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Brücke den Anforderungen der modernen Verkehrs längst nicht mehr gerecht wird, hat man von dem Versuch einer wohl auch kaum sich lohnenden Wie­derherstellung abgesehen. Provinz, Kreis und Ge­meinde sind übereingekommen, eine vollständig neue Brücke zu errichten. Diese wird eine in die Fahrbahn besser eingepaßte Lage erhalten und um rund fünf Meter breiter werden. Mit den Vorbe­reitungen zum Neubau soll demnächst begonnen werden.

Beuern, 28. Febr. Am Sonntagabend ver- cmstaltete der hiesige Volksbildungsverein im SaaleZur Germania" dahier einen Vor­tragsabend, in dem Dr. f) e n & von Gießen über das ThemaHolland, Land und Leute und seine Kunst" sprach. Dr. Henß, ein Sohn unserer Gemeinde, ist es gewesen, der vor nunmehr sieben Jahren unfern Volksbildungsverein ins Leben rief. Seiner unermüdlichen Tatkraft ist es zu verdanken, daß das damals gelegte Samenkorn Wurzel gefaßt und zur vollen Entwicklung gelangt ist. Weit über 200 Mitglieder zählt heute der Verein. In dankbarer Anerkennung der um den SZkrein erworbenen Ver­dienste wurde Dr. Henß vor vier Jahren zum Ehrenvorsitzenden des Vereins ernannt. In großangelegtem und fein durchdachtem Vortrag führte der Redner, der fünf Jahre als Lehrer und Chemiker in Holland tätig war, den zahlreich er» schienenen Zuhörern ein Volk und Land im Geiste vor Augen, an dem die gewaltigen Erschütterungen der letzten Jahrzehnte und des Weltkrieges säst spurlos vorbeigegangen sind. Ein Volk von großer Vergangenheit, das infolge seines reichen Kolonial­besitzes sich eines guten Wohlstandes erfreut. Die alten Hafen- und Handelsstädte, sowie die moderne Weltstadt Haag mit den zahlreichen Wasserstraßen und Kanälen, die Weidelandschaften mit den un­endlich vielen Windmühlen wurden in einer Serie von 42 Lichtbildern den Zuhörern vor Augen ge­führt. Reicher Beifall belohnte den Redner für seine Ausführungen. Ein Schlußwort des 1. Vorsitzenden, in dem er dem Redner den Dank des Skreins zum Ausdruck brachte, beendete den lehrreichen Vör- tragsabend.

~ Grünberg, 28. Febr. Aach Schluß einer Meinen Wanderung in die Umgebung Grimbergs fand am Sonntag im Saale des Hotel Hirsch die Dekvrierungsfeier des Zweigvereins Grünberg des Vogelsberger Höhen- Club statt. Von einer größeren Veranstaltung wurde in diesem Jahre Abstand genommen, da im Laufe des Winters schon genug Vergnügun­gen stattgesunden haben. Der stellvertretende Vor­sitzende, Reltor Dender, brachte dies in seiner Begrüßungsansprache besonders zum Ausdruck. Wie aus dem reichhaltigen Programm zu er­sehen war, wechselten Musik, Gesang. Gedichts­vorträge und ein Stück in Wetterauer Mundart miteinander ab. Ganz besonders gut gefiel ein Zwiegespräch, versaßt von einer V. H. C.- Schwester und einem V. H. C.-Druder, in Dialekt gesprochen an einer Waschbütte von zwei V. H. C.-Schwestern. Deide erzählen sich humorvoller­weise von den Erlebnissen des V. H. C. auf dem Hoherodskopf. Es tonnten in diesem Jahre deko­riert werden: zum elftenmal ein V. H. C.-Dru­der (Rektor Dender), zum zehntenmal ein D. H. C.-Druder, zum achtenmal zwei V. H. C.-Brüder, zum sechstenmal ein V. H. C.-Druder, zum vierten- mal ein V. H. C.-Druder, zum drittenmal zwei V. H. C.-Drüder und drei V. H. C.-Schwestern, zum zweitenmal ein V. H. C.-Druder und eine V. H. C.-Schwester, zum erstenmal drei D. H. C.- Drüder und eine V. H. C.-Schwester.

df. Langsdorf, 28. Febr. Gestern abend sprach im Auftrage der Liga zum Schutze der deutschen Kultur cand. rer. pol. Happich - Gießen zum zweitenmal vor einer stattlichen Zu­hörerschar. Seine Ausführungen über die starken Kräfte unserer Zeit, wie Kapital, Kirche usw. und deren Zusammenhänge mit der Politik fanden reg­stes Interesse, so daß die Erschienenen den Redner in Kürze wieder hören möchten.

df. Bettenhausen, 28. Febr. Im Saalbau Müller gab gestern der GesangvereinGer­mania" von Burkhardsfelden ein Kon- zert, geleitet von Ehormeister H. Nicolai- Großen-Buseck. Zum Vortrag kamen Chöre von Kreutzer, Schulten, Schauß, Esch, Brodt, Wengert, Sonnet u. a. Die Chöre wurden durchweg gut cor- getragen: sie zeugten von guter Schulung der Sän­ger, gutem Geschmack und musikalischem Verständ­nis und Empfinden des Chormeisters. Stimmen- ausgleich und Aussprache waren recht schön. Zwi­schen den Chören konzertierten Herr Nicolai und Sohn auf der Geige und am Klavier. Das Konzert darf als gut gelungen, die Leistungen als sehr gut bezeichnet und manchem Verein zur Nach­ahmung empfohlen werden.

# Trais-Horloff, 28. Febr. Die Bau- arbeiten auf dem Schwelkraftwerk

Gchalttag, Gchattmonat, Schaltjahr.

Von Professor Dr. Küstermann.

Qtofegger erzählt, daß die steiermärkischen Dauern, wenn in gewitterreichen Jahren der Donner durch die Alpenberge rollte, feststellten, es sei heuer einSchalljahr". Lins ist ja nun der Begriff des Schaltens etwas geläufiger ge­worden: aber immerhin, manchem kommt der Schalttag im Februar doch noch etwas abson­derlich vor. Als wir Kinder waren, erschien uns der über Gebühr kurze Monat höchst ulkig, und das Grübchen zwischen den Knöcheln von 'Zeige- und Mittelfinger erschien uns lange nicht tief genug für diesen Benjamin aller Monate. Aber nun gar der alle vier Jahre angehängte Schalttag, der trotz besten Willens die bemit­leidenswerte Kürze des Monats nur zum Teil ausgleichen konnte, war uns der Gipfel des Spaßhaften. Bedauernswert waren freilich die armen Geschöpfe, die an diesem Tage geboren waren: dekin wenn alles mit rechten Dingen zuging, so konnten sie nur alle vier Jahre den und so süß schmeckenden Geburtstagskuchen ver­tilgen. Sonderbarerweise bin ich jedoch über 30 Jahre alt geworden, ehe mir das erste und bis­her einzige Beispiel dieser Menschengattung be­kannt wurde. Auch im deutschen Schrifttum hat ja der 29. Februar eine nicht ganz unbedeu­tende Rolle gespielt. In jenen längst vergessenen Tagen der Schicksalstragödien suchte man eine besondere Tragik in ihm zu finden.

So heften sich mitunter heitere oder trübe Gefühle an eine an und für sich so trockene Dechenregel. Aber freilich kann auch diese Schalt­regel mancherlei lehren! Vor allem das eine: Der Mensch will, daß alles immer hübschauf» yeht". Airgendwo soll ein Rest bleiben, denn Der Rest ist, wie Goethe einmal sagt. ,zu tragen peinlich". Die Statur denkt freilich an­ders. Bei ihr geht nicht immer alles auf, und

nähern sich ihrem Ende. Gegenwärtig ist man mit der Ausführung der Jnnenarbeiten beschäftigt, die mit Hochdruck betrieben werden, da der Betrieb am 15. März eröffnet werden soll. Eine Spezialfirma aus Frankfurt ist eben daran, den einen 40 Meter hohen Schlot abzureißen: vorher wurde der süd- liche Schornstein, der eine Ueberneigung von 0,50 Meter hatte, gestreckt, indem an verschiedenen Stellen einzelne Keile ausgeschnitten wurden. Der neue Riesenbagger hat bis jetzt zur vollen Zu­friedenheit gearbeitet. Die Arbeiten an dem schwe­ren Tonboden haben eine Verstärkung der Schürf­vorrichtung nötig gemacht.

Streik Friedberg.

«£ Bad-Nauheim, 28. Febr. In Gegenwart von Staatsrat Block vom Landesamt für das Bildungswesen fand heute hier die Reifeprü­fung an der Oberrealschule statt. Es unterzogen sich ihr neun Prüflinge, die olle b e st a n d e n.

am. Stommheim, 28. Febr. Am 25. d. M. feierte der älteste Einwohner unseres Ortes seinen 9 2. Geburtstag. Es ist dies der Frei- herrlich von Kühlemann-Stummsche Förster i. R. Johann Christian Stoffel. Unser Krieger- d e n k m a l ist jetzt fertiggestellt. Es hat seinen Stand neben der Kirche erhalten. Am Volkstrauer­tag ist die feierliche Einweihung geplant. Alle Ver­eine des Ortes werden sich neben allen behördlichen Instanzen an dieser Feier beteiligen.

Kreis Büdingen.

WSD. Bübingen, 28. Febr. Gestern nach­mittag 4.15 Uhr wurde bei dem bewachten und vorschriftsmäßig geschlossenen Wegeübergang zwi­schen Mittelgründau und Büdingen der Strecke GelnhausenGießen en Motorrad­fahrer von einem Eilgüterzug über­fahren. Der Verunglückte, dem der rechte Fuß abge'ahren und dec linke Fuß und Arm gebrochen wurde, mußte ins Düdinger Kraickenhaus über­führt werden. Der Unfall ist dadurch entstanden, daß der Motorradfahrer gegen die ge­schlossene Schranke fuhr, auf das G^eis geschleudert und so vom Zuge ergriffen wurde.

Nidda, 28. Febr. Das hiesige Landwirt- s ch a f t s a m t hat es übernommen, die Beschaf­fung von Saatgut für die durch Unwetter im Vorjahre schwer geschädigten Gemeinden des höheren Vogelsbergs durchzuführen. Der Bezug geschieht in Sammelbestellungen durch die Gemeinden, denen auch die vom Staat bewil­ligten Geldmittel zur Bezahlung des Saatgutes zugeleitet werden.

Kreis Schotten.

):( Gedern, 28. Febr. Unser Ortsgeistlicher, Hofprcdiger Widmann, wurde durch die Kir- chenregierunq zum Stellvertreter des Su­perintendenten von Oberhessen zur Einsicht­nahme in den Religionsunterricht ernannt. Als Dienstbezirk wurden ihm die Kreise Büdin­gen und Schotten zugewiesen.

V Oberseemen, 28. Febr. In der Nacht auf Sonntag wurde hier in das neue Schulhaus in der Nähe des Bahnhofes eingebrochen. Nachts 2.30 Uhr hörte die im oberen Stockwerk schlafende Lehrersfamilie plötzlich ein auffallendes Geräusch. Sofort war die Situation geklärt, als man in den unteren Stock kam. Sämtliche Türen standen weit offen, und die Schränke und Schubladen waren durchstöbert. Der Ein­brecher hatte es anscheinend in erster Linie auf Geld abgesehen. Man verfolgt bereits eine Spur, die nach auswärts führt.

> Eschenrod, 28. Febr. Bei einer hier kürzlich abgehaltenen Güterversteigerung wurde nur auf wenige Acker und Wiesen geboten, während die meisten Grundstücke überhaupt kein Angebot erzielten. Auf ein allerdings kleines Wohnhaus wurde ebenfalls kaum ein G e - b o t abgegeben, worauf es der Besitzer für 1000 Mark losschlug.

Michelbach. 28. Febr. Zu einer wüsten Messerstecherei kam es in der Nacht zum Montag in einer hiesigen Wirtschaft. In Alkohol­stimmung kam es zwischen jungen Burschen aus dem benachbarten Dusenborn und hiesiger Jugend zu Streitigkeiten, die in Tätlichkeit ausarteten. Als anwesende ältere Leute den Streit zu sch lichten suchten, erhielt ein etwa 5vjähri',er hiesiger Bürger mehrere lebens­gefährliche Stiche in Kopf und Rücken, während zwei andere mit leichteren Stichver­letzungen davon kamen. Als Täter wurden zwei Busenbor re rBurschen dem Amts­gericht in Schotten zugesührt, nach der Verneh­mung aber wieder entlassen.

Kreis Lauterbach.

P. Schlitz, 28. Febr. Die gelegentlich der vor­jährigen Landtagswahl hier gegründete Jugend-

toeil dies dem Menschen nicht patzt, und er die Natur verbessern will, ist eben das Schalten nötig geworden.

Die Zeitmaße werden uns im Gegensatz zu den Raummaßen von der Natur geliefert. Sie schafft uns das Jahr und den Tag, und, heutigen­tags kaum mehr beachtet, den Monat, das heißt, den wirklichen Monat, nämlich die Dauer des Wechsels der Lichtgestalten des Mondes. Aber es klappt nicht: weder besteht das Jahr aus einer ganzen Zahl von Tagen, noch Jahr aus einer ganzen Zahl von Monaten, noch auch der Monat aus einer ganzen Zahl von Tagen. Das Jahr hat 365,242 199 Tage, der Monat 29,530 591 Tage, das Jahr 12,368 266 Monate: aber auch diese Zahlen gelten nur im Durchschnitt, imMittel". Im einzelnen Fall könnten sich Abweichungen zeigen. Bei den künstlichen Zeitmaßen, die der Mensch geschaffen hat, Stunde, Minute, Se­kunde, ist es freilich anders. Sie fügen sich hübsch ineinander, und seit Tausenden von Jahren lernt jedes Kind, daß der Tag 24 Stunden, die Stunde 60 Minuten und die Minute 60 Se­kunden hat.

Aber was das Schalten anlangt, so sind wir nochfein heraus", weil wir nur noch nach Jahren und Tagen, nicht mehr nach wirklichen Monaten, also Mondwechseln, rechnen. Als man das noch tat und verlangte, daß das Jahr, na­türlich im Widerspruch zur Natur, aus einer ganzen Anzahl von Monaten bestehen solle, da muhte man solche Monate genau so einschalten, wie jetzt die Tage: ein Schaltjahr war nicht um den armseligen 29. Februar, sondern um einen ganzen Monat länger als ein anderes Jahr, und das kam alle 19 Jahre siebenmal vor.

Nach der längst geplanten, aber leider immer noch in der Luft hängenden und noch nicht in die Wirklichkeit eingcführten Kalenderresorm soll ja der Schalttag wieder zu hohen Ehren kommen. Er wird feierlich als Festtag verkündet, und alle Welt wird sich auf ihn freuen. Hoffen wir. daß dieser neue, glückbringende Schalttag,

gruppe der Deutschen Dolkspartei I hielt unter außerordentlich starker Beteiligung in Guntrums Saale einen Werbeabend ab. Im | Mittelpunkt der Veranstaltung stand die Vorfüh­rung der vaterländischen FilmeFridericus Rex", Teil 4, undReichspräsident Hindenburg". Um­rahmt war die Filmvorführung von Vorträgen der Musikoereinigung, Liedern zur Laute, ferner von Ansprachen des Vorsitzenden der Iugend- gruppe, des Spenglermeisters H. Adolph jun., des Generalsekretärs der Deutschen Volkspartei in Hessen, des Laikdesvorsitzenden Dingeldey und eines Vorstandsmitgliedes der Darmstädter Jugend­gruppe. Der Werbeabend bedeutete auch durch zahl­reiche Neuanmeldungen von Mitgliedern einen großen Erfolg für die hiesige Jugendgruppe.

Starkenburg.

WSN. Darmstadt, 28. Febr. Auf Veranlas­sung der hessischen Staatsanwaltschaft ist in Wies­baden die Frau Margarete Wolle wegen drin­genden Verdachts des Landesverrats verhaftet worden. Die Verhaftete führte feiner Zeit in Griesheim eine von den Franzosen beschlag­nahmte Wirtschaft. Die Bewirtschaftung erfolgte nach der Beschlagnahme fast ausschließlich nur für die Besatzungstruppen und für die jeweils auf dem Uebungsplatz Griesheim anwesenden Angehörigen der Besatzungsarmee. Die Verfehlungen der Ver­hafteten richten sich gegen den § 6 des Spionage­gesetzes. Weitere Untersuchungen sind im Gange.

Preußen.

Kreis Wetzlar.

WSN. Wetzlar, 28.Febr. Sonntagabend kam auf der Sfeindorfer Chaussee der Inhaber des hie­sigen Radiogeschäfts Otto Kunße aus bisher noch nicht aufgeklärter Ursache mit seinem Motorrad zu Fall. Seine Verletzungen waren so schwer, daß er unmittelbar nach dem Sttirz starb. Eine auf dem Soziussitz mitfahrende Dame wurde gleich­falls verletzt und mußte ins Krankenhaus ge­bracht werden. Ein im gleichen Augenblick die Ün- fallstelle passierender Malerlehrling aus Steindorf wurde von dem Sturz in Mitleidenschaft gezogen und erlitt innere Verletzungen. Auch er liegt im Krankenhaus.

<> Dornholzhausen, 28. Febr. Gin Autounfa11 ereignete sich gestern nachmittag auf der hiesigen Ortsstrahe. Das 3 Jahre alte Kind eines hiesigen Landwirtes lief direkt in ein Personenauto hinein. Nur dem Umstand, daß die Führerin des Autos ein langsames Tempo fuhr und den Wagen sofort zum Stillstand bringen konnte, ist es zu ver­danken, daß das Kind nur geringe Verletzungen erlitt.

O Oberkleen, 28. Febr. Bei der gestern im hiesigen Gemeindewald stattgehabten Brenn- holzversteigerung wurden folgende Preise erzielt: Buchenscheit 30 bis 32 Mk. je 2 Raummeter, Duchenknüppel 25 bis 26 Mk. je 2 Raummeter, Buchenwellen 10 bis 12 Mk. je 50 Stück, Buchenstockholz 8 bis 10 Mk. je Raum­meter, Eichenscheitholz 27 bis 28 Mk. je 2 Raum­meter, Eichenknüppel 16 bis 17 Mk. je 2 Raum­meter, Eichenwellen 8 bis 9 Mk. je 50 Stück, Eichenstockholz 2 bis 3 Mk. je Raummeter, Birkenknüppel 24 bis 25 Mk. je 2 Raummeter und Birken wellen 7 bis« 8 Mk. je 50 Stück.

Kreis Biedenkopf.

D Bischoffen, 28. Febr. Bei der gestern auf dem hiesigen Gemeindehaus abgehaltenen H o l z- berfteigerunq wurden folgende Preise erzielt: Eichen: Kl. 1 15 bis 27 Mk.. Kl. 2 20 bis 28 Mk., Kl. 3 25 bis 30 .Mk., Kl. 4 40 bis 57 Mk., Kl. 5 ca. 50 Mk.: Tannen: SU. la 15 bis 16 Mk., lb 24 bis 26 Mk.. 2a 22 bis 27 Mk., 2b 24 bis28Mk , 3a 30 bis 35 Mk, 3b ca. 20 Mk., 4a ca. 25 Mk. Der größte Teil des dies­jährigen Holzschlages ist bereits im Submisfions'- toege verkauft worden, darunter 800 Festmeter, die als Extrafällung für die im Bau be­findliche Wasserleitung genehmigt worden waren.

Oberwesterwaldkreis.

WSN. Büdingen, 28. Febr. Gestern nach­mittag wurde auf dem am Ortsausgang von Büdingen gelegenen sehr unübersichtlichen Eisen­bahnübergang ein Lastauto einer Hachen­burger Firma von einem heranbrausenden Güterzug erfaßt. Der Wagen wurde voll­ständig zertrümmert. Während der Chauffeur mit dem Schrecken davonkam, erlitt der Begleit- mann schwere Kopf- und innere Ver­letzungen, so daß er in das Krankenhaus nach Marienberg überführt werden mußte.

Kreis Limburg.

WSN. Sitten r ob (Westerwald) 28.Febr. fiitr wurden eine Ehefrau, deren Anwesen kürzlich niederbrannte, und ihr Schwager unter dem dringenden Verdacht der Brand st iftung bzw. der Ansttfttmg hierzu, verhaftet. Die beiden Personen wurden in das Limburger Landgericht-- gefängnis eingeliefert.

AorikirchciMestentagung in Lang-Göns.

4 Lang-Göns, 28. Febr. Wohl selten hat unsere altehrwürdige Kirck)e eine so statttiche Be­sucherzahl aufzuweisen gehabt, als heute bei dem G o 11 e s d i e n st, der die Dorfkirchenälte. sten-Tagung eröffnete. Aus den Bezirken Gie­ßen, Wetzlar, Biedenkopf, Dill- und Oberlahnkreis waren rund 400 Teilnehmer erschienen, um der Ta­gung beizuwohnen. Mit einem Vorspiel des Po­l' a u n e n ch o r s , unter Leitung seines Dirigenten, Weißbindermeisters Boller, über den Chorol Wie schön leuchtet der Morgenstern" wurde d,.- Feier eingeleitet. Orgel- und Posaunenspicl beglei­teten alsdann den Gemeindegesang. Auch der vor einiger Zeit wieder ins Leben gerufene Kirchen­chor, ebenfalls unter Leitung von Herrn B o l le r, trug durch den Vortrag des machtvollen Chores Einer ist König" zur Verschönerung des Gottes­dienstes bei. Der Schriftoerlesung am Altar wlgle die Festpredigt von Pfarrer G i l l m a n n aus Weiler an der Nahe, der die Worte aus dem Evun- gelium Lukas, Kap. 12, Vers 51 bis 53 zugrmche lagen. Sie gipfelte in dem Bekenntnis: Laßt Got­tesfurcht in unseren Familien einziehen und Chri- ftus den Führer im Geben sein!

Die darauf folgende Nachversammlung eröffnete Pfarrer Mahr- Gießen mit Dankes- Worten an alle, die mitgearbeitet haben an den Vorarbeiten zur Tagung. Er begrüßte den Ver­treter des Kreisamts und des Kreisschulamtes, den Superintendenten für Oberhessen. Ober­kirchenrat Wagner-Gießen, besonders aber die Kirchenvorsteher. machte diese auf ihre hohe Aufgabe im Gemeindeleben aufmerksam und for­derte namentlich dazu auf, das Gemeinschafts­gefühl zu pflegen. Sodann hielt Pfarrer Ernst Bürbach von Wersheim bei Kreuznach, Vor­sitzender der Nahegruppe, seinen Vortrag über Familiennot, die eigentliche Not unserer Tage , ilm der Familiennot zu steuern, erhebt der Vor­tragende drei Forderungen: 1. Wir müssen heute unbedingt sittliche gegenseitige Verpflichtung be­kennen, 2. Es müssen um der Ordnung Gotte willen die Grenzen zwischen den einzelnen Geben abschnitten in unserem Volke wieder anetfamr werden, 3. Es muh wieder christliche Ehrerbie­tung untereinander gepflegt werden. Hier die Dorfgemeinde ansehen zum Wohle unserer Familien. Pfarrer Mahr- Gießen dantte dem Redner für seine tiefdringenden Worte.

Nach einer Mittagspause die gastfreund­liche Einwohnerschaft hatte sämtliche auswärtigen Teilnehmer in Quartier genommen wurde um 3 Ahr in der sehr geräumigen Turnhalle unter Leitung von Pfarrer tBiermann (Ebers­göns) die Tagung fortgesetzt. Oberttrchenrat Wagner sprach ein kurzes Gebet. Darauf er­griff Pfarrer Vömel (Rodheim a. d. Bieber) das Wort zu seinem Eraänzungsvortrag: .Die begegnen wir der Familiennot?" P arrer Do­rn e l, der mehr als 11 Jahre als Leiter einem Rettungshaus Vorstand, hat dort die Beobach­tung machen können, daß die meisten der ver­wahrlosten Kinder aus zerrütteten Ehrn stamm­ten. Wird erst die Heiligkeit der Ehe wieder anerkannt, so kann es auf diesem Gebiete wieder besser werden. Die Ehe muß wieder eine Schule werden, worin Gott die Menschen erzieht. Er sprach ferner über die Wohnungsnot und den Geburtenrückgang. Leider nehmen auch auf dem Lande Zügellosigkeit. Zuchtlosigkeit und ilr- zucht vielfach überhand und zerstören avb hier die Familien. Mit einem warmen Appell an die Eltern, Ehrfurcht und gute Sitten zu legen, schloß der Redner seine Ausführungen.

Nach kurzen Dankesworten des Vorsitzenden sprach Regierungsrat Dr. Krüger (Gießen) als Vertreter des Kreisamts und des Kreis­schulamtes Gießen. Er überbrachte die Grüße des Provinzialdirektors und ermahnte alle An­wesenden, tatkräftig mitzuhelfen am Schutze der Jugend zum Wohl unserer Familien. An der nun folgenden sehr fruchtbaren Aussprache be­teiligten sich noch Lehrer Sang (Heuchelheim), ferner Kirchenvorsteher Oßwald (Wieseck), der Ortsgeistliche Pfarrer Wahl, Lehrer Quen - z e r (Niederkleen), Pfarrer Wahl (Butzbach), Pfarrer Koch (Lützellinden) und Pfarrer Köh­ler (Odenhausen a. d. Lahn).

der vorerst noch auf dem Papier steht, bald das Licht der Welt erblicken möge!

Gastspiel int Siadtiheaier.

In der gestrigen Aufführung von Hermann Bahrs Dreiatt.gem LustspielD a s Konzert" gastierte in der Rolle der Eva Gerndl Fräulein Trude Heß vom Landestheater in Detmold auf Anstellung für das Fach der jugendlichen Sentimen­talen.

Die Rolle, die, wenn man sich ganz scharf an die enge und etwas altertümliche Fachbezeichnung halten will, überall ausgesprochene Jugendlichkeit voraussetzt, dagegen nur im dritten Aktsentimen­tal" wirkt, ist nicht gerade hervorragend geeignet, die gesamten Fähigkeiten der jenseitigen Trägerin ausführlich und in gewissem Sinne entscheidend zur Kritik zu stellen: sie ist erstens nicht sehr um­fangreich, und zweitens versammelt sich das über­wiegende Interesse des unbefangenen Zuschauers für den größeren Teil des Abends auf eine Anzahl anderer Gestalten im Stück.

Fräulein Heß hatte für die Partie eine gute, bühnenmäßige Erscheinung einzusetzen, die durch die Toilettenwahl apart und unaufdringlich zur Geltung gebracht wurde: ihre stimmlichen Mittel befriedigten für die gewählte Rolle durchaus, doch läßt sich über Umfang und Variabilität des Or­gans nach dieser kleinen Probe natürlich nichts sagen, um so weniger als der erste Akt sehr schnell gespielt wurde und vermutlich eine gewisse (psycho­logisch durchaus begreifliche) Nervosität den Sprech­ton und übrigens auch die Gestik und die gesamte Körperhaltung etwas forcierte. Im Schlußakt wirkte der Gast in jeder Hinsicht ausgeglichener.

Im ganzen ist also nach dieser kurzen Probe ein Engagement weder zu befürworten noch abzu­lehnen: man müßte die Schauspielerin in einer größeren Rolle sehen, die ihr mehr Möglichkeiten zur Entfaltung und dem Referenten erschöpfender über den Umfang ihrer schauspielerischen Mittel Auskunft gibt: die besonderen Verhältnisse an un­serer Bühne (wie wohl mehr oder minder an jedem Prooinztheater) erfordern ja eine möglichst viel­

seitige Begabung und bedeutende Wandlungsfähig­keit auch innerhalb des formell festbegrenzten Faches": die bisherige Spielplangestaltung und die daraus sich ergebende Beschäftigung des Soloper­sonals hat das zur Genüge erwiesen, und eine we- senlliche Aenderung dieser Verhältnisse ist weder zu wünschen noch auch kaum zu erwarten.

Die Aufführung, die übrigens allenthalben einen sehr frischen und lebendigen Eindruck hinterließ, war stark besucht: der Beifall war verdient, und es gab viele schöne Blumen und zarte Angebinde.

Dr. Th.

Federzeichnungen von Schwind.

älnveröffentlichte Federzeichnungen Moritz von Dchwinds bringt das Februarheft desÄ unft * w a r t s" (Calttvey, München), der wiederholt m früheren Jahren für diesen deutschen Meister etn- getreten ist. Es sind vier Blätter mit je neun Bildern, auf sechs gut gedruckten Tafeln verteilt. Krähwinkeliaden mit entsprechenden Versen vom Jahre 1826. Prof. Joseph Popp schreibt beruhet u. a.:Diese Arbeiten des 22jährigen Künstlers, der damals noch wesentlich Autodidakt war, zeigen schon seine Begabung für das Genremäßig-An- schauliche, für das Pointierte des Inhalts und eine persönliche Ausdrucksweise. An Arbeiten aus der Zeit der vollen Meisterschaft gemessen, ent­behren sie der späteren Freiheit, Zügigkeit uno Sicherheit, welche Schwind erst in der Schule des Cornelius, die um 1828 einsetzte, fand. Aber auch ohne diese volle Errungenschaft haben unser Zeichnungen einen mehr als bloß geschichtlich Entwicklungswert: er besteht aufoerbem tn oc schon erwähnten Humorisierung der bürgerlichen Kleinwelt, in originellen Formerfindungen un einem zeichnerischen Vortrag von

Reiz." Auf die Faschingsstimmung dieses Monat ist das Kunstwartheft ferner durch einige nayez unbekannte Karikaturen Bonaventura Genell auf W. Kaulbach eingestellt, dann auch durw einige Proben aus H. v. Gumppenbergs teutsche Dichterroh" und anderen der fröhlich Muse gewidmeten Werken.