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Mtx» der Pwvinziakhavpistadi.
®tefteii den 5- Februar 1929
Unser neuer Roman.
3x der morgen, Mittwoch, erscheinenden Aus- »ade unseres 'Blattes beginnen wir mit der Der- affealltchung eines neuen RomanS, welcher die bn Laufe bet Woche zu Ende gebende Erzählung ..Lache BajazzoI" abzulösen bestimmt ist. Wir geben uni der Hoffnung hin. dah der kommende lloman nicht minder .einschlagen" werde als der jetzige, der zu unserer Genugtuung einen ganz außergewöhnlichen Erfolg in unserem Leserkreise zu verzeichnen hatte.
Auch der neue Roman scheint unS durchaus dazu geeignet zu sein, sich die bis zur letzten Fortsetzung ungetrübte, anhängliche Freund- schast eines ausgedehnten Leserkreises zu er- werben; er heißt
„TaS gwtze Grauen" von H A v. Ätzern unS ist die überaus gelungene Schöpfung eines AutorS. der, wie die allgemeine Beliebtheit seiner Bücher und u. a. auch daS Ergebnis einer ausgedehnten Umfrage nach dem besten Zei- mngLroman Überzeugend bartun. genau weist, was das PublUum von einem schmissigen Unter» haltungcroman erwartet.
Die Hauptelemente der packenden Handlung deS höchst lebendia geschriebenen WeüeS find ieidenscho tliche Liebe, aufregende Iagdabenteuer und ein im Dunkel des Geheimnisses liegende- verbrechen
Dir sind überzeugt, auch mit diesem neuen Roman, dessen Spannung sich biS aut letzten Fortsetzung steigert, den Geschmack unserer Leserinnen und fielet getroffen zu haben und hoffen eine recht günstige Aufnahme bei ihnen zu finden.
Schnee und Auge.
Born ReichSauSschuh für hygienische DolkS- beilehrung wird uns geschrieben: Ganz Deutschland ist ut einen dicken, leuchtenden Schneemantel gehüllt. Dieser lockt jung und alt hinaus in& Frei« zum Wintersport und zu Wanderungen durch bte sonnenbegläTrzte Schneelandschaft, sicherlich nicht zum Schaden unterer Gesundheit. Auch der Anblick der herrlichen Aatur bietet eine wahre Augenweide. Allein gerade das Auge bedarf dabei eines gewissen fürsorglichen Schutze-, um nicht den Genust der sonnen- beglänzten Winterlwidschaft. zumal bei Wanderungen in t«r reinen GebirgSluft, mit schmerzhafter 2kuacnen Mündung oder gar der sog. „Schneeblindheit^ büßen zu müssen. Dieses kommt allerdings im allgemeinen nur selten vor und klingt unter geeigneter ärztlicher Behandlung meist in wenigen Lagen ab. Di« Augen en r-zündung dagegen kann uns manche recht schmerzhaften Stunden bereiten. Ais Ursache dafür kommt weniger der Schnee als solcher in Betracht, als vielmehr die Tatsache, dah die weist« Schneefläche die ultravioletten Strahlen der Sonne, deren heilkräftige Wirkung gerade in der letzten Zeit erst recht erkannt worden ist. in unser Auge zurückwirft. während sie sonst von der grauen Erde einfach verschluckt werden. Diese ulttavioletten Strahlen erzeugen aenau so. tote wenn inan der natürlichen HochgebtrgS- oder künstlichen Höhen-
Tbm« dass ungeschützte Auge badRetet, schmerzhafte Augenen tzundungen. Der einzige und zugleich ein unbedingt wirksamer Schutz dagegen ist das Tragen einer Schutzbrille. ES ist indessen falsch, dafür blaue Gläser zu verwenden: berat gerade das blaue Glas ist für ine ultravioletten Strahlen durchlässig. Zweck- mastig verwendet man als Schneebrille runde r a u ch g e l be Gläser oder solche auS Fensterglas. Wer empfindliche Augen besitzt, wer eine Augenkrankheit Überstunden oder gar eine Operation am Qtugc durch gemacht hat, die ihn deS natürlichen Schutzes der Auges, der Linse, beraubte, der sollte unbedingt ein solches Schutz- glaS tragen, um sich von den Freuden des Winters einen ungetrübten Geruch verschaffen zu können.
Gießener Wochenmarktpreise.
Es losteten aus dem heutigen. Wochenmarkt das Pfund: Butter 140 bis 170; Watte 30 bis 3o; Käse (10 Stück) 60 bl« 140; Wir.ing 25 bis 30; 'Deistkraut 20 bis 25: Rotkraut 25 bis 30; gelbe Rüben 20 bis 25; rote Rüben 15 bis 20; Spinat 50 bis 60; Unter-Kohlrabi 8 bis 10; Grünkohl 25 bis 30; Rosenkohl 50 bLß 60; Feldsalat 150 bis 180; Tomaten 80 bis 90; Zwiebeln 20 bis 25; Meerrettich 50 bis 120; Schwarzwurzeln 50 bis 70; Kartoffeln 5 bis 5y2; Aepfel 20 bis 40; Dörrobst 35 bis 40; Honig 40 bis 50; junge Hähne 100 bis 110; Suppenhühner 100 bis 120; Tauben 80 bis 85; ‘Hüffe 70 bis 80; das Stück: Ster 18 bis 20; Blumenkohl 70 bis 140; Salat 40 bis 45: Endivien 40 bis 60; Lauch 15 bis 20; Rettich 10 bis 20; Sellerie 10 biS 50 Pfennig; der Zentner Kartoffeln 3,30 bis 4,50 Mark.
Borrrotizerr.
— TageSkalender für Dienstag. Stadttheater: .Rctthan der Weife'". 19:/| bis 22>/. llhr. — Lichtspielhaus, Dcchnhofstr.: »Der Kamps umS Matterhorn." — Aftoria-Lichtspiele: »Unter falschem Verdacht."
— Stadttheater Gießen. Aus dem Stabt- theaterbureau wird uns geschrieben: Die heutige Vorstellung von „Nathan der Weise" beginnt um 19.30 Uhr. Nathan: Edelderl (Barels. — Morgen findet die zweite Vorstellung der in Gießen mit fn großem Interesse aufgenommenen Uraufführung „2)as Dorf 6t. duften“ statt. — Am Freitag, dem 8. Februar, bringt das Frankfurter Neue Operettentheater als Erstaufführung „Avette und ihre Freunde". Von Oberregisseur Adolf Wiesner vorbereitet, wirb bei dieser Premiere das gesamte Orchester des Neuen Operettentheaters Frankfurt a. M. unter der Stabführung des Kapellmeisters Kurt Harder mitwirken. Tanzregisieur Hans Heinz x(üfer wird seine Girls ins Treffen führen, während in den Hauptrollen neben der Titelträgerin Lydia Petry Fräulein Ly Ottmar und die Herren Jenö Nador, Gustav Nothe-Carex, Karl Reul, Mario Haindorf, Hermann Hanfchmann, Richard (Buttnxnnn und Leo Baldus beschäftigt sind. — Die nächste Premiere des Stadttheaters wird Molnars Komödie »Olympia" mit Auguste Prasch - Grevenoerg als Gast fein. „Dltjmpia" hatte in Berlin einen durchschlagenden Serienerfolg. 9n den nächsten Tagen findet di« 75. JubUäumsaufführung statt.
— Hubertus, Verein wa Idgerech- ter Säget. DvnnerStagabeud Vortrag von Studienrat Holzel über „Ausgestorbene und aus- sterbende Tiere." (Stehe heutige Anzeige.)
— XeHibeab ber Zivildt«nstb«r»ch- H g te n. Nächsten Samstag abend außerordentliche Hauptversammlung. (Siehe heutige Anzeige^
** Sieben Wasferleitungsrvhr- brüch«, die teils gröster, teils Leiner waren, traten im Lause des gestrigen Tage- im Wasfer- leitungsrohrnetz in verschiedenen Stadtteilen aus. Die Schäden sind offensrchtllch nur aus daS auster- ordentlich tiefe Eindringen des nun schon feit einer Reihe von Tagen anhaltenden Frostes in di« Erde zurückzufübvem. Besonders schlimm war ein Rohrbruch in ber Lindengasse, wo bte aus- ftrömenben Wassermengen ihren Abfluß in den Schorgräben fanden. Drei weitere Rohrbrüche KAUWeNUNW
. 1 rr .'■arf",1 1 ifc.n ereigneten sich auf dem Seltersweg. von denen nach den bisherigen Feststellungen zwei in b»n Zuleitungen zu den Häusern auf traten Hier batten die Schädels" empfindliche Störungen im VerkehrSbetrieb' zur Folge, u. a. mußte bis Straßenbahn längere Zeit Pendelverkehr einrichten, ba bte Aufbruchs- und Reparatuatrbeiten im Bereiche der Strastenbahngleise notwendig waren. Weitere Rohrbrüche traten an ber Ecke Bahnhofstratze-Reustadt. ferner Auf ber Dach (hinter ber Stadtkirche) und in ber Ltebigstraste ein. 3n allen Fällen wurde vom städtischen Wasserwerk die schleunige Inangriffnahme ber Reparatur arbeiten in bte Wege geleitet. Es bedurfte stundenlanger Arbeit, die zum Teil bis weit in die Rächt hinein, ja sogar bis lange nach Mitternacht andauerte, um wenigstens die dringlichsten Schäden zu beseitigen. Weitere InsLan-d» setzmrgSarbeiten sind seit heute früh wieder im Gange.
"Besitzwechsel. Die Evangelische Kirchengemeinde Gießen hat von Prof. Dr. med. Pri- br am für den Preis von 23 000 Mk. daS Haus Gnauchstrahe 17 angelauft, um eS für den Pfarrer der neugegründeten Petrusgemeinde zu benützen. Das neue Pfarrhaus liegt allerdings nicht bn Bezirke der Petrusgemeinde, mußte aber erworben werden, ba anderwärts etwas Passendes zu billigem Preise nicht zu finden war. Die Kosten werden zum Teil aus dem Kaufpreis eineS Dnmbstückes, das die Kirchengemeinbr als Bauplatz verkauft hat, gedeckt, eine Erhöhung der Kirchensteuer f in bet infolge bie?e6 Kaufes nicht statt.
" Ein größerer Betrugsprozeß in Gießen. Morgen, Mittwoch, beginnt vor dem hiesigen Schöffengericht die Hauptverhandlung gegen den früheren Rechtskonsulenten Karl St. von Gießen wegen Untreue, Unterschlagung und Betrugs. St. war hier fort langen Jahren als Rechtsteistanb tätig. 3n dieser Eigenschaft soll er in vielen Fällen Gelder seiner Ältenien unten- schlagen und diese auch m betrügerischer Weise zur Hergabe von Darlehen veranlaßt haben. Die ‘Verhandlung wird mehrere Tage dauern.
*• Kalte Winter vor50 und 1 00 Fahren. Ein Leser schreibt uns: 3m Januar 1879 stand ich an einem Schalter ber Gießener Sparkasse. Es herrschte selbigmal eine über bte Maßen starke und langanhaltenbe Külte. Einige Wochen lang hintereinander würben Tiesiemperaturen von über 20 Grab gemessen. &rrvt allgemeine Haupt-
flffiR WB WM 6i ft» Müu« «6 Klosettröhven. An dem Schalter ber Sparkasse unterhielten sich bte Leute über den strengen Winter, und ber stabt- und studentendekannte Schuster Safpar Huhn, «in Original, dessen Bild heute noch .3 ns Lotze " an der Wund hängü gab seine Wahrnehmungen auS dein Fahre 182x -um besten, wo die gleichgroße und lange währende Kälte «herrscht habe. Heule schreiben wir 1929, haben ebenfalls «Inen langen strengen Winter, aber nach allem doch nicht so anhaltend, so kalt und so schneeveich tote vor genau 50 und 100 Fahrerr.
*• Oeffentlich« Bücherhall«. Fm 3a- nuat wurden 1403 Bänd« auSgeltehen. 'SaootO kommen auf: Erzählend« Literatur 916. Sei:- schriften 92, 3ugendfchristen 78, Llteraturgeschich.«.-' 10, Gedichte und Dramen 16, Länder- und; Völlerlund« 96, Kulturgeschichte 3, Geschichte und! Btographien 95, Kunstgeschichte 17, Ratuu Wissenschaft und Technologie 51, Haus» und Land-i Wirtschaft 2, Religion und Philosophie 11, Staats^ wissenschast 11. Sport 2 Bände. Rach auswärts kamen 5 Bande.
•"Die Wo hlfahrts-Wertlotterie de« Katholischen Fr auenbunbes in Hessen wird erst am 15. ullära ausgespielt. Dieser Termin ist jetzt unwiderruflich, lieber oie Lose-Perknns^stellen gibt die heutige Anzeige Auskunft.
Berliner Börse.
Berlin. 5. Febr. (WTB. Funkspruch.) Deß weiter geringem Geschäft ist dic Tendenz auch im heutigen Frühverkehr ziemlich freundlich. Die Spekulation scheiltt aber abtoarten zu wollen, ob diö gestern zu beobachtenden Arlslandkäuse wieder einsetzen werben und hält vorläufig mit Reu- engagements zurück, zumal die gestrige Reuyorkes Börse einen unregelmäßigen -verlauf genommen hat. Die gestrigen Abendkurse werben Geld taxier:. Farven 253 Geld und Siemens 377 Gelb Am Devisenmarkt nennt man: London gegen Paris 124,10, London gegen Mailand 92,66, London gegen Spanien 31,60, London-Kabel 485, KabÄ gegen Berlin 4,2140.
Sprechstunden der Redaktion.
12 bis 1 Ahr mittags, 5 bis 7 Ahr nachmittags Samstag nachmittag geschloffen.
Gtuhlversiopfung.
von Dr. med. Stadion, Halle.
Zu den wichtigsten Ausgaben des Darmes gehört die (Entfernung der unbrauchbaren Speisereste aus dem Körper. Tritt bei träger Darmtäügteit Stuhls Verstopfung ein, so werden die Schlacken der Nahrung $u lange zurückgehalten unb hierdurck vielfach höchst lästige Beschwerden verursacht. Appetlv losigkeit. Mattigkeit, Verstimmung, Angstaesuhtt unb Schlaflosigkeit sind häufig nur die Folgen ungenügenden Stuhlganges. Es ist daher uner- läßlich, den trägen Darm allmählich wieder zu> regelmäßigem Arbeiten zu erziehen. Dies erreicht man durch längeren Gebrauch eines pflanzlichen Abführmittels. Ein solches Mittel find die aus» schließlich aus pflanzlichen Bestandteilen zusammengesetzten Apotheker Richard Brandt's Schweizerpillen.^ Sie raufen wohltuend anregenb auf die Darm- tätigten unb regeln angenehm und zuverlässig Öen Stuhlgang. 1083t
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