Zreitag, November 1929
Sietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)
Nr. 251 Drittes Blatt
Tumen, Sport und Spiel.
Handball im Gau Hessen der O. T.
Da in diesem Jahre die Verbandsrunde Anfang September begonnen hat, ist die Pflichtspielreihe ziemlich weit vorgeschritten, so daß zum großen Teil schon die Rückspiele im Gange sind.
Die Meisterklasse sieht, ausgenommen den Neuling Friedberg, für den Marburg absteigen muhte, die vorjährigen Vereine im Kampf um die Punkte. Die Spielstarke der Mannschaften ist noch ausgeglichener als früher. Kein Verein hat ohne Punktverlust die Vorrunde beendet. Die Tabellenspitze hat augenblicklich der Mtv. G i e h e n inne. An zweiter Stelle folgen Grohen- Vuseck und Nauheim: beides gefährliche Mannschaften, die noch ein Wort mitsprechen werden. Tv. 1846 Giehen scheint auch wieder im Kommen zu sein. Der Aeuling Friedberg hat gutes Können und wird den Spihenvcreinen noch zu schaffen machen. Der Tabellenletzte, Tv. Wetzlar, ist in diesem Jahre nicht glücklich. Die Mannschaft überragt alle anderen unstreitig in Zuspiel und Balltechnik, die Spiele sind nur durch viel Pech verloren gegangen. Zusammenfassend sei gesagt: In diesem Jähre sind alle Mannschaften gleichstark, der Glücklichste wird Meister werden.
Tabelle der M-ftlaffe am 20. Oktober.
Verein Spiele gern.
Mtv. Gießen 5 4
To. Großen-Vuseck 5 3
To. Bad-Nauheim 5 2
1846 Gießen 5 2
Tgd. Friedberg 5 1
Tv. Wetzlar 5 1
In der -Klasse des
unentsch. verl. Pkte.
0 18
0 2 6
2 1 6
1 2 5
1 3 3
0 4 2
Westbezirks ist
dem T. u. Spv. Butzbach die Meisterschaft nicht mehr zu nehmen. Die letzten Spiele finden nächsten Sonntag statt. Niedergirmes und Wetzlar, die punktgleich sind, kämpfen lediglich um den zweiten Platz. Mtv. Giehen (2. Mannschaft) liegt weit zurück.
Tabelle der A-ftlaffe
Verein Spiele
T. u. Spv. Butzbach 5
Tv. Wetzl.-N. Girmes 5
Tv. Wetzlar II 5
Mtv. Gießen II 5
west am 20. Oktober, gern, unentsch. verl. Pkte.
4 10 9
2 12 5
2 12 5
0 14 1
In der Jugendklasse ste'.len T. u. Sp. V. Butzbach und Mtv. Giehen die besten Mannschaften. In weitem Abstand folgen Wetzlar, Tv. 1846 Giehen und Nauheim. Ein besonderes Lob verdienen die kleinen Nauheimer, die — obwohl körperlich schwach — technisch schöne Spiele vorführen. Die Meisterschaft ist noch nicht
entschieden.
Tabelle der Jugendklasse am 20. Oktober.
Verein
Spiele
gern, unentsch.
verl.
Pkte
Butzbach
4
3
1
0
7
Mtv. Gießen
4
3
1
0
7
Wetzlar
4
1
1
2
3
1846 Gießen
4
1
0
3
2
Nauheim
4
0
1
3
1
Handball im Männerturnverein (O.L).
Am kommenden Sonntag nehmen die Handball-Verbandsspiele ihren Fortgang. Die erste Mannschaft des Mtv. hat auf eigenem Platze als Gegner die erste Elf der Turngemeinde Friedberg. Die Gästemannschaft verfügt über einen äußerst gefährlichen Sturm, der schon man
chen an der Tabellenspitze stehenden Verein um die Punkte brachte. Obwohl die Mtver das Vorspiel gewinnen konnten, wäre es sehr gewagt — nach den Leistungen der Einheimischen vom vergangenen Sonntag zu urteilen — eine Voraussage über den Ausgang des Spieles zu machen.
Vor der Meisterklasse spielt die erste Schülermannschaft des Turnvereins Treis a. d. Lda. gegen die gleiche des Mtv. Giehen. S»? Einheimischen, die den Vorteil des eigenen Platzes genießen und wohl auch etwas mehr Spielerfahrung haben, dürften unter Umständen einen knappen Sieg erringen.
Handball im Turnverein 1846 Gießen.
Gegner für nächsten Sonntag ist der Turnverein Wetzlar. Wenn diese Mannschaft auch das Ende der Tabelle innehat, so ist dennoch ein harter Kampf zu erwarten. Wem es im Gießener Sturm einigermaßen klappt, dürften Siegesaussichten bestehen. Auf alle Fälle ist das ganze Können der 1846er notwendig, um in Wetzlar günstig abzuschneiden.
Der Jugend war das vergangene Spiel in Nauheim hoffentlich eine Lehre. Vorläufig muß man Wetzlar den Vorzug geben.
Handball der Sp.-Vg. 1900.
ö. Zum Verbandsspiel tritt am kommenden Sonntag die erste Mannschaft der Spielvereinigung 1900 gegen die zweite des V. f. L. Wetzlar an. Obwohl nicht anzunehmen ist, dah die 1900er die Punkte in Wetzlar lassen, werden sich die V. f. L.-Leute, die recht gut eingespielt sind, erst nach Kampf geschlagen bekennen.
Die bereits vor vierzehn Tagen angekündigle erste Jugendmannschast des westdeutschen Meisters, Sportfreunde Siegen, steht am nächsten Sonntag der gleichen Mannschaft d:r Sp.Vg. 1900 gegenüber. Die Spielstärke der Siegener Handballer ist genügend bekannt, als daß man darüber noch Ausführungen zu machen brauchte. Die 1900er sind zwar, wie das Spiel gegen D. f. L. Wetzlar am vergangenen Sonntag bewiesen hat, auch recht gut im Schwung, werden aber doch den Gästen das Wasser nicht reichen können.
V. f. B.-Handball.
V.f.D. empfängt am kommend en Sonntag die Handballmannschaft der Turngen e.nde Leun zum fälligen Rückspiel. 2m Vorspiel auf dortigem Platz muhte Giesen eine 1:3°Nie.erläge hinnehmen. Nach ihren guten Leistungen in ihrem letzten Spiel gegen die zweite Mannschaft der 2. Kompagnie zu urteilen, sollte man der V.f.B.» Elf die.mal einen knappen Sieg über ihre Gäste zutrauen.
Handball im Lahn Oünöberg-Gau.
Kommenden Sonntag werden die Verbands- spicle mit drei weiteren Treffen fortgesetzt. In Kinzenbach trifft der Plahverein auf den Gaumcister Londorf, der sich mächtig an-» strcngen muh, um nicht wieder eine Niederlage einzuslecken. In W i e s e ck ist der Sieger im Spiel gegen Staufenberg auf eignem Platze bereits gegeben, während in A l l e n d o r f die dortige Mannschaft in Beuern cui einen hartnäckigen Gegner stößt, der sich so leicht nicht geschlagen bekennt.
To. Mendorf — To. Wieseck 3:2 (1:2).
In diesem Treffen konnte Ackendorf durch sein allzu hartes Spiel einen mehr glücklichen, als verdienten Sieg erzielen. Wieseck ging kurz nach Spielbeginn bald in Führung und konnte durch
Liebe in Ketten.
Roman von Hans Mitteweider.
Copyright by Martin F uchtwanger, Halle (Saale). 27 Fortsetzung. Nachdruck verboten
Abermals nickte Käthe. Jetzt erst erkannt.' sie. daß sie etwas versprochen hatte, was sie schwer würde halten können. Aber sie sah keinen andern Weg, von ihm frei zu kommen, und so erwiderte sie:
„Ich werde tun, was du verlangst. Aber noch um eins möchte ich dich bitten —"
»Was ist es?" f
„Berndt, mein Mann wird merken, dah ich den Ring nicht mehr habe —“
„Du kannst doch sagen, du hattest ihn verloren oder verlegtl"
„Ich kann es sagen, aber er würde sofort wissen, dah es die Unwahrheit ist. Ich habe nicht lügen gelernt", sagte sie fast dem t g.
„Und doch war deine Ehe bisher eine einzige Lüge!" murmelte er.
Sie verstand ihn glücklicherweise nicht. Als sie ihn fragend anschaute, sagte er: „Also: Was wolltest du?"
„Ich wollte dich fragen, wieviel ich dir geben muß, damit du mir den Ring zurückgibst!"
Er lächelte spöttisch.
»Du hast also doch Geld?"
„Etwas, Felix zwang es mir auf." „Wieviel ist cs?"
„Ich weih nicht: es mögen zehntausend Mark sein."
„Nun gut! Damit du endlich einsiehst, daß ich nicht der gewissenlose Schurke bin, für den du mich hältst, will ich dir auch das zugestehen. Ich werde dir den Ring zurückgeben, wenn du mir zehntausend Mark dafür e.nhändigst!"
„Ich danke dir, Berndt", sagte sie lecke.
Und wann willst du mir das Geld bringen?" „Vielleicht noch heute. Ich weiß nicht —" „Du kannst es mir in mein Zimmer bringen.' „In dein Zimmer?" wiederholte sie scheu.
„Ja. in das Zimmer deines Mannes!" rief er voll Hohn.
Da neigte Käthe Turnau ergeben das Haupt und antwortete:
,Ich werde kommen! Ich weih nur nicht, wann."
„Und ich werde dich erwarten. Halte Wort!" Er wandte sich ab und ging.
Käthe Turnau sank wieder auf den Buchen- ftamm nieder, verhüllte das Gesicht mit beiden Händen und weinte bitterlich.
Isolde von Kletten war von Turnau aus zu Bekannten nach Berlin gegangen, von denen sie
gern ausgenommen wurde, da sie sie nur von der besten Seite kannten. Da sie recht angegriffen aussah, glaubte man ihr gern, daß sie nur etwas Ruhe brauche und nicht zu ihrem Vater gegangen sei, um ihn nicht zu ängstigen.
„Mir fehlt gar nichts", sagte sie lächelnd. „Ich bin lediglich durch die gesellschaftlichen Strapazen etwas mitgenommen."
Man ließ sie also in Ruhe und kümmerte sich bloß insoweit um sie, wie sie selbst es wünschte. Man fand auch nichts dabei, daß sie jeden Verkehr mied und nur selten ausging.
Niemand ahnte, daß die Seele des schönen Mädchens einzig und allein von dem Verlangen nach Rache ausgesüllt war, nach Rache nicht mehr nur an der Nebenbuhlerin allein, sondern jetzt auch an dem Manne, der sie zum zweiten Male verschmäht hatte.
Aber wie sollte sie sich rächen können? Durfte sie hoffen, das; das Gift der Verleumdung doch noch wirken und das Glück der beiden vernichten würde?
Sie wußte noch nicht mit Bestimmt) ckt, ob Käthe diesen Klausen schon gekannt, geschweige denn, ob irgendwelches Verhältnis zwischen ihnen bestanden hatte.
In ohnmächtigem Zorn ballte sie die Hände.
„Warum habe ich die Maske Käthe gegenüber so früh satten lassen. Nun kann ich sie nicht mehr belauern!" stöhnte sie auf. „Was fr eine Närrin bin ich gewesen!"
Sie grübelte und sann unablässig, um heraus- zusinden, wie sie sich an den beiden rächen könnte Aber sie fand nichts, bis sie auf den Gedanken kam, jen:s kleine Dorf auszusuch n, in dem.Käthe einst als Mädchen gelebt hacke.
Sie überlegte alles sorgfältig. Aber je länger sie nachdachte, desto besser erschien ihr öieict Plan. Und so nahm sie eines Tages Abschied von ihren Freunden unter dein Vorwand, einen kleinen Kurort aussuchen zu wollen.
Isolde führte sofort aus, toaS_ sie sich vorgenommen hatte. Zwei Tage später tauchte in dem Seebade, von dem aus man nach dem abgelegenen Orte fahren mußte, ein junges, einfach gelleidetes Mädchen auf, das einen großen, viel gebrauchten Koffer bei sich führte.
Hinncrk Hinrichs, der Dartasfenführer, schmunzelte bei sich: „Das ist mal ein süßes Mädel!"
Sie fragte den jungen Mann errötend:
„Wissen Sie, wie ich nach Herzogenheide kommen kann? Man sagte mir, es wäre dort noch recht billig. Und ich soll mich etwas erholen, habe aber nicht viel Geld..."
„Dann steigen Sie man g:tröst ein, Fräulein", erwiderte der wackere Hinrichs. „Ich bringe Sie für fünfundzwanzig Pfennige hin. Dort können Sie ,im Gasthause wohnen oder sich auch eine , Privatwohnung suchen. Ietzt ist alles noch billig
ein weiteres Tor auf 2:0 erhöhen, dem Allen- dorf bis vor der Pause einen Erfolg entgegenstellte. Nach der Pause glich Allendorf sofort aus und erzielte durch ein weiteres Tor einen glücklichen Sieg. Auch in diesem Spiel sah sich der Schiedsrichter gezwungen, zwei Spieler Allen- dorfs des Feldes zu verweisen.
D. f. B. — Ockershausen.
Am kommenden Sonntag steht die Liga- Mannschaft des V. f. B. auf eigenem Platz der Liga des Sportvereins Marburg- Ockershausen im fälligen Derbandsspiel gegenüber. Ockershausen hat in dieser Saison bis jetzt sechs Spiele ausgetragen, von denen es vier gewann und nur eins verlor: eins endete unentschieden. Die hinter „Germania" Marburg und vor D. f. D. an zweiter Stelle der Tabelle stehenden Gäste brachten es am vergangenen Sonntag zur allgemeinen Ueber- raschung fertig, dem bis dahin ungeschlagenen Tabellenersten, der spielstarken Marburger „Ge- mania“, die erste Niederlage beizubringen, so daß deren Vorsprung nur noch einen Punkt beträgt. Die Stärke Ockershausens liegt in der Schußlraft des ducchschlagskräftigen Sturmes und in der Schnelligkeit der gesamten Mannschaft, die im übrigen auch technisch recht gut ist. V.f.D. steht mit zwei Punkten hinter Ockershausen an dritter Stelle, hat alleroings auch ein Spiel weniger als dieses. Wenn die Platzmannschaft am nächsten Sonntag das Treffen gewinnt, wechselt sie mit dem Gegner den Tabellenplatz. Deshalb ist der Ausgang des Spiels füx beide Vereine von sehr großer Bedeutung. In Anbetracht dessen ist es selbstverständlich, daß beide Mannschacken die stärkstmög- lichste Besetzung aufbieten. In welcher Aufstellung V. f. B. antritt, ist noch nicht bekannt; es ist möglich, daß sie im Verhältnis zu derjenigen am vergangenen Sonntag verstärkt sein wird. Jedenfalls wird sich die Plahelf gewaltig an- strengen müssen, wenn sie das bedeutungsvolle Treffen für sich entscheiden will.
Nach einem Ruhesonntag treten auch die Jugend- und Schülermannschaften wieder auf den Plan. Die erste Jugendelf steht in Aßlar der dortigen ersten Jugend im Pslichtspiel gegenüber und muß schon in guter Verfassung sein, wenn sie nicht verlieren will. — In der ersten Jugend von Hermann st ein hat die dritte des V. f. D. einen Gegner, den sie nicht unterschätzen darf, zumal sie nach dort muß. Die zweite ist ohne Spiel. — Die erste Schülermannsckzift hat die zweite Schülerelf der Spielvereinigung auf eigenem Platz zum Gegner, während die zweite Schüler Gegner der gleichen des Wetzlarer Sportvereins auf dortigem Platz ist.
Spielvereinigung 1900 Gießen.
ö. Am kommenden Sonntag treffen in der Bezirksliga, Gruppe Lahn, die derzeitigen vier ersten Platzinhaber auseinander, deren Spielstärke man zur Zeit wohl als ausgeglichen bezeichnen kann. Es ist ein Fußballduell zwischen Marburg und Gießen. 1900 Gießen tritt in Marburg dem Rasensportverein Germania 08 entgegen, Marburg Ockershausen weilt dagegen in Gießen beim V. s. B. Der Gang der Ereignisse brachte seither fast Sonntag für Sonntag mannigfache Ueberraschungen. D.e Blauweißen werden am Sonntag mit zwei Ersatzleuten nach Marburg gehen. Die Marburger Germanen führen zur Zeit mit zwei Derlustpunkien die Tabelle im Lahnkreis an. Die Stürmerreihe des Gastgebers ist deren Hauptwaffe. Sie erzielte bis jetzt die meisten Tore (22), und sie wird auch sicher die Gießener Hintermannschaft auf eine harte Probe stellen. 1900 erzielte in fünf Spielen schon 14 Tore und rangiert damit hinter dem Tabellenersten. Beide
« ' 'UMMrMJUIMIW II 1 »,
bei uns, bis wir endlich eine richtige Dampferverbindung kriegen."
„So? Sie stammen wohl von dort, Herr?"
„Jawohl, Fräulein. Und wenn es Ihnen so gut in Herzogenheide gefällt wie mir, dann soll es mir nur lieb sein. Jedem gefällt doch der Ort, wo er geboren wurde, am besten auf der Welt."
„Wundern Sie sich nicht, daß ich gerade auf Herzogenheide verfallen bin?“
„Es wird jemand Sie hingeschickt haben", sprach der Barkassenführer, der inzwischen den Kosfer in das Boot geschafft halt: und nun das Tau loswarf, den Motor anstellte und in die schmale Fahrstraße steuerte.
„So ist cs", gab Isolde von Kletten zu. „Sie müssen wissen, daß ich in Berlin wohne. Dort lernte ich ein junges Mädchen kennen, das aus Herzogenh.ckde stammt."
„Dann kann es nur die Käthe Fernau gewesen fein!" tief Hinrichs sofort, und fein ehrliches Gesicht rötete sich vor Freude.
„Sie haben cs erraten, Herr..."
„Nennen Sie mich nicht Herr!" bat jedoch Hinrichs, und nannte seinen Namen. „Ein Herr wird einer erst, wenn er nicht mehr arbeiten muß. Weil das bei mir wohl noch ein hübsches paar Jährchen dauern kann, so bin ich eben Hinnerk Hinrichs..."
„Hinncrk Hinrichs! Was für ein sonderbarer Name!" tief Isolde, die sich alle Mühe geben wollte, diesen Mann für sich zu gewinnen. „Ich kenne Sie ja schon, denn meine Freundin hat mir von Ihnen erzählt."
„Die Käthe? Das ist nett von ihr, daß sie noch an mich gedacht hat! Wie geht es ihr denn? Hoffentlich hat sie es gut g troffen. Ich wollt' es ihr von Hetzen gönnen, denn hier hat sie nicht viel gute Tage gehabt. Ihre alt. Tante war ein richtiger Drachen, so eine, die nach ihrem Tode Schloßen quirlen und Gewitter brauen müssen!"
Hinrichs lachte laut auf.
Isolde lauschte auf jedes seiner Worte. Schon jetzt wat sie überzeugt, daß sie den richtigen Weg eingeschlagen hatte, um alles übet ihre verhaßte Nebenbuhlerin zu erfahren, was überhaupt zu erfahren war.
Sie machte ein verschmitztes Gesicht und hob drohend den rechten Zeigefinger.
„Na, na, Hinrichs!" sagte sie. „Mir scheint fast, als hätte meine Freundin es Ihnen angetan!“
Da wurde der junge Mann glühendrvt, aber seine blauen Augen leuchteten.
„Die?" rief er. „3a, gern haben mußte sie ein jeder, und ich hätte ihr wohl gut sein können, aber sie war doch nichts für unfereinen. Die Käthe Fernau war eine Feine, wenn sie man auch bloß nähen ging! Was macht iie denn
Mannschaften befleißigten sich seither einer fairen Spielnxife und werden fidjer auch am Sonntag bem Spielleiter Lorey (Kassel) die Aufgabe nicht allzu schwer machen. Der Vorteil des eigenen Platzes spricht für einen, wenn auch knappen Sieg (Bet- manias.
Dor dem Ligaspiel treffen sich die „Alten Herren" beider Vereine in einem Freundschaftsspiel. Diese Begegnung dürfte vollständig offen sein.
1 9 0 0s Reserven und dritte (Elf werden voraussichtlich am Sonntagvormittag in Cölbe bei Marburg Rückspiele austragen, um nachmittags in Marburg dem Ligaspiel beizuwohnen.
Die unteren Mannschaften der Spielvereinigung sind zur Zeit infolge zahlreicher Spielerausfälle recht schwach, so daß aud) für die sonntäglichen Begegnungen die Siegesaussichten nur sehr geringe sind. Die 2. Fugend 1900s spielt in Wetzlar gegen dia 2. Jugend vorn dortigen Sportverein. Es besteht dabei die Möglichkeit, daß der seitherige Siegeszug der Gießener eine Unterbrechung erleidet. 1900s 1. Schüler haben die Schüler von Burgsolms zum Gegner, während die 2. Schülerelf der 1. Schülermannschaft des V. f. B. Gießen auf dem Waldsportplatz entgegentritt.
$. Sp. Ä. 1926 Steinbach.
Vergangenen Sonntag weckte die dritte Mannschaft der Spielvereinigung 1900 Gießen in Steinbach und mußte trotz acht Mann mit einer unverdienten 3:2-Niederlagc den Rückweg antreten. Steinbach ging zunächst in Führung, mußte sich jedvch durch zu langes Zögern seines Mittelläufers bald den Ausgleich gefallen lassen. Im Anschluß an einen schnellen Durchbruch kamen die Gäste zum Führungstor. Diesen Vorsprung konnten sic dank zu lustlosen Spielens des ein» hoimischen Sturmes bis kurz vor Schlußpfiff halten. Dabei wurde eine Menge von Torgelegenheiten seitens der Plahbesiyer ausgelassen. Im Endspurt mußten die Gäste sich otzn Ausgleich und das Siegestor gefallen lassen.
Nächsten Sonntag fährt die erste Mannschaft zu der Dritten des Wetzlarer Sportvereins. Hier wird sie ihren 4:3-Sicg vorn Vorspiel nicht wiederholen können.
Arbeiter-Turn- und Sportbund.
Im letzten Spiel der diesjährigen Serie stehen sich am nächsten Sonntag in der ersten Dczirks- klasse Heuchelheim! und Wieseck I in Heuchelheim gegenüber. Wieseck, das in seinen letzten Spielen beachtliches Können zeigte, wird in Heuchelheim einen nicht za verachienden Gegner er' der. zumal er a- eigenem Platze spielt, alles hr geben wird, um sich den Sieg za sicher.:. 'jjj.v.vm., das mit einem Punkte Abstand hinter dem derzeitigen Spihensührer der Tabelle steht, wird alles hergeben, um sich die Punkte za sichern und sich so die redlich verdiente Mei,terschaft auch für dieses Jahr wieder zu erringen.
In der zweiten Klasse ha: Odenhausen Beuern! za Gast, und es muß sich merklich anstrengen, wenn es die Punkte behalten will.
Burkhardsfelden l wird in Treis auf einen gleichwertigen Gegner treffen.
Wieseck II. geht nach Watzenborn. Ob cs den Gästen gelingen wird, ihren Siegeszug fortzusehen, steht bei dem Aufwärtsstreben der sich gut gebesserten Einheimischen in Frage.
*
Am vergangenen Sonntag hatte sich die Hand- ballels des Freien Turn- und Sportvereins Wieseck eine aus guten Spielern einzelner Dezirksvereine zusammengestellte Bc- zirlsmannschast als Gegner verpflichtet. In einem fairen Spiel, das prachtvolle Einzelleistungen brachte, mußten sich die Einheimischen mit 1:0 Toren von der guten Dezirkself geschlagen bekennen.
aber jetzt? Sie haben es mir noch gar nicht gesagt.“
„Ach, es geht ihr ganz gut", erllärte Isolde, „Sie hat eine Stelle als Dircltrice in einer Mäntelfabrik ..."
„Die arme Deern!" stieß Hinrichs bedauernd hervor. „Da wird sie den ganzen Tag in der Stube oder gar in dec Fabrik hocken müssen! Die herrliche frische Luft hier wird ihr fehlen. Sie ist wohl recht blaß geworden?"
„Wenn Sie das w'.s en wollen, müssen Sie mich ansehen," erwiderte Isolde. „Ich bin doch die Kollegin von der Käthe ..."
Uno als Hinrichs den Kops zu ihr wandte, um sie nun wirklich noch einmal prüsend zu betrachten, da traf ihn aus den Augen der Fremden ein Blick, daß ihm gleich alles Blut nach dcm Hemen strömte und er sich verlegen wieder abwandte.
„Nee," sagte er trohdcm ehrlich. „Sie sehen nicht blaß aus. cklnd wenn die Käthe Ihnen gleicht, dann muß sie auch rote Backen haben."
„Sie könnten s e doch einmal besuchen!" schlug Isolde dem Dootssührer vor.
„Ich? Nach Berlin? Nee, nee, Fräulein, das gibfs nicht! Ich bin heilfroh, daß ich wieder hier lebe i kann. Ich habe als Soldat genug in großen Städten fein müssen. Ich hasse sie ..."
Isolde lächelte
„Sie to:r et schon wissen, warum Sie hierbleiben,“ jag'.e sie, „sicher Haden Sie einen Schatz in Herzogenke.re.“
„Möchte wissen, wen!" ,
„Na, es wird doch manches hübsche Mädchen geben, das gern nach einem schmucken Burschen schaut!"
„Bei uns? Nce Fräulein, da sind die hübschen Mädels man sehr dünne gesät. Ich könnte sie Ihnen an den Fingern an einer Hand aufzählen, und die haben schon alle ihren Verehrer. Da käme ich zu spät."
„Dann müssen Sie sich dben nach einer Fremden umsehen!" schlug Isolde vor, und legte dem jungen Manne die rechte Hand auf den Arm.
Hinrichs fuhr zusammen. Er wurde wieder rot und wagte nicht, sich umzusehen. Aber Isolde lächelte siegesgcwiß.
„Ich hosse, ich werde Sie noch öfter sehen, Hinrichs,“ sagte sie. „Vielleicht fahren Sie mich einmal spazieren?"
„Natürlich, gerne!“ versicherte er.
Dann schwiegen beide, bis das Boot an dem Landungssteeg anlegte, wo Hinrichs es vertäute. Nachdem er den Koffer der Fremden herausgehoben hatle. deutele er auf das Häuschen unter den Kastanien, wo Käthe Fernau solange gelebt hat!e und sagte:
„Dort drüben hat Ihre Freundin mit ihr c alten Tante gewohnt."
(Sortietyina folati v


