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Anstatt daß das Fenster geöffnet wurde rief eine rauhe Soldatenst-mme ärgerlich heraus: „Zum Donnerwetter, laß mich schlafen!" »
Jetzt schlich Devos wie ein Fuchs in den Stall zurück, und nach einigen Minuten erschien sein Freund Ian, der Schmuggler. Seine Kammer hatte er an einen Landsturmmann abtreten müssen, und er selbst schlief mit seiner Frau auf dem Speicher. Ian zog sich bald in feiger Angst wieder zurück.
Devos überlegte jetzt, wo er bleiben sollte. Am liebsten wäre er ins Heu über dem Stall gekrochen; aber so dumm waren die Deutschen nicht, daß sie ihn dort nicht hätten aufgestöbert. Er zog es daher vor, sich in einem engen Versteck über dem Hühnerstall zu verbergen. Als der Morgen graute, stand der Landsturmmann auf und ging zu seinem Dienst.
Devos hörte von Jan, daß der Deutsche erst gegen Abend zurückkehren würde; während Jan vor dem Hause Wache hielt, wusch sich Devos im Zimmer des Landsturmmannes und stutzte sich seinen zottigen Bart.
Gegen ,ed)5 Uhr wurde es im Dorf lebendig. Jan meldete, daß Patrouillen kämen.
Devos griff zu einem letzten verzweifelten Mittel, das ihm wieder einmal den Kopf rettete.
In feldgrauer Hose und deutscher Mütze stand er am Waschfaß neben dem Stall und wusch Soldatenhemden, als zwei Gendarmen, von zwei Geheimagenten begleitet, von weitem Ian zuriefen, ob seine Einquartierung schon aus sei. Ian erzählte, daß der Landstürmer dort am Waschfaß schon seit einer Stunde seine Kleider wasche.
Devos aber stand mit zitternden Händen am Waschfaß und pfiff mit zitternden Lippen das Lied: „Die Vöglein im Walde ..
Mit Reckt konnten die Gendarmen sich sagen, daß Devos demnach auf keinen Fall in diesem Hause verborgen hielt.
Und somit war wieder einmal die Gefahr für den Burschen vorüber. Er konnte, während jeder Wald, jede Schonung umstellt und durchsucht wurden, während die Sümpfe sogar durch ein Flugzeug abge- sucht wurden, mit seinen Läufern seine Berichte aus- tauschcn, — wie aus den Akten erweislich ist, war Pieter Devos am 2. August 1916 wieder in Vlis- singen.
SieErkeunlnis und daneben zu fördern...
Aufbau und Ziele der Kaiser-Wilhelm-Gesellschast.
Von D. Or. phil. Or. med. ei iur. h. (. Adolf von Harnack, Wirklichem Geheimen ZRof und Präsidenten der Kaiser-Wilhelm-Gesellschast, (Exzellenz.
Die Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft wurde 1911 an- I läßlich des 100jährigen Jubiläums der Berliner 1 Universität auf meinen Vorschlag aus dem Jahr 1910 hin von dem deutschen Kaiser und einem neu- gebildeten Verein bekannter Männer und Frauen des deutschen Wirtschaftslebens ins Leben gerufen. Der Verein hat es sich zur Aufgabe gemacht, „die Wissenschaften, insbesondere durch Gründung und Erhaltung naturwissenschaftlicher Forschungsinstitute, zu fördern".
Solche Gesellschaften zur Förderung der reinen Wissenschaft eristierten in Gestalt der Carnegie- und Rockefeller-Institute, der Royal Institution ok Great Britain, College de France, des Pasteur- und des Nobel-Institutes schon längere Zeit in den Vereinigten Staaten, England, Frankreich und Schweden. Sie waren in der ganzen europäisch gebildeten Welt zur Notwendigkeit geworden, wenn die Forschung in gleichem oder stärkerem Maß als bisher arbeiten sollte. Denn überall erschwerten es, wie an den deutschen Universitäten, die Vereini- aung von Lehrtätigkeit und Forschung, die mangelnden Geldmittel der Unterrichtsverwaltung für moderne Forschungsinstitute und der um die Jahrhundertwende einsetzende, jährlich wachsende Zustrom der Lernbegierigen den Gelehrten ihrer eigentlichen, wissenschaftlichen Aufgabe völlig zu genügen. Die Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft griff deshalb auf die ein Jahrhundert alten Pläne Wilhelm von Humboldts, auf den Gedanken der wissenschaftlichen Hilfsinstitute, unab- hängig von Universitäten und Akademien, zurück.
Day die Gesellschaft in der Hauptsache naturwissenschaftliche Institute geschaffen hat. ist dadurch begründet, daß man den großen Wert naturwissenschaftlicher Forschung für Wirtschaft und Technik, auch im internationalen Wettbewerb, erkannt hat. Außerdem machten die Geistes- Wissenschaften die Schaffung von Spezialinstituten weniger notwendig, von denen die Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft heute vier besitzt: das Institut zur Erforschung spezieller Fragen der deutschen Geschichte, Berlin, das Institut für ausländisches und internationales Privatrecht, Berlin, das Institut für ausländisches öffentliches Recht und Völkerrecht und das Kunstwissenschaftliche Institut im Palazzo Zac- cari in Rom für Deutsche und Ausländer.
Die naturwissenschaftlichen Institute derKaiser- Wilhelm-Gesellschaft umfassen heute zwei Typen
von wissenschaftlichen Arbeitsgebieten. Die eine Gruppe arbeitet rein wissenschaftlich, theoretisch an wissenschaftlichen Problemen, deren Lösung natürlich dem allgemeinen Leben indirekt zugute kommt. Die andere Gruppe aber arbeitet an der wissenschaftlichen Beantwortung schwerer und lebenswichtiger Grundfragen von Wirtschaft und Technik, welche durch die Ratur der Rohstoffe gegeben sind.
Dte Spezialinstitute theoretischer Forschung umfassen Institute für Biologie, Biochemie. Anthropologie, Physiologie und Medizin in Berlin, München, Heidelberg usw. Diese Institute beschäftigen sich nach dem Gründungsprinzip der Kaiser-Wilyelm-Gesellschaft nicht mit Gebieten, die Hauptfächer an Universitäten und Hochschulen sind, sondern mit Spezialgebieten, die die Arbeit der Universitäten ergänzen.
Der andere Typ der naturwissenschaftlichen Institute stimmt mit den führenden Wirtschaftlern, denen er neue Wege zeigen soll, darin überein, daß sein Forschungsziel absolut wissenschaftlich sein mutz, wenn seine Ausführung die praktischen Wirtschaftsvrobleme der Zukunft so fördern soll, wie es die Wirtschaft von der wissenschaftlichen Erkenntnis erwartet. Humboldts Wort klingt wieder über die Jahrhunderte hinweg: „Die Wissenschaft gietzt oft dann ihren reichsten Segen über das Leben aus, wenn sie sich von demselben gleichsam zu entfernen scheint."
Zu den Instituten der angewandten Wissenschaft der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft gehören die zwei Institute für Kohlenforschung in Mülheim a. d. Ruhr und Breslau, die Institute für Eisenforschung in Düsseldorf, für Metallforschung in Berlin, für Silikatforschung (für die Zementkeramik- und Glasindustrie) in Berlin, für Faserstoffchemie in Berlin, für Strömungsforschung in Berlin, für Züchtungsforschung in Müncheberg, für Arbeitsphysiologie in Dortmund-Münster (bisher in Berlin), und die Aerodynamische Versuchsanstalt in Göttingen. Autzer diesen Instituten hat die Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft noch eine Reihe von Forschungsstationen in für naturwissenschaftliche Forschung besonders geeigneten Gebieten in Holstein, Istrien, Riederösterreich. Neapel und Berlin errichtet. Die dem Publikum bekannteste dieser Forschungsstationen ist die große Vogelwarte in Rossitten (Kurische Nehrung).
MienMMMm.
Roman von Edgar Wallace.
20. Fortsetzung. Nachdruck verboten.
20.
«Diana Ward," sagte Larry, «ich bin ein schwergeprüfter Mann.
Das junge Mädchen unterbrach ihre Arbeit und ließ ihre Finger auf den Tasten der Schreibmaschine ruhen. Dann drehk sie sich auf ihrem Stuhl herum.
«Unser Fall fängt an, ein wenig klarer für mich zu werden", entgegnete sie ruhig.
«Ich wünschte bei Gott, er würde auch für mich allmählich etwas klarer", brummte Larry. „Wir können am besten sehen, wie die Sache liegt, wenn wir uns die Ereignisse in ihrer Folge ins Gedächtnis zurückrufen." Er lehnte sich in seinen Stuhl zurück und begann an den Fingern abzuzählen. „Wir haben da zuerst einen reichen Kanadier, der augenscheinlich in der Absicht nach London kommt, die Gräber von Frau und Kind, die er vor Jahrzehnten verlassen hatte, aufzusuchen. Nach oder während eines Besuches im Macready-Theater wird er ermordet. Der Autor des Stückes ist John Dear- born, der. wie allgemein bekannt ist, den größten Blödsinn schreibt, der jemals auf einer Bühne gesehen worden ist. Aber aus dem Grunde ist er noch lange kein Mörder. Außerdem ist er ein angesehener Geistlicher, der sein Leben, seine Arbeit den Blinden geweiht hat. Der ermordete Stuart hinterläßt ein Testament, geschrieben auf der Innenseite seines Oberhemdes, in welchem er sein gesamtes Vermögen einer Tochter vermacht, die nach unseren bisherigen Informationen überhaupt nicht existiert. Verschiedene Anhaltspunkte werden gefunden: ein Stück Papier mit Worten in Brailleschrift und in der Hand des Toten die Hälfte eines Manschettenknopfes aus schwarzer Emaille mit Brillanten. Die Brailleschrift wird aus dem Präsidium gestohlen. Ein Paar gleiche Manschettenknöpfe kommen in den Besitz Flimmer Freds, der sie seiner eigenen Sicherheit halber verseht. Diese Knöpfe scheinen aber für eine oder mehrere unbekannte Personen derartig wichtig zu sein, dah ein Einbruch in dem Leihhaus. wo die Knöpfe versetzt sind, ausgeführt wird, augenscheinlich nur zu dem Zweck, diese wieder in die Hände zu bekommen. Noch mehr. Ein Helfershelfer dieser Personen versucht zuerst Sie. Miß Ward, zu entführen und dann Fanny Weldon, die in unser Bureau im Präsidium eingebrochen war. zu ermorden. Die Beweggründe hierfür sind mir verständlich, ebenso der Versuch .Flimmer Fred aus dem Wege zu räu
men. Wofür ich aber wirklich gar keine Erklärung finden kann, ist der Versuch, der gegen Sie unternommen wurde."
„Das ist mir auch rätselhaft", nickte Diana.
„Zweitens", zählte Larry weiter, „haben wir herausgefunden, daß Stuart in der Greenwich- Versicherungsgesellschaft außerordentlich hoch versichert war. Leiter der Gesellschaft ist Dr. Iudd, der übrigens kein Hehl daraus rnadjt, daß die Versicherung abgeschlossen wurde."
„Haben Sie Dr. Iudd gesehen?" fragte sie überrascht.
„Ich habe telephonisch mit ihm gesprochen und werde ihn nachher aufsuchen. Vielleicht begleiten Sie mich — wir können ja unseren Besuch in Todds Heim bis zum Nachmittag aufschieben."
Er sah ihre Augen bei diesem Vorschlag aufleuchten und fragte neckend:
„Die Jagd scheint Ihnen Vergnügen zu machen?"
„Cs ist faszinierend für mich, und ich möchte am liebsten bei allem dabei sein. Gestern hatte ich so das Gefühl, als ob Sie das nicht von mir annahmen."
Larry errötete schuldbewußt.
„Nur für einen kurzen Augenblick", gab er zu, „und das war sehr unrecht von mir. Aber schließlich: Warum sollten Sie auch alle Stunden, die der Himmel Ihnen beschert, mit Arbeit ausfüllen?"
„Weil ich möchte, dah die Mörder Stuarts der gerechten Strafe nicht entgehen", antwortete sie mit fester Stimme.
Dr. Iudd erwartete nur einen Besucher und war offensichtlich angenehm überrascht, als Larry mit seiner Begleiterin in das grotze Direktionsbureau in Bloomsburh Pavement hineinkam.
„Dr. Iudd — meine Sekretärin, Mitz Ward", stellte der Inspektor vor. „Miß Ward hat ein ausgezeichnetes Gedächtnis, und vielleicht habe ich einige stenographische Notizen unserer Unterredung nötig."
„Das ist mir sogar sehr angenehm", sagte Dr. Iudd, schien sich ober doch in der Gegenwart des jungen Mädchens nicht ganz behaglich zu fühlen.
„Es freut mich, dah Sie gekommen sind," begann Dr. Iudd langsam. „Ich wollte gern noch einmal mit Ihnen über den Mann sprechen, den Sie bei mir fanden, als wir uns zum erstenmal trafen. Ich muß befürchten, Sie haben einen absolut falschen Eindruck gewonnen, und ich kann Ihnen das nicht einmal verdenken, denn der Mann ist ein berüchtigter Gauner. Haben Sie ihn kürzlich wiedergesehen?"
„In den letzten Wochen habe ich ihn nicht zu sehen bekommen und auch nichts von ihm gehört," sagte Larry wenig wahrheitsgemäß, und dos junge Mädchen mußte ihre ganze Selbstbeherrschung zusammennehmen, um ihre Heber» raschung nicht sehen zu lassen.
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Zigaretten, und alle Gegner des
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täglich durchschnittlich hundert meine robuste Gesundheit straft Rauchens Lügen."
Der Doktor lachte herzhaft.
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vergnügtes, herzliches und ansteckendes Lachen, dah Diana unwillkürlich lächeln muhte. Der Doktor steckte eine Zigarette an, nahm eine Mappe aus seinem Schreibtisch und öffnete diese.
„Hier sind die Policen. Sie werden bemerken, dah die Summen an eine Person zu zahlen sind, deren Namen später genannt wird. Ich erhielt die diesbezügliche Anweisung an dem Tage, wo Stuart starb, und ich werde sie Ihnen sofort zeigen. Sie wurde mir erst gestern morgen vorgelegt. als einer meiner Angestellten mich daran erinnerte, daß wir die Policen ausgestellt hatten. Zu gleicher Zeit erhielten wir die Aufforderung, die Versicherungssumme auszuzahlen, und mit dieser Aufforderung den Totenschein Stuarts, respektive die beglaubigte Kopie desselben."
„Die man für fünf Schilling erhalten kann,"
unterbrach Larry, und Dr. stimmend.
„Cs war aber vollständig Dr. Iudd fort. „Auf jeden
genügend," fuhr Fall hatten wir
„Nun," sagte der Doktor, „darüber können wir mal bei einer späteren Gelegenheit sprechen. Stört es Sie, wenn ich rauche. Miß Ward?" Sie schüttelte lächelnd den Kopf. „Ich bin leidenschaftlicher Zigarettenraucher," fuhr er fort. „Seit mehr denn fünfundzwanzig Jahren rauche ich
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Für die v dem Hin sowie di Sattlern Sprecher
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keinen Grund, dem Erben, als dieser vorsprach, das Geld vorzuenthalten und — die Zahlung wurde geleistet."
„Wie ist es gezahlt worden? Bar oder Scheck?"
„Auf den eigenen Wunsch der betreffenden Dame durch offenen Scheck."
„Der Dame?" fragten Larry und Diana in höchster Heberraschung zusammen.
Dr. Iudd sah Diana lächelnd an und rieb vergnügt seine Hände.
„Eine so interessierte Sekretärin gefällt mir ausnehmend," kicherte er.
„Aber wer war denn die Dame?" fragte Larry.
Der Doktor nahm zwei schmale Bogen aus seiner Mappe und legte den einen vor den Detektiv.
„Hier ist die Empfangsbestätigung," sagte er. ^Wie^Sie sehen, lautet sie für einhunderttausend
Larry nahm die Quittung und las sie durch. Dte Unterschrift lautete: Clarissa Stuart.
21.
Larry traute seinen Augen nicht. Er hielt die Quittung dem jungen Mädchen hin, aber sie hatte schon über seine Schulter hinweg die Unter- schrift gelesen.
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Aus der pwvinzialhaupistadi.
Gießen, den 6. Juli 1929.
Das Selbstanschlußamt in Gießen.
Die Inbetriebnahme des neuen Selbstanschlußamtes in Gießen wird, wie man un.s von zuständiger Seite mitteilt, voraussichtlich Ende dieses Monats erfolgen können. Der genaue Zeitpunkt wird vorher bekanntgegeben werden. Dei der neuen Betriebsweise fällt die Mitwirkung der Beamtinnen, soweit es sich um Ortsgespräche handelt, fort. Der Fernsprechteilnehmer ist mithin unabhängiger als bisher, dafür aber auch vollständig auf sich selbst angewiesen. Der Selbstanschlußbetrieb bietet ganz wesentliche Vorteile, stellt aber anderseits an die Teilnehmer auch größere Anforderungen hinsichtlich ihres Vertrautseins mit den Einrichtungen ihrer Sprechstellen. Wer die nötigen und peinlich genau auszuführenden Handgriffe nicht genügend beherrscht, wird sich und anderen manche Unannehmlichkeiten verursachen und daneben für die durch eigenes Verschulden hergestellten unrichtigen Verbindungen noch die Gebühren zahlen müssen, da der selbsttätige Gesprächszähler gewissenhaft alle wirklich zustande gekommenen Verbindungen zählt.
Die Handhabung der Selbstanschluß- apparate ist nicht schwierig, muß aber doch erlernt sein. Es liegt im Belange aller Fernsprechteilnehmer, sich die erforderliche Kenntnis anzueignen; vor allem muß der Teilnehmer auch die Bedeutung der selbsttätig vom Selbstanschlußamte ausgehenden Signale genau kennen. Es wird daher empfohlen, die Bedienungsvorschriften, die jedem Teilnehmer ausgehändigt werden, an den Apparaten — auch bei den Nebenstellen — aufzuhängen, aufmerksam durchzulesen und sorgfältig zu beachten.
Vom 8.Juli ab werden werktäglich die neuen Selbstanschlußapparate im Betriebe oorgeführt. Näheres über die Vorführungszeiten ist aus einer Bekanntmachung des Telegraphenamtes im heutigen Anzeigenteil, deren Beachtung wir allen Fernsprechteilnehmern dringend empfehlen, zu ersehen. Alle Inhaber einfacher Sprechstellen (das sind solche ohne Nebenstellen)
„Clarissa Stuart?" sagte er langsam. „Kennen Sie die Dame?"
„Habe niemals von ihr gehört," antwortete der Doktor lebhaft, „aber das war die Person, die bevollmächtigt war, die Versicherungssumme in Empfang zu nehmen."
„Wie sieht sie denn aus T‘ fragte Larry nach kurzer Pause.
Dr. Iudd steckte sich an dem Ende seiner Zigarette eine frische an und warf den Rest in den Kamin, bevor er antwortete.
„Jung, hübsch, elegant angezogen." sagte et kurz.
„Machte sie denn einen — niedergeschlagenen Eindruck?"
..Ganz und gar nicht," entgegnete der Doktor. „Sie war im Gegenteil ganz vergnügt."
Diana Ward und- Larry Holt blickten einander mit ungeheucheltem Erstaunen an.
„Hat die junge Dame eine Adresse hinterlassen?"
„Nein, das war auch nicht nötig," war Dr. Iudds Antwort. „Ich sagte Ihnen ja schon, daß ich ihr einen offenen Scheck gegeben hatte. Das schien ihr nicht ganz recht zu sein, und sie sagte, sie wollte keinen Scheck haben. Ich habe dann jemand nach der Bank geschickt und das Geld einkassieren lassen und habe es dann, als er zurückkam, an sie ausgezahlt."
„Es war also alles bar Geld?"
„Die ganze Summe ist in bar ausgezahlt worden," wiederholte der Doktor.
„Und Sie haben sie niemals vorher gesehen?" fragte Larry noch einmal.
„Niemals," sagte der Doktor kopfschüttelnd. „Sie war zweifellos die Tochter Mr. Stuarts, wenigstens erzählte sie mir so, und ich hatte keinerlei Veranlassung, ihren Worten zu mißtrauen."
Larry und Diana waren schon in der Straße, bevor er ein Wort an sie richtete.
„Es ist unglaublich!" — und zu dem Kutscher, der auf ihn wartete: „Nottingham Place 304."
„Wo fahren wir jetzt hin?" fragte Diana überrascht.
„Nach Stuarts früherer Wohnung," erwiderte Larry. „Ich habe die Recherchen dort Sergeant Harvey anvertraut, der ja ganz besonders sorgfältig vorgeht, ober vielleicht hat er doch etwas übersehen. Wenn Stuart erst am Tage seines Todes herausgefunden hat, daß er noch eine andere Tochter hatte, mutz er doch irgendeinen Besucher gehabt haben."
„Glauben Sie, dah das junge Mädchen, Clarissa meine ich, bei ihm war?" fragte Dianq schnell.
„Das ist vielleicht möglich, und das müssen wir versuchen herauszufinden."
(Fortsetzung folgt.)
** Der Alice-Frauenvevein vom Roten Kreuz hielt gestern nachmittag im Sitzungssaale des Stadthauses feine Mitgliederversammlung ab. Die Vorsitzende, Frau Professor Kramer, begrüßte die Erschienenen unb gedachte zunächst der verstorbenen Vorstandsmitglieder Frau Geh. Rat Gail und Landgerichtsdirektor Wiener, die sich unauslöschliche Verdienste um den Verein erworben haben. Sie hob ferner die rührige Tätigkeit der seit Gründung des Vereins im Vorstand tätigen Damen Frau Geh. Rat Dr. Riegel, Frau Geh. Rat Dr. Streng und Frl. Emmi Mettenheimer hervor, die zu Ehrenmitgliederni ernannt wurden. Aus dem von Frau Professor Kramer erstatteten Tätigkeitsbericht ging hervor, daß der Verein auch in den Berichtsjahren! 1927 und 1928 außerordentlich segensreich gewirkt hat. Abgesehen von der Ausbildung von Rote- Kreuz-Schwestern, welche zentral geregelt wird, veranstaltete der hiesige Verein ärztlich geleitete Samariterkurse zur Aufklärung auf hygienischem Gebiet, Ausbildung in der ersten Hilfe bei Unglücksfällen usw. Die hier ausgebildeten Nothelferinnen arbeiten mit der Freiw. Sanitätskolonne Hand in Hand. Die Fürsorgearbeit des Vereins vollzieht sich im ständigen Einvernehmen mit den Organisationen der öffentlichen und privaten Fürsorge. Frau Iustizrat Dr. Rosenberg berichtete über die Abt. „Bienenkorb", eine Einrichtung, deren segensreiches Wirken besonderes Lob verdient. Die Zahl der Arbeitsuchenden ist hier jetzt geringer geworden, ebenso sind auch die Arbeitsmöglichkeiten zurückgegangen. Im Jahre 1927 wurden durch Verkauf vereinnahmt 3720 Mk., 1928 3024 Mk. Heber die Abteilung „Studentenhilfe" berichtete an Stells von Frau Sanitätsrat Dr. Schliephake Frau Prof. Kramer. Von der gebotenen Möglichkeit, an preiswertem Mittagstisch teilzunehmen, wurde von der Studentenschaft wenig Gebrauch gemacht. Die in den Jahren 1927 und 1928 veranstalteten Werbetage zeigten günstige finanzielle Ergebnifse. Einer größeren Anzahl von Hausangestellten wurden für langjährige treue Dienste Ehrungen durch den Verein zuteil. Die vom Verein in den beiden letzten Jahren veranstalteten Sammlungen und Blumentage brachten befriedigende Einnahmen. Sehr erfolgreich erwiesen sich die vom Verein veranstalteten Lehrvorträge. Heber die Kassenverhältnisse berichtete die Vorsitzende an Stelle des am Erscheinen verhinderten Schatzmeisters, Oberbürgermeister Dr. Keller. Die Mitgliederzahl ist in den letzten Jahren ständig gestiegen, sie betrug Ende 1928 213. Die Einnahmen des Vereins betrugen im Jahre 1927 469,55, im Jahre 1928 469,55 Mk. Das Darvermögen des Vereins beläuft fich zur Zeit auf 2342,92 Mk. Nach einem kurzen Schlußwort der Vorsitzenden
Die Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft hat es sich zur Aufgabe gemacht, nur hervorragende Gelehrte für ihre Forschungsarbeiten zu berufen, die dann das Recht haben, sich ihre Mitarbeiter selbständig auszuwählen. Wie ihre Arbeit Hochschulen und Hniberfitäten unterstützen und an- regen soll, so besteht ein geistiger Austausch zwischen beiden und der Kaiser-Wilhem-Gesell- schaft dadurch, daß häufig wissenschaftliche Arbeiter der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft Gastdozenten an Hochschulen sind. Mit der Preußischen Staatsregierung und der Reichsregierung, die sie in der schweren Zeit des wirtschaftlichen Um» sturzes gestützt haben, arbeitet die Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft wie mit den Vertretern der Wirtschaft zusammen, ohne deshalb ein staatliches oder wirtschaftliches Unternehmen zu sein oder zu werden. Sie ist eine selbständige, wissenschaftliche Gesellschaft, die außer dem Ziel nationalen Ehrgeizes, das der deutschen Wissenschaft zugute kommt, eine große Zukunftsaufgabe in der internationalen wissenschaftlichen Zusammenarbeit sieht. Mittel dazu sind ihre Gaststellen für ausländische Gelehrte, ihre Auslandinstitute für Deutsche und Ausländer und das geplante Haus zur Aufnahme ausländischer Gäste in Berlin-Dahlem.
Die Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft ist in ihrer vielfältigen Gliederung eine große Einheit. Denn auch die verschiedensten und auseinanderliegend- ften ihrer Arbeitsgebiete haben das gleiche Ziel, das Ziel aller Wissenschaft: die Erkenntnis und das Leben zu fördern.
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werden gut hin, sich zu einer dieser Vorführungen einzufinden und auch ihre Familienangehörigen, Angestellten usw., die mit dem Fernsprecher zu tun haben, an einer solchen Vorführung teilnehmen zu lassen. Den Inhabern von Nebenstellenanlagen wird die Beteiligung ebenfalls dringend empfohlen. Da aber die Bedienung der Nebenstellenanlagen erheblich schwieriger ist, werden hierfür in kleineren Kreisen besondere Vorführungen veran- staltet werden.
Vornotizen.
— Tageskalender für Samstag: Gießener Hochschul - Gesellschaft: Festsitzung 1929, 17 Uhr im großen Hörsaal der Universität. — Schützenfest Gießen: Großer Empfangsabend in der Volkshalle. — Lichtspielhaus, Bahnhofstr.: „Wolga- Wolga". — Artilleristenverein: Monatsversammlung, 20.30 Uhr. — Gießener Ruderklub „Hassia"^ Mitgliederversammlung, 20.30 Uhr, im Bootshaus.
— Tageskalender für Sonntag: Schützenfest Gießen: Großer Festzug, 10.30 Uhr vom Oswaldsgarten aus. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Wolga-Wolga".
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