Handballkampf
Mittel- gegen Westdeutschland 5:5.
In Magdeburg kam am Sonntag ein Re- präsentativspiel der Handballmannschaften von Mittel- und Westdeutschland zur Durchführung, das mit 5:5 (Halbzeit 3:2 für Mittel) einen unentschiedenen Verlauf nahm. Es war ein Kampf vollkommen gleichwertiger Mannschaften. Mitteldeutschland ging immer zuerst in Führung, jedoch verstanden es die eifrig kämpfenden Westdeutschen stets, den Ausgleich zu erzwingen.
Wirtschaft.
Oie Lage des Geldmarktes.
Wie erwartet, ist der Q u a r t a l s u l t i m o völlig normal verlaufen. Das Hauptinteresse des Geldmarktes konzentrierte sich in der letzten Woche auf die Auswirkungen der Londoner Diskonterhöhung. Die näckfte Folge war bekanntlich eine Erhöhung der Diskontsätze in einigen weiteren europäischen Ländern. Ein Aufhören der Goldabflüsse aus England wurde zunächst nicht erreicht, da die Kursbewegung des englischen Pfundes nach dem 26. September, dem Tage der Diskonterhöhung, noch nie beobachtete Gegensätzlichkeiten geigte. Das Pfund befestigte sich allen Valuten gegenüber mit Ausnahme des französischen Franken. Erst in den letzten Tagen gestaltete sich die Relation des Pfundes zum französischen Franken günstiger, so daß Goldtransaktionen jetzt weiter keine Marge mehr lassen. Damit scheint die Superiorität des französischen Franken jetzt gebrochen zu sein. Abgesehen davon, daß die Londoner Diskonterhöhung für den deutschen Geldmarkt eine Verteuerung der Pfundkredite zur Folge hatte, waren die Auswirkungen der englischen Diskonterhöhung auf den deutschen Geldmarkt unbedeutend. Die Versorgung mit Auslandgeld ging ohne Gefährdung weiter vor sich, do ein reichliches Dollarangebot vorhanden war, das zur Hereinnahme größerer Akzeptkredite vom Auslande führte. Auch bestand kein Anlaß zu irgend welchen Abzügen, denn die deutschen Zinssätze sind immer noch so hoch, daß ein plötzlicher Abzug von Auslandgeldern in bedrohlichem Umfange kaum zu befürchten ist. Da aber der deutsche Geldmarkt nach wie vor auf Ausland- aelder angewiesen ist, wird die Erhöhung der Zinssätze im Ausland einer Senkung der deutschen Zinssätze entgegenwirken. Am Tagesgeld markt zog der Satz zwar etwas an, ging aber mit 81 bis 11 v. H. nicht über das normale Maß hinaus. Monatsgeld stellte sich auf etwa 9fr bis 10£ v. H., wobei aber zu berücksichtigen ist, daß Monatsgeld immer sehr teuer war, weil es schon während des ganzen Monats September zur Ulti- mooersorgung herangezogen wurde. Die Privatdis- konten für beide Sichten hielten sich unverändert auf dem Satze von 7| v. H. In Warenwechseln mit Bankgiro wurden am Ultimo keine Geschäfte getätigt. Die Entspannung des Geldmarktes dürfte im laufenden Monat wegen der erforderlichen großen Rückzahlungen nur zögernd vor sich gehen.
Deutsche Reichspost 1928.
Die Deutsche Reichspost veröffentlicht soeben ihren Geschäftsbericht über das Rechnungsjahr 1928 (1. April 1928 bis 31. März 1929). 3n dem Bericht wird das Fortschreiten der Rationalisierung im Bereiche der Deutschen Reichspost behandelt und Aufschluß über die Entwicklung des Beschasfungswesens und des Ge- samtr»erkehrs gegeben. Besonders behandelt wer- -den das Kraftfahrwesen, zumal die Landkraft- Posten, das Luftpostneh und der Luftpostverkehr, der Postscheck- und der Fernsprechverkehr, sowie das Funkwesen. Wie aus dem Geschäftsbericht hervorgeht, sind in dem Berichtsjahre bei der Deutschen Reichspost etwas über 2,2 MiUiarden Mark eingenommen worden. Der Gewinn beträgt 2 3 5,86 Millionen Mark, wovon 120 Millionen Mark an das Reich abgeführt, 115,86 Millionen Mark in Reuanlagen investiert worden sind.
*
* Die amtliche Großhandelsindex- ziffer. Die auf den Stichtag des 2. Oktober berechnete Großhandelsindexziffer des Statistischen Deichsamts ist mit 138,0 gegenüber der Dorwoche unverändert. Don den Hauptgruppen hat die Indexziffer für Agrarstoffe um 0,3 v. H. auf 133,1 (Dorwoche 132.7) angezogen. Die Indexziffer für industrielle Rohstoffe und Halbwaren ist um 0.2 v- H. auf 131,2 (131,4) zurückgegangen, während diejenige für industrielle Fertigwaren mit 156,9 keine Veränderung erfahren hat. — Im Monatsdurchschnitt September war die Gesamtindexzisfer mit 138,1 gegenüber dem Dormonat unverändert. Die Indexziffern für die Hauptgruppen stellten sich für Agrarstoffe auf
132,6 (wie im August), für Kolonialwaren auf 131,0 (129,5), für industrielle Rohstoffe und Halbwaren auf 131,6 (131,5) und für industrielle Fertigwaren auf 157,2 (157,5).
* Nordstern Allgemeine Dersiche - rungs-A.-G. Der Aufsichtsrat der Rord- stern Allgemeine Versicherungs-A.-G. hat feine Zustimmung zu der Verschmelzung mit der Daterländischen und Rhenania in Elberfeld gegeben, nachdem der Aufsichtsrat der Daterländischen und Rhenania Vereinigte Versicherungsgesellschaften A.-G. am 28. September d. I. den gleichen Beschluß gefaßt hatte. Der am 30. Oft. stattfindenden außerordentlichen Generalversammlung der Rordstern Allgemeine Dersiche- rungs-A.-G. soll vorgeschlagen werden, zum Zwecke der Durchführung des Fusionsvertrages das Aktienkapital um 4,6 auf 8 Millionen Mark zu erhöhen. Die weiteren für den Umtausch benötigten Rordstern-Aktien werden der Verwaltung von befreundeter Seite zur Verfügung gestellt. Die Firma wird lauten ,Rordstern und Vaterländische Allgemeine Dersicherungs-A.-G.".
* Der Clektrozweckverband Mitteldeutschlands in Kassel, der die einheitliche Stromversorgung im mitteldeutschen Bezirk auf kommunalwirtschaftlicher Grundlage zusam- mengefaht hat und dabei in engster Verbindung mit der Preußischen Elektrizitäts-A.-G., Berlin, zusammenarbeitet, konnte im Geschäftsjahr 1928/29, abschließend am 30. September, 157 Millionen Kilowattstunden nutzbaren Strom gegen 132 Millionen im Vorjahr und 104 Millionen im Jahre 1926/27 absetzen. Die Zusammenarbeit der Preußischen Elektrizitäts-A.-G., Berlin, mit der Stromerzeugung der Stadt Frankfurt a. M. dürfte die fortschreitende Bereinigung der Zersplitterung in der mittel- und süddeutschen Clek- trizitätserzeugung und Verarbeitung nur beschleunigen.
Frankfurter Börse.
Frankfurt a. M., 7. Oft. Tendenz: erholt. — Wenn auch die Verhältnisse bei der Oester- reichischen Bodenkreditbank, die zu der bekanntgewordenen Fusion mit der Kreditanstalt führten, die Börse weiter verstimmten, war die Haltung zu Beginn der neuen Woche doch allgemein beruhigter und freundlicher, gestützt auf die sehr feste Reu- Yorker Börse vom Samstag. Die Verkäufe aus Ausland- und Kundschaftskreisen scheinen ziemlich aufgehört zu haben, und das Interventionskonsortium konnte seine Tätigkeit heute einstellen. Die Kulisse, die in den letzten Dörsentagen Dlankoabgaben in beträchtlichem .Umfange vorgenommen haben muß, schritt zu größeren Deckungskäufen, so daß, da anderseits kaum Abgaben stattfanden, meist nennenswerte Kurserholungen eintraten. Das Geschäft war im allgemeinen nicht groß. Etwas lebhafter war die Umsatztätigkeit am Elektromarkt, an dem Licht & Kraft, Felten, QI®©., Schuckert und Siemens 2 bis 4 Prozent anziehen konnten. Berger waren sogar 5,25 Proz. höher. Stärker erholt waren ferner Deutsche Linoleum mit plus 7,5 Prozent. Olm Chemiemarkt eröffneten I.-G.-Farben 1,75 Proz. höher. Holzverkohlung dagegen leicht gedrückt. Metallgesellschaft unverändert. Zellstoffwerte waren ebenfalls behauptet. Montanaktien konnten 1,5 bis 2 Proz. gewinnen. Am Dankaktienmarkt waren Danatbank (plus 2,25 Prozent) etwas lebhafter gefragt. Am Anleihemarkt waren Ablösungsschuld für Reubesitz etwas höher. Schutzgebiete behauptet. Don Auslandrenten bestand für Russen etwas Interesse. 1902er Russen 1,55 Prozent Geld. Im Verlaufe blieb das Geschäft zwar sehr still, doch konnten die Kurse meist weiter etwas anziehen. Farben lagen erneut 2 Proz. höher. Auch Elektrowerte und Deutsche Linoleum weiter gefragt. Am Geldmarkt war die Lage unverändert. Tagesgeld zu 7,5 Prozent weiter flüssig. Am Devisenmarkt nannte man Mark gegen Dollar 4,19525 gegen Pfund 20,397, London gegen Kabel 4,8622,' gegen Paris 123,94, gegen Mailand 92,85, gegen Madrid 32,70, gegen Holland 12,1040.
Berliner Börse.
Berlin, 7. Oft. Die neue Woche eröffnete in entschieden freundlicherer Verfassung. Einerseits regte der sehr feste Schluß der Reuyorker Samstagbörse an, anderseits stimulierten die Besprechungen des Präsidenten der Rational-City-Dank, Mitchell, mit verschiedenen Berliner Dankdirektoren, obwohl leitens der Danatbank die Gerüchte einer beabsichtigten Fusion bereits dementiert wurden. Da der Qkdaufganörang des Auslandes und der Provinz nachließ, brauchte das Stühungskon- sortium nicht stärker in Tätigkeit zu treten, fon- öern es setzten sich, da die Spekulation Deckungsneigung bekundete, Erholungen durch. Auch scheint sich seitens des Publikums die Kaufneigung etwas vermehrt zu haben. Gegen die
Samstag-Schlußkurse Betrugen die Kursbesserungen, besonders am Kali-, Elektro- und Montan- marft, bis zu 4 Proz. etwa, Gesfürel plus 5 Proz., Schubert & Salzer und Demberg je plus 6 Proz. höher, Derger plus 6,25 Proz., Polyphon plus 8,5 Proz. Deutsche Anleihen ruhig. Ausländer überwiegend fester. Der Pfandbriefmarkt lag still. Der Geldmarkt war weiter erleichtert. Tagesgeld nannte man mit 8 bis 10,5 Proz.: Monatsgeld mit 9,25 bis 10,5 und Warenwechsel mit etwa 7,75 Proz. Auch nach den ersten Kursen blieb die Stimmung weiter freundlich, die Kurse konnten zumeist um 1 bis 1,5 Proz. anziehen. Derger gewannen weitere 2,75 Proz. und Svenska 5,50 Mk. Olber nur an einigen Märkten war die Llmsahtätigkeit etwas lebhafter, besonders am Elektro- und Farbenmarkt. I.°G.°Dezüge gingen mit 4,10 bis 4,15 Proz. um. Von Rebenwerten fielen Oberkoks mit einer 2,5prozentigen Steigerung gegen den Anfang auf.
Frankfurter Schlachtviehrnarkt.
Frankfurt a. M., 7. Oft. Auftrieb: 1675 Rinder (darunter 392 Ochsen, 110 Dullen 604 Kühe, 498 Färsen), 473 Kälber, 73 Schafe, 5123 Schweine. Es wurden notiert: Rinder (Ochsen): vollfleischige, ausgemästete, höchsten Schlachtwerts (jüngere) 59 bis 61 Mk., (öftere) 55 bis 58; sonstige vollfleischige (jüngere) 50 bis 54: (Bullen): jüngere, vollfleischige, höchsten Schlachtwerts 54 bis 57; sonstige vollfleischige oder ausgemästete 49 bis 53; (Kühe): jüngere, vollfleischige, höchsten Schlachtwerts 46 bis 50; sonstige vollfleischige oder ausgemästete 42 bis 45; fleischige 37 bis 41; gering genährte 30 bis 36; (Färsen — Kalbinnen, Iungrinder —): vollfleischige, ausgemästete, höchsten Schlachtwerts 59 bis 61; vollfleischige 55 bis 58; fleischige 50 bis 54. — Kälber: beste Mast- und Saugkälber 78 bis 82, mittlere Mast- und Saugkälber 74 bis 77, geringe Kälber 65 bis 73. — Schweine: Fettschweine über 300 Pfund Lebendgewicht 88 bis 90; vollfleischige Schweine von etwa 160 bis 300 Pfund 88 bis 90; fleischige Schweine von etwa 120 bis 160 Pfund 85 bis 88 Mk. — Marktverlauf: Rinder rege, ausverkauft. Schweine ruhig, ileberftanb. Kälber und Schafe ruhig, geräumt.
Frankfurter Getreidebörse.
Frankfurt a. M., 7. Oft. Zu Beginn der neuen Woche war die Haltung im Einklang mit festeren Auslandmeldungen freundlich. Etwas lebhafter war das Geschäft jedoch nur am Weizen- marft. Hier wird das Inlandangebot weiter gering und die Händlerschaft bekundete große Kauflust. Der Preis konnte um 1 Mk. anziehen. Im Zusammenhang hiermit bestand auch für Weizenmehl größeres Interesse, bei anziehendem Preise. Sonst war das Geschäft ruhig. Leicht anziehen konnte noch Roggen. Dagegen waren Futtermittel vernachlässigt und Kleie gab im Preise etwas nach. Es wurden notiert: Weizen 25,50 bis 25,75; Roggen 19,25 bis 19,50; Sommergerste für Drauzwccke 20,75 bis 21; Hafer, inL, 18,75 bis 19; Mais (gelb) für Futterzwecke 19,50; Weizenmehl, süddeutsches Spezial 0, 37,60 bis 38,25; Roggenmehl 27,25 bis 29; Weizenkleie 10,75 bis 10,85; Roggenkleie 11; Erbsen, je nach Qualität für Speisezwecke, 35 bis 48: Linsen, je nach Qualität für Speisezwecke, 45 bis 90; Heu, süddeutsches, gut, gesund, trocken 11; Weizen- und Roggenstroh, drahtgepreht, 6; Weizen- und Roggenstroh, gebündelt, 5,75 bis 6; Treber, getrocknet, 17,25 bis 18,25. Tendenz: Weizen fest. Weizenmehl gefragt, sonst ruhig.
Erweitertes
Schöffengericht Gießen.
Gießen, 2. Oft. Zunächst beschäftigte ein nicht alltäglicher Fall das Gericht. Ein noch nicht 20 Jahre altes Lehrmädchen hat seiner Großmutter, die die Täterin schon längere 3ahre bei sich ausgenommen hat, einen Geldbetrag von 60 Mark, den sie auf der CB tu ft trug, mit Gewalt entwendet. Die Beweisaufnahme, bei der übrigens die Großmutter das Zeugnis verweigerte, ergab die Richtigkeit der Anklage. Das Gericht stellte fest, daß sich die Qlngeflagte mindestens mit Gewalt in Besitz des an sich genommenen Geldes gesetzt hat: es läge also räuberischer Diebstahl vor, der nach dem Gesetz genau so schwer zu bestrafen fei, wie Raub. Mit Rücksicht auf die Jugend und Aln- bestraftheit der Angeklagten, sowie die bewiesene Reue erkannte das Gericht dem Antrag des Staatsanwalts gemäß auf die gesetzliche Mindest- strafe von sechs Monaten Gefängnis und sprach sich auch für bedingte Begnadigung aus.
Ein noch nicht vorbestrafter Elektriker, der mit seinem Bruder ein Geschäft als offene Handelsgesellschaft betrieb, hat in zahlreichen Fällen vereinnahmte Gelder für sich behalten und offenbar hierdurch den Konkurs der Gesellschaft herbei- geführt. Er war der Untreue angeklagt. Da der Bruder in der heutigen Verhandlung von seinem Recht der Zeugnisverweigerung Gebrauch machte, war ein voller Beweis nicht zu führen. Er erfolgte deshalb Freisprechung.
Ein Pferdehändler war der Urkundenfälschung beschuldigt. Er soll sich von einem Ehepaar auf ein weißes Blatt Blanko-Unterschriften haben geben lassen unter der Angabe, es handle sich nur um eine Hypotheklöschung, während er nachträglich eine Schuldanerkenntnis über eine gewisse Summe über die Unterschriften geletzt hat. Rach längerer Verhandlung erklärte der Staatsanwalt, er habe große Bedenken, gegen den Angeklagten das „Schuldig" zu beantragen. Das Gericht sprach den Angeklagten frei.
Zwei mehrfach vorbestrafte Arbeiter hatten sich wegen Fälschung einer Wochenarbeitskarte und Beihilfe hierzu zu verantworten. Das Gericht sah die Anklage als erwiesen an, billigte ihnen aber mildernde Umstände zu und erkannte gegen den Fälscher auf drei Monate eine Woche und gegen den Helfer auf einen Monat Gefängnis.
Strafkammer Gießen.
* Gießen, 4. Oft. Das Amtsgericht Vilbel hatte einen Kutscher von Frankfurt a. M. wegen Diebstahls eines Mantels und eines Fahrzügels zu insgesamt zwei Monaten Gefängnis verurteilt. Die Beweisaufnahme vor dem Berufungsgericht ergab, daß der Angeklagte an dem fraglichen Tage von mehreren Zeugen zunächst ohne Mantel und dann später mit einem solchen gesehen worden war. Inzwischen war aus einer Wirtschaft ein Mantel gestohlen und der Angeklagte auch von dieser Wirtschaft mit einem Mantel herauskommend beobachtet worden. Trotz seines Leugnens hielt ihn auch die Strafkammer für insoweit überführt, ermäßigte aber aus verschiedenen Milderungsgründen die Strafe auf 3 0 Mark. Wegen des Diebstahls der Zügel wurde er mangels ausreichenden Beweises frei- gesprochen. Er war zwar zur Zeit deren Wegkommens an der Tatstelle und trug etwas bei sich; es konnte aber nicht mit Sicherheit fest- gestellt werden, daß dies die Zügel waren.
Ein Chauffeur hatte zwischen verschiedenen Orten der Düdinger Gegend einen Personenverkehr mit einem Kraftwagen eingerichtet, ohne Erlaubnis dazu zu haben. Das Amtsgericht hatte ihn freigesprochen, weil es für festgestellt erachtete, daß er nur bestimmte Arbeiter, mit denen er einen Vertrag geschlossen hatte, beförderte, daß also seine Autolinie nicht dem ö f f e n t - l ich e n Verkehr diene. Zwecks weiterer Aufklärung mußte die Sache vertagt werden.
Kunst und Wissenschaft.
Entmündigungsverfahren gegen Maria Orsfa. ’
Die Berliner Schauspielerin Maria Orsfa, die anfangs September wegen eines Nervenzusammenbruchs aus einem Berliner Hotel in die geschlossene Anstalt Wittenau übergeführt werden mußte und erst vor kurzer Zeit als geheilt entlassen werden konnte, ist aus ihrem Kölner Sanatorium, in dem sie sich zuletzt aufgehalten hatte, spurlos verschwunden. Sie wird seit mehereren Tagen ohne Erfolg gesucht. Die Aerzte Maria Orskas, die in Köln eine Morphium-Entziehungskur begonnen hatten, nehmen an, daß sie im Mor- phiumrausch planlos umherirrt. Die Möglichkeit eines Selbstmordes läßt sich nicht ausschließen. Der Bruder Maria Orskas hat gegen die Künstlerin ein Entmündigungsverfahren eingeleitet
Daten für Dienstag, 8. Oktober.
Sonnenaufgang 6.11 Uhr, Sonnenuntergang 17.24 Uhr. — Mondaufgang 12.41 Uhr, Monduntergang 11.47 Uhr.
1834: der Komponist Franxois Adrien Boildieu in Jarcy gestorben (geboren 1755); — 1868: der Maler Max Slevogt in Landshut i. B. geboren; — 1889: der Naturforscher Johann Jakob von Tschudi in Jakobshof gestorben (geboren 1818); — 1914: der Literaturhistoriker Richard M. Meyer in Berlin gestorben (geboren 1860).
Sprechstunden der Redaktion.
11.30 bis 12.30 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Samstag nachmittag geschlossen.
Anzeigenaufträge sind lediglich an die Geschäftsstelle zu richten.
Berlin, 5. Oktober
Frankfurt a M. Berlin
Geld ~ 16,42 167,96 21,95 111,60 58,85 2,477 112,23 80,76 62,11 12,365 72,97
Spanische Noten.......
Tschechoslowakische Noten . .
Ungarische Noten ...
Devisenmarkt Berlin - Frankfurt a. M.
Telegraphische Auszahlung.
Jranzösiswe Noten.....
Holländische Noten ...... Italienische Noten ...... Norwegische Noten......
Deutsch Ocsterr-, ä 100 Kronen Rumänische Noten......
Schwedische Noten ...... Schweizer Noten.......
Brief
16,48 168,64
22,03 112,04
59,09 2,497
112,67 81,08 62,35
12,425 73,27
Kurszettel -er Berliner und frankfurter Börse.
Sie hmt« den Papieren aagesühr.en Ziffern geben die Höhe der zuletz, b-Ichlnff-nen Dividende an. - Reichsban.dislvn, 7,5 Prozent, Lombard,insfuff 8,5 Prozent.
Ivtanlfurt a HL
Berlin
Frankfurt a M.
Berlin
-Lchlutz. Kur«
l-UDt Kur«
Schluß. Kurs
Anfang. Kur'
Schluß- Kurs
1-Uhr
Schluß-
Anfang.
Damm
5.10.
7.10.
5-10.
7.10.
Datum
5.10.
7.10.
5.10.
7.10.
t>% Dt. Reichsanleihe v. 1927 . . Dl. Anl.-Ablös.-Schuld mit Mui- los.-Rechken........
Desal. ohne AuSlos.-Rechte . . . 7% Franks Hyp-Bk. Goldpf. int kündbar bis 1932.......
87,5
53,5
9,25
85,5
76,2
88
22,25
1,95
7,3
7,2
7,2
7,25 14,25
114,5
106
124
124,5
203
175
265
161
161
156,5
280,5
iiiiiaaiiiii i i i iiii iTiiiiiii i i i i i
87,5
53,3 9,25
27,9 2,35
22,5
1,95 7,35
7,35
7,25
7.3 14,4
113^9
152,25
106 124,25 124,5 202,5
175
264 161,5 161,5
157
285
53,2
9,5
115,6
153 107,75 124,25 124,75
204 175,25
266 162.9 162,9 157,5
284
A.E.G............k>
Bergmann.........0
Elektr. Lieferungen.....10
Licht und Kraft..... 10
Felten L Guilleaume. . . . 7Vt
Gej. f. Elektr. Untern.....10
Hamb. Elektr. Werke .... 10
Rhein. Elektr.........9
Schlei. Elektr........10
Schultert....... . 11
Siemen« & Halske.....16
TranSradio..... 8
LahMeyer 4 Co. ..... . 10
Buderus . . ....... 6
Deutsche ErdSI.......6
Essener Steinkohle ...... 8
Gelsenkirchener ....... 8
Harpen«..........O
Hoesch Eisen. ....... 6%
Ilse Bergbau.......10
Klöcknerwerke .....
Küln-Neuessen........7
Mannesmann........7
Mansselder.........7
Oberschles. Eisenb. Bedarf. . . f.
Lberschles. KokSwerke.....7
Phönix Bergbau......6%
Rheinische Braunkohlen... 10
Rhetnstahl.........6
Rlebeck Montan......7,fr
Bereinigte Stahlw......
Otavi Minen......16'/,
Kalt Aschersleben.....1
Kalt Westeregeln......1(
Kaliwerk Salzdetfurth ... 16
I ®- Farben-Jndustri« ... 19
Dynamit Nobel.......6
Scheideanstall........ ü
Goldschmidt ........ b
Rütgerswerke ........ 6 vretaUgesellschaft........
180,5
208,5
161
183,5 123,25
181
141
.02,5 351
172
65,5 106,4
132,5 137
212 107
101 255 111,25
110
.15,5 219 363
201
70,5
73,25 124
182,5
213,75
187,5
126
205,75
354,5
66
139
106
102,5
113
202,75
73,5 124
181,75 209,5
163,25 183
125 180 132
140,5
173,5 202
351,5
171,5
66,5 105,5
132
134 137,75
119 212 108
117
106,5 131
74,25 97,13 101,5
256,5 110,5
110,75 66,25
215 220,5 364,5
202
71,4 73,25
124
183,75 213,25
163,5
197,5
126,25
185
142,75
175,5 206 354
171,25
108
135
135,5
139,25 121 212
110
119
105,9
131,5
74,5 98,25 102,6
261
113,5
111,25
67,5 219,25
224,4 369
203
70,5 74
124,25
*V*% Rheinische Hyp.-Bank ßlqu.-
Goldpf............
A.E.G. aba. Lorkriegs-Obligation, rückzahlbar 1932 ......
4% Schwei,;. BundeSb.-Anl.. . .
4% Oestcrreichiiche Goldrte.. . . 4,20% Oesterr. Eilberrte.....
4% Oesterreich, einheill. Rte . . 4% Ungartithe Goldrte......
4% Ungarische GtaatSt. v. 1910 . 4y,% deSgl. von 1913.....
4% Ungarische Kronenrte.....
4% Türk. Zollanleihe v. 1911 . .
4% Türkische Bagdadbahn-Anl..
Serie 1...........
4% dcsgl. Serie II.......
4% Rumänen amtiert. Rte. . . . <Vi% Rumänen Goldcml. von 1913
ffllg. Deutsche Eisenbahn . . 4% Hamburg-Amerika Paket ... 7 Hamb.-Südam. Dampssch. . . 8 Hansa Dampfschiff.....10
Norddeutscher Lloyd.....8
Akig. Deutsche Ereditanst. . . 10 Barmer Bankverein .... 10 Berliner Handelsgesellsch. . . 12 Commerz- und Prtoat-Bcmk. 11 Darmst. u. Nationalbank . . 12
Deutsche Bank......10
Diekonio-Gesellschalt Aut.. . 10
Dresdner Bank..... 10
Meialltzaul.........8
Reich«M........12
Schluß- KurS
i-Uhr Kure
Schluß- Kurs
Anfang. Kurs
Datum
5.10.
7.10.
5.10.
7-10.
Philipp Hotzmann ....
Heidelberger Eement . . .
. 10
90,4
122,5
123,5
90,75
93
Eement Karlstadt . . . .
. io
—
_
_
Wayß & Freitag.....
. . 8
—
95
95
_
Schultheis Patzenhofer . .
. 15
—
—
285,5
285,5
Ostwerke........
. 12
—
—
223,75
222,5
Bei. Glanzstoff.....
. 18
264
—
266.5
265
Bcmbcrg........
14
—
—
214
220
Zellstoff Waldhof ....
13 y,
217,75
218,25
217
219
Zellstoff Aschaffenburg . .
JZ
—
141,5
140
Eharlottendurger Wasser .
. . 8
—
96,75
97,5
Dessauer Gas......
- . 9
—
—
174,9
177,5
Daimler Motoren . . . . Deutsche Maschinen-Fabrik
. . 0
—
38,5
38,75
39,5
e ■ (
—
47,75
48,25
Adlerwerke Steuer ....
. . 0
39
—
39
39
Ludw. Loewe......
. 10
—
—
180
185
Rat. Automobil.....
. . (
—
—
—
—
Lrenstmn & Koppel . . .
. . 6
—
—
77,5
78,6
Leonhard Tiey.....
. 10
—-
—
186,5
189
Bamag-Meguln.....
. . 0
—
—
—
—
Franks. Maschinen ....
. . 4
47
47,75
46,25
—
Gritzner...... .
. . 6
—
—
52,25
—-
Heyligenstaedt.....
—
——
_
Jungt, an«........
Lechu-erke. ......
. . 6
—
—
49,25
—
. . h
105,5
—
_
Matntrailwerke.....
. . k
106
—
—
_
Miag..........
. 10
125,5
—
125,5
125,25
Rekurs ul in«......
—
_
Peters Union......
—
—
_
_
Webe. Roeder......
. ir
108
-
_
Botgt & Haeffn« ....
. . 9
222
—
222
_
Südd. Zuck«......
. 10
155
155
154,75
—
Banknoten
Berlin, 5. Oktobe
Geld
Brief
Amerikanische Noten . .
4,178
4,198
Belgische 'Noten . . . . .
* . ■
58,26
58,50
>12.1?
Dämsche Noten . . . . .
A - e
1
11.6»
Gnalütbc Noten.
20,352
20,432
5. Oktober
7. Oktober
Amtliche Notierung
Amtliche Notierung
O9C ID
Bncl
(Seid
Brief
Amfi.. Rott.
168,33
168,67
168,38
167,79
Buen.-Aires
1,758
1,762
1,757
1,761
Brff.-Antw-
58,40
58,52
58,405
58,525
Cnriittania.
111,85
112,07
111,90
112,12
Kopenhagen
111,92
112,14
111,94
112,16
Stockholm .
112,41
112,63
112,41
112,63
Helnngfors.
10,536
10,556
10,54
10,56
Italien . . .
21,94
21,98
21,94
21,98
London. . .
20,377
20,417
20,38
20.42
Ncuhork . .
4,192
4,200
4,191
4,199
Paris....
Schweiz ..
16,435
16,475
16,43
16,47
30,93
81,09
80,91
81,07
Spanien . .
62,19
62,3,
62,19
62.31
Japan . . .
1,998
2,002
1,998
2,002
Rio de Jan. Wien in D--
',498
0,500
0,4975
0,4995
Ceft. abgest.
58,92
59,04
58,93
59,05
Prag ....
12,41
12,43
12,405
12,425
Belgrad . .
7.384
7,398
7,387
7,401
Budapest. . Bulgarien.
73,11
73,25
73,12
73.26
3,035
3,041
3,035
3,045
Lissabon
18,78
18,82
18,78
18,82
Danzig. . . Konstantin. Athen. . . Kanada . . Uruguay. . Cairo . . -
31,42
2,025
5,43
4,153
4,096
20,895
81,58
2,029
5,44
4,161
4,104
20,935
81,44 2,023 5,425 4,150
4,096 20,90
81,60 2,027 5,435
4,158 4,104 20,94


