Buntes
Tie neue Völkerwanderung der Chinesen.
Tine der erstaunlichsten Massenbewegimoen, di« je in der Weltgeschichte Dürgefornmen sind, vvll- zieht sich seit einigen Jahren in China. Millionen verhungerter Menschen ziehen mit Weib und Minb unZ) Kegel nordwärts über die Drohe Mauer nach der Mandschurei, too £in neues
China" entsteht. Dor dem tussifch-iaponi scheu Kriege gab es nur etwa 3 Millionen Einwohner in der Mandschurei: jetzt sind es bereit- 25 Millionen, und diese Zahl dürste sich in wenigen Zähren verdoppeln. 3m Lause eine- Menschenlebens wird das Land eine Bevölkerung von 100 Millionen ausweisen, denn die Abwanderung nach diesen fruchtbaren Ebenen ist der einzige Ausweg, der für das übervölkerte Reich der Mitte übrig bleibt. Man schätzt die Zahl der Chinesen, die in diesem Jahr« nordwärts gezogen sind, auf zwei Millionen. Sin Berichterstatter entwirft ein besonders eindrucksvolles Bild dieser tragischen Völkerwanderung: ,Man stelle sich einen verhungerten ®binden vor. in blaue Lumpen gehüllt, Der seinen alten Dater auf seinem Rücken trägt, gefolgt von einer Frau, die mit einem Bündel auf iyren Schultern daherhumpelt und eine Kette von halbnackten Kindern hinter sich zieht. Man vervielsälttge diese Gruppe inS Hunderttausend- fache, und man hat eine Vorstellung von dem Döllerstrom, der sich auS Shina nad> der Mandschurei ergießt. Aus den vom Kriege zerrütteten und von inneren Wirren durchwühlten Provinzen ChrnoS wandern Die Menschen aus, 40 000 in jeder Woche, getrieben von der höchsten Verzweiflung. Ueberscbwemmungen und Trockenheiten. Mißernten und Räubereien, Quälereien und Ausbeutungen du.ch di) Soldaten haben diese Chinesen, die so inbrünstig an ihrer Scholle hängen, zu dem letzten Schritt getrieben, der sie noch vor Dem Tode bewahren soll. Das Dors ist die Welt der Chinesen. Hunderte von Millionen leben und sterben hier, ohne über einen Umtreid von wenigen Kilometern berouLzukommen. Jahrelang haben die Scharen Der Auswandernden an ihrer heimischen Erde geklebt, haben gehungert haben gesehen, wie ihre Ernten 3ahr für Iaht, von Krieaerhordcn zertrampelt wurden, haben die Mißhandlungen der Räuber und Soldaten erduldet. Tausende gingen früher allein fort, um nach der Ernte zurüazukehren. Run aber haben sie erkannt, daß sie hier sterben müssen: sie nehmen ihre Familien und ihre Hausgötzen mit, um in der Mandschurei ein neues China zu errichten. Der größte Teil ter Auswanderer ftrnrnnt auS der vom Hunger geschlagenen Provinz Schon - timg in der Rordostecke China-, aber Di de kommen auch von anderen Provinzen, und die Bewegung greift immer mehr um sich. Tie Dampfer, die von den nördlichen chinesischen Häfen nach den Süd- häsen der Mandschurei fahren, sind mit Menschen so vollgepackt wie Tonnen mit Heringen: die Eisenbahnzüge sind überladen und bis zur Erstickung vollgestopft. Aber es gibt Unzählige, die so atm sind, daß selbst der geringe Fahrpre.S von Hasen zu Hafen für sie unerschwinglich rst: sie müssen jeden Fuß deS 1000-Kilometer-Weges auf Schusters Rappen zurücklegen. Manche firaen ermattet zusammen und sterben am Wege. Kinder werden geboren und sterben auf der Wanderung. 2lber der Schwarm dringt unaufhaltsam vor. Die japanischen Behörden in der Mandschurei und die großen Iudustrieuntetnchmungen fördern diese Bewegung. Jeder chinesische Dauer, der tn das „gelobte Land" eingetreten ist, bekommt freien Boden, Rahrung, Saat mrd Tiere, sowie Werkzeuge für den Ackerbau. 40 Prozent der Ernte muß der Bauer dann als Bezahlung wiedergeben. Die sudmandschurische Eisenbahn, ein japanisches Unternehmen, bat kürzlich durch eine amerikanische Anleihe von 40 Millionen Dollar sich auf diesen Aufschwung in der Mandschurei einstellte, spielt bei der Beförderung eine große Rolle. Die Erträge des Bodens steigen immer mehr, und der Anbau der Soyabvhne hat im letzten 3ahr um 25 Prozent zugenommen. Del für Margarine und Seife wird auS dieser Dohne gewonnen, in der man den wichtigsten Ausfuhrartikel der Mandschurei sieht. Die Chinesen sind die fleißigsten. nüchternsten und tüchtigsten Bauern Asiens. Bei dem fruchtbaren Boten werden sie mit der Unterstützung der Regierung und bei Ausbau des Eisenbahnnetzes bald einen gewaltigen Auf
Allerlei.
schwung der Mandschurei Hervorrufen, her besonders den Japanern zugute kommt, die hier Absatz für ihre Waren und Rahrung für ihre Bevölkerung finden."
Dnlraiationaks Redeturnier in Washington.
Der Primaner Heinz Barth aus Berlin- Steglitz, der kürzlich al- Sieger auS dem Rede- Wettstreit an der Berliner Hochschule für Politik hervorging, traf mit anderen europäischen Bewerbern für das Internationale Redeturnier in Washington ein. Die Bewerber traten eine Rundfahrt nach Reuyork, Buffalo, Toronto und Chicago an, um sich durch Vorträge in den genannten Städten für die entscheidende Prüfung in Washington vorzubereiten. Die Zeitung „Washington Post" weist daraus hin, daß diese Redeturniere in Amerika alljährlich mit größtem Interesse verfolgt werden, und dah dieser Austausch von Ideen zwischen der jüngeren Generation der beiden Kontinente von hervorragender Bedeutung sei. Dem vorjährigen Wettbewerb wohnten über 5000 Zuhörer bei. In diesem Jahre ist Deutschland zum ersten Male auf dieser Veranstaltung vertreten.
CrookshankS Asfentheorie.
Eine seltsame unh eigenartige „Affenthevrie" hat soeben her englische Rassenbiologe Ctook- s h a n f in einem kürzlich in London erschienenen Buche über die Abstammung der Menschheit aufgestellt, und damit zwar für den Darwinismus eine Lanze gebrochen, ist ihn: aber auch gleichzeitig weit vorausgeeilt. Cvook- shank behauptet nämlich ganz ernsthaft, daß alle bisherigen Rassentheorien falsch seien und er versucht nachzuweisen, daß Mongolen, Reger und Weiße von drei verschiedenen Affenarten abftammen. Er behauptet, dah der gelbe Mensch im Orang-Utan, der schwarze im G or Illa und der weihe im Schimpansen seinen Urahnen hat. Seine Theorie begründet der englische Gelehrte auf eine ebenso kuriose Art, wie die Theorie selbst ist, intern er nämlich den Sah aufstellt: Ruhe dich auS, und ich sage dir. von wem du ab stamm st! Wenn sich nämlich ter Schimpanse aus ruht, so ist feine Stellung ter des weihen Menschen außerordentlich ähnlich. Ist der Reger müde, so streckt er sich ebenso wie ter Gorilla hin. Es gibt aber noch andere Berührungspunkte. Sitzt ter Schimpanse, so liegen (ebenso wie beim weißen Menschen) seine Hände gewöhnlich auf den Knien, während ter Gorilla und ter Reger in sitzender Lage ihre Hände unter den Knien zusammen falten. Ebenso verhält eS sich mit der gelten Rasse, mit den Mongolen. Unter den menschenähnlichen Affen ruht nämlich nur der Orang-Utan ähnlich wie der Mongole, intern er nämlich sich ter Ruhe in kauernder Lage hingibt. Crookihank versucht aber auch darüber hvnauS seine Theorie wissenschaftlich-anatomisch zu beweisen, indem er die verschiedenen Afsenorten und ter dazu gehörigen Menschenrassen auf ihr Knochenshstem hm untersucht. Es bleibt abzuwatten, welches Echo diese kuriose Theorie in bet Gelehrtenwelt finden wird.
Versuchsbetrieb mit dem Fullogtaph-Vlldfunksystem.
Der Reichspostminister hat dem Slntrage des Rundfunkkommissars, zu Versuchszwecken Bilder durch Rundfunk zu verbreiten, Auge- stimmt. Hierbei soll zunächst das Fultaaroph-Bild» sunkfystem erprobt werden. Die zur Uebermitilung kommenden Bilder sollen von der Fultograph- Gesellschaft geliefert und zu bestimmten Zeiten über den Deutschlandsender Königswuster- Hausen ausgesendet werden. Die Aufnahme soll regelmäßig durch eine Anzahl über Deutschland verbreiteter Bildempfangsstellen erfolgen. Die hierzu erforderlichen Apparate merben von der Reichs- rundfunkgefellschaft und der Fullograph-Gesellschast einzelnen Rundfunlgcsellschaften sowie besonders interessierten Persönlichkeiten zur Verfügung gestellt. Das gesammelte Material wird nach Ablaus der Versuchszeit unter dem Gesichtspunkte geprüft, ob der Bildfunk in seiner heutigen Form für die große Masse der Rundfunkhärcr in das Programm ter Rundfunksender ausgenommen werden rann, und ob die Dildsunkscndungen eine Bereicherung des Programms darstellen.
der Kunst und
ftnten.
Sie Vernichtung deS stehenden Heeres, das trotz DieOFt Rachteile ein ausgezeichneter Erziehungs- faktor für jeden Jüngling war, hat Halme auf unteren Gebieten getrieben: cs kam der Sport, wieder mit „gotischen" Auswüchsen, statt reinen Sportes haben wir Rekordgier, aber er hat die Jugend gesammelt, einander nähergeschoben. körperlich gesundet, wieder zu Gehorsam und Ritterlichkeit und Unterordnung erzogen: die Abwendung von den geistigen Weri.n der Kunst und Wisienschast beginnt langsam, gewiß sehr langsam aber doch ebenso unaufhaltsam zu enden: wir haben keinen Anlaß, zu verzweifeln.
Doch es stünde verzweifelt, sähen wir bereits alleö wieder gewonnen, lögen wir uns schon wieder „Gcttähnlichlcit" vor, ließen wir Lle Fäden laufen, wie sie wollten, versuchten wir nicht die
langsame Entwicklung in glattere Dahnen zu leiten, die äußerliche Rückkehr zum 'Alten in gleicher Weise verhindern, tote sie innerliche Rückkehr zum Ewigen fördern. Das Alte ist äußerlich vergänglich gewesen, dieses darf itie wledetkehren. Das Ewige allein ist das feste Sell, das sich in der allmählichen Aufwärtsentwicklung der Menschheit durch alle Generationen vom Einst zum Heute und von da zum Morgen schwingt.
nungsforgen drängten, dies alles steigerte sich zur Verzweiflung im Elternhaus und hauchte in jede Schulstube, in jedes junge Leben. Statt bn Unglück, bat nicht von Menschen kam, sich gegenseitig zu stützen, beschimpste sich alles gegenseitig, die Folgen ter falschen DorkriegSlehren. ten Menschen nur schwarz oder weih zu sehen, daß sich jeder für „sündenlos" hielt, das leer geteerten« Geb ähren ter Kirchen, die nicht zum Erleben, nur zum Befolgen ohnr Denken ^ebenso toie dis Gericht« erzogen, trugen häßliche Frucht: das Heim zerbrach, die Eh« zerbrach, die Jugend zog di« Konseauenzen, sie ging auf di« Straße, in die Rächt lokale. Sie begann ihr Weiterreisen in Haltlosigkeit und Verzweiflung.
Dazu war und ist das Zusammenleben ter Alten und Jungen, ter Geschlechter unter- emanter in gewaltiger Umwandlung. Wie dieses Verhältnis früher einseitig, aber doch viel Schwächliche zusammenhaltend, zu fefcr nach einer Seite tenoiert hatte, tendierte nunmehr alles wieder einseitig nach der anderen, für Schwächliche zur freien Seite. Richt nur auf dem Schlachtfeld der Kriegszeit, auch auf dem des Zusammenbruchs und ter Inflationsjahre liegen unzählig viele tote Jungen und Mädchen, auch sie haben das neue werdende Deutschland wahrhaft mit ihren Leibern erleben und bauen helfen. Richt Vorwurf und häßliche Grabreden gebühren diesen. sondern tiefstes Mitleid und eherne HilsS- enlschlofsenheit. so weit hier noch zu retten ist, mit allen Kräften zu retten. Auch die, die für ihr Geben an Geist und Körper zerstört find, haben Anrecht, wie die Invaliden des großen Krieges, erhalten zu werten. Es ist nich mancher zu retten.
Langsam spult ter Wahnsinn, dir seelisch? Evi- demie ab. Die Hohlheit ter übersteigerten, sogenannten Vergnügungen beginnt alt und jung an gleicher Weise anzugrinsen, die Zeiten sind versunken, tn denen man sich den Kopf zerbrach, wie man sein Geld möglichst schnell ausgeben könne, damit man irgendetwas Davon habe, das Geld hat wieder festen Wert, die Grenzen -um Ausland sind wieder geöffnet, die Aelteren überlegen ernüchtert, was sie auS den Resten und Scherben ihrer Ersparnisse von einst gerettet, sie Beginnen wieder xurückzulegen, um nach Möglichkeit für ihr Greisenalter gesichert zu fein. Den Erwachsenen, die vor tem Kriege den Wert teS Geldes kannten, dl« nicht im Geldverdienen den Zweck ihres Daseins erfüllt wußten, die Geld verdienten und sparten, um sich von der häßlichen Beherrschung durch das Getd zu befreien, mußten In den Inflationsjahren vorübergehend Knechte des Geldes werden, sie ae- rieten unter die Knute ter Technik, der Maschinerie. Run ober will der M.nsch w'-etec H e r r sein, er will sich nicht dauernd von der Maschine und bedruckten Dapierlappen beherrschen lassen, viele haben wieder dir ihnen unnötigen Autos, die man in spießbürgerlicher, verzweifelter Großmannssucht voreilig anschaffte, well man seine innere Minderwertigkeit durch vorgetäuschte Süßere Mittel verbüllen wollte, verkauft oder sie sind ihnen gepfändet toorbeit; das Heim tritt wieder tn seine Rechte, die Wohnungsfrage wird In abzufchender Zeit keine Frage mehr sein, alt und jung haben ihre Erfahrungen gemacht, sie wurden sich ihrer Würdelosigkeit bewußt, sie erfuhren gemeinsam wieder einmal, dah es feste Gesetze gibt, die nicht staatlich, sondern kvSmisch sind. Die Reizung verliert durch Ueberrrizung ihven Wert, es schwankt alles wieder ter Vernunft zu, wenn sich auch viele dessen einstweilen noch nicht bewußt sein wollen, weil Vernunft -banal" erscheint. Die Jugend beginnt wieder an Den Aelteren festen Halt und dn Vorbild zu
Oberheffen.
Landkreis Giebeir.
£ Wieseck, 29. Sept. 3n der gestrigen Gemeinderatssitzung wurde zunächst über die vom KreiSamt sestgesetzten Umlagen sür 1 928 verhandelt. Darnach beträgt ter Steuersatz für Grundsteuer aus Gebäude und Bauplätze nicht, wie vom Gemelnderat vorgeschlagen. 27 Pf., sondern 28 Pf.: für Grundsteuer auf land- und forstwirtschaftlich oder gärtnerisch genutzt« Grundstücke 70 Pf, statt 63 Pf.: für Gewerbesteuer auf Anlage- und Betriebskapital 92 Pf., statt 85 Pf.: für 100 Mark teS staatlichen Gewerbe sie uersollS vom Kalenterjahr 1925 gleich 154 Pf. statt 140 Pfennig: dagegen wird ter Steuersatz des staatlichen SontecgebäudcsteuersollS von 40 Pf. auf je 100 Mark, auf 39,93 Pf. berabgefe }t, toaS eine Ermäßigung dieser Steuer von u igefäht 3000 Mark bedeutet, wodurch aber die Erhöhung ter unteren Steuern bedingt war Da ter (temcinte* rat einstimmig ter Meinung ist durch nochmalige Revision ter Sätze di« Einziehung ter Steuern nur noch zu verzögern, stimmte er den Sätzen teS KreisamteS zu. Bei dieser Gelegenheit klügle Bürgermeister Schomber über ten schlechten Eingang ter Gemeindesteuern. — Dl« Entscheidung über den zweiten Punkt der Tagesordnung: Ernennung von zwei KommlfslonSmit- gliedern zwecks Besprechung ter Struhen- babnfragc mit Gießen, auf die wir in unterer Ausgabe vorn Donnerstag bereits hin- wiesen, wurde für die Interessenten eine starke Enttäuschung. Hatte doch mancher gehofft, bei dieser Besprechung etwa? über ten Stand ter bedeutungsvollen Angelegenheit zu erfahren Dies wurde aber durch die Annahme eines sozialdemokratischen Antrags, ter forderte. ? km Punkt in nichtöffentlicher Sitzung zu vor- |
handeln, vereitelt. — Sin Gesuch deS Gastwirts Heinrich Bruun um Erlaß rückständiger Vergnügungssteuern für sein Kino, sowie um Richterhebung dieser Steuer für die Folgezeit wurde einstimmig abgelehnt. Der Dreschgenvssen- schäft wurde zur Erbauung einer Halle zwecks Unterbringung ihres Dreschwagens ein Platz in ter Batenburger Hob! zuaewiessn, wofür sie auf Vorschlag ihres Vorsitzenden hin eine Anerken- nungSgebuhr von jährlich 10 Mark bezahlen soll. Ein Gesuch des Wilhelm Forbach um Erlaß des Pachtzinses für eine Wiese wurde zutück- gesteltt, bis die landwirifchaftliche Kommission darüber Bericht erstattet hat.
T Leihgestern, 28. Sept. Wohl in kaum einem andern Dorfe von der Größe unseres Ortes war In den letzten Jahren die Bautätigkeit so rege wie hier. Am meisten zeigt sich dies in dem Dorfteil nach dem Bahnhof Grotzen-Lindcn zu. Hier jchießen die neuen Häuser wie Pirie au» der Erde. Selbst Leute oon Großen-Llnden, die auf dic dort ehr teueren Bauplätze verzichteten, haben sich wegen xr billigeren Bauplatze in unserer Gemeinde ange- ledclk. Wenn die Bautätigkeit so weiter Fortschritte macht, wie in ten letzten Jahren, so werden in zehn Jahren Leihgestern und Eroßen-Llnten ganz zusammengebaut sein. Im Dorfteil „Funkstadt , so genannt nach dem ersten Siedler, sind beute schon zwölf Häuser bezogen, xroci weitere werten In diesem Herbst noch bnugsferttg, und zwei weitere sind noch im Bau. Noch vor wenigen Jahren war bk Rindsmühle das einzige Gebäude in dieser Gegend.
: Großen-Duseck, 28. Sept. Das Hesfifche LanteSamt für daS Bildungswesen verfolgt das Bestreben, die Fortbildungsschule nach und nach von ter Volksschule zu trennen und den Unterricht tn die Hände von Berufsschullehrern zu legen. Rach Ablauf der Herbstferien wtrd ter au« Herchenhaln in ten Bezirk Gießen versetzte hauptamtliche Fortbildungsschullehrer Stfinmann hier seinen Dienst antreten. Außer Großen-Buseck wird er noch in ten Orten Alt en - Puk'ck. Reiskirchen. Beuern. Burkhard-selten und Heullx.hc;m Unterricht erteilen Herr Sleinmann wirb in Gicßcn. wo er sich dn neues HauS er baut hat. wohnen imb von tert au« seinen Dienst versehen
t T r c f « a d Lda 28. Sept Zur Rach folger in unserer seitherigen Hebamme, Frau Margarete
Becker, die nach 40jähriger Amtszeit ihren Dienst mit tem Dienstantritt ihrer Rachfolger in nveterzulegen gedenkt, ist Frau Marha Bergen dahier gewählt Worten. — Hier sprach in ter Kirche ter Generalsekretär teS Evangelischen Buntes, Pastor Thiel. Berlin, über die Qlot* Wendigkeit teS Evangelischen Bundes und forderte alle Evangelischen zur Treue gegen diesen Bund auf, ter sich die Wahrung ter deutschevangelischen Belange zur Aufgabe gemacht habe.
v ßonbotf, 28. Sept. Die hiesige De- meindeviehweide, die in diesem Jahr« zum erstenmal als solche benutzt tourte, hat Sattler- meister Döeger gepachtet, um hort «ine Geflügelsarm zu errichten.
Kreis Büdingen.
Ridha, 28. Sept. Die allgemeine Ortskrankenkasse für den Kreis Büdingen verzichtet ab 1. Oktober auf das Einholen vorgeschriebener Behandlungsscheine, wenn ärztliche Hilfe in Anspruch genommen wird. Die seitherige Einrichtung erwies sich nicht alS zweckmäßig und führte zu Unzuträglichkeiten. Dafür find die tebanteinten Aerxte ermächtigt, ten De- Handlungsschein auSzustellen Rur toeim die Krankheil Arbeitsunfähigkeit zur Folge hat, ist nach toie vor her Krankenschein bei ten zuständigen Kassestellen zu beantragen.
# Bisse». 27.Sept. Die Kartoffelernte ist hier so ziemlich eingebracht. Cie ist besser aurge- fallen, al» man wegen der großen Trockenheit annehmen konnte. Wenn auch die Menge nicht die de» Vorjahres erreicht, so wird da» Weniger durch die Güte der diesjährigen Ernte voll ausgewogen. Der durchschnittliche Ertrag pro Morgen beträgt 60 bi» 80 Zentner.
Kreis Schotten.
e. Schotten, 28. Sept. Für Beamte te- FinarizamteS fctl 5ter ein Beamtenwohnbau S mit zwei Wohnungen und dnem auS- gebauten 'Dachgeschoß errichtet werten. Während die Finanzbehörte einen Zuschuß von 5000 biS 6000 Mk. für jede Wohnung zu leisten bereit ist, wird noch mit dnem Beitrag aut Mitteln des LanteS in der Höhe von 3000 Mk. pro Wohnung gerechnet. Der Bauplatz ist bereits vorhanden. Der Bau soll sofort tn Angriff genommen werden.
O Laubach. 29. Sepf. Gestern tourte tet im Alter von 41 Jahren nach längerem Leiten verstorben« Zigarrenfabrikam Karl Mich«! zur letzten Ruhe bestattet. Dekan B o l p hob am Grabe di« trefflichen Eigenschaften des 21bac- schietenen hervor. Darauf legte Bürgermeister Högy im Hamen ter Stadl einen Kranz auf das Grab des GemeinteratSrnttgliedeS, intern et tem Kollegen für feine allezeit betoiefeuc Pflichttreu« dankte. Sodann legten noch Kränz« nieder am Grate ihres Mitgliedes Vertreter ter Handelskammer Friedberg, ter Feuerwehr, ter Kranlenkaffe, des Kriegervereins und btt Stahlhelms. Eine dreimalig Ehrensalve über dem Grabe des FeldzugteilnehmcrS beschloß bi« Feier. Der Verstorbene war ter Sohn des Manne-, der vor 8 Jahrzehnten di« erste Zigarrenfabrik in der Dorstadt unseres Städtchen« errichtet hatte. Fabrilanl Karl Michel hatte vor einem Icchrzehnt feine Fabrik in ter Kaiserstraße gebaut. — Die gestern abgehaltene Versteigerung der Apfelbäume der Gemeind« ergab sehr hohe Preise. Der .Rentner kam durchschnittlich auf 8— 9 Mk. Die Versteigerung her Zwetschenbäum e^ter Gemeinte erziette 3—4 Mk. für ten Zentner.^ Der hx dieser Woche abgehalten« Schweinemarkt zeigte einen geringen Austrieb. Rur 104 Stück waren aufgetrieben. Die Preise waren verhältnismäßig hoch. Ferkel von 5—6 Wochen kamen auf 18 23 Mk. Dementsprechend galten di« Läufer.
£ Lardenbach, 28. Sept Seitdem im April 1926 unser langjähriger Pfarrer Weinberaer in ten Ruhestand getreten war, wurde unsere Pfarrei von Droßen-Linten aus mitversehen. Run wird Lardenbach wieder einen Pfarrer bekommen. Pfarrer 'Baier au« Asftn- heim bei Friedberg ist mit Wirkung vom 15. Oktober ab mit der Verwaltung ter Pfarrstelle beauftragt worden. Sobald das Pfarrhaus etwa« heraerichtet ist. wird et sein Amt hier antreten. — Wie in vielen Landgemeinden, so ist auch hier zur Wahi der Kirchenaemeindevectre- tun g nur ein Wahlvorschlag eingereicht worden, der tde Hamen ter seitherigen Mitglieder enthält. Gs sand daher feine Wahlhandlung statt, die Vorgeschlagenen gelten als gewählt
Preußen.
Kreis Metzlar.
WSR. Wetzlar, 28. Sept. Heute nachmittag gegen 5 Uhr mußte das Passagier - <*Äu g - zeug D 355 der Deutschen Lufthansa auf Ä.iem planmäßigen Fluge Köln—Frankfurt a. M infolge heftigen Reg^n« eine Rotlandung vornehmen. Die ßanbung erfolgte in ter Raunheimer Gemarkung an ter Lahn trotz unebenen Geländes glatt und ohne Bruch. QIn Bord befanden sich drei Passagiere, darunter eine Dam«. Sie setzten ihre Reise mit ter Bahn fort. Das Flugzeug, eine zweimotorige IunkerS- maschine, blieb über Rächt an Ort uno Stelle. — Die Bauernschaft des Kreise- Wetzlar hat sich ter Bewegung zur Erhöhung de- Milch- Preises, die feit einiget Zeit im theln-maini- scheu Wirtschaftsgebiet im Gange ist, angeschlossen und den MilchpteiS vom 1. Oktober ab auf 3 4 UJ fe n n i g erhöht.
H Wetzlar, 27. Sept Die in unftrm Bericht vom 18. September berührten unhaltbaren Vetkeh rSzuständ« in den Hauptstraßen der Altstadt scheinen nun doch einer Lösung zugeführt zu wertem Ob zwar di« für die Stadt lebenswichtige Sache In «wem Eiltempo gelöst werden wird, muß immerhin bei den vielen Instanzen, di« sich damit zu belassen haben, und bei ter großen finanziellen Tragweite, bezweifelt werten. Durch ten vorgestrigen Besuch des Landeshauptmann- her Rheinprovmz, Dr. Hottion, Düsseldorf, ist wenigsten- ter erste praktische Schritt für die neue Umgehungsstraße eingeleitet worden. Wieder fommt hier ein besonderes Verdienst unserem Regierungsprälidenten Dr. Brandt, Koblenz, zu, ter die Wünsch« ter Stadt, wie immer, auf da« lebhafteste unterstützt hat Bei bet Otts- tesichtigung. zu ter außer tem Landeshauptmann und tem Regierungspräsidenten noch verschiedene Kommissar« auch fettens ter Wasserbau- verwaltuug erschienen waren, gatt eS tn erster Linie, dic auswärtigen Herten von ten unhaltbaren Verkehtszustänten ter Allstadt zu überzeugen, was wohl in jeder Weife gelungen Jein dürfte. Detkehtsst ockungen am Eisenmatkt und ter Lohnst raße, toi« sie täglich Vorkommen, waren ter sprechende Beweis für bk Grünte ter Stadt. Bekanntlich sind diese Straßen, wozu noch hie Gonggaffe hinzukvmmt, tn ter Untethattungs- pslichl der Provinz. Daher auch ha- Bestreoen ter Stadt, diese für ten Reubau ter Umgehungsstraße finanziell zu interesfieren. Dabei handelt es sich um em Projekt. daS man fast «tn Mlllivnenvbjekt nennen kann, wenn man bedenkt, dah dabei eine neue Brücke unterhalb ter Stadt über hie Lahn gebaut wetten muß und dse Straß« selbst noch em gute« Stück hn Hochwasser gebiet her Lahn verlaufen dürfte. Genaue Angaben über daS Projekt sind noch nicht bekannt geworden. Inwieweit sich di« Provinz und vielleicht auch ter KreiS an der Aufbringung ter Kosten beteiligen wetten, steht noch dahin, für die Stadt selbst ist aber die Lösung ter Kosten frage der Schlüsselvuukt für ihre weitete Entscheidungen, da bei ter angespannten Finanzlage ter Gemeinde ein Ban ohne erheblich« Zuschüsse unmöglich erscheint.
Spielplan der Arankfi^rter Theater.
Opernhaus. Sonntag. 30. September, von 19.30 bis gegen 23 Uhr: Die Zauoerslöte. Montag. 1. Oktober, von 20 biS nach 22.33 Uhr: Xu- ranZtoL Dienstag, 2., von 19-30 bi« nach 22.30 Uhr: Margavetpe. Mittwoch. 3.. von 1930 bi« 22.30 Uhr: Othello. Dvnner-tag, 4., von 20 bi« nach 22.30 Uhr. Der Troubadour. Freilag. 5., von 20 bi« 22.45 Uhr: Der fliegente Holländer. Sami tag, 6., von 19.30 biS 22.30 Uhr. Der Opernball. Sonntag. von 19 bi« 22.45 Uhr: Der Rosenkavalier.
Schauspielhau«. Sonntag, 30. September, von 20 biS 2230 Uhr SchinderpanneL. Montag, 1. Oktober, von 20 biS 2230 Uhr: Torquato Tasso. DienStag, 2., von 20 biS nach 22 Uhr: Die Liebe auf tem Lande. Vorher. Der erste Branntweinbrenner. Mittwoch, 3., von 1930 bi« 23 Uhr: Don Carlo«. Donnerstag. 4., von 20 bi« nach 22 Uhr: Di« Liebe auf tem Lande. Vorher: Der erste Branntweinbrenner. Freitag. 5.. von 19.30 biS 23 Uhr: Don Carlos. Samitag, 6^ von 20 biS 2230 Uhr: Torquato Tasso. Sonntag. 7.. von 20 biS gegen 23 Uhr: Reidhardt von Gneisen au. Montag, 8.. von 20 bi« nach 22 Uhr: Die Liebe auf dem Lande. Vorher: Der erste B r cnm ttoeinbrenner.


