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Rüben 20 bis 25; rote Rüben 25 bis 30; Spinat
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Samstag.
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Wenn du aber eine Arbeit übernommen hast, die dir fremd ist, dann gilt erst recht das Wort: Zeit lassen! Du muht in diesem Fall so tun, als ob du Wochen zur Verfügung hättest. Vichts wirkt verdrießlicher als die Erkenntnis: Cs war wieder einmal nichts. Ich muh von vorn anfangen. Andererseits ist keine Freude ungetrübter als die, wenn uns ein Werk vollkommen geglückt ist.
Deshalb denke vor Beginn an den köstlichen
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im Anhalter ch verschwinden, im hat den Ent- us - Hotelge- [ bes (Stb'äubc« irr baupolizei- :ben ist, daß er
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und damit das tandr werden.
das Bund: Radieschen 20 bis 25 Zentner: Kartoffeln 5,50 Mark.
Bornotizen
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Gebirgsgruh: Zeit lassen!
Taten für Lonntag, 5. Mai.
Sonnenaufgang 4.26 Uhr, Sonnenuntergang 19.28 Uhr. — Mondaufgang 3.22 Uhr, Monduntergang 14.35 Uhr.
1818: der Sozialist Karl Marx in Trier geboren (gestorben 1883). — 1821: Napoleon auf St. Helena gestorben (geboren 1769).
Daten für Montag, 6. Mai.
Sonnenaufgang 4.24 Uhr, Sonnenuntergang 19.30 Uhr. — Mondaufgang 3.36 Uhr, Monduntergang 15.51 Uhr.
1836: der Ingenieur und Schriftsteller Max von Eyth in Kirchheim geboren (gestorben 1906); — 1859: der Naturforscher Alexander von Humboldt in Berlin gestorben (geboren 1769); — 1871: der Dichter Christian Morgenstern in München geboren (gestorben 1914); — 1904: der Maler Franz von Lenbach in München gestorben (geboren 1836).
Gictzener Wochcnmarktpreise.
VtekiRülioncn, bflöenjdjtbas KupmapkVoQC. Ich bin slolj auf Such!
Zeigt wo lebt und arbeitet das k^rruwk-SSappen.
6s (st bas stolze Zeichen EuFcrZlSürbc.
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Handball im Lahn - Oünsberg - Gau.
Vächsten Sonntag treffen sich in ANendorf a. d. Lda Londorf I und Allendorf a. d. Lda. I zum fälligen Derbandsspiel. Den letzten Resultaten nach zu urteilen, mühte Londorf als knapper, aber sicherer Sieger aus dem Treffen hervorgehen.
Spielplan der Frankfurter Theater.
Opernhaus. Sonntag, 5. Mai, von 19,30 bis 22,30 Uhr: Der Zigeunerbaron. Montag, 6., von 19,30 bis gegen 22,30 Uhr: Der Wildschütz. Dienstag, 7., von 20 bis nach 22,30 Uhr: Der Troubadour. Mittwoch, 8., von 19,30 bis 22,45 Uhr: Die Fledermaus. Donnerstag, 9., von 19,30 bis 23 Uhr: Aida. Freitag, 10., von 19,30 bis nach 22,30 Uhr: Pulcinella; hierauf: Der Jahrmarkt von Sorotschinhi. Samstag, 11., von 20 bis nach 22,30 Uhr: Mignon. Sonntag, 12., von 11 bis gegen 13 Uhr. Konzert der amerikanischen Sängervereinigung des Dayton-Westminster- Chores; von 18 bis gegen 22,30 Uhr. Die Walküre.
Schauspielhaus. Sonntag, 5. Mai, von 20 bis 22,15 Uhr: Katharina Knie. Montag, 6., von 20 bis 22,45 Uhr: Was Ihr wollt. Dienstag, 7. von 20 bis 22,15 Uhr: Die schwarze Kugel. Mittwoch, 8., von 20 bis 22,15 Uhr. Helden. Donnerstag, 9., von 20 bis 22,15 Uhr: Katharina Knie. Freitag, 10., von 20 bis gegen 22,30 Uhr: Vachgeholte 16. Vorstellung im Samstag-Ab. 6: Paulus unter den Juden. Samstag, 11., von 20 bis 22,45 Uhr: Was Ihr wollt. Samstag, 12., von 20 bis 22,15 Uhr: Katharina Knie.
wird: Das Abbrenncn von Grasflächen, Rainen und Hecken ist in der Zeit vom 15. Mär^ bis 31. August jedes Jahres verboten. Personen unter 16 Jahren dürfen solche Stellen in der Vatur überhaupt nicht abbrennen. Grasflächen. Raine und Hecken, die weniger als 1000 Meter von Waldungen entfernt sind, dürfen nur in Gegenwart von mindestens zwei Personen über 16 Jahren abgebrannt werden. Während des Ab- brennens darf ntan das Feuer nicht verlassen. Es sind Schutzmaßnahmen zu ergreifen, die ein Uebertreten des Feuers auf fremden Besitz ver- hindern. Zuwiderhandlungen gegen diese Vorschriften werden mit empfindlicher Geldstrafe bedroht. Die Polizei und Gendarmerie ist angewiesen, ihr besonderes Augenmerk auf die Einhaltung dieser Vorschriften zu richten.
(Weitere Lokalnachrichten im 2. Blatt.)
— Tageskalender für Volkshochschule: Eröffnungsfeier, Singsaale des Realgymnasiums, Ludwigstraße. — Artilleristen-Verein: Monatsversammlung, 8,30 Uhr. — Marine-Derein Gießen: Monatsversammlung im Dereinslokal. — Gießener Schwimmverein: Abschwimmen verbunden mit Schau- und Werbeschwimmen, 8,15 Uhr, im Volksbad. Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Die Frau, die jeder liebt, bist du". — Astoria-Lichtspiele: „An
30 bis 50; Spargel 90 bis 150; Unter-Kohlrabi 10 bis 12; Feldsalat 200 bis 250; Tomaten 80 bis 90; Zwiebeln 20 bis 25; Meerrettich 50 bis 120; Schwarzwurzeln 40 bis 80; Rhabarber 50 bis 60; Kartoffeln 6; Aepfel (ausl.) 40 bis 80; Aepfel (inl.) 30 bis 40; Dörrobst 35 bis 40; Honig 40 bis 50; junge Hähne 120 bis 130; Suppenhühner 100 bis 120; Nüsse 70 bis 80; das Stück: Tauben 90 bis 100; Eier 11 bis 12; Blumenkohl 100 bis 150; Salat 20 bis 35; Salatgurken 80 bis 120; Lauch 10 bis 20; Rettich 40 bis 70; Sellerie 20 bis 100; - - - - Pfennig; der
Erfolg.
** Evangelischer Bund. Aus den Kreisen der hiesigen theologischen Fakultät und der für den Evangelischen Bund wirkenden Bundesmitglieder wurde wiederholt die Abhaltung eines akademischen
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der Grenze des Todes.
— Tageskalender für Sonntag. Frauenverein vom Roten Kreuz für Deutsche über See: Deutscher Jugend-Abend, im Stadttheater, 6 Uhr nachm. — Verein ehem. Kavalleristen: Standarten-Weihe, 3 Uhr nachm., Cafe Leib. — Konsumverein Gießen: Vertreter-Versammlung, 9 Uhr norm., im Gewcrkschaftshaus. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Die Frau, die jeder liebt, bist du". — Astoria-Lichtspiele: „An der Grenze des Todes".
— StadttheaterGießen. Aus dem Stadt- theoterbureau wird uns geschrieben: Die kommende Woche bringt das Gastspiel der Haaß-Berkow-Fest- spiele. Diese Spielschar hat bei ihrem letzten Hiersein einen starken, eindringlichen Erfolg gehabt. Tiefen Eindruck machten die Aufführungen des „Toten- tanzes" und des „Paradcisspiels". Auch am Freitag, 10. Mai, werden diese beiden Mysterienspiele wiederum zur Ausführung gelangen. Das Stadttheater hat zusammen mit dem Goethebund die Haaß-Berkow- Spiele verpflichtet. Es ist der Intendanz gelungen, außer der Vorstellung um 20 Uhr auch um 16 Uhr eine Schülervorstellung anzusetzen. Die Nachmittags- Vorstellung, die ebenfalls dem öffentlichen Verkauf freigegeben ist, bringt ein Spiel nach dem Grimm- schen Märchen „Die zertanzten Schuhe" von Grüm- bel-Seiling. ,.
— Electrola-Konzert. Am Dienstag, 7. Mai, abends 8 Uhr, findet in der Veuen Aula der Universität ein Electrola-Schallplatten-Kon- zert bei freiem Eintritt statt. Dor wenigen Jahren noch völlig unbekannt, ist heute der Harne „Electrola" im Munde aller Schallplattenfreunde. Kostenlose Eintrittskarten werden in der Musikalienhandlung von Ernst Challrer auS- gegeben. Im übrigen verweisen wir auf Z>ie heutige Anzeige.
— „Gallen-, Nieren- und Blasen- st e i n e." lieber dieses Thema hält im Rahmen der Veranstaltungen des Naturheilvcreins Dr. med. W. Malech am Dienstag, 7. Mai, abends 8 Uhr, im Kaufmännischen Dereinshaus, Nordanlage, einen öffentlichen Vortrag. Bei dem besonders häufigen Auftreten dieser Leiden und der bedeutenden Rolle, die für deren Entwicklung Mängeln unserer Lebensweise zukommt, ist der Besuch dieses Vortrags für jeden wichtig. Siehe heutige Anzeige.
— Der Gesangverein „Concordia“- Gießen veranstaltet am 11. Mai sein 65. Stiftungsfest. Interessenten seien auf die heutige Anzeige hingewiesen.
— Oberhessische Viehversichcrungs- A n st a l t. Am Sonntag, 12. Mai, findet im Ratskeller zu Friedberg eine ordentliche Mitgliederversammlung (Hauptversammlung) statt. Interessenten ersehen Näheres aus der heutigen Anzeige.
folgen wird. . „
*• Vortrag eines Gießener Um* verfitätsprofefsors in Zürich. Dor einigen Tagen hielt der Universitätsprofessor Dr. H. Craemer, der Direktor des Tierzuchtinstituts an der hessischen Landesuniversität Gießen, in Zürich auf Einladung des dortigen Iagdklubs einen Vortrag über Tierpsychologie. Im Anschluß an die Darlegungen des Redners wurde eine stattliche Folge von Lichtbildern zu dem Thema des Abends vorgeführt. Die „Veue Zürcher Zeitung", deren Bericht uns bei der Viederschrift dieser Zeilen vorliegt, unterrichtet ihre Leser ausführlich über den Vortrag des Gießener Gelehrten, den das genannte Blatt einen Meister der Sprache nennt, der es verstanden habe, feine Ausführungen stellenweise mit einem feinen Humor zu Würzen und einen warmen Appell an die Herzen der Menschen, die mit den Tieren in irgendwelche Beziehungen treten, zum Schutze der Tiere zu richten. Vach dem Bericht der „bleuen Zürcher Zeitung" war der Vortrag Prof. Dr. Kraemers
Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt Pfund: Butter 180 bis 190; Matte 30 bis Käse (10 Stück) 60 bis 140; Wirfina 20 bis Weißkraut 20 bis 30; Rotkraut 20 bis 30; gelbe
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** Straßensperrungen. Dorn Oberhessi- schen Automobil-Club E.V. (A. V.), Gießen werden uns folgende Straßensperrungen mitgeteilt: Kilometer 7 bis 9 im Zuge der Straße Gieße n — V e i s k i r ch e n für alle Fahrzeuge vom 6. Mai bis auf weiteres, Umleitung über Rödgen—Großen-Duseck; Kilometer 5,8 bis 6,8 im Zuge der Straße Münchhausen-Oders- berg für alle Fahrzeuge vom 4. bis 10. Mai. Umleitung über Seilhofen—Deilstein; Kilometer 9,9 bis 11,5 im Zuge der Straße Beil stein — Odersberg für alle Fahrzeuge vom 11. bis 18. Mai, Umleitung über Deilstein—Münchhausen; Kilometer 0,0 bis 0,5 im Zuge der Straße Beil st ein — Rodenroth für alle Fahrzeuge vorn 27. Mai bis 1. Juni, Umleitung über Deil- stein-Holzhaufen.
" Das Maienblafen. Bei dem heutigen Maienblasen, abends um 7 Uhr vorn Turm der Iohanneskirche aus, kommen zum Vortrag: 1. Lobe den Herren den mächtigen König der Ehren, v. I. S. Bach; 2. Anrufung Gottes, v. E. Ruh; 3. Wenns Mailüfterl weht, Tonsah v. Pastor Kuhlo.
•* Iustizpersonalien. Auf Grund des Altersgrenzegesehes treten am 1. Juni in den Ruhestand: Der Vortragende Rat im Ministerium der Justiz, Ministerialrat Johannes Schmitt in Darmstadt, der Landgerichtsdirektor beim Landgericht der Provinz Rheinhessen zu Mainz, Martin Hessel, und der Oberamtsrich- ter beim Amtsgericht Alzey, Adam König.
** Der Oberhessische Kunstverein eröffnet morgen, Sonntag, 5. Mai, Dormittags 11 Uhr, eine neue Ausstellung, welche sich aus Werken der Frankfurter Künstler: Lina v o n S ch a u • roth, Adolf Weber-Scheld, Johann Beiz, Carl Stock zusammensetzt. Auf die vielseitige Ver- anftaltung, welche neben Werken der Malerei und Plastik auch Glasmalerei, Glasschliff und dekorative Entwürfe auf dem Gebiete der Kirchenmalerei bringt, sei an dieser Stelle besonders hingewiesen. Näheres in der heutigen Anzeige.
" Die Museen sind am Sonntag zwischen 11 und 1 Uhr bei kleinen Eintrittspreisen geöffnet.
** Die städtische Kunstsammlung mit der Dr.-Hans-Bock-Gedächtnis-Stiftung im Neuen Schloß, Eingang Senckenbergstraße, ist nunmehr wieder jeden Sonntag von 11 bis 13 Uhr bei freiem Eintritt geöffnet. Kinder haben nur in Begleitung Erwachsener Zutritt. '
** Der Deutsche-Jugend-Abend, den der hiesige Frauenverein vom Roten Kreuz für Deutsche über See am morgigen Sonntagabend um 6 Uhr im Stadttheater veranstaltet, sei noch einmal der Beachtung unserer Mitbürger empfohlen. Bekanntlich soll der Reinertrag dieser Veranstaltung dazu dienen, den Unterhalt einer deutschen Schwester in Paraguay mit bestreiten zu helfen. Um dieses guten Zweckes willen verdient die Veranstaltung allein schon einen starken Besuch.
** D i e Volkshochschule macht an dieser Stelle nochmals besonders darauf aufmerksam, daß heute abend die Eröffnungsfeier, morgen (Sonntag) der erste pflanzenkundliche Ausflug in den Hangelstein (Teilnahme unentgeltlich) stattfindet und am Montag der erste Kursus beginnt, dessen Probe- besuch gegen Lösung einer Ausweiskarte gestattet ist. Alles Nähere ist in der heutigen Anzeige ersichtlich.
** Viehmärkte in Gießen. Am Dienstag nächster Woche findet in Gießen Rindvieh- (Nutzvieh-) Markt statt, dem am Mittwoch Schweinemarkt
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Ausbildungskursus angeregt, der die Redner des Evangelischen Bundes mit den neueren wissenschaftlichen Ergebnissen der theologischen Forschung be- kanntmachen solle. Dank der Unterstützung durch mehrere Professoren der Landesunivcrsität fand nun ein solcher Kursus an zwei Tagen dieser Woche hier statt. Der Vorsitzende des hessischen Hauptoereins des Evangelischen Bundes, Pfarrer B e r ck (Roßdorf), eröffnete den ersten Kurfustag im Markus- faalc hierselbst mit herzlichen Bcgrüßungswotten. Anschließend hielt Universitätsprofessor D. Dr. Cordier den ersten Vortrag über „Luthers Bedeutung für den deutsä)en Erzichungsgedankcn". An den geistvollen Vortrag schloß fid) eine kurze Aussprache an. Der zweite Tag des Ausbildungskursus begann vormittags mit einem Dortrage des Uni- oersitätsprof. D. Dr. Bornkamm über „Luthers Bedeutung für die deutsche Staatsauffassung". Der Vortrag fühtte dann zu einer ausführlichen Besprechung über die Stellung des Christen zum heutigen Staate. Unter Führung des Vortragenden wurde hieraus das theologische Seminar besichtigt und die Kursusteilnehmer mit der neuesten Lutherliteratur bekanntgemacht. 2lm Nachmittag sprach Professor Dr. Götze über „Luthers Bedeutung für die deutsche Sprache und Literatur". Auch an diesen Vortrag schloß sich eine eingehende Aussprache an. Am Schluß des Kursus dankte der Vorsitzende den Vortragenden für ihre allseitig mit Genugtuung aufgenommenen Vorträge.
»» Gegen das Abbrennen von Gras- flächen, Rainen und Hecken. 3m neuesten Amtsverkündigungsblatt erinnert das Kreisamt ® icfj.cn wiederholt an die Polizeiverordnung für den Kreis Gießen betr. das Abbrennen von Grasflächen, Rainen und Hecken, in der bestimmt ANZEIGEN
für die Tagesnummer des Gießener Anzeigers werden zweckmäßig am Nachmittag vorher aufgegeben. Nach 8 Uhr vormittags kann die Aufnahme der Anzeigen auch in Ausnahmefällen nicht gewährleistet werdenI
VERLAG DES GIESSENER ANZEIGERS
Länder - und Städtevappen alles Erdteile in Gold- und SilberdrucK: Oie FREUDE, des K U R M A R K
Aus Der provinzialhaupistadi.
Gießen, den 4. Mai 1929.
Zeit lasten!
Als ich vor vielen Jahren mit einigen Freunden zum erstenmal die Schweiz besuchte, erstiegen wir auch einen ziemlich hohen Berg in den Berner Alpen. Trotz der Mahnung unseres Führers eilten doch etliche von uns, darunter auch ich, voraus und konnten es nicht erwarten, den Gipfel als die ersten zu erreichen. Wir mußten deshalb in der Mitte des Berges lustschöpfend stehen bleiben und einige Minuten rasten. Allerdings gab es, als der Gipfel in Sicht kam, wieder ein allgemeines Wettrennen, wie es nur bei jugendlichen Wanderern mit ihrer Unerfahrenheit vorkommt. Wir überholten einige Bergsteiger, die auf unseren Gruß weiter nichts sagten als: „Zeit lassen!" und ruhig im gewohnten Gleichmaß weiterschritten.
Als wir auf dem Gipfel des Berges standen, waren wir so müde und abgehetzt, daß wir kaum das herrliche Panorama genießen konnten. Schlaff lagen wir auf den Felsplatten mitten im Schnee und schnappten Lust. Eine Stunde später erschienen ganz gemütlich die Vachzügler. Aber sie tarnen mit frischen Sinnen und konnten das Land- schaftsbild ganz anders auf sich wirken lassen, wie wir. Sie waren die Klügeren gewesen.
Diesen Gruß: „Zeit lassen!" habe ich noch einige Mal in den Bergen gehört, von Sennen und Wanderern. Auch ich selbst habe ihn oft weitergegeben, wenn ich sah, daß Leute im Bergsteigen eine Höchstleistung vollbringen wollten. (Man erlebt da oft die seltsamsten Dinge. Ein Freund von mir hat z. D. den Fcldberg im Schwarzwald vom Feldberger Hof aus laufend erstiegen!)
Aber auch im Alltagsleben fällt mir der schöne Gebirgsgruß „Zeit lassen!" manchmal ein. Da fährt die Elektrische ab. Keuchend kommt noch einer angelaufen und will sich hinauffchwingen, aber die Kraft ist ihm ausgegangen. Er packt es nicht, wird noch ein Stückchen vom Wagen mit* geschleift und fällt auf die Straße. Wenn es auch ohne größeren Schaden abgegangen ist, so ist doch der Anzug stark mitgenommen worden. Warum hat der Mann nicht an den Derggruh gedacht? In sieben Minuten kommt ja wieder eine Elektrische.
Ein Fuhrmann will mit feinem schwer beladenen Wagen eine Anhöhe hinan. Cs eilt. Er spornt die Pferde zu Unmöglichem an und erreicht fein Ziel doch nicht; denn die Pferde stutzen und wollen nicht mehr. Hätte er die Tiere einige Minuten ausruhen lassen, wäre es spielend gegangen! Eile mit Weile! heißt es mit Recht. Es ist ein wahres Sprichwort. —
Warum hören wir so ost den Sah: „Ich habe keine Zeit."? In den meisten Fällen ist es eine schlechte Ausrede. Und wir sehen, daß viele Leute, die eigentlich nicht allzuviel zu tun haben, dock) darüber klagen, daß sie so wenig Zeit haben. Andere wieder, an leitenden Stellen, haben immer Zeit. Das ist natürlich; denn sie wissen mit der Zeit umzugehen. Wer aus einem wichtigen Posten etwas organisieren will, der muß vorher schon bewiesen haben, daß er mit sich selbst im Reinen ist, sonst wird er nie als Leiter zu einem großen Werk berufen werden. Das kann nur einer fein, der sich selbst und damit auch feine Zeit in der Hand hat.
Diejenigen aber, die immer keine Zeit haben, tun am allerwenigsten. Sie betrachten vielleicht das Leben als eine Hetzjagd. Ohne Pause, ohne Atemholen sausen sie dahin. Zur Selbstbesinnung, zum Rückblick kommen sie ganz selten. Sie behandeln ihre Zeit wie der Geizhals seine Schätze. Sie kennen und fürchten nur ein Wort: Zurückbleiben! Die Angst vor diesem Wort läßt sie nicht ruhen, treibt sie unaufhörlich weiter. Und wenn sie am Iahresschluh oder gar am Lebensende ihr Tun überschauen, müssen sie eingestehen: Wofür habe ich mich so abgequält? Warum lieh id) mir nicht mehr Zeit?
24 Stunden haben wir jeden Tag zu unserer Verfügung. Das ist eine lange Zeit. Sollte es nicht möglich sein, damit auszukommen? Blicken wir am Abend des Tages doch einmal zurück und überdenken wir, was eigentlich gearbeitet worden ist. Finden wir da nicht oft, daß wir eine ganze Wenge Zeit vergeudet haben mit Kleinigkeiten, sogar mit Richtigkeiten? Hätte ich ... Wenn ich ..., so fangen dann die Reue- sähe an. Aber der Hauptsatz: Zeit lassen! war tagsüber vergessen worden. Ueber jeder Arbeit sollte er mit hell leuchtenden Buchstaben stehen.
Du sollst eine Rechnung prüfen, Zahlen zusammenzählen, eine schwierige Aufgabe lösen. Da hilft dein Feuereifer nicht, da hilft nicht der feste Vorsatz, in zwei Stunden muß es gemacht fein. Ein kleiner Fehler, ein leichter Irrtum werfen alle deine Bemühungen über den Haufen. Die Berichtigung, das Suchen nach dem Fehler kosten dich oft das zehnfache an Zeit. Die Ruhe geht zum Teufel, du wirst zappelig und nervös. Dann lege alle Bücher und Belege für kurze Zeit weg, schließe die Augen, und sprich innerlich ganz laut: „Zeit lassen!" Du wirst sehen, es hilft.
KUR
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OCtiMTTt*
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CIGARETTEN


