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Oer neue Gesandte Polens in Berlin.

Ltjzowjti geht nach Angora

Warschau, 30. Mai. (ID 123.) Me halbamtlich gemeldet wird, beschloß der polnische Mlnlsterral, die Ernennung der bisherigen Gesandten in Rom, Roman Knoll, zum Gesandten in Ber­lin sowie die des bisherigen Gesondlen in Berlin, O l s z o w s k i, zum Gesandten in Angora, dem Staatspräsidenten zur Unterschrift oorzulegen.

Tivolis 85. Geburtstag und andere dänische Belustigungen

Don unserem ständigen v. dV-Berichterstatter.

Nachdruck auch mit Quellenangabe, oerboten.

Kopenhagen, Ende Mai 1928.

Die Dänen sind ein junges Doll Epiel- kinder im buchstäblichsten Sinne des Wortes trotz tausendjähriger Geschichte und vergilbter Großmacht-Reminiszenzen, trotz ®orm dem 2llten. Waldemar Atlerdag, Königin Margarethe und wie jene mit der Zeit reichlich sagenhaft gewor­dene Militaristen beiderlei Geschlechts sonst noch geheißen haben mögen. Geschichte ist dazu da, um bei passender Gelegenheit stol^ darauf xu sein, und das sind die Dänen gewiß auch über alle Maßen, denn erstens kostet es nichts, zweitens hebt eS die Selbstachtung und drittens kommt sie die Geschichte nämlich Gott sei Dank nie wieder. Die heroische Vergangenheit, mit ihrem fatalen Ernst und aff ihren älnzuträglich- feilen, ist Sache der Schulbücher, der Archive und Museen- man kann sie in aller Gemütsruhe drehen, wenden und je nach Wunsch von zwei bis hundert Seilen beleuchten kurzum, sie ist garantiert unschädlich. Daraus kommt es natür­lich an. denn hätte sie die üble Gewohnheit, von Zeit zu Zelt kleine Vorstöße in die Gegen­wart zu machen, würde der Däne sie unweiger­lich polizeilich inhibieren lassen. Vicht» ist diesem Volk so heilig, wie seine, durch reichliche Nah­rungsaufnahme unterbrochene Sorglosigkeit und Gemütsruhe. Die rauschebärtig Tatkraft der Altvordern ist längst in ein besseres Jen­seits entwichen, und man hat es verstanden, ihr die Träger einer anspruchsvollen Tradition mehr oder weniger unsanft nachzukomplimen,- tieren. Heute besteht das dänische Voll so gut wie ausschließlich aus braven, geruhsamen Land­bauern und hört aus die Sammelendung ..len" abgesehen von den Kopenhagenern, doch die sind (nach eigener Aussage) fast all« französi­schen Ursprungs. Was aus den überaus romanisch klingenden Namen tote Müller. Fischer. Schmidt und Schröder glaubhaft hervorgch:

Die Scholl« erhält jung und verleiht th n »Kindern" aller Altersstufen ein kindlich Gemüt

Der neue polnische Gesandte in Berlin, Roman Knoll, stammt aus der ukrainischen Hauptstadt Kiew. Er ist heute für einen Diplomaten auf einem so vorgeschobenen und bedeutsamen Posten außer- ordenllich jung, denn Knoll wurde 1888 geboren. Ur­sprünglich schlug Knoll die Laufbahn eines Rechts­anwaltes ein und war bis 1918 auch als fol- wer in Kiew tätig. Aber schon st-ühzeitig hat er sich der polnischen Nationalbewegung in Rußland ongeschlossen, gleichzeitig war er im Rohmen des demokratischen Derbanoes tätig und spielte so eine gewisse politische Rolle. Nach dem großen russischen Zusammenbruch fungierte er eine Zeitlang als Generalsekretär der polni­schen Vertretung in Moskau, bis er dann später in den neu aufgebauten diplomotischen Dienst Polens zunächst als Legationsrat wiederum in Mos­kau übernommen wurde. Die Konferenz von Genua im Jahre 1922 hat er als Generalsekretär der polnischen Delegation mitgemacht. Seine weitere Laufbahn in der polnischen Diplomatie zeigt eine stark aufsteigende Kurve. Schon Ende 1922 ist Roman Knoll Geschäftsträger in Moskau, 1924 ging er als Gesandter noch Angora, von wo er 1926 nach Warschau zurückberufen wurde. Nun gibt es ein kleines Zwischenspiel, da der damalige Außen­minister Graf Skrtzinsky ihn zur Dis­position stellte. Roman Knoll hatte sich in die Vorbereitungen des Maiputsches unter Pilsudski gestürzt, der ihn dann nach gelungenem Putsch zum Staatssekretär im polnischen Außenministe­rium ernannte. Im folgenden Jahre wird Knoll polnischer Gesandter in Rom, vertritt aber ge­legentlich einer Erkrankung Za 1 eskis diesen in der Führung des polnischen Auswärtigen Amtes. Die polnische Regierung hat einen ihrer fähig- ft e n und besten Köpfe für den Berliner Posten auegewählt.

Nie 11. Internationale Konferenz der Arbeit.

Eigener Drahtbericht desGießener Anzeigers".

D e r I i n , 31. Mai. An und für sich ist es eine unerhörte Tat gewesen, eine Organisation zu schaffen, her f a ft alle Staaten der Welt angeboren und die es sich zur Aufgabe gemocht hat. die Fragen der Arbeit, ihres Rechtes usw. einer einheitlichen und allgemein verbind­lichen Regelung zu unterziehen. Dieser Plan ist selbstverständlich so kühn, daß er niemals in kurzer Zeit gelöst werden könnte. Noch vor dem Kriege war gerade der Begriff der Arbeit einer der individuellsten und wäre nicht die Typisierung in so ausgesprochenem Maße gewrnmen, so hätte es ganz gewiß auch heute noch so große Schwierigkeiten gegeben, daß man es wohl bis jetzt noch nicht zu einer Arbeits- Internationale gebracht hätte. Die bisher erzielten Ergebnisse sind aus diesem Grunde auch noch 1 nicht auf einer solchen Höhe, die einen allgemein sich auswirkenden Erfolg versprechen kann. Trotz- T dem sind Ansätze gezeitigt worden, die un­bedingt eine erfreuliche Entwicklung versprechen. ' ilnh sicherlich würden die Regierungen her Groß­mächte nicht immer wieder ihre Vertreter ent­senden. wenn sie sich nicht einen Erfolg von dieser Arbeit versprächen. Gerade die inter­national« Regelung aller Arbeitsfragen wird uns ein gewaltiges Stück in der gesamten inter­nationalen Wirtschaftlichkeit vorwärts bringen. Und aus diesem Grunde kann auch deutscherseits die nunmehr eröffnete 11. Tagung der Inter­nationalen Arbeitskonferenz begrüßt werden.

Ein Problem von außerordenllicher Tragweite steht diesmal im Mittelpunkt des Interesses, nämlich daS Verfahren zur Festsetzung von Mindest löhnen und deren Anwendungs-

Barrikadenkämpfe in Belgrad.

Erneute Demonstrationen gegen Italien und den Aettunovertrag in der südslawischen Hauptstadt und an der dalmatinischen Küste.

Budapest, 30.2UaL (1BB.) Der privatbericht- erstatter desPester Lloyd" meldet aus Belgrad, daß die anti-italienischen Demonstra­tio a e n heute abend gegen 9 Uhr wiederum hef­tigen Charakter annahmen. In der Haupt­straße versammelte sich eine aus mehreren hundert Personen bestehende Menge. Es wurden sofort starke Gendarmcrieabteitungen aus die Straße kom­mandiert und die Demonstranten in das aus der Hauptstraße gelegene KaffeehausRuski 3ar gedrängt, hierbei wurde das Lokal voll­kommen demoliert. Die Auslagescheiben gin­gen in Trümmer, die Möbel wurden von den De­monstranten zur Abwehr verwendet und auf die Gendarmen geschleudert, die genötigt waren, sich zurückzuziehen und Verstärkungen abzu­warten. Die Demonstranten erbauten sodann auf der Hauptstraße eine Barrikade. Auch die aus- gerückten berittenen Gendarmerie-Abteilungen waren genötigt, fluchtartig den Schauplatz zu räumen. Gegen 10 Uhr abends wurde die Feuerwehr alarmiert, der es gelang, die Demonstranten unter Anwendung von Feuerspritzen in die Flucht zu schlagen. Von den Demonstranten wurden meh­rere Schüße abgegeben. Die Gendarmerie hatte einen regelrechten Sturm mit Gewehrfeuer eröffnet. Die viele Personen dabei verletzt wurden, ist bis zur Stunde nicht bekannt. Es heiß vorläu­fig, daß ein Demonstrant verwundet wurde und ein Gendarm durch einen Sturz vom Pferde sich eine Verletzung zugezogen habe. In der Hauptstraße und in den Nebenstraßen gingen die Auslagescheiben der Geschäfte in Trümmer.

In ganz Jugoslawien dauern die itattenfeindttchen Kundgebungen an. Am Dienstagabend fanden nach dem Belgrader Gastspiel der Pariser Komischen Oper Kundgebungen für Frankreich statt. (Eine Gruppe von Manifestanten drang in das Thea­tergebäude ein und rief:Nieder mit Mussolini! Nieder mit dem Faszismus! hoch Frankreich!" Die Polizei konnte erst eingreifen, als die Theater­besucher das Gebäude verlasien hatten. Ls kam wie­der zu ernsten Zusammenstößen, bei denen einige

Verhaftungen vorgenommen wurden. Auch in Sarajewo, Nagusa und S u s a k wurden italienfeindliche Kundgebungen oeranstaUet. Im Zu­sammenhang mit den Demonstrationen sind in S p a l a t o 50 Personen verhaftet und vom Polizeigericht zu Freiheitsstrafen von 1 bis 30 Tagen verurteilt worden. In Sebenico wurden 20 Personen verhaftet. Line gerichttiche Kommission überprüfte die in Spalato während der Demonstra- flonen an italienischen Geschäften angerichteten Schäden und stellte die Schadensumme mit 200 000 Dinar fest. Auch aus kleineren Orten Dalmatiens kommen Meldungen über Demonstrationen, die sich gegen die Ne'.tuno-Sonventionen richten.

Auf tteberraschungen gefaßt.

Die ungarische Presse zu den Vorgängen in Lüdslawien.

Budapest, 30. Mai. (TU.) Die antiitalienischen Kundgebungen in Südslawien werden von der un- aarischen Presse mit großer Aufmerksam­keit verfolgt.Budapesti chirlap" schreibt: Man müsse bei der Beurteilung der Lage sehr vor­sichtig sein, da man jederzeit auf U e b e r raschungen gefaßt sein muffe. Man könne nicht Voraussagen, wann die Stimmung der Volks- massen einen neuen Ausbruch zeitige, der zum Konflikt führen könne.Magyary" schreibt: Die beabsichtigte Ratifizierung des Vertrages von Net- tuno durch Jugoslawien bedeute nur scheinbar den Beginn eines Friedens: in Wirklichkeit bedeute die Unterzeichnung den Beginn eines Kamp- f e s, jenes Kampfes, den das Slawentum um den Besitz von Mitteleuropa, den Balkan und die Adria führten.Az Ujfag" schreibt: Sämtliche Uebelstände, die vorher an der Adria vorhanden waren, seien auch heute noch vorhanden. Der Unterschied fei nur der, daß sie vorher in einer historisch ae= gebenen Staatsordnung zusammengefaßt gewesen seien, heute seien auf demselben Gebiet Mittel­europas neue Staaten entstanden. Der alte Topf, in dem die Völker beisammen waren, sei zer­brochen worden. Ob in dem neuen Topf, der aus Scherben bestehe, eine Suppe gekocht wer­den könne, sei zweifelhaft.

bereich. Dabei liegt die Schwierigkeit nicht so sehr bei der sachlichen Seite des Problems als vielmehr bei der Frage, ob die Konferenz all­gemein-verbindliche Beschlüsse fassen soll oder nicht. An und für sich haben die Re­gierungen der Mitgliedsländer keine grundsätz­lichen Bedenken dagegen gehabt. Lediglich in der Frage der Anwendbarkeit eines solchen Fest­setzungsverfahren für die Heimarbeit sind Meinungsverschiedenheiten aufgetreten, Schwie­rigkeiten, die vor allem auch in der Begriffs­bestimmung der Heimarbeit wurzeln. 3m allgemeinen ist die Lohnfrage natürlich eins der Kernprobleme der Arbeitskonferenz Über­haupt. Ihre Lösung einhe.tlich zu gestalten ist Öcin erstrebenswertes Ziel, doch tauchen durch die Individualität der verschiedenen Wirtschaften der Län­der Schwierigkeiten auf, deren Beseitigung zu­nächst nicht zu erwarten ist. Aus diesem Grunde kann man auch annehmen, daß es auf der Kon­ferenz zu keiner Einigung im Sinne einer ein­heitlichen Regelung kommen wird. Einmal wer­den sich die Regierungen, die solche Mindestlöhne nur für die Heimindustrie anerkennen, kaum ent­schließen, dies Verfahren auch auf andere Er- werbszweige auszudehnen, hinwiederum Regie­rungen, die Mindeftlöhne auf gewisse Erwerbs- zweige ausgedehnt haben, einen Beschluß, em solches Festsetzungsverfahren nur auf die Heim­arbeit anzuwenben, nicht anerkennen.

Cs wird a'so darauf hi^ausfommen. ein Kom­promiß zu bilden, das, wie alle Kompromisse, in der Mitte liegt und beiden Seiten Rech­nung trägt, so daß jeder eine gewisse Hand­lungsfreiheit garantiert erhält. In welcher Form

die Beschlüsse gefaßt werden, hängt ebenfalls von dem Verlauf der Verhandlungen ab. Zu­nächst wird das Internationale Arbeitsamt einen Konventionsentwurs unterbreiten, der das Fest- setzungsversahren für gewisse Erwerbszweige ausspricht und dem ein Vorschlag beigegeben wird, der die Anwendung der Verfahren des näheren erläutert, und mehr oder weniger eine Kommentierung darstellt. Die Konferenz hat also ein reiches Arbeitsfeld und ihre Resultate wer­den nicht nur nach einer Seit« hin interessant sein.

Sozialisten und Kommunisten in Frankreich.

Paris, 30. Mai. (WTB) Der sozialistische Äon- Srcß in Toulouse hat sich nach müheseligen Ser- anblungen des Resolutionsausschusses, die den gan­zen Tag über in Anspruch nahmen, in einer Nacht- sitzung auf eine gemeinsame Formel geeinigt. Diese längere Resolution, die durch chandaufheoen ein­mütig abgesehen von einigen Enthaltungen angenommen wurde, lehnt jede Gemein­schaft mit den Kommunisten ad, die, wie die Tagesordnung erklärt, sich als freiwillige Bundesgenossen der Reaktion und im Elsaß als Bundesgenossen des fanatischsten Klerikalismus erwiesen haben, obwohl die französischen Arbeiter niemals die Verfolgung ihrer Klafseninteresien von dem Wunsche, die republika­nischen Institutionen zu erhalten und zu entwickeln, getrennt hätten. Die sozialistische Partei erklärt des­halb, so günstig auch unter den augenblicklichen Umständen die Bemühungen sein könnten, die Sym- pa'ien der Arbeiter wiederzugewinnen, die sich dem

Darum ist Dänemark wohl auch das Land der I unermüdlichen Jeslessreude und der genuhsüchti- I gen Großmütter. Krisen, Arbeitslosigkeit. '5X1-* Nation und Teuerung vergehen der Rummel aber bleibt. Es ist sicher kein Zufall, daß das Kopenha-enerTivoli" der älteste Groß- rummelplah seiner Art in ganz Europa ist und Heu c, wie $u älraroßvaters Zeiten, die größte Sehenswürdigkeit der dänischen Hauptstadt bar- stellt. Seine W'.ede.erö fnung im Frühjahr ist ein nationales Ereignis, das an Zugkraft und Popularität nur mit einer Revolution in Süd­amerika, einem Münchei er Fasching oder ähn­lich e.emenüren Ausbrüchen der Vernügunas- sucht verglichen werden kann. Sie Frage der Saison-Karlen-Beschafung ve. chlingt alle übri­gen Interessen, und we..n ..ian sagt, daß ein richtiger Eingeborener eher seine eigene Beerdi­gung als das Ecö fnungsfest versäumt, so hat das zwei.ellos seine Dichtigkeit. Nur ortsfremde Skeptiker bringen es fertig, dem Tivoli-Triebe ein paar Tage siegreich zu trotzen. Doch man entzieht sich nicht ungestra't aller me schlichen Gemeinschaft, und über kurz oder lang ist jeder Widerstand gebrochen.

Es hieße natürlich jenen sprichwörtlichen Eulenimport fördern, wenn man dem weit­gereisten Mitte.enropäer die unvergleichlichen Zreuden des Tivoli schildern toolUe, doch gänz­lich umgehen läßt eS sich nun einmal nicht (denn wetz' das Herz voll ist, ...). Ganz besonders schon darum nicht, weil das diesjährige 8 5. Ju­biläum jeden pietätvollen und der heiteren Sette des Daseins zugänglichen Menschen zu einer kleinen Liebeserklärung verpflicht«!. Fünf- undach.zig Sommer sind über die Märchenftadl dahingega gen. unge ä 1t n Mit ione.i fcatfieCer- lireuung gejo.en doch ewig jung, ewig neu erscheint sie an ihrem Geburtstage. Je betagter fie wird, um so lebens'ro^er. bunter, überraschen­der entfaltet Hc sich Es bleibt das Geheimnis ihres Winterschla es (u .6 der Direktion), wie sie cs fertig bringt, stets neue Attraktionen bet- vorzuzaubern, ohne dabei doch i*mal< ihren Grundcharakter, chr Oriainal-Cebräge zu ver­ändern An die 6: die der feen hasten Ges- illumination trat die noch leuchtendere elektrische

I Zarbensymphonie Der guirlend-bunte Strahl I der Glühbirnen bricht sich tausendfach im Sviegel

des Sees, und wenn das prasselnde Feuer der Rake.en, Bomben. Leuchtkugeln und wirbelnden Sonnen den nächtlichen Himmel übermalt, bann erfaßt den nüchternsten Alltagsmenschen ein Rauschzustand, aus dem ihn erst der billige Pulverrauch des Feuerwerks unsanft zu wecken pflegt. Jazzband, Tanz, Theater, Kino, Kaba­rett, Akrobatik, ©autletfünfte, Witz und Humor. Restaurants und Casss je nach Geschmack und Ansprüchen jeden Wunsch befriedigend, vom pompösen Luxuslolal bis zuButterbrote können mitgebracht werden" ernste Musik, erstllassige Konzerne. FürHerrschaften" und für da- Küchenpersonal. Und dann der eigentliche Rummelplatz: Bud« an Budeerster Gewinn, eine Re-se nach Paris oder OSlo" (ernstlich) Bogenschießen (unsere Vorfahren müssen es besser gekonnt Haler) Chinesische Lotterie rouge et noir Spiegelkabinett (wo man sich freut, wie bedeutend hüvscher man doch in Wirklichkeit ist). Knieschwach und etwas bleich verläßt man die nie nals endenwollende Rutschbahn und fühlt sich rev für jeden Ozeanflug. Ein Kraftmensch torpediert emsig ein gefchützstarrendes Kriegs­schiff, das unter rotem Feuerschein sein vor­übergehendes Wellengrab ftndet. Entsprungene Ehemänner büren zu kulanten Bedingungen Ge­schirr ze.schlagen. Kurzum, es ist herrlich, und man kann nur nicht begreifen, warum jener scho­koladenfarbene Ritter Georg der am See­ufer auf feinem angestammten Gockel dem Sauer» geschäst des Drachentötens obliegt immer so aussieht, als wäre ihm namenlos schlecht. (Seine vorgebeugte Haltung lätzt das Schlimmste er­warten.)

Ja, Tivoli ist einzig in feiner Art: ganz unnachahmlich vielleicht gerade darum, weil man es sich ohne die Dänen und ihre inbrünstig« Hingabe an das Vergnügen gar nicht denken kann. Die 5«fte der diesjährigen IubiläumS- faifon sollen übrigens noch ganz bedeutend er­weitert werden. Zu Johanni beginnend, werden sie sich über den ganzen Sommer ausdehmen und am 15. August idem Jahrestag der Gründung) in einem märchenhaften Dvppelleuerwerk zu Waller und zu Lande ihren Höhepunkt finden. Die Stätte der unbegrenzten Heiterkeiten will sich selbst übertreffen, und babei hat man sie noch nie zu viel versprechen hören!

Bolschewismus ergeben hätten, so werde man sich trotzdem bei einem Zusammengehen mit den Som- muniften der Gefahr aussetzen, daß die politische Aktion im Lande und im Parlament durch die ge­meinsame Front an Stoßkraft und an Klar­heit p e r l i e r e n wurde. Wie in der vergangenen Legislaturperiode werde die sozialistische Partei alle Regierungs- und Parlamentskombinatwnen. die auf einen Rechtsdlock ober die Parole der republi­kanischen Sonzentration hinauslaufen, und deren Auftauchen angesichts der Zusammensetzung der neu gewählten Sammer nicht unwahrscheinlich fei, so­wohl im Parlament als auch im Lande nachdrück­lich bekämpfen. Die sozialistische Partei werde aber gemeinschaftlich mit den gewerkschaftlichen Or­ganisationen des Allgemeinen Arbeite roerbanbe* (CGT.) durch positive Vorschläge, die sie dem Paria- ment unterbreiten werde, versuchen, jeweils je nach der Lage ihr Programm zur Geltung zu bringen.

Keine Spur von Nobile.

Oslo, 30. Mai. lWB.) Die norwegische Ne­gierung hat sich dahin enttchieden, 6n^4>ic Flüge zur Auffindung der.Italia" mitzwei Flug­zeugen gemeinsam unternommen werden müh­ten. Kapitän Riiser Larsen wird mit einem Dampfer, der ein Seeflugzeug an Bord hat. am Freitag von Bergen nach Spitzbergen in See gehen. Larsen und Leutnant L ü tz o w Holm werden dann ihre Flüge von der .Hobby" au- als Stützpunkt unternehmen. Die Maschine, mit welcher Riiser Larsen fein« Erkundungen über den Verbleib der .Italia" anstellen will, wird vom gleichen Typ fein, wie der Apparat Lützow HolmS. Falls die ge­plante große Hilfsexpedition beschlos­sen werden wird, bevor Riiser Larsen gestartet ist, wird dieser seinen Flug wahrscheinlich auf­geben. Sine Meldung der .Aftenposten" be­sagt, daß die »Citta di Milano" bis etwa zum 80. nördlichen Breitengrad vorgedrungen war, sich jedoch wegen des Eises zur Rück­kehr zur Vogelsang-Insel gezwungen sah. Nie­mand an Bord des Schiffes hat irgend etwas von derItalia" gehört oder gesehen. DieGitta di Milano" wird mit Kohlen für lange Zeit ausgestattet werden. Der bekannte Polarforscher Kommandant Gunnar I s a ch s e n sagte in einem Interview, man dürfe nach dem Luftschiff No- bileS nicht allein bei Spitzbergen suchen, sondern auch am Franz-Iosephs-Lano und bei Novaja Semlja. Er bot für diese Aufgabe seine Dienste an.

Die italienische Gesandtschaft hat eine Erklä­rung veröffentlicht, in der gesagt wird. In der Presse seien Mißverständnisse in bezug auf die Maßnahmen erschienen, die zur Rettung Nobiles ergriffen werden sollen. Die italienische Regie­rung arbeite mit der norwegischen Re­gierung bei den ersten und dringendsten Maft- nahmen, die die italienische Regierung zu er­greifen beschloß, zusammen. Die italienische Regierung würdige die Hilfe seitens der nor­wegischen Behörden, wie z. D. den Flug M Leutnants Lützow Holm. Die italienische Regie­rung verhandele weiter mit der norwegi­schen Regierung und daS italienische Volk stell« mit tiefer Sympathie das große Interesse fest, das die norwegische öffentliche Meinung der Frag« einer HilsSexpedition entgegenbringe.

Auch schwedische und russische Hilfe für dieJfalia-*.

Stockholm, 30. Mai. (XU.) Dl« schwedische Regierung hat beschlossen, ebenfalls «ine Expe­dition zur Suche nach der .Italia" auSzufenden. Führer der Hilfsexpedition ist General A m u n d- fen, Kommandant der fchwedischen Luftflotte, der gebeten wurde, sich mit Kapitän Larsen, dem Führer der norwegischen Expeditton, sofort ins Benehmen zu fetzen. Zwei schwedische Wasserflugzeuge mit einem Aktionsradius von 1200 Km. sollen an der Suche teil nehmen. Außer­dem haben sich mehrere schwedische Fliegeroffi­ziere erboten, die Verbindung zwischen den ein­zelnen Expeditionen aufrechlzuerhalten. Ferner ist, wie auS Moskau gemeldet wird, am Diens­tag ein Eisbrecher mit zwei Flugzeugen auS Archangelsk auf die Suche nach der .Ita­lia" ausgelaufen. Am Donnerstag soll eine zweite Expedition mit weiteren Wasserflugzeugen abgchen. Die russischen Behörden haben sich mit norwegischen und schwedischen Flugzeugorgani-

Dah di« Dänen eS verstehen, selbst auS den ernstesten Sportereignissen ein Famtllen- und Kinderfest zu machen, erlebt man auf der Renn­bahn in Klampenborg. Di« Bahn liegt in ein idyllisches, den SonntagSauSslua geradezu herausforderndes Tal eingebettet Zu beiden Seiten ziehen sich buchenbewaldete Hügel hin, und wenn man mit verbundenen Augen suchen mühte, ftiehe man doch unweigerlich auf eine Gaststätte und den dazugehörigen, dienstbeflissenen Kellner. Gegenüber der großen Tribüne liegt ein Garlen- ctabliffement, dessen Gäste zu Kaffee und Kuchen den Sport noch gratis genießen Den Rennplatz selbst bevölkern muntere Kinderscharen die sich nachsichtig wie Kinder sind durch die Er­wachsenen kaum nennenswert beengt fühlen und auf der Tribüne (treppauf-treppab) ihrem eigenen Rennsport huldigen Wenn di« Startglocke er- Dingt stürzt llch daS herzige Völkchen auf die Barriere. Dotiert an ihr empor und versperrt die Aussicht. Dafür leben wir aber auch im Jahrhundert des KindeS. Sonst fleht man jung«, ältere und alte Damen die wohlbeleibten Mit­glieder des KegelllubS .Gut Holz", die Ge- schästSwelt in ihren jugendlichen Anfängen u w. Rur eine Sorte Menschen trifft man selten: das gewohnte R e n n b a h n p u b k i k u m. Dabei ist der gebotene Sport aller Achtung wert, daS Pferdematerial »um Teil vorzüglich, und daS Herz lacht einem tm Leibe, wenn man Jockei Bullock den einstigen Heros galoppbegeiste^ter Primanerherzen noch immer daS schneidigste finish reiten sieht

Wo man auch hinkommt auf den Traber­bahnen, im Zoo (der nächstens ein ganz modernes AllenhauS. mit großem Wintergarten und durch kein Gitter «ingrschlos enen Tummelplätzen, kriegt), im Tiergarten kennt der Kopenhagen er nur ein« Ausgabe: sich zu zweien und mehreren blendenb zu amüsieren.

Den nur für Einheimische ungemischt erfreu» heben Höhepunkt fr* RummelS bot jedoch kürzlich her sogenannte .Kindertag". Sie ganze Innere ©tabt war in einen Jahrmarkt verwandelt, mit Tauben auf allen Plätzen und an den Haupt­straßen. DaS Gedränge spottete jeder HerinaS- tvnTte. und was die Mischung von Musik. Sammelbüchsenaerasfel rnib menschlichen Lauten an ohrenbetäubendem Lärm erzeugen kann hier ward'S Ereignis.