Hans Seifried (Bochum) und Eugen König «Hamburg) entschieden. Seifried gewann den Kampf durch Aufgabe seines Gegners in der vierzehnten Runde und wurde damit deutscher Meister.
Wirtschaft.
Oie deutsche Hackfruchiernte 1928.
Die diesjährige Ernte an Hackfrüchten wird nach vorläufigen Schätzungen der Saaten- stcmds-Berichierstatter tm allgemeinen etwas geringer als die vorjährige Ernte beurteilt. Air Kartoffeln ergibt sich nach den Vorschätzun- gen für das Deutsche Reich im Ganzen ein Ertrag von 37,1 Millionen Tonnen, wovon 34,9 Motionen Lannen auf Spätkartoffeln und 2L Miktionen Tonnen auf Frühkartoffeln entfallen. 3m Vergleich zur vorjährigen Kartoffelernte ist ein Minderertrag Don rund 440 000 Tonnen, das sind 1,2 Prozent, zu verzeichnen. Als Folge der großen Trockenheit in 6er Entwicklungszeit ist zumeist das Wachstum der Knollen beeinträchtigt worden, so daß nicht nur Li« Knollen selbst klein geblieben sind, sondern auch vielfach sog. Kindelbildungen entstanden. Der Durchschnittsertrag beträgt in diesem 3ahre nur 133,9 Doppelzentner je Hektar, was gegenüber dem Vorjahr eine Minderung um 1,9 Prozent bedeutet. In Süd- und Mitteldeutschland liegen die diesjährigen Kartoffelerträge im allgemeinen weit unter diesem Durchschnitt: sehr gering lauten auch die Schätzungen in Mittelfranken, in der Oberpfalz, in der Rheinpfalz, im südwestlichen Teile von Sachsen und in Thüringen. Hohr Erträge hatte dir diesjährige Kartoffelernte nur in den norddeutschen Gebieten aufzuweisrn. Die Qualität der Kartoffelerträge wird im allgemein neu besser als int Vorjahr beurteilt, so das; aller Voraussicht nach mit geringeren Fäulnisverlusten zu rechnen sein dürfte.
2ln Zuckerrüben steht in diesem Jahre nach vorläufigen Schätzungen eine um 776 000 Tonnen, das sind 7.1 Prozent, geringere Ernte als im Jahre 1927 zu erwarten. Vor allem bleibt der Ertrag in den Hauptgebieten des deutschen Zuckerrübenanbaus gegen das Vorjahr zurück, besonders in den Provinzen Sachsen und Schlesien. Der durchschnittliche Hekiarertrag für das Deich stellt sich auf 221,8 Doppelzentner gegen 250 Doppelzentner im Vorjahr. Einen gewissen Ausgleich bietet der diesjährige höhere Zuckergehalt der Rüben, der nach den Ermitte- hmgen des Vereins der deutschen Zuckerindustrie auf rund 15,80 Prozent veranschlagt wird, gegen 15,53 Prozent im Vorjahr. Verhältnismäßig am größten ist gegenüber dem Vorjahr der Minder- ertrag der Runkelrübenernte: für das Reich int ganzen wird der Ausfall auf 4,48 Mib- lionen Tonnen, das sind 18,4 Prozent. geschäht. Die älrsache hierfür liegt, wie bei den Kartoffeln, ßunt größten Teil an 'sehr geringen Ergebnissen tn Süd- und Mitteldeutschland.
•
* Motorenfabrik Dormstadt A.-G. Die G.-D. der Motorensabrik Darmstadt A.-G. genehmigte aus einem Reingewinn von 42 071 Mark die Verteilung einer Dividende von 6 v. H. auf die Vorzugsaktien und von 4 v. H. auf die Stammaktien, Der Betriebsgewinn bezifferte sich in dem am 30. Juni abgekaufrnen Geschäftsjahre 1927/28 auf 428064 ML., Ankosten beanspruchten 338 848 DKL Rach Abschreibungen in dem üblichen Rahmen, sowie Rückstellung von 10 000 Mk. für Delkredere-Konto ergibt sich der erwähnte Reingewinn. Zum Vortrag auf neue Rechnung gelangen 10 311 Mk. Der Geschäftsbericht wurde in der Versammlung durch Direktor May ergänzt, der u. a. ausführte, daß die Beschäftigung nach wie vor befriedigend sei, daß sich namentlich das Abkommen mit der Firma Friedr. Krupp Germaniawerft A.-G. in Kiel-Gaarden bewährt habe, wodurch der Vertrieb des stehenden Zweitakt- Motors „Modaag-Krupp" intensiviert wurde. Der älmsatz habe sich gegenüber dem Vorjahre um 20 v. H. gehoben, und man könne mit einiger Beruhigung in die Zukunft schauen, wenn auch gegenüber der in- und ausländischen, besonders der englischen Konkurrenz alle Anstrengungen gemacht werden müßten. Das Geschäft nach dem nahen Orient habe sich belebt, faxt) seien der weiteren Intensivierung des Verkaufs durch die zur Zeit nicht mögliche KapitalserHöhung gewisse Schrankes gezogen.
* 71611 — Vereinigte Fahrzeug- Werke, A. -G., Reckarsulm. Die Bilanz per 1927 schließt ohne Abschreibungen mit einem Verlust von 7814 225,85 Mk. ab. Durch Verkauf der Berliner Grundstücksforderungen an Tochtergesellschaften und Droschkenabnehmer, sowie der Beteiligungen an den Tochtergesellschaften entsteht ein weiterer Verlust von 7 072 972,88 Mk., so
daß sich der Gesamlverlust auf 14 887 198,73 Mk. beziffert. Aach Heranziehung der Reserven in Höhe von 6 288 008.33 Mk. ermäßigt sich der Fehlbetrag auf 8 599 190,40 Mk. Zur Deckung dieser .Unterbi anz wird vorgeschlagen, das Aktienkapital von 12 500 000 Mk. um 10 Millionen Mark auf 2 500 000 Mk. im Verhältnis von 5:1 zusammenzulegen und zur Beschaffung der erforderlichen Betriebsmittel wieder um 7 500 000 Mart auf 10 Millionen Mark zu erhöhen. Der Verlauf des Jahres 1928 hat für die Fabri- kationr-stätten bei einem Umsatz von 35 307 000 Mark bis Ende Oktober eine normale Entwicklung gebracht. Für dos Jahr 1929 sind die Aussichten nicht ungünstig, so daß mit einer guten Entwicklung des sanierten Werkes gerechnet werden kann. Bereits heute liegen für das Jahr 1929 in der Motorrad- und Zahrradabteilung Abschlüsse vor. die die seitherige Produktion des Jahres 1928 annähernd erreichen. Die Pro- duklion dürfte durch die geplante Interessennahme der bekannten Fiatwerke in Turin eine weitere Belebung erfahren,
* Obligationen der Stadt München. Die Lmsterdamschs Bank wird am 4. Dezember einen Betrag von 300 000 Pfund Sterling der 6proz. Obligationen der Stadt München zum Kurse von 94; v.H. Amsterdamer Usance zur Zeichnung auf- lcgen.
xx*:tut Börse
Frankfurt a. M., 30. Nov. Tendenz: fest. — Nachdem im Dormittogsverkehr infolge des heutigen Ultimos gewisse Zurückhaltung geherrscht hatte, machte sich zu Beginn der offiziellen Börse eine allgemein freundlichereStimmung bemerkbar. Anregend wirkte das Eingreifen der Reichsregieruna zur baldigen Beilegung des Elfen- konfliktes im Ruhrgebiet, da hiermit wieder Hoffnungen auf eine rafd)e Lösung des Konfliktes, durch die die baldige Aufnahme der Arbeit bedingt wäre, auftauchten. Auch soll das Ausland wieder stärker als Käufer aufgetreten sein, so daß die Kulisse, veranlaßt dadurch, zu größeren Deckungen schritt. Auch heute wieder war das Geschäft in Spezialwerten groß. Das Hauptinteresse konzentrierte sich, wie schon gestern Mittag, auf Kaliwerke. Westeregeln waren mit plus 5 v. H. weiter lebhaft Derlangt. Auch machte sich heute verstärktes Interesse für Montanwerte gellend. An der Spitze standen Rheinstahl mit plus 5,25 v. H., dann Rheinische Braun- kohlen mit plus 4,25 v. H. Bei ben übrigen Werten gingen die Besserungen ebenfalls bis zu 3,5 v. H. Elesirowerte traten dagegen etwas in den Hintergrund. Nur Siemens mit plus 3,75 v. H., Elektrische Lieferungen mit plus 2,75 v. H., Licht & Kraft mit plus 2,5 und Bergmann mit plus 2 o. H. zeitweise rege gehandelt. In Farben blieb dos Geschäft verhältnismäßig leicht (plus 1,75 v. $).). Nachfrage bestand noch für Zellstoff Waldhof mit plus 3 v.H. unb Aschaffenburger plus 2 o. H. Am Bauunterneh- mungsmartt nmrsn Hoch- und Tiefbau bei einem Kurse von 125 v. H. weiter lebhaft gefragt. Don Autowerken waren Kleyer weiter etwas gesucht unb erneut etwa 1 o. H. gebessert. Verstärktes Interesse bestaub auch für Daimler, ba bie erneut aufgenommenen Verhandlungen mit der belgischen Autofirma Minerva zur Uebernahme des Daimlerpaketes stark anregten (plus 2v. H.). Der Bankenmarkt lag bei lebhafteren Umsätzen 3 v.H. gebessert. Schifsahrts- werte eher vernachlässigt und etwas schwächer. Renten still. Nur Ausländer etwas lebhafter unb höher. Im Verlaufe war das Geschäft in Spezialwerten weiter lebhaft. Vorübergehend traten auf Realisationen kleine Kursrückgänge ein, die jedoch bald wieder überwunden, sogar überschritten werden konnten. Schuckert plus 1 v. H., Siemens plus 1 o. H. unb AEG. plus 0,5 o. H. Bon Koliwerten rosten Aschersleben unb Westeregeln auf Gewinnsicherungen geringfügig angeboten unb bis 1 x>. H. rückgängig. Im Zusammenhang mit bem heutigen Wahltag erfuhr der Togesgeldmarkt eine merkliche Verknappung. Tagesgelb 7,75 v. H. Am Devisenmarkt nannte man Mark gegen Dollar 4,1950, gegen Pfunb 20,341, London gegen Kabel 4,8518, gegen Paris 124,09, gegen Mailand 92,60, gegen Madrid 30,10, gegen Holland 12,0750.
Br . _ rer Börse.
Berlin, 30. Nov. Im Gegensatz zu gestern war das Geschäft zu Beginn der heutigen Börse nicht so lebhaft, die Stimmung aber blieb durchaus freundlich, obwohl bie vorbörslich genannten Tarkurse nicht überall den offiziellen Notierungen entsprachen, ba die Spekulation einige Realisationen Dornnhm. Eine ganze Reihe von Svezialwerten war aber schon von Beginn an recht lebhaft gehandelt, unb man konnte bet ihnen bas anhaltende Interesse des Auslandes unb der Kundschaft feststellen. Besonders die Nachrichten über den Lohnkonslikt lauteten günstiger. Man hofft, daß durch da» Eingreifen der Reichsregierung, nicht nur eine provisorische Lösung durch die Wiederaufnahme der Arbeit am kommenden Montag gefunden wird. Naturgemäß waren daraufhin besonders Montauwerte gesucht und
Kurssteigerungen bis zu 4 o. H. an diesem Markte keine Seltenheit. Weiter waren Elektropopiere trotz des Dementis der Siemens, oder vielleicht gerade auf das Dementi stärker gesucht, so daß auch an diesem Markte Steigerungen bis zu 4 v. H. statt- fanden. Sonst waren noch Reichsbank, die übrigen Bankaktien und Autoaktien etwas lebhafter gesucht, und auch diese Werte hatten etwas gebesserte Kurse. Im übrigen zeigten die Kurse bei ruhigem Geschäft nur kleine Erhöhungen. Deutsche Anleihen ruhig. Ausländer behauptet. Türken teilweise gebessert. Der Pfandbriesinarkt laa gut gehalten. Liquidationspfandbriefe unb Anteile weiter befestigt. Stärkeres Interesse bestand für Papiermarkpfandbriefe, deren Notiz teilweise morgen eingestellt wirb. Heute zum Zahllag unb Ultimo höhere Geldsätze. Tagesgeld nannte man mit 8 bis 10 v. H., Monatsgeld 8 bis 9 p. H. Im Verlaufe blieb die Stimmung freundlich. In Spezialwerten wurde das Geschäft lebhafter, besonders der Montanmarkt hatte rege Umsätze unter Führung von Rheinische Braunkohle, die man für Zurückgeblieben hält und die große Umsatztätigkeit hatten. Rheinische Braunkohlen plus 6 v. H., «Siemens ebenfalls plus 6 v.H., Danatbank konnten die 300er Grenze überschreiten, unb aud) sonst waren Erhöhungen bis zu 1 o. H. keine Sel- tenheit. Polnphon verloren, nachdem der Anfangs- fürs auch schon etwas enttäuscht halte, 1,3 v. H. Wahrscheinlich beeinflußte hier die Krise bei kleüie- ren Grammophongesellschasten. Auch Karstadt und Berger, Schulart S-Salzer unb Hamburger Elektri- zitötswerke machten eine Ausnahme und lagen eher schwacher.
KraErrrier (H?Lrervrkv r(c.
Frankfurt a.' 1., 30. Nov. Zum Wochenschluß verkehrte der Frankfurter Produktenmarkt auf die weiter ermäßigten Auslandnotierungen und das herrschende Iulandangebot in sehr ruljiaer und teilweise etwas abgeschwächter Haltung. Die Preisgestallung erfuhr heute feine Veränderung, doch ist die Stimmung etwas schwacher. Umsätze waren so gut wie keine zu verzeichnen. Es wurden notiert: Weizen 22,85 Mark: Roggen 21,85; Sommergerste für Brauzwecke 24 bis 24,25; Hafer, inländischer, 22,75 bis 23,75; Weizenmehl, süddeutsches, Spezial 0, 33 bis 33,75; Roggenmehl 29,25 bis 30; Weizenkleie 13,50 bis 13,60; Roggenkleie 14 bis 14,25 Mark. — Tendenz: ruhig.
Amtsgericht Gießen.
* Gießen, 23. Rov. Das Befahren des Selterswegs mit Kraftfahrzeugen von der Frankfurter Straße bzw. fr>n Anlagen aus ist belannklich verboten. Sin auswärtiger Arzt handelte dem Verbote zuwider und beuch'«le nicht b'.e cm Eingänge des Delterswegs ausgestellte Sperr täfel. Er behauptete, di:se sei, wie er sich nachträglich überzeugt habe, ganz zweckwidrig aufgestellt gewesen; er will sie auch um deswillen gar nicht gesrhrn haben, weil gerade an dieser S'.elle d e Straßenbahn zwischen ihm und der Sperrta el hiniurchaefahren sei. Dies mag so gewesen fein, lann ihn aber vor Strafe nicht schützen, da der diensttuende Wachtmeister nicht nur zeugenschaftlich erklärte, die Sperrtafel sei vorschriftmäßig angebracht, sondern auch schon von weitem, mindestens von dem Hettlerschen Anwesen, sichtbar gewesen. Ein vorsichtiger Fahrer muß sich, bevor er in den Seltersweg einfährt, über den Inhalt der offensichtlich den Be kehr regelnden Ta el vergewissern. Dies hat der Beschuldigte nicht getan und daher fahrlässig gehandelt. Er war daher zu bestrafen. Immerhin glaubte man die im Strafbefehl festgesetzte Geldstrafe auf die Hälfte ermäßigen zu sollen.
Ein Arbeiter aus einem Rachbarorte, der seine Arbeit lm Hause seines Arbeitgebers antreten wollte, war ebendort von feinem Fahrrad ab- geftiezen und im Begriff, vom Bankette aus öas Tor zu öffnen, als er von einem hinter ihm herkommenden Autofahrer, dem heutigen Angeklagten, angefahren und ,u Boden geworfen wurde, so daß er nicht unerhebliche Verletzungen davvntrug. Der Tu'ofahrer, lurz nach dem Unfall befragt, wie er denn auf das Bankett gefomme • äußerte sich dahin, das wisse er selbst nicht, und auf) die heutige Verhandlung schaffte Lii-.c volle Klarheit. An der festgestellten Tatsache ließ sich aber nichts ändern. Daß das Befahren des Banketts durch eine Reihe von Verkehrsvorschriften verboten ist. ist selbstverständlich; ebenso selbstverständlich ist im Fragefall der ursächliche ^ufammerchang zwischen Unfall und verbotswidrigem Fahren. Wenn der Angeklagte heute erklärt, er habe den vor ihm etwa die Mitte der Straße befahrenden Radfahrer überholen wollen, dieser sei aber ganz plötzlich, ohne ein Zeichen zu geben, links nach dem Hause seines Arbeitgebers eingebogen unb hierauf sei der Zusammenstoß mit dem Radfahrer zurück- zuführen, so stehen dieser Annahme die beeidigten
Aussagen ganz e inwandfreier Zeugen, sowie der Augenschein entgegen. Der Angellagir wurde wegen sahrlässiger Körperverletzung zu einer Geldstrafe von 100 Mark verurteilt.
Kirche unb Schule.
Vorbereitungen
zur Landeskirchentagswahl.
0 Schotten, 29. Rov. Wie ve.liutet. find in dem Dekanatswahlbczirk Grün- berg-Schotten die Kandidaten für den Landeskirchentag bsxrits all gestellt. Als geistliche Abgeordne.en ha! dir Kirchlich- pvfi.ive Vereinigung ausgestellt: Pfarrer D. Fritsch (Ruppertsburgs, als Stellverireler Pfarrer Ries (Srringshirisenl. Die Hessische Evangelisch; De einigueg (Zriedberge: Konferenz) füllte auf: den bisherigen A5geo.'duetLn Pfarrer Georgi (Ermenrod>, als S.elllxrtrrLer Pfarrer Erull (-Ulfa). Die Ki.chich.-pvsi.ivL Vereinigung stellte als weltlichen 2lbgeo.d.,eten des Dekanats Scho len den bisherige., 2lbgeordne:en Altbürgermeister Diehl (Äeineod) aus. als Stellvertreter er Debus (Ruppertsburg), während die Hessische Evangriischr Vereinigung für das Dekanat Scho t:n al£ Abgeordneten Bürgermeister Hofmann (111,'a) nominierte, als S el v t rete- Cb r imtsrichter Zimmermann (Laubach). Ferner verlautet, baß auch die F?ie volkskirchliche Dereinigung cis wel lichen Abgeordneten des Dekanats Schotten Kreisschul at Kinkel (Schotten) aittzuste len beabsichtigt. Tie durch die Kirchengemeinoeverwetun^rn vorzuneh- menben Wahlen haben in der Zett vom 9. bis 23. Dezember ftattzufinden.
Eingesandt.
(Für Form und Iuya.r aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber fc’:; 'S' Tifwortung.j
Line Bitte an die Gesangvereine.
Ich habe mich sehr gefreut, als ich in Ihrer Zeitung las, daß die hiefige Militärkapelle den Nervenkranken der Heil- und Pflegeanstalt ein wohlaelungenes Konzert bereitet hat, was auch von der Gießener Einwohnerschaft allgemein anerkannt wurde. Bedauert habe ich aber daß die Gesangvereine von hier und der Umgebung noch nicht in der Neroenanstalt in der Licher Straße gesungen haben, da doch dort die Aerrnsten der Armen sich befinden. Gerade jetzt, wo das Weihnachsfest vor der Tür steht, werden diese Kranken es sicherlich freudig begrüben, wenn man sie mit einigen Gesnngsoor- trügen überraschen würde. B.
Letzte Nachrichten.
Die Franzosen verhaften deutsche Zeamle in Minz.
in a i n j, 30. Rov. (TU. Drahlmeldung.) Am Don. nerskag find von der französischen Befahungsbehörde zwei Beamte unb fünf Arbeiter des Relchsver^ mögcnsamtes wegen angeblicher Spionage verhaftet worben. Die Verhaftungen erfolgten am Donnerstagabend zwischen 20 und 22 Uhr. Es wurden festgesetzt: Major a. D. Graf kratz, Hauswart Schilling sowie fünf Arbeiter. Freigelafsea wurden später wieder der Hauswart unb zwei Arbeiter. Die Franzosen lehnten zunächst jegliche Begründung der Verhaftung ab unb gaben auf Drängen spater an, daß es sich um einen verstoß gegen 8 71 der Ordonnanz der Rheinlandkommission (Spionage und Gefährdung der Besahungslruppen) handele. Die Mitteilung in der Presse, daß wahrscheinlich eine vorbeugende Repressalie für den deutschen Werkspionage-Prozeß in Ludwigshafen in Jrage komme. Hai wenig Dahr- fcheinlichkeit. vielmehr handelt er sich darum, daß die Franzosen vermuten, daß die verhafteten Mitteilungen von Truppe nverschie- b u n g e n, die ihnen in ihrer Eigenschaft als Angehörige der Reichsvermögensoerwaltung zur Kenntnis gekommen sind, alldeutsche Stellenweitergegeben haben. Die Reichsvermögensverwal- lung ist nämlich diejenige Stelle, der alle Angelegenheiten unterstehen, die das von der Besatzung in Anspruch genommene Gelände, die Gebäude. Ka- sernenbelcgungen und die 6inquattleruog betreffen. Gemäß der Gepflogenheit der franzöfisL n Militar- gerichlrbarkeil. die Vorunkersuchung ckVlein zu führen. Ist abgelehnt worden, einen Rec^sbelstand zu den verhafteten zu laffen, wie auch im übrigen den Verkehr mit der Außenwelt abgeschlosfen ist. nicht einmal Vertreter des Roten Kreuze», die sich nach dem Befinden erkundigen sollten, wurden vorgelasseu.
Kurszeiiel der Berliner und Frankfurter Börse
ReichLbankdiSkoM 7 Prozent. ÜornbarbzinSfutz 8 Prozent.
Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt befchlosienen Dividende an.
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Datum:
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