, zu hören, daß der Mechaniker unter die am bestbezahltesten Facharbeiter zu zählen ist. Auch die Aussichten im Spengler- und Jnstallateurb:ruf wurden als sehr gut geschildert, während der Friseurberuf nicht mehr zu den großen Hoffnungen berechtigt, tote dies noch vor einigen Jahren der Fall war. Der heute statt indrnde Vortragsabend wird speziell den Derufsfragen der Mädchen ge­widmet sein.

Oberheffen.

Landkreis Gictzcn.

Wiefeck, 6. Rov. Am Samstag hielt der hiesige Radfahrer-Verein 1 9 0 0 fein dies­jähriges Winter, est im Saalbau Braun ab. Das gut zusammengestellte Programm und die Übri­gen Darbietungen können als wohlgelungen an- gesprochen werden; sie zeugten von dem großen Unterere, das diesem idealen Sport entgegen­gebracht wird. Alle Vorführungen, besonders auch das Zweierkunstfahren, sowie der Glühlampen- Clfenreigen, gefahren von sechs Damen, wurden von den zahlreich versammelten Gästen beifällig ausgenommen. Ter Vorsitzende, Fritz Kling, wies in einer Ansprache auf die Bedeutung und den Zweck des Radsportes hin, dankte allen Mit­wirkenden und ehrte zum Schluß verdiente Mit­glieder durch Lieberreichung von Diplomen und Geschenken. Rach glatter Abwicklung des Sport­programms folgte das übliche Tanzvergnügen. Jeder Tesucher dürste auf seine Rechnung ge­kommen fein.

V Watzenborn, 5. Rov. Am Sonntag ver­anstaltete der hiesige Männergefangver- einSängerkranz' sein diesjähriges Kon­zert. Bei gut besetztem Saale gelangten unter

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Eine schriftliche Mahnung ergeht nicht mehr. 91861)

Gießen, ben 6. November 1929.

Direktion

der Elektrizitätswerke, Ueberlanbanlage unb Straßenbahn der Stabt Gießen.

Stolte.

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Grebenau, den 5. November 1929. Hessisches Forstamt Grebenau.

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