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Aus der provinzialhauptsiadt.

Gießen, bm 2V. 3unt 1S2S.

Sommersprossen.

Don Dr. W. Schweisheimer.

Gs Hub nicht Immer bu gefährlichsten Atant- beü«n, die am meisten innerliche Beunruhigung Hervorrufen.

Unb ein Leiben, bas Dolllomnien harmlos unb ungefährlich ist. bas Weber Schmer»«! noch Beschwerden im Gefolge Hal, kann doch für feinen Träger -ur Quelle bauernben Aergcrnisses wer­ben. Zumal wenn es, wie die Ooi.'.mcrlprDi'cr. ein gehegtes Gebiet weiblicher Schönheit. ben Xrini, ergreift, ober bei .ölmilchfarbene»" 3üng- fingen baS unangenehme unb unsicher machend« Gefühl körperlicher Beeinträchtige na herbci- tuhrt.

Diu jener eigensam igen Bosheü, tnc für manche Dinge brt täglichen Lebens durchaus charakteristisch ich, suchen sich diese Sommer­sprossen für ihr Austreten gerade solche Men­schen aus, denen sie am wen lasten willkommen smb. 3ii den schönsten Iuoendjahren, da man noch gern ,<$inbru(f zu machen versucht, nament­lich aus das andere Geschlecht, sind sie am häuf lasten. (San- kleine Amber werden in der Xegcl nicht von ihnen befallen. Grst mit den Schuljahren beginnen sie zu erscheinen, ver­stärken sich im Laus der Jahre und verschwinden erst in den späteren Lebensjahren wieder. Per­sonen mit blondem ober rotem Haar, die sich ost durch eine besonders feine unb weihe Haut aus- zeichnen, sind weit häufiger betroffen als solche mit dunklen Haaren.

Schon dieser Umstand weist auf die Lich­tung hin, In bet die Ursachen für die Sommer» sproNenbildung zu suchen sind. Genaueres ist ja darüber bisher nicht bekannt. Gs handelt sich um Einlagerung von Färbst» f, von Pigmentkörncrn tu den oberflächlichen Schichten der Haut. Die Flecke, die dadurch geb Übet werden, sind gelb ober hellbraun. Sie bevorzugen Hautstellen. die un- Debetft getragen werden, also dem Licht und den Sonnenstrahlen besonders ausgesetzt sind. Don den beiden Seiten der Haie ziehen sie über Dangen und Stirn, ergreifen aber auch bie oberen Drustabschnitle. die Hände unb die Arme. 3m Sommer, bei viel Sonne unb Därme, 'Prossen sie, wie schon ihr Harne sagt, eifrig hervor. Sie schwinden freilich auch im Winter bet manchen Personen nicht ganz, werben ba nur etwas blasser und weniger sichtbar. GS handelt sich überhaupt um eine Erscheinung, die fort- tcabrenben Qlenberungm unterworfen ist.

Man nimmt in Ermangelung greifbarerer Unterlagen an. daß die Strahlenwirkung der Sonn« bei dazu dissonierten Menschen die Entstehung der Sommersprossen herbeifüyrt. Ob wirklich die ultravioletten Strahlen beS LlchtS al» eigentliche Deranlasser zu betrachten sind, wie man zuwellen lesen ober hören kann, möge dahmgestellt bleiben. Bewiesen ist dos jedenfalls nicht. Gme dafür empfindliche Haut beantwortet eben die stärker« Bestrahlung im Sommer mit der örtlichen Pigmentanhüufung ober Sommer­sprossen

So leicht der dazu Veranlagte di« Sommer- iprofsen bekommt, so schwer wird er sie wieder tos Irgendwelche gesundheitliche Schädigungen erben non diesen .^autveränderungen nicht aus. \Vi .e Beseitigung ist lediglich eine Krage kostne- tiiJjcr Hatur. Die Entstehung von Sommer- 'n io'Jen zu verhüten, ist nicht sehr aussichtsreich. Zu grvst und ausgedehnt sind btc BelichtungS- möglichkeiten im Sommer, als dast man ihnen .lenzlich auS dem Wege gehen könnte. Immerhin t-ag man den Versuch machen, durch Meldung deS Aufenthaltes unmittelbar in der Sonne, durch Tragen von Schleiern (bei denen im Hin­blick auf die Abwehr gegen ultraviolette Strah­len grüne und rote bevorzugt werden) die stärkst« ü irahlenwirkung oon sich sernzuhalten. Plan­cher Hal schon mit Erfolg den entgegengckfjtcn Weg versuchte sich nämlich von der Sonne so braun brennen lassen, dast die Sommersprossen auf der braunen Haut gar nicht start hervor- ircten. 3n vielen Kälten scheitert daS schon daran, dast gerade jene Menschen mit wcistem Leint, die zu Sommersprossen neigen, von der Sonne oft jar nicht recht gebräunt werden, bafi sie nicht verbrennen", auch ausgedehnte Sonnenbestrah- fung vermag hier den erwünschlen dunklen Teint nicht hervorzurufen. 3m Gegensatz zu oft ge­äußerter Anschauung ist das übrigens nicht im geringsten «in Zeichen für mangelnde ober herab- «ftl* Wundheit _

3ut Beseitigung her Sommersprossen wird ein zanzes Heer der verschiedensten Mittel ange- vandt und dies« Vielfältigkeit ist schon daS deutlichste Zeichen. datz ein wirklich gute* Mittel iu ihrer Entfernung fehlt. Gs gelingt allerdings und ost nicht einmal besonders schwer -- burch örtliche Mahnahmen die Sommersprossen pi betätigen Aber nur vorübergehend. Sie kvm» nen nach einiger Zeit wieder. Mild unb scharf »irfenbe Mittel laufen im wesentlichen darauf d.naus. daS Pigment in der Haut zu zerstören, >hne Schädigungen im umgebenden Gewebe anzu- Tichten. So werden um nur einige gebräuchliche Mittel au erwähnen auf die mit Benzin ent­fettete Haut weihe Präzipitat salben aufgeftridben; lie bilden bie Grundlage vieler Sommersprossen- nittel. mit ober ohne Zusatz von Sublimat unb enteren Stoffen Auch Tupsungen mit Walfer- ^olfsuperorhd werden vorgenommen. lleberfettete Salizyl- oder Subllmatfeifen finden zu regel- \ubiflcn Waschungen Verwendung. Sublimat ist »ekannllich ein Gift, mit dem entsprechend bor»

4>tia vorgegangen werden must. Die schärferen V; boten laufen pielsach' auf eine Schälkur nau6. bei der durch Anwendung geeigneter lofje di« oberflächlichen Teile der Haut j^um ^dlchuppen gebracht ©erben; bann finb bie Pig- ne.i Einlagerungen anzu greif en unb zum Bleichen m bringen. 06 cersteht sich von selbst, datz die Anwendung von Sublimat usw. nur unter ärzt- i<ber Aussicht unb ßeituna erfolgen darf. Denn öchLdiaungen sind bei unbedachter Anwendung cr Mittel wohl zu erwarten. Auf jeden Kall nutz an einen DeseiligungSverfuch von Sommer« 'profan gerade im Hinblick auf ihr neuerliches Wiederaus treten mit großer Geduld heran ge­gangen werden. Hur dann wird man sich vor Enttäuschungen bewahren können.

Talen für Lamhtag, 36. Juni.

Sonnenaufgang 3.47 Uhr, Sonnenuntergang 20.20 Klhr. Mondaufgang 18.11 Uhr, Monduntergang 1.45 Uhr.

1503: Johann Friedrich I. der (Brofpnütigc, Äur- first oon Sachsen, Gründer der Universität Jena, in Torgau geboren; 1863: Hbmiral Reinhard Scheer, Führer in der Schlacht am Skagerrak, in Ober'

Akademische

Kundgebung gegen die Kriegsschuldlüge.

Die (Siebener Studentenschaft ver­anstaltete gestern abend in der Heuen Lula eine Kundgebung gegen bie Lüge von deutscher Schuld am Weltkrieg.

Der Leiter der Veranstaltung, der Vorsitzende der Giestencr Stubentenschatl, stud. theol. Schmidt, führte tn seinen einleitenden Wor­ten u. a. aus Die getarnte deutfche Ctuben'.cn* schalt tritt heute, an dem Tage der Schüsse von Sarajewo, mit akademischen 16tndgebun<?.en gegen den Artikel 231 des Versailler Vertrage» vor di« Oeffentlichkeit. Gs ist notwendig, dast das deutfche Volk immer wieder auf die Wichtigkeit dieser Krage hingewiesen wirb. Während man eurerseits der ganzen Angelegenheit volltommen gleichgültig gegenüber steht oder es für vergeb- llch hall, gegen bie Kriegsschuld lüge anzu- kämpfen, begegnet man auf der anderen Seile einer erschreckenden Unkenntnis über ben Inhalt der in Betracht kommenden Dokumente Auf­klärung ist deshalb bitter not; aufklärend soll auch dieser Abend wirken.

Oberst a.D Schwertseger (Hannover), der darauf das Wort ergriff, führte u. a. aus: Trotz­dem schon neun Jahre vergangen finb, seit deutsche Männer daS Versailler Diktat unter­schreiben muhten, leiden wir noch immer unter einer moralischen Blockade; noch immer sind wir in der ganzen Wett gebranbmarft als die. die den Weltkrieg entfacht hrben Welte Schichten des deutschen Volkes lennen die Dokumente, um die es sich hrndell. gar nicht; andere sagen, es wäre seinerzeit von deutscher Seite nichts ge­schehen. um den Frieden «vertrag nach dieser Richtung zu ändern. Dem ist noch so. Die deutsche Del.gation h it sich drmals alle erdenkliche Mühe gegeben, diese sogenannten Ghrenpunkte auS dem Vertrag zu entfernen. Gs ist ihr nicht geglückt, denn die Gegenseite ging nicht darauf ein. Der Artikel 231 ves Versailler Vertrage- sagt mit dürren Worten, dast Deutsch! ind mit seinen Ver­bündeten für die Folgen des Krieges verantwort­lich zu machen ist. Die Wantelnole zum Vertrag und die beigefügte Denkschrift erklären den Arttke! 231 näher Darin wird gesagt, dast Deutschland seine lei bensch Etliche Thrannll durch den Weltkrieg habe befriedigen wollen Diele Deutsche kennen die Zusammenhänge der in Be­tracht kommenden Fragen nicht In Frankreich würde der Äa.nbf gegen die Kriegs!chuldlüge in Sanz anderer Weise geführt werden; dort würde i weit höherem Mast« die Volksstimmung er­regt werden Trotzdem die Sclrhrten in der ganzen Well auf Grund lh er Forschungen zu der Ucber*cugung gekommen sind, dast eS u n - richtig ist. von einer Schuld Deutsch­lands am Weltkrieg *u sprechen, stehen wir in Deutschland noch auf demselben Punkt wie vor neun 3obren Wir sind zu leicht ge­neigt, die ganze Angelegenheit als ein: Sache der Gelehrten aniufeben Dabei vergessen wir, dast wir nie auf Aenderung hoffen dürfen, wenn wir uns nicht selbst der Sache annehmen Gs ist richtig, dast der Schein gegen uns ist. Ss gab für uns bei Ausbruch deS Kriege- keine andere Möglichkeit der Bettung, als durch einen raschen Sieg im Westen Truppen *ur Verwen­dung im Osten freizubekommen. Wir muhten Frankreich den Jtricg erklären; es war eine strategische Notwendigkeit, dast wir b* belgische Neutralität verletzten. Wir h iben tn Deutschland selbst oft die allergrößten Schwierigkeiten bei der Behandlung dieser Frag« zu überwinden. Darum ist Aufklärung notwendig Gerade für die akademische Jugend bietet sich hier ein Feld der Betätigung. SS muh rin Weg gefunden werden, datz auch der einfache Mann auf her Straste die Zusammenhänge verstehen und bie Bedeutung dieser Frage erkennen lernt SS must i-en Leuten klar gemacht werden, dast wir von einem Krieg gar nichts zu gewinnen hatten, weil wir keine Krieasziele befanen. Dos deutsche Auswärtige Amt hat ein Aktenwerk herauS- cegebcn. au- dem hervorgcht, dast Deutsch­land sowohl in der bismarckfchen Zeit. alS auch in her wilhelminischen Gpvche nie darauf auflgegangen ist. den europäischen Frieden zu stören. ist im Gegenteil daraus au ersehen, dast wir immer bestrebt waren, Konflikten auS dem Weg zu gehen. Dir hätten oft Gelegenheit geffabe. über unsere Gegner herzusallen. wenn sie anderweitig ge­bunden waren; wir haben nie diele Gelegen­heiten benutzt. Deutschland hat in Europa leinen Gebietszuwachs erstrebt, seine Ambitionen lagen auf dem Gebiet kolonialer Ausbret- t u n g. Gs bestand auch deshalb gar kein An­reiz für Deutschfand. einen Krieg zu entfachen, weil die Aussicht, ihn zu gewinnen, gering war. Die war bie außenpolitische Lage? Bismarck

hatte den Nückversicherungsvertrag mit Nutz­land abgeschlossen Sein Nachsolger erneuert« ihn nicht. Nustland trat an di« Seite Frank­reichs Deutschland geriet immer mehr in Verein­samung Nachk^em England und Nustland sich einander genähert hatten, war für Deutschland gar feine Mäglichteit mehr vorhanden, seine polittsche Lage zu verbessern. Die stand es mit unseren Dundesgenosien? Oesterreich war aus einer Neihe von Völlerschaften zusammengesetzt, von denen einige gar kein Interesse am Fortbe­stand dieses Staates hatten So ist Bar. dast dieses Oesterreich in militärischer Hinsicht feint volle Äraft nicht entfallen konnte Von 3talien, dem man in und nach den. An eg so oft den Vorwurf des Verrats an den Bundesgenossen gemacht hat. mußte man wissen, datz es nie an unfett Seite treten würde, trenn Gngland auf der Gegenseite kämpft«. Dir standen also allein mit Oesterreich Man must «ich fragen Konnte bei dieser Sachlage ein deutscher

Staatsmann ernstlich auf den Gedanken

kommen, einen Art eg. von dem er

von vornherein wußte, dast er zu dnent Weltbranb sich entwickeln würde, zu entfachen. Zober klar überlegende Mensch must bi«'« Frage verneinen. G s gab in Deutschland lein« vera ntvortlich« Pers önllch- i« 11. bi« ben Krieg betrieben hätte. Wir hatten nur bas eine Ziel: den Krieg, dessen Ausbruch wir nicht zu verhindern vermochten, möalichst rasch zu beenden unb allzugrvstes Un­heil -u verhüten. Gs muh afterbinjä daS eine gesagt werden, datz wir nämlich während des Krieges in unbesonnener und oft törichter Weife Ar iegszi« le aufstellten, deren Verwirk­lichung vollkommen a u s ge s ch lo f f e n war unb an bie vor dem Krieg auch niemand in Deutschland gedacht hatte Deutschland konnte leinen Krieg wünschen, bei dem eS alles zu ver­lieren unb nichts zu gewinnen hatte. Wie war es bei uneren Gegnern? Frankreich konnte die Niederlage von 1870/71 nie verwinden; es ver­langte nach Nevanche und hoffte daS verlorene Glsast-Lothringen zurückzugewinnen. Gs hatte also Aviogsziele. Gbenso Nustland. Seine pansla­wistischen Ideen muhten zum Zusammenstotz mit Oesterreich und bet Türkei fuhren. Gs wünschte einen Ausgang nach dem Meere und hatte sein« Blick« schon lange aus den Bosporus und Aon- stantinop«! geworfen. So war bie politische Lage im Sommer 1914, als bi« Kriegsgefahr drohte. Diese Gefahr wurde aber erst zum Weltkrieg auSgelöst durch di« russische Desamtrnohilmachung. (35 ergab sich dadurch für uns bie dringende Notwendigkeit, bie'er Gefahr durch eigene Ini­tiative ^u begegnen. W i t befanden unS in der Verteidigung; schuld am Ausbruch des Arivgs waren bie Mächte, bie Ziele zu verwirklichen suchten, bi« nur durch einen Ar4eg erreicht werden konnten. Die Tinftellung der deutschen Oefsentlichkett gegenüber der Ar eaS» schuld lüg« muh anders werden. S-S muh bei Der deutschen Bevölkerung eine einmütige Aufs ass una über diese Frage geschaffen werden. Dabei muh die akademische Jugend michelfen. An sie ergeht der Nus:Burschen heraus!" sStürrnischer Bei­fall.)

Der Dorsttzende verlas hierauf folgende Kundgebung, die einsltmnitg angenommen wurde:Mm 23. Juni 1914 fielen in Serajeroo die ersten verhängnisvollen Schüsse de» Wellkriege». Fünf Jahre später, wiederum am 28. Juni, wurde das wehrlos gemachte deutsche Volk zum Bekenntnis feiner Schuld am Ariege unb zur Unterzeichnung des Versailler Diktats gezwungen. Längst hat die deutsche und ausländische Forschuna bie Behauptung vom deutschen Kriegswilsen unb beutscher Schuld als Lüge entlarvt, aber noch immer muh sie bie Bcgrünbung liefern für die Durchfüh­rung des Versailler Diktat», für bie Zerstückelung unb Unterdrückung Deutschlands. Darum erhebt die Deutsche Studentenschaft alljährlich am L8. Juni einmütig mit dem ganzen deutschen Volke Hjre Stimme gegen das crprehte Schuld- befenntnie. Die Deutsche Studentenschaft wird diesen Ruf nicht verklingen lassen, bis die deutsche Chr« durch die Befreiung vom Dersalller Diktat unb seinem Artikel 231 roieber hergestelll tst."

An die Verlesung biefer Kundgebung knüpfte ber Vorsitzende folgende Worte: Diese Entschliestung ist nicht oazu bestimmt, amtlichen Stellen_unb Personen zugeschickt zu werden, und dort bie Schubladen zu füllen. Die Kundgebung Ist an uns seIbst qe« richtet. Tue jeder seine Schuldigkeit, kläre jeder sei­nen deutschen Bruder auf, unb bie ganze Welt wird «s eine» Tage» bekimden, bah die deutsche lfhre rein ist

Tiit dem gemeinsamen Gesang de: Deutschland- siede» endete die eindrucksvolle Kundgebung.

kirchen geboren; 1878: Alice Derend, Schrift­stellerin, in Berlin geboren; 1878: Karl Wei­gand, Germanist, in Gießen gestorben.

Siadiv. Moosdors 33ürgermtifler in Vilbel.

Die Neuwahl eines Bürgermeisters der Stabt Vilbel als Nach'Äger des zum Atcifc- birektvr von Friedberg ernannten Bürgermeisters Nechthi« n beschä'ttgtc ben Vemeinderat von Bild«!, nachdem eine Ätzung am Dienstagabend infolge Fernbleibens der bürgerlichen Gemeinde- ratsmitolieber befchluhunfähig gewesen war. ge­stern abend zum zweiten Male. Diese Sitzung war gemätz den einschlägigen Bestimmungen der Landgemeindeordnung anberaumt und befchluh- fähig. ohne Nücksicht aus die Zahl der anwesenden Mitglieder. Di« Angehörigen der bürger­lichen Gemeinderatsfraktionen wa­ren auch der gestrigen Sitzung ferngeblie­ben. 64 waren 10 Gemeinderatsmitglieder, der Bürgermeister und der Brigeordnet« zugegen. Von diesem 12 Stimmberechtigten wählten 11 den Gewerk chastsfekretär und Sradiverordneten Kurt MooSdors- Diehen zum Bürger­meister der Stadt Bilbel. ein Stunm- zettet wurde unbeschrieben abgegeben. Bürger­meister Moosdorf wird, wie w:r hören, sein Amt in Vilbel vorauSsichtllch cm 1. August an- treten. Sein Nachfolger in der sozialdemokrati­schen Stadtverordnetcnsraktion in Gietzen wirb der Lokomotivführer DU-elm Wolf.

Bornotizeu.

Tageskalender für Freitag DHT. Siehen: 8.3U Uhr, Monatsversammlung im Schützen- Haus. Lichtspieltheater, Bahnhofstraste:Gustav

Mond ... du gehst so stille!" Astoria-Lichispiele. Der reitende Homel*.

Bolkskonzerl der Volkshochschule unb be» Orche st erverein s. Der Orchester- verein Giesten 1908 hat sich ber Volkshochschule öieberum, diesmal zu einem Mozart-Abend, zur Verfügung gestellt. Da die Dollskonzerle der Volks- Hochschule im vergangenen Winter aus ben weitesten Kreisen der Beoölkeruntz stark besucht wurden, so glauben bie Veranstalter, dast auch biesmal bie Dar­bietungen aus den Werken eines unserer volkstüm- Uchsten Komponisten lebhaft interessieren werden. Dank dem Entgegenkommen des Orchestervereins konnten bie Eintrittspreise so niedrig bemessen wer­ben, dast niemand aus wirtschaftlichen Gründen sich den Besuch de» Aonzertes zu versagen braucht. Näheres in der heutigen An zeige.

Ein Schüleroortrag finbet am kommen- den Sonntagoormittag bei Frau Cläre Schlesier- 2111 m a n n bei freiem Eintritt statt. (Siehe heutige Anzeige.)

Richtungstafeln für ben Autover­kehr. Eine für auswärtige Aulobesitzer wichtige Neuerung ist bie Anbringung großer, gelb ange­strichener Tafeln an ben Ausgängen und in den Anlagen unserer Stadt. Diese Tafeln geben die Fahrtrichtung nach Frankfurt, Aodlen^ Raffel, Fulda, Gelnhausen, Biedenkopf usw. in deutlich les­barer Sdjrift und, was für viele Autofahrer von Lichtigkest ist, auch die Entfernung in Kilometern nach ben bezeichneten Städten an.

Den Reisevast nicht vergessen. Zu Beginn der Ferienzell sei daran erinnert bah es unbebingt notwendig ist, auf Reifen ein Legitima- tionspapier mit sich zu führen. Befonderr wichtig tft dies, wenn sich die Reise in die Grenzgebiete erstreckt.

Denn auch bie tMfekhrtmftn mit ben Nachbar- floaten Aum grohten teil gefallen sind, so ist ber deutsche Reisepast deshalb doch nicht «nwchriich ge­worden Auch wenn bie Reise nicht ins Ausland führt, ist für den innerdeutschen Reiseverkehr da» 'l'titiuhren eine» Paste» fiel» ZU empfehlen Man kann sich aus diese Weise am leichtesten bei unvor­hergesehenen Zwischenfällen über seine Person aus- wei'en

ee Hessen frei von Kaul, unb Klauen- f e u d) e. Die wir erfahren, ist Hetzen auch in der Zeit b;» zum 15 Juni d- I., ber legten Bericht»woch«, von Maul- und Klauenseuche frei geblieben.

Goldmünzen sind gesetzliche Zah- lu ng »mittel. E» wird daraus htngewlesen, dast die auf Mark lautenden Goldmünzen auch letzt noch gesetzliche Zahlungsmittrl sind und von lebermann in Zahlung genommen werden Mützen Mit der Mastgabe, dast eine Mark Rennwert gleich einer Reichsmark gilt. Bei ber Reichsbank werden die vorbezeichneten Goltrnünzen gegen ander« Zah- lung»mitlel auf verlangen umgetauscht.

eT Die Jubiläum stagung ber Gisste- ner Hochschulgesellschaft am morgigen Samstag sei noch einmal unseren Mitbürgern in Stahl unb Land in Erinnerung gebracht. Ilm 3 45 Uhr nachmittags findet in der Kleinen Aula bie Hauptversammlung statt, zu ber natürlich nur Mil- Slieber ber Hochlchuigesellschast Zutritt haben. Um

Uhr schkiebt sich in ber Reuen Aula bie Fest­sitzung mit bem bedeutsamen Dortrage be» Ge- neralmasors a. D. Professor vr Haushofer über Tas Ringen ozeanische, unb kontinentaler Machte in (h)ina^ an Der Aulriti zu bleiern sehr Inter- efianien unb zeiigemästen Vortrag ist für jeder- mann, also auch für Rtchtmitglteber, frei.

Iustizpersonalien. Ernannt wurden die Iustizpraktikanten Fritz Lensel bei dem Amts- gericht Giesten zum Dbcriuflltiefretär bei einem noch zu bestimmenden Gericht; Heinrich Karl Becker bei dem Amtsgericht Friedberg zum Obersustiziekre- tär bei dem Amtsgericht Friedberg; Richard Buff bei dem Landgericht Giesten zum vberjustizsekrelär bei bem Amtsgericht Giesten; Lubwig Scherff bei dem Amtsgericht Mainz zum Oderjustizsekretär bei bem Amtsgericht Ortenberg; Heinz Rudolf Denn bei bem Amtsgericht Giesten zum Ober- justizfekretär bei dem Amtsgericht Schlitz sämtlich mit Wirkung vom 1. Juni d. I. ab; der Kanzlist bei dem Amtsgericht Alsfeld Friedrich Becker zum Kanzleiafsistenten mit Wirkung vom 1 Mai d. I ab.

ADAC-Fahrt für Kriegsbeschä­digte nach Bad Homburg. Der Gau 3a Hessen und Hessen-Nassau-Süd des Allgemeinen Deutschen Automobilclubs hat auch in diesem Jahre seine Mitglieder zu einer schönen und dankens­werten Aufgabe aufgerufen. Am Samstag, 14 Juli, will er für alle In feinem Gebiet wohnenden Schwer­kriegsbeschädigten eine Autofahrt nach Bad Homburg unternehmen, um den durch ihre Dienste für da» Saterlanb Im Felde Verletzten, denen dadurch ber Anteil an den Naturschönhelten unserer näheren Heimat oft versagt Ist, eine Freude zu bereiten

* Cin Sommernachtsfest veranstaltet bie Bade- und Kurverwaltung In Vad-Nauhelm am morgigen Samstagabend auf der Kurhauvterrasie und in den Kurhaussälen Bad-Nauheims. Das Programm steht eine austerordentlich abwechslungs­reiche Unterhaltung vor, die für ieben Geschmack etwa» bringt. Der Besuch wird dadurch erleichtert, dast keine besondere Toilettenvorschrift herrscht und Sommerkleidung als die geeignetste bezeichnet wird. Die Veranstaltung soll bei feder Witterung statt- finden. Nähere» in ber heutigen Anzeige.

" Schühenfesi in Friedberg Born mor­gigen Samstag ab tinbet in i'fric&berfl daS zweit« nationale A elnkallber-Dett'chiestcn. verbunden mit Länderkampf Schwei» Deutschs and, statt. De ötbffnung der bedeut!amen Schützenveranstaltung erfolgt morgen nachmittag letzter Tag dieses Schüvenfestes ist Montag, 9. Juli. Für alle Tag« dieser Schützenwochc ist ein reichhaltige- Pro­gramm aufaeftellt. bat den Deluchern viel Nb- wcchslung Dringen wird Näher«? ist auS der gestrigen Anzeige ersichtlich.

Der Hessische Seamtenbunb hält seinen 9. Bundestag am Sonntag, 8. Juli, in Jugen­heim o b. B. ab. Aus ber Tagesordnung stehl u a. ein Bortrag des zweiten Borsitzenden, Rechnungs- bireftor Hoch, überDie Auswirkung ber Be- lolbungsreform im Reich und In Hessen'. Ferner wird ber Bundesvorsitzenbe Dr. E I a st überReichs­reform, Einheitsstaat unb Beamtenschaft" sprechen. Die übrigen Punkte der Tagesordnung sind den ge­schäftlichen Angelegenheiten des Verbandes ge­widmet.

(Starkenburg.

WSN Darmstadt. 28. Juni Gestern abend creig.net: sich bei Wixhausen wieder ein schweres Autounglück /weil ein Auto­mobil durch d:c nicht abgeblendeten Scheinwerfer eines entgegenkomn enden Wa­gens von der Fahrbahn geriet und in hohem Vogen über den Chaussee graben in ein ansieqen- des Kornfeld flog. Trotzdem der Wa^en voll­ständig zertrümmert wurde, erlitt nur eine Dam« aus Bremen einen komplizierten Bruch des lin­ken Oberschenkels, währerrd der Fahrer mit leich­teren Verletzungen davonkam.

Preußen.

Kreis Wetzlar.

O Hiederkleen, 28. Juni. Am Sonntag fand hier das diesiährige M i s s i v n s s e st statt, daS sich bei günstigem Wetter eines guten Be­suches. brianders auch au8 den benachbarten Ort­schaften. erfreute. Gingeleitet wurde das Fest durch Polaunenfplcl und gemeinfamen Gesang der Festteilne-mer Den Festgollesdienst hiett Missionar Si f f er t aus Braunfels In der Nachverfammlung sprach Missionar Gissert über seins Tätigkeit tm Dienste der Nheinischen Mission auf der Insel Neuguinea, wobei er di« Schwierigkeiten, sowie die Gesabren die mit dem Berufe eines Missionars verbunden sind, ein­gehend schilderte. Weiter sprach noch Missionar Hasersang auS Gfpa über seine Tätigkeit im Dienste der Nbeinischen Mrfslon tn Ehma. Das Cchlustwvrt sprach Pfarrer Aulfe (Nieder­kleen). Im übrigen wurde die Veranstaltung durch Posaunenvvrträge des Posaunenchors von ®TDbrci t mbc4 unter ßeituna seines S2jährigen Dirigenten Fritz Kuhl berf«Stint

Groh-Nechtenbach, 29. Juni. Am Schimberg, bei der berüchtigten unteren Kurve, ereignete «ich gestern nachmittag wiederum ein schwerer Mnglüd6f alt Der ITjährize Schüler Otto Bork aus Lützellinden stürzte beim Passieren dieser Kurve vom Fahrrad und zog sich hierbei schwere Verletzungen am Kops und an den Händen zu. Don einem vorbei­fahrenden Auto wurde der bedauernswerte junge Mann aufgehmben und nach Lühelllnden in seine Wohnung verbracht