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»Alterung des hessischen besetzten Gebietes Glück­wünsche und Grütze übermitteln. Die Jahre der Unfreiheit und Prüfung sind über eine Bevölke­rung dahingegangen, die fest zum Reich und zur engeren Heimat gestanden hat im Be­wußtsein der Aufgabe, die ihr auferlegt war in einer für die Zukunft Deutschlands entscheidenden Zeit, aber auch imverlrauen auf die Bereitschaft des ganzen deutschen Volkes, die Rot der Lande am Rhein mittragen zu helfen. Möge die große poli­tische Entscheidung bestimmend sein für eine glück­liche Zukunft unseres Vaterlandes, hessisches Ge- samtminislerium. 3. v.: Leuschner.

Der Reichsminister für die besetzten Gebiete, Dr. Wirth, hat aus Scheveningen dem Staatspräsi­denten Dr. Adelung folgendes Telegramm zu­gehen lassen: 3n heutiger Sitzung der Haager Kon­ferenz wurde die Räumung rheinischer Gebiete festgelegt. 3n diesem denkwürdigen Augenblick drängt es mich, meiner herzlichen Freude Ausdruck zu geben, daß die in langer Prüfung glänzend bewährte rheinische Bevölkerung das hohe Gut der Freiheit wiedererlangl hat. Mit aufrich­tigen Wünschen für eine glückliche Zukunft der Lande am Rhein. Reichsminister Dr. Wirth. Dem Minister wurde ein in herzlichen Worten ge­haltenes Danktelegramm der hessischen Re­gierung übermillelt. Auch der Oberpräsident Dr. Fuchs spricht in einem Antwortlelegramm namens des besetzten Rheinlandes der deulschen De­legation und dem Minister für die Lrkämpfung der rheinischen Freiheit den herzlichsten Dank aus. Sie sei um so wertvoller, als sie ohne Einbuße an natio­naler Würde erreicht worden sei. Der Oberpräsident gibt ferner der Hoffnung Ausdruck, daß der 29. Au­gust ein Markstein werden möge auf dem Wege der Befriedung und der Völkeroersöhnung, die recht bald auch die unnatürliche Schranke des Laarge- bieles niederreitzen werde.

Der Reichskommiffar über die Befreiung des Rheinlandes.

Eine große Kundgebung in Mainz.

Mainz, 1. Sept. (WD.) Zu einer machtvollen vaterländischen Kundgebung gestaltete sich der Huldiaungsakt des ADAC. am -U f e c des Rheins vor der Stadthalle, die im Rah­men der Huldigungsfahrt des Mainzer 2hito- mobilklubs an den Rhein stattfand. Bei dieser Veranstaltung nahm der Reichskommissar für die besetzten Gebiete Botschafter Dr. Frhr. Langwerth v. Simmern das Wort. Er führte u. a. aus: Och stehe nicht an, der ich jetzt 14 Lage im Haag gewesen bin und gestern von dort kam, heute hier an der geheiligten Stätte des Rheins zu sagen, daß nach unserer Lleber- zeugung ein neuer Ausgangspunkt der Weltgeschichte eingesetzt hat. Man muh sich nicht darüber täuschen, daß es überall nicht nur in Deutschland, sondern bei allen Völkern Leute gibt, die nicht begreifen wollen, dah die Weltgeschichte voranschreitet, dah es neue Entwickelungsstufen, neue Formen und Auf­gaben gibt. Der vorgestrige Tag hat gezeigt, dah Europa entschlossen ist, neuen Zielen zuzustreben, dah wir neuer Formen bedürfen. Es ist eine große Sache, Ihnen heute sagen zu können vorbehaltlich der Zustimmung der Parlamente daß die Befreiung des gesamten Rheingebietes bis späte stens Ende O u n i 1 9 3 0 f e st g e l e g t ist. Es ist eine große Sache, heute aussprechen zu dürfen, wir wisse n, wann wir frei werden. Wir haben nichts über­nommen, als was nicht bereits durch Locarno festgelegt worden ist. Die finanziellen Opfer sind, wann man genau zusieht, nicht so groß, daß sie gegenüber der Befreiung der deutschen Lande und gegenüber dem sittlichen Aufstieg der ganzen Welt in die Wagschale fallen kannten. Sein Hoch auf den Rhein fand ein vieltausendstiin- miges Echo. Dann sang die unzählige Menschen­menge das Deutschlandlied.

Oer Sitz der Meinlandkommission.

Wiesbaden, 31. Aug. (WTD.) Eine offen­bar tendenziöse Darstellung Sauerweins im Matin", daß die Rheinlandkommission von Koblenz nach Wiesbaden verlegt wer­den soll, hat gerade in Wiesbaden große Be­stürzung hervorgerufen. Den deutschen Stellen ist von dem Plan einer Verlegung der Rhein­landkommission nach Wiesbaden nichts be- rannt. Fest scheint jedoch zu stehen, dah die Rheinlandkommission allerdings im verringerten Umfange nach der Räumung der zweiten Zone in die dritte Zone übersiedeln wird. Oer pariser Ministerrai billigt

Briands Bericht.

Rückversicherungen aus dem Versailler Vertrag.

Paris, 31.Aug. (WB.) In dem unter dem Vorsitz des Präsidenten der Republik, Dou ° m e r g u e , abgehaltenen Ministerrat erstattete Mi­nisterpräsident B r i a n d Bericht über die Haager Verhandlungen und die Ergebnisse der Konfe­renz sowohl vom finanziellen wie vom Gesichts­punkt der Rheinlandräumung aus. Die Regie­rung, so besagt das offizielle Kommunique, dankte einmütig dem Ministerpräsidenten und der fran­zösischen Delegation für die Art und Weise, in der sie in Liebereinstimmung mit den Erklärungen des Regierungschefs, die vom Parlament am 31. Juli gebilligt worden sind, im Haag die französische These verteidigt habe und beglück­wünschte sich zu der erfolgten Einigung.

Die Pariser P nesse unterstreicht allge­mein die Tatsache, dah die Regierung einstim- m i g dem Ministerpräsidenten dankte. DasEcho de Paris" weih auf Grund eigener Erkundigun­gen mitzuteilen, daß die Ausführungen Briands auf die Mitglieder der Regierung einen starken Eindruck gemacht hat. Was die Räumung des linken Rheinufers anlangt, scheine es, daß Briand fein Möglichstes getan hat, um die Stel­lung zu wahren, die P o i n c a r e in dieser Frage eingenommen hc^te. Aus den Erllärungen des Ministerrats gehe hervor, daß für den Beginn der Räumung die Herabset­zung desVoungplanes unentbehr­lich sei. Briand erflärte zudem, dah der Brief an Dr. Stresemann auf keinen Fall an die Stelle des Artikels 430 des Versailler Friedens­vertrages treten könnte, der vorsieht, dah,falls während der Besatzung oder nach Ablauf der 15 vorgesehenen Oahre die Reparationskommis­sion zu der Auffassung kommen sollte, Deutsch-

Graf Zeppelin" auf dem Rückflug nach Friedrichshafen. Start in Lakehurst am Sonntagmittag. Montagnachmittag über den Azoren erwartet.

Lakehurst, 1. Sept. (WB)Gru, Zeppelin" ist am Sonntag um 13.18 Uhr 2NLZ. gestartet. Der Start des Luftschiffes ging glatt vor sich. Kur; vor 7 Uhr wurden die Hallentore geöffnet. Um 7 Uhr wurde der Zeppelin ins Freie gezogen, um 7.15 Uhr wurden die Motoren angeworfen, und um 7.18 Uhr startete das Luftschiff und steuerte direkt ost­wärts, dem Meere zu, ohne Reuyork zu berühren. Die Funkstation der Radio Marine Company in Chatham (Massachusetts) steht mit demGraf Zeppe­lin" seit feinem Abflug ununterbrochen in leb­hafter Funkverbindung. Das Luftfchiff befand sich Sonntag um 21 Uhr MEZ. 38,12 Grad nördlicher Breite und 62,20 Grad westlicher Länge und am Montagmorgen 5 Uhr MEI. auf 49,30 Grad west­licher Länge und dem 38. Grad nördlicher Breite. Auf Grund der bisher eingegangenen Meldungen nimmt man an, dah das Luftschiff die Azoren am Montag 16 Uhr MLZ. erreichen und noch vor dem bisher angenommenen Zeitpunkt in Friedrichs­hafen eintreffen wird.

Ein seltsames Intermezzo. Ein amerikanischer Pfändungsbefehl gegen denGraf Zeppelin".

Lakehurst, 31. Aug. (WB.) Ein Photo­graph aus Liberty im Staate Reuhork, na­mens Otto Hillig, der gegen die Betriebs­leitung desGraf Zeppelin" eine Schaden­ersatzklage im Betrage von 125 005 Dollars erhoben hatte, weil er für den Weltrundflug eine Passage belegt hatte, aber nicht unterkommen konnte, hat beim Gericht von Tomsriver einen Deschlagnahmebefehl auf denGraf Zeppelin" erwirkt. Der mit der Beschlagnahme beauftragte Sherift vermochte je­doch den Auftrag nicht auszuführen, weil der Kommandant des Flugplatzes Lakehurst sich wei­gerte, die gerichtliche Verfügung entgegenzuneh­men, da derGraf Zeppelin" sich auf der Bundesbehörde gehörigem Boden befindet.

Das Marineamt teilt dem Kommandanten mit, falls die Behörden des Staates Rew Zer­setz den bereits gemeldeten Beschlagnahmebefehl gegenGraf Zeppelin" durchsetzen wollten, müß­ten sie das Luftschiff spätestens eine Stunde vor der festgesetzten Abfahrtzeit aus dem Schuppen entfernen. Die Staatsbehörden hätten die Rechtsgewalt in Sachen des Be- schlagnahmebefehls, da der Schuppen auf Land liege, das nicht unumschränktes Eigen­tum der Bundesbehörden fei. Falls die

land weigere sich ganz oder teil­weise die Verpflichtungen einzuhalten, die sich für es aus dem Vertrage bezüglich der Wieder­gutmachung ergeben, ganz oder Teile der im Artikel 429 genannten Zone unmittelbar von den Alliierten und Associierten von neuem be­setzt würden". DasEcho de Paris" glaubt zu wissen, daß diese beruhigenden Zu­sicherungen den Ministerrat befriedigt hätten. Zudem werde das Abkommen der Rati­fizierung den französischen Kammern unterbreitet werden.

Begeisterter Empfang Gnowdens in England.

London, 1. Sept. (WB.) Heute früh traf Schatzkanzler Snowden, vom Haag kommend, hier ein. Eine nach Tausenden zählende Menschenmenge bereitete dem Ankommenden herzliche Kundgebungen. Snowden erklärte: Die Konferenz hat unsere größten Hoffnun­gen erfüllt. Die Regelung des Reparations­problems wird ein Gefühl der Sicherheit zur Folge haben und den wirtschaftlichen Aufbau Europas bewirken. Die Wiederherstellung der politischen und wirtschaftlichen Souveränität Deutschlands war eines der größten Werke der Konferenz. Die Konzessio­nen, die in der Frage der Weiterausfuhr von Sach­lieferungen gemacht worden sind, werden dazu bei­tragen, den durch die Sachlieferungen dem britischen Handel zugefügten Schaden erheblich herabzumin- bern. Das Uebereinkommen über die Rheinlandfrage ist das größte politische Werk seit Locarno. Die Delegation ist durch die Einmütigkeit der britischen Presse und der öffentlichen Meinung in erheblichem Maße unter« stützt rooroen.

Oie deutsche Delegation wieder inBerlin

Berlin, 1. Sept. (WTB.) Die Reichsmini­ster Dr. Stresemann, Dr. E u r t i u s und Dr. H i l f e r d i n g sind mit der deutschen Dele­gation heute vormittag in Berlin wieder eingetroffen. Am Montagvormittag ist eine Sitzung des R e i ch s k a b in e t t s zur Besprechung der Ergebnisse der Haager Konfe­renz angesetzt worden. Außenminister Dr. Stresemann wird an dieser Sitzung noch teilnehmen und erst Montagnachmittag nach Genf reifen.

Tagung derAuslanddeuischen.

Berlin, 1. Sept. (WTB.) Om Plenarsaal des ehemaligen Herrenhauses fand die Arbeits­tagung des Bundes der Auslanddeutschen statt. Rach Liedervorträgen begrüßte der Präsident des Bundes, Gouverneur z. D. Dr. Schnee, die Erschienenen. Der Redner hob hervor, daß aus allen Erdteilen Vertreter deutscher Ver­eine und Verbände erschienen seien, welche sich dem Bund der Auslanddeutschen angeschlossen hätten. Man werde sich im Auslande, aber auch in der Heimat immer mehr dessen bewußt, dah eine stärkere Verbindung zwi­schen A u s I a n d d e u t s ch t u m und Hei­mat im deutschen Gesamtinteresse liege. Rechtsanwalt Dr. Osterrieth, Vertreter des deutschen Vereins in Brüssel, betonte als nächster Redner u. a., solange wir unsere Kolonien entbehren mühten, müßten wir versuchen, durch Verträge mit anderen Völkern die­jenigen wirtschaftlichen Wirkungen zu erreichen, die wir erzielen würden, wenn wir im Besitz von Kolonien und damit einer überleeifchen

Behörden von Rew Jersey das LuftschiffGraf Zeppelin" mit Beschlag belegen sollten, so mühten sieesmiteigenerMannschaft entfer­nen und eine Unterfunft für das Luft­schiff finden.

Die Anwälte der Good Bear Zeppelin Company hinterlegten bei dem höchsten Gericht von Rew Jersey eine Bürgschaft von 25 000 Dollar, um die Beschlagnahme des LuftschiffesGraf Zeppelin" zu verhindern. Die Hinterlegung der Bürgschaft erfolgte, nachdem der Llnterschirisf die Absicht bekanntgegeben hatte, denGraf Zeppelin" durch denfrühe» ren Zeppelin-Piloten Anton Hei­nen in Besitz nehmen zu lassen. Heinen war von dem Scheriff dazu engagiert, das Luft­schiff aus dem Schuppen herausbringen zu lassen und es an einem grohen Baum zu be­festigen.

Empfangsvorbereitungen in Friedrichshafen.

Friedrichshafen, 2.Sept. (TU.) Für den zu erwartenden F r e m d e n z u ft r o m für die Tage der Rückkehr desGraf Zeppelin" von seiner Weltfahrt hat die Stadtverwaltung Friedrichshafen alle notwendigen Vorkehrungen getroffen. Außer den Hotels und Gaststätten werden Privat­quartiere und für den Notfall auch Massen­quartiere in genügender Zahl bereit gehalten werden. Man wird auch auf die benachbarten Orte übergreifen müssen, um alle Fremden unterbringen zu können. Bei der Ankunft des Luftschiffes werden sämtliche Glocken der Stadt läuten. Böllersalven werden das Erscheinen des Luftschiffes ankündigen. Nach kurzer Begrüßung der Besatzung und der Gäste durch die Behördenvertreter wird im Rat­haus eine kurze Begrüßungsfeier durch die Stadt veranstaltet. Dann ist eine Ruhezeit für die Be­satzung und die Passagiere vorgesehen. Am Tage nach der Ankunft des Luftschiffes wird um 1 Uhr mittags im Kurgartenhotel von der württem- bergischen Staatsregierung und der Stadtgemeinde Friedrichshafen eine offizielles Frühstück gegeben werden. Wie die Telegraphen-Union erfährt, haben bereits der württemberoische Staatspräsident Dr. Bolz, ferner Lloyd George, der sich zur Zeit in Freudenstadt aufhält, und der frühere Reichs­kanzler Dr. Cuno ihr Erscheinen zugesagt. Außer­dem sind für die Vertreter der Reichsregie­rung bereits Zimmer belegt. Auch für den Reichs Präsidenten v. Hinden bürg sind vorsorglich Zimmer im Kurhotel bereitgestellt, ob­wohl es noch zweifelhaft ist, ob der Reichspräsident nach Friedrichshafen kommen wird.

Rohstoffbasis, Absatzgebieten und Siedlungsland wären. - Der Vertreter derDeutschen Zentrale Cleveland (Ohio)", Felix Schmidt, führte aus, daß, wenn je eine um­fassende Einigung aller deutschen Kulturinter­essen erreicht werde, dies nur durch das Aus­landdeutschtum geschehen könne.

In der sich an die Vorträge anschließenden Debatte wurde eine Reihe von Entschließungen angenommen und die Tagung dann geschlossen.

Oer Freiburger Katholikentag.

Freiburg, 1. Sept. (WB.) Der Sonntag brachte den Höhepunkt des diesjährigen Katholiken­tages. Etwa 100 000 Personen nahmen an dem gro­ßen Gottesdienst auf dem Fe st platz teil.

Der Präsident, Reichskanzler a. D. Dr. Marx, begrüßte den Nuntius Dr. Pacelli. Wie tief die Zuneigung der deutschen Katholiken für den aposto­lischen Nuntius sei, gehe am besten daraus hervor, daß er von ihnen als bester Freund des deutschen Volkes bezeichnet werde. Prälat Dr. K a a s hielt dar­auf ein Referat zur kulturellen Wendung der Ka­tholiken im Volksganzen. Oberbürgermeister Dr. Otto Hipp (Regensburg) sprach über das Thema: Die deutschen Katholiken und der Statthalter Christi". In seiner Schlußrede betonte der Präsi­dent, Reichskanzler a. D. Dr. Marx, die Freiheit und die Rechte des katholischen Volkes und der katholischen Kirche bedürften auch der Waffe des politischen Kampfes. Nur durch Einig­keit könnten die Katholiken den Sieg erringen. Diese Einigkeit auf politischem Boden sei in Freiburg er­reicht worden. Die Katholiken dürften im politischen Kampf ihre Grundsätze niemals aufgeben. Auch der Sozialismus tue das nicht. Mit anderen Weltan­schauungen gäbe es für die Katholiken wohl Arbeitsgemeinschaften, aber keine Jdeengemeinschaften, keine ideenmäßige Verbindung. Für ihre Zähigkeit und Festigkeit, mit der die Katholiken Deutschlands die Rechte der christlichen Familie verteidigten und jede Erleichte­rung der Ehescheidung ablehnten, werde man sicher­lich später einmal auch in andersdenkenden Kreisen den deutschen Katholiken dankbar sein. Es müsse aber auch gefragt werden, wie lange d i e Katho­liken der anderen Länder es noch dulden wollen, daß es den deutschen Katholiken m i t R ü ck- sicht auf d i e vertragsmäßigen schwe­ren Lasten unmöglich ist, das Leben ihrer Fa­milien so zu gestalten, wie es für eine christliche Fa­milien erforderlich sei. Die Ausbringung vertrags­mäßig schwerer Lasten sei vom deutschen Volk über­nommen worden, sie gefährden aber d i e Existenz der christlichen Familie.

Aus aller Well.

Die Katastrophe desSau Juan".

Die Reuhorker Morgenblätter bringen zahl­reiche Schilderungen von Augenzeu­gen der Katastrophe des DampfersSan Juan", die als das schlimmste Schiffsunglück bezeichnet wird, das die Pazifikküste jemals erlebt hat, ins­besondere, weil das Schiff mit so fürchter­licher Schnelligkeit gesunken ist, daß kaum drei Minuten seit dem Augenblick des Zusammenstoßes verflossen waren, ehe das Meer sich über dem Wrack schloß. Es ist nur we­nig Hoffnung vorhanden, daß die vorläufige Derlckstliste, die mit 70 Todesopfern rech­net, noch zusammenschrumpft. Rach dem Zusam­menstoß spielten sich die entsetzlich st en Schreckensszenen ab. Die Angstschreie von Frauen und Kindern erfüllten die Luft. Eine

Mutter, die ihr Kind zu retten versuchte, schleu­derte es an Bord des Tankdampfers, der noch in unmittelbarer Rähe desSan Juan" lag; sie konnte aber selbst den rettenden Sprung nicht mehr tun, da im selben Augenblick die Schiffe auseinandertrieben. Die Passagiere waren sich unmittelbar nach dem Zusammenstoß darüber klar, daß das Schiff im nächsten Augen­blick sinken würde. Die elektrische Licht­anlage hatte sofort versagt, was es vielen unmöglich machte, die Schwimmgürtel an­zulegen. Viele der Passagiere, die gerettet worden sind, mußten sich retten, wie s ie aus dem Bett gespr ungen waren. Da fast allen be­wußt war, daß sie sich in Gefahr befanden, durch die Saugwirkung der beim Llntergang des Schiffes entstehenden Wirbel in die Tiefe gerissen zu werden, warfen sich die meisten paar- oder gruppenweise ins Wasser. Diejeni­gen, die davor zurückschreckten, sind sämtlich mit dem Wrack versunken.

Ein Polizeibearnler vor dem Emser Kurhaus erschossen.

Zu einem aufregenden Zwischenfall kam es am Sonntag unmtttelbar vor dem Kurhaus. Ein fest genommener Landstreicher be­nutzte ein Gedränge am Ausgang der Lahnbrücke dazu, um plötzlich einige Schritte vorzuspringen und einen Schuß auf den Beamten abzu­geben, der auf der Stelle tot zusammenbrach. Der Landstreicher entkam im Gedränge.

(Ein Sporlflug;eug abgeffür;t.

Von dem Flugplatz auf der Vahren Wal­der Heide bei Hannover stieg ein mit zwei Studenten besetztes Sportflugzeug der Tech­nischen Hochschule zu einem Lieberlandflug in Richtung Osnabrück auf. In einer Kurve verlor der Führer offenbar die Herrschaft über das Flugzeug, das ab stürzte. Beim Aufschlagen auf den Boden geriet der Benzintank in Flammen, so daß das ganze Flugzeug vollständig verbrannte. Der Student Eggen- bracht war sofort t o t, während der andere Student, Strasemann. schwere, aber nicht tödliche Verletzungen davontrug.

Renn Tote bei einem Branbunglücf in Kanada.

In Winnipeg sind bei einem Brand, der ein im Zentrum der Stadt gelegenes fünfstöckiges Gebäude zerstörte, 2 Frauen, 3 Kinder und 4 Männer in den Flammen um- gekommen. 10 Personen erlitten Verletzungen. Diele der in dem brennenden Haus Eingeschlosse- nen konnten nur mit Hilfe von Sprungtüchern gerettet werden.

Verhaftung eines Gattenmörders.

In Görlsdorf (Reumark) ist der 34 Jahre alte Stallknecht Finger unter dem Verdacht verhaftet worden, seine Ehefrau, die am 2. Juli d. I. auf der Bodentreppe ihres Wohn­hauses tot aufgefunden wurde, ermordet zu haben. Der Verhaftete, der wegen seiner Roheit berüchtigt war, ist geständig, seine Frau erwürgt zu haben. Außer diesem Morde werden ihm noch zwei andere Verbrechen zur Last gelegt. Seine erste Frau wurde im Jahre 1919 in einem Karpfenteich ertränkt aufgefunden. Die Leiche war mit einem Sack beschwert, in dem sich 80 Pfund Steine befanden. Finger behaup­tete damals, die Frau habe Selbstmord began­gen. Im Mai 1926 verstarb unter verdächtigen Llmständen ein Mädchen, mit dem Finger Verkehr hatte und an dessen Tod er, wie man annimmt, gleichfalls niet ganz unbetei­ligt war.

(Ein Rlascagnl-Konzert In bet Abelsbetget Grotte.

In der Adelsberger Grotte bei Laibach fanden am Sonntag unter der ßeituna des berühmten ita­lienischen Opernkomponisten Mascagni zwei große Symphonie-Konzerte statt, zu de­nen etwa 20 000 Zuhörer in Sonderzügen aus allen großen Städten eingetroffen waren. Mascagni lobte in einer Unterredung mit Pressevertretern besonders die außerordentlich gute Akustik des unterirdischen Konzertsaales.

Oie Wetterlage.

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Wettervoraussage.

Die Hochdruckwetterlage, die durch bas jetzt nach Nordost abziehende Tief gefährbet war, hat sich wieder erneut gekräftigt, lieber Mitteleuropa, und ganz besonders über England, ist der Luftdruck stark angestiegen. Es wird daher das schöne sommerliche Wetter noch anhalten.

Wettervoraussage für Dienstags Meist heiter, warm und trocken.

WitterungsaussichtensurMittwochs Noch Fortdauer des schönen Wetters.

Lufttemperaturen am 1. September: mittags 29,9 Grad Celsius, abends 19,5 Grad: am 2. September; morgens 17,6 Grad. Maximum 30 Grad, Minimum 14,2 Grad. Erdtemperaturen in 10 an Tiefe am 1. September: abends 28,6 Grad; nm 2. September­morgens 20,1 Grad Celsius, .SoMeRlcheikdauA M SlundkL

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