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Befreiungen vor für Unternehmungen, die nach der Fassung. Stiftung oder fDuftigen Verfassung ausschließlich gemeinnützigen oder mild­tätigen Zwecken dienen. Für die Voraus­setzung der Gemeinnützigkeit gelten die Bestim­mungen des Körperschoftssteuergesehes. Absatz lc betreffend die Gewerbesteuer der Spar­kassen erhält folgende Fassung: Als Gewerbe gilt nicht die Lätigteil als öffentliche oder dem öffentlichen Verkehr dienende Sparkasse, die sich aus die Pflege des eigentlichen Spartassenver- kehrs beschränkt. Darüber, was untereigent­lichem Sparlassenverkehr" im Sinne dieser Vor­schrift anzusehen ist, bestimmen die zur Durch­führung des Körperschaftssteuergejetzes und des Dermögenssteuergesetzes erlassenen Ausführungs­bestimmungen. Alle übrigen Befreiungsanträge der Parteien wurden abgelehnt.

Artikel 3 bleibt in der Regierungsfassung. Artikel 4 erhält den Zusatz: »Dies gilt nicht für gewerbliche Betriebe, deren Zweck in Verein­nahmung oder Ausleihung von Geldern besteht." Die Artikel 5 bis 10 werden in der Regierungs­sassung angenommen und die Abänderungs- anträge der Demokraten unb Dolksparteiler ver­worfen. Artikel 11 wird auf volksparteilichen und demokratischen Antrag dahin abgeändert, daß bei einem Gewerbeertrog von weni­ger als 1 200 Mart eine staatliche Gewerbe­steuer nicht erhoben wird. Artikel 12 bis 15 werden ebenfalls in der Regierungsfassung an­genommen. Absatz 5 zu Artikel 15, der eine Ein­schränkung der Rechtsbeschwerde vorlah. wird ge­strichen. Die Artikel 16 bis 20 werden unver­ändert genehmigt und die volksparteilichen An­träge aus zweijährige Gültigkeit abgelehnt.

3n den zur Untersuchung der landwirt­schaftlichen Lage einzufetzenden Sechser- ausschuß wurden die Abg. Lux (Soz.). Dr. Leuchtgens (Bbd.), Wickler (Ztr.). Eberle (Dem.), Schott (Dolksp.) und Angermeher (Som.) gewählt.

Der Ausschuß billigte dann noch die Re­gierungsvorlage über den Staatszuschuß zu der projektierten Weilerführung der Kleinbahn Wächtersbach Birste in d o n Birstcin bis Hartmannshain. Für die aus hessischem Gebiet verlausene Strecke wird ein Betrag von 42 000 Mark angefordert

Oberhessen.

Landkreis Gießen.

00 Klein-Linden, 26. April. Unter oem Borsitz des Lokomotivführers Lotz tagten am Samstagabend die Mitglieder des hiesigen R a l f f > eisenvereins in dem GasthausZur Burg" zu einer G e n e r a l v e r s a m m l u n g. Eine län­gere Aussprache fand über die Neuschaffung einer Berkaufsstelle statt, da die seitherige Verkaufsstelle aufgegeben wird. Mit Stimmenmehrheit wurde der Vorstand ermächtigt, ein Lokal zu beschaffen, das mit eventuellem Umbau die Summe von 13 000 Mark tosten darf. Der Beschluß der Generalver sammlung wurde inzwischen in die Tat umgesetzt und das Anwesen des Ludwig Lenz VI., Kirch- strahe 2, für den Preis von 6000 Mk. käuflich er­worben. Im Hof des Anwesens soll eine Ver- kaussstelle errichtet werden, die auf etwa 4000 Mk. veranschlagt werden kann. Als Feldfchütz und Totengräber wurde für unsere Gemeinde Hein­rich Weber verpflichtet und in den Dienst ein- geführt.

Steinbach, 27.April. Der längere Zeck am Hauptzollomt Gießen tätige Zollpraktikant Freita g von hier wurde unter Beförderung zum Oberzollsekretär an das Hauptzollamt Bochum versetzt.

* C b e r st a d t. 26. April. Am Sonntagabend bot der hiesige Kriegerverein in aner­kennenswerter Weise den Bewohnern unseres Ortes und der Vachbarschaft im Saale des Gast­wirtes Wedemann, dahier, ein Militär- k o n z e r k. ausgeführt vom Musikkorps des Gießener Bat-aillons unter Leitung von Obermusikmeister L ö b e r. Das aus vier Teilen bestehende Programm wurde von der ausge­zeichneten Kapelle in bester Weise zum Vortrag gebracht und fand allenthalben verdienten leb­haften Beifall. Warmen Anklang sand auch das Violinsolo des Herrn Wanitzek. Mit Worten des Dankes an Obermusikmeister Bober und seine vortreffliche Mujllerschar sand der genuß­reiche Abend feinen Abschluß.

-- L i ch . 26. April. Aus eine 6 0jährige ununterbrochene Zugehörigkeit zur Deutschen Turner schäft kann das Ehrenmitglied des hiesigen Turnvereins Philipp O h w a l d zurückschauen. Der -Sumer- jubilar, der in diesen Tagen sein 77. Lebensjahr vollendet, wurde nach seiner Dorschülerzeit im Frühjahr 1868 als aktiver Turner überschrieben. Später gehörte Ph. Oswald lange Zeit dem Vorstand des hiesigen Tumvereins an. über zehn Jahre allein als erster Turnwart. Vor mehreren Zähren wurde der früher sehr ver­diente Turner durch Verleihung des Ehren- b rief es des Mittelrheinkreises der Deutschen Turnerschaft ausgezeichnet.

< Queckborn, 26. April. Die Landwirte fangen hier und In der ilmgcgenb an, da sie ihre fetten Schweine nicht l o s werden können, selbst zu schlachten und das Fletsch zu verkaufen. Da die Händler nur 50. zuletzt 45 Pfennig für das Pfund Lebend­gewicht bieten, haben die Landwirte ein gutes Geschäft, wenn sie das Pfund zu 7 5 und 7 0 Pfennig verkaufen. Es ist em doppelter Gewinn, einmal beim Verkauf, unb bann, wenn He vom Rachbar, der schlachtet, frisches Fleisch so billig taufen. 3n den Läden kostet unbegreif- .icherweise daS Pfuiib noch 1 Mark. Kotelecke- stücke 1.10 Mark und ohne Knochen 1,30 Mark. 'Saä ist eine Spanne zwischen Lebendgewicht und Ladenpreis von über 100 Prozent. Da man einen Schlachtverlust von 22 Prozent rechnet, so kann sich jeder ausrechnen, daß diese Spanne zu hoch ist. Würde der Ladenpreis entsprechend herunteraehen, so würde das Pu­blikum mehr kaufen. Der größere Bedarl müßte die Berluftpreise der Landwirtschaft bessern und die Metzger hätten durch größeren Absatz'auch ihren Gewinn. Daß auch andere Geschäftsleute dabei gewinnen würden, fei noch nebenbei be­merkt.

O Grünberg, 26. April. Der Ladenpreis des Schweinefleisches ilt in Grünbcrg und Umgegend plötzlich auf 80 Pfennig herun - tergegangen. Die Spannung zwischen Erzen ger- und Ladenpreis ist bei 40 bis 45 Pf. für das Pfund Lebendgewicht immer noch erheblich.

L Grünberg, 26. April. Das alte Wahrzeichen von Grünberg, die .^Höfetränk". wird zur Zeit durch einen Durchstich durch die brückenartige Ver bindung der Altstadt mit den Höfen dzw dem Bahnbofsviertel ab gelassen Man will o'iei

bar der Höfctränk erst einmal auf den Grund sehen. . ehe man sie auffüllt. Der Grund ist aber tiefer, als j man dachte. Der Durchstich ist nicht tief genug an­gelegt worden, um alles Wasser zum Ablaufen zu bringen. Die Auffüllung ist offenbar beschloßen. Wenn einst der ganze große Tümpel aufgefüllt ist, sollte man wenigstens darauf sehen, daß in Erinne­rung an die Höfetränk irgend ein Wasserspiegel, vielleicht mit Springbrunnen auf der Stelle an­gelegt wird.

ftrei* Büdingen.

= Ridda, 26. April. 3n Ergänzung Der seinerzeit mitgcteilten Fahrplanverbesfe- rung auf der Strecke GießenGelnhausen kann berichtet werden, daß der Sommerfahrplan, der am 15. Mai i.t Kra t tritt, für die Strebe Ridda H ungen zwei weitere Verbesserun­gen bringt. Es wurde schon immer als sehr nachteilig empfunden, daß täglich in der Zeil zwischen 9 und 3 Mr leine Verbindung nach Gießen bestand. Besonders im Winter war die lange Zugpause unangenehm, da der Morgenzug für die Landbevölkerung zu früh, der 3-Ubr-cug zu spät lag. Es ist nun ein neuer leichter Dampf­zug T511 eingelegt, der hier um 12.03 Mr ab­fährt unb. wie seither, von Hungen bis Gießen verkehrt, Gießen an 13.14 Mr. Als Gegenzug verkehrt der Personenzug T516 Gießen ab 22.43 Mr nun täglich, gegen seither Sonntags bis Aidda. Htbba an 23.46 Mr. Es ist nun der Bevölkerung zwischen hier und Hungen mehr als seither Gelegenheit gegeben, ^catervorstel- lungen, Konzerte und Vorträge in der Provin­zialhauptstadt zu besuchen.

Ridda , 28. April. An der Veseiti - g u n g der Wohnungsnot hat unsere Stadt durch Errichtung von Aeubauten, Erwerb von Privathäusern hervorragend mitgetoiett. was besonders anerkannt werden muß. Ihre sürsor- gende Tätigkeit auf diesem Gebiete dürfte von andern Gemeinden gleicher Einwohnerzahl kaum überboten werden. Ern neues st äolisches Wohnhaus in der Hopscngasse wird wieder in den nächsten Monaten fertiggestellt, so daß es noch vor Winter bezogen werden kann. Die großen Kellereien der ehemals Kraft- schen Brauerei, gleichfalls städtischer Besitz, werben jetzt mit ihrem Ucbetbau abgebrochen, um das freiwerbenbe Gelänbe anberen Zwecken bienstbar machen zu können. Von ben vorhan- benen Gebäulichkeiten biefes Anwesens steht jetzt nur noch bas große Wohngebäude, bas aber schon teilweise umgebaut ist. Die lanbwiri­sch a f t l ich c Schule ist darin untergebracht, die anberen Teile werden bewohnt. Zur Förderung unserer Verkehrsinteressen bereitet die Stadt die Herausgabe eines Führers vor. der schon im Hinblick auf die starke Be­sucherzahl aus Bad Salzhausen zu einem Bedürfnis geworben ist.

Kreis Schotten.

E : ch e l s d o r f. 26. April. 3n der hiesigen Gemeinde zählt man nicht weniger als fünf­zehn Leute, die das 8 0. Lebensjahr überschritten haben. Das ist für ein Dorf von 900 Einwohnern eine sehr hoye Zahl. Die älteste Frau zählt 92 3ahre. Ein 79jähriger Sänger besucht noch regelmäßig die Hebung stunden des Gesangvereins, erscheint mei­stens als erster unb halt mitunter am längsten aus. 3n ber Bautätigkeit herrscht hier zur Zeck Hochbetrieb. Ein Doppelwohnhaus unb brei Einfamilienhäuser sinb gleichzeitig im Bau. Weitere Hm- und Anbauten sind noch für diese Dausaison vorgesehen. Da auch berecks in ben Vorjahren etwa ein Dutzenb Reubauten aus- geführt würben, kann von einer Wohnungsnot hier nicht mehr gerettet werben. Die hiesigen Basaltsteinbrüche, auf bie man in ber Rachkriegszeit große Hoffnungen gesetzt hatte, haben stark enttäuscht. Zur Zeck ist noch einer im Betrieb, unb auch dieser nur mit ganz geringen Arbeitskräften, so daß die Vermutung nahe liegt, er würde eines Tages stillgelegt werden. Der Bruch liefert wohl einen vorzüg­lichen Pflasterstein, aber der Basalt ist nicht geschlossen, wodurch kostspielige und zeitraubenoe Erdbewegung notwendig wird.

Kreis Alsfeld.

-r. Ober-Ohmen. 26. April. 3m benach­barten Unter-Seibertenrod war ein Tag­löhner mit Holzhauen' beschäftigt. Dabei rutschte ihm bie Axt aus und er schlug sich den Daumen und Zeigefinger der linken Hand ab.

Stumpertenrod. 26. April. Die in Köddingen herrschende Maser nepedemie hat auch auf unser Dorf übergegriffen und be­ginnt sich hier auszubreiten.

Kreis Lauterbach.

& Lauterbach, 26. April. Bei der Beschluß­fassung über den städtischen Voranschlag für 1928, über die gestern bereits berichtet wurde, wurden zur Deckung der Gemeindeumlage von 64 000 Mk. folgende Ausschlagssätzc gutgeheißen: von je 100 Mk. Steuerwert Gebäude und Bauplätze 12 Pf., von je 100 Mk. Steuerwert land» und forstwirtschatlich genutztem Grundbesitz 24 Pf., von je 100 Mk. Steuerwert gewerbliches Anlage- unb Betriebskapital 40 Pf., von je 1 TU. des feftgefteüten slaatl. Gewerbeertrags­steuersolls 50 Pf., vom staatlichen Sondergebäude- steuorsvll 17 Pf. Diese Steuersätze sind die­selben wie im vergangenen 3ahre. Eine Er­höhung der Steuern ist somit erfreulicherweise nicht eingetccten. Dabei muß hervorgehoben wer­ben, daß diese Sätze mit bie niedrigsten in Hessen sind. Bei ber Beratung des Voranschlags wurde gleichzeitig beschlossen, das Wasser- g e l d um etwa 4000 Mk. zu ermäßigen. Zur Durchführung dieser Maßnahmen wurde eine Kommission gewählt, die entsprechende Vor­schläge machen soll. Hinsichtlich der Eröff­nung der Jreibadeanstalt wurde be­schlossen. ben beiden hiesigen Turnvereinen daS Werbeschwimmen zu übertragen 3ebem ber beiden Vereine bleibt bie Ausslel- lung und Ausarbeitung eines entsprechenden Programms überlassen. Für die von auswärts zug-övgenen Schwimmer bzw. Schwimmerinnen wird freie Bahnfahrt gewährt. Als Eröffnunngs- tag wurde der 10. 3uni in Aussicht genommen. Der Bürgermeister gab fobaimn eine Be- sch werde des Motorsportklubs über schlechte Straßenbeleuchtung in Lau- terbach zur Kenntnis. Vom Bürgermeister wurde festgestellt und einwandfrei nachgewiesen, daß die Straßenbeleuchtung in Lauterbach eine recht gute ist unb In keiner Weise beanstandet werden kann Durch'chnitt'.ich brennen während d<r Rächt in Lauterbach hu idert Straßenlater- nen. die^ einen iäkr! chen Kostenaufwand von

Rührungen des Bürgermeisters beabsichtigt die H e i m st ä t t e n b a u g e s e l l s ch a f t. a.i ber die Stadt mit über 50 Prozent beteiligt ist, ün 3ahre 1928 ein Einfamilienhaus, sowie weitere^ sechs Zweizimmerwohnungen zu errichten. Der Stadl- vorstand nahm hiervon Kenntnis und batte nichts dagegen zu ermnnem.

Preußen.

Kreis Wetzlar.

-5- Münchholzhausen. 26. April. Wie in zahlreichen Äachbargemeinden. so bildet auch in un'crer Gemeinde bie Erbauung einer zen­tralen Wasserversorgungsanlage eines der noch zu lösenden größeren Gemeinde­probleme. 3n einer kürzlichen Gemcinderatssitzung beschloß die Gemeindevertretung, die zum Wasser- leitungsbou erforderlichen Vorarbeiten in nächster Zeit vornehmen zu lassen. Es soll durch Schür­fungen in den verschiedenen Gemarkungstellen versucht werden, die zur Unterhaltung der Wafferleitung erforderlichen Quellen innerhalb unserer Gemarkung zu erhöhten. 5>tc Kosten der Schürsungsarbeilen, die demnächst vergeben werden sollen, werden durch monatliche Kosten­beiträge der Haushaltungsvorstände aufgebracht.

~ Lützellinden, 26. April. Die Fische­rei in den öffentlichen Gewässern her hiesigen Gemarkung, die bisher an den Bezirtsschornstein- segermeister Georg Keil zu Gießen verpachtet war, ist mit Zustimmung der Gemeindebehörde an den Angelsportverein Gießen c. V. weiterver.pachtet worden.

O Dornholzhausen. 26. April. Die Derbindungsstrahe von hier nach der Provinzial st raße Wetzla rB u h b a ch, der sog.Oemeinitetoeg, befindet sich in einem Zustande, ber geradezu eine Gefahr für die öffentliche Verkehrssicherheit beben- bet. Dom Dorfausgang bis zur Provinzialstraße reiht sich auf dem Weg Loch auf Loch. Bei nasser Witterung ist ber Weg für Kraftfahr­zeuge. Radfahrer, sowie Fußgänger kaum passier­bar. Es nimmt eigentlich wunder, daß bet dem überaus schlechten Zustand des Weges bisher noch keine Unglücksfälle vorgetommen sind. Mit Ausbesserungsarbeiten kann hier nicht abgeholfen werden, der Weg bedarf vielmehr vom Anfang bis zum Ende einer gründlichen Neuern­de ck u n g und 3nstandfetzung. Wie verlautet, ist seitens der Kreisstraßenbauverwaltung, in deren Unterhaltung der Weg steht, die 3nstand- setzung für dieses 3ahr noch nicht beabsichtigt. Sollte dies wirklich der Fall sein, so wäre cs Sache der Chaussee') vlizeibehörde, ben Weg im 3nteresse der Verkehrssicherheck mit sofortiger Wirkung polizeilich zu sverren.

ch Oberkleen, 26. April. Dieser Tage fand hier durch die Ortspolizeibehöroe zu Groh- Rechtenbach unter Zuziehung eines auswärtigen Sachverständigen, eines Vertreters des 3agd- pächters, des Zagdvvrstehers und der geschä­digten Grundstücksbesitzer die Abschätzung des durch Schwarzwild angerichteten Schadens am Wintergetreide im 3agdbezirke rechts des Kleebaches statt. 3ns- gesamt handelte es sich um sechs Schaden fälle, in denen bis auf einen Fall auf Grund des Sach­verständigengutachtens eine gütliche Einigung zwischen dem 3agdpächter und den Beschädigten erzielt wurde. Der abgeschähte Schaden belief sich insgesamt auf rund 200 Mark. Hierzu kommen 1500 Mark Schoden für Kartoffeln und Getreide vom Herbst vorigen 3ahres, so daß der 3agdpächter für das abgelaufene Pachtjahr insgesamt 17 00 Mark Wildschaden auf­zubringen hat. Die Pacht für die 3agd beträgt nur 1600 Mark. Wit Rücksicht auf diesen enormen Wildschaden hat die Gemeinde dem 3agdpächter für das abgelaufene Pachtjahr einen Pacht- Nachlaß gewährt. Neuerdings tri,tt das Schwarz­wild auch in dem 3aghbezirke links des Klee­boches auf und richtet dort Schaden an. 3ni Anschluß an den Abschatzungsiermin in der hiesigen Gemarkung fand eine gleiche Abschätzung im benachbarten 3agdbezirk Vollnkirchen statt. Hier lagen 17 Schadenfalle vor, in denen der Gefamtschaden auf über 300 Mark abgeschätzt wurde.

Krers 99t; örrrg.

js Marburg, 26. April. Der 9jährige Sahn des Kutschers Peter aus Marbach, der vor etwa vierzehn Tagen in einen Kessel kochenden Wassers stürzte, ist an den schweren Brandwunden in der hiesigen Klinik gestorben. Die Derhondlung gegen den 17jährigen Josef W c i l, der in der Rächt zum 8. April die 67jährige Elise Krämer e r mordete, wird voraussichtlich im Mai stattfin­den. Die Staatsanwaltschaft hat Anklage wegen Mordes und Notzucht erhoben.

Kreis Kirchhain.

II Kirchhain, 26. April. Der Mühlenbefitzer Kaufs von der unterhalb Amöneburg gelegenen Brückermühle hatte das Glück, in der Ohm einen Hecht zu fangen, der dos stattliche Gewicht von 25 Pfund bei einer Länge von 1,17 Meier hotte.

Dillkreis.

WSN. Dillenburg. 26. April. In der letzten Stadtverordnetenoerfammlung wurde der Haus­haltsplan für 1928 mit 1 575 700 Mark festge­setzt. Zur Deckung des Fehlbetrags werden erhoben 160 Prozent Zuschlag zur staatlichen Grund- Vermögenssteuer, 300 Prozent Zuschlag zur Ge- werbcsteuer nach dem Ertrag unb 800 Prozent nach dem Kapital, für Filialbetriebe 360 bzw. 060 Pro­zent. Die Steuersätze konnten bei der Gewerbesteuer um 200 Prozent gegenüber 1927 gesenkt werden.

Schweres Explosions-ung ück.

WEN. Fulda. 26. April. Eine schwere Explosion ereignete sich heute vormittag in ber Färbereia Stellung brr Valentin M e h - ler A.-G., Segeltuchweberei in Fulda. Ein Dampfzylinder platzte aus bisher noch nicht feUgeitellter Ursache und zertrümmerte bie anstoßenden Mauern. Zwei Arbeiter wur­den getötet, ein Arbeiter schwer verletzt, wäh­rend zwei weitere Arbeiter leichtere Derleyunaen davontrugrn. Da durch die Explosion auch oaS in dem Derk befindliche TransformatorsuhauS d-s Ueberlandwerles Fulda erh.blich beschädigt wurde, waren für einige Zeck bie benachbarten Fndustriewerke von der Stromzufuhr ab» geschnitten.

Großfeuer

bei Henschel & Sohn in Kassel.

WSN. Kassel, 26. April. Heut? abend gegen V>9 Uhr brach im alten Werk der Lokomo- trvsobrik Henschel & Sohn in einem großen Magazin ber Lokomottvmontage Groß- feuer aus. Dieses Gebäude hat drei Stock­

werke. in denen sich Lagersachen von großem Derr befinden. Sämtliche Feuerwehren Kassels waren in wenigen Minuten zur Stelle, die mck 47 Schlauchleitungen die Bekämpfung des Feuers aufnahmen. Nach l1 2ftünbigcr Tätigkeit gelang es den vereinten Bemühungen der Feuer­wehr. den Brand auf den Ausbruchsherd zu beschränken. Die Entstehungsurfache ist wahr­scheinlich auf Kurzschluß zurückzu'ühren. Ein Teil des Daches ist eingestürzt. Das in den unteren Etagen befindliche Lager für K cinloto- motiven und Ausrüstungsteile ist teilweise aus­gebrannt. Zwei Laufkranen sind umgestürzt, doch wurden nur wenig Derheugmaschinen beschä­digt. Ebenso sinb die fertigen und halbfertigen Lokomotiven unversehrt geblieben. Menschen­leben finb nicht in Gefahr gekommen, ©rnfte Betriebsstörungen treten nicht ein.

Das Ergebnis der Frankfurter Frühjahrsmesse.

Am Mittwoch hat die Frankfurter Frühjahrs - mesie ihr Ende erreicht. Der Besuch während der Messezeit ist gegenüber ber Frühjahrsmesse des Vorjahres auf ba> Doppelte gestiegen. 3n geschäftlicher Beziehung kann man das Ergebnis ber diesjährigen Früh ahrsmesse ckls mittelmäßig bezeichnen. Konjunkturelle Faktoren spielen naturgemäß eine große Rolle. Die Unklarheit über die bevorstehende wirtschaft­liche Entwicklung übte vor allem auf die Ter- tilgruppe, die schon feit Wochen unter sehr stillem Geschäftsgang zu leiben hatte, einen großen Einfluß aus. Trotzdem hatte ein Teck der Textilmesse gute Ergebnisse aufzuweisen, das sind u. a. leichte Baumwvllwaven unb Strckk- sachrn, Strümpfe und Trikotagen. Für anbeie Teile ber Textilmesse, wie Damenmäntel. Hrrren.- konsektivn unb Herrenwäsche, war teilweise ganz guter Absatz zu erreichen.

Ein anderer Haupt teil, ber unter ber gegen­wärtigen Lage zu leiden hat, war die Möbel- gruppe. Gesucht waren hier lediglich Quali- tätSwa« mittlerer Preis.age. Die stark ver­größerte Möbelmesse schloß im allgemeinen be­friedigend.

Die in Anlehnung an di^ Möbelmesse gleich­falls gut beschickte Abteilung der Holzbear­beitungsmaschinen erfreute sich bis zum Schluß eines regen Geschäftsganges.

3n der Leder- unb Galanterie- warenmeffe war das Ergebnis bei ben Aus­stellern sehr geteilt Teilweife körnten recht gute Abschlüsse zustandekommen. Reiseutrnsilien und Koffer gingen gut. Auch die Aussteller von Dommerspielwareir waren mit dem geschäftlichen Ergebnis zufrieden. Auch Sprechmaschinen und Zubehör fanden guten Absatz. Bei diesen im Hause Offenbach untergebrachten Gruppen machte sich besonders das Ausland durch Käufe bc- merkbar. Die hauswirtschaftiiche Gruppe tonnte ihr Gefchäft in den letzten Messetagen Derart ver­besseren, daß von einem recht befriedigenden Gesamtergebnis gesprochen werden kann.

Das Ergebnis der Schuh- unb Leber- messe war erwartungsgemäß unbefriedigend. Mmrgels hinreichenden Angebots war ein stär­kerer Zuzug von Einkäufern unterbunden. Trotz­dem muß festgestellt werden, daß bie Aussteller die Messe diesmal länger gehalten haben, als dies in den letzten Fahren sowohl hier, als auch auf anderen Weiseplätzen der Fall war Die stark Dertretene Hausfchuhgruppe fa ib an­gemessenen Zuspruch. 3n Bodenleder entwickelte sich ein lebhafteres Geschä t.

DaS Kunstaewerbe, das nach 1'/, Jahren wieder ün Haufe Werkbund dominierte, war mit dem Ergebnis nicht sonderlich zufrieden.

Ganz besondere Beachtung sand die ün Rah­men der Messe stehende Lebensmittelaus­stellung, bie vom Ausland sehr gut be­schickt war.

Die diesjährige Frühjahrsmesse hat in erster Linie dazu gedient, zahlreiche neue De- schäftSverbindungen anzuknüpsen. Als recht erfreulich kann man bie Beteiligung des Auslandes bezeichnen, wobei Frankreich an ber Spitze stand. Dann erst folgten Oesterreich und die Schweiz. Ungarn, Südslawien, England u. a. m.

Amtsgericht Gießen.

* Gießen, 20. April. Gin Kraftwagenführer R. aus der Umgebung von Gießen hat einen hiesigen Elektromonteur Z. verklagt, weil dieser geäußert haben sollte, er habe nur zwei Chauffeure, die für Reparaturen, die sie ihm zuwiesen, Schmiergelder nähmen ober verlangten, der eine davon sei R.. unb ber sei auch ber Schlimmste. 3n der heutigen Sitzung stellte sich heraus, daß ber Zeuge W.. bei dem R. bedienstet war, und der aus irgend­einem Grunde mißtrauisch geworden war, eines TageS den Z. telephonisch anrief, sich als Chauffeur R. ausgab und fragte, ob er mit seinem Wagen zwecks Vornahme einer kleinen Reparatur zu Z. kommen könne. Auf dessen Antwort, er könne um 4 Uhr kommen, fragte W. weiter: .Da bekomme ich doch etwas?" unb erhielt von Z.. der annahm, R. spreche mit ihm. die Antwort: .Selbstverständlich bekommen Sie etwas, das habe ich 3hnen ia schon versprochen." Hieraus äußerte W.. er habe von der letzten Sache auch noch etwas zu bekommen, worauf Z. nach kurzem Besinnen erklärte: .Dann machen wir das in einer Sache." Nachmittags ließ sich W. durch R. zu Z. fahren und frug ihn, ob er dem R. schon etwas gegeben habe. Um R. zu schützen, stellte Z. dies in Abrede, worauf ihm W. erklärte, er selbst und nicht R. habe ihn am Vormittage angerufen, Z. bekomme feine Arbeit mehr von ihm. Daraufhin ging Z. abends in die Wohnung des W. und setzte ihm auseinander, R. sei schon mehrmals mit kleinen Reparaturen bei ihm gewesen und habe ihn jedesmal gefragt, ob er etwas dafür bekomme Er. Z., habe ihm Dann stets ein Trinkgeld ün Betrag voy etwa 20 Ps. bis höchstens 1 Wk. ober eine Zigarre gegeben, er habe nur zwei Chauffeure, die für Reparaturen Trinkgelder nähmen ober verlangten, der eine davon sei R. und der sei ber Schlimmste. Bei diesen Behaup­tungen bleibt Z. auch heute unb stellt entschieden in Abrede, von Schmiergeldern gesarochen zu haben, während R. ebenso entschieden bestreitet, von Z. ecwas te.langt halten. Die e.' habe ihm ein einziges Mal unoujgefordert 40 Pf. als Trinkgeld gegeben. Die Parteien verglichen f i ch hieraus Z. erklärte, er wolle Dem R. nicht den Vorwurf machen, daß er Schmiergelder angenommen oder verlangt habe, und übernahm die Gerichts- und Sühnetermins- sowie seine eigenen Kosten, während R. feine Anwaltsloften übernahm.