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Die Debatte über den KnegöäKttmgspakl.

Nie neue amerikanische Note.

Herr Kellogg hat nach langem vorsichtigen lleberlcgen in Verfolgung seiner Bemühungen um einen internationalen Kriegs- ächtungspakt einen neuen Schritt getan: er hat ausgangs voriger Woche vierzehn Machten eine Bote überreichen lassen, die eine Erwide­rung und Widerlegung der Bedenken enthält, wie sie auf Grund seiner ersten Bote vornehmlich von Frankreich und von England ge­äußert waren. Dabei war die Tendenz ganz verschieden: England stellte sich mehr auf den amerikanischen Gedankengang ein, suchte sich aber sehr starke Reservate zu sichern, während Frankreich, das mit einem amerikanisch-franzö- zösischen Sonderpakt geliebäugelt hatte, von einem allgemeinen Vertrag, der auch Deutsch­land einbezog, aber nicht allzu viel wissen wollte, sich nur in seiner eigenen Schlinge gefangen hatte und nun versuchen muhte, irgendwie her­auszukommen. Gs wäre zunächst wichtig, fest­zustellen, dah tzerr Kellogg auf die englischen Vorbehalte, die praktisch darauf hinauslaufen, der amerikanischen Monroe-Doktrin eine englische Reichsmonroe-Doktrin entgcgenzusetzen, mit keinem Worte eingeht, woraus die Engländer, vielleicht nicht mit Unrecht, schließen, daß ihr Standpunkt stillschweigend von den Amerikanern anerkannt und dieser Grundsatz unausgesprochen in den künftigen Kriegsächtungs­pakt übernommen werden soll. Das muh noch nachzuprüfen sein, wie ja überhaupt ein solches Schriftstück einer genauen Buchstabenprüfung unterzogen werden muh, ehe das letzte Wort dazu zu sagen ist.

Der erste Eindruck ist jedenfalls der. daß Herr Kellogg die französischen Bedenken mit einer Handbewegung beiseite schiebt, indem er den Wortlaut seines Vertrages überhaupt nicht ändert und lediglich in der einleitenden! Präambel einige Verallgemeinerungen vorgenommen hat, die wenigstens in der Form den französischen Wünschen Rechnung trägen. Er hat zu dem Zweck zunächst den Kreis derjenigen Regierungen erweitert, die als erste Unter­zeichner der Rote gedacht sind, er will die ganzen Locarno-Mächte, also auch Polen und die Tschechoslowakei hinzunehmen, um so gewisser- mafcen die Garantie für den Locarno-Vertrag mit in den Antikriegspakt hineinzumauern. Sehr von obm herab behandelt Herr Kellogg den französischen Dorbchalt. daß Frankreich durch Reutralität-verträge gebunden sei.

Er hält dem entgegen, dah das kein Hindernis bedeute, da alle diese Staaten ja ebenfalls dem großen Pakt beitreten könnten. Auch die übrigen französischen Einwendungen werden wi­derlegt. und wenn Herr Kellogg schließlich hin- zufügt, er hoffe, daß die Regierungen nunmehr sehr bald ihre Zustimmung erteilen mögen, dann kann man daraus wohl darauf schließen, daß er die Disvrssion über die materielle Frag: seines Vertragsentwur's als abgeschlossen betrachtet. Für Deutschland wird die Zu­stimmung nicht schwer sein, weil dieser Pakt ja in der Linie der deutschen Politik liegt. Wir werden die Unterzeichnung begrüßen, weil wir dann die Möglichkeit haben, auch von der Seite her auf eine Erfüllung der im Ver­sailler Vertrag enthaltenen Zusagen auf allge- meine Abrüstung zu drängen.

Keine Bedenken in Berlin.

Watz wird Arankreich tun?

Berlin. 25.3uni. lPrivatm^dung.) Heber den Eindruck der neuen Kellogg-Rote in Ber­liner politischen Kreisen erfahren wir: Die Rote stellt eine Zusammenfassung der in der Dis­kussion der vorigen amerikanischen Rote zu der gleichen Frage aufgetauchten. Gesichtspunkte und Einwendungen, besonders von französischer Seite, dar. Die rein formale Konzession an den fran­zösischen Standpunkt, die in der Ausnahme aller Locarnomächtc in die Zahl der ursprünglichen Unterzeichner liegt, und die Feststellung in der Präambel und der Rote, daß der etwaige Pakt­brecher selbstverständlich aller Vorteile aus dem Pakte verlustig gehe, haben keinerlei Be­denken auf deutscher Seite hervor­gerufen, ebensowenig die Aicsführungen der Rote und die Reufassung der Präambel, wobei dem von deutscher Seite vertretenen Standpunkt voll, zum Teil sogar in übereinstimmendem Wortlaut mit den deutschen Aus­führungen Rechnung getragen worden (ft. Der Wert des Paktes liegt vor allem in dem moralischen Zwang zum Frieden, der unter der Autorität der größten Macht der Erde durch einen solchen Pakt miägeübt würde, weiter in der Verbesserung unserer Position in bet Abrüstungsfrage, die sich aus einem solchen Pakt ergäbe. Die Entwicklung wird zu­nächst von der Haltung Frankreichs ab­hängen. dessen Reserven nicht berücksichtigt, aber mit zwingender Logik ihrer Bedeu­tung entkleidet worden sind.

Aus aller Welt.

Tagung deö Bundes der technischen Angestellten.

Der Bund dec technischen Angestellten und Beamten (Butab), die große freigewerkschaftliche Organisation der Techniker, hielt seinen 6. Bun­destag in München ab. Die Mitgliederzahl des Verbandes betrug, wie der Geschäftsführer Schweitzer mitteilt«. Ende 1927 über 51 000, das Vermögen 1.029 Uli 11. Wk. Die Forderungen des Verbandes auf dem Gebiet des technischen Bildungswesens formulierte Ingenieur Lenz (Berlins: Schaffung eines einheitlichen Vollsbildungsgesehes. Beseitigung des Berech- tigungsmonopvls der höheren Schulen, Erleich­terung des Aufstieges der Befähigten. einheitliche Ausgestaltung der Berufsschulen auf Grund der Berufsschulpflicht für all« Iugendlichen. Als technische Fachschulen sollen nur Anstalwn mit zweijährigem Lehrgang bei vollem Tagesunter­richt gelten.

Staatssekretär z. D. Prof. Hirsch sprach über die wirtschaftspolitischen Aufgaben der Arbeitnehmer. Der Redner wies auf daS immer stärkere Hineinwochsen der Sffenllichen Hand in die Wirtschaftsführung hin: sie erfasse bereits ein Sechster des deutschen Volksvermögens: über ein Zehntel der deutschen Vollsarbeit werd« im öffentlichen Auftrag geleistet. Diese Bewe­gung gehe unwiderstehlich weiter, doch fei eS keineswe^ gewiß, daß gemeinwirtschaftl'che 'Be­triebe immer im gemcmwirt'chaEtlichen Geist ge­leitet würden. Die wichtigsten Ziele einer arbeit­

nehmerfreundlichen Politik seien Steigerung der Produktivität und vernünftige Rationalisierung in Herstellung und Verteilung. Ilcberwachung der Monopole und planmäßige Konjunktur- und Arbeitsmarktpvlitik. di« vielleicht schon bald wie­der driirgender notwendig sein werde alS bisher.

Spezielle Forderungen der Technik im Kampf um die Rationalisierung der Volkswirtschaft müß­ten sein: Erfinderschutz (llebergang im Patent­recht vom Anmelderprinzip zum Erfinderprin- zip entsprechend der Empfehlung des ReichS- wirtschastsrates). Beseitigung der Hemmung des wirtschaftlichen Fortschritts durch das .Geschäfts­geheimnis'". amtliche Kennzahlen für Kosten und Leistungen der Betriebe. Planmäßige Prvduk- tionspolitik verlange ferner: wirkliche Offenle­gung der Rechnungslührung. Klarstellung der tat­sächlichen Machtverhältnisse innerhalb der Un­ternehmungen, Befugnis der Arbeitnehmerauf- sichtsräte zur Rachprüsung der tatsächlichen G«° schäftsvorsÄle. Das Arbeitnehmertum selbst habe in den eigenen Reihen für weitgehende wirt­schaftliche Durchbildung zu sorgen.

Zur Kohlenwirtschaft faßte der Bun­destag auf Antrag von Halbfell (Buer) eine Entschließung, die vvm Reichstag Vor- schriften fordert, nach denen die Berechnung der Selbstkosten und Erlöse. Bilanz auf st ellung und Statistik über Produktion und 2ll»satz aller Berg- Werkerzeugnisse von den Werken nach einem ein­heitlichen Schema durchzuführen sind und eilte Stelle mit den erforderlichen Befugnissen zu bil­den ift. die die 'Beachtung dieser Vorschriften kontrolliert. Den Unternehmern form-' nicht die alleinige Verfügung über die Bodenschätze und die

schiner- und Trautenauer Straße und noch einige andere, bie seinerzeit als Erinnerung an die deut­schen Siege über Oesterreich so benannt wurden. Der Oesteereichisch-deutsche Volksbund hat seine Vorschläge dem Reichsstädtetag, den Stadtgemein- den, den Landgemeindebünden, dem Berliner Ma- giftrat und dem Berliner Polizeipräsidium unter­breitet und diese Körperschaften zu einer Sitzung eingeladen, die kürzlich im Reichstogsgebäude ftatr fand. Alle an der Sitzung beteiligten Organisationen hoben sich durchaus in zu stimmender Weise ausgedrückt und eine Resolution gefaßt, in der u. o. zum Ausdruck kommt, daß in allen deutschen Städten eine grotzdeutsche und eine österreichische Straße geschaffen werden soll, um damit den Anschlußgedanken und die Ge- meinschaft beider Brudervölker auf sinnfällige Weise zu symbolisieren. Auch ist angeregt worden, bei Neubenennung von Straßen die Namen be- bekannter österreichischer Künstler der Vergangenheit und Gegenwart in verstärktem Maße heranzuziehen. 3m übrigen sollen am 12. November, dem 10jährigen Erinnerungstog an das Inkrafttreten der österreichiscken Verfassung, in der zum Ausdruck kam, daß Oesterreich ein Be­standteil des Deutschen Reiches ist, allerorts ein­drucksvolle Kundgebungen für den An - s ch l u ß veranstaltet werden und bis dahin auch die Umbenennungen und Neubenennimgen in dem erwähnten Sinne stattfinden.

Oie Tragödie derItalia".

Die Versuche, der verunglücktenItalia"- Wonnsthaft zu Hilfe zu eilen, haben zwar man» cherlei erfreulich« Ergebnisse gezeitigt, es gelang, Robiles Lager ausfindig #u machen, ja ein kühner Flieger hat den Leiter der italienischen Expedition in Sicherheit gebracht. Dafür treibt der Pilot jetzt auf einer Scholle, nachdem bei einem zweiten Landungsmanöver sein Flug­zeug zu Bruch gegangen ist. ilnb weiter fehlt von A m u n d s e n und dessen Begleiter D i et- ri ch s o h n jebe Spur, so daß für sie bas Schlimmste befürchtet werden muh, zumal die bisherigen Rachforschungen, die sehr eingehend und genau waren, nicht den leisesten Anhalt für eine Rotlandung ergeben haben. Drei Mann haben sich geopfert, dafür ist ein Mann befreit worden k

Eigenartig berührt eS, dah Robil« als e r st e r seinen unfreitoUIigen Aufenthaltsort verlassen und feine Kameraden auf der gefähr­lichen Eispressungen ausgesetzten Scholle zurück- gelassen hat, obwohl eS doch bisher Brauch war. baß der Kapitän solange an Bord des sinken­den Schiffes bleibt, bis alle« in Sicherheit gebracht ist. Zuzugeben ist. dah Robile in dem Kampf mit den Eisgewalten nicht unerheblich verletzt wurde. Aber seit dem 25. Mai liegt in seinem Zelt ein Skandinavier, der sich nicht rühren kann und der wohl als erster hätte gerettet werden müssen. Robile hat ihn zurück- gelassen, hat damit wieder einmal gezeigt, wes Geistes Kind er ist. Für genügende Aufklärung über seinen L har alter hatte übrigens A m u n d - s e n schon gesorgt, der. obwohl er aus der Rorge-Fahrt von Robile in der unkamerad­schaftlichsten Weise behandelt worden war. sich dennoch auf gemacht hat, seinen Feind zu retten. Diese Rettungsaktion ist ihm anscheinend zum Verhängnis geworden.

vo nimmt bieItalia"-Tragödie ungehemmt ihren Lauf. Roch viele werden versuchen, an die treibenden Schollen heranzukommen, werden aber hier oder auf der Suche nach der unter sehr eigenartigen Umftänben, über di« sich Robile bis heute mit einer auffallenden Hartnäckigkeit ausgeschwiegen hat, verschollenen Malmareen- Gruppc oder den mit der Baillon-Hülle davon getriebenen Italienern Schiffbruch erleiden und vielleicht niemals wieder zurücüehren. Lind fragen wir uns nach dem Zweck des schlecht vorbereiteten und überstürzt in Angriff genom­menenItalia"-llntetnehmens, das sicherlich schon jetzt mehr als zehn Menschenleben gefordert hat, dann gibt es darauf immer nur die gleiche Ant­wort: das an Heldentaten arme fafzistische Italien braucht Ruhm und Ehre, um .. die Aufmerksamkeit der Welt auf sich zu lenken, llnd dazu sollte die Annexion des Rordpvls durch dieItalia" dienen, die von einer schreck­lichen Katastrophe ereilt worden ist und deren am Leben gebliebene Desahungsmitglieder nun von einigen kühnen Männern, die tausendmal mehr geleistet haben, als «in Rcckile, unter unsäglichen Anstrengungen herausgehauen wer­den müssen.

Nobiles Rettung.

War qm der Kapitän zuerst geborgen wurde.

Oslo, 25.3uni. (WB.) Wie die italienische Ge­sandtschaft mitteilt, beruht die Nachricht, daß zwei Mitglieder derItalio"-Mannfchaft gerettet wor­den seien, auf einem Irrtum. Gestern wurde nur General Nobile s e l b st gerettet. Gin Funkspruch des Kommandanten derLitta di Milano", der um ein Uhr früh in Rom eintraf, gibt solgende Efn ze l h e i te n über die Rettung Nobiles und den Gesundheitszustand des Nordpolforschers. Bei seiner ersten Landung konnte der Flieger Lundborg den Techniker C e c i o n i nicht mitnehmen, da dieser zu schwer war. Des­wegen hatte Lundborg bei feinem zweiten Flug sei­nen Mechaniker nicht mehr mitgenommen. Nach dem Abslug Nobiles übernahm Leutnant zur See Biglievj den Befehl über die zurückgebliebene Gruppe. Don derCitta di Milano'* wurde folgen­de» Bulletin über den Zustand Nobiles bekannt- gegeben:Bruch des rechten Schienbeines mit ge­ringer Verrückung der Knochentcile, der jedoch be­reits in Heilung begriffen fei, Verrenkung de» rechten Fußes mit Sehnenreißung. Der 5)ev lungsprozeß wird wahrscheinlich vierzig Tage dauern."

Um 2 llhr früh kam ein Bericht RobilcS selbst, der wie folgt lautete: AlS Leutnant Lunb- borg bei unserem Zelt landete, sagte ich ihm. er sollte erst Eecioni mitnehmen. dann Behunck. bann Troiani und dann mich selbst und endlich Vialievi und Biagi. Lundborg lehnte dies ab und teilte mir mit. er habe Befehl erhalten, zuerst mich mitzunehmen, damit ich die zu der Suche nach den anderen nötigen Angaben machen könnt«. Er und meine Kaineraden bestan­den darauf, dah ich zuerst abfliegen sollte: diese sagten, dies würde sie beruhigen I ch gab widerwillig n a ch. Dor meinem Abslug übergab ich Leutnant Dialiem das Kommando Die Stimmung meiner Kameraden ist ausge­zeichnet. Ich hoffe, daß ich fie bald werd? um­armen tonnen, und bah die göttliche Vorsehung mir erlauben wird, auch meine anderen Mit­arbeiter wiederzusehen

Sie Schuld am Siegelsdorfer LisenbahmmM.

Das Urteil eines unabhängigen Sachverständigen

Gleis- und Tammjchädeu als Ursache der Katastrophe.

München, 25. 3uni. (XU.) Mährend am Samstag die ReichsbahndirektionRürn- berg einen Bericht Verausgab, wonach die mut­maßliche Arfache des großen Eisenbahnunglücks bei Siegelsdorf die ll e b e r j ch r e i t u n g der Fahrt- geschwindigkeit fein dürfte, veröffentlicht am Montag dieMünchener Zeitung" eine Unterredung mit Professor Holter, dem Sachverständigen für Eisenbahnbau an der Technischen Hoch­schule in München, der durch die Staatsan­waltschaft 5 üvtt) erfucht worden war, seine Ansicht über die Ursache des Unglücks zu äußern. Bei seiner Untersuchung an Ort und Stelle hätten sich an der Unfallstelle und unmittelbar vor ihr zwei Fehler gezeigl, die wohl bas Unglück verschuldet haben könnten, nämlich Schäden im Gleise infolge ungenügender pflege und Absenkung d es Bahndammes durch eine im November 1927 durchgeführte Gleisverlegung nnd vammoerbrei- t e r u n g. Die Reichsbahn habe diese Schäden sehr wohlgekannt und auch Derbefferungen vor- genommen. Diese Ausbefserungsarbeiten seien am Mittag vor der lluglücksnocht beendet worden, ohne daß sie aber den Schaden wirk­lich behoben hätten. 3m Gegenteil soll man mit ihnen dort a u f g e h ö r t haben, wo ;n den alten Schäden des Gleises noch die neuen Absen­kungen im Damm gekommen seien. Professor Hal­ter kommt zu dem Ergebnis, da an bet Lokomotive selbst keine Schäden gefunden worden stnd, die die Entgleisung hätten verursachen können, hierdurch sei die große Wahrscheinlichkeit gegeben, dah d l e

Schäden am Gleis und a m Damm bie Ursache der Katastrophe fein könnten. Die Deutsche Reichsbahn-Gesellschaft teilt demgegenüber mit, dah fit an den in ihrem Bericht milgeteiltcn Feststellungen festhalten muffe, nvd daß stch neue Moment«, die eine andere Beurteilung zulassen, nicht ergeben hätten.

Staatsanwalt gegen Reichsbahn

Dürnberg, 25. Iuni. iTel.) Dom Staats- antoalt des Landgerichtes Fürth Wirb folgen beS mitgeteilt:

Die wiederholten Preffeäußerungen ber ReichSbabnbiroktion Rürnber g über bie Ursache des Eisenbahnunglücks in Sic- gelsbors und über bie Schuldtrage nötigen mich xu folgender Erklärung: Heber bie Ursache oes Eisenbahnunglücks in Siegels do rs fmb vvn der Staatsanwaltschaft Fürth unter Mitwirkung des Lanbeskriminakdienstes. der Polizeibirektion Rürnberg-Fürth unb unter Beziehung namhafter unabhän gifl er Sachver- stänbiger umfangreiche 6rl>rfnmgen gepflo­gen worden, bie jetzt zu einem gewissen Ab­schluß gekommen iinb. Die Rücksicht auf bie Rechtspflege unb bie Interessen ber Beteiligten verbieten mir, in eine öffentliche Erörterung über bas Ergebnis ber Erfahrungen einzutreten. Da aber aus Verlautbarungen ber Reichsbahn- birettion der Schluß gezogen werben könnte, als seien diese Veröffentlichungen im Benehmen mit mir erfolgt, ober hätten sich mit meiner Auffas­sung gedeckt, muß ich erklären, baß dieser Schluß irrtümlich wäre. Im übrigen muh daran festgehalten werben, bah die Schulbfrag« an bem Eisenbahnunglück in Siegelsbvrf nicht die Reichs da h n v e riv a l t ung . deren Be­amte als Beschuldigte in Betracht kommen könnten, sondern letzten Endes die Gerichte entscheiden.

gez. Der 1. Staatsanwalt.

alleinige Bestimmung übet Zechenstivegung enb Einschränkung überladen bleiben. Ein« wettere Entschließung verlangt, daß Preußen unb Bayern alle Mittel anwenden, um die Saargruben wieder unter ihre Verwaltung zurüchuführen. Die großen Betri cbseinschränkungen in ber Saar- lohlenprobuktion ließen bie Absicht einer Der- chiebung der PrvduttionsbasiS nach Lothringen deutlich erkennen. Dabei werd- in den Gruben rücksichtslos Raubbau getrieben, so befi nach ihrer Rückgabe voraussichtlich erhebliche Zuschüsse notwendig sein mürben. Ferner sprach bie Tagung die Enttäuschung gerade ber Techniker über ben Reglerungsentwurf einet Reichs-ArbeitszeitgesetzeS aus. tmej auf bie ungünstigen ArLeitszeiloerhälmiNe großer Gruppen ber technischen Angeitclllen na­mentlich im Bergbau unter Tage unb in ben Hüttenbetrieben hin unb stellte eine Reihe von Forderungen, vor allem nach Ratifizierung bet Was hing toner Abkommens. Schließlich wurde ausreichender Erfinderschutz, am besten durch Amgeftaltung des Arve? tsv.-rtragsrechtO gefordert.

Kilchuers Bericht.

Der Ast en forsche r Wilhelm 5 i^ch ntr ist am Sonntag nach München von feiner Forfchunasrettr in Zentralasien zurückgekehrt. Der Münchner Telegrammzeitung machte er ausführliche Mitteilun­gen über seine Expedition. Danach handelle es sich bei dieser Reife um die Durchführung e r b m a . gnetischcr Messungen. Zuerst führte ber Forscher der Weg durch Rußland. Zm Winter 1926/27 war er völlig mittellos. Er hatte so gut wie nichts zu essen und mußte barfuß gehen. Iro| dieser bedrückenden Umstände Hal er seine Arbeit», lückenlos durchgeführt. Er war oft 12 bi» 14 Stund,, am Tage mit feinen Messunaen beschäftige Aus bttr Wege nach Lhasa setzte Fllchner unter autzerorde«. lichen Schwierigkeiten fein# Messungen im üodjlag von Tibet fort. Hände und Fuße waren ihm n- froren. Er erlitt einen Bruch an ber rechten Ho ich unb später noch verschiedene Verletzungen, Rippen, bräche und einen Bruch am rechten Futz. Troy alle- dem gelang es ihm, seine Dorgenommcnen Arbeiten zu vollenden. Born D a (a i Lama erhielt Filchner, vermutlich auf Aufforderung von englischer Seitz hin, großzügige Hilfe. Qm März 1928 über, querte der Forscher den Himalaja. Daß man ihn einige Zeit für ermordet hielt, war auf ein Miß­verständnis zurückzuführen. Es wurden damals zed> franzöfifche Missionare von tibetanischen Priester, umgebracht. Außer den erdmagnetischen Mesiunaci hat Filchner das gesamte Reisegebiet kartographisch aufgenommen und 23 000 Meter Filmaufnahmen für die Ufa gemacht.

Die Heldentat eines Weichenwärters.

Beim Einfahren des Wiener Schnellzuges m den Bahnhof Radkersburg in Steiermark bc merkte ein Weichenwärter, daß, obwohl Dos 6 t g - n a t auf freie Fahrt ftanb, eine Deiche falsch g e ft e 111 mar. so daß ber Schnell zug verunglücken mutzte. Der Leichen man er wagte es, im letzten A u g e n b l i ck die Leiche herumzureißen. Er konnte ober nicht mehr recht­zeitig zur Seite springen und stürzte unmittelbar vor dem heranbrausenden Schnellzug auf die Schie­nen. Er wurde auf der Stelle getötet Der pflichttreue Beamte hinterlätzt eine Witwe uni zwei minderjährige Kinder.

Wolkenbruch am JTIagara.

Bei einem 15 Stunden andauernden Wolle» bruch im Bezirk ber Rlagara-Fälle sink» t> V tr Menschen, davon drei ausländisch« Einwa» derer, ums Leben gekommen. Der Sach­schaden beträgt mindestens 100 000 Dollars.

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Höettervoransiagc.

Die neue ozeanische Störung liegt mit ihr« Kerngebiet bereits über ben britischen Insel» Die Verlagerung ihrer warmen Luftmaflen ned inittdeuroöa führte bei unS zu DewitterstSru» gen mxb Gewitterregen. Durch die östliche Wei» terbewegung des Tiefs werden wir zunächst nod mehrfach mit Aieberschlägem teilweise getoitier Hafter Art. zu rechnen haben, dabei gehen mit bem llmörtben ber Winde nach Westen bzv nach Rvrbwcsten die Temperaturen zurück.

Voraussage für Mittwoch: Wechseftwu Bewöllung. etwas kühsier, zeitweise Riederschläg^. westliche bis norbwestliche Winbe.

Voraussage für Donnerstag: Wol­kig. aiuh zeitweise aufbeite mb. Rach taffen des Rieberschläg« unb nur noch vereinzelte Schauer, keine stärker« Temperaturänberung

Lufttemperaturen am 25. Juni: mittags 22,9 Gral Telsius, abends 16,2 Grad Telsius, am 26.3u®^ morgens 17,5 Grad Telsius. Marimum 25,4 Gr» Telsius, Minimum 12,2 Grad Telsius. Trbtemp» raturen in 10 Zenümer Tiefe am 25. Juni: obenv 25 Grad Telsius: am 26 Juni: morgens 1WJ ®rof Telsius. Niederschläge 6,2 Millimeter. ©onnf» scheindauer 14% Stunden.

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