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Kinder aus erster The und ein Ämb au8 zweiter -h« durch Verabreichung von Qlrfenil getötet, um in den alleinigen Besch des von der Frau, eingebrochten kleinen Anwesens zu kommen.

Gefängnis für einen Chauffeur.

Das Schöffengericht Eharlottenburg verurteilte den Chauffeur Heising zu einer Gefängnisstrafe von sechs Monaten. Heising hatte am 4. Sept, v. 3. einen Wagen deS Direktors Oliven von der Ludwig Loewe QL®, gesteuert und war in Char> lottenburg mit einer Kraftdroschke zu- sammengestohen. Dabei wurden die In­sassen der Droschke, ein Ehepaar Friedländer, auf die Straße geschleudert, wobei der Mann einen doppelten Schädelbruch erlitt, an dessen Folgen er v e r st a r b. Das Gericht kam auf Grund von Zeugenaussagen zu dem Schluß, daß Heising die Schuld an diesem Llnglücksfall zuzuerkennen sei.

Dammbruch.

Qlach Meldungen aus Hamburg ist im Oste- Gebiet, das durch äleberschwemmungen im letzten Jahre bereits besonders heimgesucht wurde, erneut der Damm in einer Ausdehnung von einhundert Metern gebrochen, so daß in der Nähe von Bremerförde eine neue H 0 ch - roasserkatastrophe eingetreten ist. Auch an anderen Stellen ist die Deichkappe wie­der um überspült worden. Einzelne Bauern- gehö'te sind vom Wasser umschlossen, das stellen­weise in die Wohnräume eingedrungen ist, so daß die Bewohner sie räumen mußten.

Aus der Provinzialhauptstadt.

Gießen, den 28. Januar 1928.

Sonntag.

Morgen ist Sonntag, endlich ein Tag, an dem man ausschlafen kann" gähnt der eine.

Morgen ist Sonntag, da hört und sieht man doch nichts vom Geschäft" seufzt der andere.

Kleinen Mädels klingen bei solchen Worten schon süße Kasfeehausweisen im Ohr und gaukeln interessante Begegnungen vor den Augen.

So erwartet ein jeder das Seine vom Sonn­tag. And wenn der Wettergott gut aufgelegt ist, so wandern nach Tisch Hunderte aus der Stadt hinaus, um sich mit Frau und Kind von der Woche Lasten zu erholen. Die Gespräche sind verschieden, je nach Interesse und Tempe­rament der Sonntags-Spaziergänger. And mehr oder weniger befriedigt kehrt man am Qlbend in seine Behausung zurück. Aicht selten kommen um diese Zeit auch Wandervögel, müde von Ihren Ausflügen. Die Spaziergänger schütteln Den Kopf und bleiben auch wohl einen Augen­blick stehen, um dennärrischen Käuzen" nach­zusehen. Die aber kehren sich nicht daran, sondern lachen für sich und meinen, sie hätten doch Das bessere Teil erwählt.

Töricht wäre es, darüber zu streiten, wer mit seiner Ansicht recht und wer unrecht hat. Ist nicht gerade das Wertvollste am Sonntag, Daß jeder ihn ohne Pflichten, ganz seiner Eigen­art ansprechend, verleben kann? Qlur eins möchte man nicht vergessen: Dieser freie Tag soll Er­holung und auch ein wenig Selbstbesinnung Dringen: mit neuer Kraft soll man fein Tagwerk wieder ausnehmen können. And eben nach den Pflichten, die man während der Woche zu er­füllen hat, wird es sich richten, wie man den Sonntag am besten verlebt.

Ein Mensch, der sechs Tage lang angespannt arbeitete, wird am siebenten das Bedürfnis haben, einmal auszuspannen. Zwingt sein Beruf ihn zu einseitiger körperlicher Arbeit, wird er sich am besten zu Haus und auf kleinen ruhigen Spaziergängen erholen. Ist er rein geistig tätig, so dürfte der beste Ausgleich eine tüchtige Wan­derung fein. Wer eine stille eintönige Arbeit hat, wird froh sein, wenn er am Sonntag mit lebha'ten Menschen zusammengehen kann und denjenigen nicht recht verstehen, der behauptet, er müsse immer allein wandern. Aber gewiß hat jemand, der im Alltagsgetriebe steht, das Verlangen, einmal alle Reibungen zu meiden, mnd das kann er nur, wenn er eben ganz allein mit der Statur und mit sich selbst Zwiesprache hält. Qlllerdings hat dieses einsame Wandern zuweilen etwas Trauriges, und Menschen, die leicht zur Melancholie neigen, tun vielleicht besser,

sich einen fröhlichen Freund zu suchen, der sie m ihren Interessen versteht.

Freilich, ein genaues Rezept, wie der einzelne den Sonntag verleben sollte, kann man nicht geben. Jeder muh sich selbst am besten kennen und untersuchen, was für ihn das Richtige ist. Qlber immer unter dem Gesichtspunkt, daß der freie Tag unsere Arbeitskraft stählen soll, die wir heute mehr denn je brauchen. Gelingt es uns so, diesen einen Tag der Woche recht zu nützen, dann werden die Sonntage zu Sonnen­tagen, die wie ein frohes Leuchten über dem Alltag stehen. Gertrud Lugert.

Bornotizen.

Tageskalender für Samstag: Volkshochschule, 8 Ahr, Großer Hörsaal der Ani- versität, Einführungsvortrag zuPeer Ghnt". Verein der Freundinnen junger Mädchen: 8 Ahr, Iohannessaal, Vortrag. GesangvereinHeiter­keit", 8.30 Ahr, Vereinslokal, Generalversamm­lung. Verein ehemaliger 116er: 8.11 Ahr, Cafe Leib, Maskenball. GesangvereinHar- monie-Gemiitlichkeit": 7.59 Ahr,Liebigshöhe", Maskenball. Schützen-Verein: Maskenball. Alters-Vereinigung 1877/1927: 8.30 Ahr,Karls­ruhe", Familienabend. Männer-Turnverein: 8 Ahr, Gasthaus Faulstich, Familienabend. Lichtspielhaus, Bahnhofstraße:Liebeshandel": 10.45 Ahr: Nachtvorstellung: Fred Marion. Astoria-Lichtspiele:Der Posträuber".

Tageskalender für Sonntag: Stadttheater: 2.30 Ahr,Peterchens Mondfahrt" (Ende nach 5 Ahr): 6 Ahr:Der Raub der Sabinerinnen" (Ende nach 8.30 Ahr). Markus- Gemeinde: 8 Ahr, Stadtkirche, Kirchenmufika- lische Feierstunde. Obst- und Gartenbou- Derein: 3.30 Ahr nachmittags, Kaufmännisches Dereinshaus, Hauptversammlung mit Vortrag. Evangelische Stadtmiifion (Löberstrahe 14): 5 Ahr nachmittags und 8.15 Ahr, Missions- Filmvortrag. Spiel-Vereinigung 1900: 2.30 Ahr, Sportplatz 1900: Handballwettspiel. Bauerscher Gesangverein: 5 Ahr, Dereinslokal, Besprechung. Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: 11 Ahr vormittags, 2. Kulturfim-Zhllus mit Vor­trag. Lichtspielhaus, Bahnhofstraße:Liebes- Handel". Astoria-Lichtspiele:Der Post- räuber.

Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Zur Zeit, da der Tag von Ibsens hundertstem Geburtstag naht, erschei­nen überall die Werke des nordischen Meisters in verstärktem Maßstab auf dem Spielplan. In Berlin wird z. 2.Peer Gynt" auf nicht weniger als drei Bühnen gegeben. An unserer Bühne ist Ibsen stets gepflegt worden, und Peer G y n t" war eines der wenigen Werke von ihm. die hier noch nicht aufgeführt worden sind. Intendant Stein goetter hat eine sorg­fältige Einrichtung des Werkes vorgenommen, die in 14 Bildern alles Wesentliche bringt. Von der Griegschen Musik werden die besonders charakteristischen Teile mit kleinem Orchester ge­bracht. Diese Methode ist jetzt von zahlreichen Bühnen angenommen worden, damit die Auf­führung dieses dramatischen Gedichtes nicht allzu opernhaft wirkt. Der Intendant hat als Spiel­leiter so gearbeitet, daß die Aufführung des Peer G y n t" am kommenden Dienstag, trotz der zahlreichen Verwandlungen, in ungefähr drei Stunden durchgeführt werden kann.

Kirchenmusikalische Feierstunde. Am morgigen Sonntag, 29. Januar, abends 8 Ahr, veranstaltet die Markusgemeinde eine kirchenmusikalische Feierstunde in der Stadt­kirche, auf die auch an dieser Stelle nochmals hingewiesen sei. Ein gutes Programm mit Bach, Händel, Mendelssohn und Reger für Orgel, ViEne und Sologesang verspricht einen reichen Qlbend. Der Besuch der Feierstunde ist frei, jedermann ist herzlich willkommen.

Verkehrsverein Gießen. Die dies­jährige Jahreshauptversammlung findet am kom­menden Dienstagabend imPostkeller" statt. Reben der Erledigung der vereinsgeschäftlichen Punkte dürste aus der Tagesordnung als be­sonders bedeutsam die Aussprache über Wünsche und Anregungen über kommunale und Derkehrsangelegenheiten sein. Wan beachte die heutige Anzeige.

Film-Vorführungen des Kon- sumvereins finden in der nächsten Woche von Montag bis einschl. Freitag bei freiem

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Eintritt im Palastlichtfpielhaus am Kirchenplah statt. Rachmittags sind Vorführungen für die Kinder, abends für Erwachsene. Eintrittskarten können drei Tage vor den jeweiligen Vorfüh­rungstagen in den Verteilungsstellen in Empfang genommen werden. Weiteres ist aus den An­zeigen in unseren Spalten zu ersehen.

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" Eine zweckmä ßige Verkehrsneu­regelung für den Kraftomnibusbe­trieb zwischen unserer Stadt und den südlich gelegenen Orten hat der Verkehrsverein Gießen bei den maßgebenden Behörden un­serer Stadt in Anregung gebracht. Bisher hat es sich für die Verkehrsabwickelung nicht als vorteilhaft erwiesen, daß die aus den südlichen Rachbarorten kommenden Auto-Omnibusse alle­samt nur auf dem LudwigSplah und in der Lud- wigstraße ihre Aufstellung nehmen. Cs dürste aus verkehrspolitischen Gründen Wohl zweckmäßi­ger fein; einige Wagen in der Johannes- straße und einige andere aus dem Landgraf- Philippsplatz mit Einfahrt von der Land- grafenstraße her aufzustellen. Auf diese Weise würde ein Zusammen ballen von Kraftwagen und Passagieren, namentlich in den Abendstunden, an einem einzigen Stratzevpunkt vermieden wer­den. Andererseits wäre es aber wohl auch für die Benutzer der Kraftomnibusse vorteilhafter, wenn sie etwas weiter in die Stadt hereinfahren könn­ten. Jedenfalls erscheint der gegenwärtige Zu­stand auf dem Ludwigsplatz mit Rücksicht auf den starken Allgemeinveckehr einer Besserung be­dürftig. Der Derkehrsverein hofft, durch Ver­handlungen mit dem Polizeiamt über die oben angedeutete anderweitige Aufstellung der Kraft­omnibusse in der Stadt baldmöglichst eine be­friedigende Regelung schaffen zu können. Im Interesse des Publikums soll bei dieser Ge­legenheit durch Verhandlungen mit der Krast- onrnibus-Dereinigung auch erstrebt werden, einen gemeinsamen Fahrplan, etwa in Form eines Plakates, herauszugeben, damit sich jeder Interessent leicht und klar über die Abfahrt- und Ankunftszeiten der Omnibusse unterrichten kann.. Die Inittative des Verkehrsvereins er­scheint sowohl im Interesse des Publikums, wie auch zum Ruhen der beteiligten Unternehmungen begrüßenswert.

** Aus der Fremdenlegion zurück - gelehrt Dor einigen Tagen ist der ehemalige Fremdenlegionär Wilhelm Mandler von Gießen aus der französischen Fremdenlegion hierher zurückgekehrt Der Mann diente 1914 in Straßburg (Elsaß), oerheirgtete sich dort im November 1914, machte den ganzen Feldzug mit, wohnte nach Kriegsende in Straßburg, wurde 1919 von den Franzosen ausgewiesen und kam dann mit seiner Frau nach Gießen, während sein jüngstes Kind bei den Schwiegereltern in Straßburg verblieb. Nach dem Tode seiner Frau kehrte Mandler im Juli 1924, um seinem Kinde nahe zu sein, nach Straß­burg zurück, fartb dort Arbeit und tarn im Novem­ber 1924 wie er erzählt nach einem Abend mit Freunden in bezechtem Zustande in französische Hände, nachdem er vorher unwissend einen Ver­trag für die Fremdenlegion unterfd)rieben hatte. Mandler kam dann trotz seiner Einsprüche in die Fremdenlegion nach Afrika, machte hort die üb» lichen Legionserfahrungen, kämpfte im Rifgebiet mit, wurde später in die französische Einflußzone :n Kleinasien (Syrien) geschickt, wo es ihm zusammen mit einigen anderen Leidensgenossen gelang, von der Stadt Aleppo aus die Flucht nach der Türkei anzutreten, die auch glücklich gelang. Mit Hilfe der deutschen diplomatischen Vertretung kehrte er durch die Türkei und Oesterreich hierher zurück. Seine Erfahrungen in der französischen Fremdenlegion bestätigen erneut die bisherigen Warnrufe vor dieser französischen Schmach. Zeiten großer Entbehrung und bitteren Leidens waren das Ergebnis dieser Lebensjahre Mandlers, der sich schließlich nur noch durch die Flucht vor der weiteren Vertragserfüllung retten konnte.

** Winterobstausstellung Gießen. Die Anmeldungen laufen, soweit die nähere Um­gebung der Stadt in Betracht kommt, in be­friedigender Weife ein. So find beispielsweise allein aus der Gemeinde Wieseck 35 Aussteller gemeldet. Außerdem stiftete Wieseck einen nam­haften Betrag für Ehrenpreise. Am mancherlei Anfragen zu begegnen, fei mitgeteilt, daß auch Sorten mit zweifelhaften oder ohne Qlamen zu-

gelaffen find. Besonders sollten die outen Lo­kalsorten, wie Heuchelheimer Schneeapfel, Schö­ner von Wetterfeld, Allendorfer Rosenapfel u. a. recht oft vertreten fein. Jeder Obstzüchter kann auf dieser Ausstellung die Ramen seiner Sorten kostenlos erfahren, wenn er sie zu biefem Zweck einfendet. Einer Anmeldung bedarf es in diesem Falle nicht. Die Anmeldefrist ist bis 1. Februar verlängert worden.

(weitere Lokalnachrlchlen im 2. Blatt.)

Oie Wetterlage.

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Wettervoraussage.

Ein neues Tiefdruckgebiet hat bereits wieder im Raume von Island und südwärts bis über den brittschen Inseln an Ausdehnung gewon­nen. Seine Warmluft brachte dort erneut Tem­peraturanstieg und verbreitete Qliederschläge. Wenn auch zunächst unter dem Einfluß hohen Druckes überwiegend ttoc,.'enes Wetter vorherrscht und die Temperaturen sich in der kommenden Rächt noch unter dem Gefrierpunkt und vielfach auch darunter halten, so steht für den Anfang der nächsten Woche wieder milderes Wetter in Aussicht, to&bei Regenfälle nicht ausgeschlossen sind.

Wettervoraussage für Sonntag: Zunächst neblig-wolkiges Wetter, Temperaturen wenig verändert, meist trocken, später wieder milder.

Witterungsaussichten für Montag: Wolkiges, mildes und vielfach regnerisches Wetter.

Lufttemperaturen am 27, Januar: mittags 4,6 Grad Celsius, abends 1,9 Grad Celsius: am 28. Ja­nuar: morgens 2,1 Grad Celsius. Maximum 5,5 Grad Celsius, Minimum 2,9 Grad Celsius. Erdtemperaturen in 10 Zentimeter Tiefe am 27. Ja­nuar: abends 0,5 Grad Celsius: am 28. Januar: morgens 0,5 Grad Celsius Sonnenfcheindauer: eine halbe Stunde.

winterfporkmeldungeo.

Vogelsberg (hoherodskopf):

Wind: Nord: Temveraturen:4 Grad Celsius: Wetter: dunstig: Schneehöhe 20 Zentimeter: Be­schaffenheit: gekörnt: Sportmöglichkeit: gut.

Herchenhainer höhe:

Schneehöhe: 17 Zentimeter, Beschaffenheit: ge­körnt, Temperatur 3 Grad Celsius, Spottmöglich­keit für Ski und Rodel sehr gut.

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