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mit metaphysischen Bakterien verunreinigen. Lieber gehe ich in die Brunnenhalle und trinke aus Pflicht­gefühl ein Glas Sprudel. Er schmeckt säuerlich, kräf­tig und erfrischend und müßte sich auch beim Zähne­putzen mit Vorteil verwenden lassen. (Da fällt mir zu meiner Beschämung ein, daß ich nie Brunnen oder Sprudel probiert habe, obwohl ich jahrelang meine Gymnasial- und Universitätsferien in Bad Kissingen zubrachte aber freilich Hot es dort auch so ein ausgezeichnetes Würzburger ^»ofbräu gegeben). Und nun fühlte ich mich unbeschreiblich genesen und setze mich in die Wandelhalle, um mein gekräftigtes Herz mit einem Mokka, zwei Kognaks und einer Brasilzigarre wieder auf den Normalstatus wohligen Geschädigtseins zurückzubringen.

Reisewinke.

Bad Salzschlirf.

Auch im vergangenen Winter wurde in Bad Salzschlirf dem bekannten Gichtbade, das mit seinem heilspendenden Bonifaziusbrunnen alljähr­lich eine große Anzahl Genesungsuchender nach dem idyllischen Wiesentale lockt fleißig an dem weiteren Ausbau aller Anlagen, Häuser und Kurmitteleinrichtungen gearbeitet. So wur­den auch einige der im Kurpark gelegenen Häuser mit Balkonzimmern und Veranden versehen, die wesentlich zur Verschönerung beitragen und dem Kurgast neben einem freien Blick über den mit herrlichem Baummaterial bestandenen Kurpark bis hinauf zum Walde auch zu jeder Zeit die Annehmlichkeiten einer Liegekur bieten. Die von Künstlerhand ausgestatteten neuen Bäume des Badehofes, dessen Restauration die Kurverwal­tung seit voriger Saison in eigener Regie über­nommen hat und die an der Wandelhalle be­quem erreichbar gelegen sind, verraten Geschmack nnd Kultur und machen dem Kurgast, auch bei weniger gutem Wetter, den Aufenthalt behag­lich und angenehm.

Sonderzüge über die Tauernbahn.

Der von Salzburg durch ein hochalpines Ge­biet zum Adriatischen Meer nach Triest führende Schienenstrong findet beim deutschen reisenden Publikum wieder die gebührende Beachtung, weil außer Oesterreich und Jugoslawien neuerdings auch Italien für Reichsdeutsche den bisher kost­spieligen Sichtvermerk aufgehoben hat. Die an der Trauernbahn gelegenen prächtigen Alpen- däder, die Meerbäder der nördlichen Adria und ferner Dalmatien zählen heute wieder zu den beliebtesten Reisezielen für Erholungssuchende. Am 10. und 23. Iuni, sowie am 1. und 9. Sep­tember 1929 verkehren zu ermäßigten Preisen ob München Sonderzüge über die Tauernbahn, die acht, vierzehn und einundzwanzig Tage spä­ter nach München zurückgeleitet werden. Die Alpenseebäder Pörtschach am Wörthersee. Veldes am lieblichen Deldeser See, Feistritz am Wo- cheinersee, die Adriameerbäder Abbazia, Grado und Portorose und auch die Schiffslinien nach Dalmatien bieten im Anschluß an die Sonder­züge sehr vorteilhafte Aufenthaltsarrangements. (Räheres in der heutigen Anzeige.)

Reform im Seebadewefen

Die Vereinfachung in Verwaltung und Betrieb unserer Seebäder schreitet vorwärts. Dringende W.ünsche des Publikums werden endlich erfüllt. Sogar an die Reform der Kurtax- und Seebäder- Preise wagt man sich. Rachdem außer Wyk auf «Föhr schon kleinere Rordseebäder in früheren Jahren das kalte Seebad durch die Kurtaxe be­zahlen liehen, nachdem im vergangenen Iahre eine Reihe Ostseebäder die Sonderbezah­lung der Seebäder aufgehoben hat, folgen nun auch unsere großen Rordseebäder. Im vorigen Iahre entschloß sich Langeoog dazu. In diesem Iahre sind Cuxhaven, Rorderney und Westerland gefolgt. Besonders zu begrüßen ist, daß Westerland und Rorderney diesen bedeutsamen Schnitt getan haben, denn nun werden wohl auch die anderen Rordseebäder damit nicht zurück­halten können.

Reiseliteratur.

Württemberg und Hohenzollern, das Land der Mannigfaltigkeit, hinter diesem Titel ist ein den Schwarzwald, das Reckarland, Hohenlohe-Franken, den Schwäbischen Wald, die Schwäbische Alb und Oberschwaben bis zum Bodensee und Allgäu behandelnder, sehr praktischer Wegweiser erschienen. Er gibt eine anschauliche und erschöpfende Auskunft über die verschiedenen Landschaftsgebiete, die Heil­wirkungen der Bäder und über 240 Orte, welche für Reise, Kuraufenthalt usw. in erster Linie in Frage kommen. Die meisten Seiten des auf Kunstdruckpapier hergestellten Führers zeigen schöne Bilder und in der Heftmitte ist ein über­sichtlicher Stadtplan des Stuttgarter Verkehrs­zentrums eingeheftet. Sehr wertvoll sind für den Reisenden die beigehefteten Karten.

Touren in das westliche Vor­weg e n. Herausgegeben von Bennetts Reise­bureau, Bergen, Rorwegen. Die kleine, illu­strierte Broschüre empfiehlt sich dem Reisenden durch allgemein zu beherzigende Auskünfte und Winke für das Reisen in Rorwegen, durch die Zusammenstellung einer Anzahl von ausgearbei­teten Touren, sowie durch die Rachwcisung emp­fehlenswerter Hotelunterkünfte im Reisegebiet von Westnorwegen.

Wanderfahrten.

Krofdorf ürofdorfer Forst Dünsberg Bieber.

Eine neue Wegebezeichnung hat der V. H. C. Gießen auf Veranlassung des rührigen Vorsitzen- den des Dünsbergvereins angelegt. Die Wander­strecke dürfte, da sie auch einen bequemen Auf­stieg zum Dünsberg ermöglicht, bald ein beliebtes Ziel für Freunde des Berges werden. Von Krof­dorf. bis wohin war das Postauto benutzen, geht der Weg zunächst gemeinsam mit dem roten Strich bis zum Waldrand, wo wir einen schönen Rück­blick bis zu den Höhen des Dogxlsberges und Taunus genießen. Von hier führt das neue Zei­chen (gelber Strich) geradeaus in den Krofdorfer Forst, wendet sich nach einiger Zeit nach links auf eine breite moosige, von Fichten umsäumte Waldschneise, um später in prächtigen Hochwald zu kommen. Auf stillen, wenig begangenen Wald- pfaden, mehrere Windungen machend, gelangen wir nach geraumer Zeit aus dem Forst, über­schreiten in der Rühe des Fellingshausener Was­serbehälters die Frankenbacher Straße, um auf einem Feldweg am Fuße des Dünsberges wieder in den Wald zu kommen, an dessen Rande wir wiederum einen hübschen Rückblick haben. In mäßiger Steigung führt uns das Zeichen, daS

Oie Jagd im Mai.

Feiertagsstimmung" liegt über dem Wald, der I seinen schönsten Schmuck trägt. Frisches Grün sprießt allenchalben, und höher schlägt das Weidmannsherz, wenn es alljährlich wieder dankbar die Schönheit der Schöpfung erleben darf. Zu jagen gibt es wenig, zu schützen und zu pflegen viel. Denn Feld und Flur haben sich in eine große Kinderstube verwandelt. Kalb und Kitz, Junghase und Jungoogel sind in gleicher Weise wie die Gelege von zwei- und vier­beinigen Feinden bedroht und bedürfen unserer Hilfe.

Die Jagd auf das Rot- und Damwild ruht, die Hirsche haben sich vom Kahlwild getrennt. Ruhe muß überall im Revier herrschen, wo jetzt das Mutterwild setzt.

Der R e h b o ck trägt sein fertig gefegtes Gehörn. Ueberall verraten weiß gefegte Stämmchen und zahlreiche Plätzstellen den Wechsel des Waldfreiherrn, der nun bald auch verfärben und seinen roten Rock anziehen wird. Erst dann sollte er für den Jäger eigentlich jagdbar fein. Das hessische Jagdgesetz gibt ihn diesmal erst ab 1. Juni frei, während der Auf­gang in Preußen von den Beschlüssen der Bezirks­ausschüsse, die ja regelmäßig in der Jagdpresse ver­öffentlicht werden, abhängt. Dank hegender Enthalt­samkeit Ratten sich die aus mancherlei Gründen während und vor allem nach dem Krieg stark de­zimierten Wildstände sehr gut erholt. Der ver­gangene Winter hat vielfach einen starken Rück­schlag gebracht. Es fehlt noch ein genauer lieber» blick über die Winterverluste, die ganz unterschied­lich sind. Ihre Höhe hängt vor allem von der Be- standzusammensetzung und in zweiter Linie von der Fütterung ab. Wo, wie in der Umgebung von Gießen, reiche Eichelmast vorhanden war, sind Ein­gänge nur in geringem Maße zu verzeichnen, und diese betreffen vorwiegend schwache Stücke, deren Wegfall für den Bestand kein Verlust ist. Anders sieht es in höheren Lagen, und vor allem in Fichten- und Kiefernrevieren aus. Von dort werden auch stärkere Verluste beim liebergang zur Grün­äsung gemeldet, während in anderen Revieren offen­bar der Gerbstoffgehalt der Eicheln günstig auf den Darm einwirkte.

Von dem Ergebnis der endgültigen Feststellung der Wildverluste, die in diesen Tagen stattfindet, wird es abhängen, ob der Abschuß des Bockes wie gewöhnlich freigegeben wird ober ob der Termin hinausgeschoben wird. Irgendwelche Beschlüsse in dieser Richtung sind noch nicht bekanntgeworden. Gegen Ende des Monats setzen die Ricken. Be­sonders gute Beaufsichtigung seines Reviers muß dann Pflicht jedes Weidmanns sein. Vor allem muß sein Kampf ohne Rücksicht dem jagenden Hund gel­ten. Jedes Schwanken und Zaudern ist verfehlt. Der Besitzer des Hundes kennt auch keine Rücksicht,

Buenos Aires zittert.. .

(a) Buenos Aires.

Buenos Aires in glühender Sommersonne. Vor dem Paläste des Präsidenten ein kleiner Lederkosfer mit diplomatischem Siegel. Der Por­tier entdeckt den sofort verdächtigen Gegenstand, getraut sich nicht, ihn zu öffnen, vermutet in ihm eine Höllenmaschine. Der ganze Palast gerät in Aufregung, mit aller Vorsicht wird der Koffer zur Polizei transportiert, auch da zögern noch alle, das Siegel zu lösen. Die Zeitungen be­richten bereits darüber, Buenos Aires zittert.

Endlich faßt sich ein Polizist ein Herz, öffnet den Koffer und findet darin reine Höllenmaschine, sondern einige alte Zeitungen und eine Liste, auf der die Ramen sämtlicher bekannten Wuche­rer und Leihhausbefitzer von Buenos Aires sorg­fältig registriert waren. Buenos Aires zittert nicht mehr.

Ter Ochse.

(d) Stambul.

In den Kaffeehäusern der ehemaligen Haupt­stadt des Osmanischen Kaiserreiches erzählt man sich folgende Geschichte:

Der alte Achmed, der als sehr geizig galt, vertraute sein Gold aus Angst vor Krieg und Inflation keiner Sparkasse und keiner Bank an. Einmal, imvertrauten" Kreis, sagte er zu seinen Freunden:Mein neuestes Versteck, in dem ich mein Gold aufbewahre, ist die Zisterne in meinem Hofe." Am selben Abend mochte sich natürlich der schlaue Ali auf, um den alten Geizkragen um einige Zechinen zu erleichtern. Im Hofe Achmeds angekommen, legte er seine Kleider neben den Brunnen und stieg in die kühle Tiefe hinab. Achmed, der alles voraus- gesehen, schlich sich herzu, nahm Ali die Kleider weg und verschwand im Innern des Hauses, Als der Dieb nach langem vergeblichen Suchen wieder total erschöpft an der Oberfläche auf­tauchte, bemerkte er. daß er selber bestohlen war und entfloh wutschnaubend, indem er die ent­setzlichsten Flüche, deren ein Türke fähig ist, vor sich hinmurmelte. Selbstverständlich machte er sich erst gar nicht die Mühe, die Hoftür hinter sich zu schließen. Achmed, der alles schaden­freudig von einem dunklen Fenster aus beob-

sich auf dreiviertel Höhe wieder mit dem roten Strich vereinigt, zum Gipfel des Berges. Sonn­tags sind oben Erfrischungen zu haben. Zum Ab­stieg wählen wir die schwarze Punktmarkierung nach Bieber. Die genußreiche Wanderung be­ansprucht, von Krofdorf gerechnet, etwa 3/2 Stunden.

Wetzlar Braunfels Weilburg.

Wir fahren mit Sonntagskarte nach Wetzlar, durchschreiten die Stadt, um am Schühengarten auf schwarze Dreiecke, unser vorläufiges Wege­zeichen, zu stoßen. Wir Überschreiten die Burg­ruine Kalsmunt, genießen von deren Turm einen reizvollen Blick auf die alte Reichsstadt und das Lahntal und kommen nach einiger Zeit am Mag- dalenenhäuser Hof vorüber zum Hochwald, an dessen Ausgang wir einen überraschenden Blick auf Braunfels und dessen herrliches Schloß haben. Wir kommen nun über die Oberndorfer Hütte mit guter Einkehr nach Braunfels. Der Weiter­marsch führt durch schönen Waldbestand nach Hirschhausen, wo die seither begangene Markie­rung endet und nunmehr blaue Kreuze am Wind- hvf vorbei unserem Endziele Weilburg, der Perle des Lahntals, zuführen, dessen hochragendes Schloß uns schon von weitem entgegengrüßt. Dauer der Wanderung 51/» Stunden.

wenn er seinen Hund nicht so verwahrt, wie die Interessen der Jagd es verlangen und wie es den Vorschriften des Gesetzes entspricht.

Die Balz des A u e r - und Birk wildes geht zu Ende. Die Hennen brüten. Die Jagd ruht. Auch das Rebhuhn macht sein Gelege, das es in drei Wochen ausbrütet. Gefundene Nester markiere man unauffällig und suche im Einvernehmen mit dem Grundbesitzer ein unbeabsichtigtes Zerstören oder Vermähen zu verhindern. Vor allem aber muß die brütende Henne samt ihrem Gelege vor Katze und Wiesel, Iltis und Krähe geschützt werden. Die Ge­fahr erscheint in diesem Jahr, wo die Vegetation noch sehr weit zurück ist, besonders groß.

Schnepfen und Fasanen brüten ebenfalls. Fasanenhähne dürfen in Hessen noch geschosseW werden.

Die Entwicklung der Junghasen ist eine Frage der Witterung. Auf den Ausfall der zukünftigen Hasen jagd hat der Revierinhaber jedoch insofern nicht geringen Einfluß, als er versuchen muß, die Feinde der kleinen Mümmelmänner kurz zu halten oder der Häsin Gelegenheit zu geben, ihre Wochen­stube in guter Deckung anzulegen.

In Malepartus, dem alten Mutterbau, hat die Fuchsfähe ihr Geheck. Mager sieht sie aus, der einst ihr Balg so prall saß. Denn viele hungrige Mäuler harren ihrer.' Nie raubt der Fuchs mehr denn jetzt. Wem es darauf ankommt, möglichst wenig Junghasen und Kitze einzubüßen, der grabe den Bau. Ein Absckießen der Fähe ohne Graben des Baues ist Aasjägerei schlimmster Sorte. Vor einer zu starken Verfolgung des Fuchses aber sei, wie vor der alles Raubzeuges, dringend gewarnt. Es liegt die Gefahr nahe, daß dann Seuchen mehr weg- raffen als alles Raubzeug zusammen.

Auch der Dachs hat Junge im Bau. Seine Jagd geht in Hessen schon mit dem 16. Mai auf. Wo ein stärkerer Fasanenbesatz ist, wird man ihn kurz hal­ten. Sonst gebührt ihm Schonung, da er bei seinem Stechen im Boden allerlei Schädlinge, z. B. die Lar­ven der Rachenbremse, dieser Plagegeister unserer Hirscharten, aufnimmt.

Die Wildpflege erfordert Bestellen der Wild­äcker. Es wäre sicher zu erwarten, daß sich der Niederwildbesatz in vielen Revieren leicht heben ließe, wenn die Beständer sich Aecker pachteten und diese mit Aesung, aber vor allem mit Deckung ge­benden Pflanzen bestellten und damit das wieder gut machten, was die Vertilgung der Hecken an Wild und Singvogelwelt vernichtet hat.

Die Salzlecken sind bet Bedarf immer wieder zu beschicken, Suhlen sind auszuräumen. Beides sind Einrichtungen, die auf das Wild eine außerordent­liche Anziehungskraft ausüben.

Hubertus.

achtet hatte, rief jetzt laut und vernehmlich: Hallo, mach die Tür zu, du Schlingel, das Vieh läuft mir ja davon." Daraus Ali:Hier ist nur ein Ochse, der auf deine Aufschneide­reien hcreinsiel. ilnö dieses Rindvieh verläßt gerade deinen Hof..."

Die verräterischen Schmerzen.

(r) Amsterdam.

Will man diese immerhin delikate Geschichte erzählen, die sich in dem holländischen Städtchen Enschede abgespielt hat, dann muß man etwas von der Kunst verstehen heikle Dinge in An­deutungen klarzumachen. Immerhin, unternehmen wir den Versuch.

In einer Rachmittagsklasse der Fortbildungs­schule von Enschede muß der Lehrer eine sehr absonderliche Beobachtung machen. Von seinen vierundzwanzig, meist 16- bis 17jährigen Schülern fallen ihm vier ob ihres käsigen Aussehens und auch deshalb auf, weil sie abwechselnd sich melden und jene bekannte Bitte vorbringen, die im studentischen Komment mit den lateinischen Wor­tentempus peto" umschrieben wird: alle zehn oder gar fünf Minuten muh einer von ihnen raus". Dem gequälten Mienenspiel der vier Burschen ist deutlich abzusehen, daß es sich nicht um eine Art älnterrichts-Drückebergerei handelt, sondern daß es ihnen jedesmal bitterer Ernst mit ihrem Vorhaben ist. Deshalb gewährt der Lehrer auch jede Bitte, macht sich aber innerlich doch Gedanken über dies eigenartige Vorkommnis.

In der Pause fällt ihm die Zeitung in die Hand. Da lieft er unter den Lokalnachrichten, daß in der vorigen Rächt in einer Bonbon» und Konfitürenfabrik eingebrochen worden ist. Den Geldschrank haben die unbekannten Täter unbe­helligt gelassen, dafür aber unter den Lager­beständen an Zuckerwaren und Likören (zum Füllen der Pralines) fürchterlich gehaust. Zum Teil haben sie die Leckereien an Ort und Stelle konsumiert.

In der nächsten Llnterrichtsstunde nimmt der Lehrer die vier Bengels ins Gebet, und sie ge­stehen den Einbruch, der ihnen physisch so schlecht bekommen ist. Den vierten von ihnen mußte die herbeigerufene Polizei imbuen retiro ver­haften ...

Rundfunkprogramm.

Sonntag, 5. Mai.

8 bis 9 ilfjr: Katholische Morgenfeier. 11 bis 11.30: Mikrophon-Reportage: Besichtigung des Röntgen-Laboratoriums Dr. Holfelder. 11.30 bis 12: Elternstunde: Zum Muttertage:Was die Mutter für das Kind bedeutet", Vortrag von Rektor K. Wehrhan. 12 bis 13: Mittagstonzert des Rundfunkorchesters. 14 bis 15: Stunde der Iugend: Liefe! Simons Kasperltheater: Wunsch- stunde. 15 bis 16: Von der Wegscheids: Fest auf der Wegscheide. 16 bis 16.30: Konzert auf Block-Flöten, ausgeführt von Schülern des Les­sing-Gymnasiums. 16.30 bis 17.30: Stunde des Landes: 1.Wie sollen wir auf dem Lande ko­chen Vortrag von Maria Müller von der Landwirtschaftlichen Schule Montabaur: 2.Der Gemüsebau au* dem Lande", Vortrag von Pal­mengartendirektor Kraus, Frankfurt a. M. 17.30 bis 18: Vom Ehrenhos der Frauenfriedenskirche: Liebergabe der Frauenfriedenskirche durch die Frauen an die Gemeinde. 18 bis 18.45: Kon­zert des Rundsunkorchesters: Tschaikowsky. 18.45 bis 19.30: Stunde des Rhein-Mainischen Ver­bandes für Volksbildung: 1.Das neue Jahr des Frankfurter Künstlertheaters", kurze Ansprache von Intendant Hans Meißner: 2.Ernst Abbs

als Mensch, Forscher und Sozialpolitiker", Vor­trag von Rektor Bartscher, Frankfurt a. M. 19.30: Dom Staatstheater Kassel: Gastspiel George Baklanoff:Rigoletto", Oper in 3 Akten von Verdi. Anschließend: Sportnachrichten. Dar­auf bis 0.30: Tanzmusik.

Montag, 6. Mai.

6.30 Llhr: Morgengymnastik. 12.30: Schallplat­tenkonzert: Heiteres aus Schwaben und Bayern. 15.05 vis 15.35: Stunde der Iugend: Aus Sport und Spiel, vorgetragen von Turn- und Sport­lehrer Heinrich Dippel:Das Wandern ist des Müllers Lust". Für Kinder vom 10. Iahre ab. 16.35 bis 18.05: Von Stuttgart: Konzert des Rundfunkorchesters. 18.10 bis 18.30: Äse­stunde. 18.35 bis 18.55: Von Mannheim:Plau­derei über eine Brasilienreise", Vortrag von Helmut Hauri. 18.55 bis 19.25:Amerika li, ein Dreigespräch von W. v. Dewall, E. Glaeser und P. Laven. 19.25 bis 19.45: Vortragszyklus des Allgemeinen Deutschen Gewerkschasfsbundes: Die Bauhütten und Wohnungsbaugesellschas- ten", Vortrag von Gauleiter Hüttmann. 19.45 bis 19.55: Englische Literaturproben. 19.55 bis 20.15: Englischer Sprachunterricht. 20.15 bis 21.30: Iunge russische Kunst. 21.30 bis 22.30: Von Heidelberg: Studentenlieder.

Dienstag, 7. Mal.

6.30 Llhr: Morgengymnastik. 13.30 Schallplat­tenkonzert: Orchesterstücke. 15.05 bis 15.35: Stunde der Iugend: Die schöne Umgebung von Frank­furt a. 'M. bzw. Kassel: Wanderungen und Aus­flüge in Ratur, Kunst. Geschichte und Sage. 17 bis 18.30: Rach Köln: Konzert des Rund­funkorchesters: Brahms. 18.30 bü3 18.55: Von Kassel:Die moderne Arbeiterdichtung Deutsch­lands", Vortrag von Pros. August Chringhaus. 18.55 bis 19.15:Die Mummenschanzszene und das Symbol von Furcht und Hoffnung in Goethes ,Faust II, 1. Akt", Vortrag v. Pfarrer Clemens Taesler. 19.15 bis 19.35: Funkhoch sch ule:Die Aufgaben der Psychologie in der Fürsorge", Vor­trag von Dr. Bappert, Psychologe der Iugend- beratungsstelle. 19.35 bis 19.55: Schachstunde. 19.55 bis 20.15: Funkhochschule:Mitteleuropa, eine geschichtliche Entwicklung der Begriffe", Vor­trag von Prof. Dr. G. Künhel. 20.15: Zum 60. Geburtstag Hans Pfitzners. Funkstille.

Mittwoch, 8. Mai.

6.30 Llhr: Morgengymnastik. 10.40 bis 11.10: Schulfunk: Musik, vorgetragen von Ferd. Hof­mann, akad. Musiklehrer:Alte Tanzformen". 13.15: Schallplattenkonzert: Orchesterstücke mit Richard Tauber (Tenor). 15.05 bis 15.35: Stunde der Iugend: Aus dem Buch der Sage und Geschichte, vorgetragen von Rektor Wehrhan: Merkwürdige und ergötzliche Geschichten von hohen Herren"; für Kinder vom 10. Iahre ab. 16,35 bis 18.05: Rach Stuttgart: Konzert des Rundfunkorchesters: Reue Tanzmusik. 18.10 bis 18.30: Bücherstunde. 19.20 bis 19.40: Funkhoch- schule:Zum Iubiläum deS Briefwechsels zwischen Goethe und Schiller (erschienen 1829)", Vortrag von Prof. Dr. Franz Schultz. 19.40 bis 19.55: Senckenberg-Viertelstunde:Aktuelle Ratur- wissenfchaff. Vortrag von Prof. Dr. R. Richter. 19.55 bis 20.15: Vortragszyklus des Gewerk­schaftsbundes der Angestellten:Das Freueit- und Derussproblem der heutigen Angestellten­jugend", Vortrag von H. Drost. 20.15:Etagen­haus". Ein Hörspiel von Otto Alfred Palitzsch. Anschließend: Schallplattenkonzert:In neunzig Minuten um die Erde".

Eingesandt.

(Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Schlimmer Zustand der Landstraße Steinberg

GrüningenHolzheim.

Bekannt ist, daß die Ausgaben der Straßenbau­verwaltung groß und die Mittel knapp sind. Aber trotzdem sollten Zustände, wie sie sich auf obiger Straße finden, nicht für möglich gehalten werden. Diese Strecke stellt eine der wichtigsten Zufahrts­straßen für den Verkehr aus der näheren Umgebung nach Gießen dar, hier läuft eine gut rentierende Omnibuslinie. Die Fahrgäste dieser Linie sind zu be­dauern, wenn sie in Gießen ankommen, dürsten ihnen alle Knochen im Leibe wehtun. Streckenweise ist die Straße noch ganz erträglich, aber streckenweise ganz fürchterlich. Die Kraftfahrer zäh­len hier zu den Aermsten aller Wegbenutzer, obwohl sie doch in erster Linie zur Wegbauunterhaltung herangezogen werden. Wer sein Fahrzeug auf dieser Strecke fahren muß, dem sollte von Rechts wegen die Steuer ganz erlassen werden, denn die Repara­turen gehen bei dieser Fahrerei in die Hunderte.

Zwischen Grüningen und Holzheim wird ja eben an der Wiederherstellung der Strecke gearbeitet, wir wollen sehen, mit welchem Erfolg. Aber einer Teil­strecke sei gedacht, die der Aufmerksamkeit der Stra­ßenverwaltung doch noch entgangen zu sein scheint, das ist das erste Drittel zwischen Steinberg und Grüningen, am Ortsausgang von Grüningen an- fangend. Das ist der schlimmste Teil der ganzen Strecke, Loch an Loch, aber was für welche. Hier ist die öffentliche Sicherheit bereits gefährdet, aber gerade hier wird nichts getan. Warum füllt man nicht wenigstens einmal die schlimmsten Löcher aus? Schon ein halbes Jahr liegt Flickmaterial da.

Nur vielleicht 50 Kubikmeter feiner Kies und einige Fässer Teer wären nötig, und der Schaden wäre für längere Zeit behoben, Dampfwalze voll­ständig überflüssig. Die Bewohner der hiesigen Gegend verlangen ja gar keine Kleinpflaster, und Asphaltstraßen, aber sie wollen auch nicht gerade auf mittelalterliche Verkehrswege angewiesen fein, letzten Endes bezahlen sie die Steuern gerade so pünktlich oder auch unpünktlich wie die anderen.

N. N. N.

Geschäftliches.

An der guten Suppe erkennt man die gute Köchin. Das alte Sprichwort sagt, daß das Kochen guter Suppen nicht leicht ist. Die praktische Hausfrau weiß sich aber zu helfen: sie kauft Maggis Suppenwürfel, kocht sie genau nach der jedem Würfel aufgedruckten Kochanweisung und kann so eine Suppe auf den Tisch bringen, mit der sie Ehre einlegt.

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Geschichten ans aller Welt.