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Der HärtefonvS, der in der ursprünglichen Vorlage 10 Mill, betrug, ist in der neuen Vor­lage auf 30 Mill, erhöht worden. Der Antrag auf Bewilligung einer Beihilfe aus dem Härte­fonds muh beim Reichsentschädigungsamt bis spätestens 31. Juli 1928 gestellt werden. Für Wertpapierschäden, für die eine Rach- entschädigung festgesetzt worden ist, beträgt die Entschädigung für die ersten 200 000 Mark des Grundbetrages 12 Prozent: übersteigt der Grund­betrag 200 000 Mark, so erhöht sich die Stamm­entschädigung bei Entwurzelung in Verbindung mit Wiederaufbau um 5 Proz., bei Wieder­aufbau allein um 3 Proz. des zwischen 200 000 und 50 Mill. Mk. liegenden Teiles des Grund­betrages. Zu erledigen sind nunmehr nur noch die Verfahrens- und Uebergangsbestimmungen, die steuerlichen Bestimmungen und die Schiuß- bestimmungen.

Die Berfaffungskommission.

Neun Mitglieder

durch die Reichsregierung ernannt.

Berlin, 29. Febr. Vor kurzem wurde ge­meldet, daß das Reichskabinett sich über die Besetzung der neun Stellen, die der Deichsregierung in der V e r f a s f u n g s k o m - Mission der Länderkonferenz zugestan­den, schlüssig geworden ist, und daß es seine Vorschläge den Ländern mit der Aufforderung zugeleitet hat, ihrerseits die neun anderen Mitglieder für diese 18gliedrige Kommission zu berufen. Von der Reichsregierung wurden laut Lokalanz." folgende Personen berufen: Die Reichsminister v. Keudell, Curtius, K ö h- l e r und Schätze!, der Berliner Staatsrechts-- lchrer Prof. T r i e p e l und der Heidelberger Staatsrechtslehrer Prof. A n s ch ü tz , der frühere Deichsnünister Hamm, der frühere preußische Staatssekretär Dusch und der Zentrunrsabg. Brüning. Sparkommissar S ä m i s ch wird als Sachverständiger hinzugezogen werden. Den Vorsitz wird der Kanzler und in seiner Vertretung der Vizekanzler führen, die beide in die Zahl der 18 Mitglieder nicht eingerechnet sind.

Die Finanzierung des Notprogramms.

Parlamentarische Kritik.

Eigener Drahtbericht des ..Gießener Anzeigers".

Berlin, 29. Febr. Wie eigentlich überall im Leben, so spielt bei der Erledigung des sogenannten Notprogvamms der Reichsregierung das Geld die größte Rolle. Mit Recht wurde deshalb in der Reichstagsdebatte daraus hinHvwiesen, daß der Reichsfinanzminister doch erst kürzlich er­klärt hab«, keinerlei Mittel für weitere Anforderungen irgendwelcher Art zur Verfü­gung zu haben. Und deshalb wurde von allen Sei­ten der Verwunderung Ausdruck gegeben, daß plötz­lich !o oielGeldda sein solle. Richt nur aus Kreisen der Opposition, sondern auch aus weiten Kreisen der bisherigen Regierungskoalition wird deshalb das Argument oorgebracht, daß Herr Dr. Köhler als Finanzminister solche Mittel niemals be­willigen würde, daß er aber jetzt eben doch zu stark unter dem Zwange der Konstellation als Mit­glied einer Regierungspartei schon mit Rücksicht auf di« kommenden Wahlen zu anderen Entschlüssen hinneig«. Die Mehreinkünfte aus den Zöllen werden, wenn auch nicht ge­rade angezwetselt, so doch als der beste Beweis da­für betrachtet, wie hinderlich unsere Zollpolitik un­serer Handelsoertragspolitik gegenüber fei. Die Er­spar n i s s e, die ebenfalls zur Deckung der Neu­anforderungen dienen sollen, wirken in parlamen­tarischen Kreisen keineswegs überzeugend. Es steht deshalb zu erwarten, daß die Finonzfrage mit aller Energie in den Vordergrund gerückt werden wird, ehe es parlamentarisch möglich sein wird, das Ar­beitsprogramm zu erledigen. Die Andeutungen, die die Abgeordneten v. Gusrard und Dr. Scholz machten, dürsten dies auch bestätigen.

Für den 1. März ist eine Plenarsitzung des Rcichsrats einberufen worden, die sich mit dem Rachtragsetat für 1927 und den Aus­führungsbestimmungen des Besoldungs­gesetzes zu befassen haben wird. Eben'o liegt dieser Sitzung der Entwurf zur Aenderung des Tabak st euergesehes vor. Was den in der Regierungserklärung angekündigten Perso- naletat betrifft, so handelt es sich hierbei nicht um die Forderung neuer Stellen oder er­höhter Gehälter, sondern vielmehr lediglich um die Ausarbeitung der Besoldungsreform, also um den genau präzisierten Stellen­plan, der sich aus dieser Reform ergibt. Selbst­verständlich läuft dies praktisch durch die Reu­anforderungen der Ministerien auf eine Einrich­tung neuer Stellen heraus, die allerdings in ihrer finanziellen Auswirkung nicht über das Maß der für die Besoldungsresorm bereitgestell­ten Mittel hinausgehen dürfen.

Der Streik inderDerlinerMetallindustrie

Berlin. 28. Febr. (WB.) Der Verband Derliner Metallindustrieller tellt u. a. mit: Die Dertrauenskommission des Ver­bandes Berliner Metallindustrieller hat in einer heutigen Sitzung zu der durch den Streik der Werkzeugmacher geschaffenen Lage Stellung ge­nommen. Die Berichte der bestreikten Betriebe ergaben, dah ohne die Arbeit der Werkzeug­macher eine Aufrechterhaltung der Betriebe nur n och f ü r wenige Tage möglich ist. und daß von den bestreikten fünf Betrieben bereits vier spätestens am Samstag zum Er­liegen kommen werden. Ein Betrieb wird in der Lage sein, noch ein oder zwei Tage länger arbeiten zu können. Zn allen Betrieben werden einzelne Abteilungen bereits vorher an der Weiterarbeit verhindert sein. Wenn die Werk- zeugmacher durch Verharren im Streik die Be­triebe mit ihren über 60 000 Arbeitern und Ar­beiterinnen la hmlegen, so wird der Verband Berliner Metallindustrieller zum Anfang der kommenden Woche zu der hierdurch geschaffenen Lage Stellung nehmen. Dis zur Stunde streiken wie die ,WZ." meldet, die Werkzeugmacher in den fünf Berliner Großbetrieben: Siemens Lorenz, Mix & Genest, Deutsche Telephonwerke und Bergmann. Einigungsverhandlungen sind von keiner der beiden Part ien beabsichtigt und der Schlichter kann nicht eingreifen, w:il ein Tarif für die in Betracht kommenden Arbeiter nicht besteht. Infolge des Streikes wird es nack Erllärungen, die dem Blatt von Arbeit-

geterseite gemacht teerten, nicht möglich fein, die übrigen Metallarbeiter und -arbeiterinnen bis über den Freitag hinaus zu beschäftigen. Mit dem Fehlen der Vorarbeit soll deshalb ganz automatisch die Schließung derDetriebe eintreten. In den genannten fünf Betrieben sind etwa 60 000 Arbeiter und Arbeiterinnen beschäf­tigt, die mit Ablauf dieser Woche e n t l a s - s e n werden würden.

Finanzausschuß des Hessischen Landtags.

Von unserer Darmstädter Redaktion.

Darmstadt, 28. Febr. Der Finanzausschuß beschloß die Abstimmung über jtapitel 1 des Staatsvoranschlags, insbesondere die über die Rotstandsaktion für den Vogels­berg in forstlicher Beziehung, am Donnerstag vorzunehmen. Der Ausschuß trat dann in die Beratung des Kapitels 2 (Siedlungswesen) ein. Ein kommunistischer Antrag, daß angepach­tetes Gelände bei Weiterverpachtung den Selbst­kostenpreis nicht übersteigen dürfe, wurde gegen eine Stimme abgelehnt. Ein weiterer Antrag der Kommunisten, wonach Siedlungsland, das durch den Besitzer selbst in eigener Arbeit ur­bar gemacht wurde, von den staatlichen Abgaben zu befreien sei, wurde ebenfalls gegen eine Stimme abgelehnt. Das gleiche Schicksal hatte ein kommunistischer Antrag über die Zuweisung von Gelände von Gutshöfen. Ein weiterer An­trag der Kommunisten bezog sich auf Titel 6 dieses Kapitels, worin für Nachlässe usw. im Budget 2000 Mark eingesetzt sind. Diese Summe sollte auf 10 000 Mark erhöht werden. Ein An­trag in gleichem Sinn des sozialdemotratischen Abgeordneten Maurer wünscht die Summe auf 8000 Mark festgesetzt. Die Regierung gibt hierzu eine Erläuterung, die dahingeht, daß die im Etat eingesetzte Summe ausreicht und daß einige andere Titel übertragbar seien, so dah sie auch unter Llmständen zur Deckung herangezogen wer­den könnten. Der kommunistische Antrag wurde daraufhin für erledigt erklärt und der Antrag Maurer zurückgezogen. Gin Antrag Maurer be­züglich der Siedlung des von Riedeselschen Pacht­landes fand feine Erledigung dahin, daß die Regierung ermächtigt werden soll, Zinsenforde­rungen auf Antrag, nach Prüfung der Rotlage, zu erlassen. Diese Regelung wurde einstimmig angenommen.

Oer $alf Herhberg.

Berlin, 28. Febr. (Privat.) Die Blätter ver­öffentlichen ein Schreiben, das die Leitung des diesjährigen Berliner Kommerses Alter Korpsstudenten dem Staatssekretär des Auswärtigen Amtes, v. Schubert, auf seine Anfrage über den Inhalt der Rede des Landrates von Herhberg hat zugehen lassen und worin u. a. erklärt wird: Es ent­spricht nicht den Tatsachen, daß persönliche Angriffe gegen _ den Außenminister oder über­haupt gegen frühere oder derzeitige Mitglieder der Reichsregterung erfolgt sind: auch die heu­tige S t a a t s f o r m ist in keiner Weise ange­griffen worden. Die Kommersleitung wird schon im Hinblick auf die Verschiedenartigkeit der poli­tischen Lieberzeugung der Angehörigen des Es­sener Verbandes für die Folge noch in stär­kerem Maße als bisher Bindungen herbei­führen, die Reden politischer Fär­bung ausschließen.

Die Genfer Ratssitzung.

Stresemanns Besprechungen.

Eigene Drahtmeldung desGießener Anzeigers".

Berlin, 29. Febr. Am kommenden Samstag wird der an der Riviera weilende Außenminister Dr. Stresemann seinen Erholungsurlaub ab- brechen und zur Sitzung des Völkerbundsrates nach Genf fahren. In den letzten Tagen hat er eine ganze Reihe wichtiger Besprechungen gehabt, die mit der Tagung in Zusammenhang stehen. Er wird noch im Laufe der Woche den Staatssekretär von Schubert, der Berlin be­reits verlassen hat, bei sich als Gast sehen, um mit chm alle Konfliktstoffe im einzelnen durch- zugehen, mit denen sich der Rat wird beschäftigen müssen. An erster Stelle steht die St. Gott- Hardter W a f f e n a s f ä r e , die uns vor recht schwierige Situationen stellt, besonders wenn cs gilt, sich darüber zu entscheiden, ob zu einer Volkerbundsuntersuchung geschritten werden sott oder nicht. Wahrscheinlich werden diesmal die Unterhaltungen der Außenminister außerhalb der Ratssitzungen von Bedeutung sein. Wir denken dabei an eine Zusammenkunft zwischen Driand und Stresemann, die schon im Anschluß an die Rede und Gegenrede im Reichstag und französische Kammer über das Rheinlandproblem fällig ist. Da sich Dnand grundsätzlich bereit erklärt hat, sich mit uns über die Rheinlandräumung zu unterhalten, wird sich jetzt Gelegenheit geben, eine entsprechende Unterhaltung in die Wege zu leiten.

Afghanische Llnabhängrgkeüsfeier.

Der Reichspräsident als Gast des Königs. , Berlin, 28. Febr. (WTB.) Aus Anlaß des 10. Unabhängigkeitstages von Afghanistan hatte

ute abend das afghanische Königspaar i.i das Palais Prinz Albrecht zu einem F e st - eiseneingeladen. Kurz nach 7 Uhr erschien der Reichspräsident in Begleitung des Staatssekretärs Dr. Meißner und wurde in der Dorhalle von dem hiesigen afghanischen Gesandten empfangen. Der Einladung waren u. a. gefolgt: Der Stellvertreter des Reichskanzlers, Erz. H e r g t mehrere Mitglieder des Reichskabinetts und des preußischen Staatsministeriums, der Doyen des diplomatischen Korps, Nuntius Pacelli, verschie- bene in Berlin akkreditierte Botschafter, owie der persische Gesandte.

Bei der Tafel begrüßte der König den Reichs- Präsidenten und sprach seinen Dank aus für die freundliche Teilnahme an der heut gen Feier des Unabbäng!gkeitstages, und gab seiner Freude dar­über Ausdruck, daß er diese Feier gerade in Deutsch- land begehen könne. Der Reichspräsident sprach in seiner Erwiderung dem Königspaar seine und der Reichsregierung herzliche Glückwünsche zum heutigen Tage aus. An das Festessen schloß sich em großer Empfang, zu dem das gesamte diplomatische Korps, die Spitzen der Behörden,

Vertreter der Wissenschaft und Kunst, der Industrie, des Handels und der Wirtschaft, sowie der Presse eingeladen waren.

Aegypten.

Der neue Siaatsvertrag mit England.

Kairo, 28. Febr. (Reuter.) Die ZeitungQH- mokattam" gibt unter Vorbehalt die'Haupt­punkte des neuen Vertragsentwur­fes wieder, über den zur Zeit zwischen England und Aegypten verhandelt wird. Danach würden die englischen Truppen auf den Flug­plätzen weitere fünf Jahre stationiert bleiben. Großbritannien würde Aegypten bei der Re­form der Kapitulationen unterstützen. Aegypten würde die britischen Berater nach einer Periode von fünf Jahren e n t l a s - s e n. Dom Zeitpunkt der Llnterzeichnung des Vertrages würde Aegypten als souveräner Staat betrachtet werden, der das Recht hätte, mit fremden Mächten Verträge wirt­schaftlicher und kommerzieller Art abzuschliehen, während politische Verträge der Genehmigung Großbritanniens bedürften. Die ägyptischen Ratioi'.alistenführer beraten zur Zeit den Standpunkt, den sie gegen­über dem neuen Vertragsentwurf einnehmen wollen.

Der Antikriegspakt.

Eine neue amerikanische Note an Briand.

Washington, 28. Febr. (WTB.) Line neue Rote des amerikanischen Staatssekretärs Kellogg an den Minister des Aeußern Briand legt nochmals eindringlich bar, daß Frankreich, wenn es einen zweiseitigen Vertrag als nicht gegen seine Verpflichtungen gegenüber dem Völkerbunde ver­stoßend betrachte, einem mehrseitigen ver­trage zwischen den europäischen Großmächten und den vereinigten Staaten ebenso unbedenk­lich ; u st i m m e n könne. 3n Regierungskreisen wurde besonders auf den letzten Absatz der Rote Kelloggs hingewiesen, der eine feierliche Ab­lehnung aller Kriege enthalte, und den Standpunkt der Vereinigten Staaten dahin zusam- mensasse, daß jeder Krieg ein Angriff auf die menschliche Gesellschaft sei. »

Die Morgenblätter nehmen bereits zu der Ant­wortnote Kelloggs in der Frage des Anti-Kriegs­paktes Stellung. Allgemein kommt man zu der An­sicht, daß die Lage sich durch die Note keineswegs geklärt habe.Q u o t i b i e n" schreibt:Die Ant­wort Kelloggs ist sehr entmutigend, denn sie bedeutet nur eine Verpflichtung ohne Sanktionen und Garantien, also ein Versprechen, und nichts weiter."M a t i n" er­klärt:Die französische Regierung wird Kellogg die Frage stellen müssen, ob er sich mit dieser plato- Nischen Erklärung begnügen würde." Echo de Paris" sagt:Es ist uns im Grunde genommen wiederum die amerikanische Note vom 11. Januar aufgetischt worden. Unser Vorbehalt wird von Washington abgelehnt, da er geeignet sei, dos neue Instrument der Eintracht zu schwächen."

Das amerikanische Jlotienprogramm.

W a s h i n g t o n, 28. Febr. (WB.) Im Weißen Hause wurde mitgeteilt. Präsident Coo- l i d g e habe den gestern ihn zu w e i t e r e r B e - schränku ng der F ottenrüftungen auffordern­den Delegierten kirchlicher Vereinigungen er­widert, das gegenwärtige Marineprogramm halte sich innerhalb der in. Genf von den Vereinigten Staaten vorgeschlage­nen Grenzen und bleibe weit hinter den damaligen englischen Bedingungen zurück. Es könne _ daher nicht a l s aggressiv oder unmäßig bezeichnet werden. Amerika wünsche Frieden, und kein anderes Land brauche sich wegen der amerikanischen Flottenbauten zu be­unruhigen. Der Marincausschuh des Repräsen­tantenhauses gab seine Einwilligung dazu, daß die Bestimmungen, wonach die vorgesehenen 15 Kreuzer und das Flugzeugmutterschiff innerhalb von sechs Jahren fertiggestellt fein sollten, aus der Vorlage gestrichen wird.

Abnahme der Zrergabebill im Senat.

Washington, 28. Febr. (WB.) Der Senat nahm heute die Freigabebill in der am Freitag von Delegierten beider Häuser festgelegten Kom- promißform an. Die Dill geht nunmehr dem Repräsentantenhaus erneut zu.

Aus aller Welt.

Tarlfabschluh im versicherungsgewerbe.

Zwischen dem Arbeitgeberverband Deutscher Ver­sicherungsunternehmungen einerseits und dem im Gewerkschastsring zusammengeschlossenen Verbän- den (Allgemeiner Verband der Versicherungsange­stellten und GDA.) andererseits ist für die Zeit vom 1. April 1928 bis 31. März 1929 der Gehalts- tarif für das Versicherungsgewerbe neu abge­schlossen worden. Die neu vereinbarten Gehaltssätze sehen eine allgemeine Erhöhung der Gehälter um 7t Proz. vor. Die übrigen geldlichen Leistungen (Soziale Zulagen, Abteilunggleiterzulagen und ' Spesensätze) sind ebenfalls erhöht worden.

Verlobung des Fürsten Bismarck.

Fürst Otto von Bismarck hat sich mit Fräulein Ann Mari Tengbom verlobt. Die Verlobung wird am l.März öffentlich bekanntgegeben und in Stockholm im engsten Famitte kreise ge­feiert werden. Der Fürst, der heute im 31. Le­bensjahr steht, ist als Legationssekretär bei der Gesandtschaft in Stockholm tätig.

Der Untergang derAlcantara".

Die mit der Untersuchung über den Untergang derAlcantara" betrauten britischen Behörden haben die Haltung des Kapitäns des russi­schen Schulschiffes Tovaritsch streng gerügt und gesagt, es sei nicht zu begreifen, daß er nichts unternommen tjabe, um Menschen­leben zu retten. Denn man solle in einem solchen Falle mehr an die anderen denn an sich selbst denken.

Fernflug derLos Angeles".

In amcri.anische.r Regierungs.v.isen betrachtet man einen ohne Zwischen!adnu:g durchge^ührten Flug der2d3 Angeles' von Reuyork bis zum Pana matanal als einen o,fen.unöigen Beweis dafür, dah Lu tschifse dieses Typs für Flüge mit weiten Ent ernungen geeignet sind. DieLos Angeles" hat die Strecke von 2265

Meilen in 39 Stunden 45 Minuten zurückgelegt Der Flug ist der größte Fernflug des Luit- fchifses seit seiner Fahrt von Deutschland neck Amerika. Der Vertreter der Goodyear Zeppelin Company empfahl dem Kongreßausschuh den Bau von zwei Luftschiffen, die im Frie. den als Handelstransportmittel sowohl für fon- tinentale, als auch für Transatlantikflüge ver­wendet werden könnten. Der Bau von zwei Luftschiffen würde 8 Millionen Dollar kosten nur ein Luftschiff 51/2 Millionen Dollars.

Hochwasser in China.

Rach einer Meldung aus Peking ist der Gelbe Fluß bei Litsing an seiner Mündung über die Llfer getreten. Achtzig Dörfer sollen über­schwemmt sein. 20 000 Chinesen sotten ihre Woh. nungen haben räumen müssen.

Ein Postschaffner überfällt einen Geldbriefträger.

Im Haus.lur eines Hauses in S t c 111 n wurde ein Geldbriesträger von einem Manne überfallen der ihn mit einem Totschläger mehrere Male über den Kopf schlug. Der Briefträger fetzte sich zur Wehr und schrie nm Hilfe, toorau1 der Täter flüchtete. Er wurde verfolgt und tonnti fest genommen werden. Mit Erstaunen stellt! man auf der Polizei fest, daß es sich um der Postschaffner Genfow aus Stettin handelt.

Verhaftung eine» Scheckschwindlers.

Einem raffinierten Großschwindler ist eine Werf, in Iadestetten zum Opfer gefallen, die ihm vc: einiger Zeit «in großes Schwimmdock noch Amerika zu dem Preise von anderthalb Mil, lionen Dollars verkauft hatte. Der Käufer hatte 175 000 Mark durch Scheck angezahlt worauf sofort die Instandsetzungsarbeiten für öii Uebergab« eingeleitet wurden. Wie sich nunmch herausgestellt hat, ist der Scheck gefälscht und derKauf fingiert Der Schwindler wüte in Bremen verhaftet

Schwerer Motorradunfall.

In der vergangenen Rächt fuhr in der RA der Schneidemühle von Herrenbreitungen bei Tiefenort (Werra) ein Motorrad auf einer. Wagen auf. Der Fahrer und sein auf dem Soziur sitzender Begleiter wurden vom Rade gt- schleudert und so schwer verletzt, baß sie noch in der Rächt ihren Verletzungen er­lagen.

Anschlag auf einen italienischen Jesuilenpaler.

Auf den früheren Generalsekretär der Gesell­schaft Jesu, den Geschichtsschreiber des Jesuiten­ordens, Pater Dacchi Venturi, ist ein Attentat verübt worden. Ein junger Mann versuchte m dem Kloster an der Iesuskirche in Rom mit einem dolchartigen Instrument dem Gelehrten den Hals zu durchbohren. Der Pater wurde ver­wundet: der Täter ergriff die Flucht. Heber das Motiv der Tat herrscht noch Unklarheit.

Deckeneinsturz in Kassel.

Ein Deckeneinsturz ereignet« sich in dem Hause Pferdemarkt 11. Als die Familie F. beim Kaffee- trinken saß, gab es oben auf dem Boden plötz­lich ein Donnergepolter und im gleichen Augen­blick brach auch die Decke durch und zahl­reiche Ziegelsteine prasfelten in die Küche. Die Untersuchung ergab, daß das Mauerwerk einer Außenwand eingestürzt war und die Decke durchschlagen hatte. Durch die Er­schütterung war eine weiiere Zwischenwand auf dem Boden eingestürzt und hatte die Senkung der Decke im Schlafzimmer der Familie F. herbei­ge ührt. Die Baupolizei ordnete die sofortige Räumung des Hauses an, da sich auch an anderen Stellen Ris,e und Senkungen be:uerkhar machten.

Oie Wetterlage.

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Wettervoraussage.

Unter dem Einfluß des westlichen Tiefdruck­gebietes, das sich reeller ostwärts auäbrcitet, tarn es über England, dem Kanalgebiet und der Bretagne bereits zu R e ersch.ägen. Die Wind- ftrömung des Tie,s wird auch unerem Gebiet Bewölkung zu'ühren und außerdem muß mit ver­einzelten Rie^e.schlügen gerechnet werden.

Wettervoraussage fürDonners- tag: Zeitweise ftärler bewölkt, mild, veremzette Riederschlage. _ _ .

Witterungsaussichten für öret - tag: Wolkiges Wetter, Tempe aluren wenig ver­ändert, wei.echin eiuze.ne R.eoerschlüge.

Lufttemperaturen am 23. Februar: mittags 7,7 Grad Celsius, abends 0,0 Grad EelsmS: am 29. Februar: morgens1,3 Grad Gclstu. Maximum 8,2 Grad Celsius, Minimum » Grad Celsius. Erdtemperaturen in Zeat meler Tiefe am 28. Februar: abends 2,8 Grat Celsius: am 29. Februar: morgens 1.0 Gr Celsius. Sonnenscheindauer 9 Stunden.