Einzelbild herunterladen

eine große Reih« hervorragender Persön­lichkeiten des hamburgischen Südamerikahandel» mit ihren Damen teilnahmen.

VieBremen" in Deutschland.

Mit dem DampferCrescld" de, Rorddcutjcheir Lloyd traf Im Bremer Freihafen das Junkers» flugzeug ..Bremen" ein. mit dem Köhl, von Hüneseld und Figmaurice den Atlantik in der Osiroeslrichtung überflogen. Da» Flugzeug wird nach Dessau zu den Iunkerowerten weiterde- fördert und wird noch seiner Reparatur auf der Ila in Berlin ausgestellt und gelangt dann nach Amerika zurück, um bort gemäß der Stiftung des Herrn von Hünefeld einem Museum übergeben zu werden.

Der Madrider Theaterbranü.

Der Eigentümer d«S Theaters Rovedab« sagte bei der Vernehmung durch den mit der Untersuchung der Llrsachen des V ran des beauf­tragten Richter auS, das Theater RovedadeS fei mit einem vorfchrift-mLhiaen eisernen V ü h n e n v o r h a n g versehen gewesen. Man habe diesen jedoch nicht herab­lassen können, weil da» Feuer es -unmöglich machte, an die Winde zur Dedienung des Vorhanges heraiuukommen. Oberbrandd.rektor Gernpp wird sich in Begleitung deS Düsseldvrser Branddirektors Petersen noch Madrid be­geben, um die Ursachen und Auswirkungen der Theaierbrandkatastrovhe an Ort und Stell« zu studieren und gegebenenfalls di« gewonnenen Eindrücke zur Verhütung ähnlicher Katastrophen zu verwenden.

Die Lxploflonskalostrophe bei Melilla.

Durch die Pulvererplofion im Fort Labre- rizas wurden die Baracken, in denen die «Siiv geborenentruppen untergedracht find, fvwic meh­rere andere kleine Forts stark beschädigt. LS wurde der strenge Drsehl gegeben. 30 ron«u Nitrozellulose, die in dem Fort Leina Legente lagerten, aus den Gewölben herauSzuholen und unter freiem Himmel zu lagern. 3n dem Munitionslager des FortS LabrerizaS befanden sich außer 20 Tonnen schwarzem Pulver 40 000 Artilleriegeschvsse rerschiedenen Äir liberS.

Frontfolüalentag 1929 in München.

Wie der Stahlhelm mitteilt, Hot der Landes- vorstand des Stahlhelms beschlossen. im nächsten Jahre den Frontsoldalentag in München obzuhal­ten. In Aussicht genommen ist dafür der 8. und 9. Juni.

Todessturz aus dem fahrenden Zag.

Nach einer Mitteilung ber Reichsbohndirettion Schwerin stürzte Donnerstag nachmittag zwischen den Stationen Primerbura und Gü­strow aus einem Dogen 4. Klasse eines Per« sonenzuaes der 12jährige Knabe Gustav Maerkec au» Güstrow und sand vor den Äugen sei­ner Mutter, die sich in feiner Begleitung be» fand, auf der Stelle den Tod. Der Knabe hatte nach Angaben von Mitreisenden mit dem Türdrücker gespielt, plötzlich östnetc sich die Tür und der Knabe stürzte hinaus.

Flugzeugabsturz in Warnemünde

Bn den Grnst-Henckel-Flug^eugwerken in Warnemünde ist ein neue- Sees lugzeug über dem Meere abgestürzt. Der Absturz er­folgte noch einer Reche gelungener Kunstfluge im An'chluh an einen länaoren Ruckenklua. D<r Flug- ,y?ugHU)rcT von ProoLzynskt verunguickte t S d -

Explosion eine» Schmelzkesiel» 13 Tote.

In Piacenza explodierte in einer Werkstätte deS Arsenals ein «Schmelz- kessel. 13 Zivilarbeiter fand.m habet den Tod. 4 weitere wurden schwer verletzt.

Oie Wetterlage.

DerGraf Zeppelin" besucht München.

Aeiterfahri in Richtung Wien.

Friedrichshafen. 28. Sept. (WTB. Funk- sprucy.) DerGraf ^ep^clin' ist heute morgen punkt 7 Llhr zu seiner heutigen Fahri auf» gestiegen. Kurz vor 7 übt wurde er auS der Halle gebracht und bald daraus war er schon in den Lüften verschwunden, obwohl der Rebel sehr stark auf chn drückte. Es herrschte leichter Rordwind und Regen. An der Reise neh­men teil: Reichstagspräsident Löbe . Reichs- tagSvizeprötident von Kardorff mrd feine Gattin, ferner der Schöpfer des Deutschen Mu­seums, OSkar von Miller. Staatsrat Rau (Stuttgart), Ministerialrat Staiger vo.n würt- tembergifchen Wirtschaftsministervum, die eng­lischen Lustschisssachverständiaen Scott uno D o o t h und Kommandeur Rosendahl.

Das Luftschiff hat um 8.40 Uhr morgens München erreicht und treuste über der bayerischen Hauptstadt. Don Bord des Luft­schiffes wurde ein Brief der Besatzung an die Münchener Bevölkerung gesandt, der folgende Worte enthält: »Der mrvergeh ich schönen Stadt München entbietet »Gras Zeppelin" seine Gruße, der Hauptstadt Bayerns, der treuen Hüterin von Kunst und Wissenschaft. Soeben fliegen wir dem alten Wahrzeichen her Stadt, den mäch­tigen Frauentürmen entgegen. Heiter grüßen uns die grünen Büsche des Englischen Garten-, da- grüne Band der Isar. Unsere Grütze gelten euch Münchener Büraern." Der »Graf Zeppelin"" nahm darm von München Kur - nach Rosenheim, Kufstein Salzburg.

Rundfunk vom Zeppelin aus.

Eckcncr. Lobe und Miller begrüßen die Münchener.

München, 28. Sept. (WTD. Funkspruch.) Wäh­rend das LuftschiffGraf Zeppelin" über der Stadt München kreuzte, hielten in der Funkkabine des Luftschiffes Dr. Eckener, Reichstagspräsident Lobe und Oskar von Miller, der Schöpfer des Deutschen Museums, Ansprachen an die Münchener Bevölkerung.

Dr. Eckener

führte u. a. aus:Meine sehr verehrten Damen und Herren! Ich wünsche Ihnen von Bord des Luft- sch.ffes aus einen schönen guten Morgen, und daß sie alle gut geschlafen haben mögen. Die» ist das erste Mal, daß ein Luftschiff a n d e n D e u t - chen Rundfunk angeschlossen ist, und ich möchte diese Gelegenheit benutzen, allen lieben- rern und Hörerinnen, die zum Bau dieses Luftschiffes beigetragen haben, von Bord des Luftschiffes au» hiermit meinen herzlichsten Dank auszusprechen. Wir

sind in einer schonen Fahrt in IM otunben von Friedrichshafen bis über München gekommen. Denn ich über die Schönheit und Annehmlichkeit dieser Fahrt zu Ihnen sprechen wollte, so würden Sie doch vermutlich mich für Partei halten, aber wir haben an Bord den Reichstagspräsidenten Lobe und Seine Exzellenz Oskar von Miller, und diese beiden Herren werden seht mit kurzen Worten Ihnen über die Eindrücke der Fahrt, die sie gewonnen haben, sprechen."

3n der Ansprache, die Reichskagspräfldcnl Cöbe von Lord des Zeppelins an die Rundfunkhörer richtete, führte er n. a. au»:

.Guten Morgen verehrte Münchener! Mrt Ihrem Oberbürgermeister Scharnagel. Bürger­meister Dr. Küfner und mit meinem Kollegen vom Reichstagspräfidlum begrübe ich die Be­wohner von München und grüße die Bewohner der Stadt, die diesen Morgen un- so freundlich zugewinkt haben. Sie haben das majestätische Flugzeug nur kurz erblickt, aber sie haben kei­nen Begriff von der unbeschreib­lichen inneren Erhebung, die es gewährt, an einem so schönen Morgen wie heute über Wälder, Seen und Städte zu fliegen, in der Rachbarschaft der Berge, die im Reuschnee er glänzen. Dabei haben wir ein Gefühl der absoluten Sicherheit, daS uns alle be­lebt. Wir sitzen hier wie in heimatlichen Sofa-, wie in dem Abteil eines v-Zug«S, nur dah die Fabrt ruhiger ist und die Gegend schneller vor- beiflieat. Wir beglückwünschen den genialen Schöpfer dieses Luftschiffe-. Dr. Eckener, und seine tapfere Mannschaft und hoffen auf eine weitere glückliche Fahrt.

Exzellenz von Miller

ber Schöpfer des Deutschen Museums sprach ungefähr folgendes: .Zu den größten Meister­werken. die das Deutsche Museum aufbewahrt, gehören Reliquien des ersten Zeppe­lin-Luftschiffes. gehören Modelle vom ersten Luftschiff. Mit einem der ersten Zeppelin­luftschiffe habe ich vor 20 Jahren die Freude gehabt, über den Bodensee $u fahren. Sin Luft­schiff von damals vechäft stch zu dem heutigen .Graf Zeppelin" ungefähr so. wie ein Bodensee- dampser zu unseren jetzigen Ozeauriefen. Wir Deutschen dürfen froh und stolz sein, dah es ein Deutscher war. her der Menschheit die Kühn­heit gegeben hat, die Luft zu erobern. Wir dürfen auch die große Freude haben, dah ihm ein Nach­folger von so grobem organisatorischem Geschick und so großer Führerfähigkeit tote Dr. Eckener erstanden ist."

um eine willkürliche Entnationalisierung von Minderheiten und chre Behandlung als Staats­bürger zweiter Klasse zu verhindern und zu verbolzen, gibt es keine wahrhafte zwischenstaat­liche Rechtspileae. Deutschland ist in dieser Form wiederholt vorbildlich getoefen. auch über feine Verpflichtungen hinouS; es hat deshalb die Qtuf- gabe des Rufers im Streite!

Oie Minderheitenschule in Ostoberschlesien.

Enttäuschung in Berlin über den Genfer Ratsbefchluß.

Berlin. 27. Sept. (TU.) Die Entscheidung des Völkerbunde» über die Minderheitenschulen in Ost­oberschlesien hat in Berliner politiichcn Kreisen autzerordentlich enttäuscht. Es wird je­doch daraus hingewiesen, dah die Lösung wenig­stens die Hoffnung offen läßt, dah nunmehr das polnische Minderhettenamt die bei ihm schwebenden Beschwerden des Bolksbundes schleunigst ent­scheiden wird, so daß man erwarten darf, daß der Minderheitenkommissar Colonder in vier bis sechs Wochen in der Lage sein wird, den etwai­gen Beschwerden des Deutschen Bolksbundes gegen den Entscheid des Minderheitenamtes Folge zu leisten.- Es heißt, daß, falls die Entscheidung nicht zugunsten der Deutschen aussallen sollte, die An- gelegenhett zweifellos deutscherseits erneut im Dezem­ber vor den Völkerbund gebracht werden soll. Im übrigen Jet die deutsche Zustimmung zur Völker- bundsentschließung nur gegeben worden um zu oer- hindern, daß durch taktische Manöver die Angele­genheit völlig vertagt würde.

3ta!ien und der Flottenpatt.

Ein verlockcudeoAngebol derEnteutc inRom

Rom, 28. 5epi (111.) DieChicago Tribüne" erfährt au» gutunterrlchleter Quelle, daß Eng­land und Frankreich in den letzten Tagen in Rom verschiedene Demarchen unternommen haben, um 3tollen in die gemeinsame eng­lisch - französische Front hineinzu- ziehen. E» soll für einen Europapakt gewonnen werden, für dessen Beteiligung ihm folgende Z u - gefländnisse gemacht werden:

1. Der gesamte Balkan solle unter einem Kon­zern der drei Mächte vereinigt werden;

2. Italien solle besondere Konzessionen im Fer­nen Osten erhalten;

3. ferner solle Ihm Syrien al» Mandat über! eferl werden;

4. sein Einfluß in Abessyn >en und 5 üb­er a b l e n solle erweitert werden.

3tallen müsse bann auf seine Forderun­gen in Tunis verzichten unb alle weiteren Forderungen an Frankreich ausgeben. Unter diesen Umständen solle e» In da» franka-englische Flottenabkommen ausgenommen wer­ben unb Frankreich wolle daraus verzichten, eine £uftbafl» an bet italienischen Front zu bauen. Amerika zu neuen Abrüstungs­

verhandlungen bereit.

Washingtons Antwort zum eiiglifch. französischen Flottenkompromiß.

Pari-, 28. Sept. sWTD Funkfpruch.) .Petit Parisien"' glaubt über den Inhalt ber amerikani­schen Stellungnahme zum englisch-französischen FlrrtenLompromih mitteüen zu rönnen: Die Wa­shingtoner Regierung bringe lediglich ihr Be­dauern zum Ausdruck, diesem Kompromiß nicht Aufttmmen zu können, da es vielleicht den' besonderen Bedürfnissen Grotz-Dritannieirs unb Frankreich entspreche, nicht aber den Rottoend io leiten, denen die Ver­einigten Staaten Rechnung tragen müßten. In Erläuterung der Beweggründe dieser Ablehnung hebe die Antwort hervor, die amerikanische Marine könne nicht zulassen, daß die Bc.chränlung des Baues von großen Kreuzern nicht durch eine entsprechende Be­schränkung des Baues von leichten Kreuzern, ü n t er f e c b o o t en undHilfs- schissen kompensiert werde, weil die un­begrenzte Zahl von leichten Kriegsschiffen die ^bereinigten Staaten in einen Zustand der Unterlegen beit gegenüber den ^Rächten fetzen würde, die beträchtliche Menge von (leinen Kriegsschiffen und eine zahlr.iche Handelsflotte versuaen. die leicht umgebaut werden könne, und außerdem über Flotten st ützpunkte in allen Teilen der Welt. Die amerikanische Regierung, die also die Aussorderung, dem eng­lisch-französischen Flottenkompromiß beizulveten, ab leb ne. mache keine Anregung hinsichll.ch eines anderen konkreten Planes, lasse aber die Tür zu weiteren Verhandlungen offen und erkläre, daß sie im übrigen bereit sei, jede andere Möglichkeit ins Auge zu fassen, die geeignet wäre, die Herabsetzung der Rüstungen zur See zu erleichtern.

Der Doskauer dotschasterposteu.

Aus der Suche nach einem Nachfolger für Hraf Brockdorff-Nantzau.

Eigene Drahtmeldung be»Gießener Anzeiger»".

Berlin. 28. Sept. Der Tod des Grasen Brockdorff-Rantzau hat. darin sind sich alle Kenner der Verhältnis,« einig, eine außer- ordentlich tiefe Lücke gelassen, die vielleicht schwerer auszufüllen ist als die. die durch den tragischen UnglüdSfa 1 von Maltzans vor ziem­lich genau einem Jahre entstand. An seiner Person hingen zu einem guten Teil die deut­schen Beziehungen zu Sowletruhlcmd. Daran wurde nichts dadurch geändert, dah er der Gc- samtpolitil des Auswärtigen Amte; manchmal widersprach. Es ist ihm von Stresemann. mit dem ibn da- beste persönliche Verhältnis mit gegenseitigem vollem Verständnis verband, gedankt worden, daß er feine Auffassung spe.teil gegen Locarno und b l e Dölkerbund- pol itik, stet- offen au in Ausdruck gebracht bat. In Versailles tatsächlich zusammengcbrochen. bat er die große Ausgabe, die ihm nachher in Rußland gestellt war. erfüllt und auf die Sow­jets den stärksten Eindruck gemacht. Wenn feinem ausgezeichneten Der hältniSzu Tschitsche­rin nicht das gesamte deuisch-rus.ische Verbälinis entsprach und es die bekannten Zlvi chcnsälle und Reibungen gegeben hat. fo ist das nur bezeich­nend für Ne schon öfter gekennzeichnete Kr:'e der d'utsch-russiscben Politik, den biufij zu:ag- tretenden Dualismus zwischen dem Volkskom­

missariat des Auswärtigen und der innerrussi­schen Organisation. Wenn nun nach dem geeigne­ten Nachfolger des dahingeoangenen Grasen Ausschau gehalten wird, so macht sich leibet ein Mangel an dafür in Frage kommenden Führer- Persönlichkeiten bemerkbar. Hm so mehr ist die göhte Vorsicht am Platze. Man kann r mtr ganz besonder- wünschen, daß der ichsaußenmlnister. der bic Auswahl selbst vor­nehmen will, eine glückliche Hand hat. Jede ilefcerellimg wäre gefährlich, und man kann darum nach Lage der Dinge annehmen, daß die Entscheidung nicht sobald fallen wird.

Das landwirtschaftliche Genossenschaftswesen.

Forderungen der deulfchen vauernvereine

Berlin. 27. Sept. (WTB.) Die Herbst» tagung der Vereinigung der deutschen Bauern­vereine nahm nach eingehender Debatte eine Ent­schließung an. in ber eS u. a. heißt:

<$£< ist eine Pflicht des Staates, das land­wirtschaftliche Genossenschaftswe­sen, das auf dem Dege btr Selbsthilfe geschaf­fen wurde, in feinem Wiederaufbau zu un­terstützen. Der in dem Rotvrogramm für die Rationali ftrung deS Genossenschaftswesens aus- geworfene Betrag von 25 Millionen muß er­höht werden, bamit der durch die Krieas» und Rachkriegsxeit verhinderte Wiederaufbau alsbald ermöglicht wird. Die Bauernvereine sind jedoch der Meinung, daß bei einem Wiederauf­bau eine gewisse Vereinheitlichung zweck­dienlich ist. Jedoch lehnen sie den Gedanken ab, die Rationalisierung nur in einer Zentralisierung zu sehen. Der im Genossenschaftswesen liegende Gedanke der Selbsthille ist mit einem staatlichen Druck unvereinbar. Die zum Wiederaufbau deS Genossenschaftswesens ausgeworfenen Gelder werden am schnellsten ihrem Verwendungszweck zug ührt, indem sie an die einzelnen Ge - nosjenschaftSverbände gemäß ihrer Be­deutung verteilt werden. Bei dem Verteilungs­schlüssel ist die Stärke unb "Bedeutung der Ver­bandskassen zu berücksichtigen. Den Genossen- schoftsvcrbänden sind für die Verwendung der Gelder Richtlinien zu geben." Eine weitere Entschließung fordert angesichts des für die Ar­beit deS Bauern unzureichenden Getreidepreises die Rcichsregierung auf, von ihrer Ermächtigung, die Getreidezölie (1.50 Mk. für Weizen. 1 Mk. für Roggen und Hafer pro Doppelzentner) zu erhöhen, sofort Gebrauch zu machen.

Aus dem Hessischen Landtag.

Der dritte (Petirionü-) Ausschuß

des Hesftschen Landtages hat in seiner Donners­tag-Sitzung daS ihm vorliegende Programm auf- gearbeitet. Dabei wurde ein ZentrunvSantrag. den bäuerlichen Fahrzeugen auf gewissen Straßen Me Beleuchtung bei der Heimsahrt vom Felde zu erlassen, abgelgehnt. Der Antrag Reiber ($>.) 'us Verlegung der Sommerferien wegen des Ver- fafsun^stages am ll. August wurde mit 4 zu 3 öiü.jnen für erledigt erklärt. Aus eine E n- gabe deS Deutschen Frauenkampfbundes wird die Regierung ersucht, durch geeignete nahmen die in dieser E.ngabe näh r bezeichneten Mißstände in Literatur. Presse imb öffentlichen Darstellun­gen nachdrücklichst zu bekämpfen. In diesem 6inne foll auch bx Regierung bei der Reichsregierung rorfteUig werden.

Auf einen kommunistischen Antrag hin wird I die Regierung er facht, bei Städten und Gemcin- 1 den dahin vorstellig au werden, daß Exmit­

tierungen von Wobnungsrnhabern et ft mitgenommen werden sollen, wenn Ersatz- wohnungen vorhanden sind.

Der Finanzausschuß

ist auch heute in seinen Beratungen ein gut Stück weitergekornnren. Ein Bauernound-Antrag, die Kosten des Pumpwerkes für die Entwässerung der 'Jlieberungsgebietc auf die Staatskasse zu überneh­men, wurde mit acht gegen fünf Stimmen abge- lehnt, nachdem die 'Regierung erklärt hatte, daß dies aus finanziellen Gründen nicht möglich fei. Bei dem kommenden Genernlkuturplan soll versucht werden, ob es nicht möglich ist, auf weitere Interesienten- kreise diese Soften umzulegen, die auch von der Ent­wässerung dieser Gebiete Borteil hatten. Mit einer Abänderung wird die Regierungsvorlage über die Ermäßigung des Urtundenstempels für Grund st ückska uje von Ausländern in Hessen, die zum Teil noch aus ber Inflations­zeit stammt, angenommen. In Zukunft beträgt die Gebühr je nach dem Wert 10 bis 1000 Mark.

Der Ausschuß lehnte bann mit neun gegen vier Stimmen einen Antrag Best-Werner und Genossen ob, der die Aenderung des Gesetzes über die Son» dergrbäudesteuer und verschiedene private Lasten bei der Stcuerbeirwffung betrifft. Die Regie­rung erklärt, daß sie den Zeitpunkt zur Vorlage dieses Gesetzes für ungeeignet halte und auch tea)-- nische Gründe für ihre Haltung maßgebend seien. Die Regierung wird bann ersucht, bei der Reichsregierung dahin vorstellig zu werden, daß die Rentenzinfen auf die Reichs koste über­nommen werden möchten. Am Nachmittag wird der Ausschuß gemeinsam mit dem Hauptausschuß eine Besichtigung in Mainz vornehmen. Die Einberufung de» Landtages wird voraus­sichtlich erst in b« r ersten November- hälfte erfolgen.

Aus aller Welt.

Hamburg begrüßt feine chilenischen Gäste.

Auf dem Hamburger Rathausplatz fand bei schönstem Wetter die Begrüßung der Mannschaft des chilenischen SchulschissesGeneral 2a- quedano'" durch die Behörden und di« Bevöl­kerung Hamburgs statt. Vororittaos hatte der Kommandant. Fregattenkapitän Allard, in Begleitung des chilenischen Generalkonsuls dem Präsidenten des Senates einen Besuch abgestattet, der später durch Senator Dr. Bur- chard-Motz, begleitet von Oberregierungsrat Dr. Ahrends, erwidert wurde. Aus dem Marsch vom Hafen nach dem Rathausplatz wurden di« Ehlle- nen von der Bevölkerung freundlich begrüßt. Auf dem RathauSplatz wehten überall die Fah­nen und selbst auf den Dächern hatten sich Schaulustige eingefunben. Vor dem Rathaus- Portal hielt Vürgermeifter Dr. Petcr- s e n eine Ansprache, in der er u. a. au-führte: Wir grüßen bic Söhne EhileS al- die Vertreter einer Ration, der Deutschland durch unlösbare Bande der Frcundfchast verbunden ist, und ge­denken dankbar ber Treue, mit der das chilenisch« Doll diese Freundschaft auch in schweren Zeiten gehalten hat. Anschließend bracht« Vürgermeistcr Dr. Petersen ein Hock) aus dos chilenische Doll, seine Führer unb feinen Präsi­denten, Don SarloS Ibanez, aus. Der Senat gab der ganzen Besatzung ein Essen im RatSwernkeller. Die Reihe der großen, zu Ehren der amerikanischen Gäste vorgesehenen Deran- staltungen eröffnete ein glänzend verlaufener Gefell fchaftsabenb tn den festlich ge­schmückten Räumen des Llhlenhorstcr Fährhau­ses, zu dem von Hamburger Wirtschastskreisen geladen war und an dem außer den Offizie­ren und Kadetten des Schul schiss«« auch Bürgermeister Dr. Petersen in Be- | gldtung mehrerer Senatsmitglieber. sowie

Donnerstag. 27. 5ep_l 1928, /"abd;

©wonrnim GMtw» o»«nHdtntewoir»

«Schm «VteM-.a "<ixt «o vM

<CKMr OV d MJW<> K ScrdWtlA

Ox wttee »«e*" «ut m« vi*m P« M* SU he*« >ice<MreJi> Itn gctira* O'C lm* wm» Ort« ee«jucl<*

wf unMr«Uclt« VefWM»

^eucrvu^nviagc.

In der Furch« ti«fen Druckes, dre sich vom Allantischen Ozean in nordöstlicher Richtung über Skandinavien und Fimllarrd erstreckt, bewegt sich dir Biscaya-S.örung oltwärts nach Mitteleuropa weiter. Sie wir) uns den bereits anaekündigten W.tterung^um'chlag bringen und trübes Wtetter mit üft.^rschlägm werden vorherrschen. Di« Temperaturen ste gen babei vorläufig an.

Voraussage für Samstag: Wolkig bi« bebeckt, Nicberschläge, etwa» wärmer.

Witterung»au»sichten für Sonntag: B-cchfelnb wolkig mit Aufheiterung, Temperaturen kchwonkcnb, jedoch wieder etwa» zuruckgehend, -iegcnfchouer.

Lufttemperaturen am 27. September: mittag» 15,2 Grad Celsius, abends 5 Grad Celsius: am -s. Sep» telmbcr: morgen» 4R Grad Eelstu». Maximum 15,7 Grad Eelsius, Minimum 1,3 Grad Celsius. Erd­temperaturen am 27. September: abend» 11,4 Grad Celsius: am 28. September morgen» 7,7 Grad Celsius. Sonnen,dteinbauer 8K Stunden.