Ausgabe 
1.6.1929
 
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Rundfunkprogramm.

Sonntag, 2. Juni.

8 bis 9 Uhr: Bon der Friedenskirche Kassel. Morgenfeier. Anschließend: Uebertragung des Glodengeläuts von der St. Peterskirche. 11 bis 11.30: Stunde der Jugendbewegung:Jugend und Politik", Dortrag von Georg Schubert, Fürsorger. 11.30 bis 12: Eltern stunde:Du süßer Lärm des Lebens laute Kinder", Dortrag von Rektor K. Wehrhan. 12 bis 13: Don Kassel: Mittags­konzert des Rundfunkorchesters. 13.15 bis 14.15: Eine Stunde in der Städtischen Galerie zu Kassel. 14 bis 15: Stunde der Jugend: Kasperlstunde der Kasperltante Liesel Simon: Wunschstunde-, für Kinder vom 4. Jahre ab. 15 bis 16: Stunde des Landes: 1.Die geschichtliche Entwicklung der Winzergenossenschaften", Dortrag von Dr. Willy Heuckmann, Diez a. d. L. 2.Der neuzeitliche Weinbau auf genossenschaftlicher Grundlage", Dortrag von Graf Matuschka, Koblenz. 3.Dom Singen auf dem Lande", Dortrag von Pfarrer Georg Gründler, Königsberg bei Wehlar. 16 bis 17: Don Reunkirchen (Saar): Auf alle deutschen Sender: Kundgebung anläßlich des zweiten Bun­desfestes des Saar-Sängerbundes; Ansprachen vom Vorsitzenden, Stadtschulrat Hans Borgard, und dem Dorsihenden des D. S. D., Rechtsanwalt Friedrich List, Berlin. 17 bis 18: Don Köln: Desperkonzert des Holländischen Harmonieorche­sters St. Joseph-Oldenzaal. 18 bis 19: Don der Deutschen Welle: Dortragszyklus: Gedanken zur Zeit. 18 bis 18.30:Die Herren Kritiker", Dor­trag von Dr. Arthur Sakheim. 18.30 bis 19: Die Herren Theaterleiter", Dortrag von Dr. Bernhard Diebold. 19 bis 19.30: Stunde des Rhein-Mainischen Derbandes für Dolksbildung: Eine Fahrt ins deutsche Grenzland (Eupen-Mal- medh, St. Dith)", Dortrag von Lehrer Capell- mann. 19.30 bis 20: Hermann Kesser, Dorlesung aus eigenen Werken. 20 bis 20.30: Sportnach­richten. 20.30: Konzert des Rundfunkorchesters. Anschließend bis 24: Don Budapest: Zigeuner­musik der Kapelle Imre Magyari.

Montag, 3. Juni.

6,30 Llhr: Morgengymnastik. 12.30: Schall­plattenkonzert: Zum 60. Geburtstag am 6. Juni dirigiert Siegfried Wagner Werke seines Daters. 15.05 bis 15.35: Stunde der Jugend: Aus Sport und Spiel, vorgetragen von Turninspektor Dru- nisch:Foxtrott-Volkstanz": für Kinder vom 10. Jahre ab. 16.35 bis 18.05: Don Stuttgart: Konzert des Rundfunkorchesters. 18.10 bis 18.30: Lesestunde. 18.30 bis 18.45: Don Kassel: Fünf­zehn Minuten Ratschläge für den Gartenfreund, Dortragender: Garteningenieur Karl Hintze. 18.45 bis 19.05: Don Kassel:Reuzeitliche Geflügel­zucht", Dortrag von Ernst Herberg, Direktor der Henschelschen Geflügelsarm, Heckershausen. 19.05 bis 19.25: Funkhochschule:Der Sinn der deut­schen Gesichte in Meisterwerken der deutschen Geschichtswissenschaft: Ranke und Droysen", Dor­trag von Professor Dr. Georg Künhel. 19.25 bis 19.35:. Englische Literaturproben. 19.35 bis 20: Englischer Sprachunterricht. 20 bis 21: Zum 30. Todestage Johann Strauß'. 21 bis 22: Kon­zert auf zwei Klavieren. 22 bis 23: Alte Tanz­musik des Rundfunkorchesters.

Dienstag, 4. Juni.

6.30 Ufjr: Morgengymnastik. 13.30: Schall­plattenkonzert: Orchesterkonzert. 15.05 bis 15.35: Stunde der Jugend: Die schöne Umgebung von Frankfurt a. M. bzw. Kassel. 17 bis 18.30: Rach Stuttgart: Konzert des Rundfunkorchesters: 1. Klassische Walzer: nach Köln: 2. C. M. v. We­ber. 18.30 bis 18.50:Die drei Sucher in der pharsalischen Rächt in GoethesFaust II",zweiter Akt", Dortrag von Pfarrer Clemens Taesler. 19.10 bis 19.30: Funkhochschule:Die Bekämpfung der Tuberkulose in Frankfurt a. M.", Dortrag von Stadtmedizinalrat Dr. Oxenius. 19.30 bis 19.55:Der Tonfilm und wir", Dortrag von H. S. v. Heister. 19.55 bis 20.15: Schachstunde: Schachunterricht für Anfänger. 20.15:Mona Danna", Drama von Maurice Maeterlinck. An­schließend: Schallplattenkonzert: Operetten-Abend mit Hans Heinz Bollmann (Tenor).

Mittwoch, 5. Juni.

6.30 Ahr: Morgengymnastik. 10.40 bis 11.10: Schulfunk: Musik, vorgetragen von akad. Musik-

zu gehorchen weih. Berchtesgaden ist nicht nur eine Sommerfrische, sondern auch ein alter geist­licher Dorort mit einer schönen, romanischen Kirche aus rotem Marmor, mit einem blüten- weihen Rokokoschloh dicht daneben, einem hei­teren, geistlichen Schloß von ehedem, und mit einem frühmittelalterlichen Kreuzgang voll naw- schwcrer Spiele einer ungelenken Dildnerei an den Säulenhäuptern. Mitten in so viel Freiheit der Ratur tut es sehr Wohl, sich wieder einmal im festumschlossenen Platz zu fassen, tote Kreuz- gang und Kirchplatz es sind...

Der Weg zum Fjord des Königsees wird von der Bahn nach Minuten gemessen: von Sankt Bartholomä. den frischgesottenen Saib­ling auf dem Teller, den mächtigen und Hellen Stein des Wahmanns anzusehen, gehört zu den kostbarsten Gelegenheiten des Landes. Cs gibt zwischen Salzburg und Prien das hübsche Traun­stein und abseits von dem Städtchen ist die Einsamkeit des Waginger Sees ein Bild ur- sprünglicher Beschaffenheit der oberbayrischen Landschaft. Es gibt in nächster Rähe des Chiem­sees den stillen Simsee. Dem, der steigen mag, ist die Karnpenwand ein ernstes, anstrengendes Ziel. Dem anderen geben Ausflüge zu ebener Erde nach Hohenaschau und Marquartstein be­wegte Tage: doch darf er getrost den Markt Prien und das alte innere Rosenheim seiner Umsicht für wert erachtenl Die Dahn zum Wen­delstein erlaubt ihm, mit aller Bequemlich­keit den grünen See, in dem er gestern schwamm, von oben zu betrachten und sich über das kleine Maß zu wundern, in das die Feme alle Dinge der Erde so schnell zusammenzieht.

Das Licht am See geht ins blondlich Helle. Der Landschaft ist die moorige Schwere anderer bayrischer Bezirke nicht zur Regel gegeben. Die Landschaft des Chiemsees trägt einen unbegreif­lichen Schimmer von Westen. Oder macht den zarten Reiz seiner Größe ein Hauch aus dem nahen, geschmeidigeren, lieblicheren Oesterreich? Lind wirklich mag die geistliche Zivilisation der beiden Klöster dieser Ratur eine besondere Lie­benswürdigkeit mitgeteilt haben: die Liebens­würdigkeit einer heiter schimmernden Katholizität, einer mozartischen Messe trotz der düsteren, alle Schwermut aufrührenden Raivität des ro­mantischen Portals auf Frauenchiemsee, das dunkelviolettrot in der Erinnerung steht wie das Zeichen einer Tragödie vor unvordenklichen Ahnenzeiten.

Reiseliteratur.

Meyers Reisebücher: Deutsche R o r d s e e k ü st e. I. Teil: Rordfriesland, Ham­burg, Helgoland. Mit 12 Karten, 6 Plänen, 4 Grundrissen und 1 Seezeichen-Tafel. 6. Auf­lage. 1929. In Leinen 3,50 Mk. Derlag des Bibliographischen Instituts A.-G., Leipzig. (249) Angesichts des großen und nur selten im gan­zen bereisten Gebietes ist es sehr zu begrüßen, daß der BandDeutsche Rordseeküste" bei der Reubearbeitung geteilt wurde. So entstanden nicht nur handlichere, sondern auch wohlfeilere Reisebücher, von denen das eine (I.Teil) die öst­liche, das andere (II. Teil) die westliche Hälfte des Gebietes behandelt: Hamburg und Helgo­land, die von fast allen Rordseereisenden aus­gesuchten Hauptpunkte und Zugangspforten, sind in beiden Bänden in gleicher Ausführlichkeit be­sprochen. 2m vorliegenden I. Teile fällt vor allem eine wesentliche und zeitgemäße Erwei­terung der Beschreibungen von Hamburg und Altona auf: neu sind ein besonderer Abschnitt über die Umgebung Hamburgs und eine aus­führliche Darstellung der neuerdings vielbesuch­ten, einsam-schönen Halligen. Wie in ' allen 1929 erschienenen Reuauflagen der Sammlung Meyers Reisebücher wurde auch hier den Be­dürfnissen der Automobilisten durch Angabe von Autowegen und Parkplätzen, sowie durch Ren- nung von Reparaturwerkstätten bei allen größe­ren Orten entsprochen. Die kartographische Aus­stattung wurde gründlich durchgearbeitet und auf den neuesten Stand gebracht.

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Wanderfahrten.

WommelshausenDernbachDottenhom Hartenrod.

Wir fahren über Rieder-Walgern nach Station Wommelshausen, gehen blauen Dreiecken nach über die Hütte durch das in einer engen Schlucht liegende Dorf Wommelshausen nach dem reizend gelegenen Dernbach, der Perle des mittleren Hinterlandes. Das Dorf wird überragt von den Trümmern einer Burg mit schöner Aussicht auf die Gladenbacher Berge und den Dünsberg. Von hier folgen wir roten Punkten steil hinauf über die Bottenhorner Heide mit prächtigen Fern­blicken nach Dottenhom. (Wirtschaft Arnold.) Kurz vor dem Ende des Dorfes führt das Zeichen nach links zu dem tief im Siegenbachgrund ge­legenen Oertchen Wallenfels mit schönen Fach­werkbauten. Runmehr gehen wir schwarzen Strichen nach das enge Tälchen des Siegenbachs abwärts, das wir nach einiger Zeit verlassen, um bald darauf unser Endziel Hartenrod zu er­reichen, von wo wir über Rieder-Walgern oder Herborn zurückfahren. Dauer der Wanderung 41/2 Stunden.

GießenSchiffenbergHochwartAnnerod Gießen.

Eine etwa vierstündige hübsche Wanderung, die viel durch Wald führt, ist die folgende: Wir gehen den alten Schiffercherger Weg entlang nach dem Schiffenberg mit guter Wirtschaft. Die Ter­rasse bietet uns einen weiten Fernblick bis zu den Höhen dös Vogelsberges und des Taunus. Von hier leiten uns gelbe Puntte durch präch­tigen Duchenhochwald über den Anneberg, die Licher Straße überschreitend, nach der Hohen Warte. Deim Schnittpunkt mit der gelben Strich­markierung folgen wir jetzt dieser nach rechts und gelangen alsbcil) nach Annerod mit wie e um guter Einkehr. Auf bekannten Wegen gehen wir wieder zur Stadt zurück.

Reisewinke.

Bad Selters.

Selters, das jungaufstrebende Bad Ober>

lehrer Ferdinand Hofmann:Die Suite". 13.15t Schallplattenkonzert: Duntes Programm. 15.05 bis 15.35: Stunde der Jugend: Aus dem Buch der Sage und Geschichte, vorgetragen von Rektor Wehrhan:Lustige Geschichten von merkwürdigen Menschen": für Kinder vom 10.Jahre ab. 16.35 bis 18.10: Rach Stuttgart: Konzert des Rund­funkorchesters: 1. Opernmusik, 2. Alte Tanzmusik. 18.10 bis 18.30: Bücherstunde. 18.30 bis 18.40: Was bezwecken die Kriegswaisenhäuser?", Vor­trag von Philipp Eitel, Oberbundesfechtmeister. 18.40 bis 19.10: Drei Mondmärchen. 19.10 bis 19.20: Französische Literaturproben. 19.20 bis 19.45: Französischer Sprachunterricht. 19.45 bis 20: Senckenberg-Viertelstunde:Faultiere", Vor­trag von Dr. R. Mertens. 20 bis 21: Orgel­konzert. 21 bis 22.30: Sinfoniekonzert.

Hessens, im reizvollen Riddertal gelegen, von tannen- und laubbewaldeten Höhen umgeben, hatte bereits im vergangenen Jahre die dreifache Frequenz gegenüber dem Vorjahre zu verzeichnen. Reben der vorzüglichen Heilquelle und ihren Erfolgen ist es gerade die wohltuende Ruhe und Abgeschiedenheit von Bad Selters, die immer wieder die Erholung und Gesundung Suchenden lockt. Das in anderen Badeorten übliche mondäne Dadeleben und -treiben fehl gänzlich, was von den Besuchern immer wieder mit größter Be­friedigung ausgenommen wird. Heilquelle, Liege­kuren, Wälder, Wiesen, Luft, Ruhe und Sonne stellen die Vorzüge' von Bad Selters dar. Die um das Kurhaus liegenden Parkanlagen wurden im vergangenen Winter um fünf Morgen erweitert, während für Ausflüge in die nähere und weitere Umgebung neuerdings Kraftfahrzeuge zur Ver­fügung stehen. Bad Selters ist mit der Eisenbahn von Gießen in I1/4 Stunden und von Frankfurt in 2 Stunden zu erreichen.

Bad Salzschlirf.

Aus der an bunten Trachten reichen Umgebung von Bad Salzschlirf hebt sich die Schlitzer Gegend und ganz besonders die Schwalm durch die Ori­ginalität ihrer bäuerlich-malerischen Kostüme und ihr zähes Festhalten an den alten Gebräuchen und Sym­bolen hervor. Ein Hochzeitszug im Schwälmer Länd­chen ist heute noch eine Sehenswürdigkeit für Kenner, besonders wenn die alten Patrizier dieser Gegend ihre Kinder verehelichen.

Kirchliche Nachrichten.

Evangelische Gemeinden.

Sonntag, 2. Juni, 1. Sonntag nach Trinitatis.

Stadtkirche. 8 Uhr: Pfarrer Mahr. Zugleich Chri­stenlehre für die Neukonfirmierten der Matthäusge- meinde: 9.30 Uhr: Pfarrer Becker: 11 Uhr Kinder­kirche für die Markusgemeinde: Pfarrer Becker. Johannesklrche: 8: Pfarrer Bechfolsheimer: zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten der Lukas- gemeinbe; 9.30: Pfarrer Ausfeld: 11: Kinderkirche für die Johannesgemeinde; Pfarrer Ausfeld: 8: Bibelbesprechung im Johannessaal: Pfarrer Lenz. Kapelle des Alten Friedhofs. 9.30: Pfarrer Lenz; Christenlehre für die Neukonfirmierten aus der Luthergemeinde. Elisabeth - üleinkinderfchule. 9.45: Pfarrer Lic. Waas: 10.45: Kinderkirche. Klein-Linden. 9: Hauptgottesdienst: 10: Kindergot­tesdienst. Wieseck. 9.30; 10.45: Kinderkirche. Alten-Buseck. 10; 1. Kirchberg. 10; Kirchberg 11: Christenlehre für die konfiermierte weibliche Jugend; 1.30: Mainzlar. Haufen-Garbenteich. 10: Hau­sen; Christenlehre; 1: Garbenteich. wahenborn- Sfeinberg: 9: Kinderkirche; 10: Hauptgottesdienst. Lieh. 9.30: Stiftsdechant Kahn; Christenlehre für die weibliche Jugend; 12.45: Kindergottesdienst; 2: Gottesdienst in Nieder-Bessingen.

katholische Gemeinden.

Samstag, den 1. Juni.

Gießen. 4.30 und 7 Uhr: Beichte.

Sonntag, den 2. Juni. 2. Sonntag nach Pfingsten.

Gießen. 6.30 Beichte; 7: Messe; Kommunion der Männer; 8: Kommunion; 9: Hochamt mit Predigt; 11: Messe mit Predigt; 2: Christenlehre und An­dacht. Grünberg. 9.30: Messe mit Predigt Laubach. 10: Messe mit Predigt. Cid). 7.30: Hochamt mit Predigt. Ridda. 8.30: Hochamt mit Predigt. Schotten. 10.30: Hochamt mit Predigt.

Israelitische Gemeinden.

Gottesdienst der 3fr. Religionsgesellschast.

Sabbatfeier den l.Juni 1929.

Freitag abend 7.45; Samstag vormittag 8; nach­mittag 4; Sabbatausgang 9.25. Wochengottesdienst: morgens 6.15; abends 7.15.

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