Einzelbild herunterladen

....

' t-® s Mte -' r

"p;..

T 1 :

j :>? ,

V ,y/n/j r»'r

W' !

/ 1^

M

? - ,3;*

Anstatt im Unterhaus.

Die Jndiendebatte vertagt.

London. 4. Rov. (T.-Ll.) Das Llnterhaus hatte am Montag einen seiner großen Tage. 3n Erwartung der Erklärungen des Ministers zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit. Thomas, und der Anfragen zur indischen Frage waren Haus und Tribüne dicht beseht. Auf der Galerie sah man einige in London wei­lende führende Persönlichkeiten des indischen öffentlichen Lebens. Ministerpräsident M a c ba­nal d , der kurz nach Eröffnung der Sitzung zum erstenmal nach seiner Amerikareise wieder im Parlament erschien, wurde von allen Seiten sehr herzlich begrüßt.

Baldwin machte, nachdem er unter dem Beifall der Konservativen Macdonald im 'Kamen der gesamten Opposition des Unterhauses herzlich willkommen ge­heißen hatte, den Vorschlag, die am Donnerstag im Llnterhaus stattfrndende Debatte über Indien auf Grund eines Vertagungsantrages von feiten des Führers des Hauses vorzuneh­men, um es dem Staatssekretär für Indien zu ermöglichen, seine Erklärungen abzugeben. Bald­win will mit diesem Antrag verhüten, daß es zu einer Abstimmung kommt, was im Falle eines Mißtrauensantrages oder eines Antrags, das Gehalt des Staatssekretärs für Indien her­abzusehen, unvermeidlich wäre. Es entspann sich sodann eine Aussprache über die Lage auf dem Arbeitsmarkt. Arbeitsminister Thomas betonte, daß er niemals behauptet habe, im Besitze eines Zaubermittels gegen die Arbeitslosigkeit zu sein. Sein Ziel sei, festzustellen, wie durch Au f- wendung öffentlicher Gelder Be- schäftigungsmöglichkeiten geschaffen werden können, wie man dem Ausfuhrhan- d e l aufhelfen und damit die Industrie beleben könne und wie die großen Hilfsquellen deS Reiches zur Erreichung dieser Ziele herange­zogen und entwickelt werden können.

Lloyd George übte scharfe Kritik an den Regierungevorschlägen. Seit dem'Amtsantritt des Arbeiterkabinetts habe die Zahl der Llnbeschäftig- ten um 1 0 0 0 0 gii genommen. Was die Regierung Vorschläge, fei zaghaft, feigeund unintelligent. Es sei lebhaft zu bedauern, daß Thomas seine eigentliche Aufgabe im Stich gelassen habe, um nach Kanada zu gehen, wohin man besser eine Wirtschaftsdelegation hätte sen­den sollen unter Führung eines fähigen Kopfes, wie etwa Lord d'Abernon, der in Südamerika jüngst so Wertvolles geleistet habe. Auch Maxton vom extremen Flügel der Arbeiter­partei übte scharfe Kritik an den von Thomas gemachten Vorschlägen. Es sei nichts darin zu entdecken, was nicht früher schon von der liberalen und der konservativen Regierung ver­sucht worden sei. Er bitte Thomas um jeden Dreis, sich von den konservativen Gedankengängen loszumachen und endlich sich der sozialisti­schen zu bedienen, um das Problem zu lösen.

Reue Gklarek-Geheimkonien.

Berlin, 4.Rov. (TLl. Funkspruch.) In den lebten Lagen ist es der Polizei und der Staats­anwaltschaft gelungen, fzeichnungen über Geheimkonten der Gebrüder S k l a r e k zu finden, durch die nicht nur die drei Brüder, sondern auch Mitglieder der Stadtverwaltung und städtischen Behörden bloßgestellt werden. Die Skla- reks haben, um vor Rachforschungen durch An­gestellte oder Unberufene sicher zu sein, diese Gehclmkonten im Gegensatz zu ihren Geschäfts­büchern sehr korrekt geführt. Sie haben, um die Ramen bekannter Kunden oder guter Freunde zu verschleiern, sich bei der Bezeichnung der Konten, einer.mitunter etwas boshaften Aus­drucksweise bedient. Hinter der Bezeichnung .Gustav" hat man einen leitenden hohen Be­amten der Berliner Stadtverwaltung zu suchen, während hinter der unschönen Bezeichnung .Hammel" sich ein Beamter der Stadtbank verbirgt, dessen Konto allerdings auch nicht allzu hohe Beträge aufweist, so daß in dem Decknamen vielleicht auch eine gewisse Charakteristik der drei Brüder bei der Einschätzung ihrer Bekannten gelegen hat. Einen weit poetischeren Ramen hatte man für den kommunistischen Stadtrat Gäbel gewählt. Ihn bezeichnete man als den schirmen­den Erzengel® a b r t e l", während der kommu­nistische Stadtrat Segnet, dessen Rame an Kampf und Waffen erinnert, den Liebernamen .D o l ch" erhielt. Für den BürgermeisterS ch n e i- der hat man kurz und schlicht das Deckwort .Schuster" gewäylt. Das Konto des Stadt­bankdirektors Schmitt, mit dem sich nur Leo und Max Sklarek einigermaßen gut standen, während Willy ihn weder zu sich einlud, noch bei ihm verkehrte, wurde mitSchimmel" bezeichnet, wobei wohl der Gedanke an den Amts­schimmel bestimmend gewesen sein mag.

Die Summen auf den einzelnen Konten sind nicht gerade klein. So geht z. D. aus dem des Stadtrats Segnet hervor, daß er monat­lich 2000 bis 2 5 0 0 Mark von den Ge­brüdern Sklarek erhalten hat. Das KontoGabriel" weist noch höhere Sum­men auf und der Beamte, der sich hinter dem DecknamenSchimmel" verbirgt, hat Zuwendun­gen erhalten, die die Bezüge der beiden oben­genannten Personen ganz erheblich über­schreiten. Das KontoGustav" weist im wesentlichen die Summen auf, die für gelie­ferte Kleidungsstücke an sämtliche Familienmitglieder eingesetzt worden sind. Daneben finden sich allerdings noch Aus­zeichnungen über größere Summen.

Sie berliner Vettehrsgesellschaff.

Schwere Angriffe gegen Direktor Brolat.

Berlin, 4. Rov. (WB.) Don der kommu­nistischen Presse werden im Zusammenhang mit der Sklarekaffäre jetzt sehr schwerwiegende Vor­würfe gegen den Direktor der Berliner Ver­kehr sgese lisch ast Brvlat erhoben. Die Vor­würfe beziehen sich auf die Tätigkeit Brolats als Direktor der Berliner Brenn­st o f f g e f l1 f <5) a f t in den Jahren 1924 bis 1925. Bei der Belieferung städtischer Anstalten und Siedlungen mit Brennstoffen sollen nach diesen Dorwürfen minderwertige sHolz und Kohlen abgegeben worden sein, wäh­rend die Rechnungen über wertvolles Material ausgestellt worden feien. Bro- lat bat sich auf Grund dieser Vorwürfe an den AufsichtSratsvorsiHenren der Drerrnstvffaesell- schaft, Dtadtrat Dr. Lreitel. gewendet, uns die­ser hat eine Untersuchung in die Wege geleitet.

Direktor Brokat bc ft reitet entschieden, von irgend- j welchen Betrügereien Kenntnis gehabt zu haben. Wie weiter bekannt wird, schwebt gegen Bro- lat bereits bei der Staatsanwaltschaft ein Er­mittlungsverfahren wegen des Berdach- tes der passiven Bestechung im Zusam­menhang mit dem Sklarekskandal.

Der nationale Vlvü der Mitte.

Ein Appell

des demokratischen Parteivorfitzcndcn.

Göttingen. 4. Rov. (WTB.) Herl: abend sprach der Vorsitzende der Demokratischen Partei, Reichsminister a. D. Koch-Weser über die deutsche Zukunft. Die deutscheninnerpoli- tischen Zerwürfnisse fänden ihren Wider­hall jenseits der Grenze zum Rachteil Deut ch- lands. Gegenüber den extremen Einseitigkeiten der Rechten und den sozialistischen Experimenten müsse ein Block der na tionalbewußten Männer gegründet werden. Dieser müsse das bisher Erreichte weiter ausbauen und vor allem finanzielle und wirtschaftspoli­tische Erfolge erzielen. Llm das zu erreichen, müßten alle Schichten, die auf dem Boden des Staates steh:n, sich zu diesem Block zusammen­finden, um dem deutschen Volk das Gut der Ein­heit und Freiheit zu erhallrn und dafür zu sorgen, daß die wirtschaftliche und finanzielle Blüte sich wieder entwickelt.

Oaö vorläufige amtliche Ergebnis des Vottsbegehrens.

Berlin, 4. Rov. (DB) Der Reichswahlleller veröffenllichk das vorläufige Ergebnis de^ Linlra- gungsverfahrens zum Volksbegehren, an dem ledig­lich drei Gemeinden im Slimmkreis Magdeburg noch ausstehen, in Gegenüberstellung mit den Ergebnissen der beiden vorhergehenden Volksbegehren, hiernach haben sich von 41278897 Stimmberechtigten 4147725 Personen, d. h. 10,05 v. h.» für das Volksbegehren Arelheltsgesch" eingetragen. Die Zahl der Eintragungen beim VolksbegehrenPanzer- kreuzeroerbok" betrug 1 216 968, d. h. 2,9 v. h^ und diejenige beim VolksbegehrenAürstenent - e i g n u n g 12 523 939, d. h. 31,8 o. h.

Frühere Einberufung des Reichstages.

B e r l i n, 4. Rov. (WTB.) Die der Demokratische Zeitungsdienst aus politischen Kreisen erfährt, wird innerhalb der Reichsregierung erwogen, den Keidjs- fag früher als zu dem ursprünglich vor­gesehenen Dalum, dem 26. November, ein- zuberusen. Der Grund für diese frühere Einberufung soll darin liegen, bat es der Reichsreglerung darum zu tun ist, den jetzt ffatlfinbenben volksenl- scheid sobald wie möglich zum Abschluß zu bringen. Die Regierung wird deshalb gleich nach der Einberufung gemäß den Gesetzesbestim­mungen bas sog.Ar eiheitsgesetz" bera Reichs­tag vorlegen unb ihre oblehnenbe Stellungnahme babei zum Ausbruck bringen.

Aus dem Peiiiionsausfchuß des Hessischen Landtags.

Darmstadt, 4. Rov. (Wolsfbureau.) Der Dritte Petitionsausschuß des Hessischen Land­tages überwies einen demokratischen Antrag, zur Förderung des Absatzes heimi­scher Produkte in den Schulen Hinweise zu erteilen, einstimmig der Regierung als Ma­terial, die erklärte, daß bereits jetzt von den Lehrern in der geeigneten Weise aus die Wuchtigkeit des vermehrten Verbrauchs heimi­scher Produkte hingewiesen wird.

Einstimmig angenommen wird ein Bau­ernbundantrag, der sich gegen das immer stärker werdende Abwerfen von Reklame­zetteln aus Flugzeugen über Landgemeinden wendet und Abhilfe fordert. Eine Eingabe des Ausschusses für Radfahrwege auf ver­mehrte Herstellung dieser Fahrwege wird der Regierung als Material überwiesen, die in diesem Sinne auf die Provinzen, Kreise und Kommunen einwirken möge. Eine im Ausschuß bereits wiederholt behandelte Eingabe der Brauerei Steinhäusser-Win^ecker A.G. zu Fried­berg wegen der B i e r lie f e r ungen für die Kantine der Bereitschastspollzei in Friedberg wird dahingehend für erledigt erklärt, daß der Ausschuß ixe Regierung ersucht, bei Vergebung von Dierlieferungen möglichst hessische Fir­men zu berücksichtigen. Eine Eingabe zahlreicher Bäckermeister aus Vilbel um Herabsetzung von verhängten Kosten wegen zu frühen Backen wird angenommen und die Regierung ersucht, diese Kosten in diesen Fällen auf zehn Mark herabzusetzen.

£)er Lehrstuhl für Chemie an der Univerftfäf Gießen.

Die wir ber amtlichenDarmsläbler Zei­tung" vom 4. November entnehmen, würbe ent­gegen ber gestrigen Meldung bes Wolfsschen Tele- graphen-Bureaus in ber letzten Sitzung bes Ainanz- ausschuffes bes hessischen Lanblages bie Regierungs­vorlage über bie Bewilligung von Berufs- forberungen bei Besetzung bes burch Emeritie­rung Professor Dr. Elbs frei gewordenen orbenl- lichen Lehrstuhls für Chemie an bet Uni­versität Gießen angenommen. Die Richtigkeit dieser Meldung wirb uns auch von zustänbiger Seite b e f( ä t i g L

Aus aller Welt.

Die Erkrankung dcsPrinzen Max vonBadcn

Konst a n 8 , 5. Rov. (WTD. Funkspruch.) Im Befinden des Prinzen Max von Baden ist eine Veränderung auch in der vergangenen Rächt nicht eingetreten. Der Prinz hat eine gute Rächt ver­bracht. Auch der gestrige Tag war den Llrn- ständen entsprechend gut. Del ber Schwere der Erkrankung besteht allerdings die Möglichkeit einer ernsten Wendung, doch ist diese nicht akut. Wie von unterrichteter Seite verlautet, hat sich Prinz Max schon seit einigen Wochen nicht wohl gefühlt und auf Schloß Kirchberg, wohin er mit seiner Familie übergefiebelt war, sehr zu­rückgezogen gelebt Dor einiger Zeit erlitt Prinz Max einen Schlaganfall, der eine Lieber- fsthrung nach dem Krankenhaus in Meers­burg notwendig machte. Da aber dort die nöti­

gen Räume für den Patienten nicht zur Verfü­gung gestellt werden konnten, ordnete der Haus­arzt Dr. Zimmermann die Lieberführung nach dem Städtischen Krankenhaus in K o n st a n z an, wo er sich seit etwa zwei Wochen befindet. Der Prinz hat vor etwa drei Wochen bei einem Sturz im Zimmer einige Rippen ge­brochen, so daß sich das gesundheitliche Be­finden des Prinzen sichllich verschlimmerte.

Grabmalsweihe für Lonrad von Hohendorf.

Auf dem Hitzinger Friedhf in Wien wurde in Anwesenheit des Bundespräsidenten, des Bundeskanzlers, des Bizekanzlers sowie zahl­reicher militärischer Abordnungen das Grabmal für den Feldmarschall Conrad von Höhendorf eingeweiht. Das Deutsche Reich hatte den Chef der Heeresleitung, General Heye, der in Begleitung des deutschen Gesandten Graf Lerchenfeld erschienen war, entsandt. Der Präsident des österreichi'chen Offizierverbandes, General Meixner, hielt die Gedenkrede, wobei er Conrad v. Hötzendorf als einen der bedeutend­sten Heerführer im Weltkriege feierte. Heeres- minister D a u g o i n legte im Ramen der jungen Soldaten Oesterreichs das Gelöbnis ab, daß Conrad v. Hötzendorf in ihrem Herzen ewig wei­terleben werde. Als erster legte Bundes- Präsident Miklas einen Kranz nieder. Es folgten dann die Kränze der Bundesregierung, des Bundesheeres und anderer militärischer Ab­ordnungen. General Heye legte namens des deut­schen Heeres einen Kranz in den Farben des Deutschen Reiches nieder.

Gefährlicher Darenhausbranb in Köln.

In der Filiale bes Einheitspreis-Kaufhauses Ehape" in Köln-Ehrenfelb brach in bem Referoe- keller aus bisher ungeklärter Ursache ein Branb aus. Da bisher der Keller keine Entlüftungsanlage auf­wies, war ein außerordentlich [tarier Rauch entstanden, außerdem konnten durch den engen Keller jeweils nur zwei Feuerwehrleute nach unten vordringen. Als bie beiben ersten Feuer- wehrleute, mit Gasmasken versehen, an ben Branbherb Vorbringen wollten unb lange ausblieben, sandte man zwei weitere Feuerwehrleute in den Keller, bie ihre beiben Kameraden besinnungs­los am Boden liegenö vorfanden. Man chaffte bie Bewußtlosen sofort ins Krankenhaus, wo te inzwischen gestorben finb. Die Feuerwehr sah ich schließlich gezwungen, um ben Branbherb be­kämpfen zu können, im Verkaufsraum mehrere Löcher in ben Fußboben <ju schlagen, um zunächst einmal ben starken Rauch abziehen zu lassen. Erst bann gelang es in mühevoller Arbeit, das Feuer zu löschen.

Tragischer Irrtum.

In Bremen blieb ein Lastkraftwagen, auf dem sich zahlreiche Schupobeamte befanden, in einer Hauptstraße plötzlich stehen. Ein Stoa- ßenbahnzug formte nicht mehr gebremst werden und rammte das Auto. Eine Anzahl von Beamten stürzte vom Wagen. Sie erlitten aber nur leichtere Verletzungen. Plötzlich rief jemand, daß ein Mann überfahren unter dem Auto liege. Als der Beamte, der das Auto gesteuert Halle, dies hörte, ging er beiseite und erschoß sich. Gleich daraus stellte sich aber heraus, daß niemand überfahren worden war.

Zweibrücken in Zahlungsschwierigkeiten.

Zweibrücken ist gegen Monatsende in Zah­lungsschwierigkeiten geraten. Die Beamten­geyälter konnten nur nf t Hilfe eines Vor­schusses der Stadtsparkasse in Höhe von 50 000 Mar2 ausgezahlt werden. Ein Antrag der Stadt, ihr 103 000 Mark Vorschuß zu gewähren, wurde abgelehnt. Infolgedessen konnte einer großen Anzahl von Beamten vorläufig das Gehalt nur zum Te il ausgezahlt wer­den. Geschäftsleute, bie für die Stadt in den letzten Monaten Lieferungen ausführten, haben überhaupt noch kein Geld er­halten können. Die Stadt hat sich schon vor geraumer Zeit um Hilfe an die bayerische Re­gierung und an die Rcichsregierung gewandt.

Aus einem russischen Slräslingslager entflohen.

Etwa 63 rusiische Strafgefangene, die in dem russischen Konzentrationslager Solovetsk un­tergebracht waren, sind nach Finnland ge­flüchtet. Bon den 63 Gefangenen, denen es gelang, zu entfliehen, haben nur 13 b i e fin­nische Grenze erreicht, die übrigen 47 dürften durch Hunger und Kälie während der mehrwöchigen Wanderung durch unbewohnte Ge­genden umgekommen fein. Die dreizehn nach Finnland gelangten Gefangenen wurden durch die Behörden nach Rovanieml gebracht.

Zusammengewachsene Zwillinge.

In einer Aachener Krankenanstalt wurden Zwillinge geboren, die am Llnterleib zusammen­gewachsen sind und zusammen drei Beine haben. Wie versichert wird, soll das Zwillings­paar durchaus lebensfähig sein.

Aus Millelb getötet.

Dor dem Schwurgericht in Sraguignan (Frankreich) begann am Montag ter seit langem mit Spannung erwartete Prozeß gegen den jun­gen Richard Sorbett, ter im Mai d. I. seine Mutter erschoß, um sie von den Qua­len eines unheilbaren Leidens zu erlösen. Corbett, der der Ehe eines reichen Engländers mit einem französischen Dienstmädchen entstammt, lebte nach dem Tode seines Vaters mit seiner 54jährig«.i Mutter zusammen, mit der Ihn eine aus richtige Liebe verband. Don einem unheilbaren Krebsleid en befallen, hat­ten die Aerzte jede Hoffnung, seine Mutter am Leben zu erhalten, aufgegeben und dem Sohn davon Mitteilung gemacht. Hierauf reift« In ihm der Entschluß, den Quafen seiner Mutter ein Ende zu machen. Während die kranke Frau am Morgen schlief, bewaffnete er sich mit einem Re­volver und tötete sie durch einen Schuh in die Schläfe. Am Abend fand der behandelnde Arzt den jungen Corbett durch einen Schuh in die Brust schwer verletzt über dem Leichnam seiner Mutter liegen. Rach seiner Genesung wurde An> flage wegen Mordes gegen ihn erhoben.

Der Angeklagte betonte, dah die Wissenschaft alles getan halx, was in ihrer Macht stand, um seine Mutter zu heilen, ohne den geringsten Erfolg. Auf die Frage, ob er seine Tat bereue, antwortete er nur:Ich habe sie befreit." Der Gcrichtsarzt betonte, dah der Schuh unmittelbar tödlich gewirkt habe. Das Krebsleiden der Frau sei bereits soweit vorgeschritten, dah sie im Höchstfälle nur noch drei bis 12 Monate gelebt hätte. Auch der behandelnde Hausax't etuarie, dah das Leiden der Patientin unheilbar ge­wesen fei und nicht te operiert werden kön­nen. Sein letztes Mittel fei das Radium ge­wesen, dessen Anwendung jedoch furchtbare

Schmerzen hervorgerufen hätte, so dah er selbst den jungen Corbett wenige Tage vor dem Drama gesagt habe, die einzige Möglichkeit sei, die Dofis zu erhöhen. Der Angeklagte wurde freigesprochen.

Eine deutsche Expedition im Gran Chaco verschollen.

Die deutsche Indianerexpedition deS Südafrika- sorschcrs Dr. A. W. Ado Baehler, die Mitte Mai dieses Jahres ausreiste und Ende Rovember wieder in Europa eintreffen sollte, ist nach den letzten vorliegenden Rachrichten verschollen. Dr. Baehler überschritt nach Durchquerung Perus und Boliviens vor einigen Wochen die Boli­vianisch-argentinische Grenze bei Quiaca und be­fand sich mit der Terra Film-Expedition auf dem Wege nach dem Gran Chaco. Seit­dem sind die Verbindungsleute der Expedition ohne jede Nachricht. Reisende, die vom Gran Chaco kommen, berichten, sie hätten von Ein­geborenen gehört, dah Europäer, unter denen sich auch Leute mit sonderbaren Apparaten be­fanden, von Indianern überfallen und gefangen wurden. Da Dr. Daehler mit feinen Filmapparaten diese gefährliche Gegend passiert haben muh, nimmt man an, dah es sich um die deutsche Expedition handelt. Erst vor ganz kur­zer Zeit ist der französische Forscher Miller in dieser Gegend verschollen, und man hat bis heute von ihm wie auch von seiner Expedition kein Lebenszeichen. Der erste Teil des großen Indianerfilms, an dem Dr. Baeßler gemeinsam mit der Terra Film-A.-G. arbeitet, ist bereits nach Europa gesandt worden. Dr. Baehler steht im 43. Lebensjahre und entstammt einer alten Leipziger Familie. Er war lange Jahre im diplomatischen Dienst tätig und wandte sich nach dem Kriege völkerkundlichen Studien zu.

Drei Personen von einem Zug überfahren.

In der Rähe von Schleifling in S t e i e t - mark wurden drei Personen, die auf dem Bahn­damm gingen, von einem Zuge ersaht und ge­tötet. Sie hatten infolge eines heftigen Ge­witters das Signal des Zuges über­hört.

Aufklärung eines fünbestnorbes.

2n der westfälischen Ortschaft Hückelhoven wurde vor einiger Zeit bas zweieinhalbjährige Söhnchen des Bergmannes Josten ermordet. Die Ermittelungen haben ergeben, dah die Ge­liebte Iostens das Kind mit einem Knüppel z u Tode geprügelt hat, als Josten im Bergwerk arbeitete. Der Dater, ge­gen den sich zunächst ber Verdacht gerichtet hatte, steht anscheinend mit der Tat in keiner Verbin­dung. Er hatte sich vielmehr mit seiner Frau, von der er getrennt lebte, wieder ausgesöhnt.

Schreckensszenen bei einem Slierkamps.

In Saragossa hat ein wildgewordener Stier bei einem Stiergesech t die Schranke durchbrochen und sich auf die Zuschauer ge­stürzt, von denen vier getötet unb acht ver­letzt wurden. Eine Panik bemächtigte sich des Publikums.

Oie Wetterlage.

5

o

Oslo

Tdeei

f0~?

o

~ia <prund'

O

namoi 6 Vx<yr ©5 Peru vraßj O r.

-----in

(pwotxemos Oneuer, (jnaib aeaecm.® woixig. G oedecxi eneotfr » Schnee a Graupeln e Neoei K GcwiUer.(§)wmdstilie.-O~ seht <iente» O$i msjige» Sudtuowest stürmischer nordwtsl Oie Piene fliegen mit dem Winde. Oie oeiden Stationen dienenden Zah­len gecen die Temperatur an Die Linien verDindcn Orte mit gleicDco} eet neeresniveau umgerechnelen Lulldruck

Wettervoraussage.

Das Hochdruckgebiets bas bie Witterung von Mit­tel. unb Sübbeutschlanb beherrschte, manbert mit bem Vorbringen ber kräftigen isländischen Störung ost­wärts ab. Im Bereich des Hochdruckkernes, der sich mit über bas sübliche Deutschland erstreckt, hat sich infolge nächtlicher Ausstrahlung ein Kaltluftkissen herausgebilbet, in bem heute morgen bie Lufttem­peraturen 1 bis 2 Grab unter bem Gefrierpunkt lagen. Dagegen verursachte bie Warmluftwelle ber neuen Störung im bcutschen Küstengebiet bereits Temperaturanstieg bis über 5 Grab Celsius, lieber ben britischen Inseln hat sogar bie Erwärmung bis zu 13 Grab zugenommen. Mit ber weiter süblichen Aus­breitung ber feuchl-milben ozeanischen Luft wirb ber Hochbruckelnfluß abgebaut. Somit wirb burch bie aufkommenbe Bewölkung bie nächtliche Ausstrahlung unterbunben, unb bie Temperaturen kommen durch­weg über ben Gefrierpunkt zu liegen. Des weiteren führt sie zu Niederschlägen, bie sich bis über unseren Bezirk ausbreiten bürsten.

Wettervoraussage f ü r Mittwoch: Milderes, meist wolkiges pnb trübes Wetter mit Nieberschlägen.

Witterungsaussichten für Donners, tag: Weiterhin milb unb zunehmenbe Bewölkung mit einzelnen Nieberschlägen.

Lufttemperaturen am 4. November: mittags 8,7 Grab Celsius, abenbs 2,6 Grad: am 5. November: morgens 0,8 Grad. Maximum 9,4 Grad, Minimum 0,2 Grad. Crdtemperaturen in 10 cm liefe am 4. November: abends 7,1 Grad; gm 5. November: morgens 4,8 Grad Celsius. Sonnenscheindauer 5K Stunden.

ä(ii$ i

aas e lüt Der kcnkai. 2 Ai Au-he JuSba linW Wllg-^ naiven I veisarD gemacht, bei der ftaiM6 m ander Mg«n des Otb erwerbs Zeugenr genannt gellen stützte f bie Sei lichen 1 Orlsbau Im vorli komme u gen iu l rinne zu befestigte' taufes. der Fall betrifft, Helten, o den soll« lannh unbeg ffid bleibt v

Die 1 trafen heiter des De gegen i Eichen Luise R wurde e sondern Klage d> Gemünd Krriles fvrgelvst wurde Psllchtig gers 3. 3an Preuhi Dicsbc Alsfeld tveaen Erlen i