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Preitag, 26. Okt. 1928,8nmgs
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Der Schiedsspruch in dem Lohnkonflitt der Eisenindustrie.
Düsseldorf. 26. Oft. (WTB.) Aach mehr- tägigen Verhandlungen wurde heute in der Gesamtstreitigteit zwischen dem Arbeitgeberverband für den Bezirk der nordwestlichen Gruppe deS Vereins deutscher Eisen- und Gtahlindustriel- ler und den drei Metallarbertergewerkschasten von der Schlichterkammer unter dem Vorsitz des Oberlandesgerichtsrates Dr. 3ötten-Köln folgender Schiedsspruch gefällt.
DaS derzeitige Lohnabkommen bleibt weiter in Kraft, und zwar mit folgender Maßgabe: Der Ecklohn als solcher bleibt unverändert. -Zum Verdienst des Stundenlohnes über 21 Jahre tritt jedoch mit Wirkung vom 1. Aovember 1928 ab eine feste Stundenzulage von 6 Pfennig. Bei den weiblichen und jugendlichen Arbeitern stuft sich diese Zulage nach den entsprechenden Hundertsätzen der Lohntabelle ab. Bruchteile werden in der bisherigen Weise aufgerundet. Die Akkord- und Prämienarbeiter erhalten vom gleichen Zeitpunkt ab neben dem sogenannten Zeitzuschlag von 21 Pfennig eine feste Zulage von 2 Pfennig. Diese Regelung ist erstmalig am 1. März 1930 zum 30. April . 1930 und dann an jedem 1. mit zweimonatiger Frist kündbar. Die Erklärungsfrist läuft bis zum Montag, den 29. Oktober, gegenseitig und gegenüber dem Schlichter.
Die Verfolgung der Acrubmörder Heidger hat übrigens ein weiteres Todesopfer gefordert. Der bei der Verfolgung schwerverwundete Gärtner Peters in Köln ist seinen Verletzungen erlegen.
Der Wclfcnschatz verkauft?
Das „B. T." meldet aus Wien, daß der Herzog von Braunschweig den Wiener Antiquitätenhändler Glückseelig mit dem V e r k o u s des Welsenschatzes an ein amerikanisches Konsortium betraut hat. Glück- seelig ist nach Amerika abgereist, um mit dem Konsortium den Vertrag abzuschließen.
Tstaer-Erinnerunftsfeiern.
Celle, 26. Oft. (TU.) Aus Anlaß des hundertjährigen Todestages Albrecht Daniel Thaers, dessen Verdienste um die Förderung der Landwirtschaft so bekannt sind, daß nichts mehr über sie gesagt zu werden braucht, veranstaltete die Königliche Landwirt- schafts-Gesellschaft — ein Titel, der mit Rücksicht aus die Tradition unter Zustimmung der maßgeblichen Stellen erhalten worden ist — eine Gedenkfeier, deren zahlreiche Teilnehmer von nah und fern in der Stadt des langjährigen Wirkens Thaers zu- sammengekommen lind. Der Direktor der Königlichen Landwirtschafts-Gesellschaft und Präsident der Land- wirtschaftskammer Hannover, Rittergutsbesitzer von Reden-Reden hieß insbesondere die Mitglieder des Hauses Thaer, den Landeshauptmann und den Generaldirektor von Thaer aus Schlesien, sowie weiter die zahlreichen anderen Ehrengäste willkommen und führte dann in längerer Rede aus: Wir wissen, Albrecht Thaer ist über den immerhin begrenzten Kreis unserer Gesellschaft und unserer hannoverschen Heimat hinausgewachsen und gehört der ganzen deutschen Landwirtschaft. Es kann keinem Zweifel unterliegen, daß bei dem Suchen der Landwirtschaft nach neuen Wegen die
Aus aller Wett.
Aufdeckung weiterer Straftaten der Gebrüder Heidger.
Aach Mitteilung der Kriminalpolizei Köln wurde im Besitze der Acrubmörder Johann und Heinrich Heidger auch ein Koffer gefunden, .in dem sich 16 Paßformulare und sechs gebrauchte amtliche Stempel der Poli- zeidirektivn München befanden. Die daraufhin vorgenommene Vergleichung der bei dem Einbruch im Pahamt München zurückgebliebenen Fingerspuren mit den Fingerabdrücken der Gebrüder Heidger hatte das Ergebnis, daß Johann Heidger als der Paßamteinbre- cher fest gestellt wurde.
Forderungen des Deutschen Veamlenbundes.
DaS Ende der Tagung.
Berlin, 26. Oft (V.D.Z.) An seinem letzten Verhandlungstage beschloß der DeamtenbundeS- tag, zu verlangen, daß im neuen Strafgesetz wieder der Begriff „Beamter" statt „Amtsträger* gesetzt und daß Ausnahmebestimmungen gegen Justi^eamte und Eisenbahner vermieden werden. Auch dürfte ein Verstoß gegen die De- amtenpflichten nicht ohne weiteres als stvosrecht- liches Vergehen gewertet werden. Zum Abschnitt „Besoldung" wird verlangt: Beseitigung der Verpflichtung zur Rückzahlung zuvier bezogener Bezüge, umgehende Verabschiedung des geschlossenen Deamtenrechtes und seiner Ausdehnung auf Länder- und Kommunalbeamte, Beseitigung der bestehenden Rechtsminderung der Warte st andsbeamten, unverminderte Beibehaltung des Derufsbeamtentums, Stärkung des Einflusses der Aeichsregierung auf die Reichsbahn mit dem Ziele der vollen Verfügungsgewalt des Reiches. Zur Besoldungsneuregelung selbst fand eine Entschließung Annahme, die eine Aachprüfung der örtlichen Sonderzuschläge, Stärkung der Kaufkraft durch Beeinflussung der Wirtschaftspolitik und Wiedereinführung des Gruppensh st ems von 1 9 2 0 sowie Beseitigung der Härten für Wartegeld- und Ruhegehaltsempfänger erstrebt, unter Durchführung der entsprechenden Reichstagsentschließungen.
Im übrigen wurde die „schnellste" Herbeiführung des angekündigten neuen Ortsklassen- verzeichnisses verlangt. Annahme fand noch eine Entschließung auf Herbeiführung eines Wohn^eimstättengesetzes und eine andere, die fordert, daß die Verschlechterung der Dienstzeit der Reichsbeamten, die in der Aotzell 1923 eingeführt sei, jetzt endlich beseitigt werde. Zum ersten Bundesvorsitzenden wurde unter lebhaftem Beifall der bisherige Vorsitzende Flügel mit 272 Stimmen bei 94 EniyaTlungen wiedergewählt. Aach den üblichen Dankeswortcn betonte Präsident Flügel rn seinem Schlußwort: Der Bundestag habe durch gewissenhafte Arbeit, die weit hinausragte über die Grenzen des eigentlichen Berufs in die Gebiete der Wirtschafts- und Staatspolitik, sich eine Stellung in der Oesfentlichkeit errungen, die sich würdig anreihe der jeder anderen Berufsorgam- sation in Deutschland.
SiiddeuiMild und die Mdettonferevz
rungen in Ausbau und
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Lakehurst glaubt man nicht, daß die Rückfahrt vor Montag angetreten wird. Leutnant-Commander Wicks, dec auch die Reparaturen an der beschädigten Stabilisierungsflosse geleitet hat, erklärte, daß die Marinestation über einty Vorrat von 735 000 Kubiksuh Blaugas verfüge, und daß sie etwa 140 000 Kubiksuh Wasserstoff liefern werde. Aachdcm der Entschluß Dr. Eckeners, mit Rücksicht auf die Wetterlage den Flug nach dem mittleren Westen aufzugeben, endgültig geworden sei, habe man heute nachmittag um 2 Llhr amerikanischer Zeit begonnen, die Dlaugas- 3elfen an Bord des „Graf Zeppelin" aufzu-
Lakehurst, 26. Okt. (WTD.) Dr. Eckener hat den geplanten Rundflug des „Graf Zeppelin" nach dem mittleren Westen der Vereinigten Staaten aufgegeben. Dr. Eckener erklärte, er hoffe, die jetzt aufgegebene Fahrt nächst o l e n zu können, wenn das Luftschiff auf dem geplanten zweiten Ozeanslug wieder nach den Vereinigten Staaten komme. Der Hauptzweck seines ersten Fluges sei gewesen, zu zeigen, daß die Strecke über den nördlichen Allantischen Ozean, sowie andere überseeische Fahrten mit dem Lenkluftschiff sicher und verläßlich zurückgelegt werden können. Um diesen Hauptzweck der Fahrt nicht zu schädigen, sei es wesentlich, die Rückfahrt nach Europa ohne allzu große Verzögerung an- ^u treten. Eckener sagte: „Wir wollen zeigen, daß wiederholte Transozeanflüge in kurzen Zwischenräumen ersolgen können, und ich möchte deshalb meinen Aufenthalt in diesem gastfreundlichen Lande diesmal nicht über den ungefähren Zeitraum von zwei Wochen ausdehnen. Ich bedauere tief, daß es mir jetzt unmöglich ist, den „Graf Zeppelin" der Bevölkerung der Städte des mittleren Westens zu zeigen, die eine so große Begeisterung für den geplanten Besuch an den Tag gelegt hat."
Dr. Eckener hat dem Marincaint mitgeteilt, ..Graf Zeppelin" werde am Sonntag zum Aufstieg für die Rückfahrt bereitliegen, die sobald als möglich angetreten werden soll. Er ersuchte um die Beschaffung von Wetterberichten für den von ihm geplanten Kurs. Leutnant-Commander Wicks von der Marineluftstation Lakehurst hat mit der Beschallung von Dlaugas und Wasserstoff für die Rückfahrt des „Graf Zeppelin" begonnen. In
„Graf Zeppelin" rüstet zur Heimfahrt Oie Rundreise über den mittleren Westen der ll. (5. A. aufgegeben. Ab Sonntag für den Rückflug startbereit.
der Strafgerichte vorzunehmen sind: ferner wurde eine Reihe strafprozessualer Probleme, darunter die Einschränkung der Eide und die Regelung der Wiederaufnahme des Verfahrens durchgesprochen. Weiterhin beschäftigte man sich mit der strafrechtlichen und strafprozessualen Behandlung der Jugendlichen und der Minderjährigen, die über 18 Jahre alt sind.
Die Beratungen am 26. Oktober, an denen auch die übrigen Reichsressorts teilnahmen, hatten die Frage der Neuordnung des juristischen Ausbildungswesens zum Gegenstände. Die Aussprache ergab erfreulicherweise, daß ebenso wie bei den Reichsressorts, auch bei den Landesregierungen der einmütige Wunsch nach einem fürdas ganze Reich einheitlich gestalteten Ausbildungsgange besteht, der den Zugang zum Rich- teramt und zur Rechtsanwaltschaft, wie zum höheren Verwaltungsdienst eröffnen soll. Nach eingehender Erörterung der Fragen wurde die Einsetzung einer Kommission beschlossen, in die die interessierten Reichsressorts, sowie die Regierungen der größeren Länder je ein Mitglied entsenden werden. Die Kommission soll, entsprechend der von der überwiegenden Mehrzahl der Länder vertretenen Auffassung, Vorschläge auf der Grundlage einer sechseinhalbjährigen Gesamtdauer des Ausbildunasganges, einschließlich einer mindestens halbjährigen 93 er- waltungspraxis, ausarbeiten. Die Kommis- sion wird ihre Arbeiten beschleunigen. Sobald ihrs Vorschläge oorliegen, wird der Reichsminister der Justiz die Konferenz erneut zusammenberufen.
gemacht haben. Weiteren Vorträgen folgte die Enthüllung einer Thaer-Gcdächlnistafel in Thaers Geburtshaus in Celle. — Der preußische Landwirt- schastsminister Dr. Steiger legte im Beisein des zuständigen Referenten und des Landrates einen Kranz an dem im Parke des Rittergutes M ö g l i n gelegenen Grabe Thaers nieder. Gleichzeitig nahm der Minister Gelegenheit, die frühere Wirkungsstätte Thaers in Möglin einer kurzen Besichtigung zu unterziehen. Vorher hatte der Minister einen gleichen Kranz in Berlin an dem auf dem Schinkel»
Das Aachrichtenmonopol.
B e r l i n, 26. Oft. (WTB.) Aach Drahtberich, ten der deutschen Botschaft in Washington hat Dr. Eckener gegenüber dem von Ministerialdirigent Brandenburg im Auftrage des Reichsverkehrsministeriums an ihn gerichteten Ersuchen, das bekanntlich dem Hearst-, Ullstein- und Scherlkonzern verkaufte Aachrichten-Monopol für die Rückfahrt aufzuheben, dargefegt, daß er infolge bestehender rechtlicher Bindung auch bei bestem Willen dazu nicht in der Lage sei. Er bitte daher ernstlich, daß die deutschen Reichsstellen und die Oeftentlichkeit seiner Zwangslage Rechnung tragen möchten. Dr. Eckener soll es gelungen sein, in den Vereinigten Staaten die öffentliche Meinung ihre anfänglicheDer- st>immung über das Monopol vergessen zu lassen. Die Presse hat dort eine Begeisterung für ihn und sein Werk an den Tag gelegt, die von vielen als noch bewegter, wie aus Anlaß des Köhl-Fluges betrachtet wird.
auf die starke Annäherung und Zusammenarbeit der süddeutschen Länder Bayern, Baden und Württemberg zurückzusühren, 3m allgemeinen betrachtet man nach Auffassung unterrichteter Kreise Bayerns das Ergebnis in Anbetracht der ursprünglich a uf der Tagung stark vertretenen unitarischen Gedankengänge nicht als unbefriedigend, wenn man auch bayerischerseits in der angenommenen Entschließung eine genauere und weniger vieldeutige Fassung gewünscht hätte. — Die „Münchener Aeuesten Aachrichten" schreiben zum Abschluß der Länderkonfercnz, daß die Vorbereitungen wenigstens auf der unitarischen Seite vorzüglich gewesen feien. Ebenso habe ihre Regie in Berliner Händen gelegen. Daß die angenommene Entschließung nicht das Ergebnis der Konferenz blieb, sei das Verdienst Dr. Helds. Es sei gelungen, den sehr geschickt in Szene gesetzten Angriff der Einheits- staatler zurückzuschlagen. 3m übrigen hoffe man, daß die Zusammenfünfte die allgemeine Aufmerksamkeit immer mehr auf den Föderalismus lenkten.
Reform der Justiz.
Vereinheitlichung der juristischen Vorbildung.
Berlin, 26. Oft. (WTB.) Im Reichsjustizministerium fanden am 25. und 26. Oktober unter dem Vorsitz des Reichsminister der Justiz, Koch- Weser, Besprechungen mit den Regierungen der Länder über Fragen auf dem Gebiete der Gesetzgebung und der Justizverwaltung statt. Der preußische Justizminister, die bayerischen Minister der Justiz und des Innern, die Justizminister von Württemberg, Baden, Hessen, Braunschweig und Anhalt, der Staatspräsident von Odenburg sowie die Leiter der Justizverwaltungen von Hamburg und Bremen waren persönlich erschienen.
Am ersten Tage wurden die wichtigsten Punkte aus dem Gebiete des Einführungsgesetzes zum künftigen Strafgesetzbuch erörtert. Die Beratungen betrafen zunächst die Fraae, inwieweit im Rahmen der Strafrechtsreform Ä e n d e -
Gedanken Thaers auch heute noch zu berücksichtigen und auf die neuen Verhältnisse zu übertragen sind. In diesem Sinne gilt auch für uns das Wort, das Albrecht Thaer prägte und das wir in die zu seinem Gedächtnis verfaßte Schrift aufgenommen haben: „Ein sinnvoll ausgesprochenes Wort wirkt auf die Ewigkeit". — Das Programm nahm seinen Fortgang mit der Bekanntgabe von Stiftungen zur Schaffung einer Thaer-Erinnerungs-Me-- daille, die Persönlichkeiten verliehen werden soll, die sich um die Landwirtschaft besonders verdient
Badens
Stellung zur Aeichsreform.
Staatspräsident Remmels über seine Berliner Rede.
Karlsruhe, 26. Okt. (WB.) Die Redaktion des „Dolksfreundes" hatte mit dem badischen Staatspräsidenten Dr. Remmele nach deffen Rückkehr aus Berlin eine Unterredung über das Ergebnis der Länderkonferenz. Diefe habe nach der Auffassung des Ministers gegenüber der letztjährigen Konferenz einen wefent- lichen Fortschritt und eine sehr starke Klärung der Auffassungen gebracht. Es habe sich während der dreitägigen Verhandlungen immer stärker die Aotwendigkeit gezeigt, das Problem Preußen und Reich nicht isoliert, sondern mit dem Gesamtproblem Reich und Länder zu be- handeln. Die Frage, ob hinsichtlich der Reichs- resorm eine süddeutsche Einheitsfront bestehe, wurde von Dr. Remmele verneint. Es beftehe bestenfalls eine Einhei t Sf ront der Zentrumspartei in den süddeutschen Ländern.
Eine älebeveinsttmmung könne auch gar nicht vorhanden sein und vorläufig solange nxh-t geschaffen werden, ehe nicht für die Reform f e ft» umgrenzte Vorschläge zur Debatte ständen. Wenn aber nichts geschehe und infolgedessen die Aushöhlung der Länder ihren Fortgang nehme, dann kämen wir in Deutschland zu einem bureaukratischen Zentralismus, der von den Anitaristen genau so abgelehnt werde, wie von den Föderalisten. Dr. Remmele erklärte in diesem Zusammenhang: „Aus diesen Gründen halte ich auch den von Bayern ausgehenden allzu starken Widerstand gegen die Reichs- Deform für ein nationales Anglück und erst recht für eine G efährdung der Selbständigkeit der Länder in allen fiebenÄ- fragen derselben, die nach Verfassung und Lebens- nvtwendigkeit ihnen gebührt." Der Staatspräsident gab zum Schluß der Meinung Ausdruck, daß unzweifelhaft eine Annäherung der Anhänger des Födrrativstaaies und der älnitaristen erfolgt sei. Dieser Annäh'.rungsprozeh werde sich in den Unterausschüssen fortsehm und könne gefördert werden, wenn in der Presse und in der Oeffentlichkeit eine ruhige, sachliche und leidenschaftslose Behandlung dieser außerordentlich wichtigen und komplizierten Frage stattfinde.
Bayern fühlt sich als Sieger.
„Der Angriff der Einheitsstaatler zurückgeschlagen".
München, 26. Oft (TU.) Aach dem „Bayer. Kur." sieht man in Kreisen der bayerische Ab- ordnung mit einer gewissen Befriedigung auf das Berliner Ergebnis der Länder- konferenz zurück. Man sei darauf vorbereitet gewesen, daß von unitarischer Seite auf dieser Tagung Vorstöße gemacht werden würden. 3n Bayern verzeichne man mit Genugtuung, daß die Festlegung eines Programms im Sinne der Schaffung des Einheitsstaates nicht erreicht worden sei. Den föderalistischen Kreisen habe das Vorgehen der Reichsregierung, als sie ihre Richtlinien veröffentlichte, ohne sich vorher des Einverständnisses des Ausschusses der Länderkonferenz zu versichern, stärkstes Mißfallen erregt. Auf eine direkte Frage des bayerischen Ministerprä identen Dr. Held an den Reichskanzler Müller bezüglich der bayerischen Pfalz hake Müller keine klare eindeutige Antwort geben können.
Daß keine Beschlüsse in Hinsicht des Einheitsstaates zustandegekornmen seien, sei in erster Linie
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Die Havarie der „Monte Cervantes".
Das Hamburger Seeamt beschäftigte sich mit dem Unfall, den das Motorschiss der Ham- burg-Südamerika-Linie „Monte Cervantes" am 25. 3uli auf seiner Spitzbergen,:ei se erlitt und der besonders durch die Hilfeleistung des russischen Eisbrechers „Krassin" seinerzeit! großes Aufsehen erregte. Aach dem Spruch des Seeamtes ist der Unfall darauf zurückzuführen, daß der Kapitän des Schiffes und der norwegische Lotse die Stärke des zu durchfahrenden Eises unterschätzten unb die Eisbarre mit zu! hoher Geschwindigkeit durchführent Der Vorwurf mangelhafter Aavigierung könne indes nicht erhoben werden. Die nach dem Unfall _ergriffenen Maßnahmen waren ordnungsgemäß. 3n dem Urtcilsspruch des Seeamtes wird die Hilfeleistung des Eisbrechers „Krassin" mit besonderem Dank anerkannt.
Raubmord In Zoppot.
Die Witwe Elisabeth v. Sanden, die in der Danziger Straße in Zoppot ein Papier- und Konfi. türengeschäft besitzt, wurde in ihrer Wohnung tot aufgefunden. Die polizeilichen Ermittelungen ergaben, daß sie mit einem Strumpf et» würgt worden war. Es ist mit Bestimmtheit anzunehmen, daß dem Täter beträchtliche Wertgegenstände und eine größere Summe baren Geldes in die Hände gefallen sind.
Der Gladbacher Mörder verhaftet.
Der 17jährige Fürsorgezögling Joy. Strandt, der, wie berichtet, in der Provinzialsürsorgeanstalt M.> Gladbach- Rheindahlen den 15jährigen Sohn des Werklehrmeisters Holländer durch mehrere Beil- hiebe ermordete und unter Mitnahme eines geraubten Betrages von 500 Mark flüchtete, ist in der Nacht, etwa sechs Stunden nach der Tat, verhaf - t e t worden.
Verhaftung eines Aktienschwindler».
Seit einigen Monaten trat in Calbe a. d. Wale (Anhalt) ein Mann unter dem Namen „Subdirektor" K i r r es von der Egon-Erdölgesellschaft Oberg (Nienhagen) auf, ber auf sehr großem Fuße lebte. Seme Tätigkeit bestand in Dem Vertrieb von Erdöl-Aktien, die er zu dem Nennwert von 300 Mark den hiesigen Gutsbesitzern anbot. Bei seiner Werbung wurde der „Subbireftor* durch großaufgemachte Prospekte und Gutachten unterstützt, die eine ungeheure Rentabilität der Erdölwerke erkenn- nen ließen. Erkundigungen der Polizei über die den Banken unbekannte Gesellschaft Oberg ergaben, daß sich in einem Hause der Herderstrahe in Hannover allein vier solcher Gesellschaften befanden, deren Agenten in allen Teilen Deutschlands mit großem Erfolg arbeiten. Weiterhin ermittelte dis Polizei, daß „Suodirektor" Kirres von der Staatsanwaltschaft Hannover wegen Betruges gesucht wird. Daraufhin wurde er von Der Polizei festgenomme n.\
Der Aethermusikanl als Iuwelenhehlcr.
Die Berliner Kriminalpolizei hat eine auf» seihenerregende Verhaftung vorgenommen, die im Zusammenhang steht mit einem schweren 3uweleneinbruch in Brüssel, bei dem den Tätern vor drei 3ahren Edelsteine im Werte von drei Millionen Franks in die Hände fielen. Die langwierigen Ermittlungen der Kölner und der Pariser Polizei, die sich schließlich auch mit dem Berliner Polizeipräsidium in Verbindung setzten, ergaben, daß der russische Emigrant Professor Djvunfowski. der im Augrtt Dieses 3ahres durch die Vorführung seiner Erfindung der AetherwellenmusiL in Berlin von sich reden machte, mit der Brüsseler Einbrecherbande in enger Verbindung stand. THounkowski, der eine Zimmerflucht im Eden-Hotel bewohnte, wurde fest genommen unb befindet sich zur Zeit in Auslieferungshaft im Berliner Polizeipräsidium.
Die Weiierlaae.
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Das kräftige 3slanp-Druckfallgebiet hat sich mit seinem Kern südostwärts bewegt und liegt bereits über dem Kanal. Es wird zunächst auch unserem Gebiet unter zunehmender fiuftöewegung Aiederschläae bringen. Die Temperaturen, die anfänglich sich wenig ändern, gehen mit dem raschen Zufliehen kühler maritimer Luftmassen zurück, wobei die Wetterlage vorläufig noch Linen beständigen Charakter annimmt.
Wettervoraussage für Sonntag: Bei wechselnder Bewölkung zeitweise Niederschlage, allmählich etwas frischer, lebhafte nordwestliche bis westliche Winde.
Witterungsaussichten für Montag: Wolkig mit Aufheiterung, Temperaturen etwas sinkend, nur noch vereinzelt Niederschläge.
Lufttemperaturen am 26. Oktober: mittags 12,9 Grad Celsius, abends 12,2 Grad Celsius: am 27. Oft.: morgens 11 Grad Celsius. Marimum 13 Grad Celsius, Minimum 10,3 Grad Celsius.
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