liche. Man hat schon in der Zeit um 1880 allgemein von dem Niedergang des Handwerks gesprochen und ihm ein nahes Ende prophezeit. Aber bis heute lebt es noch, und es ist auch noch weiterhin lebensfähig, wenn es mit der Zeit geht.
Dei, ersten Anstoß zu einem erneuten Aufleben innerhalb des Handwerks gab die Novelle zur Gewerbeordnung im Jahre 1881. die eine Neubildung von Organisationen anregte. Ein weiterer Schritt geschah in dem Handwerkergeseh pon 1897, das als Kontrollinstanz die Handwerkskammern brachte. Erst 1919 wurde im „Reichsverband der Deutschen Handwerkskammern" ein Zusammenschluß der beruflichen und wirtschaftlichen Interessen geschaffen. Hier konnten auch zuerst im großen Rahmen die Fragen behandelt werden, die heute wiederum im Mittelpunkt stehen: Die Frage der Wirtschaftlichkeit der Betriebe, die Konkurrenzfähigkeit gegenüber Angehörigen anderer Wirtschaftsverbände.
Zur Bearbeitung und Untersuchung dieser Fragen wurde im Jahre 1919 mit dem Sih in Karlsruhe das „ Forsch ungsin st itut für rationelle Betriebsführung int Handwerk" gegründet mit der Ausgabe, das Handwerk planmäßig zu erforschen und die technischen und kaufmännischen Bctriebseinrichtungen zur Derbesserung der Wirtschaftlichkeit zu fördern. 3m 3ahre 1921 wurde dieses Institut als Zentralstelle für den Neichsverband des Deutschen Handwerks anerkannt.
Gleichzeitig wurde durch den Neichsverband ein Institut in Hannover eingerichtet, und zwar „W issenschaftliches Forschungsinsti- tut für Handwerkerpoliti f“. Diese Stelle war eingerichtet zur Untersuchung folgender Fragen:
1. Welche Bedeutung hat das Handwerk als Berufsstand für das deutsche Volk?
2. Welchen Anteil hat es an der Gesamtproduktion der deutschem Wirtschaft?
3. Welche sozialpolitischen Massenerscheinungen gedeihen auf dem Boden des deutschen Handwerks?
Da in manchen Punkten beide Institute gleiche Fragen zu lösen hatten, lag der Gedanke nahe.
zusammenzulegen, und so entstand das „3 n - ft itut für Handwerkswirtschaft" (Deutsches Handwerksinstitut), mit dem Ätz in Berlin, mit folgendem Programm:
1. Die Einfügung des gesamten Handwerks und handwerklichen Schaffens in die neuzeitliche Entwicklung, Anpassung an dem neuen Aufbau der Gesamtwirtschaft.
2. Die Pflege und Entwicklung der technischen und kaufmännischen Betriebsführung im Handwerk und damit zugleich eine aktive Beteiligung des Handwerks an der technischen Weiterbildung des modernen Produktionsapparates.
3. Die Erforschung und Klarlegung der Beziehungen des Handwerks zur Gesamtwirtschaft, zum Staat, zu den übrigen gesellschaftlichen Schichten des Volkes, und Erziehung der jungen Heranwachsenden Handwerkerschaft zur Erkenntnis dieser wirtschaftlichen, - politischen und sozialen Bedingungen und Zusammenhänge.
4. Die Förderung der traditionellen Handwerkerkultur, sowie ihre organische Weiterentwicklung im Rahmen der modernisierten Betriebssorm.
5. Die Pflege der Idee des deutschen Handwerks als eines notwendigen Bestandteiles der Gesellschaft und Bolkskultur.
Es liegt auf der Hand, daß eine solche Zentralstelle nicht direkt befruchtend auf den „Einzelbetrieb" einwirken und daß sie nicht die hier erforderliche „Kleinarbeit" leisten kann. Deshalb wurden bei fast allen Handwerkskammern sog. „Gewerbefördtzrungs- und Betriebsberatungsstellen" für die Belange der einzelnen Kammerbezirke eingerichtet, die folgende Aufgaben zu erledigen haben:
1. Betrieb: Betriebsorganisation, Betriebs- aufnahmen, Llmstellung von Betrieben, Derbesserung der betriebstechnischen Einrichtungen, Materialbeschaffung, Materialuntersuchung, Absatzmöglichkeiten, Unterlage« für Kalkulation, Reklame, Ausstellungen.
■2. Berufsausbildung: Berufsberatung (hier: Gemeinschaftsarbeit mit den Berufs- ämtern); Lehrgänge für praktische Lehrlingsausbildung: Fachkurse: Fachschulen:
- Vorbereitungen für die Meisterprüfung: Prüfungsordnung für die Gesellen- und Meisterprüfungen nach Ginzelberufen.
3. Vortragswesen.
4. Kaufmännische Detriebsfüh- tung: Hier Zusammenarbeit mit den Duch- stellen der Handwerkskammernebenstellen.
5. Musterschutz und Patentwesen: Beratung und Verwendung.
Die einzelnen Bezirksstellen stehen in dauernder Fühlung miteinander und mit dem Deutschen Handwerksinstitut. Alljährlich einmal findet im Anschluß an die technische Messe in Leipzig eine Tagung dieser Stellen statt, auf welcher im Vordergrund immer wieder die Frage steht, auf welche Weise am besten die Erfahrungen und die Hilfe dieser Stellen an das Handwerk herangebracht werden. Das Handwerk ist seiner Einstellung nach sehr konservativ, nur Fälle von dringender Notwendigkeit veranlassen in der Regel den Handwerker, von dem altgewohnten Arbeitsgang abzugehen und sich neuerer Arbeitsmethoden zu bedienen. Dazu kommt, daß in der heutigen wirtschaftlich schweren Zeit, in welcher der Handwerker kaum die Barmittel in der Hand hat. seinen Betrieb in dem Zustand von heute zu erhalten, den meisten die Mittel fehlen, plmstellungen irgendwelcher Art vorzunehmen, auch wenn dec Erfolg dec Erneuerung überzeugend vor Augen liegt. Hier für die Bereitstellung von Mitteln zu sorgen wird also die dringendste und notwendigste Voraussetzung für eine durchgreifende Tätigkeit dieser Stelle sein. Es kann mit Befriedigung festgestellt werden, daß dies wenigstens zum Teil im Freistaat Hessen gelungen ist, indem die Regierung von der Erkenntnis der Wichtigkeit und der Bedeutung handwerklicher Betriebe geleitet wurde.
irtschafi
Ul'
Oie Wirtschaftslage in Preußen.
Rach einer auf Grund von Berichten der preußischen Industrie- und Handelskammern und des Deutschen Handwerks- und Gewerbekammer- tagcs im Ministerium für Handel und Gewerbe zusammengestellten Tiebersicht war die Wirtschaftslage im September in den Produktionsmittelindustrien nicht ungün- st i g, in den Derbra uchsgüterindu- ft r i e n dagegen weniger befriedigend. Im Handel und Handwerk war die Lage nicht einheitlich. Eie befriedigte nur teilweise. Die verhältnismäßig günstige deutsche Ernte vermochte die Lage der Landwirtschaft noch nicht zu bessern: auch konnten die ergriffenen gesetzgeberischen Maßnahmen wegen der günstigen Ernte des Auslandes dieses Ziel noch nicht erreichen. Die Ausfuhr stieg im August um 91 Mill. Mark gegenüber dem Vormonat. Der Ausfuhrüberschuß erreichte eine Höhe von 117 Millionen Mark. Die ungeklärte innerpolitische Lage, insbesondere die Finanzlage der öffentlichen Hand, beeinflußt den Geldmarkt und drückt zugleich mit den hohen Steuern die Entwicklung der Wirtschaft.
Gießener Herbst-pferdemarki.
Auf dem heutigen Pferdemarkt in Gießen waren 264 Pferde und 24 Fohlen auf getrieben, gegen 410 Pferde und 27 Fohlen beim Herbst- Pferdemarkt 1928. Der Besuch des heutigen Marktes ließ gegenüber den früheren Märkten zu wünschen übrig. Die Kauflust war gering, das Geschäft schlecht. Bei den zur Prämiierung vorgeführten Pferden handelte es sich durchweg um gutes Material, bei den zum Verkauf stehenden Pferden fielen die schweren Pferde (Belgier) besonders auf. Das übrige Material war meist von mittlerer Qualität. Als Verkaufspreise wurden erzielt: Schlachtpferde 100 bis 200, mittlerer Schlag 500 bis 700, schwere Pserde 1200 bis 1500 Mk., in einzelnen Fällen auch mehr.
Schweinemarkt in Gießen.
Der heutige Schweinemarkt in Gießen war mit 130 Ferkeln beschickt. Da infolge der unbeständigen Witterung wenig Käufer erschienen waren, ging der Handel etwas schleppend, so daß kleiner Ucberftanb verblieb. Es kosteten Ferkel bis zu 7 Wochen 32 bis 40 Mk., von 8 bis 10 Wochen 45 bis 50 Mk., von 10 bis 12 Wochen 50 bis 58 Mk. Der nächste Markt findet am 6. November statt.
* Insolvenzen im September. Nach Mitteilung des Statistischen Reichsamtes wurden im September durch den Reichsanzeiger 657 (im August 739) neue Konkurse, ohne die wegen Massemangels abgelehnten Anträge auf Konkurseröffnung, und 364 (492) eröffnete Vergleichsverfahren bekanntgegeben.
* Ablösungsanleihe der Stadt Worms. Das hessische Gesamtministerium hat jetzt der Stadt Worms die Ausgabe von Inhaberschuldverschreibungen über 20 000 Mk. ohne Auslosungsrechte und über 515 000 Mk. mit Auslosungsrechten zum Zwecke des plrntausches von Markanleihen in Ablösungsanleihe genehmigt. Die Ablösungsschuld wird in 30 Iahresraten getilgt, die durch Barzahlung des sechsfachen
Nennwertes und 5 Prozent Zinsen eingelöst werden.
' Kapitalerhöhung bei den Zschopau er Motorenwerken. Die bereits vor einiger Zeit angekündigte Kapitalerhöhung der Zschopauer Motorenwerke I. S. Rasmussen wird nunmehr durchgeführt. Das Aktienkapital wird von einer Million auf 10 Millionen erhöht. Die .Uebernahme der Aktien erfolgt teils durch den bisherigen alleinigen Aktionär und Leiter der Firma I. S. Rasmussen, teils durch ein Konsortium. Dadurch sind die verantwortlichen Mittel der Gesellschaft in ein angemessenes Verhältnis zu der in den letzten Iahren durchgeführten erheblichen Vergrößerung der Produktionskraft des -Unternehmend und der erhielten Umlähe gebracht. Weiterhin hat die Firma ein langfristiges Darlehen zur Konsolidierung ihrer Verbindlichkeiten ausgenommen. Der Iahres- umsah 1928 betrug etwa 42 Mill. Mk.
Frankfurter Börse.
Frankfurt a. M., 2. Oft. Tendenz: lustlos. — Auch heute erfuhr die allgemeine Börsenstimmung keine Besserung. Die schwache Haltung der gestrigen Auslanddorsen verfehlte ihre ungünstige Wirkung nicht. Daneben mahnte die ä u ß e r st angespannte Haltung der internationalen Geldmärkte hier zur Zurückhaltung, wobei man besonders auf den steifen Neuyorker Geldmarkt verwies. Außerdem wandte man heute der durch die Ungewißheit über die Arbeitslosenversicherung verschlechterten innerpolitischen Lage große Aufmerksamkeit;u. Die Geschäftstätigkeit hielt sich in unverändert engem Rahmen, da btc Kulisse und die Kundschaft Zurückhaltung bekundeten. Ferner wurden in nur geringem Umfange neue Realisationen oorgenommen, doch genügten diese Abgaben, um bei der bestehenden Aufnahmeunlust auf den meisten Märkten neueKursrückgänge herbeizusühren, zumal auch heute von einer Inter- oentionstätigteit der Banken zunächst nichts zu be- merken war. Einen erheblichen Kursrückgang erlitten die Glanz stoffwerte, die im Zusammenhang mit dem Tode des Vizepräsidenten der amerikanischen Glanzstoffgesellschaft auf größere Abgaben 9 v. H. einbüßten. Bemerkenswert abgeschwächt waren ferner Deutsche Linoleum (minus 4) und Zellstoff Waldhof (minus 3 v. H.) Am Elektro- marft konnten die Fusionsgerüchte der Gesfürel mit Löwe keinen Einfluß ausützen. Schuckert und Siemens verloren 1 v. Sy, Chadeaktien minus 5,5 Mark und stärker gedrückt. Am Chemiemarkt verloren I.-G.-Farben erneut 1 v. Sy, ebenso Scheideanstalt minus 1 v. H. Montanwerte und Schiffahrtsaktien waren etwa 1,5 v. H. gedrückt. Banken blieben überwiegend knapp behauptet. Am Markte der Bauunternehmungen gaben Wayß & Freytag 1 v. Sy und Zement Heidelberg 1,5 v. H. nach, während Hoch- und Tiefbau sich behaupten konnten. Adlerwerke konnten gegensätzlich zur Allgemeintendenz 1 v. H. anziehen. Neubesitzanleihe gaben weiter nach, Anleihen mit Auslosung dagegen geringfügig fester. Ausländische Renten still. Nach den ersten Kursen war die Haltung vorübergehend etwas freundlicher, da von Bankseite ein Teil des angebotenen Materials ausgenommen worden sein soll. Auch lagen von Berlin günstigere Nachrichten über d i e innerpolitische Lage vor, nach denen man mit ziemlicher Bestimmtheit die Vermeidung einer Regierungskrise erwartet. Späterhin zeigten die Kurse jedoch wieder lebhaftere Tendenz. Farben, Elektrowerte und Glanzstoff waren weiterhin angeboten und 0,5 bis 1,5 v. Sy schwächer. Am Geldmarkt trat eine gewisse Unsicherheit zutage. (Tagesgeld 8 v. H.) Am Devisenmarkt nannte man Mark gegen Dollar 4,1952, gegen Pfund 20,40, London gegen Kabel 4,8618, gegen Paris 123,85, gegen Mailand 92,66, gegen Madrid 32,75, gegen Holland 12,1050.
Berliner Börse.
Berlin, 2. Okt. (Eig. Drahtbericht des „Gieß. Anz.") Die schwache Haltung der internationalen Börsen, die weiteren Goldverluste der Bank von England und die im Hintergrund akut bleibende Gefahr einer weiteren Londoner Diskonterhöhung, innerpolitische Sorgen, eine weitere Verschlechterung der Arbeitsmarktlage und ein ziemlich geheimnisvoller Tod eines Bemberg-Direktors in Amerika hatten im heutigen Dormittagsverkehr eine ausgesprochene Unsicherheit ausgelöst. Die schwächeren gestrigen Abendkurse wurden noch um mehrere Prozent unterschritten, und speziell Kunstseidenwerte waren stark angeboten. Schon vorbörslich machte sich bann aber eine gewisse Widerstandsfähigkeit bemerkbar, und die ersten Kurse lagen auf Interventionen desBankkonsortiums bereits schon wieder erholt. Das teilweise vom Auslande stammende herauskommende Material wurde, wenn auch zu gegen gestern 2 bis 3 v. Sy niedrigerem Kurse, ausgenommen. Bei der Spekulation blieb aber die Unsicherheit bestehen, Käufer waren in der
Hauptsache Bankfirmen. Die Reichskreditgesellschast, die Disconto-Gesellschast und Mendelsohn zeichneten sich hierbei besonders aus. Heber den angegebenen Durchschnitt hinaus gedrückt lagen die Kunstsei» denwerte mit Verlusten von 7 bis 7,5 v. Sy Schubert & Salzer, Ilse Bergbau, Stolberger Zink und Gesfürel um zirka 4 v. Sy abgeschwächt. Bemerkenswert ist die feste Haltung der Tietz-Aktien, die 2,5 v. Sy höher einsetzten. Deutsche Anleihen zur Schwäche neigend. Von Ausländern Mexikaner weiter schwach, im Einklang mit der Schwäche dieser Renten in Neuyork. Pfandbriefmarkt eher freundlicher. Der Geldmarkt war eine Kleinigkeit entspannt. Die Sätze haben aber bisher noch keine Veränderung erfahren. Tagesgeld 9 bis 11 v. H., vereinzelt darunter bis 8,5 v. H.: Monatsgeld 9,25 bis 10,5 u. Sy ; Warenwechsel ohne zuverlässigen Satz. Nach den ersten Kursen machte die Erholung bei ruhigem Geschäft weitere Fortschritte. Bei den Haupt-Spekulationswerten betrugen die Kursbesserungen 0,5 bis 1,5 v. Sy Die heute bekanntgewordenen Fusionsabsichten zwischen der Gesfürel und Ludwig Löwe und der A.-G. für Wasser- und Elektro-Anlagen hatten auf die Kursentwicklung dieser Papiere keinen Einfluß. Der Reichsbankausweis, der eine Anspannung der Kapitalanlagen in Wechseln, Schecks und., Lombards um 662 Millionen, eine Vergrößerung des Notenumlaufes um 754 Millionen und eine Verschlechterung der Deckung um zirka 7 v. Sy auf 45 respektive 51,8 v. H. brachte, war wohl nicht der Grund für die spä ter uneinheitliche Tendenz, sondern außer der Geschäftsstille rief die Angst vor der Möglichkeit einer abermaligen Diskonterhöhung in London eine nervöse Stimmung hervor.
Frankfurter Getreidehandelstag.
Frankfurt a. M.. 1. Ott. Der Besuch deS Getreidehandelstages in Frankfurt a. M. war gut, besonders aus dem Rheinland, aus Mittel- und Süddeutschland. Der Osten Deutschlands war dagegen nur sehr schwach vertreten. Die allgemeine Wirtschaftslage bewirkte eine gewisse Zurückhaltung der Käufer, trotzdem wider Erwarten höhere Kurse vom Ausland Vorlagen. In 2n- landweizen war verhältnismäßig geringes Angebot: Mühlen und Händler traten stärker als Käufer hervor, so daß der Weizenpreis um 0,25 bis 0,50 Mk. erhöht werden konnte. In Roggen war Angebot und Nachfrage gering, der Preis lag 10 Pf. höher. Der Wehlmarkt lag ruhig, ebenso der Futtermittebnartt. Der Handel fand zu folgenden inoffiziellen Preisen statt: Weizen 24 bis 24,65. Roggen 19,15 bis 19,25, Sommergerste 20,75 bis 21, Hafer 18,75 bis 19, Mais 19,25 bis 19,50, Weizenmehl (süddeutsches und niederrheinisches) 37,25 bis 38, Roggenmehl 27,25 bis 29, Weizenkleie 10,75 bis 10,90, Roggenkleie 11 bis 11,10.
Frankfurter Getreidebörse
Frankfurt a. M., 2. Oft. Am heutigen Hauptmarkt blieb das Auslandangebot in Weizen weiter gering. Andererseits bekundete jedoch die Händlerschaft infolge der niedrigeren AuS- landnotierungen nur wenig Kaufneigung. Immerhin genügte die Nachfrage, um eine Preiserhöhung um 30 Pf. eintreten zu lassen. Das Roggengeschäft lag still, Angebot und Nachfrage bfteben klein, doch trat eine geringe Preiserhöhung ein. Das Mehlgeschäft war weiter außerordentlich ruhig, die Preise blieben hier unverändert. Es wurden notiert: Weizen 24,50 bis 24,65, Roggen 19,15 bis 19,25, Sommergerste für Brauzwecke 20,75 bis 21, Hafer, inländ., 18,75 bis 19, Mais (gelb) für Futterzwecke 19,25 bis 19,50, Weizenmehl, süddeutsches, Spez. 0 37,75 bis 38, Roggenmehl 27,25 bis 29, Weizenkleie 10,75 bis 10,90, Roggenkleie 11 bis 11,10 Mark. Tendenz: Ruhig.
Letzte Nachrichten.
SchwererVerkehrsunsattinLauterbach.
& Lauterbach, 2. Oft. Gestern nachmittag wurden in der Lindenstraße ein 7j jähriges Mädchen und ein junger Mann von einem Personenkraftwagen überfahren. Das Mädchen wollte, wie Augenzeugen berichten, kurz vor dem Auto die Straße noch überqueren, wurde aber von diesem erfaßt und überfahren. An den erlittenen schweren Verletzungen ist das bedauernswerte Kind im Laufe des Nachmittags gestorben. Anscheinend war der Führer des Autos der Situation nicht gewachsen. Er versuchte, statt zu bremsen, seinen Wagen nach rechts herumzu» reißen, wodurch ein vor dem Auto herfahrender Radfahrer am Hinterrad erfaßt und zur Seite geschleudert wurde. Auch er mußte mit äußeren und schweren Inneren Verletzungen ins hiesige Krankenhaus verbracht werden. Heber die Schuldsrage find die polizeilichen Ermittlungen noch im Gange.
Kurszettel her Berliner und Frankfurter Börse.
Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Deichsbankdiskont 7,5 Prozent, Lombardzinsfuß 8,5 Prozent.
Frankfurt o M.
Berlin
Franksurt a M.
Berlin
Schluß- KurS
1-Uhr
Kurs
Schluß- Jhiw
Anfang, ffurt-
Schluß» Kurs
1-Uhr Kurs
Schluh- Kurö
Anfang. Kurs
Datum
LIO.
2.10.
1.10.
2.10.
Datum
LIO.
2.10.
1.10.
2.10.
5% Dt. «dtManleite v. 1927 . .
®t «al..Wlül..Schu1d mit Aus-
87,5
—
87,5
—
fl G ® . ....... v
187
187
188,25
187,5
Bergmann.........9
220,5
223,25
170,25
221
los.-Rechren.........
53,45
53,5
53,5
53,5
Elektr. Lieferungen.....10
—
—
169,25
DeSal. ohne AuSlos.-Rcchte . . .
7% ötanlf. Hqp.-Bk. Goldpf. tnv kündbar bi« 1933.......
9,9
9,75
9,9
9,7
Licht und fitaft......10
196,5
—-
197
194,75
Felten 4 (MuUleaume. ... IVi
132,5
—
—-
130,5
85,5
——
—
Ges. f. Slektr. Untern.....10
—
—-
197,5
193,25
4%% Rheioifche Hyp.-Bank £iqu.- Goldps.. .
76,65
_
Hamb. Nektr. Werke .... 10
Rhein. Elektr.........»
Schlei (Llektr..... 10
—
—
144,5
181
218,25
144
176,25
216
A.E.V.'aba. Borkrteg»-Obligation., rückzahlbar 1932 ......
88
—
—
—
Schuckert.........11
217,5
215,75
4% Schweiz. Bimderb-Ani.. . .
4% Oesterreichliche Goldrte.. . .
28,25
2,5
2,2
—
28,3
2,8
—
Siemens & Halske.....16
Transradto..... ■ . . 8
LahMeyer LLo..... . 10
365
178
366
367,65
138
177,25
365
177
4% Oesterreich, einheiu. Rte. . .
—
____
68,25
67,5
4% Ungartfd)e (QolDrtc.....
22,8
2,10
22,8 20,25 22,25
2,05
22,9
25,5
2,05
Deutsche Ctböl ....... 6
Essener Steinkohle ...... ^
Gelsenlirchener ....... ^
110,5
138,5
112
137
139
144
110,75
136
137
142,75
4% Ungarische StaaUr. v. 1910 .
4?A% deSgl. von 1918.....
4% Ungarilche kronenrte.....
138,5
143
4% Türk. Zollanlcihe v. 1911 . .
4% Türkische Bagdadbahn-Anl.,
7,5
—
7,35
Hoesch Eisen. ....... 6yf
Fisc Bergbau.......10
219
—
125
219,5
124
215
Serie I...........
7,25
—
7,3
7,7
114
—
114
113
4% detgl. Serie II.......
4% Rumänen convert. Rte. . . .
<y»% Mimänen Goldanl. von 1913
7,25
7,4
14,5
—
7,4
7,45
14,3
7,45
Köln-Neuesten........?
Mannesmann........'<
Maniselder.........7
106
106,25
122,25
108
132,25
120,25
106,75
131,5
Obersch'es. Eisend. Bedarf ... 5
—
—
—
79
*Ha. Deutsche Eisenbahn . .
Oberjchles KokSwerke.....7
——
—■
102
100,13
——
—
—
Pbönir Bergbau......6'/*
Rheinische Braunkohlen... 10
104,5
104
104,9
103,75
Hamburo-Amerila Paket . . . <
Hamb.-Südam. Dampfsch. . . 8
.Hansa Dampfschiff.....10
——
118,25
119,25
118
270
267,5
—
—
—
Rheinstahl.........6
Riebeck Montan......7,2
116,5
116
116,75
115,6
——
—
160,25
—
123,5
Norddeutscher Lloyd.....8
110,5
126,25
109
110,5
126,5
109,25
vereinigte Stahl»......
Otavi Minen..... 16'/»
112
111,25
112,25
111,5
Sllg. Deutsche Lrcdllanst. . . 10
—
126,25
68,5
68,25
Barmer Bankverein .... 10
Berliner HandelSgesellfch. . . 12
Lommerz- und Privat-Bcmk. 11
127
126,25
127,5
126,75
Kali AjcherSlebeu ..... lu
Kall Westeregeln...... 10
Kaliwerk Salzdetfurth ... 15
226
_
225,5
225
178,25
178,25
209,5
178,75
207,5
178,5
231
382
—
230,75
383
230
380,13
Darmst. u. Rattonolbmik . . 12
270,5
—
270
269,5
I ®- Farben-Fndustrie... 12
Deutsche Bank......10
166,5
166,6
167,25
167
207
206
209
205,75
Dittonto^Sesellschast Aut.. . 10
166,75
167,25
167
Dynamit Nobel.......6
—
——
——
—
Dresdner vanl ......IC
160
159,5
160
160
—
151,5
—•
—
wrtallbmi k.........8
Goldschmidt ........ 6
72,25
71
72
72
................12
286
286
287
287
RsttgerSwerke ....... .8
Metallgesellfchaft. ..... .8
78
126
77,5
77,5
126,75
76
Frankfun a. M.
Berlin
Berlin, 1. Oktober
(Seid
Brief
479
,68
2,07
2.03
1,02
497
2,70 ,01
2,22
415
3,23
H.
Schluß- Ku rS
1-Uhr Kurs
Schluß. Kurs
Anfang. Kur-
y-raniopime noren.....
Holländische Roten...... Italienische Roten ...... Norwegische Noten......
Dentsch-Ocstrrr.,Li00 Kronen .Rumänische Noten......
Schwedische Noten ...... Schweizer Noten ....... Spanische Noten.......
Tschechoslowakische Noten .. Ungarische Noten .......
Devisenmarkt Berlin Telegraphische
168,00 21,99
111,65
58,78
2,477
112,26
80,69
61,98
12,355
72,93
-Frankfur Auszahl
16 2
11
5
2
11
8
6
12 7
1 a.2 ing.
Datum
1.10.
2.10.
1.10.
2.10.
Philipp Hmzmann......'<
Heidelberger Cement.... 10 dement Karlstadt ..... 1°
Wayb L Freitag.......8
Schultheis Patzenhose, ... 15
Ber. Glanz stoss......18
Bemberg........."
Zellstoff Waldhos .... 13%
Zellstojf Aschaffenburg . . . in
Charlottenburger Wasser ... 8
Destauer ÄaS........9
Daimler Motoren......v
Dcntiche Maschinen-Fabrik . . '
Adlerwerke Klever......O
Lud». Loewe.......10
Nat. Automobil.......0
Orensleln & Koppel ..... 6
Leonhard Dieb ...... 10
Bamag-Meguln ....... O
Franks. Maschinen......4
Grttzner..........6
Heyliaenstaedt ....... o
FunghanS. ......... 6
Lechwerke..... 8
Mainkrajtwerke.......8
Bilag...........10
Nekarsulmer........8
Peters Union........6
Gebr. Stoeder ....... io
Boigt 4 Haefsner......9
Südd. Zucker.......10
Ban
97,5
125,5 179
98
289
48
57,75
8,7
53,5
106
106
125,5
108,5 222
knoten
124
97
280
224,75
41,5
105,5
155,25
97
97,5
284,5
224,5
289,5
236
227,5
147
97,5
181
43,5
51,5
40,13
194
79,75
191,5
49,5
57
53,5
125
222
156
96,25
285
225
282
229
225,5
96,75
178,5
192,5
22
79,25
194
125,25
1. Oktober
2. Oktober
Sinnliche Notierung
Geld 1 Brief
Amtliche 9 Geld
Dotierung Brief
Amft.» Rott. Buen-'AireS Brss.-Antw. Chrtstiania. Kopenhagen Stockholm . Helsingfors. Italien. . . London. .. Rruhork .. Paris.... Schweiz .. Spanien. . Japan . . . Rio de Jan. Wien in D.« Oeft. adgcst. Prag Belgrad . . Budapest. . Bulgarien. Lissabon . . Danzig. . . Konstantin. Athen. .
Canada . . Uruguay o . Tatro . . .
168,27
1,759
58,375
111,85
111,89
112,42
10,538
21,94
20,366
4,191
16,44
80,90
62,18
2,008
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1 1
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Berlin. 1. Oktober
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