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gvgen. &ic ihre DegehrNHkeit ausnützcit. Der Stadtb.völ.erung fehlt es wieder an sittlicher Er­ziehung, was einen nicht tounbern darf, wenn man bedenkt, daß sie ohne Einheit der Rasse und von verschiedenstem Ursprung ist. Rur von In­stinkten geleitet, geben sich die Städter den ab- geschmacki.cn Vergnügungen eines Lebens hin. das aller Ideale bar ist.

Die hiesigen Barbaren schätzen noch immer nicht die Schönheit und den gesundheitlichen Ruhen der römischen Thermen.

Wenn ich von den militärischen Hebungen aus dem Standlager zurückkehre, kann ich beobachten, wie sie im Meere baden und sich dann an der Sonne trocknen und wärmen. Die Sonne aber spottet ihrer und zeichnet farbige Streifen auf ihre von der sitzenden Lebensweise ganz un­förmig gewordenen, entstellten Leiber. O. wenn die göttliche Venus hier vorbeikäme und diese ihre Töchter von Callatis sähe, sie würde sic gewiß verleugnen.

Im täglichen Leben ahmen die armen Bar­baren, soweit es ihnen möglich ist. das Leben und die Gewohnheiten der Römer nach. Unsere Macht durchdringt sie lang'am, aber sicher. Ihre Sprache verschwindet allmählich und überall wird die lateinische Sprache gesprochen. Die Gesetzgebung, die Verwaltung, die Munizipien und Provinzen, mit einem Wort der ganze Einfluß unseres ge­ordneten Lebens diszipliniert alle und alles. Die landwirtschafllichen Comisien werden den Wucher unterdrücken. Den Demagogen werden wir den Dccurio mit den Lanzenträgern schicken, und wo immer man Widerstand leistet, werden römische Schwerter ihn zunichte machen.

Rachdem ich diesen Brief beendet habe, will ich mich von neuem an dem wundervollen Werk ergötzen, welches Horatius für Dich verfaßt hat.

Vergiß nicht, mich der grausamen, göttlichen Geformte in Erinnerung zu bringen.

Vale ...

Subrius Flavius Messala

p. p. Leg. Augusti Legio. VA Macedo.

Wie man sieht: ein Brief, der natürlich echt sein kann, aber an manchen Stellen, besonders bei Erwähnung der Zustände in Callatis, stark an moderne Verhältnisse anklingt. Jedenfalls kamt man dem Absender eine gewisse Ober­flächlichkeit und eine etwas übertriebene Senti- mentalität, die mit einem römischen Kriegsmann schwer zu vereinigen ist, nicht absprechen.

Run werden die Fachgelehrten zu entscheiden haben, ob dieser Brief tatsächlich aus Christi -Zeiten stammt...

Oberhessen.

Landkreis Gietzen.

$ Alten-Buseck. 26. Dez. Die elek­trische Heizungsanlage für die hiesige Kirche, die schon vor einiger -Zeit begonnen wurde, deren Vollendung jedoch noch vor wenigen Tagen stark in Frage gestellt schien, ist nun in­folge der fortgesetzten Denrühungen unseres Pfar­rers Hartmann doch noch rähtzeitig zu Weih­nachten fertiggestellt worden. Von der Einwohner­schaft wurde es dankbar begrüßt, an den Feiertagen die Annehmlichkeit eines geheizten Gotteshauses genießen zu können. Reben der Heizungsanlage ist gleichzeitig auch eine Beleuchtungs­anlage in der Kircke geschaffen worden. Die Arbeiten wurden von der A.E.G. in Gießen aus- geführi und sind, soweit sich bis jetzt beurteilen läßt, befriedigend ausgefallen. Am Reujahrs- tage veranstalten die beiden hiesigen Gesang­vereine gemeinschaftlich mit dem Mando­linen- und dem Kegelklub'im Saale des Philipp Einhauser eine Rachmittags- und Abend- unterhaltung mit Konzert und Theater, deren Reinertrag zugunsten des geplanten Gefalle- nendenkmales Verwendung finden soll.

Lollar, 24. Dez. DieHasfia" - Iu - genbgruppe Lollar hielt gestern abend im SaaleZum Schwanen" ihre Weihnachts­feier ab. Die Mitglieder des Veteranen, und Kriegeroereins Lollar waren hierzu mit ihren An­gehörigen zahlreich erschienen. Namens der Jugend- gruppe begrüßte der Jungmann Forstreferendar Werner I a i d b y die Erschienenen und sprach über die Bedeutung des Weihnachtsfestes. Eine abwechse­lungsreiche und gut ausgewählte Vortragsfolge ließ den Abend in allen Tellen zu einem erfreulichen Erlebnis werden. Ernst und Humor kamen in glei­cher Weise zur Geltung. Es seien hier genannt das Schwerterweihespiel, lebende Bilder, Erscheinen des Nikolaus, die gute Aufführung eines heiteren Thea-

LaOs Waiazzo r

Vornan von J. Schneider-Koerstl.

Urbeberrechtsschutz Oskar Meister, Werdau i. Sa.

30. Fortsetzung. Nachdruck verboten.

Richt möglich!" entfuhr cs diesem. Das Blut schoß wie von einer Pumpe Hochgetrieben, fn seinen Adern, bis an die Schläfern

Dann wurde er wieder ruhiger. Vielleicht war es Joachim peinlich, daß er ihn in solch ver­änderten Verhältnissen Wiedersand. Der arme Mensch! Wenn er erst mit ihm gesprochen hatte, würde alles gut sein.Sagen Sie ihm, Schwester!" wandte er fid> abermals an die blasse, stille Kraickenpslegerrnnein, sagen Sie ihm gar nichts. Er entnahm seiner Brieftasche eine Visiten­karte und kritzelte rasch ein paar Worte darauf. Bringen Eie ihm das, bitte!"

Die Kranken sind alle etwas komisch! Das wissen Sie ja selbst, Herr Kollege" tröstete der Chefarzt.Ich finde, dah der Baron seelisch noch viel mehr leidet, als körperlich. Er ist voll­kommen apathisch!"

Eben kam die Schwester wieder zurück und reichte ihm die Visitenkarte.Er hat sie nicht einmal gelesen, Herr Doktor! Ditte unterlassen Sie jeden Versuch, zu ihm zu kommen. Er ist derart in Erregung, daß eine wesentliche Ver­schlechterung seines ohnehin nicht unbedenllichen Zustandes zu befürchten ist, wenn Sie nochmals darauf bringen wollten, ihn zu sprechen."

Fehmann stand vor einem Rätsel!

Joachim weigerte sich, ihn zu empfangen! Joachim! Gr fand keine Lösung.

Auch Frau Hilde schüttelte verständnislos den Kops, als er, nach Hause gekommen, ihr alles erzählte. Ohne Wissen ihres Mannes fuhr sie gleich am nächsten Morgen In die Klinik. Aus dem Gange traf sie mit der Baronin zusammen, die eilig an ihr vorüber wollte. Mit allem ihr zu Gebote stehenden Mut sprach sie sie an und sagte ihr, daß ihr Mann die ganze Rächt wach gesessen habe, so sehr hätte ibn das Benehmen Joachims geschmerzt.

tcrstücks und die Geschenkverteilung. Alle Darbie­tungen waren wirkungsvoll umrahmt von Gedicht-, Musik- und Gesangsvortragen der Jungmannen und ihnen nahestehender Personen. In anerken­nenswerter Weise gedachte die Jugend der beiden noch lebenden Altoeteranen Heibertshau^en und V i e h l durch Ueberreichung einer schonen Weihnachtsgabe. Besondere Bedeutung ward dem Abend durch die Namensgebung der Has - sia-Iugendgruppe zuteil. Der Jugendführer sprach in kurzen Ausführungen über Zweck und Ziele des Kyffhäuser-Juaendbundes und wies auf das Vorbild unseres Reichspräsidenten und Gene­ralfeldmarschalls von Hindenburg hin. Diesem Vorbild nachzueifern, sei Aufgabe der im Kyffhäuser- Jugendbund zusammengeschlosscnen Jugend. Der Redner gab bekannt, daß die Hafsia-Jugendgruvpc Lollar, als ein Glied des Kyffhäufer-Iugendbundes, fortan den Namen ,Hassia. Jugend gruppe Hindenburg, Lollar" zu führen berechtigt sei. Für den Veteranen- und Kriegeroerein Lollar überreichte dessen Vorsitzender, Steuerinspektor M. Säubert, der Jugendgrupp eine Hinden- burgbüste. Diese wurde von dem Jugendführer mit der Versicherung, daß Hindenburg Leitstern auf dem Wege der Jugendarbeit bleiben solle, über­nommen. Eingedenk der Verdienste, die sich der Vorsitzende des Kriegeroereins um die örtliche Ju­gendbewegung erworoen hat, ließ die Jugendgruppe eine Hassia-Jugendnadel als Ehrengabe überreichen.

1). Lollar, 24. Dez. Gestern fand die Weih­nachtsfeier der hiesigen Kleinkinder­schule im Saale des Kleinkinderschulgebäudes statt. Da etwas über hundert Kinder und viele Eltern und Freunde der Anstalt sich eingefunden hatten, erwies sich der Saal leider für die Feier als zu klein. Rachdem die Kleinen unter der Führung der Schwester Luise ihre Lieder gesungen ünd ihre kindlichen Weihnachtsgedichte getagt hatten, entstand großer Jubel, als die reiche Bescherung vor ihren Augen ausgebreitet wurde. Besondere Anerkennung verdient die Ar­beit der e r st e n Mädchenllasse, die auf Ver­anlassung und Anleitung ihrer Handarbeits­lehrerin. Fräulein Weimar dahier, Bälle für jedes Kind angefertigt hatte, sowie die reiche Spende der Familie Kahn. Rürnberg (Spiel- warenhandlung). gebürtig aus Lollar, an Spiel­sachen für die Anstall.

y. Ruttershausen. 25.Dez. Heute nach­mittag fand in der überfüllten Kirche zu Kirch­berg ein Musikalisch reich ausgestatteter Weih­nachtsgottesdienst beim Schein von zwei großen Christbäumen statt. Besonderen Verdienst um die Feier, die bei allen Anwesenden einen tiefen Eindruck hinterlieh, erwarb sich der hie­sige Männergesangverein, der drei pas­sende Chöre unter Leitung seines Dirigenten R i k o l a i - Grohen-Buseck klangrein und mit in­nerer Wärme vortrug.

's Treis a. b. Lda., 24. Dez. Dem Kirchenrechner Heinrich Klein, der seit 25 Jahren die hiesige Kirchenkasse führt, wurde vom Kirchenvorstand als Anerkennung für seine lange treue und gewissenhafte Dienstführung ein Ruhesessel überreicht.

rM 5 dgen, 25. Dez. Der vierte Advent brachte uns zwei schöne Weihnachtsfeiern. Ilm 15.30 Ufjr zog Schwester Anna mit den sechzig Kleinen auß der Kinderschule in die Kirch«. Dort waren die Eltern und Freunde der Kinder schon versammelt; es brannte der Weihnachts­baum und hinter dem Altar standen Körbe mit Päckchen bereit. Als sich die Kirchentür öffnete, staunte das kleine Völkchen ob des Lichterglanzes, der ihm entgegenstrahlle, aber dann stimmte es Ihr Kindelein kommet" an und begab sich sin­gend auf seine Bänkchen. Run trugen die Kinder Derschen und Liedchen zur großen Freude der Erwachsenen vor. Zum Schluß, nachdsn Pfarrer Bönning eine kurze Ansprache gehalten hatte, kam die Verteilung desChristkindchens". Am Abend kam der Rllolaus in der Kleinkinderschule zu den Sonntagsschülern.

V Watzenborn-Steinberg, 23. Dez. Zu einer gemeinsamen Weihnachtsfeier hatten sich am gestrigen Abend im Saale derKrone" zu Steinberg unser Kirchengesangverein und der Frauenverein zusammengefunden. Rach einem Vorspruch einer Konfirmandin und einem gemeinsamen Weihnachtslied hielt der Orts­geistliche die Festansprache, und der Kirchen- gefangöerein antwortete mit dem wuchtigen Chor aus Seifferts OratoriumHeilige Rächt":Ehre sei Gott in der Hohe". Cs folgte nun eine Weih­nachtsfeier in Bild, Wort und Lied, die 46 Licht­bilder der besten Meister vor Augen führte. Dazwischen trugen die Konfirmanden passende

Ein bitteres Zucken glitt um die farblosen Lippen der schwergeprüften Frau.Es tut weh, Frau Doktor, in der Stunde härtester Rot an die Türe seines besten Freundes zu klopfen und abgewiescn zu werden. And das mußte mein armer Sohn von Ihrem Gatten erfahren!"

Baronin!" Hilde legte beide Hände stutze­suchend an die Mauer in ihrem Rücken. .Unge­wollt liefen ihr die Tranen über die Wangen. Davon weiß ich nichts!" stammelte sie kaum hörbar.

Möglich," gab die Baronin ohne jede Schärfe zu.Aber sich in einem Mann, den mein Junge wie einen Bruder geliebt hat, so schwer getäuscht zu sehen, das ist wohl das bitterste, das ihm fett Monaten auf erlegt wurde."

Ohne die junge Frau weiter zu beachten, ging sie mit einem Reigen des Kopfes nach der Türe, hinter der ihr Sohn lag.

Fehmann sah die verweinten Augen seiner jungen Frau, als sie ihm beim Frühstück gegen- übertrat.

Wo warst du?" herrschte er sie an. Er war nicht mehr fähig, seine Rerven im Zaume zu hatten.

Hans!" beide Arme um feinen Hals legend, sah sie weinend zu ihm auf.Warum hast du Joachim abgewiesen, als er in seiner Rot zu dir kam?"

«Ich? Abgewiesen? Du bist Wohl verrückt? Ich habe ihn noch gar nicht zu Gesicht bekommen, seit ich hier bin!"

Seine Mutter sagte mir er wäre bei dir gewesen!"

Bei mir?" Er lauste verächtlich auf.Pfui Teufel, wenn er zu Lügen Zuflucht nimmt, um einen Grund zu haben, mich schwarz zu machen! Dem Richt Hofen hat er Weisgemacht, er wäre Direktor an Der Südbahn geworden, und seiner Mutter schwindell er vor, ich hätte ihn abge­wiesen l Himmel, Herrgott, Pftri Teufel noch ein­mal!

Hans! Bedenke doch, von wem du sprichst! Es ist Joachim Hettingen, dem wir alles Glück verdanken!"

Dedichttoorkc, namentlich auSGeroks Palm- btätter vor, sowie mehrere Chöre. Lieder des Kirchengesangvereins und gemeinsame Gesänge schufen im Verein mit den herrlichen Dlldern rechte Weihnachtsstimmung, die sich am Schlusie in das LiedO du fröhliche, o du selige Weih­nachtszeit" auslöste. Den Äonfirmanben stiftete der Frauenverein in Anerkennung ihrer schonen Leistungen ein kleines, praktisches Weihnachts­geschenk.

er. Röthges. 26. Dez. Unser neuer Kir­ch e n v o r st a n d ist jetzt in sein Amt eingeführt worden. Von dem fei teerigen Kirchenvorstand verblieben im Amte Gg. Butteron I.. Gg. Damer und Gg. Meckel VI. Reugewählt wurden Lehrer Alb. G o n d e r. Dürgermeifter Wilh. Metzger und Hch. Koch. Llllgemein wurde bedauert, daß zu der Weihnachts­feier am heiligen Abend in der Kirche das elektrische Licht nichtbrannte. Die Lei­tung ist schon längere Zeit gelegt und auch das Ueberlandtoerk hat den Anschluß fertig» gestellt, nur die Lampen konnten nicht herbei­geschafft werden. Auf der Iunggeflü» gelschau in Marburg erhielt Bürgermeister Metzger auf Barnevelder einen ersten und einen Ehrenpreis, Gemeindercchner Emrich auf deutsche Reichshuhner den ersten, zweiten, dritten und Ehrenpreis.

> Holzheim. 24. Dez. Im Saale des Gastwirts Saures dahier sand die diesjährige Delegiertenversammlung des Haus» berg-Wettertal°Sängerbundes statt. Rach dem Sängergruß des Deutschen Sängerbun­des und nach einem ChvrvortragIm Hvch- gebirg" durch den hiesigen Gesangverein ^Har­monie" unter der Stabführung seines Dirigenten Georg Sames begrüßte derBeoeinsvorsitzende Klee den Bundesvorstand und die voll^hlig erschienenen Delegierten. Darauf gab der Bun­desvorsitzende. Lehrer Breidenbach. Hoch­weisel, einen -Heb erb lief über die geleistete Jahres­arbeit des Bundes und gedachte ferner der vielen Schubertgedenkfeiern und des Gipfelpunktes deut­schen Sangeslebens in diesem Jahre, des Deut­schen Sängerfestes in Wien. Der Jahresbericht des Schriftführers und der Kassenbericht des Rechners fanden die Zustimmung der Versamm- lung. Dem Bund trat als weiteres Mitglied der Gesangverein Eberstadt bei. Auf Wunsch des Gesangvereins,,Harnronie".Gambach, wird das nächstjährige Wertungs singen in G a m b a ch stattfinden. Zur Debatte stand dann wohl der wichtigste Punkt der Tagesord- nung, der Anschluß des Hausberg-Wettertal- Sängerbundes an den Hessischen Sängerbund. Dieser wurde durch Lehrer Schenk, Melbach, vertreten, der über die Vorteile des Beitritts referierte und auch allgemeinen Beifall fand. Bei der darauffolgenden Abstimnrung enthielten sich jedoch viels Vereins delegierte ihrer Stimme, weil sie zuerst die Stellungnahme ihres Vereins abwarten wollten. Aus einer Vorstandssitzung im Januar soll bann endgültig über ben Anschluß entschieden werden.

Kreis Friedberg.

4. Bad-Rauhe im, 26. Dez. Das kirch- Hdje Geben unterer @taßt hatte zu Weih­nachten wieder einen Höhepunkt. Die Gotteshäuser waren bei allen Gottesdiensten bis zum letzten Platz gefüllt. Auch die im vergangenen Jahre von Pfarrer Knodt eingesührte Christvesper am Helligen 2lbend übte eine starke Anziehungs­kraft aus. Der Kirchenchor und ein Kinderchor unter Leitung von Lehrer Diehl hatten sich in den Dienst der einzelnen Gottesdienste gestellt. Sehr schön feierte man auch im K u r h a u s e wieder das Weihnachtsfest. Aus der Terrasse er­strahlte an den Festtagen ein großer Christbaum als »Daum für alle" im schönsten Lichterglanze, und um die Abendstunde ertönten am Helligen Abend und an den beiden Feiertagep vom Balkon des Kurhauses aus die weihnachllichen Weisen eines Hornquartetts, dem jedesmal eine viel- hunderiköpfige Menge andächtig lauschte. Das Programm der Festkonzerte an beiden Feier­tagen erhielt eine besondere Rote durch die Auf- siiyrung vonFröhliche Weihnachten", dem großen Weihnachtspvtpourri von G. Koedel. So war auch den Kurgästen fern der Heimat Gelegenheit ge­geben, eine echte deutsche Weihnacht zu feiern.

Kreis Büdingen.

J'-C Orten berg, 24. Dez. Am Samstagnach- mittag hatten sich im HotelZur Post" die Über­treter der Gemeinden des Zweckver-

Das hat noch gefehlt, daß du mich daran erinnerst!" Feßmann ftteß feine Tasse so fest auf den blumengemusterten UnterteUer, daß beides zersprang und der Mokka auf den Boden tropfte.'Bring mir meinen schwarzen Rock und meine Schuhe, dann geh ich hin und schmeiß ihm alles vor die Füße und sein geliehenes Geld hinterdrein."

Hans!" Hilde Fetzmann zitterte am ganzen Körper. Sv hatte sie ihren Rlann noch nie ge­sehen. AIS wäre sie bte Ursache seines Zornes, stand sie eng gegen die Wand gedrückt. Er schob sie unwirsch zur Seite, ging nach der Tür und schlug sie krachen- ins Schloß. Leise flirrten die Fenster nach.

2lls sie aus dem Zimmer traf, stand er bereits fertig zum Ausgehen. Ohne ihr Adieu zu sagen, nahm er den Weg zur Treppe. Auf dem ersten Mssatz holte sie ihn ein.Hans! Wohin willst

Er machte sich unsanft las.Zu weui sonst, als zu ihm! Rede mutz er mir sbchn und Ant­wort geben! Aug in Aug! -Und wehe ihm, wenn er gelogen hat! Hat er aber wahr gesprochen, dann knall ich mich vor seinen Augen nieder. Erst aber will ich noch den Beweis dafür haben, daß ich wirklich der Schurke bin, als den er mich hinstellt."

HanSl" Mit glanzlosen Augen starrte sie ihm nach. Erst nach einer Welle fühlte sie sich so stark, um nach dem Flur zurückgehen zu können. In ihrem Schlafzimmer fiel sie auf das Bett und drückte in heiserem Schluchzen den Kops verzweifelt in die Küssen hob ihn wie unter einem unwiderstehlichen Zwang und blickte nach der Türe.

3m weitgeöffneten Rahmen stand der Tod! Hohlwangig, Die Zähne fletschend, mit leeren Augenhöhlen, sah er zu ihr herüber.

Lautlos sank sie zurück. Don wohltuender Be­wußtlosigkeit umfangen, lag sie regungslos.

Verehrter Herr Kolleg, es ist unmöglich!" Der junge Arzt, welcher Die Morgensvur in der Klinik hcttte, stund mit verlegenem E^sichtSausdruck

bandes versammelt, um den endgültig gekauften neuen Autobus zu übernehmen. Kaufmann Peter Meister begrüßte die Anwesenden. Der Direttor der M.-A.-R.-Werke beglückwünschte den Verband zu feinem Zusammenschluß und zu sei­nem Unternehmen. Hierauf verhandelte man über die Versicherung und die Anstellung eines Chauf­feurs. Die Versicherung wurde mit der .Allianz" für ungefähr 2000 Ml. Prämie jährlich für Un­fall, Haftpflicht, Wogen- und Chausseurversiche- rung infL Steuer abgeschlossen, lieber die Frage des Chauffeurs wurde man sich nicht einig, sie mutzte einem Ausschuß überwiesen werben.

Kreis Schotten.

a. Schotten, 24. Dez. Das neue städti­sche Krankenhaus ist seit seiner Eröffnung vor zwei Wochen schon gut belegt. Eine Reihe schwererer Operationen ist wvhlgelungen Die Volksschule hielt in der Turnhalle einens Elternabend ab. der außerordentlich stark besucht war. Kindergesänge, alle traute Weih­nachtslieber, liebliche Kinberszenen wechselten mit» cinanber ab. Ein Märchen spielSchneewlltchen! unb die sieben Zwerge" würbe von ber mitwirken- den großen Kinderfchar sehr gut wiedergegebon Schule unb Elternhaus würben burch bic schöne Feier sehr miteinander verbunden, die rechte Weihnachtsstimmung dadurch bei alt und hma geschaffen.

)( Ruppertsburg, 24. Dez. Dieser Tage vollendete unser Pfarrer D. Fritsch sein 70.Le­be n sj a h r in voller geistiger und körperlicher Frische. Schon über 32 Jahre wirkt er in unserer Ge­meinde, die ihm herzlichste Glückwünsche darbrachte. Posaunenchor und Mannergesangverein brachten ihm am Abend ein Ständchen: der Kirchenvorstcind gra­tulierte und überreichte ein Geschenk.

zc Groß-Eiche n, 24. Dez. In dichtgefülltem Gotteshause wurde heute abend die übliche Christmette a&gepalicn. Die Konfirmand^! imo einige kleinere Mädchen hatten ein Weih- nachtsspiLl eingeübt, das flott vorgetvagen! wurde. Auch Männerchor, Kirchenchvr und Schü­lers vr halfen die Feier festlich auszugestatten.

Kreis Alsfeld, j

Alsfeld, 24. Dez. In der vergangenen Woche fand imDeutschen Hause" dahier, unter dem Vorsitz von Landwirt H. Raab, 'Alsfeld, eine Sitzung der Bezirksausschüsse Als­feld-Grebenau und Homberg-Groß» Felda der Landwirtschaftskammer statt, welcher auch der Präsident der Landwirt- schaftskammer, Oelonomierat Hensel, bei» wohnte. Ferner waren Aegierungsrat Strack vom Kreisamt Alsfeld und Direktor Becker vom Landwirtschaftsamt Alsfeld anwesend. Es wurde verhandelt über die Lage der Landwirtschaft, die Ausbildung der weiblichen Jugend, über die so­ziale Gesetzgebung und die freiwillige Krankenver» sicherung, über Maßnahmen zur Förderung der Landwirtschaft innerhalb des Bezirks. Beson­ders eingehend befaßte man sich mit ber Lage ber Landwirtschaft, deren schwere Rotlage drin­gend einer grundlegenden Abhilfe bedarf. Es wurde eine Entschließung gefaßt, in der gefor­dert wird, eine grundlegende Wiederherstellung der Rentabilität der Landwirtschaft durch eine die Interessen der Landwirtschaft wahrende Ge­setzgebung, sofortige Preisstützung auf den Dieh» unö Getreidemärkten, eventuell Schließung der Grenzen gegen die Vieheinfuhr, Sicherung der Arbeitskräfte für die Durchführung der land­wirtschaftlichen Arbellen, Erhaltung einer lebend- Ä Landwirtschaft auf Grund einet entspre-

Steuergesehgebung unb Steuerpraxis. In der sehr regen Aussprache wurde insbesondere auf die immer katastrophaler zunehmende Ver­schuldung der Landwirtschaft hingewiesen. Es wurde beschlossen, im nächsten Jahre an die Bezirksversammlung eine größere öffentliche Ver­sammlung anzuschlietzen. Die Alsfelder Jugendherberge hatte im a6 gelaufenen Jahre einen Besuch von 257 Gästen, gegenüber 364 im Vorjahr. Es war eine Abnahme der Schülerwanderungen zu verzeichnen, dagegen zeigte sich eine Zunahme durch die schulenllasiene Jugend. Die meisten Gäste waren SeMer von Lehranstalten unter Führung ihrer Lehrer. Amp zahlreiche Handwerker- unb Arbeiteisugend be­fand sich unter den Besuchern. Alle Gäste gaben ihrer Zufriedenheit mit den gut gehaltenen Ein­richtungen der Herberge AuAdriick. -- Die Zahl ber Erwerbslosen in der hiesigen Stadt ist, nachbem die Stabt ihre Kanalisativnsarbeiten bcenbigt hat unb auch die Arbellen zur Tiefer­legung des Erlenteiches durchgeführt sind, in

vor Dr. Feßmann und sah ihm bittend in die Augen.Sie Kimen ihn nicht sprechen! Unter gar keinen Umständen! Es wäre möglicher­weise sein Tod! Diese Derantwortuna werden Sie doch nicht auf mich laden tooüenr

«Ich übernehme sie selbst", kam es mit eiserne» Ruhe. Ohne weiter auf den jungen Kollegen zu achten, ging er den Korridor zu HettrngenS Zimmer hinunter.

Der jourhabende Arzt holte ihn ein unb stellte sich mit auseinandergespreizten Armen vor Joa­chims Türe.Herr Kollege. Sie verletzen Mc Vorschriften des Hauses. Die Folgen wären für Sie unberechenbar."

Ich werde sie trogen, tarn es unter gewalt­sam zurückgedräng ter Bewegung.

.Unb wenn auch. Herr Kollege Feßmann! Ich kann es nicht erlauben. Ich kann nicht!" Er hielt ihn am" Arm fest, als dessen eine Hand sich nach der Klinke streckte.Ich will ein ilebrigeg tun und Ihnen den Bescheid des Chefarztes mit­teilen! Es besteht keine Hoffnung mehr, das Leben des Barons Hettingen zu retten. Wollen Sie ihm diese wenigen Tage noch mit Gewalt verckürzen?"

FetzmannS Gesicht erblaßte tote die getünchte Wand in feinem Rücken.Geben Sie mir Ihren Kittel und Ihre Drille, Herr Kollege Sanders. Wollen Sie. oder wollen Sie nicht?"

Rein!"

Gut! Verlassen Sie sich darauf, daß ich doch zu ihm hineinkomme."

Dei der 2lblosung, die nach zwei Stunden er­folgte, schritt neben dem Chefarzt ein älterer, etwas nach vorne gebückter Arzt in weißem Kittel mit einer scharfen Drille über den bunfiert Augen, dah sie wie Kohle darunter hervorstachen. Das glattgescheitelte Haar war von Grau durch- sprenkett, und die Dtegung der Mundttnie von unbeugsamer Härte gezogen.

Kollege Prvsesior Weingarten! stellte ber Chefarzt vor, als SanberS ihm-über Hettingen« Desinden Dericht erstattete.

Dann verschwanden die beiden in dessen Zimmer.

(Fortsetzung folgt.)