Einzelbild herunterladen

Aus dem Reiche der Krau

lassen. Gewiß, die notwendigsten häuslichen Ver­richtungen sollte jedeechte Frau verstehen. Sollte. Wohl ihr, wenn es der Fall ist. Sie mag noch so viel Geld erwerben, immer wird sie in ge­wissen Augenblicken sroh sein, am Herd, für ihre Kleidung, ihre Stube nicht die fremde Hand­reichung zu brauchen. Aber wenn die Schule sie als Kind und nachher der Beruf sie ganz und gar in Anspruch nahmen, wann sollte fie die Kunst lernen, die sie manchmal schmerzlich vermißt? Denn dazu gehört Ruhe und Zeit, Er­fahrungen wollen gesammelt und verwertet wer­den. Hier soll man milde urteilen und mit den eigenenecht weiblichen" Künsten der Hngelenken, die sich vielleicht anderweitig gern erkenntlich zeigt, zu Hilfe kommen. Denn Unerfahrenen hel­fend beispringen, Schwächen einsichtig begreifen und liebevoll verzeihen, das ist echt weibliche Tugend und zwar die wertvollste!

Diese grundsätzlichen Ausführungen zur Frage der Gymnastik entnehmen wir dem Buche von S. Dapper,Körperschule für das Mädchen turnen", das Uebungsleitermncn und Turnlehrerinnen ein reichhaltiges Hebungs- material bietet. (Verlag von Quelle & Meyer in Leipzig. 99 Seiten. Kart. 2,80 Mark. Sn Leinen 3,60 Mark.)

Beruf und Heim.

Von Marie Gerbrandt.

Die erwerbende Frau ist längst eine alltägliche Erscheinung geworden. Shre Tüchtigkeit ist an­erkannt, ihre Notwendigkeit unbestreitbar. Cs soll hier auch nicht ihre Berechtigung erörtert, ihre Arbeit beklagt oder gepriesen werden; nur auf das Verhältnis der erwerbenden Frau zu ihren Mitschwestern seien hier einige Streiflichter geworfen.

Die Zeiten sind ja wohl vorbei, da man mit dem WortBlaustrumpf" jede Frau bezeichnete, die geistiger Tätigkeit oblag, und als Beispiel gern die Schriftstellerin mit tintenbefleckten Fin­gern und vernachlässigter Kleidung wählte. Wenn man sie auch nicht gesehen hatte, man wußte sie sich gut vorzustellen, denn geistvolle Schrift­steller hatten den Typ sehr eingrägsam gestaltet, und Witzblätter führten ihn gern an.

Ob er nicht irgendwo und -wie in den Köpfen spukt? Weniger in der Großstadt, wo der täg­liche Augenschein längst alle Vorurteile aus dem Felde geschlagen hat. Aber es sind noch nicht viele Sahre her, seit mir in einer ländlichen Gesellschaft über eine Frau, die gut und viel über Erziehung schreibt, erzählt wurde, ihre eigenen Kinder seien Ausbünde von Hngezogen- heit und liefen bis Mittag ungewaschen und ungekämmt umher. Als ich aus bester persön­licher Kenntnis seststellen konnte, ihre Kinder stu­dierten bereits an Universitäten und seien, soviel sich sehen lasse, sehr tüchtige und wohlgepflegte Menschen, da riß ich sichtlich die Stützen lieb- g^wordener Gedankengünge weg. Vielleicht emp­findet die Frau, die ganz in den häuslichen Sorgen aufgeht, etwas wie Reid vor den auf geistigem Gebiet hervorragenden Geschlechts­genossinnen, daß sie so schnell zu einem ab* sprechenden Urteil gelangt? Ach, sie ahnt nicht, wie der Weg der Erfolgreichen zuerst Über Dor­nin geführt hat; wie scharf der Wind auf der Höhe weht, und wie oft in der Brust der Ge­feierten die Sehnsucht nach einem stillen, um­friedeten Glück im Schutz des Hauses sich regen mag!

Doch es soll nicht nur von den Frauen ge­sprochen werden, die Hervorragendes auf öffent­lichem Gebiet leisten, sondern von allen, die das Feld ihrer Tätigkeit außer dem Hause suchten und suchen mußten. Die Großstadt kennt sie zu Hunderttausenden; sieht sie gut gekleidet, flink, zielbewußt auf der Straße ihrem Bureau, ihrem Geschäft, ihrer Werkstatt zueilen; weiß um chre Zuverlässigkeit, ihren Fleiß, ihre Kameradschaft­lichkeit und auch, daß sie durchaus nicht ab­geneigt sind, ihren Beruf gegen die Tätigkeit am häuslichen Herd zu vertauschen, wenn die Frage an sie herantritt. Den ersten besten brauchen sie nicht zu nehmen. Und falls das Herz ihnen keinen Streich spielt, wählen sie klug und um­sichtig. Wie sie sich dann mit der Aufgabe der Selbständigkeit abfinden, wie sie, gewohnt, zuerst an sich zu denken, den Mann umsorgen, das hängt natürlich von der Natur jeder einzelnen _ ab. Eins haben sie jedenfalls gelernt, was früher . in der Entwicklung der Frau nicht so klar zur Geltung kam: Verantwortungsgefühl, Sinn für Pünktlichkeit und Selbstbeherrschung. Das hilft 'schon ein gutes Stück mit, auch wenn sie die wirklichen Künste, die andere von der Mutter übernehmen, erst erlernen müssen und Mißgriffe sich nicht vermeiden lassen werden.

Vielleicht gibt das Herausarbeiten des Festen, Bestimmten in ihrer Ratur dem Wesen mancher berufstätigen Frau etwas Schroffes; vielleicht wohnt in ihr eine leise Geringschätzung gegen ihre Mitschwestern, die nicht so viel Geld verdienen, sich nicht selber kaufen dürfen, was sie mögen, die nicht von einer bestimmten Stunde ab frei über ihre Zeit verfügen dürfen, überhaupt viel­leicht weicher, ängstlicher, unentschlossener sind als sie selber. Erst wo dies der Fall ist, verliert

Der große Umsturz in der Rode.

Von (Sophie Kramstyk, Paris.

Es läßt sich nicht mehr leugnen und der beste Wille der Welt könnte es nicht mehr vertuschen; im Bereich der Mode ist ein gewaltiger U m sturz ein- getrcten, und in Trümmern liegen die gestern ge­priesenen Götter. Es ist vorüber mit der schlan­ke n Linie und mit dem kurzen Kleid. So wenigstens lautet die Parole, die von den großen Pariser Schneideratcliers ausgehend, die verblüffte Welt in Atem hält. Wie? Wir haben gehungert und gedurstet, wir haben geturnt und gingen unentwegt den Weg zur Kraft und Schönheit, um plötzlich, wenn wir gerade drauf und dran sind, das Ideal zu erreichen und so platt zu werden, wie es das vor­jährige Modeblatt verlangt, erfahren wir, daß heute nur noch die Fülle, das Weibliche, Mollige gilt, sagen wir es kurz, daß man wieder dick sein darf.

Nicht nur die Details unserer Kleidung werden sich von nun ab verändern, wir selber müssen, um dem Wechsel der Linie nachzukommen, uns dauernd verändern, verdünnen und verdicken zunächst, mit der Zeit vielleicht auch verlängern und verkürzen. Haben wir doch bereits erlebt, daß das Strenge ab­getan wurde und die Phantasie Oberhand gewann in der Kleidung, daß das Männliche passs ist und das Unsinnige gepriesen wird, wer weiß, was uns das Morgen noch bringt. Und doch, so schlimm ist das alles ja gar nicht, gar nicht so unsinnig und unbegründet. Mit ein wenig Beobachtungsaabe, ein bißchen analytischem Geist kommen wir schon auf das Warum der großen Revolution. Also warum kam es so wie es kam? Nun, die strenge Linie war eine Folge der vorherrschenden Tendenz zum Männlichen, und diese Tendenz wurde ein wenig übertrieben, und wir wurden der Strenge müde. Die Mode, im'Dienste einer unerbittlichen Nüchtern­heit stehend, schuf zwar allerhand sehr praktische Dinge, geriet aber in eine Sackgasse, aus der sie nur noch ein Umsturz herausretten konnte. Wir sind der geraden Linie, der glatten Frisur, des männ­lichen Hutes müde geworden, das Auge, die Sinne verlangen nach Abrundung und Schwung, und die­ser Sehnsucht unseres eigenen Herzens zuvorkom­mend, in ihr eine glänzende Wendung für das Ge­schäft ahnend, führten die Pariser Schneider seit einer geraumen Weile schon den Kampf mit uns, die wir hartnäckig daraus bestanden, uns nicht mehr zu verändern. Aber da die Pariser Schneider eine Macht sind, und da sie unsere intimsten, verborgen­sten Wünsche gleichsam ans Licht der Oeffentlich- feit zerrten, so siegten sie und wir wurden aus den

phantastisch, im allgemeinen strebt die Krempe nach hinten und zur Seite zu. Es gibt auch Hute, tue man je nach der Laune uniformen kann; die Haupt­sache aber an allen diesen Neuschöpfungen ist, daß sie dem Gesicht durch Umrahmung eine Weichheit verschaffen. Der moderne Hut ist jetzt zu Beginn der Saison hauptsächlich schwarz, und man vermutet, daß Schwarz auch die beliebteste Hutfarbe bleiben wird.

Auf den anderen Gebieten der Mode ist der Um­sturz nicht so groß; das Neue bleibt im wesentlichen auf Einzelheiten beschränkt, während die Taille, die Frisur und der Hut eine radikale Veränderung er­lebt haben.

Kür den Küchenzettel.

Elsässer Schweinefleisch. Für vier Personen. Zutaten: 1 Kilo fettdurchwachsenes Schweinsnackenstück (Schweinekammstück), fünf Gramm Salz. 750 Gramm kleine, geschälte Kar­toffeln, 375 Gramm geschälte, abgebrühte Scha­lotten, 500 Gramm geschälte, aevierteilte Aepfel. i/o Liter Wasser, vier Löffel saure Sahne. 10 Tropfen Maggis Würze, 10 Gramm Weizen­mehl. Zubereitung: Das Fleisch wird mit Salz eingerieben, in die Mitte einer genügend großen Pfanne gelegt, in die man V2 ßiter kochendes Wasser 'gab. Man umlegt das Fleisch im Kranz mit den Kartoffeln u<rd den Zwiebeln, die man beide leicht salzt, und schmort das Fleisch unter Begießen halb gar. Dann legi man die Aepfel- viertel darum und dämpft es fertig. Das Wei­zenmehl wird mit der Sahne angerührt und die Soße des Schweinefleisches damit bündig gekocht. Zuletzt gibt man 10 Tropfen Maggis Würze daran. Das in Scheiben zerlegte Fleisch kommt in die Mitte einer passenden Schüssel, man umgibt es im Kranz mit Kartoffeln, Zwie­beln und Aepfeln und füllt die Tunke dann über das Gericht.

Leberklöße mit Butter. Zu Klößen kann man beliebig Leber vom Rind, Schwein, Kalb oder Hammel nehmen. Die Leber wird am besten auf weißem Papier liegend, auf warmer Herdstelle geröstet, um ihren Saft zu behalten. Dann wird sie recht fein gewiegt, mit Eiern, geriebener Semmel, sahnig gerührter Butter, einigen Löffeln süßer oder saurer Sahne, Salz. Pfeffer, geriebener Zwiebel, auch mit ge­wiegten Kräutern vermengt. Große rundgesormte Klöße kocht man einige Minuten in Salzwasser gar und gibt braune Butter dazu. Mit Sauer­kohl angerichtet schmecken Leberklöße vorzüglich.

mit Stahlperlstickereien, die man schon kennt, sind nur reicher in ihrer Fülle.

Es ist mehr als selbstverständlich, daß zu diesen aufgebauten, aufgebauschten, überreichen Kleider die glatte J^nabenfrifur und der rasierte Hals nicht mehr patzR; daher kam wohl der erste Anstoß, die Haare wieder länger werden zu laßen. Wir sind jedoch allzusehr von dem schweren Haarknoten abgetommen, es will scheinen (Vorsicht ist ja bei je­dem Modehoroskop geboten!), daß wir nie mehr langhaarig im wahrten Sinne des Wortes werden sollen. Die diesjährige Haarmode schafft also Kom­promisse. Das Haar hat zunächst aufgehört, glatt zu sein, es muß sich wellenartig und lockig ge­bärden, es muß aber auch mädchenhaft wirken und den Nacken umspielen. Wie man das nun erreicht, hängt hauptsächlich von der Art des Haares ab; ist es aber nicht willig, so braucht man Gewalt, indem es der Friseur solange bearbeitet, bis es jene Wel­len aufweist, die er und die Trägerin für erwünscht halten. Vom kindlich lieblichen Puppenköpfchen bis zum dämonischen orientalischen Aischakopf alles wird also in diesem Sinne als modern betrachtet, was einen Uebergang von kurz zu lang darstellt. Jedenfalls ergibt sich aus dieser Mode eine viel per­sönlichere Frisur.

Obwohl nun dies länger werdende Haar oft sehr reizvoll unter dem H u t hervorquoll, ergriff die Pa­riser Hutindustri« die Gelegenheit, die Form des Hutes radikal zu verändern. Die anfängliche Der- änbeiung bestand darin, daß man den Hut nach hin­ten zu verlängerte, ihn in den Nacken hinunterführte und somit auch das längere Haar verdeckte. Sodann aber schritt man an den Wechsel des Materials und entthronte den Filz, der schon allzulange beinahe Alleinherrscher gewesen. Der praktische, jedem Wet­ter Trotz bietende und so gut zu Umarbeitungen geeignete Filz wird sich natürlich auch weiterhin be­haupten, aber er muß es dulden, daß neue und also modischere Stoffe für Hüte aufkommen. So vor allen Dingen Tuch, Samt und Seide, auch Pelz, aber der kommt jetzt noch nicht in Betracht. Also zunächst ist es das Tuch, das sowohl schamrz, als auch farbig gebraucht wird und das dem Filz ähnliche, aber verfeinerte Effekte ergibt. Sodann Samt, zwar nicht der dicke, sondern ein ganz feiner Samt, der es ermöglicht, den Hut zu einem kleinen Knäuel zusammenzudrücken, ohne daß er Schaden davonträgt. Als Seide wird viel Crepe Satin ge­braucht, aber auch Crepe de Chine, besonders wenn es sich um turbanartige Hüte handelt. Selbst der Filz hat sich verändert, er ist weich und glänzend wie Seide geworden oder auch behaart wie Pelz. Es ist außerordentlich schwer, die Form und Linie der neuen Hüte zu beschreiben; sie sind unstät und

die erwerbende Frau von den Reizen, die wir mit Recht als echt weibliche bezeichnen.

Man betont aber auch gern, nicht bloß der Berühmtheit, sondern überhaupt der im Beruf stehenden Frau gegenüber, daß ihr die häuslichen Fertigkeiten abgchen oder sie diese nicht aus­zuüben vermag. Die näht sich nicht einmal ihre Knöpfe an, jene läßt unfehlbar die Speisen an- brenncn, wenn sie sich allenfalls an den Herd stellt, eine andere sieht unsagbar ungeschickt aus, wenn sie einmal mit dem Stäuber wirtschaftet. Ja. ist das so verwunderlich, liebe Haus- 'tterchen? Wäre es nicht verwunderlicher, wenn fie hier genau so geschickt wären, wenn sie all das so gut verstünden wie-ihr und ihren Beruf noch erlernten'? Dann wäret ihr ja die Minder­wertigen! Denn wie würdet ihr euch anstellen, wenn ihr Maschine schreiben. Hemden verkaufen oder eine Korrektur lesen solltet? Die Hebung dazu würdet ihr doch wohl mindestens vermissen

Hannchen stand vor ihrem offenen Wäsche- , schrank und zeigte der alten Tante ihre Schatze. I Dies sind meine Tischtücher, meine Bettlaken, > meine Kifsenbezüge" usw., bis sie im untersten Fach angelangt, stockte:Das, Tante, sind meine Sorgenkinder, zum Wegwerfen zu gut, zum Ver­brauchen entweder veraltet, oder schon mürbe..

Komm, laß mal sehn," war der hilfsbereiten Tante Antwort, deren Augen schon vor Schaf­fensfreude leuchteten, denn sie war in ihrer großen Familie überall der rettende Engel, und auch hier wußte sie Rat:

Diese Leintücher schneiden wir in der Mitte auseinander und nähen sie an den Kanten wie­der zusammen, dann ist der benützte innere^eil wieder stabil. Damit aber kein dicker Wulst entsteht, endeln wir die Naht mit der Hand zu­sammen, und ein Heberbügeln wird sie ganz glatt machen. Die Leintücher, auf diese Weise und rechtzeitig ausgebessert, ersparen dir, den häß­lichen Fleck einzusetzen, der das Aufhängen der Wäsche genierlich macht. Aus diesen schütteren Frottiertüchern machen wir kleine umhäkelte Lappen für des Waschtisch und zum Silber­polieren, die noch besseren Frotttiertücher steppen wir mit der Maschine öfters quer, das gibt ihnen wieder Halt, außen fassen wir sie mit einem Dörtchen ein. dann kannst du sie noch lange benützen.

Aus diesen alten Kuvertdecken machen wir von einer eine Tischunterdecke, damit das Geschirr nicht so klappert, und befestigen an den Ecken Bändchen zum Anbinden an die Tischbeine. Die andere gibt im Gastzimmer zwischen Matrahen­rost und Auflegematratze einen Schoner für letz­tere, das ersetzt die teuren Moltondecken. Aus der'kleinen Kinderwolldecke da machen wir einen Dügelbrettbezug, und die von Großmutter ge­erbten Riesenservietten ergeben ein paar sehr hübsche Tischdecken. Wir setzen je vier mit einer echtfarbigen Tirolerborte oder einem farbigen Häkeleinsatz zusammen. Deine Kaffeeservietten haben vom vielen Ausbürsten auch keine Fransen mehr, da weiß ich etwas sehr Rettes: Wir kaufen hellblauen oder indanthrenfarbenen Wäschedamast und nähen davon einen drei Zentimeter breiten Rand daran und lassen ihn in einem Geschäft nut Maschinenhohlsaum anschlagen. Kein Mensch merkt etwas. Mit der großen Teedecke machen wir eS ebenso, Dann paßt das Gedeck gleich zusammen.

Dann noch etwas: Wenn Wäsche jahrelang gleich zusammengefaltet liegt, wird sie im Bug brüchig, da durch das eigene Gewicht der Wasche immer ein gewisser Druck darauf ruht. Deshalb lege sie von Zeit zu Zeit anders zusammen, um sie vor dem Drüchigwerden zu bewahren.

Frau und Körperschulung.

Von Turn- und Spottlehrerin (5. Dapper*) Spiel-, Sport- und Ghmnasialbewegung haben in der Nachkriegszeit das gesamte Turnen nach- haltend und neubelebend beeinflußt. Die Er­kenntnisse, die durch die Gymnastiksysteme gewon­nen wurden, haben sich besonders stark im Mäd­chenturnen ausgewirkt. Die immer tiefere Durch­dringung der Arbeit mit gymnastischen Grund­sätzen hat vor allem die zu toten Formen er­starrten Freiübungen gänzlich umgestaltet und das geschaffen, was wir heute unter einer Körperschule der Mädchen verstehen. Körper­schule. die ihre Aufgaben voll und ganz er­füllen will, muß die Gesetze beachten, die als grundlegend für das natürliche, rhythmische Be­wegen erkannt wurden.

Körperschule ist eine abstrakte Avbeit, ihr« Hebungen sind reine Zweckformen, und doch mutz sie so gestaltet werden, daß sie zu einem freu­digen Tun wird, das die ursprünglich quellende Lebenskraft freimacht. Das Mädchen muh die formende Kraft der Hebungen an sich erleben und zu den bewußt und zweckmäßig ausgeführten Bewegungen innere Fühlung und Bindung be­kommen. Es muh Verständnis für den Sinn der Arbeit gewinnen, damit sie ihm eigenstes Be­dürfnis wird und es selbst freudig an der For­mung seines Körpers und seines Bewegens mit­arbeitet. Das freudige Mitwirken des ganzen Menschen vermittelt auch seelische Gelöstheit, ein inneres Frei- und Frohwerden, das wieder die günstigste Voraussetzung für die Steigerung der Stoffwechselvorgänge ist, die durch Leibesübung erreicht werden soll. Körperschule, die leben­diges, lusterfülltes Sichausleben in der Be­wegung sein soll, muh von Bewegung erfüllt sein. Bewegung ist Leben; sie formt und kräftigt die Organe und steigert die Leistungsfähigkeit des Gesamtorganismus. Während im früheren Freiübungstumen die statische Arbeitsweise, die Halte, vorherrschend war, bevorzugt die heutige Körperschule die dynamische Betriebsart. Die Hebungen sind meist ein lebhaftes Hin- und Herbewegen. Doch ist die Halte dadurch nicht ganz verdrängt worden. Das Festhalten einer bestimmten Stellung erfordert eine feine Nerven- und Muskelschulung und gibt der Muskulatur erhöhte Entwicklungsreize. Für die kräftigste Durchbildung des Körpers wird darum die Halte die allerdings im Gegensatz zu früher heute nur ein kurzes Festhalten, mehr eine Durch- gangsphafe der Bewegung darstellt immer ihren Wert behalten. Der Zweck, der durch die Hebung erreicht werden soll, muh über dis Anwendung der beiden Arbeitsweisen entscheiden.

Eine lebendige freudvolle Gestaltung der Ar­beit fordert, daß j>ie Körperschule alle Arten der Dewegungsführung, langsame und schnelle, weiche und kraftvolle, zügige, fließende, schwin­gende und schleudernde Bewegungen verwenden muß. Besonders die Schwungbewegung, die stark freudegebend ist, wird in der Körperschule der Mädchen berücksichtigt werden müssen.

Die Bewegungen der heutigen Körperschule sind vorwiegend Ganzbewegungen, große um- fangreiche Bewegungen, die den Körper in seiner Ganzheit erfassen und vor allem starke Ruwv,- arbeit erfordern. Die früher fast nur ange­wandten Teilbewegungen haben heilgymnau.- scheu Charakter und sind nur dann auzuwenden, wenn besondere Schwäche einiger Muskelgruppen

Wenn deine Bettüberzüge durch den Gebrauch schon etwas mürbe werden, dann nähe sie an der Knopfleiste zu und nähe diese seitlich an. Dadurch wechselst du beim Bettenmachen unwill­kürlich das Bett, und der Bezug wird gleich­mäßig oben und unten abgenützt. Sch würde dir ja raten, überhaupt keine Knöpfe in die Heber* aüge zu nähen, denn diese verderben beim Man­geln und Bügeln die Wäsche, weil sie Löcher hineindrücken. Auch herausnehmbare Knopfleisten erscheinen mir nicht so praktisch, sie werden ver­letzt oder verwechselt und machen auch mehr Arbeit, ich habe meine Knöpfe alle an den Bar­chent selbst genäht; und zwar habe ich an der einen Seite des Barchents einen drei Zentimeter breiten Streifen angesetzt, auf dem die Knöpfe sitzen und habe auf diese Weise, auch in fünf Jahren keinen Knopf anzunähen."

3a, das scheint mir sehr praktisch zu fein, Tante.'

Aus diesem schönen weiten Hnterrock mache entweder zwei, oder weil man heute so wenig Hnterröcke trägt, mache doch einen Vorhang um den Dabykorb daraus, das wirkt sicher rei­zend, es sind doch so hübsche Dalenciennesspitzen. Aus diesem Schweizerstickereiunterrock würde ich einen Vorhang für Den Schuhschrank im Schlaf­zimmer machen. Die feine Wäsche hier kannst Du ohne Sorge wieder tragen, wenn du unter die schütteren Stellen Wäschetüll unterlegst, dann reiht das Gestopfte nicht schon beim nächsten Mal Anziehen wieder. Aus Der alten Trikotwäsche toürDe ich mit Der HanD KinDerwäsche nähen, sie zieht nämlich Dann nicht so. wie wenn sie mit er Maschine genäht wird. Wir können gut HemDchen unD Höschen aus Diesen Teilen heraus­bringen.

Den weiten unD langen HemDen von dir schnei­den wir den altmodischen Koller ab unD machen durch Annähen von Kimonoleibchen bequeme und hübsche Nachthemden, und zu diesen neuen Ober­teilen lassen sich doch gleich die Nachtjäckchen hier verwenden. Die Spitzen trennen wir vor- ' sichtig ab, schneiden die Teile zu und setzen sie mit den angetrennten Dorten wieder zusammen und verzieren sie auch wieder mit den Spitzen.

Die ausgefransten Herrenmanschetten stopfen wir lose, so daß der Stich nicht' durch den Hm- schlag geht, trennen sie oben ab und nähen sie umgekehrt wieder an, so daß die ehemalige innere Stelle Der Hmsschlagmanschette jetzt außen ist und das Gestopfte jetzt unsichtbar innen. Du wirst sehen, welcher Erfindergeist über uns kommt, wenn wir uns gleich morgen an die Arbeit machen."

in Männern verkleideten undefinierbaren Wesen, aus Sportgirls um jeden Preis, wieder zu Frauen und wieder zu Samen. Senn weiblich ist die neue Mode, sie ist auch Da m en ha ft und will aus uns königlich daherschreitende Samen machen. Und dies ist in unserer Zeit der wachsenden Selbständig­keit der Frau und ihrer erwachenden Selbstherrlich­keit gar nicht einmal so sehr Verkleidung. Aber da wir und mit uns Die Modeherrst' er in Paris Angst haben, allzu offen unser wahre Gesicht zu zeigen, so wird danach gesucht, unserem Wesen nach«außen hin auch etwas Rührendes und Kindliches zu ver­leihen, eine Weichheit der Linie und der Modellie­rung. Königlich aufgedonnerte Kleider mit süßen lockigen Frisuren oder das Köpfchen von einem wei­chen Hut umspielt und umrahmt, so wird die Frau in diesem Jahr auftreten. Aber ob sie wirklich, wie man es allerorts ankündigt, auch dick wird, das ist und bleibt zweifelhaft. Viel eher ist es anzunehmen, daß, wenn Die Mode auf ihrem neuen Standpunkt besteht, gewiße Hilfsobjekte gebraucht werden bür­ten, wie Büstenhalter entsprechender Art oder auch Krinolinröcke, wer weiß.

Vorläufig sind es Drei Gebiete, die einen enschie- Denen Umschwung erlitten haben, die Taille, Die Frisur und Der Hut.

Sie Taille ist auf ihren natürlichen Ort hinauf- gerückt. Sas bewirkt, daß Die natürlichen Rundun- gen Der Frauengestalt hervortreten, was an unD für sich Die Gestalt weiblicher erscheinen läßt und dort, wo Die Natur nicht sparsam gewesen ist und die Massage und das Turnen nicht nachgeholfen haben, Die Frau Direkt Dick erscheint. Seshalb ist wohl Diese Mode noch nicht ganz DurchgreifenD, viele Frauen älterer Jahrgänge glauben doch noch, besser Dabei za fahren, wenn sie ihre üppigen Reize verdecken, sie tragen Kleider, die zwar in Den Hüften anliegenD sind und nach unten hin in breiten Volants und Godets auslaufen, nicht aber Die starke Rundung der Hüften allen Augen preisgeben. Sie Mehrzahl Der Kleider aber hat eine Taille, und Diese wirD noch von einem Gürtel unterstrichen. Saß Die Klei- der länger werden, ist nicht mehr neu; Abend­kleider besonders sind durchweg lang, sogar hin­ten sehr lang, und nur ganz schwere Kleider aus Flitter dürfen etwas kürzer fein, denn sie wären sonst überhaupt dem Untergang geweiht. Sie Abend­kleider werden nach wie vor aus den herrlichsten Stoffen verfertigt, die Spitzenkleider bewahren ihr vorjähriges Ansehen. Ser Ausschnitt, Der an man­chen Kleidern vorn ganz wegfällt, vertieft sich im­mer mehr im Rücken. Obwohl alle Farben und Nuancen zulässig sind, wird man wohl vorwiegend Schwarz tragen. Sie schwarzen Kleider aus Tüll

praktische Wäschewinke

Von Erna Horn.