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noch zu vermissen ist.

Anleihe-Denehmiaungsstelle und der ungünstigen Meinung des Reichsbankpräfidenten über die Kommunen aus dem Anleihemärkte nicht zu er­langen waren, sind die vorjährigen Bewilli­gungen etatrechnerisch aus den neuen Haushalt übertragen, neue Anforderungen allo nicht ein­gesetzt worden. Das bedeutet z. D. für das Vchulhausbauhrojekt, das ja nun in Angriff genommen werden soll, den Berbrauch der im Vorjahre schon bewilligten ersten Aale, Während jetzt eigentlich schon der zweite Teil­betrag hätte wirksam werden müssen: der Bau ist also, mit klaren Worten gesagt, um ein ganzes Jahr verspätet. Roch schlimmer sind die Verhältnisse auf dem Gebiete der Wohnungs- bau-Finanzierung und des Straßen- s. Für Die Gewährung von Baudarlehen

b a u e s. Für die Gewährung von Baudarteyen an Private, Baugenossenschaften und die Stadt selbst ist der für das neue Etatjahr um rund 1 Million Mort gegenüber dem Vorjahre ae- kürzt worden. Wenn man sich in diesem Zu- sammenhonge vergegenwärtigt, dast die Stadt­verwaltung erst kürzlich bekanntgab. sie nehme bis auf weiteres keine Anträge auf Bewilligung von Daudarlehen mehr an. weil die aus 1927 stammenden noch nicht vollständig erledigt seien und austerdem auch lein Geld zur Verfügung stehe, so kann man sich leicht ausmal^r. wie trübe die Aussichten für die weitere Schaffung von Wohnungsbauten im neuen Etatjahre sind. Vicht anders ist es um den Straßenbau bestellt. Von der im Vorjahre bewilligten 1 Million Mark sind nach einer Anmerkung im neuen Haushaltsplan nur 140 000 MI. ausgegeben wor­den, der Best in Höhe von 860 000 Mk. wrrd auf 1928 übertragen Aun ist aber im Vorjahre im Straßenbau nichts anderes geschehen als einige bescheidene Veubefestigungen und wenige Flickarbeiten, von einem großzügigen Reubau von Straßen, der Gelände aufbereifen würde für Wohnungsbauten usw. dagegen keine Spur. Unb in diesem Jahre verspricht der Gang der Dinge genau wie im Vorjahre zu werden. Wir stehen an der Schwelle des Sommers: schon langst hätte mit einem umfassenden Straßenbau eingesetzt werden können, wenn ja wenn die Finanznot nicht wäre. Bis zum Juli sollen über­dies, wie wir zuverlässig zu wissen glauben, nur Flickarbeiten an einigen Straßen vorge­nommen werden, ilnb was kann dann noch getan werden in den paar Sommer- und Herbst­monaten dieses Jahres? Wir fürchten sehr, daß auch in diesem Jahre wieder nur wenig, oder überhaupt nichts Großzügiges im Straßenbau zustande kommt, weil eben bie finanziellen Vor- veoinaungen nicht gegeben fein werben. Dem­gegenüber sehe man sich den Zustand zahlreicher Straßen an; Straßenzüge, die schon längst eme zeitgemäße Pflasterung verdient hätten, liegen heute noch mit chauffierter Decke, teils auch mit solcher Bürgersteigherrichtung da: andere sind zwar gepflastert, aber doch in einem Zustande, der die durchgreifend befsernde Hand des Bau­meisters erheischt. Jedoch in beiden Fällen wird man sich voraussichtlich noch auf längere Zeit mit dem unbefriedigenden Stand von heute ab- sinden müssen. Für die Erbauung eines Äutzviehhofes ist zwar die erste Rate m Höhe von 400 000 Mk. im Haushaltsvoranschlag vorgesehen, ob sie aber beschafft und damit der Bau dieser dringend notwendigen Einrichtung begonnen werden kann, ist heute noch eine andere Frage; einstweilen sieht auch hier alles nach Stillstand aus. Völlig vergeblich sucht man int Voranschlag nach einem Posten, der eine Er­weiterung unserer Straßenbahn an- Arndigte, um dadurch insbesondere daS Klirnkvicrtel mit dem dringend notwendigen Verkehrsmittel zu ferfeben und weiter zu einer Strahenvervinbung mit Klein-Linden zu gelangen. Eine Pendel- Ui nie der Elektrischen zwischen Klein- Linden und dem Bahnübergang in der Frankfurter Straße würde zweifellos die einfachste Lösung des schon seit Jahren bestehen­den Verkehrsproblems zwischen dem Kern der Stadt und dem in erfreulicher baulicher Auf­wärtsentwicklung besindlichen Südviertel samt Klein-Linden fein. Außerdem würde uns diese Linie auch einen gewissen Ersatz bieten für die kommunalwirtschaftlichen Möglichkeiten, die uns durch die unzweckmäßige Dehairdlung des Straßenbahnproolems Gießen Wieseck einst­weilen entgangen sind, anderseits würden durch die Schaffung einer solchen Verbindung aber auch sehr bedeutsame Interessen unserer Vorort- gemeinde im Süden eine starke Förderung er­fahren. Recht wünschenswert Ware auch ein Ausbau der Straßenbahn bis zum Flughafen, dessen Gaststätte so lebhast be­sucht wird, daß sicherlich eine ansehnliche Fre­quenz für die Elektrische gegeben wäre. Diese beiden Hinweise mögen als bescheidene Beispiele dafür angesehen werden, was alles in dieser Vermögensrechnung des neuen Haushaltsplanes

In der Gesamtheit bewertet muh man leider die Feststellung machen, daß die Vermögens- rechnung deS städtischen HauShaltS für 1928,29 zu erheblichen Beanstandungen begründeten Anlaß gibt. Das ist kein Vorwurf gegen die Verwal­tung, die abgesehen allerdings von den beiden erwähnten Strahenbahnprojekteit. bei denen bis­her eine Initiative zu vermissen war mit ihren Bemühungen zur Anleihebeschafsung bisher in der Hauptsache an den Hemmungen von mäch­tigerer Seite her gescheitert ist. Wir fönnen zu diesem Teil des Voranschlags nur den Wunsch aussprechen, daß uns das nächste Jahr bessere Arbeit-- und Entwicklungsmöglichkeitan bringen möge, als wir sie heute in der Hand haben.

Erweitertes Veztrksschöffengericht Gießen.

Der Kaufmann WilU Noll von Gießen und vier Genossen hatten sich wegen Betrugs und 'Bei* Hilfe dazu zu verantworten. D. Noll, der zur Zeit eine e träfe wegen schwerer Körperverletzung verbüßt, wurde aus der Strafhaft vorgeführt, die Angeklagten Georg Noll und Lorenz Weber waren mehrere Atonale in Untersuchungshaft. Ein Angeklagter, der jetzt In Schweidnitz wohnt, war vom Erscheinen entbunden.

Die Derhandlung nahm mit einer ausgedehnten Vernehmung der Äitgeklaaten und Zeugen und mit der Verlesung der Protokolle der Aussagen zahl- reicher kommissarisch vernommener Zeugen drei Tage in Anspruch. D. Noll, der in der Inflations­zeit hier eine Goldankaufsstelle betrieb, wandte sich 1924 der Textilbranche zu. 1926 mußte er den Offenbarungseid leisten Er verband sich dann mit feinem Neffen 0. Noll, dem C. Weber uttb dem flüchtigen Walter Stern von Wteseck zum gc- nwinfamen Geschäftsbetrieb, der auf einen u m

fangreichen Kreditschwindel zum Nach teil der Lieferfirmen hinauslief. Noll, Stern und Weber erteilten s i ch gegenseitig ausge­zeichnete Referenzen und bestellten darauf­hin allerorten Textilienmuster und Waren, die ihnen auch prompt' geliefert wurden. Die Bestell- schreiben enthielten hochtrabende Angaben über Bank- und Postscheckkonten, Telephonnummern, en gros-Bertauf u. dgl. Zn Wirklichkeit verfügte das Konsortium über keinerlei Betriebsmittel. Die ein­gehenden Waren wurden versilbert und der Erlös verbraucht, zum Teil wurden die Waren auch un­mittelbar zur Zahlung dringender Sachschulden ver­wandt. Die Lieferanten, über 50 an der Zahl, hat­ten das Nachsehen.

Die Derhandlung ergab, daß die Hauptschuld den W. Noll trifft. Straferschwerend wirkten bei diesem auch seine ganz erheblichen Dorstrafen. Er wurde wegen fortgefetzten Betrugs zu 2 Jahren 0« - f a n g n i s verurteilt, auch wurden ihm die bürger­lichen Ehrenrechte auf 3 Jahre aberkannt. 0. Noll erhielt 8 Monate, L. Weber 1 Jahr 0 e - fangnis, sämtlichen Verurteilten wurde die er littene Untersuchungshaft angerechnet. Die weiteren Angeklagten wurden trotz starken Verdachts der Be- teligung freigesprochen, da die Beweise gegen sie nicht ausreichten.

Während der Urteilsverkündung mußte W. Noll, der sich schon vorher wiederholt sehr aufgeregt be- nomen hatte, wegen Ungebühr aus dem oaale ent­fernt werden. Er machte daraus einen Fluchtver­such, wurde aber sofort wieder f e ft ge­nommen.

Oberhrffen.

umkreis wichen.

§ Daub ringen, 25. Mai. Während in den Jahren der Rachkriegszeit fünf, sechs und mehr Wohnhäuser hier erachtet worden sind, stockt in diesem Jahre die Neubautätigkeit vollständig. Bis jetzt sind nur einige wenige Erweiterungs- und Ergänzungsbauten getätigt worden. Sie ungewöhlich starke Einschränkung der Bautätigkeit hat vor allem ihren Grund in der Herabsetzung und Sperrung der staatlich verbilligten Daudarlehen, ebenso in der Schwie­rigkeit der Geldbeschaffung und der im Preise gestiegenen Löhne und Baumaterialien. Gestern nachmittag wurde das Heugras, der Ge­meinde gehörig, und in der Hauptsache zu beiden Seiten der Lumda gelegen, verst tigert. Je nach Qualität bewegten sich die Preise in mittlerer Höhe Ebenso sand auch die Heugrasversteige­rung an den Böschungen der Provinzialstraßen durch die Provinz statt. Die durchschnittlichen Preise können auch hier als angemessen ange­sprochen werden.

D Großen-Linden, 25. Mai. Wie weit die 11 c r ro a b r l o f u n g mancher jugendlicher Per­sonen fodgefdjritten ist, beweist nachstehender Fall. Ein Illjähriger junger Mann von hier be­suchte gestern im benachbarten Klein-Linden das Geschäft des Kaufmanns Friedrich Schimmel und kaufte sich dort Zuckersteine und Zigaretten. Dann bat er den ihn bedienenden 13jährigen Sohn des Geschäftsinhabers um ein Glas Wasier. Der Sohn begab sich ahnungslos in den Hof, um das Wasser zu holen. Während dieser Zeit plün­derte der im Laden zurückgebliebene junge Mann die Tageskasse und verließ dann das Geschäft. Einen Teil seiner Beute händigte er seinen auf der Straße wartenden Kameraden aus. Schon kurze Zeit später wurde von dem Geschäftsinhaber der Diebstahl bemerkt, der die Sache der Polizei mit« teilte. Diese verhaftete heute Morgen den jun­gen Menschen und führte ihn in das Untersuchungs­gefängnis nach Gießen über. Dort hat er nun Zeit, über seinen jugendlichen Leichtsinn nachzudenken.

-A- Großen-Linden, 25. Mai. Trotz des kalten Wetters zeigt der Saaten st and in unserer Gemarkung ein sehr befriedigendes Bild. Die Winterfrucht hat sich überall gut herausge­tan, insbesondere ist dies auch vom Weizen zu berichten, der in diesem Jahre eine selten gute Ernte verspricht, so daß die geringen Auswinte- rungsschäden kaum ins Gewicht fallen. Auch die Sommersaaten haben einen sehr schönen, einheit­lichen Stand auszuweisen, jedoch treten in diesen die Disteln sehr stark auf. Mit dem ersten Schnitt des Klees wurde in diesen Tagen begonnen.

jr- Aus hem Horlofftal, 25. Mai. Das Fruchtfeld zeigt einen prächtigenStand. Sommer- und Winterfrucht versprechen eine gute Ernte. Der Roggen ist jetzt in die Aehre geschossen. Die kühle Witterung der letzten Wochen hat den Halm besonders gekräftigt, so daß die Gefahr der Lagerung nicht zu erwarten steht. Beim Winterweizen zeigen sich wieder, wie por zwei Jahren, die Anfänge des Rostes, be­dingt durch das feuchtkühle Maiwetter. Für Gerste und Hafer ist die seitherige Witterung besonders günstig gewesen, die Bestockung erfolgte so gleichmäßig, daß fast keine Fehlplähe sichtbar sind. Die Kartoffeln sind eben im Auslaufen be­griffen. Die Gleichmäßigkeit deS Standes ist eine Folge des fast allgemein durchgeführten Saatgut­wechsels. Vielfach hört man Klagen über Schäden an den Saaten der Dickwurz und Zuckerrüben. Schon leit Jahren haust die Larve deS schwarzen AaSt'äfers, landläufig , Dickwurzwurm" genannt, an den ausgehenden Rübenpflanzen, indem manch­mal ganze Aecker kahl gefressen werden, so daß eine vollständige Reubestellung nötig wird Die Rachfrage nach vorjährigem Heu hat sich in den letzten Wochen trotz der günstigen Aussichten der heutigen Ernte gesteigert. Damit sind die Preiie von 2.20 Mark auf 3 Mark ge­stiegen. Für Stroh besteht fein Absatz, der Preis beträgt etwa eine Mark. Die Preise für Fettschweine scheinen nun ihren tiefsten Stand überwunden zu haben. Während noch zu Beginn dieses MonatS tast keinerlei Absatzmög­lichkeit bestand und Preise von 42 bis 45 Pfennig je Pfund Lebendgewicht geboten wurden, sind die Preise jetzt aus 54 Pfennig gestiegen. Damit sind auch die Fertelpreise schon etwas angezogen.

'Trete Friedberg

Butzbach. 25. Mai. Der Hassia « Bezirk Butzbach-Bad-Rauheim hielt feinen ersten diesjährigen Bezirkstag unter dem Vorsitz deS BezirkSvorftehers. Strafanstaltsdirek- tor Stumpf (Butzbach, in Oder-Hörgern ab. Der Vorsitzende des Ortsvereins, Kamerad Helme», und der Gesangverein Oknr-Hörgcrn entboten den vollzählig erschienenen Delegierten herzlichen Will komme ns grüß. Ehrend gedachte die Versammlung des verstorbenen Lehrers Rahn (Kirch-GönS). der lange Jahr« das Schriftführer- ernt im Bezirk bekleidet hat Die Mitgliederzahl des Bezirks ist im vergangenen Jahr um 70 ge­diegen. Eine rege Fursorgetötigkeit für die .^rieq^btn icrblkbcnen und Kriegsopfer entfal­tete Beztrlsobmanii Ä Ice. Das Bezirks- kriegerfest biete* Jahres erhält der Krieger­

verein Lang-Söns. Die Feier des 50jährigen Bestehens b?geben im Lause des Sommers die Vereine zu Bad-Rauheim und H o ch - Weisel. Die langjährigen Vorstandsmitglieder des KriegervcreinS G r ü n i n g e n erhielten Hafsia-Shrenta'eln. Der nächste Bezirkstag, der auch über das Dezirkspreisschießen zu beschließen hat. findet in Rieder-Weisel statt.

Strcte Büdingen.

* Hirzenhain, 25. Mai. Die Eisenwerke Hirzenhain, Hugo Buderus G.m.b.H., haben die bei der früheren W e r k s p a r k a s s e an­gelegten Papierrnarkdeträge nach Umrech­nung in Goldmark mat 5 5 Prozent aufge­wertet. DieAuszahlung der aufgewerteten Be träge ist erfolgt. Es handelt sich hier um eine so­ziale Maßnahme, die von den Arbeitern und Ange­stellten mit Freuden begrüßt worden ist.

Kreis Schotten

Laubach, 25. Mai. In der Sitzung des Gemeinderats. die gestern abend abgehalten wurde, wurden zunächst die neuen Gemeinderats­mitglieder Lehre, Weil und Obersekretär Ham­burger durch Bürgermeister Böhm eingeführt. Lehrer Weil rückt an Stelle von Gemeinderat P i tz (zum Beigeordneten gewählt), Obersekretär Hamburger an Stelle von Kammerdirektor Birnbaum (nach Birstein berufen). Sodann wurden die Freistellen an der Real­schule, fünf an der Zahl, genehmigt. Die Bau­zeit der Badeanstalt wurde auf dic Jahre 1928 und 1929 festgesetzt. Weiter wurde der Pacht - v er trag mit Landwirt Ludwig Gräf geneh­migt. Das Gesuch des Landwirts G. P u i f f a n t (eines gefangenen Franzosen, der sich hierher ver­heiratet hat) um Einbürgerung wurde befür­wortet. Auf eine Eingabe Der Laubacher Vereine um Herabsetzung der Vergnügungs- steuer wurde beschlossen, eine Pauschal­summe non 5 Mark für gewöhnliche Vergnügun­gen zu erheben. Weiter wurde das WassergeId neu geregelt. Schließlich wurde ein Ehren­preis für das 30jährige Jubiläumsschie­ßen des Gau-Schützenverbandes, das vom 15. bis 17. Juli d. I. in Laubach abgehalten wird, in Höhe von 50 Mark bewilligt. Wie wir bereits melde- ten, wird das Ehrenmal für die Gefalle­nen des Wettkrieges, eine Schöpfung des Bild­hauers Arnold aus Beuern, nicht am zweiten, sondern am ersten Pfingstfeiertag enthüllt werden. Dekan Volp hat die Weiherede übernommen. Bei der Feier werden der hiesige M u s i k v e r - ein, die beiden Gesangvereine (Eintracht" undHarmonie") und ein S ch ü l e r ch o r der Laubacher Schulen mitwirken.

r. Groß-Eichen, 25. Mai. Das vor etwa zwei Jahren seitens der Freiherrlich Riedeselschen Revie- Verwaltung Ober-Ohmen den hiesigen Landhung­rig e n zur Verfügung gestellte Siedlungsland liegt zu einem guten Teile n p ch u n b e b a u t da. Es erweckt den Anschein, als ob seitens dieser Land­bewerber kein großes Interesse mehr bestehe. Nach alledem ist es schade, daß dieser noch nicht schlagretfe Wald abgeholzt wurde, um nun teilweise wüst zu liegen.

V Gedern, 25. Mai. Zu dem berichteten Unglück- fall auf dem PrämiierungSmarkt ist noch zu melden, daß es den Bemühungen des Gendarmeriemeistcrs Kuhn -Gedern gelungen ist. den Tatbestand einwandfrei festzustellen. Es liegt Fahrlässigkeit seitens des Schi - budenbesitzers vor. Das Befinden des schwerverletzten Burschen ist immer noch sehr be- derckttch.

Kreis Alsfeld.

v* Alsfeld, 25. Mai. Die hiesige Frei­willige Feuerwehr veranstaltete dieser Tage unter Leitung ihres Branddirektors K n i e r i m ihre diesjährige Hauptübung. Im Anschluß daran hielt die Feuerwehr ihre ordentliche Mitglie­derversammlung ab. Zu Beginn derselben gedachte Der Vorsitzende des Ablebens des rühri­gen, zweiten Adjutanten, des Stadtbaumeisters E g n e r, in ehrenden Worten. Aus dem Jahres­bericht ging hervor, daß im abgelaufenen Jahr die Wehr eine erfreuliche Entwicklung genommen hat. Sie besteht zur Zeit aus 170 Mann. Die neue Mo­torspritze wurde im vergangenen Jahre fünfmal nach außen angefordert zur Brandhilfe. Das Ehren­zeichen für 25jährige Dienstzeit in der Feuerwehr erhielten Branddirektor K n i e r i m und der zweite Kommandant Ferdinand P l a n z. Bei der darauf vorgenommenen Neuwahl des Kommandos und des Berwaltungsrates wurden die seitherigen Mitglie­der wiedergewählt. Für den verstorbenen zweiten Adjutanten E g n e r wurde der neue Stadtbau­meister, Architekt Maurer, einstimmig gewählt. Zum Schlüsse wurden die Vorbereitungen für den am 9. und 10. Juni in Alsfeld statt findenden Pro - vinzial-Feuerwehrtag eingehend bespro­chen, der nach den oorlieaenben Anmeldungen eine sehr gute Beteiligung erfahren wird. Es find bereits über taufend Feuerwehrleute angemeldet. Mit die­ser Tagung verbindet die hiesige Feuerwehr zu­gleich die Feier ihres 75jährigenBesteyens. Der Vorsitzende sprach zum Schlüsse die Erwartung aus, daß die aefamte Bürgerschaft der Stadt Als­feld der Veranstaltung reges Interesse entgegenbrin­gen werde im Hinblick auf den überparteilichen, gemeinnützigen Charakter der Feuerwehr.

Ober-Ofleiden, 25. Mai. Am drittem Pfingstfeiertag wird am hiesigen Pfarrhause eine Gedenktafel zu Ehren der Professoren Friedrich Gottlieb Welcker, des be­rühmten Altertumsforschers (17841868), und Karl Theodor Welcker. seines Bruders, eines hervorragenden Politikers und Rechts- aelehrten (17901869) feierlich enthüllt werden. Beide Brüder verbrachten hier ihre Jugendzeit. Sic waren Söhne des am 16. März 1756 in Udenhausen bei Lauterbach geborenen Heinrich Friedrich Philipp Christoph Welcker, der 1786 big 1826 als Pfarrer in Ober-Ofleiden wirkte. Die Gedenktafel ist gestiftet vom O b e r h e s s i - schen Geschichtsverein und vom Ver­ein der Freunde des humanistischen G v m n a f i u m s. An die Enthüllungsfeier schließt sich die Abhaltung des FamilientageS der Familie Welcker an.

(=) Groß-Felda, 25. Mai. Im großen So al der Gastwirtschaft von Friedrich Figge wurde di« Generalversammlung des hiesigen Spar- und Darlehnsoereins abgehalten. In diesem Jahre stand die Generalversammlung unter einem besonderen Zeichen, da der Verein sein dreißig­jähriges Bestehen feierte, lieber 200 Wit- «lieber waren erschienen. Direktor Hch. 6 ch n eider eunllkommte und begrüßte betonber» Den Der« bandsrcoisor Dottendorf (Lauterbach» und Di reftor Hahnemann von der Landes-Geiwsien- schaftsdank. Aus der Jahresrechnung war zu er­leben. doß Ne Kaste auch im oemoffenen Jahre

wieder sehr gut abgeschlossen hat- Die ausscheiden­den Dorstandsmitglteder wurden einstimmig wie- der gewählt. Dem geschäftlichen Teil schloß sich eine sinnvolle Jubiläumsfeier an. Direktor Hein­rich Schneider hielt die Festrede, Herr D a 11 e n dorf überreichte in feierlicher Weise an die einsti­gen Mitbegründer der Kaste Ehrendiplome

Starkenburg.

WSR. Darmstadt 25 Mai. Im Beisein feiner Frau und seines Kindes hantierte gestern der 24jührige Monteur Lautenschlöger mit einem geladenen Walzenrevolver. Als er im Scherz den Revolver an die Schläfe hielt, um feine Frau zu ängstigen, ging auch schon em Schuß l o s und traf Lautcnschlätzer in den Kops, so daß der sosortige Tod etnlrat.

Preußen.

Kreis Biedenkopf.

XX Crumbach. 25. Mai. Aus dem Ver­bandstag der Fleischbeschauer und T»tchinen- schauer-Vereine drs Regierungsbezirks Wies­baden zu Biedenkopf wurden Reeb (Raunheim). Räuber (WaldgirmeS) und Herrmann (Crumbach), dis feit Bestehen der Verordnung (25 Jahre) die Fleischbeschau und Trichinenschau ausüben, durch Heberreitfmng einer silbernen Radel und eines Diploms ausgezeichnet.

Maingau.

WSR. Frankfurt a. M, 25.Mai. Der Kassenbvte einer hiesigen Firma sollte heute mittag bei einer hiesigen Großbank 1 2 000 Mark einzahlcn. Gr trug das Geld in einer Aktentasche bei sich. In dem Echalterraum der Bank legte er dic Tasche mit dem Delde am Schalter nieder und begab sich zu einem Schreibtisch, um das Einzahlungsformular ans- zusüllen Diesen Augenolick benutzte eine bis jetzt noch nicht ermittelte Person, die Tasche an sich zu nehmen und zu verschwinden. Die sofort eingeleiteten Ermittlungen der Ärimi» nalvolizei haben bis jetzt zu keinem Ergebnis geführt.

Gebote für pfingstwanderer

In voller Blüte prangt Natur, Ihr Menschen, folget ihrer Spur. Greift frohgemut zum Wanderftab, Doch brecht ja keine Blüten ab!

Wie steht der grüne Wald so stolz, Wie regt cs sich in jedem Holz!

Freu' dich, o Mensch, der Regsamkeit, Reitz nicht entzwei das grüne kleid!

Allüberall es jubiliert:

Singuöfllein schluchzt und tiriliert, Sina auch, wen» dir Gesang beschieden. Doch Lärm und Gröhlen sei oermteben!

Waldboden nähret Moos und Gras, Kein Boden ist's für Flaschenglas, Papier und Eierscyalenrest, Man liegen nicht im Walde läßt'

In voller Blüte prangt Natur, Ihr Menschen, folget ihrer Spur, Die euch die rechten Wege weist Und euch als Menschen handeln heißt.

Regulierung der Nidda.

Zur Zett kommt ein Gesamtprojett der Regulierung von Nidda und Nldder in den Kreisen Friedberg und Büdingen und dem angrenzenden preußischen Gebiet gemeinsam mit den vreußischen Behörden zur Ausführung. Es umfaßt fünf Abschnitte, nämlich:

a) Kreis Friedberg: 1. Nidda von, Schar- mühlenwehr bis Gemarkungsgrenze Nieder-Wöll- stadt-Jlbenftadt: 2. Nidda oom Scharmühlenwehr bis Bonames, gemeinsam mit Preußen: 3. Nidder von der Mündung bis Windecken, gemeinsam mH Preußen: 4. Nidder in der Gemarkung Helden- bergen.

d)KreisBüdingen:5. Nidder von der Lan­desgrenze bei Höchst bis Wehr bei Lindheim.

Von diesem Gesamtprojekt sind Teilabschnitte aus­geführt in den Gemarkungen Klein-Karben, Vilbel und Büdesheim. Völlig ausgeführt sind die Projekte zu 4 und 5.

Zur Fertigstellung des Gesamtprojektes mit 1 223 000 Reichsmark Kosten bleiben noch 537 000 Reichsmark miszuwenden. An den Aufwendungen sind beteiligt die Gemeinden Höchst, Oberau, Alten- Habt mit Engelthal, Lindheim, Hainchen, Büdes­heim, Hcldenbergen, Vilbel, Massenheim, Harheim und Klein-Karben: außerdem ist zu den Kosten die Freih. Heyl zu Hcrrnsheimsche Gutsverwattung her- anauziehen.

Die angeführten Teilprojekte wurden, wie folgt, finanziert: 30 v. H. der Bausumme wurden durch einen Zuschuß aus Mitteln der Arbcttslosenfürsorgc als Grundförderung gedeckt ', 20 v. H. wurden auf dem freien Geldmarkt aufgebracht: 50 v H beträgt die als Darlehn gegebene verstärkte Förderung aus Reichs- und Landesmitteln. Die letztere Summe be­läuft sich aus rund 304 000 Reichsmark, die mit 4 d i). zu verzinsen und, unter Einschaltung von zwei Frei- jähren, innerhalb 15 Jahren zu tilgen ist

Bei gleicher Finanzierung muß ein weiteres Dar­lehen aus Mitteln der werstchaffenden Arbeitslosen­fürsorge lverstärkte Forderung) in Hohe von rund 270 000 Reichsmark in Anspruch genommen werden.

Die Durchführung des Gefarntprojektes ist not­wendig und nicht aufschiebbar. Nidda und Nidder bringen ihre Wasser beträchtlich ichneller zu Tal rote in früheren Jahren, weil am Oberlauf liegende Öemembcn Teilstrecken der Bachläufe reguliert haben. Tritt Hochwasser ein, so können die in den Niederungen angekoinmenen Dastermassen in den gewundenen und nicht hinreichend tiefen Dachbetten wegen des geringeren Gefälles nicht mit gleicher Schnelligkeit weiterfließen, sie treten über die Ufer und oerurjachen außergewöhnlich große, Monate bmicrnbe Ueberschwernrnungen. Die Bersumofung weiter Flächen wertvollsten Acker- und Wikfenge- iändes ist die unausbleibliche Folge.

Nach eingehender Prüfung schlägt die hessische Re­gierung vor, den Gemeinden und auch der Freiherr« sich Henl zu Herrnsheimschen Dutsverwaltung den Landesanteil an den Darlehen gemäß Antrag aus Mitteln der wertschafsenden Arbeitslosenfürsorge unter Einschaltung der üblichen zwei Freijahre auf 15 Jahre gegen eine Verzinsung von 4 Prozent p. a. zu stunden.

Berliner Börse.

Berlin, 26. Mai. Dic Effekten- und Produkten« börfe hat heute geschlossen.