Einzelbild herunterladen

Samstag, 26. Mat (928

Giehener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen)

Nr. 125 Zweites Blatt

ftänbigungipoliti! f chlechthin gcfuc werden wird, auf bem barm, nach vielen früher«

IG

en

^RANTIE

Venihmie Mer und erfolgreiche Söhne

G.m.b.H

Ehina unb bic Souveränität l Dc6 chinesischen Rei -

und Integrität

sind, bann hier unter

17. Fortsetzung.

Nachdruck verboten.

.Ein Blitz." saate Havelock ruhig,bas Gewitter : uns nun doch überrascht."

hat uns nun

llt

nord amerikanischen offene Tür in

ön in?

bah her eine

Ul. In.

1 BND

den Sinfluh haben, so ist ja wohl klar, hab der Weg zur Lösung biefer Aufgaben in einer Ver­sucht

. -----llcberbies ist ein

Gewitter durchaus nichts Fürchterliches, sondern die schönste Kundgebung der Natur. Al, ich noch in Manitoba .. .*

Der Gießener Haushalts-Voranschlag 1928/29

^thani (eiche

««liklneichel

'»bn. Meße)

^erew^J

m-W

Das Ergebnis der deutschen Wahlen ist, nunmehr einer ausgesprochenen Vegieruirg Rechten unb Witte in Frankreich LinkSregierung in Deutschland gegen- überlebt. in der nach dem >^ahlenergebn«S der

Erfahrungen. bk internationale Derstärrdigung stärker unb fester im Auge behalten wirb, als die unmittelbaren Interessen bes eigenen Landes und Volkes oder eines bestimmten Wirtschaftszweiges in ihm. Das außenpolitische Geschäft wirb somit vor allem im Verhältnis zwischen Frankreich unb Deutschland für die andere Seite, für Frankeich. leichter. Aber bas wirb unweigerlich zu inneren Kämpfen und zu Krisen bei uns führen, auch in den Auseinandersetzungen um die deutsche Außenpvlitck.

Außenpolitik und Wahlergebnis.

Außenpolitische Umschau.

Don Dr. Otto Hoehsch, o. Pros, der Geschichte an der Universität Äerlin, M. d. 5t

°7

^ben.^nt d. 3.

'Ne ü 1928 ^L52Z4D

MMMHkllWkllSWW.

Vornan von Edgar Wallace.

Copyright by Wilhelm Goldmonn. Verlag. Leipzig.

1»

bis*5

»sw

»?ZS

Steg typ?

Weh dir. bah du ein Enkel bist! so hieß es einst. Sohn unb Rachfahr eines berühmten Man­nes bas hieß den schwersten Fluch des Schick­sals tragen: das Dasein im Schatten eines Großen war unerträglich unb sinnlos. Der Sohn eines Mozart stirbt alS Steuersekretär in Mai- lanb; Goe thes Rach kommenschas t hat nichts von bem Genius des Vaters geerbt: Schil­lers Söhne sinb tüchtig«, brave Veamte. Di« Iaht ähnlicher Beispiele ist Leaion. Wenn man dagegen heute die Schar der Vachkvmmen großer unb bedeutender Zeitgenossen, deren Ra- men in aller Munde sind, überblickt, so ist alS auffällige Tatsache festzustellen, daß der be­rühmte Vame. einst ein Erbe, bas dem. der cs empfing, auf seinem Lebensweg wie eine bleierne Last bas Gehen erschwerte, keineswegs ein Hindernis zu sein braucht für eigene Leistungen, die sich sehen lassen können. Die Tatsache der Abstammung wirb nicht mehr als Hemmnis be­trachtet. unb sie ist es auch nicht.

Das ist nicht verwunberlich: denn der Vame d«S Vaters wirb heute nur noch in seltenen Fäl­len als Leiter zum Erfolg benutzt. Die aller­meisten dieser Jungen, von denen der VolkSmund sagt, baß ..ihr Bett gemacht" sei. verschmähen es durchaus, hineinzusteigcn, sondern suchen sich eine ganz andere Laufbahn als die. die ihnen schon an der Wiege vorgezeichnet schien, nach­dem sie in der Wahl ihrer Eltern so vorsichtig gewesen waren: sie schlagen ganz andere, ganz neue Wege ein. Man kann sogar sagen, baß Er­scheinungen wie die politisch so akttve unb ge­wandte Miß Magan. des streitbaren Lloyd Georg« Kind, deren Sehnsucht nach einem Sitz im Unterhaus geht, ebenso Ausnahmcerscheinun- gen sinb wie bet junge Klaus Wann, der sich, wie sein berühmter Vater, der Ltteratur verschrieben hat. Daß der Enkel des Reichs- gründerS und eisernen Kanzlers. Fürst Otto von Bismarck, dessen Hochzeit mit der Toch­ter bes schwedischen Architekten Tengboom kürzlich eines der großen gesellschaftlichen Ereignisse Ber­lins war. und der soeben zum ersten Legattons­sekretär bei der deutschen Botschaft in London ernannt worden ist. scheint ebenso in der diplo- rnattschen Tradition der Familie zu liegen, wie die Tatsache, bah ber Dichn deS Re ichspräsi- denten von Hinbenburg bem väterlichen Dorbilb getreu Soldat geworden ist, auf ererbte Veigung und Anlage schließen läßt.

Wenn man sich dagegen in den Häusern un­serer anderen Prominenten umsieht, deren Bild unb Ti amen man fast täglich in Zeitungen und Zeitschriften llest. so macht man die über­raschende Entdeckung, daß der Beruf des Vaters nur in einer verschwindenden Min­derzahl ber Fälle bk Wahl ber Söhne be­stimmt hat. Don bat beiben Söhnen beS Reichs- auhenministcrs Dr. S t r e s e m a n n hat sich ber eine ber Mukik verschrieben unb ist als Kom-

Er hatte kaum gesprochen, da erschültette bump» fes Donnerrollen den Felsen bis auf den Grund. Ihm folgte ein zweiter Blitzstrahl, der die ge» spensterhaften Türen vor den Totenkammern auf; leucklen liefe. Sybil taumelte. Da griff Dick zu und prefete sie an sich.

Wenn wir irgendwo sicher find, der (Erbe, sagte er beruhigend.

15.

Plötzlich tauchten Havelock unb Sybil aus bem Dunkel bes unterirdischen Gewölbes auf. Sybils äugen zeigten eine angstvolle Starre, und Havelock mar bleich wie ber Tod. Seine Hand zitterte front» ha", als er an dem (Bitter zu rütteln begann.

©er hat sich diesen dummen Spafe mit uns ertaubt?* fragte er ärgerlich in bas Toben des Ge- wttters hinein: feine Stimme bebte, nackte Angst gab feinem Organ einen schrillen Klang.

Dick antwortete nicht. Er starrte mit au lammen» gepreßten Lippen in bas Dickicht des Waldes. In wemgen Minuten hatte sich das helle Tageslicht in drohende Finsternis verwandelt. Aufprasfelnd

fahr befafeen feine Augen eine unnatürliche Schärfe. Deutlich sah er, wie es sich hinter den Rhododen- dronbüichen regte. Ein Blitz flackerte auf. Ein nack- ter Schenkel ward sichtbar. Nasch hob Dick die Pistole und feuerte sie zweimal ab.

Er hätte zum britten Mal geschossen, aber Sybfl umklammerte schluchzend seinen Arm.

O bitte, bitte, schießen Sie nicht," bat sie stehend, noch wißen wir nicht, ob wir das Recht haben, jemandem etwas zuleide zu tun.*

Ihr Kopf lag an feiner Brust. Da liefe er mit einem hinhuschenden Lächeln die Waffe finken.

Litte, geben Sie mir Ihren Schlüssel , sagte er kurz zu Havelock.

Er schob den Arm durch die Gitterstangen, denn das Schloß war nur von außen angebracht und stieß den Schlüße! hinein.

Eine Drehung der Hand, unb bie Tür flog auf. Dick wandte sich ruhig an Sybil.

Bitte, gehen Sie jetzt voraus, ich komme gleich nach!*

Mit ein paar Sätzen verschwand er im Dickicht in der Richtung feines Schusses.

(Er hatte nicht wett zu gehen, do leuchtete etwas gelb im Balbgrafe auf. Er bückte sich und ent- bedte einen Zylinder, an dessen glatter Oberfläche ein Blutspritzer hasten geblieben war. Ganz konn» ^n,.l^ne Schüsse also nicht fehl gegangen fein. Der Zylinder mochte etwa vier Fuß lang fein. Er war fo schwer, bafe Dick ihn nur mit Mühe heben tonnte. An der verschlossenen Ausflußrohre saß ein Gummi schlauch. Ein paar Schritte davon entfernt fanb er einen zweiten Zylinder, der dem ersten völlig glich, nur trug dieser ein kreisrundes Eti» rett, das bei bem anderen offenbar abgefratzt war. Irofe ber Nässe, bie die Aufschrift abzuwaschen drohte, war sie noch leserlich. Dick entzifferte- Edlorgas. Vorsicht! Gift.* Langsam richtete er sich auf Ein Erstickungsatentat mar allo geplant ge- mejen mit solchen Mengen giftigen Gases, daß nach Oeffnung auch nur eines Zylinders keiner von hnen lebend die lotengruft verlassen hätte. Dor, sichtig bog er die Zweige der nächsten Büsche aus» emanber, aber ber unheimliche Riese mar wie vom Erdboden verschluckt, feine Spuren hatte der wol. kenbrucharttge Regen bereits verwaschen.

(Fortsetzung folgt)

Vater braucht ihn ob dieses Entlchlusses nicht zu tabelif, man schätzt den Jahves verdien st des jun­gen Roger Kahn auf nicht weniger als eine Million Dollars Dem Sohn RockeseklerS aehen zwar die genialen Eigenschaften feines Vaters ab: aber er ist der Erbe ungehe er Reichtümer, und ein alteS Sprichwort sagt, daft es Jdjur.crigcr (et Geld beilammenzuhalten, als es zu erwerben. Jedenfalls unternimmt der alte John D. Rockefeller nichts, ohne feinen Sobn um Rat gefragt zu haben. Zum Theater fühlte sich auch der Sohn deS ReichSfinanzministers Köhler berufen, der zur Zeit am Mainzer Stadttheater alS Regisseur wirkt. Auch er hat, wie sein Kollege Achaz. vorher studiert unb mit einer Arbeit über den politischen Katholizismus den 'Doktorgrad erworben Der deutschen Dühnen- welt gehören ferner der Sohn des bekannten Ar­chitekten Poelzig an, der erster Held am Düsseldorfer Stadttheater ist. der Sobn Friedrich KayßlerS spielt in Stuttgart, die Tochter Front Wedekinds in Berlin, Tochter, Sohn und Schwiegersohn ThornaS Mann» hoben sich vor nicht allzu langer Zeit auf oerfdbtebenen Bühnen xm Reich als Schauspieler betätigt: In Darmstadt wirkt al- Regisseur der Sohn be$ be­kannten Kriminalpsychologen Aschaffenburg: er hat übrigens schon als Student in Köln seine Eignung für die Bretter bewiesen, als er die Kassette", eine literarische Bühne, gründete, wo auch namhafte Berliner Künstler aufgetreten sind. Der Soyn Tristan DernardS. Raymond Dernard. ist als Filmregisseur tätig; dasselbe gilt von dem Sohn Gabriele DAnnunzioS. Der Sohn Earl L a e rn m l e s , des amerikani­schen Filmmagnaten ist, obwohl erst 20 Jahre alt. schon mit Erfolg alS Regisseur von Sport- filmen hervorgetreten. Der Sohn von DouglaS Fairbanks. ebenfalls Zilmschauspieler, be­sitzt wohl den Ramen. aber nicht die Popularität feines Vaters. Don Tolstois Äintxnm hat man nach dem endlosen Streit, der die letzten LebeixS- jahre des DichberS so freudlos machte. lange nichts mehr gehört. Dor Jahren hielt eine Tochter Dortrage über daS Leben ihres Daters. während ein Sohn Tolstois in Hollywood lebt und auch in einem nach dem Tolftoifchen Roman hergestellten FllmAuferstehung" zu sehen war.

W. Falke.

In wenigen Tagen wird sich bas Gießener Stabb Parlament mit bem städtischen Haushalts- Voranschlag für 1928/29 beschäftigen. Es ift eine wenig erfreuliche Rechnung, bie in diesem Voranschlag ben Gießener Bürgern vorgelegt wirb; ja mir möchten sogar sagen, bafe wir es feier mit dem unbefriedigendsten aller bisherigen Voranschläge zu tun haben Auf der einen Seite sehen wir an diesem Haushaltsplan, daß unsere kommunalmirtschaftliche Probuttioität auf ein sehr bescheidenes Mafe zusam- menge,cferumpft ist, wofür in ber Hauptsache die unglückselige Politik der Anleihe-Genefemiaungsstell« in Berlin unb bie genug,am bekannte Einstellung des Reichsbankpräsidenten gegenüber kommunalen Kredits,eaehren, die beide ben Kommunen das Wir­ken reichlich schwer machen, verantwortlich sind. An­derseits bringt ber neue Haushaltsvoranschlag eine Vermehrung der Lasten für bie Einwohner, bei der zwischen ber verringerten Produktivität unb dem Ausmaß ber neuen Inanspruchnahme von Steuern unb Gebühren keine Uebcrelnftlmmung herzustellen unb die deshalb bedenklich ist. Die Verringerung ber Doranschlags-Endsumme von 11 329 001 Mark auf 7 138 019 Mark ist bei biefer Feststellung bes Miß­verhältnisses zwischen Produktivität unb Lasten- fteigerung nicht maßgebend, denn bie Senkung ber Voranschlagsziffer ist bekanntlich nur dadurch er- reicht worden, bafe diesmal in ber Vermögensrecht nung für wichtige Etatpositionen überhaupt keine, ober aber nur bebeuteno verringerte neue Beträge eingesetzt wurden, weil bie Bewilligungen vom Vor­jahre noch nicht erlebigt, b. h. die damals angestreb­ten neuen Werte noch nicht geschaffen sind.

Sehen wir uns zunächst einmal ne De r - Mögensrechnung in den einzelnen Pofi- tionen an. Weil die Im vorigen Jahre bewilligten Mittel infolge der obenerwähnten Polittk oer

Wahl die Sozialdemokratie unter allen Umständen einen maßarbenden Einfluß auSüben wird. Während also Poiiicars mit feinem Ein­fluß auf die französische Außenpolitik eine gewaltige Kammerineyrheit und ohne Zweisel auch die Mehrheit der Ration geschlossen hinter «ich hat. wird unter allen Umständen die Linie in Deutschland gebrochen sein, bei einer Re­gierung der Mitte und LinkS. in der die sozia­listischen Darstellungen unb Forderungen über» wiegen, und einer Opposition der Rechten. Ganz unabhängig von jedem polittschen Gesichtspunkte gesprochene das eröffnet unerfreuliche Ausblicke für die deutsche Auhenpolittk und das gerade vor den großen und verantwortungs­schweren Aufgaben, die unmittelbar auf Lösung bränaen. Mit dem AuSgang der Wahlen geht Deuttchland geschwächt in die kommenden außenpolitischen Auseinandersetzungen hinein!

Di« Weltlage, auf deren Hintergrund fich diese abzuspiclen haben, ist vornehinlich durch die n or d a m er i k an i s che Initiative be­stimmt. Die beiden Bahnen, auf denen sie vor­wärts geht, find durch die Ramen Kellogg und Gilbert bezeichnet. Auf sie wirkt ein die nunmehr immer mehr und mehr in Gang kom­mende amerikanische Dahlbewegung und in etwas doch sicherlich auch die neue Phase der Verwicklungen ün Fernen Osten. Geht Japan wirklich mit Energie weiter und so. wie es seine Interessen aufsaßt, muß es daS eigentlich tun so berührt cs die beiden Grundsätze der

ch«S aewahrt wissen will. Schließlich wird doch durch vas Dorrücken des Südens und die japa­nische Interventton auch daS Ergebnis der Kon­ferenz von Washington 1920 21. in der die Siegerstellung der Dereinigten Staaten weltpoli­tisch so stark zum Ausdruck kam. umnitlelbar be­rührt.

Da die Kämpf« fich nach dem Rorden ver­schieben, wird England dadurch wenig be­troffen. Andererseits ist es in der Stellung­nahme zu KelloggS Vorschlag in einer schwierigen Situation. Es will und muß unter allen Um­ständen mit Rordamerika gute Dr ehungen hal­ten. aber es will in dem scharfen Gegensatz Rord- amercka und Frankreich durchaus nicht schlechthin gegen Frankreich optieren.

Ob 3 tafien auf der Tanaerkonserenz. die am 22. Wai in Paris zu Ende gegangen ist. Erhebliches für seine Forderungen erreicht hat, ift noch nicht bekannt Zum Kolleggschen Dor­schlag hat es eine reservierte Haltung eingenom­men: jedenfalls sticht es auf dem Schachbrett, daS sich darin gebildet hat, mehr beiseite und nicht in einer bestimmten Front.

In Güdvsteurvpa sind und bleiben die Verhältnisse zwar schwierig, aber wir glauben nicht, daß fie irgendwie gefahrdrohend find. Jugoslawien weih schließlich. daß die italie­nische Einkreisungspoiltik. die jetzt mit der Türkei und auch mit Griechenland au einem Abschluß kommen will, schwerlich in absehbarer Zeit einen duvchschlagenden Erfolg erzielen kann Ungarn wird sehr bald merken, daß. so notwendig eine Revision des Friedens von Trianon ist, Lord Rothermere der letzte ist, der wirklich im Inter­esse eines Besiegten etwas durchsetzen will oder durchsetzen kann. Die Revision, die Revifions- debatte In bezug auf die Friedensverträge ist natürlich auch eine deutsche Forderung, und alles, was dieses Problem bei unseren Kriegs­verbündeten fördert, begrüßen wir. Aber aus­gerechnet die .Daily Mail", die zu den bös­artigsten Kriegshetzern vor 1914 gehörte, und deren Politik ausschließlich durch Geschäfts- und Rellamerückslchten bestimmt ist, die ist kein 2und«sgenofle für eine solche Revision.

pvnist einer Symphonie schon öffentlich hervor- getreten; der andere hat vor kurzem einen län­geren Ausenthalt in Eambridge abgeschlossen, wo er juristische und ökonomische Studien be­trieben und das gesellschaftliche, soziale und po­litische Leben des Inselreichs aus nächster Rähe kennen gelernt hat. Dielleicht wird sich bei chm wenigstens die Reigung zur Polittk, die seinen Da ter schon in jungen Jahren beherrschte und frühzeitig zu wichtigeen Ausgaben berief, be­merkbar machen. Don den beiden Söhnen Her- hart Hauptmanns steht der eine in mittel­barer Verbindung mit dem Lebens- und De» tättgungskreis seines genialen Vaters: er hat sich als Schöpfer moderner Theaterdekorattonen einen Ramen gemacht. Don ganz anderer Art ist der Beruf, den sich fein Bruder gewählt bat. Dieser hatte die diplomatische Laufbahn ein- geschlagen und eine Zeit lang dem Auswärtigen Dienst als Attache angehört. Im übrigen scheint unter den Söhnen der Prominenten die Rei­gung zu Theater und Film am stärksten wirksam zu fein. Ehedem galt eS als selbst­verständlich. daß der Sohn «in«S Industriekapi- tänS. eines großen Bankiers oder eines anderen Magnaten der Wirtschaft in die Fußtapfen des Daters eintrat, dessen Lebenswerk sortsetzte und vollendet«. Richt selten ist der Zwang, einen verhaßten Beruf ergreifen zu müssen, der An­laß zu einer Tragödie geworden. Heute, wo die Jugend bemerkenswert« Proben von Selbstän­digkeit und Eigenwilligleit abgelegt hat, wär« eS au verwundern, wenn sie sich nicht auch auf die­sem Gebiet von der Traditton völlig emanzipiert hätte. Der Besitz des Daters, gut bezahlte Posten in Industrie und Handel, Traditton des Unter­nehmens locken nicht mehr: höher steht diesen jungen Menschen das Bewußtsein, aus eigenen Kräften und ohne fremde Krücken ihren Lebens-

Gin Musterbeispiel dieser Art ift der Sohn deS Gvoßindustriellen Dr. D u i i b «t g , der alS Sch a uf pi« le r unter dem Künstlernamen Karl Ludwig Achaz in der Berliner Düh- nenwelt bekannt ist. Der junge DuiSberg hat viele Beruf« durchlaufen, bevor er sich den Bret­tern. die die Welt bedeuten, verschrieb, er hat Jurisprudenz studiert, den Doktorgrad erworben, sich als Erfinder betätigt, eine Weltreif« gemacht und diplomattsche Dienste versehen. Auch der Weg. den Roger Kahn, der Schn des bekannte n Reuyorker Droßbankiers Otto H. Sa h n , eingeschlagen hat, verrät Unabhängig­keit und den Willen, sich ohne die alle Türen öffnende Protektion seines Daters durchzusetzen. Die Wallstreet, das Feld der Kämpf« und Siege vonOtto H." konnte ihm nichts bieten; er folgte der Reigung seines Herzens und rief eine Jazzband ins Leben, die er aus erstklassigen Kräften zusammenstellte, und mit der er in seinem eigenen Restaurant und Rachtllub aufspielt. Der

I Kaufgesucht (finfamilieiv

obex l< bUi 4'

SimmeiNt jülGiltnitWi. tzchr. fing. u. a26l> ot dm Sieb. Sitz Haus

Im fflbUtben W lftL2-3Sobnune« ä H Zimmer,""! | Garlev. bei Job« Ijlnioiliiniiuf; Igthidn. edrfl'Liw Gebote unter

ot brn

WM WM

MM

' ober E'vzclltM biervov

w foalft

; Tauben- : Dünger

Ostasienpolitik. die die

tauen und zu Rußland di« Vorberei­tung auf die international« Erörterung um den Daw« Splan. mit der nach dem Abschluß ber amerikanischen Wahtbewogung gerechnet werden farm. Daneben gehören natürlich zu den Aus­gaben auch noch die wirttchastspollttschen Pro- 'rca£pcibanb- langen u>w Wird die deuttche Regierung so gebildet, wie es heute den Anschein hat. und wird in ihr die Sozialdemokratie den mafegeben-

Er bückte sich und stieg vorsichtig hinab. Eine eisige Ttobcrluft schlug rfenen beklemmend ent­gegen. Die Stufen waren mit Moos überwachsen. Dick zählte fie. Es waren zwölf. Sie mündeten in einen kleinen gewölbten Raum, der mit einem Aöeiten Cifengittcr von leichterem Gefüge oerschloi- fen war. Der Schlüssel, der die erste Pforte geöff­net hatte, gab auch diesen Weg frei.

Jenseits der zweiten Tür erstreckte sich ein enger Gang, zu besten beiden Seiten die Totenkammern lagen, zehn an jeder Seite, während die einunb- zwanzigste den Abschluß bildete. Schwere eichene türen führten in die Kammern. Die Namen der Sehläser waren in das Holz geschnitzt, doch die Flache war an manchen Stellen so verwittert, daß nichts mehr zu entziffern war. Die Hand der Zeit war über die Namen geglitten und hatte fie aus» gelöscht.

6ie, das war Sybil Lansdowns Ge­bet mnis , sagte der Anwalt und hielt feine Laterne

©as 8i<bt fiel auf die einundzwanzigste Tür am 7$?, ®an9<5- Sie war nicht aus Holz. Die graue Flache schimmerte wie Stein.

ftarrte auf die Tür, als gäbe sie alle Ge­heimnisse der oelforbs in einem einzigen großen Bekenntnis preis.

Die Tür hatte sieben Schlößer.

Sieben kreisrunde Metallscheiben mit langen Schlitze, die in gerader Reihe untereinander standen.

Nun wußte er alles. Das war das Grabmal, das zu öffnen selbst Lew Pheensys Kunst nicht aus­gereicht hatte. In dieser schauerlichen Tiefe hatte er gearbeitet eine Belohnung von tausend Pfund und den sicheren Tod vor Augen.

Ein phantasttscher Rahmen aus Totenschädeln umgab di« Tür. zwei steinerne Skelette von un­heimlicher Realistik bildeten die Pfeiler.

^Dick klopfte an die Tür. Sie gab keinen Klang. Sie mußte von ungeheurer Schwere und Dicke fein.

Wer ruht in dieser Gruft?* fragte er.

Havelock deutete schweigend auf die Inschrift: In Christo ruh' ich armer Sünder, Des Selford-Hauscs war ich Gründer. Sieben Schlöster an einer Tür Sichern Ruhe und Stille mir.

Sir Hugh soll feier begraben fein, doch die In- schrsit stammt von dem vorletzten Lord Selforb*. erklärte Havelock.Er liefe die alte Tür, die eben­falls sieben Schlöster aufwies, niederlegen und eine neue Tür aus Stahlbeton einsetzen. Vorher hat er die Kammer genau untersucht und nichts darin ge­funden aufecr einer leeren steinernen Urne. Etwas anderes sieht man auch nicht, wenn man in die Zelle hineinblickt.*

.^Hineinblickt?* fragte Snbil erstaunt.Aber es ist doch nirgendwo eine Oeffnung!"

«Doch*, lächelte Havelock und legte seine Hand auf das Mittclstück der Tür, das auf erhabener Platte die Inschrift trug. Ein Druck, und sie glitt beifeite, wodurch eine schmale Oeffnung entstand.

,.Ick> hätte eine eleftrifdje Taschenlampe mitneh- men sollen*, sagte Havelock bedauernd.

Dick hatte eine bei sich. Er hielt sie in Augen- höbe empor und liefe das Licht in das Innere des Raumes fallen.

Hinter der Tür lag eine Felfenkammer, die nicht mehr als sechs Fuß im Quadrat mafe. Die Wände waren grün un dfeucht, der roh behauene Stein» baden mit einer dicken Staubschicht bedeckt. In der Mitte erhoo sich ein ungefüger Altar. Aus bem Altar stand die Urne.

Merkwürdig*, sagte Dick leise.Für eine Leiche ist die Urne zu klein, und verbrennen tiefe man sich damals noch nicht. Dlelleicht enthält sie Klein» odien?"

Havelock schüttelte den Kopf.

.Lord Selforb* begann er.

Er kam nicht weiter.

Eine blaue Flamme durchleuchtete .pickend den Gang.

Mit einem Schreckensruf umklammerte Sybil Dicks Arm.

abxbtttttetxlttuni Mttvsstn. füttoji tu ötttaulen.^D

Moser,

UltübHcin lyröttii

WWW 9X12 f. 1:11. 3c» iyabrlfat für ün Ion ger fltfiflntit auf- meichneik Wim Samera. roeaenWej- MltiaftiDfl prntr abAuncbtfl. e*ti: tingeboir uni.SND an ben WieIn

Zuletzt Rußland! Es ift auSschlleßlrch mit dem großen Prozeß beschästtgt. der berat auch in besonkvrs großer Aufmachung am 18. Mai eingeleitet wurde Man sieht ihm schon an. daß er ein Stück Innenpolitik ift. nicht än objektives Gerichtsverfahren. Und Rußland ist drauf und dran, seine Beziehungen zu Deuttch­land doch recht zu belasten. Für die nächsten Aufgaben der europäischen Außenpolitik kommt «S deshalb nicht in Frage, und weiterhin auch deshalb nicht, weil ber Kclloagsche Dorschlag nicht an es gerichtet worben ift. unb weil die AbrüstungS- unb Sicherheit-Verhandlungen in Gens in der nächsten Zeit Positives ganz gewiß nicht bringen.

Auf diesem Hintergrund unb in diesem Zu­sammenhang sind nun die nächsten Ausgaben deutscher Außenpolitik von der neuen Regierung zu behandeln. DaS sind: Das Der- hülmiS zu Frankreich, genauer gesagt di« Spannung mit Frankreich (Besetzungsfrage, Kon­trollorgane im Rheinland). das Ab- rüstungSsia-ko ün Völkerbund unb die daran unbedingt cntftefcenbe Erörterung in chm, das Verhältnis ui Polen (Handels- vertrag-verhandlungen, Oftlocamo). zu Li-

Ein Blitz zerschnitt seine Rede. Greller als all seine Dorlaufer flammt« er über bleiche Gesichter unb erstarb in einer Esploslon, unter deren betäu­bender Wirkung der Boden zu wanken schien. Da­nach ersolgte ein Prasseln, als ob ein ganzer Stein» bruch in die Luft flöge. Grollend verebbte der Donner.

Es hat cingeschlagen*, sagte Dick ruhig.

Im selben Moment kam von oben her ein lautes .Klirren, wie wenn Metall krachend zusammen» schlägt.

Dick liefe Sybil los und sprang mit mächtigen Säften durch den Gang in di« Vorkammer und von dort die Treppe hinauf.

Ein Blitzstrahl blendete ihn, das Krachen des Donners hemmte feinen Schritt. Dann sah er, was er befürchtet hatte. Das eiserne Gitter war zuge- ichlagen worden, und der naste Lehmboden zeigt«

Eindrücke nackter Füfee von Äermenschficher

i xT'fi-sE w