Samstag, 7. September 1929
Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhefien)
Nr. 2(0 Drittes Blatt
JnuD
W
Mark: Ochsen AI 58 bis 61. All 54 bis
Bl 50 bis 53: Dullen A 55 bis 57, B 49
A 46 bis 49, B 41 bis 45, C 35
um
bis bis bis
v. H. leicht. Am Devisenmarkt roaren Geschäft kaum Veränderungen aus«
bis bis bis bis bis
war mit 62 bei stillstem zuweisen.
34; Färsen A 58 bis 62, B 54
53. Kälber B 76 bis 80, C 70
69. Schafe A l 48 bis 54, B 40
Kühe D 30 C 48 D 64
B 86 bis 89, C 86 bis 89. D 86 bis 89, 86. 2m Dergleich mit den Preisen der
Schweine E. 83 bis
57, 52;
40, 57, 75, 47.
letzten Woche lagen Dullen 2 Mart niedriger, während alle anderen Diehgattungen gut behauptet blieben.
druck, daß durch diesen Dau bas Nordostviertel eine weitere wirtschaftliche Stärkung erfahren werde, und begrüßte mit Genugtuung auch die bei dieser Gelegenheit ermöglichte Schaffung neuen Wohn« raumes. Der Dau möge erstehen zur Ehre des Handwerks, der daran beteiligten Arbeiterschaft, der Architekten und der Stadt Gießen!
Stadtratsmitglied Schwieder sprach als Vorsitzender des Bezirksvereins Nordost der Stadtverwaltung und den städtischen Körperschaften den Dank des Nordostvicrtels für die erneute Förderung durch diesen Bau aus, und dankte insbesondere dem Stadtbaurat Grawert als dem geistigen Urheber dieses Baues.
Baurat Pfaff dankte der Stadtverwaltung für die Inangriffnahme dieses Baues, durch den einer wirtschaftlichen Notwendigkeit Rechnung getragen und gute Ardeitsmöglichkeit geschaffen worden sei. Schlossermeister K r a i I i n g , der als Vertreter des städtischen Bauausschusscs erschienen war, sprach auf ein allezeit gutes Verhältnis zwischen Handwerksmeister und Gesellen, die am gegenseitigen Wohlergehen in gleicher Weise interessiert seien und daher zusammenstehen müßten. In weiteren Ansprachen der Herren Stadtratsmitglied Schmidt, Schelm als Vertreter der Firma Nuhn, Stadtratsmitglied Meier, Baukontrolleur Sehrt, der namens der Arbeiterschaft sprach, Müller als Vertreter der Betonbaugesellschaft, Stadtratsmitglied Heber- m e h l usw. wurde noch mehrfach die Bedeutung dieses städtischen'Bauunternehmens treffend hervorgehoben und dabei der Stadtverwaltung, insbesondere den Herren Beigeordneten Dr. Hamm und Baurat Grawert, herzlicher Dank gesagt. Ein weiterer Sprecher der Arbeiterschaft brachte deren Dank für die Richtfestbewirtung besonders zum Ausdruck. Bei Speise und Trank und frohgestimmter Geselligkeit nahm die Feier einen allseits befriedigenden harmonischen Verlauf.
feiten erstreckten, wurde eine Kommission, bestehend aus den Dürgermeistern von Fellings- hausen, Crumbach und Frankenbach, sowie dem Unternehmer Walldorf, bestimmt, die am Montag mit dem Canbrat des Kreises Diedenk 0 pf persönlich verhandeln soll, um auf diesem Wege eine finanzielle Unter« ft Ü.H un g des Kreises zu ermöglichen. Dach diesen Verhandlungen werden die interessierten Gemeinden zur Frage der Weiterführung des Autoverkehrs eingehend Stellung nehmen müssen, die hoffentlich zur Erhaltung der Auto- verbindung führen wird.
die bis auf gewachsenen Daugrund in einer Tiefe von rund 4,50 Meter getrieben werden mußten.
Die Dauarbeiten stehen unter der örtlichen Bauleitung der Dauräte Pfaff und Schuhmacher, die Erd-, Maurer- und Detonarbeiten - wurden von der Betonbaugefellschast Gießen ausgcführt. die Zimmerarbeiten von der Firma Vuhn lLollar), die Dachdeckerarbeiten von der Firma Lapp (Gießen), die Spenglerarbeiten von der Firma Dl um (Gießen). Die Oberleitung hat das Städtische Hochbauamt als Organ der Dauherrin, der Stadt Gießen, inne. Mit der Fertigstellung des
lassen, auch die Gemeinde R 0 dheirn solle herangezogen werden.
Ein Arbeitervertreter aus Crumbach erläuterte die Ursachen der Eröffnung des Autobetriebs, wies auf die damals zu überwindenden Schwierigkeiten hin und wünschte, daß auch die Gemeinde Fellingshausen mithelfe, daß die Autolinie bestehen bleibe.
Herr Maus, Gießen, hält eine Heranziehung der Gemeinde Rodheim nicht für ratsam, während Walldorf, Gießen, auf das große Interesse hinwies, das die Einwohner von Erda an einer ständigen Verbindung mit Gießen haben.
Vach weiteren Verhandlungen, die sich auf die Art der Lösung der augenblicklichen Schwierig-
Daues wird für Anfang Mai nächsten Jahres gerechnet.
Dei dem gestrigen Vicht fest, das im ^Frankfurter Hof" gefeiert wurde, wies der Vorstand des Städtischen Hochbauamtcs, Stadtbaurat G r a- wert, darauf hin, daß dieser Bau infolge schwieriger Grundverhältnisse und des strengen Winters anfangs Schwierigkeiten gemacht habe, dann aber doch in der kurzen Dauzeit von vier Monaten und zum Glück ohne jeden Unfall im Rohbau fertiggestellt werden konnte. Der Redner gab seiner Genugtuung darüber Ausdruck, und er hob hervor, daß man guten Anlaß habe, mit Freude über die geleistete Arbeit dieses Richtfest zu begehen.
Der Dezernent des städtischen Bauwesens, Beigeordneter Dr. Hamm, sprach im Namen der Stadtverwaltung allen an dem Bau beschäftigten Personen den Dank der Stadt Gießen für die bisher geleistete gute Arbeit aus und würdigte ebenfalls mit besonderer Anerkennung die Tatsache, daß der Bau in der bemerkenswert schnellen Bauzeit vorangekommen ist, was Beweis dafür sei, daß jeder Mann seine Pflicht in vollstem Maße getan habe. Der Redner gab der Hoffnung Aus-
Einen Rekordverlust wiesen Glanzstoff« a k t i e n mit minus 53 v. H. auf, nachdem sich dieses Papier wieder um 10 v. H. erholt hatte. Renten still, aber zumeist freundlich. Tagesgeld
Anfang Vovember 1928 begonnen. Die Grundarbeiten mußten wegen starken Frostes Anfang Januar unterbrochen werden, und erst am 7. Mai war es nach Uebcrwindung mancher Schwierigkeiten möglich, an dem Unternehmen weiter zu arbeiten. Vach viermonatiger Arbeitszeit ist der Dau soweit gediehen, daß er jetzt im Rohbau fertiggestellt ist und gestern das Richt- f e st gefeiert werden konnte.
2n dem großen Gebäude, das die ganze westliche Front der Marktlaubenstraße vom Drand- plah bis zum Lindenplah einnimmt, 4int) 21 Marktlauben, ein Laden mit Bureau- räumen am Lindenplah und eine Bedürfnis- a n ft a 11 für Männer und Frauen am Brand- Platz hergerichtet worden. Im ersten und zweiten Obergeschoß, sowie an den Giebelseiten des Gebäudes wurden insgesamt 15 Wohnungen zu drei und vier Zimmern errichtet. An der Giebelseite des Daues am Drandplah wird noch eine elektrische Z e n t r a l uh r e n a n- läge installiert, bei der die Uhr nach drei Seiten hin sichtbar fein soll. Der Dau ruht infolge schlechten Daugrundes (alte Fes*ungsgrä- ben und Festungsmauern) auf 60 Betonpfeilern,
Einstellung derAutolinieJellingshausen Crumbach-Jrankenbach?
Wirtschaft.
Wochenbericht
vom Frankfurter Effektenmarkt.
Nachdem man sich in der Angelegenheit der Frankfurter Allgemeinen so ziemlich beruhigt hatte, obwohl dies immer noch wie ein Gespenst im Hintergründe stand, zeigte die Börse doch wieder, zumal die Einigung im Haag hoffnungsvoll stimmte, ein freundlicheres Aussehen. Man konnte in Börsenkreisen ein allgemeines Aufatmen berner- len, als der immer mehr um sich greifende Druck beseitigt war. Man blickte wieder mit Zuversicht in die Zukunft, denn man erwartet nach Klärung der politischen Situation eine stärkere Beteiligung des Publikums, sowie des Auslandes. Doch neigte man der Ansicht zu, daß das Ausland in Nachwirkung der Affäre bei der Frankfurter Allgemeinen in nächster Zeit die hierdurch verursachte Depression noch nicht überstanden haben dürfte. Aber die Hoffnungen auf eine bessere Entwicklung der Börsen-, sowie der deutschen Wirtschaftslage erhielten sich hartnäckig, zumal die Geldmarktver- hältnisfe und der reibungslose Verlaus des Ligui- dationstages günstigere Schlüsse zuließen. Das Geschäft entwickelte sich daraufhin sehr lebhaft besonders Spezialwerte traten hervor, bei ganz beträchtlichen Besserungen. Die Spekulation und vereinzelte Kreise schritten zu Interessenkäufen. Aber das Ausland war nur wenig vertreten, so daß die Kulisse wieder mutlos wurde, zumal ein neuer Baif seangrif s am Glanz st offmarkt einsctzte. Es kam hier Material in größerem Umfange an den Markt; man sprach von einer Dividendenreduzierung, und die übrigen Marktgebiete wurden stark in Mitleidenschaft gezogen. Eine Verstimmung, die durch das Absacken der Glanzstoss- aktie reichlich genährt rourbc, gewann stark an Boden, so daß das Geschäft wieder sehr klein wurde. Es traten an allen Märkten Rückgänge ein. Nur für Montanwerte erhielt sich verschiedentlich einiges Interesse, heroorgerufen durch ansteigende Kupferpreise und den günstigen Abschluß bei Klöckner, der eine Dividendenerhöhung um
Einschränkung im Buhbacher Auiobeirieb.
<> Butzbach, 6. Sept. Lieber das Weiterbestehen der von dem Autoverkehr Butzbach und Llmgegend mit Llnterstützung der be-
Wochenbericht vom Frankfurter Schlachiviehmarki. Auch in dieser Woche war das Geschäft am Frankfurter Schlachtviehmarkt sehr ruhig. Die toarmc Witterung hemmt das Geschäft nicht unerheblich, da der Absatz bei den Metzgern naturgemäß sehr gering ist. Am Rindermarkt war der Austrieb geringer als in der Vorwoche, er genügte jedoch der Vachfrage. Der Abtrieb nach auswärts war stark. Das angetriebene Vieh war von mittlerer Qualität. Vach ruhigem Geschäft und kaum veränderten Preisen verblieb Lieberstand. Am Sch weine markt war der Auftrieb stärker als in der Vorwoche. Vach ruhigem Handel und gut behaupteten Preisen wurde nahezu geräumt. Allerbeste Ware erzielte Preise über Votiz. Kälber hatten bei etwas größerem Austrieb ruhiges Geschäft, jedoch konnte der Markt ausverkauft werden. In Schafen war das Geschäft ziemlich schlecht, trotz des geringeren Austriebs. Es verblieb Lieberstand. Der Gesamtauftrieb bestand aus 1617 Rindern, darunter 330 Ochsen, 98 Dullen, 616 Kühe und 468 Färsen, ferner aus 1673 Kälbern, 278 Schafen und 5135 Schweinen. Verglichen mit dem Auftrieb der vergangenen Woche waren 170 Rinder und 133 Schafe weniger angetrieben, während 103 Kälber und 318 Schweine mehr 5um Verkauf standen.
Bezahlt wurde pro Zentner Lebendgewicht in
Lim den Wünschen der Verkäufer auf dem Gießener Wochenmarkt nach besseren Aufenthaltsverhältnissen (Schuh vor Regen und sonstigen Linbilden der Witterung), sowie nach besseren sanitären Bedingungen in den Marktständen Rechnung zu tragen, hat die Stadtverordnetenversammlung in ihrer Sitzung vom 13. Juni v. Is. die Errichtung eines Marktlaubengebäudes in der Marktlaubenstraße genehmigt und dafür einen Kredit von rund 344 000 Mk. zur Verfügung gestellt. In Verbindung mit diesem Gebäude sollten auch eine Anzahl Wohnungen geschaffen werden.
Mit den Arbeiten für diesen Veubau wurde
In den letzten Tagen wurden die an der Autolinie F e l l i n g s h a u se n — C r u m- bach —Frankenbach interessierten Gemeinden durch die Vachricht überrascht, daß durch die in Aussicht stehenden Arbeiterentlassungen auf dem Gießener Bergwerk und den dadurch bedingten geringeren Verkehr auf der vorerwähnten Autolinie die Gefahr der Einstellung dieses Autoverkehrs besteht. Zur Abwendung dieser Gefahr fanden sich nun gestern abend auf Einladung von Bürgermeister Hermann. Crumbach, die Bürgermeister und Gemeinderatsmitglieder der Gemeinden Fellingshausen, Crumbach und Franken- b a ch in Crumbach zusammen. Als Vertreter der Stadt Gießen, sowie des Gießener Der- kehrsvereins war DerwaltungssekretLr Maus (Gießen) erschienen, außerdem nahmen Pfarrer Schulz, Crumbach, sowie der Lehrer dieses Ortes an den Verhandlungen teil. Erfreulich war die Feststellung, daß bei den Verhandlungen von fast allen Rednern
die HotroenbigfeH bet Erhaltung dieser Autolinie
betont wurde, und zar nicht nur int Interesse der beteiligten Landgemeinden und ihrer Einwohner, sondern auch im Interesse der Stadt Gießen, welche diese Verbindung mit dem Hinterland seither besonders angenehm empfunden hat. Auch darüber, daß zur Vermeidung der Einstellung des Autobetriebs von den interessierten Gemeinden unter Llmständen noch weitere Opfer gebracht werden müssen, bestanden kaum Zweifel. Vur über die Art der Regelung b,w. die anteilmäßige Beteiligung der einzelnen Gemeinden gingen die Auffassungen auseinander.
Bürgermeister Hermann (Crumbach) gab in seiner Einleitung Kenntnis von einem Schreiben des Autounternehmers Ernst Walldorf, in dem dieser mitteilt, daß er durch die beabsichtig« len Arbeiterentlassungen des Gießener Bergwerks und die dadurch bedingte geringere Benutzung seines Autos gezwungen sei, den Autobetrieb auf dieser Linie mit dem 18. I. M. einzuskellen, wenn nicht Mittel und Wege gefunden würden, die Exi« ftcnzjähigkeit zu erhalten.
Unternehmer E. Walldorf (Gießen) erläuterte bann zunächst die Voraussetzungen, unter denen die Autolinie seinerzeit eingerichtet wurde, zeigte die Auswirkungen der vom Bergwerk beabsichtigten Maßnahmen und wies weiter darauf hin, daß auch die Betriebseinjchränkungen auf Abendstem sich auf den Autoverkehr ungünstig auswirken. Er erklärte, den Autoverkehr über den 18. I. M. hinaus nur bann aufrecht erhalten zu können, wenn ihm seitens der interessierten Gemeinden eine Tlinbeft« einnahme von 340 Mark pro Woche (bas entspricht einem. Preis von 80 Pf. pro km) garantiert werde.
Pfarrer Schulz (Crumbach) hofft, daß im Hinblick auf die üu Winter zu erwartende stärkere Inanspruchnahme bes Autos die Krisis noch h'.n- ausgeschoben werden könne.
Herr Walldorf (Gießen) hält es für unbedingt notwendig, daß die interessierten Gemeinden bat etwaige Defizit tragen, er wies auf andere Gemeinde hin, welche für Beförderungsmöglichkecken wesentlich höhere Aufwendungen machen.
Verwaltungssekretär Maus (Gießen) unterstützte die Ausführungen bes Vorrebners. Namentlich bie Gemeinden, welche Bürgschaft geleistet (Frankenbach unb Crumbach), hätten besonderes Interesse an der Weiterführung bes Autobetriebs.
Die Stadt Gießen und auch der verkehrsoerein halten seither die Bestrebungen nach einer Der- bindung mit dem Hinterland weitestgehend unterstüht.
Ein Gerne'nderatsmitglied von Crumbach verlangt Garantien, daß auch nach Erledigung der Bürgschaft der Gemeinden Crumbach und Frankenbach die Autolinie erhalten bleibt
Pfarrer Schulz wies darauf hm, daß heute wohl kaum jemand die Autolinie verlieren wolle. Wenn die Gemeinden seststellen würden, was sie beim Wegfall der Autolinie einbußen, so würden sie auch bereit sein, weitere Opfer zu bringen.
Der Bürgermeister von Fellingshausen wünschte, daß der Autoverkehr erhalten bleibt. Inwieweit seine Gemeinde Opfer bringen könne, müsse erst festgestellt werden. Auch er wünschte Garantien für die Weiterführung des Betriebs nach Erlöschen der Bürgschaft der Gemeinden.
Herr M aus (Gießen) betonte, daß die durch Bürgschaft gebundenen Gemeinden im Falle der Einstellung des Autoverkehrs viel größere Opfer bringen müssen, als bei der Weiterführung der Autolinie. Der Bürgermeister von Frankenbach wies aus Grund der seitherigen Einnahmen und der Bem-tzungszifsern den durch die veränderte Lage vermutlich eintretcnden Ausfall nach.
Ein Mitglied des Gemeinderats von Crumbach vertrat ‘bie Auffassung, daß auch die am Autoverkehr Interessierten industriellen Llnternehmun- gen finanziell herangezogen werden müßten.
Pfarrer Schulz befischtet, daß nach Einstellung der Autolinie in absehbarer Zeit kein regelmäßiger Autoverkehr zu erwarten sei. Im übrigen bedauerte er, wie eine Reihe anderer Redner, daß
das Landraisaml bezüglich der finanziellen Anterstühung dieser Verkehrsmöglichkeit sich seither so zurückhaltend benommen habe. Auch darüber, daß kein Vertreter des Landratsamts und kein Mitglied des Kreistags den Verhandlungen beiwohnte, wurde von verschiedenen Rednern mit dem Hinweis Klage geführt, daß auch das Landratsamt viedenkopf großes Interesse an dem - eiterbeftehen der hier in Frage kommenden Autolinie haben müsse.
Cs wurde daher aus der Versammlung der Vorschlag gemacht, in Gemeinschaft mit dem Landrat unb bin Kreistagsvertretern erneut zu verhandeln.
Demgegenüber vertrat der Bürgermeister von Fellingshausen die Auffassung, daß sich zunächst einmal die durch Bürgschaft gebundenen Gemeinden Crumbach und Frankenbach überlegen müßten, was geschehen solle. Fellingshausen werbe dann auch mit sich reden
teiligten Gemeinden eingerichteten Auto» linien von hier nach verschiedenen Orten der näheren Umgebung haben in der letzten Zeit wiederholt Verhandlungen stattgefunden, in denen von dem Autoverkehr die Llebemahme deS Omnibusbetriebes in die Selbstvcrwal- tung der Gemeinden beantragt wurde. In der letzten, hier stattgehabten Sitzung wurde von der Mehrzahl der beteiligten Gemeinden dieser Antrag a b g e I c f) n t. Auch der weitere Antrag, die von der Stadt Butzbach bzw. den befahrenen Gemeinden beschlossenen Garantiesummen zu erhöhen, fand keine Annahme. Llm den Betrieb wirtschaftlicher zu gestalten, hat nun das Unternehmen den Verkehr auf unrentablen Teilstrecken eingestellt; hierunter fällt auch die Teilstrecke Dornholzhausen—Kleeberg. Weiter hat der Autoverkehr die eingeführten Zeitkarten mit verbilligtem Fahrpreise aufgehoben.
Das Gießener Marktlanbengsbäude
Spareinlagen im Reiche, sowie die hoffnungsvolle Beurteilung der deutschen Wirtschafts- unb Börsenlage burch bie Dresbner Bank konnten an bie- ser Tatsache nur wenig änbern, beim bie Beteiligung des Auslandes am Börsengeschäft fehlte immer fast noch vollkommen. Auch tauchten wieder erneute Befürchtungen einer evtl. Diskonterhöhung der Bank von England infolge der wieder zunehmenden Golbabslüsse der englischen Bank auf. Doch wurde gegen Ende der Woche die Stimmung etwas zuversichtlicher, -so daß die Kurse meist gehalten werden konnten, es traten verschiedentlich noch kleinere Besserungen ein. Von besonderer Bedeutung waren diesmal Vermutungen einer nicht von der Hand zu weisenden Diskontsenkung bei der Reichsbank. Diese Schlüsse wurden durch die immer günstiger werdenden Geldmarktverhältnisse gezogen. Auch traten die Mutmaßungen einer Erhöhung der Diskontrate von England etwas mehr in den Hintergrund. Aber trotzdem war die Unternehmungslust sehr gering; denn immer wieder traten neue Momente in den Vordergrund, die einen nachteiligen Eindruck hinterließen. Zum Wochenschluß war man wieder beruhigter, als in Neichsbankanteilen Deckungen vorgenomen wurden. Es traten zumeist kleinere Besserungen ein. Die Tendenz war, vom Elektromarkt ausgehend, etwas freundlicher. Aber sofort trat in Gestalt unliebsamer Vorgänge bei der Vaterländischen unb der Rhenania-Versicherung- 21.-G. ein neuer Unsicherheitsfaktor auf, ber alle guten Hoffnungen zunichte machte. Das Angebot nahm aber nirgends dringende Formen an, so daß die Rückschläge nie über 2 v. H. hinausgingen. 2lud) am Glanzstoffmarkt war eine sichtliche Beruhigung festzustellen. Bei einem Vergleich ber Kurse gegenüber der vergangenen Woche waren doch noch überwiegend kleine Ueber- s ch ü s s e zu verzeichnen. Stärker hervorzuheben verdienen besonders Otavi Minen, die auf höhere Kupferpreise bis 5 Mark gewannen. Zider auch Chade-Aktien traten mit plus 16 Mark in den Vordergrund. Beachtenswert fest lagen Siemens, bei einem Gewinn von 6 v.H. Die Neben- märkte lagen vernachlässigt, auch überwiegend etwas schwächer. Bon A.E.G., 3.« G.-Farben, Westeregeln, Harpener und Buderus kann dasselbe gesagt werden. Reichsbank verlieren 11 0. H., konnten sich aber zum Wochenschluß wieder um 3 0. H. erholen, Salzbetfurth minus 8 v. H.
1 v. H. zur Folge hatte. Aber auch hier ließ bie Nachfrage nach, ba die Verstimmung weiter sich griff. Die Spekulation schritt zu Abgaben. Die vorteilhaften Geldoerhältnisse, die Zunahme, der


