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Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)
Nr. 235 Zweiter Blatt
Oberheffen.
Notar Stahl, Bad-Nauheim t-
4 Dad-Nauheirn, 4. Oft. (Eigener Drahtbericht des ..Gieh. Anz") Gestern abend um 22.30 Uhr ist im 61. Lebensjahre nach schwerer Krankheit der Rechtsanwalt und Notar Arthur Stahl in Bad-Nauheim gestorben. Der Berewigte war Beigeordneter der Stadt Bad- Nauheim und ist im öffentlichen Leben sehr stark hervorgetreten. Besonders verdient machte er sich um die Förderung des Verkehrswesens in Hessen. Er war Syndikus der Industrie- und Handelskammer Friedberg. Die Einäscherung der Leiche findet am Sonntag, die Beisetzung der Asche am Montag in Bad-Nauheim statt.
Gängertag
des Lumdaial-Gängerbundes.
J O d e n h a u s e n a. d. L d a., 2. Oft. Am Sonntag sand hier der Sängertag des „Lumdatal-Sängerbundes" (3. Bezirk des Lahngaues im Hessischen und Deutschen Sängerbund) statt. Nach dem Lied „Wo gen Himmel Eichen ragen", das von allen Sängern unter der Leitung des zweiten Vorsitzenden des Bundes, Berufsschullehrers Eberle, Lollar, gesungen wurde, eröffnete dieser, da der erste Bundesvorsihende wegen anderweitiger Inanspruchnahme erst später eintreffen konnte, die Tagung. Er begrüßte insbesondere den ersten Vorsitzenden des „Lahngaues", Emil Koch, Gießen. Sodann gab er einen kurzen Jahresbericht. Das Bundesfest in Staufenberg hat in allen seinen Teilen einen schönen Verlauf genommen, dank der guten Organisation durch den Gesangverein Staufenberg, dem der Dank des Bundes ausgesprochen wurde. Das hierbei stattgehabte Wertungssingen hat wiederum gezeigt, daß die gesanglichen Leistungen der Dundesvereine auf sehr beachtlicher Höhe stehen und von Jahr zu Jahr besser werden. Am Hessischen Bundessängersest in Darmstadt beteiligten sich eine große Zahl Sänger aus den dem „Lumdatal-Sängerbund" angeschlossenen Vereinen, einige mit nahezu ihrer gesamten Sängerzahl. Die Zahl der dem Vunde angehörigen Vereine hat sich im Laufe des Jahres nicht verändert, auch die Zahl der Sänger ist etwa die gleiche, wie im Vorjahre. Zu Beginn des Jahres war die Neubesetzung des Nechnerpostens notwendig geworden. Der Bundesvorstand hat dieses Amt vorbehaltlich der Zustimmung des Dundessängertages dem Sänger Heinr. Latsch, Daubringen, übertragen.
Hierauf ergriff Gauvorsihender Koch das Wort, um für die Begrüßung zu danken und, wie der Vorredner, zu treuem Zusammcnstehen im Dienste einer schönen, edlen Sache zu mahnen.
Der Kassenbericht zeigte ein durchaus erfreuliches Bild. Auch im abgelaufenen Vereinsjahr hat sich das Bundesvermögen vergrößert. Der Vorsitzende konnte dem neuen Dundesrechner für seine mustergültige Rechnungsführung danken.
Nach der Verlesung der Sitzungsberichte des letzten Jahres durch den Bundesschriftführer Weber, Odenhausen, schritt man zur Dorstandsneuwahl, die folgendes Ergebnis hatte: 1. Bundesvorsitzender Berufsschullehrer Eberle, Lollar: 2. Vorsitzender Heinrich Lust, Geilshausen: 1. Schriftführer Lehrer Walter, Nordeck: 2. Schriftführer Dietz, Staufenberg: Bundesrechner Reichsbahnassistent Latsch, Daubringen. Der seitherige 1. Bundesvorsihende, Lehrer Ziegler, Kesselbach, und der Dundes- schriftführer, Stationsvorsteher Weber, Odenhausen, die 22 Jahre dem Bundesvorstände an- gehörten, eine Wiederwahl aber abgelehnt hatten, wurden durch einstimmigen Beschluß in Anbetracht ihrer Verdienste um den Bund zum Ehrenvorsitzenden bzw. Ehrenschriftführer ernannt.
Dann wurden die Anträge für den am 27. Oktober in Worms stattfindenden Hessischen Bundessängertag beraten. Der Vorsitzende forderte zu zahlreicher Beteiligung und Ausübung des Stimmrechts durch die Vereine auf. Das nächstjährige Bundesfest, verbun-
EineNamewettetmit sich selbst
Von Friedrich Freksa.
Der Frauenarzt Dr. Stefan Hermling betrat den Speisewagen des Franifurt—Baseler Zuges. Alle Freuden des Urlaubs fühlte er in den Nerven. Mit dem Blicke des Kenners übe-vschaute er die Tische und musterte die einzelnen Damen. Es waren je keine Patientinnen, es waren hof- sentlich gesunde Menschen. Er schaute auf seinen Platzzettel, der ihm den Einzelsitz zur Rechten am Eingang anwies.
Es war kein Irrtum, er hatte ein gutes öoä gezogen: sein erquickendes Gegenüber war eine 'chöne, dunkelblonde Frau, die vertieft war in das Studium eines Reisehandbuches. Er näherte 'Ich leise, um die Ueberraschung auszukosten., wenn plötzlich sein Blick den ihren träfe. Sie schaute gelassen auf, und die Überraschung war an ihm. Eine lange, schmale Hand bot sich, die er ergriff und küßte.
„Urlaub?" fragte die Dame.
„Urlaub!" antwortete er und entfaltete sorgfältig die Serviette, um sich zu sammeln.
Sie verfolgte seine Umständlichkeit mit fröhlichem Blick und fragte: „Wohin?"
„Ueber Zürich nach Klosters!"
„Ist ungefähr auch mein Weg, aber ich will weiter!"
„Wohin?"
„In den prallen Süden: Genua, Neapel, Messina. Bleibe dann zur Erholung von den Hotels in irgendeinem kleinen verlorenen Nest allein!"
„Wirklich allen?"
„Ich schlage Ihnen vor, lieber Doktor, die Suppe nicht kalt werden zu lassen."
Er aß, musterte sein Gegenüber. Ja, sie war fast noch schöner als an dem Tage, da er sie das letzte Mal gesehen.
„Sie haben mittlerweile viel erlebt?" reizte sie nach einem prüfenden Blick unvermittelt.
„Beruflich sehr viel, Gnädigste!"
„Nur beruflich?"
Er ging zum Angriff vor: „Sie wissen selbst, es wird so viel verheißen und so wenig gehalten! Im Ernst, warum haben Sie mir damals nicht die Freude gemacht ,zu dem Freitags- Frühstück bei Horcher zu erscheinen?"
„Sie verlangen zwischen Fisch und Braten ein bißchen viel, Herr Doktor!"
9er Gießener Herbstpserdemarki 1920.
Bei dem Herb st-Pferdemarkt fungierten als Preisrichter: Oekonomierat K. Müller, Neuhof bei Gießen: Gutspächter Weiß, Hof Graß bei Hungen: Oberveterinärrat Dr. M o d d e, Gießen: Landstallmeister Hertel, Darmstadt: Landstallmeister a. D. Oberstleutnant S ch ö r k e, Darmstadt: Oekonomierat Breidenbach, Dorheim: Oberveterinärrat Dr. Mon- n a r d, Gießen: Landwirt O. Schneider, Utphe.
Die vorgenommene Prämiierung ergab folgendes Resultat (Pr. bedeutet Preis. A. — Anerkennung):
1. Reitpferde (unter dem Reiter gezeigt): Wilhelm Eifer. Muschenheim, und Hch. Hofmann, Bergermühle, l.Pr.: Hch. Müller XI.. Ober- Hörgern, 2.Pr.: Herrn. Vissel, Griedel, 3.Pr.
2. Wagenschläge (paarweise): 2ul. Kaufmann, Rieder-Weisel, 2.Pr.: Salomon Michel, Gießen, 3. Pr.
3a. Schwere Arb e i t s s ch l ä g e (paarweise): Aug. Frensdorf, Gießen, 2.Pr.; Jul. Kaufmann, Nieder-Weisel, 3. Pr.
3b. Leichte Arbeitsschläge (paarweise): Jul. Kaufmann, Nieder-Weisel, l.Pr.: Aug. Frensdorf, Gießen, 3. Pr.
4a. Schwere Arbeitsschläge (einzeln): Aug. Frensdorf, Gießen, l.Pr.: 3uT. Kaufmann, Nieder-Weisel, 2. und 3. Pr.; Aug. Frensdorf, Gießen, A.
4b. Leichte Arbeitsschläge (einzeln): Jul. Kaufmann, Nieder-Weisel, 1. Pr.: Aug. Frensdorf, Gießen, 2. Pr.: Gebr. Isenberg, Gießen, 3.Pr.: Sal. Michel, Gießen, 4.Pr.
5a. Schwere Arbeitsschläge (einzeln, Pferde mindestens sechs Monate im Besitz von Mitgliedern des Hessischen Landespferdezuchtverein): gerb. Diel II., Dorn-Assenheim, l.Pr.: Rich. Becker, Trais-Horloff, 2. Pr.: Hch. Wallbott XII., Garbenteich, 3. Pr.: Louis Klein, Wohnbach, 4.Pr.: Konr. C. Ebel, Lang-Göns: Wilh. Laux I., Holzheim: Ad. Hofmann, Langsdorf: Gg.Kißlerll.. Nieder-Weisel: Ioh.Tob. Bommers- heim, Dorn-Assenheim: Hch. Dreut II., Griedel: A.
5b. Leichte Arbeitss chläge (einzeln, unter denselben Vorbedingen wie 5a): Hch. Müller, Ober-Hörgern, und Gg. Hch. Bender, Dorf- Gill, l.Pr.: Herrn. Konr. Strasheim, Griedel, und Hch. Hofmann, Bergermühle, 2. Pr.: Herm. Schott, Griedel, und Wilh. Wächter II., Gambach, 3. Pr: Karl Rühl, Eberstadt: Herm. Vissel, Griedel: Ph. Därsch, Heuchelheim/W.: Rud. Koch, Trais-Münzenberg: A.
5c. Schwere Arbeitsschläge (paarweise, unter denselben Vorbedingen wie 5a/b): Rich. Becker, Trais-Horloff, 1. Pr.: Hch. Dreut II., Griedel: 2. Pr.: Louis Klein, Wohnbach, 3. Pr.
5d. Leichte Arbeitsschläge (paarweise,
unter denselben Vorbedingungen wie 5a/c): Herm. K. Strasheim, Griedel: und Aug. Weih, Dors- Gill, l.Pr.: Wilh. Eifer, Muschenheim, 2.Pr.: Rud. Koch, Trais-Münzenberg, 3. Pr.
6a. Dreijährige Fohlen (geboren 1926, Arbeitsschläge, Vorbedingungen siehe 5a/d): Gg. Kitzler, Nieder-Weisel; 2oh. Tob. Bommersheim, Dorn-Assenheim, 2.Pr.; Adam Hofmann, Langsdorf, 3. Pr.
6b. Dreijährige Fohlen (Wagenschläge, Vorbedingungen siehe 5a/d): Karl Bopf II., Lang- Göns, 1. Pr.; Hugo Strasheim, Griedel; Aug. Weitz, Dorf-Gill, 2.Pr.
7a. Zweijährige Fohlen (Arbeitsschläge, Vorbedingungen siehe 5a/d): Hch. Dreut II., Griedel, l.Pr.; Wilh. Reul, Ober-Hörgern, 2.Pr.
7b. Zweijährige Fohlen (Wagenschi., Vorbedingungen siehe 5a/d): Hch. Mohr VIII., Gambach, 1. Pr.; Wilh. Eiser, Muschenheim, 2. Pr.; H. M. Sames, Dorf-Gill, 3. Pr.; Aug. Weih, Dorf-Gill, 4. Pr.; 2. Wilh. Bender, Dorf-Gill, A.
8a. Zuchtstuten mit Saugfohlen oder mehreren Nachkommen (Arbeitsschläge, Vorbedingungen siehe 5a/d): Ferd. Diel II., Dorn-Assenheim; Hch. Dreut II., Griedel, l.Pr.; Konr. C. Ebel, Lang-Göns, 2. Pr.; Ludw. Walb I., Steinbach, 3.Pr.; Karl Krämer, Langsdorf, A.
8b. Zuchtstuten mit Saugfohlen oder mehreren Nachkommen, Wagenschlage, Vorbedingungen siehe 5a/d): Gg. Hch. Bender, Dorf-Gill, 1. Pr.; Wilh. Eiser. Muschenheim; H. Konr. Strasheim, Griedel, 2.Pr.; Herm. Vissel, Griedel, 3. Pr.; Rud. Koch, Trais-Münzenberg, 4.Pr.; Heinr. Seipp, Trais-Münzenberg, 5. Pr.; Wilh. Wächter II., Gambach, A.
9a. Zuchtstuten, nachweislich in 1929 gedeckt und erkennbar tragend (Arbeitsschläge, Vorbedingungen siehe 5a/d): Ferd. Diel II., Dorn- Assenheim, l.Pr.; Rich. Decker, Trais-Horloff, 2. Pr.; Hch. Wallbott XII., Garbenteich, 3. Pr.; Louis Klein, Wohnbach, 4. Pr.; Konr. C. Ebel, Lang-Göns, 5.Pr.; Gg. Ph. Krausgrill, Nieder- Weisel; Adam Hofmann, Langsdorf; Ludw. Walb I., Steinbach; Gg. Kitzler I., Nieder-Weisel; 2oh. T. Bommersheim, Dorn-Assenheim; 2. Hch. Hildebrand, Nieder-Weisel; Gg. Rühl, Langsdorf, A.
9b. Zuchtftuten, nachweislich in 1929 gedeckt und erkennbar tragend (Wagenschläge, Vorbedingungen siehe 5a/d): Hch. Müller XI., Ober-Hörgern; Gg. Hch. Dender, Dorf-Gill; Karl Bopf II., Lang-Göns, 1. Pr.; Herrn. Konr. Strasheim, Griedel, 2. Pr.: Herrn. Schott, Griedel, 3. Pr.; Ph. Winter, Ostheim, 4. Pr.: Hch. Seipp, Trais- Münzenberg, 5.Pr.: Hugo Strasheim, Griedel; Ph. Bärsch, Heuchelheim/W., A.
den mit einem Wertungssingen, soll in Nordeck stattfinden. Von den Wertungsrichtern soll hierbei scharfe, rückhaltlose, offene Kritik gefordert werden, damit der beabsichtigte Zweck des Wertungssingens, Hebung der gesanglichen Leistungen, auch wirklich erreicht werde. Lehrer Heiß, Rüddingshausen, rief in warmen Worten die Sänger zu tätiger Mitarbeit und Unterstützung des Vorstandes auf.
Nach Erledigung verschiedener Anfragen usw. ergriff Gauvorsihender Koch nochmals das Wort, um über die letzten Vorkommnisse im Deutschen Sängerbund kurz zu berichten.
Um 7 Uhr schloß der Bundesvorsihende die schön und harmonisch verlaufene Sängertagung. Oberhessischer Missionsverein für Basel.
y. Grünberg, 2. Oft. 2n diesen Tagen hielt der Oberhessische Missionsverein für Basel hier seine 2ahrestagung ab. Nachdem Missionar Schmoll (Hersfeld) am Sonntagvormittag einen 2ugendgottesdienst abgehalten hatte, versammelte sich am Nachmittag eine stattliche Festgemeinde in der großen, geschmückten Stadttirche, um der eindringlichen Fest- predigt des Missionars Lauf (Frankfurt), früher
China, zu lauschen. Der hiesige Kirchenchor trug unter der Leitung von Lehrer Roth zwei Chöre rein und klangvoll vor, und der Posaunenchor von Unter-Seibertenrod (Leitung Landwirt Eduard Rühl), der in einer Stärke von 20 Mann erschienen war, wetteiferte mit der Orgel in der Begleitung der Gemeindegesänge. Nach einer Kaffeepause., in der die auswärtigen Festteilnehmer die Gastfreundschaft unserer Bürger erfahren durften, begann in der Kirche die Nachversammlung. Dekan Schmidt begrüßte im Namen des Kirchenvorstandes in herzlichen Worten den Oberhessischen Missionsverein, dann sprach der Senior von 2ndien, Missionar Seng le, über „Die Bewegung in Madai (2ndien)", und Missionar Schmoll über „Was in China neu geworden ist". Der Vorsitzende des Vereins, Dekan Gußma,nn (Kirchberg), dankte in warmem Schlußworte dem Kirchenvorstand und allen Mitwirkenden für die freundliche Hilfe, und schloß mit Gebet.
Montag vormittag traten die zahlreich erschienen Abgeordneten des Vereins in der Volksschule zur 2ahrestagung zusammen. Der Vorsitzende begrüßte zunächst die Erschienenen,
„Fällt 2hnen die Antwort schwer?"
„2a und nein, — Männer sind so leicht verletzbar."
„Cs gibt Ausnahmen, Gnädigste. Mein Beruf härtet ab."
„Nun, ich will's versuchen. Vorweg: Unser Zuisammenrumpeln im Hotellift war humoristisch! Sie hatten Haltung, als Sie mich ausführten und mich Einblicke tun ließen in das bayerische Volksleben. Wie hieß doch der große Garten mit den alten Bäumen und dem elektrischen Dogenlicht, wo Sie mir selbst das Bier im hohen grauen Krug besorgten und Wurst und Rettig am Stande kauften?"
„Cs war der Augustinerkeller, und ich freue mich, daß Sie den Eindruck angenehm bewahrt haben!"
„Sie haben mir eine deutsche Stadt gezeigt, wie wir eine italienische zu finden wünschten. Und wie nett bummelten Sie am nächsten Morgen mit mir .verlockten mich dann so lieb zu dem Ausflug an den Starnberger See, warben um mich und fielen mir doch nie auf die Nerven. Das alles hat mir glücklichste Frauenstunden gegeben!"
„Und ich bitte Sie, Gnädigste!"
„ Und <5ie haben 2hr Werk meisterhaft gekrönt, als Sie mich, meinen Kopfschmerzen zum Trotz, auf der Rückfahrt nach Berlin angenehm unterhalten und treu gepflegt haben. Glauben Sie, daß ich undankbar bin und so etwas vergesse?"
„Warum sind Sie am Freitag nicht gekommen?"
„Sehen Sie, lieber Doktor, da gab es zunächst einen eigentümlichen Zufall. Des Morgens brachte mir das Mädchen einen Brief von meinem Schwager."
„2d) verstehe."
„Olein, sicherlich nicht, es war ein belangloser Brief, aber er ließ mich an den Heimgegangenen denken."
„Als wir nach dem Baden uns sonnten, haben Sie mir gestanden, Sie fühlten sich frei und los von allem Vergangenen. 2ch habe 2hre Unbekümmertheit bewundert!"
„2ch bin unbeschwert, aber können Sie nicht verstehen, daß ich auch nachdenklich sein kann?"
„Gewiß, wer steigt, schaut auch zurück."
„Vielleicht — aber dann kamen meine Schülerinnen, zeigten mir ihre Entwürfe, die sie in
meiner Abwesenheit gemacht hatten, teilten mir ihre kleinen Sorgen und Kümmernisse mit. Das lenkte mich dann ganz ab von dem Brief und beschäftigte mich neu. So war es ziemlich spät geworden für Sie. Eilig zog ich ein gewisses Kleid an, ein malvenblaues. Es hätte Ihnen sicherlich gefallen."
„Und trotzdem sind Sie nicht gekommen!"
„Dieses ganz einfache Kleid, ohne Stickerei, war zu wenig festlich! Es brauchte einen kleinen Zweig gewisser weißer Orchideen. Lachen Sie über diese Idee! Ich glaubte an diesen kleinen Zweig wie an einen Talisman, und fuhr schnell zum Potsdamer Platz, ihn zu besorgen. Aber ich fand ihn nicht in der Gärtnerei am Fürstenhof. 2ch nahm ein Auto und fuhr zu den Linden, nur um diesen kleinen Zweig. Und als ich ihn bei der dritten Gärtnerei nicht bekam, war es so spät geworden, daß mein Kommen unhöflich gewesen wäre. Bitte, lachen Sie mich nicht aus — das habe ich als Zeichen genommen."
„Warum haben Sie mich nicht angerufen?“
„Aber verstehen Sie, das wäre doch nicht gegangen! Können Sie sich nicht in eine Frau hineindenken?"
„2ch verstehe! Der Brief 2hres Herrn Schwagers!"
„2ch bitte Sie, er hat nichts mit der Angelegenheit zu tun! Ueber ein Steinchen stolpert man doch nicht. Können Sie sich nicht vorstellen, man hat den ganzen Vormittag gearbeitet, ist entkörperlicht, und weiß, da wartet ein Mann und ist hungrig auf etwas, was man ihm nicht bieten kann. Schließlich ist es ja auch das nicht — vielleicht ist wirklich ganz allein das Fehlen des kleinen Zweiges schuld. Und nun, bitte, verurteilen Sie mich als eine rückständige Frau, weil ich 2hnen noch obendrein verrate, es hat mir leid getan, daß ich nicht gekommen bin. — Ditte, vergessen Sie doch den Käse nicht!"
Nachdenklich nahm der Arzt den angebotenen Käse. Dabei überlegte er: 2n welche Reihe der Frauen ist dieses launenhafte Geschöpf einzuordnen? Er sah sie an. Sie biß die Lippe, stand langsam auf. Er erhob sich gehorsam.
©le sagte, während sie den linken Handschuh anzog: „Vorahnungen trügen nicht. Sie find ein guter Frauenbeobachter, aber nur, wenn Sie sich wie ein 2nstrument einstellen. Eben habe ich, tote damals bei dem Zweiglein, wieder eine Wette mit mir gemacht. 2ch forderte Sie zum
Zrettag, 4. Oktober 1929
darunter als Vertreter des Landeskirchenamtes Oberkirchenrat Wagner (Gießen). Dann erstattete er den 2ahresbericht, aus dem hervorgeht, daß mehr als die Hälfte aller oberhessischen Kirchengemeinden dem Verein angc- gliedert sind, und der eine lebhafte Aussprache auslöste. Die Rechnungsablage von Pfarrer S t a u b a ch (Watzenborn) ergab einen günstigen Kassenbestand. Dem Rechner wurde mit Dank Entlastung erteilt. 2m Mittelpunkt der Verhandlungen stand der Vortrag von Missionar Seng le über „Ringende Mächte in 2ndien". 2ndien gleicht einem Teich, der lang ruhig lag, aber plötzlich durch aufbrechende Quellen in Gährung und Wallung kommt, und zwar auf allen Gebieten. Eine radikale Minderheit wünscht völlige Loslösung von England, während der z. Z. anerkannte bekannte Führer Gandhi maßvoller ist. Er wünscht mit dem Nationalkongreh Selbstverwaltung, Autonomie. Ringende Mächte gibt es aus dem Gebiete der öffentlichen Sitte (Kastenwesen und Kinderheimten), sowie im Schulwesen, wo das westlich orientierte Schulwesen, insbesondere die Missionsschulen, im Kampfe gegen die Sanskritgelehrsamkeit der Drahmanen steht, an Einfluh unter der heidnischen Bevölkerung gewinnt und so indirekt den Boden für das Christentum bereitet. Der christliche Einfluß geht weit über die Kiche hinaus. Diele Hindus lesen das Reue Testament, erkennen die Dedeutung der Bergpredigt an, vollziehen aber nicht den letzten Schritt zur Taufe. Die Gefahr der Religionsmengerei (Synkretismus) ist reichlich vorhanden. Aber wo Kampf ist, da wächst das Leben. Das Evangelium bringt trotz aller Widerstände auch in diesem alten Kulturlande stetig vor. Der Vortrag, mit vielen Beispielen belegt, aus dem Munde eines langjährigen, fachkundigen Indienmissionars, hinterlieh einen tiefen Eindruck. — Der Nachmittag war noch der Verhandlung interner Dereins- angelegenheiten in engerem Kreise gewidmet.
Landkreis Gießen.
OO Klein-Linden, 3. Oft. Am Montag und Dienstag unternahm die hiesige evangelische Jugendoereinigung eine Wanderung in den Vogelsberg. Der Frühzug brachte die Teilnehmer zunächst nach Alsfeld, wo die altehrwürdige Walpurgiskirche und das Rathaus einer eingehenden Besichtigung unterzogen wurden. Von Lauterbach aus, wo auch kurze Rast gemacht wurde, führte der Weg über Schloß Eisenabach nach Herbstein. Der zweite Wandertag machte die Reiseteilnehmer mit Den landschaftlichen Schönheiten des hohen Vogelsbergs bekannt und führte über Hochwaldhausen, das Schwarzbachtal, Hoherrodskopf, Taufstein und Ulrichstein nach Mücke. Den jugendlichen Wanderern werden die Eindrücke ihrer Wanderfahrt unvergeßlich bleiben, wenn auch der zweite Tag durch den stark anhaltenden Regen beeinträchtigt wurde.
-t- Londorf, 3. Oft. Dieser Tage wurde hier das Ob st an der Provinzial st raße versteigert. Eine große Schar Steigerer hatte sich eingefunden. Trotzdem hielten sich die Obstpreise in niedriger Höhe. Die Kauflust war ebenfalls gering. So kamen schwer behangene Bäume mit Kelter- und Wirtschaftsüpseln oft auf den Spottpreis von 3 bis 5 Mark. Der Zentner Tafeläpfel stellte sich am Baum auf 1 bis 2 Mark. Einzelne schwer behangene Birnbäume mit guten Sorten wurden für 2 bis 3 Mark erstanden. Jenseits von Kesselbach in der Nähe der sogenannten Boine, des großen Steinbruches, auf der dem Werk zugekehrten Seite sind die Obstbäume infolge der Einwirkung des Steinstaubes eingegangen. Auf der linken Seite der Straße fangen sie ebenfalls an, dürr zu werden. Hier zeigte das Obst einen grauen Belag. — Auf den gestrigen Versteigerungen zu Allertshausen und Allen- dorf war ebenfalls die Beteiligung gering, so daß das schönste Tafelobst zu außerordentlich niedrigen Preisen erstanden wurde.
Kreis Friedberg.
Pb. Butzbach, 3. Oft. Auf Veranlassung des Uhren- und Goldwarengeschäfts von Herrn. Löb hier haben die Nora-Radio-Werke in Frankfurt (Main) dem hiesigen Hospital, in welchem eine Anzahl Pfründner untergebracht sind, eine R a -
Käse auf, und Sie haben gar nicht bemerkt, daß ich selbst die Platte vorübergehen ließ. — Vielleicht treffen wir uns ein drittes Mal wieder von ungefähr. Aller guten Dinge sollen ja drei sein — und bis dahin, mein lieber Doktor, leben Sie wohl!"
Alte Anekdoten.
Der berühmte Weltreifende Reinhard F o r - st e r ward zu der Zeit, da er an der Universität Halle ein Lehramt übernahm, Friedrich dem Großen vorgestellt. „2d> habe bereits fünf Könige gesprochen," rief Forster aus, „drei wilde und zwei zahme, aber so einer wie Ew. Majestät ist mir noch nicht vorgekommen." — „Ein: grundgelehrter Mann ist dieser Forster,," meinte der König nachmals seinem Minister gegenüber, „aber ein erzgrober Kerl."
Madame Arnoul'd, eine zu ihrer Zeit be- berühmte Sängerin, besuchte Voltaire, als er zum letztenmal in Paris weilte. „Madame," sagte er zu ihr, „ich bin 84 2ahre alt, und ich habe wohl an die 84 Torheiten begangen."' — „Das ist was Rechtes für einen Philosophen", erwiderte die Sängerin. „Ich bin noch nicht 40 Jahre alt und habe deren mehr als taufend begangen."
Der blinde Mathematiker Saunderson befand sich eines Tages in einer zahlreichen Gesellschaft. Als eine Dame, die er nicht kannte und auch nicht sehen konnte, da er blind war. das Zimmer verließ, bemerkte Saunderson, die Dame, die eben hinausgegangen sei, habe sehn schöne Zähne. Da dies tatsächlich zutraf, so fragte man ihn, wie er das habe bemerken: können. „Ich habe," versetzte der blinde Gelehrte, „keinen Grund, die Dame für närrisch zu halten und weiß also keinen anderen Grund dafür anzugeben, den sie hätte haben können, eine ganze Stunde lang beständig zu lachen."
In D u r 1 a ch befand sich ehedem in der Pfarrkirche eine Grabschrift folgenden sonderbaren Inhalts: „den 4ten November 1564 starb Ehrhard Franz von Ulm, der fromme, redliche und große Stadtrichter, dessen Körperlein gar nahe sechs Centner gewogen."


