Einzelbild herunterladen

Deutsche Schwimmrekorde.

22 neue deutsche Rekorde stellten die deutschen Schwimmer und Schwimmerinnen im vergangenen Sahre auf. Davon entfallen zehn auf die Herren und zwölf auf die Damen, die außer dem 200« und 400-Meter-Rückenschwimmen alle bisherigen Rekordzeiten unterboten. Auch in der Weltrekordlifte sind die Damen durch Lotte Mühe (Hildesheim) im 100= und 200- Mcter-Brustschwimmen vertreten, während Hilde Schrader (Magdeburg) ihren Weltrekord im 400-Meter-Brustschwimmen noch kurz vor Sahres- schluh an die Holländerin Marie Baron ab- tretcn muhte. Bei den Herren hält nur noch Erich Rademacher als einziger Deutscher einen Weltrekord im 400-Meter-Brustschwimmen.

Oberhessen.

Landkreis Gießen.

-.- Watzenborn-Steinberg, 3. San. Am vergangenen Samstagabend beging der hie­sige GesangvereinGermania", der äl­teste Gesangverein in hiesiger Gemeinde, die Feier seines diesjährigen Stiftungsfestes. Das recht reichhaltige und gut gewählte Programm lieh die zahlreichen Besucher in jeder Beziehung auf ihre Rechnung kommen. Der Ansprache des langjährigen 1. Vorsitzenden Karl Kolmer folgten die Gesangsvorträge des Vereins. Die unter Leitung seines langjährigen, bewährten Ehormeisters Georg Harnisch vorgetragenen Volkslieder, mittelschweren Chore und eines Kunstchores bewiesen, daß der Verein allen An­forderungen gewachsen und auf einer beacht­lichen Höhe steht. Den Chorvorträgen folgte die Aufführung eines Singspiels. Wenn der Verein auch in den letzten Sahren durch Auf- führung von kleineren Operetten Mustergültiges leistete, so hatte er sich bei dem vorgenannten Singspiel an eine besonders schwierige Aufgabe gewagt, das in gesanglicher und theatralischer Hinsicht ganz besondere Anforderungen an die Mitwirkenden stellte. Bei den geeigneten Kräf­ten und der wochenlangen Klebung konnte ein ganzer Erfolg nicht ausbleiben. Der reiche Bei­fall war wohl die beste Anerkennung und der Dank für die Theatergruppe und diejenigen, die ihre Kräfte bei der Einstudierung in uneigen­nütziger Weise zur Verfügung gestellt hatten. Sehr zustatten kam bei allen Aufführungen der durch den Gastwirt Georg Sommer VI. vor einiger Zeit in anerkennenswerter und muster­gültiger Weise nach dem Entwurf des hiesigen Architekten Karl Schneidmüller erfolgte Saalumbau und die von ihm kürzlich beschaffte prächtige Bühnendekoration. Zum Schlüsse wur­den durch Überreichung von Geschenken geehrt der langjährige unermüdliche 1. Vorsitzende Karl Kolmer und der seitherige Vereinsrechner Karl S ch m a n ö t für seine fast 25jährige an­erkennenswerte Tätigkeit als Rechner.

* Watzenborn-Steinberg, 3. San. Die hiesige Arbeiter-Samariterkolonne beging im LokaleZur Wetterau" in Steinberg ihre Weihnachtsfeier. Nachdem der tech­nische Leiter die Feier mit einer kurzen Ansprache eröffnet hatte, nahm die Veranstaltung in schlich­tem Rahmen, wie es dem Berufe der Samariter gebührt, ihren Verlauf. Rach dem Gesang eines Weihnachtsliedes unter brennendem Tannenbaum trug das Töchterchen einer der Samariterinnen ein kleines Gedichtchen vor, das mit großer Freude aufgenommen wurde. Dr. Heil richtete hieraus einige herzliche Worte an dir Samariter und die Gäste und bedauerte besonders, daß in einer so großen Gemeinde, wie die hiesige, bis­her so wenig Snterefse für eine derart gute Sache, die dem Wohle der Allgemiinhrit dient, gezeigt wurde. Mit dem Gesang einiger Lieder unt> mit humoristischen Erzählungen nahm die Feier ihren Abschluß. Die Kolonne beabsichtigt Ende dieses Monats einen Vortrag mit Lichtbildern zu veranstalten.

Lang-Göns, 3. San. Der Krankenkassen- rcchncr Wilhelm Anton Stoll hat jetzt das Amt als Gemeinderechner übernommen. Möge es ihm vergönnt sein, dieses Amt zum Wohle der Ge­meinde Lapg-Göns viele Jahre zu verwalten.

* Birklar, 3. San. Am Sonntag veran- ftaltele der hiesige Turnverein ei ic eindrucks- volle Aven dunterhaltung. Der große Saal des Gastwirts Düringer konnte die Gäste kaum fassen. Durch die Mttwirkung des hiesigen Gesang­vereins wurde die festliche Veranstaltung zu einem genußreichen Abend für alle Teilnehmer: die schön vorgetragenen Lieder und eine nette Coupleteinlage ließen auch die musikalischen Ge­nüsse zu ihrem Recht kommen. Zunächst begrüßte der 1. Vorsitzende des Turnvereins. Lehrer Krausgrrll, die Erschienenen in einer herz­lichen Ansprache, in der er auch auf die hohe Bedeutung der deutschen Weihnacht und auf den tiefen Siim des heiligen Christfestes hinwies. Sm Mittelpunkt der Veranstaltung stanken zwei finnige Weihnachtsspiele: ICHristinchens Feier­abend" undDurch Rot und Leid zur Weih­nachtsfreud". Alle Zuschauer waren von den Leistungen der jugendlichen Spieler angenehm überrascht.Versöhnung" unter dem 6rennenden Christbaum war Leitgedanke in beiden Stücken. Dem Vorstand und den Spielern gebührt für ihre uneigennützige und mühevolle Arbeit im Dienste des Ganzen herzlicher Dank. Dem Turn­verein möge dieser wohlc.elungene Abend ein An­sporn sein, auf dem jetzigen Wege weiterzugehen und im Laufe des Sahres noch mit ähnlichen Veranstallungen vor die Gemeinde zu tr.ten.

-? Bellersheim, 2. San. Der h'esige G e- sangvereinGermania" Helt in Gemein­schaft mit dem Radfahrerverein fein dies­jähriges Wintervergnügen ab. Ter Saal von Angcrmüller war bis zum letzten Platz be'ehl Auf der neu eingerichteten Bühne mit moderner Beleuchtungsanlage ging neben einem kleineren Wcchnachlsstück der DreiakterDer Schmied von Ruhla" über die Bretter. Die Spieler leisteten Vorzügliches, wie auch die ausgezeichnet vorge- tragenen Männerchöre unter Leitung des Diri­genten Landwirt Göbel von hier allgemeinen Beifall fanden.

er. R ö t h g e s, 3. Jan. Heute wurde der ä l t e st c MannunsererGemei de, Johannes Köl­le r, im Aller von 87 Jahren z u Grabe getragen. Der Verewigte starb unerwartet in der Neujahrs- nacht. Es sind jetzt noch einige Männer in Röth­ges, von denen mehrere bereits einige Jahre die 80 bei roller geistiger und körperlicher Rüstigkeit über- fchritten haben. Zu dem kürzlichen Bericht über die ounggeflügelschau Marburg über Erfolge unserer Hühnerzüchter ist noch nachzutragen, daß Gemeinde-

Bunies

Reues von Nelson und Lady Hamiilon.

Die romantische Liebesgeschichte des großen eng­lischen Seehelden 9t e l s o n mit der schönen Lady Hamilton erfährt eine neue Beleuchtung butch eine Sammlung von fast 200 Briefen, die jetzt in den Besitz der amerikanischen Harvarü-Bibliothet gelangt sind und bisher noch nicht veröffentlicht waren. Außer Briefen Nelsons an die Lady befinden sich auch Schreiben der Dame an ihn sowie ihres Gatten Sir William Hamilton darunter. Die Briefe Nelsons sind zum Teil in den kühnen Strichen und Schwün­gen seiner Schrift mit der rechten Hand gehalten, während andere das fast unleserliche Gekritzel zeigen, das er mit der linken Hand oollfuhrte, als er 1797 seinen rechten Arm bei Santa Cruz verloren hatte. Nelson verlangte von Lady Hamilton, daß sie seine Briefe verbrennen sollte. Es sind daher verhältnis­mäßig wenige erhalten geblieben. Am 1. März 1801 schreibt er ihr: .Zch verbrenne alle Deine lieben Briefe, weil es so für Dich am besten ist, und ich bitte Dich, auch alle meine zu verbrennen; sie können uns nur Ungelegenheiten bereiten, wenn sie in un­rechte Hände kommen, und schon das Bekanntwerden eines einzigen Briefes würde die Klatschmäuler der Welt mehr beschäftigen, als wir ahnen." Viele der Briefe verraten die leidenschaftliche Liebe'Nelsons zu der Lady und zu ihrem Kind.Nun, mein teures Weib, denn das bist Du in meinen Augen und im Angesicht des Himmels," schreibt er einmal,kann ich Dir meine Gefühle schrankenlos offenbaren. Du weißt, meine teuerste Emma, daß es nichts in der Welt gibt, was ich nicht tun würde, damit wir zu­sammen leben und unser liebes Kind bei uns haben können. Ich liebe Euch beide, wie ich niemals je­manden sonst geliebt habe. Ich habe niemals ein echtes Liebesempfinden gespürt, bis Du es mir ein­flößtest, und auch Du hast Gott sei Dank niemals einem anderen Deine Liebe ganz geschenkt. Ich denke, daß wir uns vor Ende des März wiedersehen wer­den, und daß ich so siegreich sein werde, daß Du mit mir zufrieden fein wirst." In ähnlichen Tönen sind viele andere Schreiben gehalten. Auch auf das Ver­hältnis zwischen Emma und ihrem Gatten werfen die zwischen diesen beiden gewechselten Briefe neues Licht und lassen erkennen, wie die Lady gegen ihren Mann immer kühler wurde und von ihm loszukom- men suchte. B.

Lin Sludenkenoaler.

Ein schönes Beispiel menschenfreundlicher Frei­gebigkeit hat ein Rumäne gegeben, von dem Pariser Blätter erzählen. Es war einmal in Bukarest ein sehr armer Knabe, der allein ohne jede Hilfe auf der Well stand. Sein größter Wunsch war, etwas zu lernen, aber er konnte diesen Wunsch nicht erfüllen, da er durch harte Arbeit sich fein täglich Brot ver­dienen mußte. Allmählich arbeitete er sich empor, wurde Kaufmann und kam zu Wohlstand. Immer aber bedauerte er, daß es ihm versagt geblieben war, ich eine umfassende Bildung anzueignen. Desto glück­licher war er, daß sich seine einzige Tochter dem Stu­dium widmete. Doch als sie gerade ihre Prüfungen I

rechner Emrich auf amerikanische Leghorn den zweiten Preis erhielt.

* Harbach, 3. Jan. In unserem Orte macht sich eit einiger Zeit eine lebhafte Nachfrage nach Ferkeln bemerkbar. Es werden jetzt für ein Ferkel etwa 40 Mark gezahlt. Durch die früheren billigen Ferkel- preise ist der Bestand an Zuchtsauen sehr zurück­gegangen.

Kreis Friedberg.

WSR. Friedberg, 3. San. Sn einem An- all von Schwermut hat eine 3 0 j 5 hrkge Ehe­rau von hier ihr neugeborenes Kind mit einem Papierpfropfen erstickt und sich selbst durch Erhängen das Leben genommen.

Kreis Büdingen.

Ridda, 3. San. Die hiesige Freiwil­lige Feuerwehr veranstaltete am Reujahrs- abend ein Konzert der Feuerwehr­kapelle in der Turnhalle. Rach herzlichen Degrüßungswortcn des Vorstand5migle.es Dankdirektor Se u m trug dir Kamele in schwung­voller Weise flotte Märsche und Ouvertüren sowie ein Solo stück für zwei Trompeten vor und erntete großen D.i all. Zwei Lustsp.e e wur­den von jungen Vereinsmitgliedern und einigen Damen vortrefflich gespielt und erregten bei den sehr zahlreichen Zuschauern große Heiterkeit. Zum Schlüsse fand Tanz statt.

-+ Aus dem Riddatal, 3. San. Das Ans Ingen des Weihnachtssestes und der Jahreswende, wie es noch vielerorts im Vogelsberg und in den an seinem Fuß gelegenen Dörfern Volksbrauch ist, geht von Sahr zu Sahr zurück. Es entwickelte sich aus jenen lärmenden Umzügen, wie sie fatf! überall in Deutschland gebräuchlich waren, durch die man die hämischen Dämonen zu vectteiben und Glück, Gesundheit und Liebe sich zu sichern glaubte. Die Beseitigung dieses o.t ausartenden Brauches und die Einsührung des Ansingens ist jedenfalls auf kirchlichen Einsluß zurückzuführen. Waren doch die Lehrer angewiesen, die gottesdienst­lichen Gesänge auf den Straßen und freien Plätzen anzustimmen und zu leiten. Wenn heute das Singen am Weihnachtrabend und in der Silvesternacht mehr und mehr aus dein Brauche kommt, so darf man der neuen Zeit nicht die alleinige Schuld beimessen. Sehr ost fehlt der börslichen Singgemeinde der geeignete Führer, der die Lieder intoniert und auch als Sprecher austritt. Dieser Umstand trägt wesentlich dazu bei, alte, mit der Bevölkerung verwurzelte Bräuche auszulöichen und sie der Vergangenheit aus­zuliefern. Ein Dorf unseres Tales liefert dafür den besten Beweis. Dort war noch in der Rach­kriegszeit das Anfingen gang und gäbe. Am Weihnachtsabend versammelte sich alt und jung an der Schule. Sn gewissen Abständen auf den Straßen erklangen nun die schönen, alten Weih­nachtslieder, während ringsum in den Häusern die Christbäume aufflammten. Das neue Sahr wurde gleichfalls durch Choralgesänge in den Dorfstraßen begrüßt. Der Sprecher beglück­wünschte in überlieferten Redeweitdungen Bür­germeister und Gemeinderat, Pfarrer. Lehrer und Gemeindebeamte. Auch dabei verlangte es die Sitte, daß der Christbaum angezündel wurde. Diese feierlichen Umzüge überbaue.len die Sn- flationszeit. Da traten Abwanderungen inner­halb der Sugend ein, es fehlten die gesang­lichen und wörtlichen Führer und das An- singen verstummte. Schon 3 Sahre hört man keinen Weihnachts- und ReujahrZ a. g, der alle Drauch ist endgültig begraben. Gleichzeitig er­losch damit die alte Sitte, dem Brautpaar am Hochzeitsabend ein Ständchen zu bringen, was der Dorfjugend einen Freitrunk einbrachte.

Allerlei.

an der Universität machen sollte, starb sie plötzlich. Zum Andenken an sie stiftete der unglückliche Vater, Ion Stanesco, die Summe von 100 Millionen Lei der Bukarester Universität. Diese Summe wird dazu verwendet, um Unterkunftshäuser für arme Studen- ten zu errichten, in denen sie Unterhalt und Woh­nung empfangen, um ihre Studien durchführen zu können. Bei der Eröffnung der erstenBurse", in der achtzig Studenten Aufnahme gefunden haben, hielt Stanesco eine Ansprache. Er konnte aber vor Schluchzen nicht reden und brachte schließlich nur die Worte hervor. ,Hch hatte ein Kind, Gott hat es mir genommen; nun aber habe ich achtzig neue Kinder bekommen."

Die Wisente im Kaukasus sterben aus.

Sn derUmschau", Frcrnksurt a. M.. ist zu lesen: Professor S. Pujanow von Sebastopol stellte vor kurzem fest, daß die Wiftntherde im Kaukasus, die im Sahre 1911 noch 1000 Köpfe zählte, nunmehr gänzlich verschwunden ist. Sm Sahre 1924 bestimmte die Sowjetregierung ein Gebiet von 11-0 Quadratmeilen im Kaukasus als ständiges Schutzgebiet für den Wisent. Man wußte, daß damals noch 25 Stück lebten, und hoffte, daß sie sich vermehren würden, wie es die amerikanischen Büsiel in den Rationalparks der Vereinigten Staaten und Kanada getan haben. Schon im Sahre 1924 und 1925 konnten Ine Tiere nicht mehr gefunden werden, da sie sich wohl in verborgene Schlupfwinkel zurückgezogen hatten. Sm vorigen Sahre erforschte nun eine größere Gruppe von Zoologen, die besondere Er­fahrungen mit dem Wisent hatte, die ganze Re­servation und kroch durch jedes Tal, konnte aber kein einziges Tier finden. Sie fanden eine Masse von Knochen, von denen einige Schußspuren zeig­ten, woraus sich ergab, daß die Ueberwachung durch die Regierungspatrouillen ungenügend ge­wesen war, um ungesetzliches Schießen zu ver­hindern. Aus den Knochen war zu ersehen, daß die zu ihnen gehörigen Tiere vor zwei bis drei Sahren noch gelebt hatten, und es kann auch sein, daß ein oder zwei Wisente in verlorenen Winkeln des Kaukasus noch leben, was aber das Aus­sterben der Tiere nicht verhindern kann. Der Wisent war früher in Europa ein wichtiges Sagdtier _ und wurde bis zum 17. Sahrhundert eifrig gejagt. Die Fortschritte der Zivilisation verminderten aber seine Zahl mehr und mehr. Die große Herde im Gebiet der russischen Ost­seeprovinzen wurde während des Krieges fast aufger.eben, nur fünf Exemplare leben noch. Vor dem Kriege war auch ein Wisentreservatorium auf der Halbinsel Krim, das aber bei der russi­schen Revolution zerstört wurde. Einige wenige Wisente finden sich noch in den europäischen zoologischen Gärten, und eine Gesellschaft hat sich gebildet zum Zweck der Erhaltung dieser Tierart, Die Rachricht von ter Vernichtung der Kaukasus- herde ist aber ein schwerer Schlag für die

I Freunde des Wisents.

Kreis Schotten.

§ AI trieb ft ein, 3. San. Sm Saale des Gast­wirts G. Groh veranstaltete der hiesige Zweig- verein des Vogelsberger Höhen­klub S dieser Tage eine stimmungsvolle Weih­nachtsfeier. Der erste Teil ließ die Kinder zu Wort kommen; sie trugen Weihnachtsgedichte und -geschichten vor, darunter sogar eine eigens für diesen Abend verfaßte, und spielten mehrere hübsche Weihnachtsstücke, die von Damen deS Vorstands ein geübt waren. Schließlich erschien noch der Rikotaus und teilte an klein und groß seine Gaben aus. Rachdem die Kinder heim­gegangen, begrüßte der Vorsitzende, Tierarzt M e i s k i. die Anwesenden in längerer Ansprache. Bei fröhlicher Untergattung, die belebt wurde durch eine Verlosung und schließlich mit Tanz endete, blieb man noch lange beieinander.

i Sellnrod. 3. San. Seitdem im Herbst 1923 Pfarrer Sllert uns verlassen hat, um eine Psarrstelle in Groß-Gerau anzutreten, wurde unser Kirchspiel von Dobenhausen bzw. Freienfeen aus verwaltet. Runmehr ist e neReu- regelung eirtgetreten. Sellnrod wird jetzt von Groß-Eichen aus versehen und Altenhain wie seither von Freienfeen aus. Hoffentlich bekom­men wir bald wieder einen eignen Pfarrer. Obwohl die Psarrstelle bereits ausgeschrieben war, hat sich doch bis jetzt bei dem herrschenden Pfarrcrmangel noch kein Bewerber gefunden.

* Rudingshain, 3. Jan. Die H o l z h a u er­arbeiten in unseren Waldungen sind in diesem Winter schon vor Weihnachten beendet worden. Die gleiche Tatsache ist auch in unseren Nachbar­dörfern Feldkrücken und Breungeshain zu verzeich­nen. Es kommt in diesem Jahre sehr wenig Holz zur Versteigerung, so daß man sich selbst in unserer holzreichen Gegend auf Kohlenfeuerung um­stellen muß.

V Gedern, 3. San. Der am Sonntag vom Turnverein im Bergwirtshaus veranstaltete Unterhaltungsabend erfreute sich eines sehr starken Besuches und stand auf beachtlicher Höhe. Rach einem vom Musikoerein Gedrrn flott gespielten Eroffnungsmarsch und nach Be­grüß ungsworten des Vorsitzenden, Reichsbahn- afsistenlen Stöhr, ging das von der hessischen Zentralstelle für Volksbildung empfohlene Lust­spielDer Geizige" über die Bühne. Die Wahl des Stückes, zu der man den Turnverein be­glückwünschen kann, lieferte den Tewtts, daß echte, alte Lustspielkunst auch heute noch imstande ist. einen Abend lang die Zuhörer aufs trefflichste zu unterhalten. Allen Mitwirkenden gebührt An- erfennung und Dank, nicht zum wenigsten auch Lehrer Häusel, der das Einstudieren Stückes übernommen hatte. Ebenso verdienen die Leistungen des Musikvereins. der mit seinen Vorträgen die Pausen ausfüllte und neue Proben seines Könnens gab, volles Lob.

Starkenburg.

MSN. D a r m ft a b t, 3. Jan. Der Kellner S t o j k o w , der bekanntlich die Cafthausbesitzerin Hilde Kraft erschossen hat, befindet sich auf dem Wege der Besserung. Die Shigel, die er sich in den Kopf beigebracht hatte, konnte im Stadt- krankenhaus entfernt werden. Stojkow ist bei Be­wußtsein.

Rheinhessen.

WSN. Mainz, 3. Jan. Zu der gemeldeten Unterschlagung bei einer chemischen Fabrik in Mainz-Amöneburg teilt die Firma Chemische Fabriken Dr. Kurt A l b e r t G. m. b. H. Amöne­burg mit, daß in ihrem Betrieb eine solche Unter- schlagung nicht erfolgt sei. Es handele sich um

eine andere chemische Großfirma em Platze.

MSN. Nieder-Jngeiheirn, 3.Jan. Zur Zeit wütet hier in sehr ftarfem Umfange eine M a s e r n e p i d e m i e unter den Kindern. Trotzdem alle Sicherheitsmaßnahmen ergriffen mürben, sind einige Kinder der Krankheit 2 um Opfer gefallen.

Preußen.

Kreis Wetzlar.

U Wetzlar, 3. Jan. Am 1. Januar 1929 waren es vierzig Jahre, daß Beigeordneter Sigmund H i e p e als Vertreter der Wetzlarer Bürgerschaft dem hiesigen Stadtverordne­tenkollegium angehört. Mehr als dreißig Jahre ist er ehrenamtlicher Beigeordneter. Hiepe gehört einem seit mehr als 200 Jahre hier an­sässigen Apothelergeschlecht an, das sich in seinen Generationen hohe Verdienste um das Wetzlarer Gemeinwesen erworben hat. Auch der jetzige Jubi­lar, der im siebzigsten Lebensjahre steht, hat sich in den vier Jahrzehnten hervorragend mit kommu­nalen Angelegenheiten befaßt und -ist oft führend in wichtigen Angelegenheiten der Stadt Wetzlar heroorgetreten. Er war früher jahrelang der ftän- bige Vertreter des Bürgermeisters und mußte oft monatelang die Geschäfte der Stadt allein führen. Bekannt ist sein erfolgreiches Eintreten für Wetzlar zur Wiedererlangung einer Garnison, besonders durch Vermittelung seines Detters, des Generals Sixt von Arnim; es mar für den Jubilar wohl einer feiner schönsten Tage, als er als Vertreter der Stadt Wetzlar am 1. April 1914 die damals nach Wetzlar verlegte Unteroffizierschule unter dem Schatten des Domes bewillkommnen durfte. Ein alter Nationalliberaler, ist er auch nach her (Staats- Umwälzung als Mitglied der Deutsch-volkspartei­lichen Fraktion feinen Ansichten treu geblieben und hat besonders aus dem Schatz feiner vielen Erfah­rungen belebend auf die kommunalpolitischen An­gelegenheiten gewirkt. Außer seiner Eigenschaft als Beigeordneter der Stadt Wetzlar, ist Herr Hiepe auch schon fast ebensolange Mitglied des Kreistages des Kreises Wetzlar und gehörte als Kreisdeputier­ter zu den ständigen Vertretern des Landrates. Dem engeren Kirchenoorstand der evangelischen Ge­meinde gehört er schon viele Jahre an und ist schon längere Zeit deren Kirchmeister. Seit zwei Jahren macht ihm ein Herzleiden viel zu schaffen, und auch der Jubiläumstag ließ ihn gesundheitlich nicht so wohl erscheinen, wie feine Freunde es wünschten. Seitens des Bürgermeisters und des Oberpräsidenten der Rheinprooinz find dem Jubi­lar herzlich gehaltene Glückwunschadressen übersandt worden

WSR. Wetzlar, 3. San. Schweres Herze­leid hat das unvorsichtige Umgeben mit Schußwaffen über eine Familie in Leun gebracht. Die beiden 14jährigen Söhne des Bäckermeisters Müller und des Arbeiters Müller von dort machten sich an einem Te- sching zu schassen. Die Wafse entlud sich und eine starke Schrotladung drang dem Sohn des Arbeiters Müller in den Leib. Obwohl sofort ärztliche Hilfe zur Stelle war, starb der unglückliche Sunge nach wenigen Augen­blicken.

Maingau.

WSN. Frankfurt a. M., 3. Jan. An der Mainzer Landstraße sind auf einem unbebauten Platz nicht weniger als 48 Ziaeunerwagen angefahren. Hier ist ein ganzes Zigeunerdorf entstanden, das schätzungsweise 2 00 Personen umfaßt. Die Stadtverwaltung wird von den An­liegern jener Gegend mit Briefen bombardiert, in denen diese darauf drängen, baß bie Zigeuner außerhalb bes Bannkreises ber Stadt gebracht wer­den sollen.

Erweitertes

Schöffengericht Gießen.

Gießen, 2. San. Sn einem Zivilprozeß, der vor dem Amtsgericht Bad-Rauheim an­hängig gemacht war und in dem Schadensersatz wegen entliehenen, aber nicht wieder zurück­gegebenen Autowerkzeugs begehrt wurde, war auch ein Kraftwagenführer über den Verbleib des Werkzeugs als Zeuge vernommen worden. Dieser bekundete damals unter seinem Eide, daß er das Werkzeug einem anderen Chauffeur über­geben habe, daß es von da ab verschwunden gewesen und er nicht wisse, wo es hingekommen sei. Später stellte sich aber heraus, baß dieser Zeuge selbst nachher das Werkzeug bei anderen Leuten untergestellt hatte, und daß ihm bekannt war, daß von einem anderen dort Teile des Werkzeugs geholt worden waren. Alle diese Tatsachen verschwieg der Zeuge unter seinem Eide. Er mußte sich daher jetzt wegen fahr­lässigen Falscheides verantworten. Mit Rücksicht auf fein jugendliches Alter wurde er zu 3 Monat Gefängnis verurteilt.

Ein wegen Diebstahls schon häufig vorbestraf­ter Arbeiter von hier hatte im vergangenen Sahre in hiesiger Stadt, vorzugsweise im süd- lichen Viertel, wiederum mehrere Cinbruchs- diebstähle begangen, wobei ihm hauptsächlich Räucherwaren und mehrere Töpfe eingelegter Eier in die Hände fielen. Sn fast allen Fällen Handelle es sich um Kellereinbrüche. Trotz der erheblichen Vorstrafen billigte das Gericht - dem Angeklagten mit Rücksicht auf sein Ge- | ständnis und die gezeigte Reue mildernde Um» 1 stände zu und erkannte gegen ihn auf eine Ge- I samtstrafe von 3 Sahren Gefängnis. Außerdem wurden ihm die bürgerlichen Ehren- ] rechte auf die Dauer von 5 Sahren aberkannt, |

Ein Unteroffizier des hiesigen Bataillons, dem I die Verwaltung der Kasse der .Unteroffizier- | Vereinigung übertragen war, hatte wiederholt I in die ihm anvertraute Kasse gegriffen, I um angeblich seine Privatschulden damit zu be- I zahlen. Sn einem äußeren Fall hatte er einen I Scheck gefälscht und auf diesen bei einer 1 hiesigen Kasse den betr. Betrag abgehoben. Als I die Revision der Kasse bevorstano, fälschte I er, um die Unterschlagungen zu verdecken, meh- I rere Quittungen. Wegen schwerer Urkunden- 1 fälschung in Tateinheit mit Betrug, einfacher Ur- I kundensälschung und fortgesetzter Unterschlagung I gum Rachteil seiner Kameraden wurde er z u I 3 Monat Gefängnis verurteilt. Außerdem I wurde auf Dienstentlassung und Degradation er- I könnt.

Berliner Börse.

Berlin, 4. San. (WTB. Funkspruch.) Rach I ocr gestrigem Abschwächung ist die Stimmung I tm heutigen Frühverkehr unsicher bei starker I Zuruckhaltung der Spekulation. Kurse sind noch ] nicht zu hören. Man taxiert sie bis jetzt wenig- | stens eher etwas schwächer.