Nr. M viertes Blatt
Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gverheffen) Samstag, Zuni 1929
IW
irtschast.
Oie Konjunktur tage Ende Mai.
Das Institut für Konjunkturforschung berichtet in seinem Vierteljahrsheft über die Konjunktur Ende Mai wie folgt: Auf der Güterseite der Wirtschaft sind im ganzen ausgesprochen konjunkturelle Veränderungen nicht fcstzustellen. Die Auftragseingänge zeigen teilweise sinkende Tendenz. Die Rohstofseindeckun- gen blieben aber im allgemeinen konjunkturmäßig unverändert. Die industrielle Produktion hat ihren Stand durchschnittlich behauptet. Die Ve- schäftigung ist — vorwiegend in den Saisonberu- sen (Vaugewerbe, Landwirtschaft) — während der letzten Monate beträchtlich gestiegen. Freilich haben die Rückwirkungen der Aussperrung von Ende 1928 und der Kälteperiode 1929 die an sich bestehende Tendenz zur konjunkturellen Ab- schwächung vielfach überdeckt.
Die Anspannung des Geldmarktes, sinkende Efsektenkurse und Preisrückgänge auf dem Warenmarkt, kennzeichnen demnach die Lage, die vorerst keine Vesserung, sondern eher eine Zunahme der Schwierigkeiten erwarten läßt.
Verlängerung der Zeichnungssrist aus die neue Reichsanleihe.
Dem Reichsfinanzministerium ist von verschiedenen Seiten die Anregung entgegengebracht worden, die Frist für die Zeichnung der Anleihe zu verlängern. Cs wurde insbesondere darauf hingewiesen, daß der Ablauf der Zeichnungsfrist mit Ultimo Mai wegen der Schwierigkeiten der Ultimodispositionen und mit Rücksicht auf die seit Anfang des Monats bestehende Kreditbeengung bei einer großen Zahl derer, die an sich gern die Anleihe gezeichnet hätten, die Entschließung beeinträchtigt habe.
Der Reichsminister der Finanzen hat dieser Anregung Folge gegeben. Die F r i st für die Zeichnung auf diese Anleihe ist bis zum 8. Juni einschließlich verlängert worden. Der Zahlungstermin für die erste Rate von 40 Prozent, deren Fälligkeit nach den bisherigen Vestimmungen auf den 8. Juni festgesetzt war, ist auf den 12. Juni verlegt worden. Die übrigen Zahlungstermine sind unverändert geblieben. Iederzeitige Vollzahlung sowie frühere Einzahlung der Raten ist nach wie vor zulässig.
Erhöhung der Bankzinsen.
2lb 1. Juni werden die S o l l z i n s e n im Hinblick auf die außerordentlich angespannte Eeld- markttage von den Vankenvereinigungen u m 1 P ro zent auf 91/2 Prozent erhöht, wozu noch die übliche Provision kommt. Die Haben- zi n s e n werden für Geld, welches im gleichen Monat oder am 1. des der Hereinnahme folgenden Monats fällig wird, von6auf7Pro° zent und für Geld, das später fällig wird, Don 7 auf 8 Prozent erhöht. In Verlin werden die Zinssätze für täglich fällige Gelder in pro- visionssreier Rechnung von 4> 3 auf 5*/2 Prozent und in provisionspflichtiger Rechnung von 5 auf 6 Prozent erhöht. Der Zinssatz für Sparkonten in Derlin beträgt weiter 6 Prozent.
Wochenbericht
vom Frankfurter Effektenmarkt.
Die neue Woche stand wieder im Zeichen der Pariser Sachverständigenkonferenz und der unverändert ungünstigen Geld- m-Q rktverhältnisse des In- und Auslandes. Doch war die Grundstimmung nicht unfreundlich, es waren sogar einige Vcsserungen zu verzeichnen. Das Geschäft blieb aber sehr klein Und tonnte nur schwer in Gang kommen. Veruhigend wirkte aber die Tatsache, daß der Diskontsatz von Amerika wieder unverändert belassen wurde. Doch blieb die Stimmung lustlos, da Anregungen kaum Vorlagen, vielmehr traten die nachteiligen Momente in den Vordergrund und lähmten zeitweise das Geschäft fast vollkommen. Die Vörse bekundete aber doch durchweg eine beachtenswerte Wider standsfähig k eit, so daß an allen Tagen Kurseinbrüche in größerem Ausmaße vermieden werden konnten. Im großen und ganzen war die Tendenz Schwankungen unterworfen und von jeder neu auftauchenden Rachricht nach beiden Seiten beeinflußt. So stimmte der Ausweis des Reichsbankinstituts zuversichtlicher. Mit Vefrie- digung wurde die kräftige Entlastung dieses In
stituts, die Devisenzunahmc und die Deckungsquote von 48 Prozent ausgenommen. Iedoch machte sich bald wieder ein Umschwung bemerkbar. denn es traten Anzeichen dec nahenden ^lltimoliquidation ein. Man befürchtete infolge der schlechten Geldmarktverhältnisse diesmal verschiedentlich Schwierigkeiten zu deren Lleberwin- dung, was sich dcchin auswirkte, daß die Spekulation in stärkerem Maße zu Vlanioabgaben schritt. Da die Aufnahmelust ganz erheblich einschrumpfte, traten bei verschiedenen Aktien doch größere Rückschläge ein. Rur die Papiere, in denen das Ausland unvermindertes Interesse zeigte, blieben gut behauptet, oder konnten teilweise sogar etwas gewinnen. Der AEG.-Markt wurde bei lebhafter Geschäftstätigkeit hiervon besonders berührt. Als nun der Prämienerklä- rungstag herankam, zeigte sich die Spekulation sehr reserviert, schritt vielmehr zu Abgaben. Doch waren die Befürchtungen, die man in dieser Hinsicht gehegt hatte, verfrüht, denn als das herauskommende Material untergähracht war, machte sich plötzlich starkes Declungsbedürfnis geltend, und die Kurse konnten sich wider Erwarten teilweise kräftig bessern. Das Geschäft blieb aber vorerst noch gering, da evtl, doch noch eine Nachwirkung in Erscheinung treten könnte. Rach- dem aber die Gewißheit bestand, daß der Ultimo reibungslos vorübergegangen war, nahm die Kulisse Interessenkäufe vor, zumal sich auch wieder das Ausland in großem Umfange am Geschäft beteiligte. Die Umsätze nahmen besonders in Svezialwerten lebhaftere Formen an, und die Folge davon war, daß ganz erhebliche Gewinne eintraten. Auch die in der letzten Zeit stark gedrückten Rebenmärkte wurden hiervon mitgezogen. Der unveränderte Stand der Pariser Verhandlungen machte auf einmal gar keinen Eindruck, man war in dieser Angelegenheit sogar eher pessimistisch gestimmt. Auch die weitere Befestigung der Mark wirkte sich günstig aus, und die schwache Reuyorker Börse wurde im Gegensatz zu sonstigen Zeiten begrüßt, da im Zusammenhang hiermit in Börsenkreisen die Hoffnung auftauchte, es wäre Wohl möglich, daß der Diskontsatz am dortigen Platze unverändert bleiben dürfte. Die Tendenz nahm ein sehr festes Gepräge an. Im Vordergründe standen wieder die alten Favoriten, deren Kreis konnte sich aber ganz erheblich vergrößern, da sich das Ausland auch jetzt stärker auf andere Werte konzentrierte. Bei lebhafter Rachfrage wurden in größeren Posten AEG., Schuckert, Siemens, Chade, Bergmann, Rheag, I.-G.-Farben, auch Zellstoffwerte und besonders Kaliaktien dem Markte entzogen. Letztere wurden in der Hauptsache von französischer Seite gesucht. Es ergaben sich durchweg 7—12prozentige Gewinne gegenüber der Vorwoche. Salzdetfurth plus 20 Prozent. Zum Wochenschluh konnte sich das Geschäft weiter stark ausprägen. Anregend wirkte vor allemFas immer größere Interesse des Auslandes und die daraufhin einsehende Unterstützung der Privatkundschaft. Die endgültige Einigung in der Annuitätenfrage wirkte wie eine Befreiung, die jedoch immer iwch ungeklärten Vorbehalte konnten keinen Eindruck ma- machen, da man auch hier mit einer baldigen Lösung rechnen zu können glaubt. Die bestehenden Geldmarktsorgen schwanden fast vollkommen, man erhofft auch hier in nächster Zeit nach Abschluß der Pariser Verhandlungen eine Besserung der Lage. Das Geschäft war sehr lebhaft und die Tendenzhaussierend. Zu den obenerwähnten Besserungen kann man im allgemeinen einen Tagesgewinn von durchschnittlich 6—14 Prozent rechnen. Auch für Montanwerte, Kupferaktien, bestand lebhaftere Rachfrage. Bevorzugt waren noch Bauunternehmungen. Danatbank. Reichsbank. Dt. Linoleum. Auch die Rebenmärkte profitierten hiervon. Renten schlossen sich der allgemeinen Lage an.
Wochenbericht
vom Frankfurter Schlachtviehmarkt.
Der Frankfurter Schlachtviehmarkt hatte auch in dieser Woche ruhiges Geschäft. Auf dem Rindermarkt war der Auftrieb etwas geringer, als in der Vorwoche. Bei ruhigem Handel und etwas anziehenden Preisen verblieb lieber» stand. Der Export beteiligte sich nur mäßig am Geschäft. Auch war das angetriebene Vieh nur von mittlerer Qualität. Kälber hatten trotz des erheblicheren Auftriebes regeres Geschäft zu verzeichnen. Die Preise gaben in Reaktion
aus die vorwöchige starke Steigerung etwas nach. Der Markt konnte geräumt werden. Der Schweinmarkt verzeichnete bei sehr großem Austrieb schleppendes Geschäft. Ramentlich in Fettschweinen war das Geschäft sehr ruhig. Rach schleppendem Handel und nachgebenden Preisen verblieb Ueberstand. Schafe wurden wegen des geringen Auftriebs nicht notiert. Der Gesamtauftrieb bestand aus 1463 Rindern, darunter 279 Ochsen, 71 Bullen, 597 Kühen und 398 Färsen, ferner aus 1768 Kälbern, 62 Schafen und 6347 Schweinen. Verglichen mit dem Auftrieb der vorigen Woche waren 60 Rinder und 5 Schafe weniger, dagegen 2173 Schweine und 689 Kälber mehr angetrieben. Bezahlt wurde pro Zentner Lebendgewicht in Mark: Ochsen: a 1 59 bis 62, a 2 54 bis 58, b 1 47 bis 53; Dullen: a 53 bis 56, b 49 bis 52; Kühe a 44 bis 49, b 39 bis 43,
c 34 bis 38, d 26 bis 33, Färsen a 59 bis 62,
b 54 bis 58, c 48 bis 53; Kälber b 78 bis 83,
c 72 bis 77, d 62 bis 71; Schafe nicht notiert;
Schweine b 69 bis 72, c 70 bis 73, d 70 bis 73, c 67 bis 71. Verglichen mit den Rotierungen der vergangenen Woche konnten Ochsen und Färsen je 2 Mark, Bullen und Kühe je 1 Mark anziehen, während Kälber bis zu 4 Mark und Schweine bis zu 2 Mark nachgaben.
' D i e Reichsindexziffer für die Lebenshaltungskosten im Mai. Die Reichsindexziffer für die Lebenshaltungskosten (Ernährung, Wohnung, Heizung, Beleuchtung, Bekleidung und „sonstiger Bedarf") ist nach den Feststellungen des Statistischen Reichsamtes für den Durchschnitt des Monats Mai mit 153,5 gegenüber 153,6 im Vormonat nahezu unverändert geblieben. Die Indexziffern für die einzelnen Gruppen betragen (1913 14 gleich hundert): für Ernährung 154,1, für Wohnung 126,0, für Heizung und Beleuchtung 149,0, für Bekleidung 172,5, für den „sonstigen Bedarf" einschließlich Verkehr 191,7.
* Elektrizitäts A. G. Dorrn. Schucker t & C 0., Rürnberg. Die G. V. genehmigte die Regularien. Cs kommen 11 Prozent Dividende auf die dividendenberechtigten Stammaktien und 6 Prozent Gewinnanteile auf die Genußrechte für Al'tbesitz an Markanleihen zur Verteilung. Der anhaltende Konjunkturrückgang ist auch bei den -Unternehmungen, an denen Schuckert beteiligt ist, nicht ohne Einfluß geblieben. Der Bestellungseingang bei den Siemens-Schuckert-Werken hält sich im großen und ganzen auf der Höhe des Vorjahres. Auf einigen Gebieten eingctcetene Verschlechterungen werden auf anderen wiederum ausgeglichen. Die Stromabgabe- und Frequenzziffern bei den Stromversorgungs- und Bahnunternehmungen zeigen eine weitere Steigerung, aber nicht in dem Umfang der vorjährigen Steigerung. Soweit sich die Ergebnisse im Laufe des Geschäftsiahres übersehen lassen, ist die Entwickelung der Beteiligungen den Verhältnissen entsprechend immer noch zufriedenstellend.
• Polyphonwerke 21.-®., Berlin. Die G.-V. genehmigte die Verteilung einer Dividende von 20 (14) Proz. Zur Bilanz wurde mitgeteilt, daß das Bankguthaben sich durch die beiden Emissionen des Vorjahres und durch den guten Geschäftsgang stark erhöht habe. Die Ende des Iahres noch nicht eingezahlten 1,5 Mark aus der Kapitalerhöhung sind inzwischen eingegangen, so daß die der Gesellschaft zur Verfügung stehenden Varsummen über 14 Mill. Mark betragen. Die starke Finanzlage der Gesellschaft ermöglicht es ihr, sich der Ausdehnung der Geschäfte in Ruhe zu widmen. Die ersten fünf Monate des neuen Iahres hatten wiederum ein befriedigendes Wachsen des Geschäftes zu verzeichnen. Auch die Tochtergesellschaften haben eine befriedigende Entwicklung genommen. Mit Rücksicht auf die gestiegenen Umsätze und die Erweiterung des Geschäfts glaubt die Verwaltung auch in Zukunft den Aktionären weiter ein befriedigendes Ergebnis in Aussicht stellen zu können.
* Dynamit A. - G., norm. Alfred R 0 - bei & Go., Hamburg-Köln. Die Gesellschaft schlägt entsprechend dem mit der I.-G - Farbenindustrie A.-G. bestehenden Vertrags- Verhältnis eine Dividende tfon wieder 6 Prozent vor. Ebenso schlagen die Rheinisch-Westfälische Sprengstoff A.-G., Köln, und die Siegener Dynamit-Fabrik A.-G.. Köln, entsprechend ihrem Vertragsverhältnis eine Dividende von wieder je 4,8 Prozent vor.
Frankfurter Börse.
Frankfurt a. M., 1. Juni. Tendenz freundlich. — Obwohl fid) im Vormittagsverkehr infolge der Nachwirkung der gestrigen Realisationen eine ge
wisse Zurückhaltung bemerkbar machte, war die Stimmung freundlich. Die vollständige Einigung in Paris und das Ergebnis der englischen Wahlen trugen aber zu einer allgemeinen Befestigung bei. Das Geschäft entwickelte fid), da auch wieder Orders ein- trafen und Abgaben nur in geringem Umfange vor- genommen wurden, recht lebhaft. Auch rnachien sich Anzeichen einer etwas besseren Geldmarktoerfassung bemerkbar, was ebenfalls ^ur allgemeinen Aufmunterung beitrug. Das Geschäft war aber doch nicht so rege wie am Donnerstag. An den führenden Märkten waren immerhin beachtenswerte Abschlüsse zustande gekommen. Das Hauptinteresse wandte sich wieder den Elektrowerten zu, auch hier waren es heute die Nebenmärkte dieses Marktes. Lah- meycr eröffneten plus 4 v. H. Auch für Licht 8: Kraft mit plus 3,75 v. H. bestand regere Nachfrage. Siemens, Schuckert und AEG. lagen dagegen nur bis 1 d.5). fester. Am Chemie markt gewannen J.-G.-Farben 2,5 v. 5). Montanwerte etwas stiller, doch durchschnittlich bis 2 v. H. gebessert. Besonderes Augenmerk richtete sich noch am Bankenmarkt auf Reichsbankanteile, die 9,5 v. $). gewinnen konnten. Deutsche Linoleum zogen 5,75 0. H. an. Zu erwähnen sind noch Berliner Handelsgesellschaft mit plus 4 v. H. und Kaliwerte, die bis 3 v. H. höher lagen. Sonst waren Umsätze von Bedeutung nid)t zu verzeichnen, doch waren überall Besserungen bis zu 2 v. H. gegenüber der gestrigen Abendbörse zu verzeichnen. Nur Süddeutsche Zucker lagen gedrückt. Renten still, aber ebenfalls höher. Jin Verlaufe war das Geschäft still, die Spekulation verhielt sich abwartend, doch war man freundlich gestimmt. Die meisten Werte waren gut behauptet. Etwas anziehen konnten Farben und Siemens. Regere Nachfrage stellte sich für Ehadeaktien mit plus 5 Mk. und am M 0 ntanrnarkt für Rheinstahl und Mannesmann, die erneut bis zu 1,5 v. H. gewannen, ein. Am Geldmarkt war Tagesgeld mit 8,5 v. H. unverändert. Am Devisenmarkt besserte sich der Dollar weiter etwas. Am Devisenmarkt nannte man Mark gegen Dollar 4,1960, gegen Pfund 20,2450, London gegen Kabel 4,8490, gegen Paris 124,04, gegen Mailand 92,66, gegen Holland 12,0690.
Berliner Börse
Berlin, 1. Juni. Nach der Abschwächung, die infolge von Realisationen im gestrigen Abendoer- kehr bemerkbar war, konnte man heute vormittag wieder Deckungsneigung bei der Spekulation feft- stellen, und an der Vorbörse gingen die Kurse um mehrere Hundertteile in die Höhe. Zur offiziellen Börse war es zwar nicht so fest wie vorbörs- lid), doch ergaben sich überwiegend 1 bis 2-v. H.- Besserungen gegen die gestrigen Mittags-Schluß- kurse. Die vollständige Einigung in Paris wirkte sich natürlich günstig aus. Dagegen verstimmte der Bericht des Instituts für Konjunkturforschung. Die Mo- natsberid)te der Banken wurden nicht unfreunblid) ausgenommen, konnten aber auch keine Anregung bieten. Auf den Farben markt konzentrierte sich heute wieder das Hauptinteresse. Man beobachtete große Auslandorders, und die Börse schritt zu Meinungskäufen. Elektrowerte waren ebenfalls überwiegend fester. AEG. konnten aber den Verlust von der Abendbörse nicht ganz wieder aus- gleichen. Lebhafter und fester waren nod) Sprit- werte, einige Bankwerte, Feldmühle, Waldhof, Mannesmann (letztere auf die Bewegung am Röhrenmarkt) und Schlesische Zement. In Reichsbank fanden sehr große Umsätze statt. Das Ausland hatte hier große Kaufaufträge vorgelegt. Auch Polyphon waren lebhaft und 8 v. H. fester, dagegen lagen BMW. und Wiking Zement.aus den bekannten Gründen 5 bis 6 v. H. sd;ivächer. Deutsche und ausländische Renten waren gut behauptet. Pfandbriefmarkt geschäftslos, doch gehalten. Am Geldmarkt zeigte sich bereits heute eine Erleichterung Tagesgeld stellte sich auf 9 bis 11, stellenweise auf 8,5 v. H., Monatsgeld auf 10 bis 11 v. H. Nach den ersten Kursen wurde es überwiegend etwas schwächer, dann wurde es aber, ausgehend von Reichsbank, Montanwerken, Spritwerten und einigen anderen Spezialwerten lebhaft und 1 bis 3 0. H. fester. Gegen 11.45 Uhr ließ das sehr lebhafte Geschäft zwar etwas nach, dod) konnten sich die höheren Kurse weiter gut behaupten.
Sprechstunden der Redaktion.
11.30 bis 12.30 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Samstag nachmittag geschloffen.
Anzeigenauflröge sind lediglich an die Geschäftsstelle zu richten.
Für unverlangt cingesandle Manuskripte ohne beigefügtes Rückporto wird keine Gewähr übernommen.
Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse.
Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt befchloffenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 7,5 Prozent, Lombardzinsfuß 8,5 Prozent.
Frankfurt a. M.
Berlin
Frankfurt a M.
Berlin
Schluß- «ure
i>Uhr Sture
Schlub-iAnsang
Schluß- Sture
t Uht-
•flur«
Schlup- Kure
Anfang- flute
Shire
Stute
Dalum
31-5.
16.
31 5.
1 6.
Datum
31-5.
1-6.
31-5.
1- 6.
5% Dl. Reichsanleihe o. 192.
87,3
—
87,5
—
-A.E.G. . - .......d
196,25
196,75
193,5
196,75
Dl. Anl.-Ablös.-Schuld mit Au4
Bergmann ......... 9
—
223
222
223,75
los.-Rechten
51
—
51
—
Gicht. Lieferungen.....10
—
—
168,25
16b
Desgl. ohne AuSIos.-Rechte . - -
10,4
10,65
10,5
10,7
Licht und Straft ..... 10
221,75
225,5
223,75
225,9
7% Franks. Hyp.-Bk. Goldv!- un
Selten & Guilleaume. .... 6
143
—
144
144
kündbar bis 1932
88
—
—
—
Ges. f. Glettr. Untern.....10
225
—
226,5
228,75
4yt% Rheinische Hyp.-Bank fitau.
Hamb. Eicht. Werke .... 10
-
—
143
—
Goldvl-
—
—
Rhein. Elektr.........9
—
—
163,75
164
B.E.G. abg. Borkriegs-Lbligalion
Schles. Elektt........10
—
191
193
rückzahlbar 1933
86,5
—
—
——
Schuckert ..... 8
254,25
255
255,5
254,9
Siemens L Halske ..... 1-
390
390,75
390.5
391,75
4% Schwerz. BundeSb.-Anl..
—
—
Transradio . . . ...... 8
156,75
156
4% Oeslerreichijche Golvrle.. . ■
28,25
—
28,5
169
173
169,75
_
4,20% «Dellen. Silberne.
2,6
2,7
—
1 R
——
72,25
74,5
69,5
4% Ungarische Goldrle.....
22,5
—
22,5
—
Deutsche Erdöl ....... 6
—
117,25
117
4% Ungarische Slaalsc. v. 1910
—
—
21
—
Essener Steinkohle......8
—
—
119,5
120
4Yi°/o besgl. von 1913
—
—
20,75
-
Gelsenkirchener ... f. ¥i 3- 4
132
134,5
134,3
134,5
4% Ungarische Kronenrte.. -
1,8
—
1,9
—
Harvener..........B
142
—
143
143,5
4% Türk. Zollanleihe v. 1911 -
8,9
8,9
—
Hoesch Ersen. .......8
—
—
125,5
126,4
4% Türkische Bagdadbahn-Anl..
8,75
_
Ilie Bergbau . .......8
flläcknerwerke ....... .7
215
103
—
213,5
103,13
214,25
103,25
4% deSgl. Serie l!
8,25
—
8,9
——
Köln-Neuessen........9
—
—
123
123,75
4% Rumänen converl. Rle. - - -
—
—
—
Mannesmann........8
123,5
125
123,25
124
4%% Rumänen Aoldanb von 1913
9
—
16,65
-
Mansselder..........
132
——
131,5
131,75
Lberschlel. Eisenb. Bedarf . . . 5
—
—
84,25
84.5
cbetschles. Kokswerke.....6
—
—
108,5
108,75
Mg. Dcunche iSlenbaljn . 4/.
—
—
—
... “
Phönix Bergbau......ö’z
91,25
93
92,13
92,25
Hamburg-Amerika Paket ... 8
121,5
—
122 . 121,23
Rheinische Braunkohlen... 1C
291,5
—
293,75
294,5
Hamb.-Südam. Damvtich. . . 8
—
—
183
—
Rheinstahl t. V* Jahr 41,
122,5
124
124
125
Hansa Dampsjchiss ... 10
—
—
148
146,25
149,25
——
Norddeutscher Lloyd .... 8
111
111,9
111,5
111,5
Vereinigte Stahlw......f
96,5
98
96.75
97,5
ßUlg. Deutsche Eteditanst. . . 10
124
—
124,25
124,5
Otavi Minen.......2 sh
70
69,4
69,9
Barmer Bankverein ... 10
——
—
127
128
Kali Aschersleben.....IC
244
247
247
Berliner Handelsgesellsch. . 12
219
223
219,5
223
Kaki Westeregeln......IC
250
252,75
254
253
Commerz- und Privat-Bank 11
186
186,25
186,25
186,25
Kaliwerk Salzdetfurth ... 1b
406
408
408,5
408,5
Darmst. u. Nationalbank 12
265
■
266,13
267,5
Deutsche Ban, 10
164
—
164
165,5
I. ®. Farben-Industrte ... 12
255
257,5
257
285
Diskonto.Geiellschafi Ant.. 10
54,5
—
154.5
155
Dynamit Nobel ....... 6
—
—-
120,25
120,5
Dresdner Bank ■ • 1°
161
160,75
160.75
160,75
edieiBeanftalt . . ...... 9
—
166
—
—-
Mitteldeutsche CredilbarU ... 9
—
83,25
—
83,75
83,25
—
——
—
—
92.25
——
92
91,75
..................12
313,5
323
315
319,75
........................U
130
130,5
130
—
Frankfurt a. 'Di.
Berlin
Berlin, 31- Mai
Geld
Brief
Scblug- fture
i-Unr- flute
Schluß Mure
Anfang flute
Franzoincve Holländische Stnfientirhe
Noten. . .
Noten . . .
16,35
168,16
21.94
111,45
58,75
2,53
111.88
80,61
58.83
16,41
168,84 22,02
111,89
58,99
2,55 112,32 80.93 59.07
Dalum
3
.5.
1.6.
31.5.
16.
Norwegische Noten......
Deutsch Sestcrr .ä 100 Kronen Rumänische Noten......
Schwedische Noten......
Schweizer Noten.......
Spanische Noten.......
Tschechoslowakische 'Noten . .
Phuipv Hotzmann . . Heidelberger (Semen! . Gement Karlstadt . . Wayß & Freitag . . .
•
10 . 8
10
116,5
137
178
113,5
117,25
137,5
114,5
116
113,5
2 111
Schultheis Patzenhoser
15
—
—
311,5
314.75
12.405
12,465
Cftwerle......
12
-
—-
252,5
254.5
ungarilche Noten ....
72.85
73,15
Ber. Glanzstoss . . .
Bömberg......
18
14
440,5
445
442
350
444
352,5
Devisenmarkt Derlin
-Frankfurt
a. M.
flellstois Waldbof . . Zellstoff Aschaffenburg Charlottenburger Stalle
-
•
12
247.5
194
250
247.5
194,75
250,5
Te
legraphische
Auszahlung.
•
* 8
. 0 . 0
—
—
110,75
919 9R
212,25
53
50,25
31. M
ct
1-
Juni
Daimler Motoren .... Teullche Maschinen-Fabrik
54,5
—
—
54.5
51.25
Amtliche Notierung (Seit» l Briet
Amtliche 'JiDlieruna iÄeld Briet
Adlerwerke itleoer . .
. 5
53
53,25
51,5
—
ÄMN-- R0N.
168.43
168,77
168.3/
168.71
Ludw. Lvcme ....
10
—
_
203,75
205
Buen.-Aires
1.756
1,760
1,757
1,761
Rat. Auiomobil . . .
. 0
—
28.75
28,13
Brss-Antw
58,21
58,33
58,23
58,35
Crenftein & Koppel .
. b
—
—
93.5
93
Christtania.
111.61
111,83
111,65
111,87
Leonhard lieg . . .
. 6
—
-
295.75
294,5
flopenbaotn
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Spanien.
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Berkin, 31. Mai
Geld
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81,38
2,028
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S.d.IS
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4,178
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Belgische Noten . .
58,14
58,38
Canada
4,156
4,164
4,158
4,166
Tämkchc Noten . .
111,40
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4,066
4,074
4,066
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Englische Roten. •
• •
*
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20,302
20,382
Cairo . .
20,85
20,89
20,849
20,889


