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der Redaktion.

16 bis 17 Uhr. Samstag

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Turnen, Sport und Spiel.

LänderkampsDeutschland-Japan.

Teutschland siegt mit 79,5:71,5 Punkten.

Es ist der erste Leichtathletik-Länder» kämpf, den Deutschland gegen Japan aus­trägt, eine Begegnung, der man allseitig außerordent- lich großes Interesse entgegenbringt. War man auch in Deutschland nur sehr wenig über die sportliche Leistungsfähigkeit der Japaner orientiert, so glaubte man trotz der Neisestrapazen und trotz des unge­wohnten Klimas an einen glatten Sieg der deut­schen Leichtathleten gegen die Söhne des fernen Ostens. Doch bereits der erste Tag dieses Länder­kampfes zeigte, daß die Japaner im eigenen Lande überaus gefährliche Gegner find. Der knappe Sieg der Deutichen mit 36:34 Punkten am ersten Tag spricht eine deutliche Sprache.

Die Kämpfe gingen in dem festlich geschmückten Meidji-Shrine-Stadion in Tokio vor 20OOO be­geisterten Zuschauern vor sich. Zahlreiche Diplo­maten, die deutsche Kolonie, eine Reihe von Prinzen des kaiserlichen Hauses hatten sich ebenfalls einge­funden. Rach herzlicher Begrüßung der deutschen Expedition, die mit stürmischem Jubel der Zuschauer empfangen wurde, durch den Prinzen Kaya, den Protektor der Bcranstaltung, begannen die Kampfe. Dabei zeigte sich, daß die deutschen Leichtathleten doch noch erheblich von ihrer gewohnten Form ent­fernt waren und noch immer unter den Einwir­kungen des ungewohnten Klimas standen.

Die Ergebnisse des ersten Tages.

Das 110- Meter - Hürdenlaufen sah so­fort die Japaner in Front, wobei der Japaner M i k i mit 15,1 Sek. einen neuen Landesrekord auf­stellte. Ihm folgte sein Landsmann S h i m a , wäh­rend Weiß und Troßbach, der völlig erschöpft zurückgefallen war, den 3. und 4. Platz belegten. Die weiteren Kämpfe nahmen folgenden Ausgang: Kugelstoßen: 1. Hirschfeld 15,51 Meter; 2. Weiß 13,79 Meter; 3. Takata 13,51 Meter; 4. Saito 12,86 Meter. 200-Meter-Lauf: 1. Eldracher - Frankfurt a. M. (früher Sv. Bgg. 1900 Gießen), 21,8 Sek. ; 2. Y o s h i o k a; 3. N i s h i; 4. Dr. Wichmann. Dr. Wichmann war stark in­disponiert und wurde von N i s h i noch im Zielband abgefangen. 800-Meter-Lauf: 1. Dr. Peltzer 1:58,4 Min.; 2. E n a e lhardt; 3. Okada; 4. Hamad a. 5000-Meter-Lauf: 1. Kitamotos 15:30,8 (neuer japanischer Rekord); 2. Tsuda; 3. Diekmann; 4. Boltz e. Schweden st affe l: 1. Deutschland (Dr. Wichmann, Eldracher, Stortz, Dr. Peltzer) 1:57,4 Min; 2. Japan, 20 Meter zurück. Stabhoch­sprung: 1. Rishida 3,90 Meter; 2. Wegner 3,85 Meter; 3. Oda 3,80 Meter; 4. Köchermann 3,40 Meter.

Damit lag Deutschland am ersten Tage mit 36:34 Punkten knapp in Führung.

Der zweite Tag.

Deutschland hat seinen ersten leichtathletischen Länderkampf gegen Japan mit 79,5:71,5 Punkten erfolgreich beendet, ein Erfolg, der um fo bedeu­tender ist, da er unter erschwerenden Umständen erfochten wurde. Denn unsere Vertreter hatten, es ze-igte sich dies deutlich bei den einzelnen Wett­bewerben, trotz mehrtägigen Aufenthalts die Reisestrapazen noch nicht überwunden und sich in das ungewohnte feuchtwarme Klima einge­funden. Die Zuschauerzahl hatte sich am zweiten Tag auf 45 000 Menschen gesteigert, die voll Spannung und Interesse den Kämpfen folgten. Es war ein farbenfrohes . Bild, das das Meidji- Shrine-Stadion, in dem die Kämpfe ausgetragen wurden, bot.

Den Auftakt des zweiten Tages bildete der 100-m-Lauf, den sich Eldracher in einem bestechenden Endspurt vor N a m b u , Dr. Wich­mann und Anno in 10,6 Sekunden holte. Im Hochsprung belegten die beiden Japaner Kimura und Ono mit 1,90 m die beiden ersten Plätze. Es folgten dann Ladewig mit 1,88 m und Wegner mit 1,70 m. Auch im Diskuswerfen gab es eine Enttäuschung. Das Ergebnis ist: 1. Saito 42,05 m, 2. Hirsch* f eld 41,14 m, Itabaschi 40,07 m, 4. Weih 39,62 m. Dagegen lagen im 400-rn-Lauf Stortz mit 48,8 Sek. und Engelhardt mit kurzem Abstand an der Spitze, während die Ja­paner V a k a f i m a und K i u t s ch i weit zurück folgten. Doch holten sich dafür die Japaner den Weitsprung: 1. Nambu 7,31 m, 2. Ko­ch e rm a nn 7,18 m, 3. und 4t Ladewig und Ota mit je 6,87 m. Einen Doppelsieg gab es im 1500-m-Lauf. Hier benötigte Dr. Peltzer 4:04.8 und belegte zusammen mit Do­ch e r die beiden ersten Plätze. Ihre Gegner waren Kitamoto und F u s j i k a. Recht gut hielt sich auch Molles, de>r im Speerwerfen mit 62,88 m erster wurde, 2. Sujanuma 57,85, 3. Sumiyoshi 57,47, 4. Wegner 48,71 m. Die 4X200-m-Stafsel gewann Deutsch­land mit der Mannschaft Stortz, Weih, Dr. Wichmann, Eldracher in 1:27.2 Minuten mit 6 m Vorsprung vor den Japanern.

Damit siegte Deutschland im Ge­samtklassement mit 79.5:71.5 Punk­ten.

Deutsche Meisterschaft im Mannschastsfechten.

Die Mannschaftsmeisterschaften im Fechten fanden am Freitag und Samstag in Berlin statt. 2m Florett verteidigte der FechtklubHermanni a" Frankfurt mit Erfolg seinen Titel und legte auch auf die Meisterschaft im Degen Beschlag. Die Frank­furter zeigten sich auch hier wieder überlegen und liehen den Lehrgang für Leibesübungen des Gruppenkommandos Wünsdorf hinter sich. In der Endrunde schlugen die Hermannen den Lehrgang für Leibesübungen des Gruppenkom­mandos i und 11 Wünsdorf" mit 9:6 Einzelsie­gen und einem Doppeltreffer, und den Dresdner Fecht-Club mit 12:4 Einzelsiegen. Auf den zwei­ten Platz kam die Mannschaft des Lehrganges Wünsdorf, während an dritter Stelle der Dres­dener Fecht-Club mit dem gleichen Ergebnis als der F. C. Offenbach endete, da die Dresdner ge­gen Offenbach erfolgreich waren. Das Er­gebnis:

1. F. C. Hermannia Frankfurt 3 Mannschafts­siege, 21 Einzelsiege.

2. Gruppenkommando Wünsdorf 1 Mann­schaftssieg 30 Einzelsiege.

3. Dresdner F. C. 1 Mannschaftssieg 16 Ein* zelsiege.

4. F. C. Offenbach 1 Mannschaftssieg 16 Cin- zelsiege.

Dresden und Offenbach hatten noch je einen Doppeltreffer zu verzeichnen.

Kußball in Güddeuischlaud.

Im gesamten Gebiete des süddeutschen Fußball- Verbandes wurden nach der vorsonntäglichen Pause die Verbandsspiele wieder fortgesetzt. In

Bezirk 2Nain-hefscn

hatte die Gruppe Main insofern eine interessante Paarung, als die vier Vereine der Tabellenspitze gegen die vier Vereine der unteren Tabcllenhälste anzutreten hatten. Die Favoriten gewannen hierbei ausnahmslos. 'Allerdings siegte der F. Sp. L. Frankfurt, meistens mit 10 Mann spielend, gegen Sp. Vgg. 02 Griesheim, den Liganeuling, mit 1:0 nur sehr knapp. Mit dem gleichen 1:0 behielt der S. C. Rotweiß Frankfurt die Oberhand gegen Kickers Offenbach. Union Niederrad sicherte sich dagegen ein 4:1 gegen Germania Bieber. Noch deutlicher gewann, obendrein als einziger Gewinner auf fremdem Platze, die Frankfurter Eintracht gegen den 1. F. C. 93 Hanau. Die Frankfurter brachten einen in vor­züglichem Spiel errungenen , 6:1-Sieg nach Haufe.

In der Gruppe Hessen siegten die Platzbesitzer

ohne Ausnahme. S. D. ÜLiesbaden konnte den! F. C. 03 Langen 6:2 abfertigen, Alemannia Worms errang gegen den S. V. 98 Darmstadt ebenfalls ein glattes 3:0. Dagegen hatte Wormatia Worms mit Hafsia Bingen große Mühe. Der Sieg der Wormser fiel mit 2:1 knapp aus.

Bezirk Bayern

In der Gruppe Nordbayern gab es das große Treffen der Saison: l.F. C. Nürnberg gegen Sp. Vgg. Fürth. Mit seinem Stande 1:1 brachte es demClub" seinen vierten, der Sp. Vgg. den ersten Punktverlust der Saison. Der internationale Ver­teidiger Hagen aus Fürth wurde anscheinend ernster verletzt. Es war also kein zarter Kampf, den sich beide Parteien lieferten. Sp. Vgg. Hof verlor auf eigenem Platze 1:3 gegen den F. V. 04 Würzburg. Ebenso erging es dem 1 F. C. Bayreuth, der gegen Bayern Hof 0:3 spielte.

Auch in der Gruppe Südbayern erbrachte das wichtigste Spiel, Bayern München gegen S. V. 60 München, mit 2:2 Punktteilung. D. S. V. München verlor gegen Wacker München trotz Platzvorteil mit 0:1 Toren. Schwaben Augsburg gegen Jahn Re­gensburg beweist mit seinem 1:1 die ansteigende Form der Regensburger, die einen schönen Erfolg errangen.

rch Zuruf an dessen Stellvertreter Steding (Bremen). Für seine langjährigen Derdienste wurde Professor Dr. Berger zum Ehrenmitglied des Hauptausschusses der D. T. ernannt, der damit wei­ter als stimmberechtigtes Vorstandsmitglied Gelegen­heit zur aktiven Betätigung in der D. T. hat. Bei der Neuwahl des Frauenturnwarts stand auf der Kandidatenliste zum ersten Male eine Frau, die denn auch mit 188 gegen 148 für Paul Schröter (Zittau) gewält wurde. Die neue Frauenturn­war t i n der D. T., Elfe Schröder (Kaisers­lautern), zieht somit als erste Frau in den Haupt- ausschuß der D. T.

Die Sitzung am Samstag brachte als Auftakt einen Vortrag des 2. Vorsitzenden Dr. Neuen- d o r f f über das Thema

Die Frau und die Leibesübungen".

Der Redner gab einen geschichtlichen lleberblick über die Entwicklung des Frauenturnens, ging in feinsinnigen Ausführungen aus die Eigenart gerade der weiblichen Leibesübungen ein und forderte, daß Leitung und Gestaltung Aufgabe der Frau selbst sein müsse.

In nichtöffentlicher Sitzung erfolgte dann die Beratung des

Haushaltsplanes der D. T. für 1930 und 1931,

Fußbatt-Bundestag.

Der nach Breslau einberufene Bundestag des Deutschen Fußball-Bundes war von allen sieben Verbänden mit 94 Stimmen gut besucht, die sich auf die einzelnen Landesverbände wie folgt verteilen: Süddeutschland 32, West­deutschland 21, Mitteldeutschland 13, Norddeutsch- land 9, Berlin 8, Südostdeutschland 6 und Bal­ten 5.

Vor Eintritt in die Tagesordnung gedachte der Vorsitzende Linnemann des verstorbenen Bun­des-Geschäftsführers Georg P. D l a s ch k e. So­dann begrüßte für den Südosten De inlich und für die DSD. Hellwig den Dundestag.

Zum Punkt 1 der Tagesordnung, Besprechung des gedruckten Jahresberichtes, wehrte sich der Dundesvorsitzende gegen Presseartikel, wonach der Fußballsport in Gefahr sei. Linne­mann führte aus, es läge keine Veranlassung vor, die Entwicklung des Sportes in Deutschland schwarz zu sehen.

Dr. K l e i n (Tierdingen) sprach sodann zum Thema

Jugendpflege.

Als Leitsatz seiner Ausführungen stellte er her­aus, daß die Zeit gekommen feL wo der Fuß- ballsport keine Männer und. Mittel mehr frei habe, um die Leibesübungen der Jugend in der wirksamsten Form fortzuführen. Er verlange, daß der Bund dies den zuständigen 'Behördenstellen klar zum Ausdruck bringe. Es sei Sache des Staates, Leibesübungen in der Schule zu treiben, die Verbände hätten erst nach der Schulzeit die Pflicht, die Jugend in ihre Obhut zu nehmen. Weitere Fragen wurden nur kurz gestreift, u. a. Dezuschussung der Vereine durch Behörden, Rundfunkübertragung usw.

Äe Beiächte der Ausschüsse wurden debattelos angenommen. Beim Bericht der Kassenprüfer stellte Becker (Gelsenkirchen) fest, daß Belege und Bücher in bester Ordnung befunden seien. Gr wünsche aber für die Zukunft eine Detaillierung der Länderspielausgaben. Die Entlastung und

Wiederwahl des alten Vorstandes

erfolgte einstimmig, so daß die Zusammensetzung wie im Vorjahre lautet: 1. Vorsitzender F. Linnemann, Berlin, 2. Vorsitzender Ä.

W. Schmidt, Hannover, 3. Vorsitzender Dr. I. Schricker, Karlsruhe; Beisitzer Prof. Dr. Wagner, Danzig, Prof. Dr. Glaser, Freiburg, L. Fuhrmann, Leipz'g. Der neu geschaffene Posten eines Bundes-Lchahmeisters wurde mit A. Stenzel, Berlin, besetzt. Auch die Dun- desausschülle wurden ohne Ausnahme in der alten Besetzung belassen. Vor dem Eintritt in die Beratungen wurde der nächste Bundestag für 1930 nach Dresden festgesetzt.

Heber das sportliche Programm wurde be­kanntgegeben, daß als Austragungsort des Länderkampfes gegen Italien am 2. März Leipzig ausersehen wurde. Der ge­plante Länderkampf gegen England wird nach dem Stand der bisherigen Verhand­lungen vorerst kaum zum Abschluß kommen. Für 1931 hat der DFB. beschlossen, den Länder­kampf gegen Norwegen in Breslau statt­finden zu lassen.

Auf dem Programm des zweiten Tages stand vor allem die

Reform der Meisterschaftsspiele.

Die Tagung beschloß, die Spielzeit für sämtliche Spiele auf 120 Minuten zu beschränken, während eine Reformierung der Spiele von allen Ver­bänden abgelehnt wurde. Dafür setzte man aber fest, daß von der dritten Runde ab sämtliche Spiele an neutralen Plätzen durchgeführt wer­den sollen. Im weiteren Verlauf kam auch die Aufhebung des Amateurschutzparagra­phen zur Sprache, ohne daß man zu einer end­gültigen Entschließung kam. Eine weitere Dis- hiffion entspann sich über die beantragte Schaf­fung eines Bundesparlaments. Heber eine eventuelle

Bereinigung de. Deutschen Außballbundes und der Deutschen Sportbehörde

soll erst auf einer späteren Tagung entschieden werden. Ein Antrag auf Schaffung einer Bun* des-Jugendzeitung wurde dem Vorstand zur wei­teren Erledigung übertragen. Bei der Diskussion über die Meisterschaftsspiele kam auch der Straf­antrag von Hertha-BSC. gegen die beiden Fürther Spieler in die Debatte. Der Antrag der Berliner wurde jedoch zurückgestellt und dem Vorstand zur weiteren Bearbeitung überwiesen.

20. Deutscher Turntag.

Der 2 0. Deutsche Turntag wurde am Frei­tagvormittag im Plenarsaal des Deutschen Reichs­tags in Berlin in Anwesenheit von annähernd 400 Abgeordneten aus allen Teilen des Reiches feier- lich eröffnet. Nach Begrüßungsworten des 1. Vor­sitzenden, Prof. Dr. Berger, der besonders des verstorbenen Reichsaußenminifters Dr. ©trete» mann gedachte, zu dessen Andenken sich die Ver­sammlung von den Plätzen erhob, sprachen Ver­treter der Reichs- und Staatsbehörden, der Stadt Berlin und für den Reichsausschuß Exzellenz Dr. L e w a l d.

Dann ergriff Reichskanzler a. D. Dr. Luther das Wort zu einem Vortrag über

Deutschtum und Deutsche Turnerschaft", der sehr beifällig aufgenommen wurde. Der Redner sagte u. a.: Turnergeist ist ein Mittel, um ein Volk gesund und wach zu halten. Turnergeist ist ein Be­kenntnis zum Volkstum auch über die Staatsgren­zen hinweg. Turnergeist vermag mitzuhelfen, um die Gegenkräfte aufzubauen, damit nicht politische, wirt­schaftliche oder gar regionale Gegensätze die Nation in Völker spalten. Ohne den entschlossenen Willen zum Volkstum kann weder aus dem befruchtenden Meinungsstreit innerhalb des Volkes, noch aus der Zusammenarbeit der politischen Kräfte ein Führer- tum erwachsen. Steht nicht der Wille zum Volkssein an der Spitze jeglichen politischen Wollens, so muß dieses Wollen in Planlosigkeit versanden. Die deutsche Turnerei ist ein deutsches Volkstum, Volks­tum aller Schichten und Gruppen fast jeder Alters­stufe. Die Deutsche Turnerschaft ist in' (ehr bedeu­tendem Maße mitberufen, das deutsche Gesicht in der Welt zu verkörpern. Die deutsche Turnerfahne wird immer dort wehen, wo dasDeutschland über alles" zur echten Herzensgesinnung geworden ist. Nack Beendigung der Begrüßungsfeierlichkeiten und Ansprachen gab der Vorsitzende Dr. Berger ein

Begrüßungstelegramm

des Reichspräsidenten von Hindenburg bekannt, daß folgenden Wortlaut hat:Den versam­melten Abgeordneten der Deutschen Turnerschaft aus Anlaß des 20. Deutschen Turntages danke ich herzlich für das freundliche Gedenken und sende meine beste Wünsche für einen erfolgreichen Ver­lauf dieser Tagung."

Weitere Glückwünsche sandten: Ministerial­direktor Pellengahr vom Reichsinnenministe­rium, Reichskanzler Müller, Generaldirektor der Reichsbahn, Dorpmüller, Reichstagspräsident Löbe, Ministerialdirektor Schneider, die Re­gierungen der Freistaaten Württemberg und Thü­ringen, der Vorsitzende des Deutschen Fußballbun­

des, Linnemann, Dr. Freifrau v. Matter, Bund der Deutschen in Limburg, Oberschlesische Turnerschaft.

Aus den einstimmig angenommenen Berichten des Vorstandes geht hervor, daß die augenblickliche

Mitgliederzahl rund 1 670 000 beträgt, also um etwa 60 000 geringer ist, als die letzte Statistik des Jahres 1927 nachweist. Danach berichtete Dr. Berger kurz aus der Tagung des Vor­standes des Hauptausschusses. Hieraus ist besonders zu erwähnen, daß das D e u t s ch e T u r n s e st 1933 nach Stuttgart vergeben wurde, lieber das

Berhältnis der Deutschen Turnerschaft zu den anderen Berbänden

faßte der Deutsche Turntag folgenden Beschluß: In dem Gedanken der deutschen Volksgemeinschaft ist engste Zusammenarbeit der Turn- und Sportoerbände zu erstreben. Das Endziel der Ver­handlungen zwischen der Deutschen Turnerschaft und den anderen Verbänden, insbesondere der Deutschen Sportbehörde für Leichtathletik, muß daher der Z u - sammenschluß dieser Verbände sein. Bis zur Verwirklichung dieses Zieles ist anzu- bahnen: Die Regelung des Wettkampf­oer k e h r s von Verband zu Verband, die Ver­anstaltung gemeinschaftlicher Meister- schaften in den volkstümlichen Hebungen (Leicht­athletik) und in einzelnen Spielarten, die gerne in­fame Vertretung Deutschlands bei inter­nationalen Sportveranstaltungen. Die Deutsche Tur­nerschaft ist zu einer Regelung auf dieser Grundlage bereit."

Nach einer kurzen Mittagspause folgte einer der wichtigsten Punkte der Tagung:

Die Dahl des neuen Hauptvorstandes.

An Stelle des nach zehnjähriger Tätigkeit als Vorsitzender zurückgetretenen Professors Dr. Ber­ger wurde Staatsminister a. D. Domini- cus (Berlin) mit 251 Stimmen zum neuen Vorsitzenden der Deutschen Turner­schaft gewählt. Der Kreisvertreter von Sachsen, Dr. Thiemer (Dresden) erhielt 118 Stimmen. Im ganzen wurden die Vorstandsämter wie folgt besetzt: 1. Vorsitzender Staatsminister a. D. 2) o m i n i c u s (Berlin), 2. Vorsitzender Direktor Dr. Neuendorsf (Berlin), 3.Vorsitzender Stu­dienrat Dr. Thiemer (Dresden), Kassenwart Kommerzienrat Schill (Osthofen), Volksturnwart Schmied (Stuttgart), Fechtwart Stassen (Hanau), Männerturnwart Schneider (Leipzig), Schwimmwart Bitsch (Frankfurt).

Der durch den Tod von Paul Schwarze frei­gewordenen Posten des O b er tur n roa r 15 fiel

der in Einnahmen und Ausgaben mit 1 185 000 Mark ab schließt und der, da die D- T. alle lln* kosten durch Beiträge ihrer Mitglieder deckt, eine Kopfsteuer von 85 Pf- voraussetzt. Aus dem Haushaltsplan ist erwähnenswert, daß er mit ganz geringen Einnahmen durch Zufluß öf­fentlicher Mittel rechnet. Wenn man noch da­gegen hält, daß der S t a a t selbst die Unfall- Llnterstühungskasse der D- T. für schwere Unfälle, also ein Wohlfahrtsunterneh­men, mit 7600 Mark besteuert, also aus der volkserzieherisch nicht hoch genug einzu- schähenden Arbeit steuerliche Borteile zieht, so kann man sich einer ernsthaften Ueberlegung, wie das möglich ist, nicht erwehren. Die Stel­lungnahme des Turntages kam in nachfolgender einmütiger Entschließung zum Ausdruck:

Die Leitung der D. T. wird beauftragt, die Wirtschaftspolitik so einzurichten, daß die für eine zeitgemäße, vertiefte und verstärkte Arbeit erforderlichen Mittel nicht mehr durch Steuer­erhebung, sondern vor ckllem durch vermehrten Anteil an den öffentlichen Mitteln (Reich, Län­der, Provinzen usw.) aufgebracht werden."

Der Haushaltsplan wurde gemäß dem Vor­anschlag mit geringen Aenderungen angenommen

Ferner wurde beschlossen, in Leipzig einen Platz in Erbpacht zu nehmen, auf dem im Laufe der Jahre eine

zweite Turnschule der D. T. erstehen soll, die vornehmlich die Ausbildung von Führern des Spieles und des Volks turnens übernehmen soll, so daß die Berliner Turnschule entlastet wird.

@aut>:r.t<ter Schneider (Butzbach) über* brachte Grüße der amerikanischen Tur­ne r, die ihm auf seiner Reise mit dem ersten Deutschen Turnfestsieger des Kölner Turnfestes Reuter (Gießen) auf getragen wurden.

Oberturnwart Steding (Bremen) forderte zu Bewerbungen um die für Februar 1930 ge­planten Kun st turnmei st erschuften der D. T. auf. Damit war die Tagesordnung er­schöpft.

Zu einer feierlichen Kundgebung gestaltete sich der

Schlußakt.

Der 1. Vorsitzende wies auf die Bedeutung der Tagung und ihre Erfolge hin. Die D. T. wollte durch sie der Oeffentlichkeit sagen, daß es so wie bisher in den deutschen Leibesübungen nicht weitergehen dürfe, sondern daß Einheit aller das Ziel sein müsse. Stark stehe die D. T. auf sicherer Grundlage, von hohen Zukunftsplänen erfüllt und bestrebt, dem deutschen Volke und der Volksgemeinschaft zu dienen. Der Ernst der Zeit fordere, daß die D. T. sich mit voller Hin­gabe in den Dienst des Volkes und Staates stelle. Zu diesem Bekenntnis erhoben sich die Abgeordneten und sangen das Deutschland­lied, und mit einemGut Heil!" auf Vaterland und Deutsche Turnerschaft wurde der Turntag geschlossen.

Der Hauptausschuh tagte im Sangen* becksaal im Anschluß an den Schlußakt des Turn* tages. Die Sitzung brachte hauptsächlich die Wahlen der Beisitzer des Hauptausschusses und der D. T.-Vertreter im Deutschen Reichsaus- schuh. Die nächste Sitzung des Hauptausschusses wurde für den 12. April 1930 anberaumt.

V.D.R.-Landesverband Hessen.

Reueinteilung der (Baue.

In einer am Sonntag abgehaltenen Tagung des B.D.R.-Landesverbandes Hessen, in deren Mittel­punkt die vom Bunde beschlossene Neueinteilung der Gaue stand, wurden folgende Gaue zusammengelegt: Gau Kassel mit dem Gau Darmstadt und Mainz mit Wiesbaden und Nahe zu einem Mittelrheingau. Letzterer fand schon vom Bund die Genehmigung. Es ist zu erwarten, daß diese neue Einteilung auch vom B.D.R. die Genehmigung findet.

Das Ergebnis des Gordon-Bennett-Kluges.

Nach der genauen Kontrolle der einzelnen Flugstrecken konnte jetzt, wenige Tage nach Be* endigung, das endgültige Ergebnis des dies* jährigen Gordon-Dennett-Wettflie* g e n s bekanntgegeben werden. Wie bereits an­genommen, haben die drei amerikanischen Freiballons weitaus am besten ab ge­schnitten und sämtlich 300 Meilen und mehr er­reicht. Die deutschen FreiballoneBarmen" undStadt Essen" konnten sich erst an sechster bzw. siebenter Stelle placieren, während der dänische BallonDanmark" im Gesamt­klassement überhaupt nicht mit aufgeführt wird. Das Ergebnis ist folgendes: 1, Goodyear VIII (Führer Orman) Amerika, 325 Meilen; 2. Ma­rineballon Amerika, 305 Meilen; 3. Armeeballon Amerika, 300 Meilen; 4.Delgica" (Belgien). 225 Wellen; 5.Sa Fayette" (Frankreich), 210 Meilen; 6.Barmen" (Führer Kaulen und Dahl) Deutschland, 175 Meilen; 7.Stadt Essen" (Führer Leimkugel und Fröbel) Deutsch­land, 170 Meilen; 8. Argentina" (Argentinien), 108 Meilen.