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Nr. 227 Erste; Blatt

(78. Jahrgang

Mittwoch, 26. September 1928

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lohn, auch bei 5Nd)ter- scheinen einzelner Dummern infolge höherer Gewalt. Ferniprechanlchlülle:

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GKtzener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

St«r&rtÄSai?iim. vnckd Verla-: Vrßhl'sche UatVer-ILtr-vuch. eiö Stdeöriderel B. lange tn Sieben. Sdfriftleitmg nnö GefchLftr-ele: 5ch»ljttaße 7.

.leuehwe m le)eieee fit Ile Iege*nBmfrtT bis zum p.achmmag vorher.

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Chefredakteur

Dr Friedt. DUH Lange. Verantwortlich für Dolthb Dr Ft Dilh Lange ftr Feuilleton Dr tz Ihoriot, für den übrigen Teil Ernst Blumldiein; ftr den In« geigelte'! Acrt tzillmann, sämtlich in Giehea

Deutschlands Protest vor derVölkerbundsversammlung

Graf Bernstorff begründet die deutsche Stimmenthaltung zur Abrüstungsresolutioa.

Genf. 25 Gebt <WB.) Die Völkerbunds- DetfammLung begann heute vormittag noch Er­ledigung eimgcr unwesentlicher Punkte der Tagesordnung mit der Behandlung der Ab- rüflunglf rage. Der ttchechoslo wall Ich«

Aufzenminister Bene sch verlas seinen Bericht und die Resolution zur Abrüsiungsfrug« Der ungarisch- General Tanczos begründete dann die Stimmenthaltung Ungarns. Die Resolution enthalte kein Versprxchen auf die Einberufung einer ersten Abrüstung»!unserenz. Darauf erhielt Graf Bernslorff da» Wort. Er erinnerte daran, dah bereit» der Reichs­kanzler die Bunde»oerfammlung ersucht habe, sich endgültig über die Einberufung einer ersten Entwaffnungskonserenz schlüssig zu werden und Borsstge dafür zu treffen, dah die technischen Arbeiten der Dorbereitenden Abrüslungskommif- sion nunmehr unvergüglich zum Abschluß gebracht würden. Er habe hinzugesügt daß e» die Ausgabe der ersten SntwafsnungSkvnserenz sein müsse, alS erste «tappe eine fühlbare Herabsetzung de» gegenwärtigen Rüstung» st andeS, und zwar aller Fak- toren der Rüstung au Lande, zur See und in der Lust, herbeizuführen und ferner die volle Publizität aller Rüstungselemente zu gewäyrleisten. Während der Beratungen der dritten Kommission hat die deutsche Delegation diese» Ersuchei» zum Gegenstand eine» förm­lichen Anträge» gemacht. .Ist e» nötig', fuhr Graf Bernstorfs fort, .Ihnen zu sagen, wie sehr die deutsche Delegation es bedauert, mit ihren Anträgen nicht durchgebrungen zu sein? Die Argumente, die man uns entgegengehalten hat, bewegen sich tn doppelter Richtung. Man bat einerseits Hinwendungen gegen di« Schlußfolgerungen erhoben, di« Deutsch­land au» der Tatsache seiner eigenen Entwaffnung herleiten au können glaubt, indem man sowohl an der Art der Erfüllung her deutschen Entwaffnungsverpflichtungen Kri­tik übte, al» auch die Bedeutung und den Grund dieser Abrüstung abzuschwächen suchte. Daneben hat man di« Möglichkeiten, die heute für ernt wirksame Inangriffnahme der allge­meinen Abrüstung gegeben sind, mit überraschen­der Skepsis und Zurückhaltung beurteilt Man Hal technisch« und politische Schwie­rigkeiten in den Dordergrund gestellt die der schnellen Erreichung der ersten Stapp« der allgemeinen Abrüstung entgegen ständen, und hat den von Deutschland gewünschten Entschluß zu bestimmten konkreten Mahnahmen für unratsam oder sogar für gefährlich erklärt.

S-» st nicht angängig, da» schleppende Tempo der Genfer Verhandlungen irgendwie mit dem Hinweis auf die Zeitdauer in Verbindung brin­gen zu wollen, die die Durchführung der deutschen Sn tw af f nun g»Verpflich­tungen in Anspruch genommen hat. Am 1. Januar 1921 war die Stärke der deutschen Reichswehr auf 100 000 Mann herabgesetzt. Schon an Sommer 1920 war die vor geschrieben« Reduzierung der deutschen Flotte vollzogen. Di» Ende 1922 war di« rertragJmä&ig vorgesehen« Zerstörung und Ablieferung von Waffen und Munition zu 95 Prozent erfolgt. Damit war di« ahrüftung in allen ihren Äarblna l- punk ten durchgeführt. SS blieben nur gewiss« Restpunkde nicht erledigt, bei denen e» sch um AuslegungSfragcn handelte. 2» ist ebenso wen g richtig, dah die Rüstung Deutlch- land» auch heute noch einen militärischen Machtfaktor darstell«, der bei der Deur- te-.Iung der internationalen Lag« irgendwie in» Gewicht fiele Der Sachverhalt ist aller Welt rtfannt.

Deutschland besitzt keine schwere Mdldrrie. keine lanf*. keine militärische Luftflotte. E» fehlt ihm sede Reserve an Material und Munition. Der Bestand an ausgebildeten Mannschaften wird von Jahr zu Jahr geringer. Seine Kriegsinbu- strie ist vernichtet. L» würde vieler Monate be­dürfen, um neue Mannschaften militärisch au»- zubiiden und noch viel länger, um eine selbst hoch­entwickelte Iriedensindustrie auf die vedürsniste des ftrlcgcs umzustellen. Bei Deutschland» gco- graphischer tage und der miiitärischeu Stärke seiner Nachbarn wäre ein Krieg längst zu seinen Ungunffcn entschieden, ehe es seine Volkskraft und seine industrielle Kraft wirksam werden tasten könnte. L» kann von Deutschland nicht ander, al» mit Bitterkeit empfunden werden, wenn man die loyal durchgeführlen Enttvasf- vungsoerpftichtungen in ihrer außerordentlichen Tragweite verkennt oder sogar so weit geht, Deutschland seine wehkverfastung vorzuwerscn, die ihm durch den Versailler Dertrag auferlegt ist, und dah man friedliche IDleberaufbauarbeit als Argument gegen uns benutzt.

ES kommt ganz allein darauf an. dah man mit dem positiven Willen zu wirk- samen Mahnahmen an daS große Pro­blem herangehl, und gerade wir hatten gewünscht, diesen positiven Willen mit Straft und Zuversicht in der Resolution der 9. Bundesveriammlung ausgedrückt zu sehen. Man sollte nur einmal bic zahlreichen Resolutionen der Bundesversammlung aus den letzten Jahren hintereinander abdrucken,

und man würde ein seltsames Bild vor sich bab^n. Man würde vor allem feststellen, daß die heutige Resolution nicht nur keinen Fortschritt bedeutet, sondern dah in ihr viel eher «in E r - lahmen d«S Willens zu energischen Schritten «rtennbar wird. Von der Einbe­rufung einer ersten EntwaffnungSkonferenz ist in bet Resolution überhaupt nicht mehr die Red«. Statt dessen Knnte man glauben, dah die weitere Behandlung der Abrüstung-frage in erster Linie diplomatischen Verhandlungen über­lassen bleiben soll. Warum geht man nicht selbst daran, fest umrissen« Grundsätze für die AbrüstungSarbeit aufzustellen? Man redet oft von der Gefahr die dem Ansehen de» Völker­bünde» drohen tonnte, wenn eine zu schnell ein­berufene Entwaffnung-konlerenz au keinem posi­tiven Ergebnis führen sollte. Für well grober halten wir die Gesahr. dah in der Welt der Ge­danke entstehen könnte, al» ob der Völkerbund vor feiner dringlichsten Aufgabe, die so eng mit der Erhaltung des Frieden» verknüpft ist, untätig bie Hände tn den Scboh legt. Das sind di« Gründe, die e» der deutschen Delegation unmöglich machen, für die neuen Ver­zögerungen, die sich au» der Resolution ergeben können, Mitverantwortung zu übernehmen.

Die deutsche Delegation wird nicht gegen die Resolution tn ihrer rotzigen Form sttrnrnen. Wa­di« Resolution Positive- enthält nach unserer Ansicht allzu wenig dars nicht noch weiter abgeschwacht werden. Di« deutsch« Delegation wird srch deshalb der Stimme enthalten. Sie möchte di« Hoffnung nicht aufgeben, dah di« Vorbereitende AbrüstungSkommission, die zu 'Be­ginn de- Jahre- 1929 zusannnentreten soll, zur schleunigen Einberufung der SntwafsungSkonfe- rcru führen wird, die da» Ziel unserer Be­mühungen bleibt.

Lohme Antworten.

England und Frankreich verteidigen ihre Verschleppungstaktik.

Locker-Lampson (Änglanb) führte au», dah die britische Delegation nicht der Meinung sei, dah e» von irgenbemem praktischen Wert sein könnte, wenn der Dorber.llende AbrüstungsauS- schuh ohne eine vorhergehend« ent­scheidende Einigung über di« noch be­stehenden MeinunaSverschicdenheiten einberufen würde. Die englische Delegation werde in dem Wunsche, die allgemeine Friedensarbeit nicht zu behindern, dem vvrgelegten Entschlrchungsarrtrag zustimmen, obwohl sie von dessen <1 ö e d - mähtgkeit nicht überzeugt sei. Pau l- Boncour (Frankreich) erkannte ohne weitere» bie Bedeutung der in Kapitel 5 der verschiedenen FliedenSverträge f. ft gelegten Abrustung»- verlprechen an. Wenn c» sich darum handele, diesen gerecht zu toerben, so fei die» nicht eine Frag« zwllchcn Frankreich und SJeutfcblanb oder ilngacn und seinen Rachbarstaaten, sondern ein Problem, da» weit darüber hnausgehe. E» han­dele sich vielmehr um die im Artikel 8 des Völkerbundspakte» enthaltene klare Ver­pflichtung. der sich niemand entziehen könne. In diesem Artikel werd: die Abrüstung nicht von dem Gefühl der Sicherhe t. sondern von der effek­tiv vorhandenen Sicherheit abhängig gemacht. Die allgemein: Abrüstung, bi« al» solch« heute noch verfrüht sei. könnte nur etappenweise verwirklicht werden, und zwar im Verhältnis zu der wachsenden Besserung der Sich:rheit-bedin- gungen, bie seit dem Intrafttrcten der Locarno- Verträge bereit- teilweise erhöht worden fei. Tirana 16 konnte man jedoch daran denken, dah der Völkerbund ohne ein allgemeine» Sicherhe.t»- fnttem über ganz Europa zur Verwirklichung der Abrüstung schreiten könne. Die gewünschte Vervielfältigung der Locarnooer räg« habe man noch nicht erlebt, unb e» komme jetzt darauf an, dah die frvrl.eacnden Sich rhettSver.rüg« auch tat» sachlich von den Regierungen benutzt würden. Gin« fronenige E.nberufung b.*T Abrülkungs.'on- seren- ohne vorhergehende Ueberwindurw der Schwierigkeiten würde nur dazu führen. dah da» Scheitern der Konferenz in verhörender Weil« zu einem raschen Anwachsen der Rüstungen und zu einem neuen Rüstungswett­lauf führen würde.

(Scharfe Kritik

der englischen Opposition.

Sein Wille zur Abrüstung - Reden und Taten

London. 26. ecpL (SIS. Funkspruch) Graf Bernstoiffs in der Sollerbuntsytr,ammlung er- hobener Protest gegen die Verzögerung der Einbe­rufung der Dorbcreitenben Ldrüftui gskonserenz wird In der liberalen unb Arbeiter- presse viel beachtet.Daih) New-' führt am Äopf- end« die fettgedruckte Ueberschnft:Deutschlands bittere Klage in der Bölkerbundsoersammlung". Der Genfer Berichterstatter des Blattes nennt den von Kenesch unterbreiteten Bericht der 3. Kommission ein wirklich enttäuschendes Doku­ment". mit dem zwischen den Zeisen zu lesenden (iingdtänönis, dah der Versuch irgendwelchen we­sentlichen Fortschritt auf dem Gebiete der Hb-

rüftung während der letzten 12 Monate zu erreichen, gescheitert ist.Daily Herold" führt in einem Leitartikel aus: Bor zwei Wochen ertläne Briond in Genf, dost keine Regierung in Europa wagen würde, ihre fRültungen zu vermehren Heute wird mitgeteilt, dah die fran jöfifdjcn militärischen Do ran schlage für das nächste Jahr um 6 Mil­lionen Pfund Sterling höher sein wer­den. als im Vorjahre. Dieser Gegensatz zwischen den Beteuerungen der Staatsmänner und ihrer Praxis ist nicht auf Frankreich beschränkt. Sie alle reden vom Frieden, während sie den Krieg vorbereiten Trotz aller Lersprechun- gen und trotz aller Gelübde sind die Grohmachte der Weit heute mächtiger ausgerüstet als 1914. Die kleineren Machte äffen ihnen jede nach dem Matz ihrer Fähigkeit nach. Natürlich kommt das Abrüstungswerk des Völkerbundes zu einem Stillstand, zwar nicht wie vorgegeben, wegen technischer Schwierigkeiten", sondern weil bei der groben Mehrheit der Regierun- gen der Welt kein Willezur Abrüstung besteht. Die TTbrüftung wird niemals von den

trugen, abges chnitten unb verschwunden. Gegen bie Kranzfpender, bie an Hand ber Schlei­fen festgestellt würben, würbe von ben ita­lienischen Behörben St ras anzeig« erhoben. Jeder Krairzspenber soll nun 150 Lire Geldstrafe bezahlen. All« 'Betroffenen haben Berufung ein­gelegt. Al» ber Bürgermeister von Toblach bo» Vorgeben bet Faschisten mißbilligte, würbe er zwei Wochen später seine» Amte» ent­hoben.

Der 7. Oktober in Oesterreich.

Starke Licherheildmahnahmcn in Wiener-Neustadt.

Wien, 25. Sept. (WB.) 2n den spaten Abend­stunden sand heute eine Konferenz des Landes- hauptmnnnfl von 9lieber-Deftcrreld), Dr. Burejch. mit den 5)eimivehrsiihrern und dem ttuhrrr des niederöstereichischen Heimatschutzes statt, nachdem die Herren vorher «ine Konferenz mit Bundeskanz­ler Seipel hatten. Wie die »Neue Freie Presse"

England im Schlepptau der französischen Niffl.

Heben Pötten und Lustabkommen auch eine weitreichende diplomatische Entente.

London. 26. Sept. (WIB. Junffprudj.) Der diplomatische Korrespondent de» »Daily Idegropb" besaht sich eingehend mit den Mitteilungen brr rö­mischenI r l b a n a** über einen angeblichen ge­heimen englisch-frantösischen Cuft- pakt in Ergänzung de» englisch-sranzoslfchen Jlot- tenpafte». <r findet e» bemerkenswert, dah diese Behauptungen eines in enger Fühlung mit dem ttailenischen Auswärtigen Amt stehenden Organ» bisher kein mahgebendes kategorisches Dementi de» Dual d'Orsay oder des Jorclgn Office zur Iolge gehabt haben, was nach feiner Meinung den Argwohn in diplomatischen Kreisen in (Europa und Amerika verstärkt und beträchtliche Mihstimmung gegenüber England erzeugt hat. Der Korrespondent sagt weiter, auherdem sei viel von einem angeblichen diplomatischen handel die Bebe, dessen Hauptpunkte folgend« seien:

Frankreich gibt seine Politik der finanziellen und wirtschaftlichen Annäherung an Sowjet­ruhland auf. Grohbrilannlen verpflichtet sich, die französische Politik der Förderung einer jugo­

slawisch - bulgarischen Annäherung auf dem Balkon zu unterstützen. Es werbe auch gellenb gemocht, bah in bem p o l u l s ch - l l I o u i- f chen Streit ber britische Standpunkt sich setzt bem französisch-polnischen nähere. Auherbem werbe viel Kapitol au» ber Haltung Grohdritunnlen» ge­schlagen, boh «s Zrankreich jo gut wie ganz über- lass«, ob einevorzeitige" Bhelnlondräu- m u ng stottsinden solle ober nicht. Die Teilnahme eine» brittschen Kavallerieregimentes an ben fran- zösischen Bheinlonbrnonövern, sowie do» Ausbleiben eine» britifchen Einwanbes gegen bie beutjchseind- llche Rebe Brlanb» in Genf würben als weitere Anzeichen für eine verstärkt« französisch- dritische Entente angeführt, wa» auch immer an blefro Behauptungen wahr sein möge, klar seben- soll» sei. boh bet Glaube an eine weitreichende, französisch-britische Entente in Amerika, Italien unb Deutfchlonb, von anderen Ländern nicht zu spre­chen, stark ist. Zum Schluh fordert der Korrefpon- benl dah der britischen Ration genau gesagt wird, wie es mH der britischen Auhenpolilik jetzt steht.

Brlanb»" ober denTushenduns" oder den Re- gierungen, die ste vertreten, kommen.

pariser Zynismus.

Einheitsfront gegen Tcutschlands «brüstungsforderung.

Paris, 26. Sept. (WTB. Funkspruch) Zu ber Dis.uision über die AbrüstungÄsrage in ber gestrigen Sitzung ber VöllerbundSversammlung, schreibt Sauerwein bem .Watin" Die Aeusterungen b 6 Grasen Derostvrsf gingen bei weitem über die Grenzen einer technischen Dis­kussion hinaus. Ist «S notwenbig. bie Deut­schen davon zu überzeugen, bah sic 10 Jahr« nach bem Kriege f i ch nicht als Richter über bie Sicherheit eines anderen auf toerf en bür en, dah sie in der Frage bet Abrüstung nicht bie Richtlinien zu geben h-ben? Muh man tich so viel Sorge machen, um bie Haltung, bie Deutschland einnehmen wirb? Ich glaube da» nicht! - Der Denier Berichterstatter be« .Petit Partien" schreibt: Die sorgsam vor­bereiteten Er.Iärungen de» Cße; tretet» Deutsch­land» hätten bei weitem nicht da» erwartete Ergebnis gehabt. Dt« Doltrine von ber jeden Angriff verbietenden Entwaffnung D«uttchland sei nicht nur allzu tendenziös genxlcn. um jemand zu üdetzeuzen. sondern der grvhe Gifer. mit dem bi« beuttch.m Dertre'.er auf bie Aotwrndig.'eit ber allgemeinen Ab­rüstung hingewlefen hätten, hab.' gerade durch feine UrbLrtrcibung schl ei) ich Verbuch t er­weckt. .Tre Äovell«" schreibt: Graf Dern- ftorff hat mit Bitterkeit -ckprochen Paul- Doncoar mit Ruh«. Di« D-utfchen sind stark im 11 n reibt, wenn sie bi« Entwicklung be- noch bescheidenen Werke» unterbrechen wollten, unter bem Vorwande, datz sie bi« ra'chc 6nt- t id ung ei es gran.io en Wer es erwartet lei. Dir verkennen k.ine^wegs bie Bemühungen gu.en Willen», bk jenseits be» Rhein» vollbracht wur- den. Wir glauben, bah ein ungeheurer Teil der Deutschen ben Frieden will. Aber wir tonnen nicht bie andere Partei, bw ber Revanche, al» nicht vorhanden anfehen.

Oeutschenvenolgung bis zum Grabe.

Toblach. 25. Sept. (XU.) 2lm 3L Juli «Dar auf der Rahwand beim Edelweihpflücken ein Tourist tödlich verunglückt. AI» nach ber Beisetzung die Trauergaste au» der .stirche zum Grabe zurückkehrten, waren alle Äranj- 'chl«if«n. bie deutsch« Inschriftrn

erfährt, ist «» ausschliehlich der Zweck dieser flonfe- renj gewesen, die «zührer der Helmwehr über die Sicherungs- und Ordnungsmahnohmen zu Infor­mieren, die In Wiener-Neustodt von der Landes­regierung in Aussicht genommen werden, um Zu- sommenstöhe zu vermeidkn. Dies« Pläne gehen da­hin, die beiden gegnerischen Lager friedlich von- einanderzu trennen, wozu nicht nur ein sehr starkes Aufgebot von Gendarmerie verwendet, sondern gegebenenfalls auch ein militärischer Be- reirschostsdienst herangeavgen werden soll. Man denkt auch eventuell nevst der räumlichen an die zeitlich« Trennung ber beiden Kund- gedungen. Die von den Kommunisten aernachten Versuche, die Sicherung von Buhe und Ordnung zu oemteln, werden von den verantwortlichen Stellen mit grösster Aufmerksamkeit verfolgt. Collie sich er­geben, datz bk Kommunisten am 7. Oktober eben­falls bie Straften von Wiener-Neustadt zum Schau- platz von Kundgebungen machen wollen, bann würde ihnen die Abbattung der Veranstaltung an diesem läge nicht gestattet werden.

Die Deutschnationalen sürdasStahchelm-VoitSbegehren

B e r I i n , 25. Sept. (XU.) Die beutschnatwnale Piei'estell« e.lt mit .D e T-eutfch a^ional« Dolll- partei har durch Snttch'. «stung vom 7. Dezember v. I. den Kamps um bie Reform bc t Weimarer Verfassung ausgenommen. S e hat babei bie Forderung in ben Vordergrund gestellt, auf die e» tn erster Ctnie ankommt Di« Beseitigung ber Parteibiktatur b.rch Aer.derung bet Bestimmungen über bie bindend« Kraft des MisttrauensvvUun». Mit bi der Forde­rung führt« fie unter der Wahlparole ,M«hr Macht demR«tch»präsident«n" benletz­ten Wahlkamps. Die Kundgebung de­sto hl Helm- vom 23. September, in welcher er die Parteien auffordert, acmemfam mit ihm ein Volksbegehren auf Verfassungsände­rung vorzubereiten, kann von der Dn Vp. nur mit Freude begrübt werdens denn der Kampf kann nur gewonnen werden, wenn er nicht allein von einer Partei getragen. ftwtb«rn auf breitester Grundlage geführt wird. Di« Vorarbeiten für den Gesetzentwurf, ber emem Volksbegehren zugrunde zu legen ist. sind von ber Dn. 2p. bereit» feil längerer Zeit In Angriff genommen Sie ist zur gemeinsamen Arbeit mit dem Stahlhelm selbstverständlich bereit