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Nr 99 Zweite; Blatt

Siehener Anzeiger (General-Anzeiger für Tberhefleu)

Sreitag, 27. April (928

von Untiefen konnten wir

stets innerhalb von wenigen

Aalte

minuS 29 Grad

und einer Länge von in nordnordwestlicher die wir für Land-

Fahrenheit gefallen. Die trug beim Abflug etwa C e I f i u «.

In einer Breite von 84 65 Grad erblickten wir

und Wollen.

im Flugzeug durchaus wohl.

wir landen? darum gegeben, in dieser

auch Andeutungen nicht feftftellen.

Tollen

Gskimosrennde muhten, 33 Mann hoch, immer wieder Schnee schaufeln, um die Startbahn zu verlängern. Schließlich gaben wir die Start- ' ' * 1000 Meter lang geworden

Don Kapitän JL A. Wilkins.

Millon und andere Polarforscher Anzeichen von Land gefunden zu haben glaubten, herrichte klare Sicht, die sich später auch nach allen anderen Richtungen erstreckte. Indessen konnten wir keine Spuren von Inseln entdecken. Dagegen sahen wir häusig Flächen offenen Was» serS inmitten des Eise«. daS im allgemeinen stark Uneben und hügelig war und von zahl­reichen Spalten durchzogen wurde. Anzeichen sür besonders starken Druck waren nicht vorhanden.

Richtung dunkle Wolken, ... ..

erfMeinungen hielten. Wir nahmen aber an. daß. wenn in dieser Gegend Land vorhanden wäre, P e a r y eS unbedingt gesichtet hätte.

Wir fühlten unS _

Bei unserem Abflug betrug die Temperatur in der Sabine 22 Grad Fahrenheit. daS find etwa minuS 8 Grad EelfiuS. Rach 3 Öhm-

Hochschulnachnchteu.

Professor Dr. Alfred Gütlich, Direktor v« Hals-. Rafen- und Ohrenklinik in Greifs­wald. hat den an ihn ergangenen Ruf an die Universität Soin al» Rachfolger von Prehsing angenommen.

2er Privatdozeni an der Göttinger Uni- versität Dr. Alwin Walther ist zum ordent­lichen Professor der Mathematik an der Techni­schen Hochschule in Darmstadt berufen worden.

feines Wissens nach noch nie hier gewesen und er liebt die ihm anvertraute Kirche und forscht in ihren Tiefen und Höhen und fürchtet, daß alles weiter verfällt. So weint der Himmel in dem stillen Tal von Casauria um einstige Gröhe und Herrlichkeit und wäscht an den Steinen, bis sie zu Sand toetden, noch einige hundert Jahre weiter.

den allerdings war die Temperatur auf 10 Grad " Außentemperatur bc-

Wie wir den Nordpol überflogen

Dorberichi über den Klugvertauf.

fährtichereS Problem gewesen wäre.

linier Motor funktionierte tadellos Die Sonne war völlig klar und stand hoch über dem Hori­zont. Häufig konnten wir lediglich auf Grund unserer Beobachtungen mit Hilfe deS Sertanten den Sur« halten. Aber auch fonst hätte in dieser Etappe unsere« FlugeS die Ravigation kaum Schwierigkeiten gemacht, da unser gewöhn­licher Magneten'Schissskompah nur geringe Ab­weichungen zeigte. Die Abtrift blieb nach un­seren Berechnungen Graden.

Hahn, die bereite _

war. überhaupt huf. Mit Hilfe von 10 Mann und 25 Hunden schleppten wir daS Flugzeug über den Schnee zu einer Lagune. die fünf Meilen von dem Dors Point Barrow entfernt liegt.

Das hessische Gewerbesteuergeseh. Annahme im Finanzauöschutz.

Darmstadt. 25. April. (WHP.) Der Finanz- ausschuh des Hessischen Landtags hat am Witt- wochnachmittag das Gewerbesteuergesetz 1928 er­ledigt. In der Beratung wurde Artikel 1 in der Regierungsfassung angenommen. Sin volk-par­teilicher Antrag, haß Gesetz für 1927 und 1928 gelten zu laifen, wurde abgelehnt. Artikel 2. Absatz la über die Steuerbefreiung unter be­stimmten Umständen für Molkereigenossenschaften. Winzereien und andere Bereinigungen zur Ver­wertung landwirtfchaftlicher Sczeugnisfe werden unverändert angenommen. Absatz 1b sieht Steuer­

dicht am 85. Grad nördlicher Breit? und be­fanden unS kaum 303 Meilen vom Pol entfernt. Die Außentemperatur war inzwischen auf etwa minuS 45 Grad Celsius gesunken, unb trotz aller unserer Anstrengungen betrug die Temperatur in der Sabine nur etwa minuS 17 Grad Sein Wunder, daß wir unS durch heihen Äaffee und Schokolade auS unteren Ther­mosflaschen zu erwärmen suchten. Zwiebäcke er­gänzten unsere Mahlzeit.

Die drohend-sinsteren Wolken in Richtung Grönland verboten un» eine Uebcrquenmg seneS im ewigen Eise liegenden Lande«, und mir um­flogen Die Sturmzone. Unser R.irt lag jetzt säst genau ostwärts, während wir den Wind völlig tm Rücken batten. Auch weiterhin blieb der Wind unS treu, denn als Shell on einige Stunden später das Flugzeug wieder aus den beabsichtig­ten Kar« brachte und wir unS mehr nach Süden wandten, drehte sich auch der Wind mit unS und beschleunigte unsere Fahrt.

Am Wolkcnmeer.

Der starke Rordwestwind muhte bei der herr­schenden niedrigen Temperatur sicher zu atmo- spärischen Störungen führen, wo er bei Spitzbergen mit wärmerem offenem Wasser und wärmeren Lustmassen zusammenstieh. Wir rech­neten mit dieser Tatsache, und unsere Erwartun­gen wurden nicht enttäuscht. Die Wolken vor Grönland hatten wir hinter unS gelassen, aber etwa 300 Kilometer vor Spitzbergen türmten sich derartige Wolkenmassen vor unS auf, dah selbst unser inzwischen leicht gewordener Apparat sie nicht überfliegen konnte. Wir stiegen auf 8000 Fuh heraus und versuchten, offene Ka­näle zwischen den dichten Wolkenballen zu finden.

Irgendwelche Messungen nach der Sicht der WeereSfläche unter uns konnten wir nicht mehr vornehmen- wir muhten unS zur Feststellung der Position auf die Sonne und unseren Kompah verlassen.... (Fortsetzung folgt.)

Die Flugleistung der amerllanischen Flieger Kapitän WiIkins und Leut­nant Shell o n. die die zirka 3000 Kilo­meter lange Strecke von Point Barrow in Alaska nach Green Harbour in Spitz­bergen in 21 Stunden zurücklegten und dabei auch den Rordpol überflogen, reiht sich den bisherigen fliegerischen Großtaten würdig an. Dank Überaus geschi*er Pi­lotenkunst. der Güte deS 'Zu>paraies und günstigen Wetter- konnte der Flug über das PolareiS. der nicht ohne Abenteuer verlief, glücklich zu Ende geführt werden. Die wissenschaftlichen und fliegerischen Er­gebnisse der Fahrt, die streckenweise über Gebiete führte, die ntxb kein menschliche- Auge je gesehen hat. find äußerst wert­voll

hafte Klänge, Lieder in der Luft: Holland eS war die erste grobe Reife, die ich erlebte. Sine Fahrt ins Märchenland, ein Staunen von Beginn biS Ende.

Oh, jetzt wieder fo in- Weite, Unbekannte fahren können! LoS von Pflicht, Beruf, Arbeit. Reifen in blaue Ferne! Rein, nicht in Ferne, nur dahin wieder, wo man glücklich war und jung an solchen Tagen, da der Frühling sich meldete mit einem Wal!

Jetzt am Rhein sein, erste Mandelbäume blühen und ganz still von den Höhen auf den Strom sehen. Oder an der Bergstraße. . . Oder Heidelberg. Wie muß Marburg jetzt leuchten, wenn man hinabfchaut auS der alten Bude hoch in Der Ritlergaffe am Schloß berg droben! Jetzt in Baden-Baden fehlendem I Oder in Miltenberg durch- Schnatterloch in den Wald hinaussteigen!

So ein Tag! Man mühte in Wien sein und die liebe Stadt wieder oufleuchten sehen im ersten ZrühlingSgruhen! Oder auf dem Boden!« fegebi! Oder in König-winter auf der Hotel- terraffe sitzen! Oder ...

Ach. nur nicht hier fein heute! Irgendwo in der Ferne sein, wo e- schön ist, wo man wacher. Heller, stiller diesen ersten, glücklichsten Frühlings­tag in sich hineintrinken könnte! ...

Die letzten Töne deS Glockenspiels zittern über die Dächer Dann ein Uhrenschlag: Ein-! Roch viele Stunden Arbeit. Und draußen ist der erste, wahre Frühlingstag Wind jauchzt. Sonne strei­chelt, Himmel glänzt feidenblau. Und ich setze mich wieder an meine Arbeit. Und tief taucht die zornige Zeder in- schwarze Rah: Verdammte Schufterei! ...

Deutschland und Frankreich.

Es ist ein besonderes Verdienst der Süd­deutschen Monatshefte, dah fle ihr so­eben erschienene- Aprilheft einem führenden Franzosen, Edouard Dujardin, zur Verfügung gestellt haben, der in einer tief schürfenden Studie das ProblemGeistige Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Frankreich" in der gegenwärtigen Krisis der Zivilisation behandelt. Dujardin Darf Anspruch Darauf erheben, in Deutschland gehört zu werden. Seine Verständi­gungsbereitschaft entspringt nicht einem ge­sinnungslosen Pazifismus, sondern einer alten Liebe zu Deutschland, die mit der Begründung der Revue Wagntrienne in Paris 1885 beginnt und auch der Hahllut deS Weltkrieges standge­halten hat. Die Studien, die Dujardin seit einem Vierteljahrhundert über die Geschichte der Reli- gionen und die parallele Geschichte der Zivili­sationen getrieben hat, haben ihn zu dem Glau­ben geführt, dah die liebel, an denen unsere Zivllisation leidet, bei allen Verschiedenheiten ihre grundsätzliche Entsprechung in dem begin­nenden Untergang der antiken Gesellschaft fin­den. Er begnügt fich nicht, die Gleichheit gewisser EntwicklungSzustände und -abläufe sestzustellen, er glaubt wie Spengler an die organische Gesetz­mäßigkeit jeder Kulturentwicklung, er glaubt daran, dah sich die Geschichte in großen Zyklen bewegt, von denen jeder einer Zivilisation ent­spricht. In Fortführung des Dreistufengesetzes von Auguste Comte stellt Dujardin folgenden Verlaus der Entwicklung auf: Jeder Zyklus beglnnt unter dem Zeichen der Religion. Seine ersten AuSdruckSsormen find irrational, mystisch, poetisch, autoritativ und sozial. Allmählich ver­täust die Entwicklung zum Gegensatz: weltliche Auffassung des LebenS. rational, individualistisch und liberal Und sobald diese Entwicklung zum

Green Harbour (Spitzbergen). 23. 4. 28.

Schwieriger Start.

Die letzten Vorbereitungen in Point Barrow vor unserem Abflug standen unter keinem sehr günstigen Stern Dreimal muhten wir ver­gebliche Startversuche machen, bevor e« unS endlich gelang, unseren Apparat, der unbe­lastet 1800 Pfund, mit voller Belastung und Bemannung 5200 Pfund wog. in die Luft zu bringen Zweimal hintereinander zerbrachen die Metallkufen beim Start, und unsere

(Seibenjarter Himmel.

Don HanS Heiboe.

Der Morgen ist noch kalt gewesen, aber mit dem aufbellenden Mittag ist da- grobe Wunder geschehen: der Himmel ist auf einmal seidenzart blau, die Sonne kommt mit Lichtfingern, die warm sind und süh erregen wie streichelnde Wädchenhände. Und im Wind, der stoßend über die Stadl jauchzt, lockt ein lang entbehrter Duft von Erde, jungem Grün und ersten Veilchen, ein Hauch nur; aber e- reiht am Herzen: Frühling wird'-!

Mein Arbeitszimmer liegt zu ebener Srde und geht auf den Hof hinaus, bet ein Schacht ist, über dem hoch oben die blaue Standarte des Himmels quadratisch flattert Wenn man ans Fenster tritt, sieht man einen Zipfel davon. Und schräg oben an der andern Hofseite hat die hohe Mauer ein Büschel Sonne in- Knopfloch gesteckt. Und der Wind ist auch da und klirrt an den Scheiben und jagt die Papierfetzen reihum in alle Hofecken. Ich stehe am Fenster und sehe dem Spiel zu. Schmerzlich fühle ich auf einmal alle Wurzeln, die mich an den Asphaltboden dieser Stadt fefleln. Hier ist Arbeit, Pflicht, un­erbittlicher Werktag. Während draußen in der Ferne ...

Da hebt die Stunde ist voll auf der nahen Kirche bas Glockenspiel an und wirft die habenden Klänge des Choral- über die Dächer y.n. Klänge von TurmeShöhen geweht. ... Und ich seh' mich wieder, ein achtjähriger Junge, zum erstenmal in der holländischen Stadt, staunend, dah hier nicht wie in der Heimat die Glocken bloß läuten und die Stuni en schlagen, sondern Lieder, richtige Melodien tönen. Heber Lärm und Leben am Hafen hin. ... Friedvolle, sauber»

Ende gekommen ist erfolgt notwendigerweise eine Sintflut, und ei gibt Raum für eine andere Zivilisation.

Dujardin zeigt die KrisiS der Gegen­wart. die durch die fortschreitende Rationali­sierung bedingt ist. an den Formen von Staat und Gesellschaft, am Verfall der Religion und dem Anwachlen bei Aberglaubens an der Ra­tionalisierung von Literatur und Musik und ihrem Aurcbmcnben Riedergang, an der In­tellektualisierung dei Unterrichts, der Verderb­nis der Sitten und andererseits an dem rein äußerlichen, durch da- Maschinenzeitalter be­dingten Fortschritt, der lich lediglich aus eine höchst sragwürdige Verbesserung der materiellen Bedingungen des Leben- bezieht. ES sind Symp- tarne, die Dujardin mit Beispielen aui dem Um­kreis seine- Vaterlandes belegt, die aber für ganz Europa Geltung haben und In der unter­gebenden antiken Zivllifation ihre genaue Paralle.e finden. Aber Dujardin führt den Ver­gleich noch weiter und zeigt, dah die Katastrophen selbst, unter denen sich der Untergang der an­tiken Eefellschast vollzog, auch heute alS Drohung über Europa schweben: die Bürger­kriege. die Sinsälle der Fremdvölker, eine neue geistige Macht, die auf die bestehende Gesellschaft so zerfetzend wirkt wie da- Christentum für die Antike

Dujardin glaubt nicht, dah ei möglich ist, den Gang der Entwicklung aufzuhalten. Er hält ei nur für möglich, den Einbruch der Katastrophe für einige Generationen zu beschwören. So wie die Antonine in Rom den Untergang bei Impe­rium- um zwei Jahrhunderte verzögert haben, so mag e- auch denkbar sein, dah die europäische Katastrophe auf gehalten wird, unter der Vor­aussetzung, daß ein große- Volk die alten geisti­gen Kräfte sammelt und in dem kommenden Kreuzzug für den Geist die Führung ergreift. Diese Rolle kommt nach Dujardin- Meinung einzig Deutschland au. Er stellt ein Mindest­programm für die geistige Zusammenarbeit auf, das wie im übrigen Europa so besonder- auch in Frankreich, allerding- nicht dem ton­angebenden militaristischen Frankreich von heute, sondern dem geistigen Frankreich der Zukunst. Gefolgschaft finden wird: ein Programm für die alten Tugenden, gegen die falsch verstandene llassische Kultur, gegen den Maschinenfortschritt, gegen die Demokratie und für die Herrfchast einer AuSlefe. für eine religiöse Erneuerung, ohne die keine politische und kulturelle Erneue­rung denkbar ist.

Man braucht nicht in allen einzelnen Schluß­folgerungen mit Dujardin übereinzustimmen. Auch der berühmte Historiker des Altertum-. Eduard Meyer, der in dem Heft zu der Arbeit Dujardin- ein Vorwort geschrieben hat, ist über die Parallele zwischen der Antike und der Gegenwart anderer Ansicht. Wesentlich bleibt vor allem die eine Tatsache, die seit 1914 vielen von un- lebendig vor die Seele getreten ist, dah die entscheidende KrisiS über die Zukunst Euro­pas hereingebrochen ist. Ob wir den Weg des römischen Kaiserreich« bis zum unausbleib­lich selben Enbe gehen müssen, ba» hängt zwar in weitem Umfang von llmftänben ab. gegen ble wir machtlos sind, aber daneben doch auch da­von ob wir unS widerstandslos treiben lassen ober noch einmal die Innere Kraft zu einer Zu­sammenfassung aller geistigen Kräfte gegen den drohenden Untergang aufbringen.

San Clemente di Casauria

(fine Mostergründunq der deutschen Karolinger in den Abruzzen. Don ZRegierungabdumeifler a. D. Zilchoer.

Eine der bedeutendsten Abteien von ganz Stallen war die auf einer Insel des starken Deraslusses Pescara gelegene von Casauria. welche Der heiligen Dreieinigkeit und Dem heiligen Clemens geweiht war. Durch kaiserliche Huld überreich an Stiftungen, reichte chr Besitz wäh­rend deS ganzen Mittelalters weit hin bis Rom und ToScana. - Heute eine verlassene Stätte von dem italienischen Ministern della publica Isti uzione unter Denkmalschutz gestellt und er­halten.

Johannes Berardi, der mittelalterliche Chro­nist. gibt über Die Gründung eine Darstellung: demnach hat Ludwig 11. noch zu Lebzeiten seines Daters Lothar I. (da dieser 855 stard. also wohl 854) aus einer Insel im Flusse Te^are. deren Lage er so einzig schön fand, eine Klosterkirche zu errichten besohlen an Stelle der dem heiligen Quirinus geweihten Deinen Kapelle, welche dort in abgeschiedener 'Bergeinfamleit schon Jahr­hunderte lang gestanden hatte.

Die Landschaft gehört auch sicherlich zu den grohartigsten Italiens. Etwa 50 Kilometer strom­aufwärts von Der Mündung deS Tescara in Die Adria, windet sich Der reihende Fluh aus Den mächtige Abruzzenbergen. Im Herben grenzt die höchste "BergwanD Mittelitaliens. Der Gran Sasso dltalia fast 3000 Meter hoch den Grund von Casauria ab. im Südwesten steigt, ebenfalls schneebedeckt. Der über 2500 Meter hohe Monte Amaro. Der höchste Gipfel der Majellakette, empor.

Zu diesem Hochgebirgscharakter dann auf Der Insel und Der Fluhcbcne Die üppige Vegetation italienischer Landschaft. Freundliche Menschen, fern dem nüchternen Treiben des Frem­denverkehrs Der Großstadt, wie auch bei uns in den Bergen. Palmen und Agaven schmücken Den gartenartigen Vorplatz. Der von dem staatlichen Custode gepflegt wird. Eine wunderbar reiche, dreibogige Portalwand hat

Das Flugzeug, da- inzwischen sein Rormak- gewicht erreicht hatte, ließ sich jetzt leicht herauf- bringen, und wir fliegen bi« zu einer Höhe von 6000 Fuß. wobei wir die niedrigen Wolken unter un« ließen. Die höchste Wolkenbank aller­dings reichte soweit hinaus, daß wir sie nicht überfliegen konnten. Einigen Wolkenbänken wichen wir au-, andere durchflogen wir. bi« uns ein heftiger und hoch hi naufreichender Schnee- st u r m, der vor uns tobte, zwang, eine mehr südliche Richtung einzuschlagen. Wir hatten ge­hofft. unseren KurS durch die Sichtung von Orant-Gand in der Feme halten zu können und in der Tat konnten wir eine halbe Stunde nach der erwähnten Wendung, genau 13 Stunden nach unserem Abslug, bisweilen die B e r g s p i tz e n von Grant-Land, die durch die Wolken hindurchragten, erkennen. Hier änderten wir wieder unseren Kur«. Unser eigentlicher For- schungsflua war vorüber. Aber noch hatten wir ca. 1300 Kilometer bis zu unserem Ziel zurück- zulegen.

Kurtz auf Spitzbergen.

Mit Hilfe von Sonne und Kompaß nahmen wir geraden KurS auf Spitzbergen. Durch die Wolken unter uns erblickten wir in der Tiefe daS Eis. Unser Abtriftmesser zeigte, daß wir mit star­kem Rückenwind flogen. Fern am Horizont in der Richtung auf Grönland, war der Himmel mit schweren Sturmwolken verhangen. Wir flogen Abt Grimoald etwa um das Jahr 1100 geschaffen, das linke Portal wird vorn helligen Michael. Dem Drachenbesieger, beschützt, vielleicht eine be­wußte Anspielung auf die wenige Jahrzehnte vorher erfolgte 'Beilegung und Vertreibung per Sarazenen, die das Kloster zerstört hatten. Diese dadurch bedingte Instandsetzung unter Abt ®ri- moalD schasft jenes reichste Portal über Dem OB ittelgang, dessen Reliefs uns Die Gründung De« Klosters durch Ludwig erzählen, und sinn­bildlich die Weihung für Den heiligen Clemens Darstellen. Der als Schutzpatron für die Schiffer an Stromschnellen. Wirbeln. ötruDcln und son- fügen gefährlichen Stellen eines Zlußlaufes hier auf der Pescarainsel besonders verehrt wurde.

In Der zweiten Hälfte Des 12. Jahrhundert- erweiterte Abt Leonas (1155-1182) Die Kirche und fügt jene überaus reiche unD Durch Abbildungen in Kunstgeschichten bekannte Vorhalle an. Die in den schweren Formen des romanischen Stlles die Leichtigkeit Der graziösen Vorhallen Der Renaissance gestaltet. Das Überaus reiche romanische Ornament, antikisch beeinflußt, ist im gewaltigen Jnnenraum nur an Den Ausstattung^ stücken verwandt worden. Ein überreiches, fast plumpes .Pulvito- und ein grohangelegter. ver­stümmelter Osterleuchter. Die dem Gottesdienst nicht mehr Dienende Kirche atmet in ihrer Größe und Einfachheit DerBaugeftaltung etwas den italienischen Kirchen ganz We en-fremdes Deut'che haben hier gelebt und geschaffen und Die schweren Formen Der Krypta. Deren jetziger Fußboden wohl zwei Meier über dem Boden Der Kirche Ludwigs liegen mag, finden wir in Den 'Bau­teilen aus Der Zeit Der Ottonen toicDer. Die auch auf ihren Jtallenzügen in San Clemente, Der alten Deutschen Klostergründung. verschiedentlich wellten und die gastliche Aufnahme durch reiche Schenkungen vergalten.

Ein leiser Regen fällt nieder, hüllt die hohen Berge in Wollenschwaden, friedliches Geläute von ZiegenherDen, Die in Der Rähe weiden, schmerzlich- singendes Ausblöken Der Schafherden von Den Berghängen - unD graublaue Olivenbäume reden ihre phantastischen Arme durch Die zackigen For­men Der Palmen. - Stille - Abgeschiedenheit - Menschen kommen nur selten Dreißig vielleicht im Jahr, so sagt Der Custode Deutsche find

Hier tmrde eine neue Startbahn von zirka 1500 Meter Länge freigelegt. Zwei volle Tage kostete diefe Arbeit, die unS um so mehr schmerzten. aU wahrend dieser Zeit idealste- Flugwetter herrschte So hatten wir bereit- eine ganze Woche verloren aber schließlich war eS doch fo weit, daß wir starten konnten. Am Sonntag. Dem 15. April immer noch herrschte gute« Wetter jagte Eyelson mit großer Geschick­lichkeit und Kaltblütigkeit den Apparat mit einer StundengeschwinDigfeit von 140 Kilometern über die nur 14 Fuß breite Furche, die Durch Den Schnee gezogen war.

Wir gingen gleich in eine Höhe von 1000 Fuß und nahmen KurS für die erste Etappe. Die uns zu einem Punkte von 75 Grad Länge und 84 Grad Breite führen sollte. Von Dort wollten wir zur Rordwestspitze von Spitzbergen und hatten die Absicht, bei günstigem Wetter in Kingsbay zu landen, ilnfer Flug sollte plan­gemäß einen großen Halbkreis darstellen und etwa 22 mal in ebenso vielen Stunden abgeändert werden

Heber der Eiswüstc.

Während de« ersten Viertel« unsere- Flugs hatten wir völlig klare Sicht. Dann aber trafen wir aut eine Wolkenwand, die hunderte ton Meilen weit daS EiS verhüllte. Wir be­dauerten diese Tatsache außerordentlich. Denn jeder Kilometer, den wir nicht sichten konnten, bedeutete, daß Diese Strecke unerforscht bleiben mußte. Eine Stunde lang flogen wir in einer Höhe von 3000 Fuß. wobei wir den KurS wegen Wolkenbänken häufig ändern mußten. Die Abweichungen des Kompasses infolge magnetischer Störungen erforderten schäriste Auf­merksamkeit und machten die Ravigation ziem­lich schwierig Von Vorteil dabei war allerdings, bah wir uns in einer gleichmäßig grauen At­mosphäre befanden, in der es weder Licht noch Schatten gab, und wo auch kein Horizont zu er­blicken war.

Rach Westen hin lagen die Derhältnisfe gün- fHg In dieser Gegend, wo Peary. Mac

Dir hätten viel __

Gegend an Ort und Stelle Messungen vor­nehmen zu können. Aber die Erfahrungen Die wir beim Abflug mit dem Start gemacht hatten, und die Gefahr, bei einer Landung unsere Kusen zu zerbrechen, hielten mich davon ab, zu landen, wenn wir auch Stellen sahen, wo wir meiner An­sicht nach im Rotfalle eine Landung ohne allzu große« Risiko hätten vornehmen können. Tie Frage war allerding«. wie wir wieder aufsteigen sollten, wa« ein weit schwierigeres und noch gr-