Diese gutdurchdachten Snferoie, das Haden die englischen Kaufleute erkannt, sind bat beste Mittel, jede Stockung im Absatz zu überwinden. Trotzdem gerade die englischen Zeitungen außerordentlich hohe Preise für ihre Anzeige nehmen, Snb sie daher dennoch stets mit großzügigen nnoncen gefüllt.
Verein für Kommunaltvirtschast und Kommunalpolitik.
Don Bürgermeister Or. Dölsing, Alsfeld.
Die int zweiten Teile dieses Aussatzes von dem Verfasser geübte Kritik an den Dar- legungen der Referenten geben wir als interessante Meinungsäußerung eines hesti- schen Kommunalpolitikers wieder, ohne damit unsere eigene Auffassung zu identifizieren. D. Red.
Diese wichtige kommunale Vereinigung hielt Anfang Oktober ihre diesjährige Tagung in Lllm unter dem Vorsitz von Oberbürgermeister Dr. Lueten (Kiel) ab. Die auf der Tagung behandelten Gegenstände umfaßten auch das gegenwärtig im Vordergrund der öffentlichen Erörterung stehend« Problem der Reichs- und Länderreform und das Verhältnis von Reich, Ländern und Gemeinden zueinander bei der kommenden Vrrwaltungsreform.
Dieses Thema behandelte der Ministerialdirektor im preußischen Finanzministerium, Dr. V r « ch t, in einem Vortrag über die ,R e u o r d- nung der Dezentralisation im Deutschen Reiche". Während dirser Vortrag das Problem mehr vom Standpunkt der Mittelinstanz behandelte, befaßte sich der Mitberichterstatter, O^rbürgermeister a. D. Dr. K u tz e r (Mannheim), mit demselben Gegenstände vom Stand-, punkt der Kommunen aus. Ministerialdirektor' Dr. Brecht erblickt die richtige Form der er» streb!en Verwaliungsverrinfachung in einer Reform der Dezentraliia ian, und warnte dabei vor Atopien. Dom Reiche feh'.'.en die Grundbedingungen, um diesem alle Gebiete der Verwaltung zu übertragen. Die Vorschläge Brechts sind inzwischen aus den Verhandlungen der Länder» konfe"'?nz (Vergl. die Berichte im Gieß. Anz.) betanntgeworden.
Der Mitberichterstatter für dieses Thema. Ober- bürgermeister a. D. Dr. K u h e r (Mannheim), behandelte das Problem vomStandpunkt der Gemeinden aus: er forderte eine Reichsstädte- und Rcichslandgemeindeordnung und kam zusammensassend zu dem Ergebnis, daß eine Zentralisierung hi irgendeiner Form kommen müsse, unter Bildung gut geleiteter Sslbstverwaltungs- körper mit Reichsaufsicht als oberste Instanz.
Der Geschäftsführer des Verbundes der preußischen Provinzen, Ministerialrat a. D. von Schenk, behandelte das Thema: „Die Selbstverwaltung der preußischen Provinzen in der Rachkriegszeit" in einem ausführlichen Referate, wvbci die Mitteilung über das Bestreben der preußischen Provinzen in der Rachkriegszcit von Interesse war, eine größere Selbständigkeit und sogar Autonomie zu erlangen. Diesen Bestrebungen seien die preußischen Oberpräsidenten selbst entgegengetreten, wasder Redner als evne Fiuge. staatsmännisch 7 Ta! öfr Sslbst- beschränkung pries, zu der unsere Parlamentarier noch erzogen werden mühten.
Alsdann folgte ein Referat deS LandratS Dr. Schöne (Stettin) über »Das Verhältnis derProvinzen zu den übrigen Selbst- v e rw a lt ung sk ö r pe rn", der vpm Standpunkt des Deutschen Landkreistages insbesondere das Verhältnis der Kreise zu den Provinzen behandelte und dabei darauf hinwies, daß auf Grund der allgemeinen direkten Wahlen für die Kreistage und die Provinziallandtage deren heutige Zusammensetzung zu dem Charakter als Ge- 'm e i n d e v e r b ä n d e im Widerspruch stehe, denen bei den Wahlen ein gewisser Einfluß wieder eingeräumt werden müsse. Er empfahl eine enge Zusammenarbeit zwischen den Kreisen und Provinzen.
Zieht man die Ruhanwendung für unsere hessischen Verhältniss e aus den auf der Almer Tagung von prominenten und einflußreichen Persönlichkeiten für die Reuordnung der Dinge im Reiche und den Ländern aufgestellten Grundsätze, so muß man zu dem Ergebnis kommen, daß die hessische Regierung sowohl als auch der hessische Landtag und nicht minder die hessischen Kommunen alle Arsachr haben, gegenüber den hier entwickelten Gedankengängen und Vorschlägen aus der Hut zu sein. Die von bsm preußiscAn Ministerialdirektor Dr. Brecht (allerdings in sehr vorsichtiger Weise in ihren Amrissen) enttoorlene Reuordnung einer Dezentralisation im Reiche läßt erkennen, daß das hier entwickelte System überhaupt keine wirkliche Dezentralisation, sondern ein durch die Eingliederung der kleineren Länder perstäEes zentralistisches Preußen bedeuten würde. In dieser Ausfassung mußte man bestärkt werden durch die Ausfichrungen des anderen Referenten, Ministerialrats a. D. v p n Schenk, über die Selbstverwaltung der preußischen Provinzen, in welcher dieser, wie bereits oben erwähnt, bie Ablehnung einer erweiterten Selbstverwaltung der preußischen Provinzen als eine kluge, staatsmännische Tat pries. Bei dieser in der preußischen Staatsreaierung herrschenden Tendenz kann man sich ungefähr ein Bild machen, wie sich die Dezentralisation im Reiche unter Führung eines zentralistischen, von Berlin regierten preußischen Systems für diejenigen Länder auswirken würde, die entweder im Wege der Auftragsverwaltung, oder durch unmittelbaren Anschluß an Preußen in diesem aufgehen würden. Rur harmlose Gemüter können noch glauben, daß in einem solchen Staatsgebilde di? Eigenarten der kleinen Länder und deren Bevölkerung noch Platz finden würden. Alle diejenigen Kreise, auch in unserem Hesfenlande, welche jetzt, mit mehr oder minder Aeberlegung das alleinige Heil in einem Anschluß an den großen preußischen Bruder erblicken, oder In einem Einheitsstaat, wie man ihn sich offenbar in Preußen denkt, würden sicher eine starke Enttäuschung erleben. Es soll in feiner Weise dem Partikulansmus das Wort geredet werden, aber das darf gesagt werden, eine Reuordnung im Reiche mit einer Dezentralisation unter der Hegemonie eines zentralistischen Preußens, in welchem auch Hessen restlos aufgehen würde, herbeizusHnen, dazu haben weder die hessische Regierung noch dir hessischen Gemeinden irgendwie Anlaß. Wie man in einflußreichen preußischen Kreisen über die kleineren Länder und deren Interessen denkt, ging aus den Ausführungen des Referenten, Landrat Dr. Schöne
(Stettin), hervor, btt mit einer gewissen Selbstverständlichkeit über deren Daseinsberechtigung zur Tagesordnung überging, und di? Einteilung der kleineren Länder in Provinzen und Kreise als etwas überholtes bezeichnete. Jedenfalls werden unsere maßgebenden hessischen Faktoren gut daran tun, gegenüber solchen Abfassungen den im Flusse befindlichen Dingen ihre besondere Aufmerksamkeit zuzuwenden. Die hier behandelte Frage, die zweifellos ein sehr schwieriges, staatsrechtliches Problem ist, wird int Frühjahr des nächsten Jahres bei Beratung des Reichshaus- halts für 1929, bei welchem em Defizit von 500 bis 700 Millionen Mark zu erwarten ist, im Brennpunkt der Erörterungen stehen. Caveant consulesl
Mittelrheinischer Fabrrkantenverein.
Der Verein hielt dieser Tage unter dem Vorsitz des Geheimrats Dr. Haeuser (Höchst a. M.) in Mainz eine zahlreich besuchte Mitglieoeroersam.m- (ung ab.
Der Vorsitzende gab in seinen einleitenden Worten der allgemeinen Freude über die Landung des „Gras Zeppelin" fn Amerika Ausdruck, die ein i Erfolg deutscher Technik und deutscher Willenskraft j sei. Im übrigen biete die Zeit nicht viel Erfreuliches. ' Er wies hierbei auf die neuen Wirtschafts - , kämpfe und die allgemeine Enttäuschung über |
Ausfuhr günstig entwickelt. Der Anteil der fertigen Waren ist dabei nicht unerheblich gestiegen. Bei der Einfuhr war dagegen die Entwicklung eine weniger günstige, da auch hier der Anteil der fertigen Waren, wenn auch in geringerem Ausmaße, zugenommen hat. Im ganzen gesehen, ist in der kurzen Zeit von 1924 bis 1927 für den Wiederaufbau unseres Außenhandels sehr viel Erfolgreiches geleistet worden. Freilich drohen vielleicht für die weitere Entwicklung gewisse Gefahren, auf welche der Redner noch zum Schlüsse kurz hinwies. Die eine Gefahr liegt in dem bei uns steigenden Preisniveau, das unsere Konkurrenzfähigkeit auf dem Weltmärkte ungünstig beeinflussen muß: die andere Gefahr liegt darin, daß vielleicht, nach manchen Anzeigen zu schließen, sich über kurz oder lang die Wirtschaftslage in den Vereinigten Staaten verschlechtern wird, und daß wir deshalb, wenn dies eintreten wird, auf fremden Märkten der gefährlichen Konkurrenz der amerikanischen Industrie begegnen werden.
In der Aussprache wies Geheimrat Dr. H a e u s e r auf außerordentliche Absatzmöglichkeiten in China hin, sobald dort die politischen Verhall- nisse stabilisiert sind. Schon beute sei China bei- spielsweise für chemische Produkte nächst Deutschland das wichtigste Absatzgebiet. Bon anderer Seite wurde bemerkt, daß, so erfreulich die Entwicklung des Außenhandels in vielen Punkten sei, doch die Passivität desselben im ganzen in Verbindung mit unseren Reparallonsverpflichtungen zunächst keine Aussicht auf einen Ausgleich biete. Der
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Das sind die zeitgemäß ausgestatteten, auf unsere einheimische Bevölkerung abgestimmten, im eigenen Betriebe bearbeiteten und auch gedruckten Sonderbeilagen zum Gießener Anzeiger
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Das große Hekmat- und Anzeigenblatt Oberheffens und der benachbarten preußischen Gebietsteile ist der seit 176 fahren erscheinende, mit allen Volksschichten aufs engste verwachsene GieSener Ameigev
den Ausgang der Genfer Verhandlungen flirt. Hoffentlich führten die demnächstigen Verhand* ungen über die Reparations frage zu einem erträglichen Ergebnis. Das Defizit im Reichs- haushalt von vorläufig 600 Millionen Mark lasse neue Steuern befürchten, die statt der versprochenen Entlastung der Wirtschaft eine neue Belastung bringen würde.
Rach Ausführungen des Geschäftsführers Dr. Meesmann über den letzten Gewerkschaftskongreß, der eine geschloffene Stellung auch im Unternebmerlager geboten erscheinen laße, und über die Eisenbahntorisreform, die zwar angesichts der Daweslast unvermeidlich geworden sei, aoer eine schwere neue Belastung der Wirtschaft mit sich bringe, hielt
Prof. Dr. Mombert-Gießeii
einen Vortrag über die neuere Gestaltung des deutschen Außenhandels. In seinen Darlegungen stellte der Redner vor allem drei Gesichtspunkte in den Vordergrund: 1. Die Gestaltung des Außenhandels in feiner Gesamtheit, 2. die Richtung der deutschen Warenausfuhr, 3. die Zusammensetzung dieser letzteren. Was die ©ejamtent» Wicklung onbelongt, so kommt hier ein erhebliches Wachstum des gesamten Handelsvolumens und die ko oft erörterte Passivität des deutschen Außenhan- oels in Betracht, eine Erscheinung, in der jedoch der Redner keine Gefahr erblickte, wenn er auch die Notwendigkeit betonte, diese Tatsache doch nicht zu sehr aus dem Auge zu verlieren. Besonders im Hinblick auf die Steigerungsfähigkeit unserer agraren Produktion sei dies besonders wichtig. Die Steigerung der deutschen Ausfichr hat sich in dem letzten Jahre vor allem nach den europäischen Staaten vollzogen, während diejenige nach Uebersee, vor allem auch nach Asien, sich nicht in besonders gün» K Weise entwickelt hat. Die Steigerung der chr nach Europa hangt jedenfalls damit zusammen, daß in dieser Hinsicht die abgeschlossenen Handelsverträge einen günstigen Einfluß ausgeübt haben. Bei der Zusammensetzung des Außenhandels kommt es mit Rücksicht vor allem auf die Lage auf dem Arbeitsmarkt namentlich darauf an, daß sich innerhalb der Ausfuhr möglichst viele und bei der Einfuhr möglichst wenige fertige Waren befinden. Unter diesem wichtigen Gesichtspunkt hat sich unsere
Vortragende verwies demgegenüber auf andere Staaten, die auch eine starke passive Handelsbilanz und außerdem erhebliche Zahlungsverpflichtungen haben.
Sodann berichtete der Geschäftsführer über die von Reichsfinanzminister o. D. R e i n o l d geschaffene
„Zentralbank der Deutschen Industrie tMB”, die den Zweck hat, der mittleren und kleineren Industrie in Deutschland langfristigen Kredit zur Verfügung zu stellen. Die Organisation der Bank ist inzwischen durch die Presse bekannt geworden. Die Bedingungen für den Darlehnsnehmer sind so vorgesehen, daß Kredit auf zwanzig Jahre gegeben wird tn der Höhe von 30 Prozent des nach vorsichtiger Taxe ermittellen Zeitwertes der Grundstücke. Die Grundschuld wird mit 1J0 Prozent des in Anspruch genommenen Darlehnsbetrags eingetragen, wovon 10 Prozent als Sicherhellsbürgschaft für die Gesamtheit dienen. Das Darlehen wird mit 90 Prozent ausgezahlt, ist zu 6,5 Prozent plus 0.75 Prozent laufender Der- wallungskostenbeitrag also zu 7,25 Prozent oder effektiv 8,6 Prozent zu verzinsen. Dazu kommt das Disagio von 10 Prozent, das mit 0,5 Prozent jährlich zu berücksichttgen ist, so daß man aus eine jährliche Gefamtbelastung von etwa 9,5 Prozent kommt, wovon aber, wenn die Sicherheitsbürgschaft nicht in Anspruch genommen wird, der hierauf entfallende Betrag zurückgezahlt wird.
In der Aussprache, an der sich Geheimrat Dr. Haeuser, Finanzrat Dr. Gröninger von der Hessischen Landesbank, Deidesheimer. Limburg, Dr. Hahlo, Kreuiznach, und Regierungsrat Meyer von der Disaonto-Gesell- schaft beteiligten, kam das allseitige Interesse an der Gründung zum Ausdruck, doch wurde von mehreren Seilen die Belastung als verhältnismäßig hoch für die in Rede stehenden Kreise bezeichnet. Der Vorsitzende gab dem Wunsche Ausdruck, daß die Bank dennoch für die mittlere und üeinere Industrie in vielen Fällen segensreich wirken möge und daß die Bedingungen, was auch Dr. Gröninger in gewissem Umfange als möglich bezeichnete, noch etwas günstiger gestaltet werden möchten..
Oberhessen.
Ole Jubiläumsfeier der Industrie- und Handelskammer Friedberg.
WSN. Friedberg, 26.Oft Aus Anlaß bts bereits mitgeteilten 30jährigen Bestehens der Industrie- und Handelskammer Friedberg fand gestern vormittag im Rathaus- saal ein F e st a k t unter Anteilnahme zahlreicher Vertreter der Behörden statt. U. a. bemerkte man Wirtschaftsminister K o r e l l, Oberregierungsrat Pennrich, Provinzial- und Kreisdirektoren, Vertreter der Wirtschaft, der Nachbarstädte und die Presse. Nach einleitenden Musikstücken richtete der Vorsitzende der Kammer, Kommerzienrat Langsdorf, herzliche Worte der Begrüßung und des Dankes an die Festversammlung. In einem längeren Rückblick verbreitete er sich sodann über die Entstehung und Geschichte der Kammer. Aus seinen Ausführungen ging hervor, in welch bedeutungsvoller Weise die Kammer beigetragen hat zu dem wirtschaftlichen Aufstieg chres Bezirks. Der Syndi- kus der Kammer, Rechtsanwalt und Notar Stahl, sprach über „Strukturwandlungen der deutschen Wirtschaft in den letzten 30 Jahren". Dr Göbel, stellvertretender Syndikus der Kammer, behandelte in seinem Vortrag die „Stellung der Industrie- uich Handelskammer im Staat und Wirtschaft". Die Ausführungen der Redner, die sich durch Klarheit und Gedankentiefe auszeichneten, wurden von der Festversammlung mit lebhaftem Beifall aufgenommen. An die Vorträge schlossen sich die "Glückwünsche der Staatsregierung durch Minister S? or e LI, sowie der Vertreter der Provinzial- und Kreisdirektionen, der Industrie, des Handels, der Wirtschaft und des Handwerks. Dem langjährigen Präsidenten Kommerzienrat Langsdorf wurde seitens der Handelskammer eine prachtvolle Ehrenurkunde ich erreicht. Die Festgäste vereinigten sich später im Hotel Trapp zu einem gemeinsamen Mittagessen, bei dem noch manche Anerkennung für die Jubilarin zum Ausdruck kam.
Einweihung des Evange!. MdchenheimS fn Meder Erlenbach.
Ern neues Heim der Inneren Wissiv-n in ins* ferein Hessenland wurde dieser Tage inRiedev- Erlenbach bei Vilbel e'ngeweiht, das Mäd- chenheim^Glaubur g“. Evangelische Landeskirche und Elisabethenstist haben hier in den außerordentlich schönen und geeigneten Raumen einer uralten Wasserburg eine milde Stiftung errichtet. Der Hessische Landes verein für Innere Mission und der Verband der evcmgellsch-kirch- llchen Frauenverbände stehen mit hinter der Sache, werden die Arbeit finanziell mittragen und im Aufsichtsrat mitberaten.
Eine große Anzahl von Vertretern der öffentlichen und freien Wohlsahrtspf^ge waren der Einladung zur Einweihungsfeier gefolgt. Als Vertreter des Innenministeriums war Reg.-Rat Krebs erschienen, ferner sah man den neuen Kveisdirektor von Friedberg, in dessen Bezjvk die neue Anstalt liegt, sowie viele Leiter t>oh Kreis- und städtischen Wohlfahrtsdienstw. Al« Vertreter der Landeskirche nahmen Prälat D. Dr. Diehl. Vizepräsident Dr. Dahlem und Oberkirchenrat Wagner teil. Den Landesverein für Innere Mission vertrat Direktor Röhricht, den Verband der Frauenvereine Fürstin Erbach-Schönberg.
Dach kurzer Begrüßungsrede des Vizepräsidenten deS Landeskirchenamtes hielt der Prälat der evangelischen Landeskirche, D. Dr. Diehl, die Weiherede. Er betonte besonders die Tatsache, lxch hier zum ersten Male die hessische Landeskirche selbst Mitträgerin einer sozialen Arbeit werde, die sich die Bekämpfung einer heute besonders großen Rot zum Ziel gesetzt habe. Mit Recht wertete er diesen Versuch, praktisch an der Lösung der Schwierigkeiten unserer Zell und ihrer Menschen mitzuarbellen, als eine Phase im Leben der hessischen Landeskirche. Die in der Glauburg begonnene Arbeit ist hrrauSgewachsen aus einer von Kreisen der Inneren Mission längst getriebenen Arbeit cm sittlich gefährdeten und verwahrlosten Mädchen Es sei erinnert an die „Wagdalenen-Hilfsvereine" aus der VorkriegS- zell, an den „Marienhof" in Braunshardt. daS im Krieg eingegangene evangelische Mädchen- Heim, sowie besonders an die in den letzten Jahren eröffneten Zufluchten" in Darmstadt und Gießen
Die Glauburg bietet Platz für 30 bis 35 Mädchen Also ein Leines Haus, so daß der AnstaltS- charakter vermieden werden kann Die Mädchen sollen ja nicht für dw Anstalt, sondern zmn Leben erzogen werden Sie sollen In der Wäscherei. Gartenarbeit, Handarbeiten und der Hausarbeit ausgebildet werden Der Ton wird, dem Geist der Anstalt entsprechend, auf die Bildung des Charakters gelegt werden — Der Geschäftsführer der Stiftung, Pfarrer Hickel (Darmstadt), sprach über die Frage, was die Arbeit im Madchenhelln will.
Im Hamen des Innenministeriums und der kommunalen Behörden grüßte Regierungsrat
Landkreis Gießen.
•o- Großen-Linden. 27. Olt. Der hiesige Geflügel- und Kaninchenzucht- verein .,V o 1 k s w o h l" will anfangs Dezember wieder eine allgemeine Ausstellung von Rassetieren mit Prämiierung veranstalten, die für jeden Züchter offen ist. Sie wird in der geräumigen Turnhalle aarfgebaut und steht unter dem Ehrenschuh des Altbüi^ermeisters Leun Der geschäftliche Tell liegt in den Händen des ersten Vorsitzenden, Philipp Zimmermann, unter dessen Leitung der Verein, besonders auf dem Gebiete der Geflügelzucht, sich gut entwickelt und schon mehrere Ausstellungen erfolgreich durchgeführt hat. (Vergl. den heutigen An- zeigentell.)
DGroßen-Linden,26. Okt. In unserem all- ehrwürdigen Gotteshause wurde gestern abend ein Film aus der Arbeit der Sudan- Pionier-Mission im Rillande gezeigt. Der Vortragende, Missionar Ripp er von Auerbach a. d. Dergstr., der mehrere Jahre in Ober- agypten weilte, erzählte an Hand der recht guten Bilder von der Reise und seinen persönlichen Erlebnissen im fernen Land sowie von der Arbeit der Mission. Auch die Tätigkeit eines Sohnes unserer Rachbarstadt Gießen, des Mis- sionsarztes Dr. Kallenbach, der dort sein segensreiches Wirken namentlich auf dem Gebiete der häufig auftretenden Augenkrankheiten ausübt, zeigte ber Vortragende im Film.
/ Mainzlar, 26. Ott. Wer jetzt durch unseren Wald wandert, kann sich davon überzeugen, daß der diesjährige Herbst eine selten reich« Ernte an Eicheln gebracht hat. Die Früchte, die sehr gut entwickelt sind, fallen — durch die


