werten, da Pt feine Sxlsttnz ftnten. Dir brauchen auch in den mittleren Wirtschafts- schichten intelligente Men chen. Es gibt viele Menschen, bk für die Schule und die Erreichung ihres Endzieles nicht geeignet, aber für das Praktische Leben außerordentlich brauchbar sind. Deshalb rechtzeitig schärfste Auswahl.
Ich bestreite nicht, daß es gegenwärtig vi'lleicht die schlimmste *2Iot in un crem Wirtschaftsleben ist. dah wir die jungen Kräfte nicht in genügendem Mähe in der Wirtschaft unterbringen können. Trotzdem bleibt die höhere Schule der Jungbrunnen für die Erneuerung der wirtschaftlichen Kräfte. Ohne den Hochstand des deutschen Bildungswesens könnten wir den uns aufgezwun- aencn internationalen Wirtschaftskampf nicht bestehen. Wenn es die Aufgabe der Wirtschaft ist, dem Volke das Leben zu erhalten, so ist es die Aufgabe der Schule, der Wirtschaft die K äste zu geben, die sie dazu bedarf. So leistet die hoher» Schule nationa c Arbeit in einem Maste, wie kaum zu anderer Zeit.
Aus der Provinzialhaupistadt.
Gießen, den 4. Januar 1929.
Oer Grundsatz der Zirmenwahrheii.
Der Handelsstand und das Publikum sind fast in gleicher Weise alltäglich das Opfer von Schwindel,irmen und anderer unlauterer Unter» nehmungen und Geschäfte, die sich den Anschein re.ller Geschäftsunternehmungen geben, in Wirklichkeit jedoch die Allgemeinheit über die Art und den Umfang des Geschäfts zu täuschen suchen. In Erkenntnis und unter Hinweis auf diese oft viel zu toei ij gewürdigte bedauerliche Tatsache hat b.T Verband der hessen-nossauischen Industrie- und Handelskammern zur Frage der Eintragung in das Handelsregister in einer auch vom hessischen Industrie- und Handelskammertag durch Beschluß vom 12. Dezember 1928 gebilligten Erklärung Stellung genommen. Beide Körperschaften verlangen danach, dah dem Grundsatz der Firmenwahrheit des Handelsgesetzbuchs besondere Behandlung zu schenken ist. Firmenzusätze wie „Haus", „Zentrale", „Fabrik", „Industrie". „Werk" und dersl.ichen, können nur dann als zulässig angesehen werden, sofern in ihnen nicht eine Täuschung über die Art oder den Umfang des Geschäfts oder die Verhältnisse des Geschäftsinhabers erblickt werden m u fr Dabei seien die örtlichen Verhältnisse zu berückiichtigen.
Die Bezeichnung „H a u s" setzt i n allgemeinen ein Unternehmen voraus, das w.nigstens einen gleichartigen Betritt) mistlerer Größe an Umfang und Bedeutung übertrifft.
Unter „Zentrale" versteht der Verkehr re» gelmäßig einen kapitalkräftigen Groh- bet rieb, der innerhalb eines größeren oder kleineren räumlichen Dezi.ks die Hantelsbeziehun- gen eines bestimmten Geschäftszweiges ganz ober in erheblichem Umfange in sich vereinigt.
Die Bezeichnung e 3 n b u ft r i e" setzt eine fabrikmäßige Herstellung voraus. Die Bezeichnung „Fabrik' erschci.it nur zulässig, soweit nach den in den betreffenden Industri.zwei- gen üblichen Methoden der Arbeitsteilung und Arbeitszerlegung unter Zuhilfenahme einer größeren Zahl von Arbeitern unb Maschinen Produkte hergestellt werden.
Die Bezeichnung „Werk" weist im allgemeinen auf ein g r o st i n d u st r i e l l e s Unter- nehmen mit einem über den Begriff „Fabrik' hinausgehenden Umfang hin. Die Bezeichnung „Werke" soll zum Ausdruck bringen, daß mehrere der Fabrikation gewidmete Daullchkeiten und Räume entsprechenden Ausmaßes zur Verfügung stehen. Lediglich in der Holz-, Erde- und Steinindustrie ist auch für verhältnis- mästig kleine Betriebe die Bezeichnung „Werk' seit langer Zeit üblich und wird vom Verkehr nicht als Hinweis aus die Bedeutung eines Unternehmens angesehen.
Geographische Firmenbezeichnungen ober geographische Zusätze sind bann zur Irreführung geeignet, to:nn sie hinsichtlich der Herkunft ober Descha.fenheU ober des Umfanges unrichtige Vorstellungen erwecken.
Wie bas Kammergericht zum Ausdruck gebracht hat, rechtfertigt die Eintragung in bas Handelsregister den Mißbrauch von Firmenbezeichnungen nicht. In solchen Fällen kommt vielmehr die Löschung im Hanbelsregister in Betracht. Das gleiche gilt auch für ZweigniÜberlassungen, deren Haupt-
Die fremdenZimmergesellen— eine moderne Zunst.
Die Straßenschlacht, die in Berlin zwischen dem „Ring" der Verbrecher unb den Zimmerleuten ausgekämpst worden ist, hat uns nicht nur überraschende Aufklärungen über die moderne Verbrecherorganisation gebracht, sondern enthüllt uns auch bas Bestehen einer eigenar.i- gen Handwerkerzunft, die die Zimmerleute auch in unserer Zeit noch eng zusammenschließt. Jene Handwerksgesellen mit den weiten Hosen aus schwarzem Manchestersamt, die sich nach unten noch so eigentümlich verbreitern, und mit den ungeheuren schwarzen Filzhüten sind Wohl schon jedermann auf gefallen. Man nennt sie wohl die „Hamburger Zimmerleute", weil ihr Beinkleid, das unten oft 80 Zentimeter weit ist, die „Ham- burger Schnitthose" von ihnen genannt wird. Aber sie selbst nennen sich die „fremden" oder „fremdgeschriebenen" Zimmergesellen, die sich von den nicht ihrer Zunft angehörigen „Vogtländern" stolz absondenr. Eugen Weist, bet in seinem bei Eugen Dieberichs in Jena erschienenen Buch „Die Entdeckung des Volks der Zimmerleute" die letzten Ueberlleferungen dieses uralten Handwerksbrauches gerettet hat, schildert eingehend die Organisation dieser Brüderstchast, die den alten Ruf der Zimmerleute als handfester und streitlustiger Gesellen aufrecht erhält, und deren Mitglieder sich mannhaft gegen die Revolverhelden aus der „Unterwelt" gewehrt haben. Die Zunft, die ihren Hauptsih in Bremen hat, unterstützt die auf der „Walze" befindlichen Handwerks genossen unb hält eine enge Verbindung unter ihnen, nicht zuletzt au geselliger Unterhaltung, zum Trinken und Singen. Diese Zunft der „fremden Zimmerleute" ist noch der einzige lebendige Ueberrest der mittelalterlichen Handwerkerverbände. Die „Fremden" halten alle Drei Jahre einen von den Vorsitzenden der verschiedenen Gruppen, den Altgesellcn, und einem Teil der „ausgereisten" Gesellfchaft besuchten „Kongreß" ab, auf dem neue Ordnungen und Bestimmungen beraten werden. Die Mitglieder der Verbände in den einzelnen Städten versammeln
Oer Sternhimmel im Januar.
Nachdruck verboten.
Sonnenaufgang von 8.15 bis 7.50 Uhr.
Sonnenuntergang von 15.55 bis 16.40 Uhr.
Lichtge st alten deS Mondes: 3. Viertel am 2. um 20 Uhr, 1. Viertel am 18. um 16 Uhr, Vollmond am 25. um 8 Uhr.
ms. So schön das vergangene Jahr für den Stern freund schloß, so schön beginnt auch daS
Der Merkur endlich, der sonnennächste aller Wandelsterne, ist gegen Ende des Monats am Abendhimmel sichtbar, am besten etwa um den 26. herum. Leider steht diese Sichtbarkeit gewöhnlich nur aus dem Papier, weil der Horizont, an dem der Planet ausnahmslos zu suchen ist, selten klare Lust zeigt. Hoffen wir, daß totr diesmal eine Ausnahme von dieser allgemeinem Regel erleben.
Der die 24 Stundenzahlen von Mitter- nacht hie Mitternacht einer Tagte ent• habende Kreit und die dich punktierte Linie, der sogenannte Horizont, eind fett* stehend zu denken. Der Sternhimmel dreht •ich tarnt dem auf Mitternacht zeigenden geraden Pfeil — gewissermaßen dem Zeiger der Himmelsuhr — m 23 Stunden und 56 Minuten im Sinne des gebogenen Pfeile einmal um seinen Mittelpunkt. Der eingezeichnete Horizont umrahmt die zu der Stunde, auf die der gerade Pfeil zeigt, um die Monatsmitte sichtbaren Sterne. Unsere Karte zeigt also den Zustand um Mitternacht der Mo* natsmitte Will man zu einer anderen Stunde beobachten, so denke man eich den Sternhimmel eamt dem geraden Pfeil eo gedreht, daß dieser auf die Beobachtungsstunde zeigt; dadurch werden die zu dieser Zeit sichtbaren Sterne in den nicht mit xudrehenden Horizont hineingedreht. Für je 5 Tage vor der Monatsmitte ist der gerade Pfeil l/3 Stunde z früher, für je 3 Tage nach der Monate- mitte V3 Stunde später zu stellen. Man vergleiche die nächste Monatskarte. Der Mond nimmt die gezeichneten Stellungen ein, wenn er die angedeutete Licht. gestalt zeigt.
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@ Vollmond d J. V/erte!
STERNBILDER: ER OTZE ßUCHy/t, STABEN / /
Sferne: ff/erne Buck- \ r Zabers
■y) Merkur
Tenor ^Marr Qt)Ju/?/Nr
neue. Die' Wandelsterne, mit Ausnahme des von jeher als grämlicher Gesell geltenden Saturn sind sämtlich am Abendhimmel sichtbar. Vorab erstrahlt die Venus in noch immer au- nehmendern Glanz. Sie slleht sozusagen vor Der herannahenden Sonne nach links und ist gegen Schluß des Monats allabendlich beinahe vier Stunden sichtbar. Im Gegensatz zu ihr nimmt die Helligkeit des Mars langsam ab, da seine Entfernung von der Erde nach der größten Annäherung um Weihnachten herum nun langsam wieder zunimmt. Wohl zu beachten ist, dah er nach rechts in der Richtung von den Zwillingen auf den Stier zu wandert, also „rückläufig" ist. Er ist die ganze Rächt über sichtbar. Auch Der Riesenplanet Jupiter erstrahlt Abend für Abend bis In die späten Nachtstunden hinein.
Heben den Wandelsternen wollen wir auch den Fixsternhimmel nicht vergessen 1 Die Wintersternbilder, die sich von der hoch am Himmel stehenden Eapella aus in der Richtung zum Südhorizont erstrecken, bieten einen ungewöhnlich prächtigen Anblick. Rechts unter der Eapella der Stier und links von diesem dve Zwillinge mit ihren den beiden Dioskuren Kastor und Pollux gewidmeten Hauptsternen und unter diesen das gewaltige Bild des Orion, der von seinen beiden Hunden Sirius und Pro-> kyon begleitet ist. An keinen Teil des Himmels knüpfen sich eine so große Menge von Sagen, wie an diesen, was wohl zur Genüge zeigt, einen wie großen Eindruck die Häufung heller Sterne in diesem Teil des Sternhimmels von jeher gemacht hat. Kü st ermann.
Niederlassung außerhalb des für die Zweigniederlassung zuständigen Hanbelskammerbezirkes ansässig ist. Zur Wahrung des Grundsatzes ber Firmenwahrheit und zur Verhütung eines Firmenmißbrauchs ist es besonders notwendig, daß die Register- g e r i ch l e in allen Zweifelssällen, Insbesondere soweit Firmenzusätze oder Sacht.men eingetragen werden sotten, ferner, wenn es sich etwa nur um einen Handwerksbetrieb handelt, vor Eintragung der Firma die zuständige Industri'e- und H.a n de ls k a m me r hören.
Dom Hessischen Sängerbund.
Der Kreis 12 des Deutschen Sängerbundes, der Hessische Sängerbund, um aßte Ende Dezember 1S28 23 Gaue (einschließlich Maintal- Sängerburtb mit 70 Vereinen des Spessarts insgesamt 600 Vereine mit rund 30 030 Sängern. Die Reuorganisation des Hessischen Sängerbundes wurde im Jahre 1928 vollständig durchgeführt. Der Bund umfaßte früher 35 kleinere Verbände unb Einzelbünde, die nun in den erwähnten 23 Gauen zusammenge.aßt sind. Das Bundesgebiet wird in vier Gruppen eingeteilt, unb zwar Gruppe Starkenburg, Gruppe Ooer- hes en, Gruppe Rheinhessen und Gruppe Spesiart (Mai.'.talsängcröunds. Ten Gruppen Rhllnhe sen und Oberhes en gehören auch einige preußische Vereine an. Als auherordcn liche Mitg'ieder sind dem Hessischen Sängerbund zwei ausländische Vereine, und zwar der Beethoven Chor Reuyork und Gesangverein Concordia Joinville Santa- Catharina Brasilien, angeschlossen. Die 23 Gaue
sich regelmäßig in dem sog. „Handwerkssaal", in dem die Zunftzeichen hängen. Bei einer solchen Versammlung der Berliner Zimmerleute ist ja auch der Kampf in Berlin ausgebrochen.
Die alten Zunftbräuche, die bis ins Kleinste ausgearbeitet sind, toerben von den „Fremden" noch immer fest gehalten. Am auffälligsten zeigt sich ihre Zusammengehörigkeit in der altertüm» lieben Tracht. Das eigentliche Zeichen des Zunftgesellen ist die Halsbinde, ein schmales schwarzes Bändchen, bas auch „Ehrbarkeit" genannt wird. Der Stehkragen wird von diesen Anhängern der alten „Ehrbarkeit" verachtet. Zu der tulpenförmigen „Hamburger Hose" wird der Walmusch .genannte Rock aus gewöhnlichem schwarzen Tuch getragen, während die Weste wie das Deinkl.id aus schwarzem Manchestersamt besteht und mit zwei Reihen von je vier weißen Perlmutterknöpfen geziert l t. Der schwarze Schlapphut, der sog. „Obermann", ist die Haupt» zierde des Zimmermannes: et erreicht einen, Durchmesser von mehr als I1/2 Metern. Reben diesem Haupt- unb Staatsstück, das der Zimmermann wie ein Heiligtum hält, ist auch der „Schauwerker" erlaubt, der steife Hut, mit dem sich gern die zunftei rigen Junggesellen ausrüsten. Der „Fremde" soll während der 3V2 Jahre, die er sich auf der Wanderschaft befindet, feinen Schnurrbart tragen; als Grund dafür wird an» Eben, baß bei den Rundtrinken „nicht jeder die re inS Bier hängen lassen darf". Damit ist its die große Bedeutung der Trinksitten angebeutet. Ein schöner Zug dieser Zunft aber ist die enge Kameradschaft, die man imteretnanber hält. In ihren Sprüchen und Liedern kehrt das Wort immer wieder: „Was soll ein Fremder fein? Ein treuer Mann!" Sie halten fest zusammen, besonders in Rot und Gefahr, unb wer die Ehre eines von ihnen verletzt, der bekommt es mit allen zu tun und wird „furchtbar verhauen". Denn blefe Zunft der Zimmergesellen hält die alte ileberlleferung aufrecht, nach der der Zimmermann stets ein derber und rauher, kühner und streitbarer Geselle gewesen ist. Bekannt und sogar sprichwörtlich ist Der Jähzorn der Zimmerleute, der sich auch i 1 einem überaus umfangreichen Register von Flüchen unb Schimpf-
verteilen sich auf Gruppe Starkenburg 11, Rheinhessen 7, Oberhessen 4 unb Spessart (Main- talsängerbunb) 1. Als Bundesvorsitzender steht Ministerialrat Dr. Siegert, Darmstadt, dem Bund vor. Der Bundesgeschästssührer ist G. F. Roth. Darmstadt, Leiter der Geschäftsstelle des Hessischen Sängerbundes. Jede Gruppe wirb wiederum von Dem jeweiligen Vorsitzenden bet Gruppe Im Bundesvorstand vertreten. Außerdem gehören zum erweiterten Bundesvorstand die je- weil g:n Gguvor itzendcn. Ehr.nvorstand;m tg'ied ist Schulrat Hassinger, Referent im Ministerium für Kultus und Bildung Zwosen. Gseich der Dundcseinteilung ist auch d e Einteilung für den musikalischen Teil. Es besteht ein Musikausschuh. In musikalischer Beziehung steht dem Bund der Dunbeschormeister, der Gruppe der Gruppcnchor- meister und den Gauen der Gauchormeister vor, die auch für die musikalische Entwicklung des Bundes bzw. der älnterverbände verantwortlich sind.
Oie Biererzeugung in Hessen 1927.
WSR. Im Rechnungsjahr 1927, dessen Ziffern nunmehr vorliegen, ist die Biererzeugung in Hessen um 114 000 Hektoliter, oder um rund 13 Prozent gestiegen. Durch das weitere Anziehen bet Weinpreise ist ein Rückgang des Weinverbrauchs — namentlich von Ausschankwein — eingetreten, der hauptsächlich dem Braugewerbe zugute gekommen ist. Reben angemessenen Bierpreisen hat die weitere Verbesserung der Bierbeschaffenheit fördernd auf den Bier» umfah eingewirkt. Cs wurde überwiegend unter»
Worten aus Prägt. Da sie gewohnt sind, zuzu» schlagen, haben sie auch stets die Axt bei der Hand, und diese Waffe ist auch in dem nächtlichen Kamps in Berlin geschwungen worden. Die Axt begleitet den Zl.nmergesellen überall hin; er trifft mit i)r haarscharf, unb wo er hinhaut, da wächst kein Gras mehr. „Halts Maul! oder ich schmeiß dir meine Axt an ben Kopf!" ist eine beliebte Redensart auf den Zimmermannsplätzen, der die Tat nicht selten auf dem Fuß folgt, und der Lehrling muß sich bereits darin üben, zur rechten Zeit auszuweichen, wenn i)m die Axt des Gesellen haarscharf am Ohr vorbeifliegt. Etwas Kriegerisches habe, sich die Zimmerleute immer bewahrt, das geht auch aus manchen ihrer Lieder hervo, von denen eins mit dem BerS beginnt: „Aus Kamerad! Zimmermann ist auch Soldat!" Die wandernden Zimmergesellen machen nicht nur in den Hauptstädten Deutschlands und Oesterreichs Halt, sondern sie ziehen auch ins Ausland. In Brüssel ist meist eine Gesellschaft von ihnen beisammen, und in ganz Holland arbeiten sie. Auch in Belgrad, in Budapest unb So'ia ist meistens das „Buch" der Zunft „offen“, in dem sich jeder Geselle eintragen muß: auch in Skandinavien sind sie eine "icht seltene Erscheinung, und selbst bis nach Sizilien und Aeghp- len, nach Konstantinopel, 3eru,a.em unb Alexandria kommen sie. „Die fremden Zimmerleute", sagt Weiß, „sind auf alle Fälle stärkere deutsche Gesittunasträger unb Bahnbrecher für den deutschen Gedanken als ein großer Teil des über alle Welt sich ergießenden Stroms unserer Bergnü- gungsreifenben, denn wo sie hinkommen, sprechen sie deutsch unb nur beutsch, halten ihre Sitte und Art und leisten tüchtige deutsche Arbeit!"
Os.
Don Hans JRie&tm.
Pitter hatte fein Haus verkauft und war nach Australien gefahren. Aber schon nach sechs Monaten traf rch ihn wieder in Berlin.
„Donnerwetter," staunte ich, „schon wieder zurück? Lind wie ist eS dir ergangen?“
gärige« Bier, hauptsächlich Bollhier, in grtte* getem Umfange auch Starkbier, sowie Einfach« vier hergestellt. Zu einem Hektoliter Einfachbier wurden durchschnittlich 15 Kilogramm, zu einem Hektoliter Vollbier 19,4 Kilogramm, unb zu einem Hektoliter Starkbier 24,7 Kilogramm Malz Der* wendet. Der Weingeistgehalt beträgt für Ein- sachbier 0L Prozent, für Vollbier 3,4 Prozent unb für Starkbier 4,5 Prozent. Die Herstellung edler unb besonderer, unter einem eigenen (Hamen bekannter Biere nach einem eigentümlicheL besonderen DereitungSverfahren hat nicht statt- gefunben. Die Dierpreise betrugen bei Abgabe aus der Brauerei je nach dem Stamm- würzgehalt für ein Hektoliter Einfachbier 36 OHL Vollbier 35 bis 45 Mk. und für Starfbter 45 bis 60 Mk. An Biersteuer unb Bierzoll gingen ein im Rechnungsjahr 1927 6 966 672 Mk. (im Rechnungsjahr 1926 4 928 998). Bierausfuhr hat nur in geringem Umfang (336 Hektoliter) nach dem Saargebiet stattgefunden. An französische Militärkantinen wurden abgegeben 9807 Hektoliter (Im Vorjahre 5775 Hektoliter). Am Schluß des Rechnungsjahres waren insgesamt 50 (51) Brauereien vorhanden, von denen aber nur 41 in Betrieb waren, und zwar 13 im Bezirk Darmstadt, 10 im Brzirk Offenbach, 9 im Bezirk Gießen, 5 im Bezirk Mainz, 2 im Bezirk Bingen unb 3 im Bezirk Worms. Erzeugt wurden insgesamt 969 860 Hektoliter (851 090 Hektoliter), unb zwar 964 693 Hektoliter Dollbier unb 5167 Hektoliter Starkbier.
** Die Verleihung der Rettungsmedaille in Hessen wirb, wie wir vom Ministerium deS Innern erfahren, erlvlgen. trenn die Medaillen unb die Derleihungsurkunden fertiggestellt find. Damit ist bereits in Kürz? zu rechnen. Lieber die zahlreichm vorliegenden Anträge auf Verleihung der Medaille wird dann sofort entschieden werden. Anträge auf Verleihung der Medaille find über die zuständigen Kreisämler zu stellen. Voraussetzung für die Verleihung Der Medaille ist in erster Linie, daß mit der Hilfeleistung eine besonders erhebliche Lebensgefahr für den Retter verbunden war und ein besonderer Beweis von Mut, Entschlossenheit unb Selbstaufopferung vorliegt. In den Fällen, in Denen die Voraussetzungen für die Verlegung der Medaille nicht gegeben sind, die Tat aber doch eine besondere Anerkennung verdient, oder in Fällen, in denen der Retter einer Geldbelohnung den Vorzug gibt, wird eine Geldbelohnung gewährt.
** 3. Klasse mit Gardinen. Alle Eisen- bahnwaggons 3. Klasse sollen bis zum 1. April mit Vorhängen versehen werden.
*• D i e Weihnachtsfeier der Heil- und Pflegeanstalt bei Gießen in der Anstaltskirche war diesmal ganz besonders stimmungsvoll. Der ®iebener Dläserchor unter Leitung des Herrn Schneider, ein Chor von Pflegerinnen der Anstalt und einige Solistinnen, eingeübt von dem Organisten der Anstalt. Real- lehrer Kissel, trugen durch sehr gut gelungene, zum Teil gemischte Vorträge, unter denen einige Duette besonders bervorgehoben seien, gan- außerordentlich zur Verschönerung der erhebenden Feier bei. Musuvorträge, Gesänge der Gemeinde, ein schöner Vortrag bet Deihnachts- geschichte durch eine Pflegerin, mehrere Duetts u. a. bildeten das sehr reichhaltige Programm, in dessen Mittelpunkt eine sehr gehallvolle Ansprache des Anstaltsgeistlichen, Pfarrer Müller, stand. Die Vorführungen wechselten In wohltuender Weise mit einander ab unb versetzten alle Teilnehmer in weihnachtsfrohe Stimmung und werden ihnen noch lange in eindrucksvoller Erinnerung bleiben. Allen Mitwirkenden gebührt herzlicher Dank, den viele Patienten dem Bläserchor besonders aussprachen.
Briefkasten der Redaktion.
(Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung)
Gin Mieter. Zn Gießen ist der Hausbesitzer berechtigt, die Müllabfuhr- und Straßenreinigungs- gebühren auf die Mieter umzulegen. Die Umlegung erfolgt auf Grund der städtischen Gebührenordnung vom 30. Juli 1923 bzw. 19. April 1924. und zwar im Verhältnis des Mietwerts des Grundstücks. (Siehe Dekanntmachung im „Gießener Anzeiger" vom 18. Dezember 192&)
f). 36. Das Fahren eines steuerfreien und führet* scheinfreien Motorrads ist Personen vom 18. Lebensjahre an erlaubt.
„Lerdlich," sagte er. „Ich bin gerade im Bs- griff, mir einen Achtzylinder zu kaufen."
Ich kam aus dem Staunen nicht heraus. „Wa- hast du denn in der kurzen Zeit brüten für Geschäfte gemacht?" fragte ich.
»Ich habe Os gegraben.“
„Os?"
„Og ist Osmlum-Iridlum. eine Metallegierung, die zehnmal so teuer ist icle Gold unb Mt man in Tasmanien findet."
„Richtig," nickte ich, „davon habe ich gerade in der Zeitung gelesen. Lind du hast also größer» Funde gemacht?"
Pitter schüttelte ben Kops. „Ich habe eine Grube für fünfzig Pfund gekauft und für zerlaufend Pfund wieder verkauft. Dos ist alles.“
Ich blickte verständnislos. 1 .
»Mein Goll," wurde Pitter ungeduldig. „Ich habe die Grube in Südtasmanien gekauft, wo sonst noch überhaupt kein Os gefunden wurde. Die Leute Haden gelacht. Ich Hute aber gegraben unb gegraben. Vierzehn Tage lang. Dis ich bann em paar Gramm Os fand.
Da gab es bann ein großes Geschrei, und alle Leute liefen zusammen. Ein Schurfteamter tarn in die Grube, untersuchte ben Sand unb fand tm Handumdrehen zwei Gramm Os. Eine halte Stunde später bot man mir 10 000 Pfund, und ich schlug zu."
„Das hast du vorzüglich gemacht." lachte ich.
„Gerade gestern habe Ich in der Zeitung gelesen, daß die Hoffnungen, die man in Süb- tasmanien gehabt hat, sich nicht erfüllt hätten. Eine Schursaesellschaft soll sogar Konkurs gemacht haben.
„3a,“ sagte Pitter. „das habe ich mir gleich gedacht."
„Wie?"' wunderte ich mich „Das hast du doch nicht vorher wissen können r
„Doch." nickte Pitter, „ich habe es gewußt. Ich habe es schon in dem Augenblick gewußt, als ich sechs Gramm teuer gekauftes Os in meinem Grundstück vergrub."


