Einzelbild herunterladen

politischen und verkehrstechnischen Aufgaben wer­den erfolgreich Neuerungen eingeführt. Dor allem ist das Fahrnetz der Po st automobile erweitert worden, so daß es heute eine Länge von 25 000 Kilometer besitzt! ungefähr 7000 Fahrzeuge bestreiten den Verkehr auf rund 1500 Kraftfahrlinien. Besonders liegt der Reichspost die Verbesserung des Postwesens auf dem Land am Herzen: daneben soll aber »uch ein neuer Betriebszweig, die L u f t- po st, immer mehr ausgebaut werden. Unab­lässig wurde auch da« Telegraphennetz er­weitert, über anderthalb Millionen Kilometer Kabeladern weift das deutsche Leitungsnetz auf. Gleichzeitig ist es gelungen, jetzt mehr als 60 Prozent der Kabelleitungen unter irdisch zu führen, und man hofft in nicht allzuferner 3eit sämtliche Leitungen den Störungen zu ent- ziehen, denen sie über der Erde ausgesetzt sind.

Uebrigens will die Reichspost auch ferner Maßnahmen treffen, die dem Publikum den Ver­kehr mit ihr erleichtern. 3n Stadt und Land sollen die öffentlichen Fernsprech st el- l e n bedeutend vermehrt und die Geschäfts- stunden der Annahmestellen verlängert werden. So ist beabsichtigt, die Mittagspausen ganz auszuheben oder wenigstens einzuschränken Die Zahl der Briefmarkenautomaten' wird erheblich vermehrt und die Postbeförde­rung beschleunigt werden. Außerdem will man eine neue Regelung bei der Zustellung von Briefen, besonders in den großen Städten, treffen und dabei besonders den berechtigten Wünschen der Geschäftswelt Rechnung tragen. 3m Fernsprechverkehr macht der plebergang vom Handbetrieb zum S e l b st a n s ch l u ß b e t r i c b rasche Fortschritte, und in absehbarer Zeit wird diese Umwandlung in den größeren Städten vollzogen sein.

Von dem riesenhaften Umfang, den die Tä­tigkeit der deutschen Reichspost angenommen hat. kann man sich ein ungefähres Bild machen, wenn man bedenkt, daß jährlich 4,5 Milliar­den Briessendungen von ihr bewältigt werden. Allein an einem Tage sind im 3anuar 1927 bei ollen Postanstalten insgesamt 67,2 Millionen gewöhnliche Briefsendungen gezählt worden. Richt weniger als ungefähr 20 Mil­lionen Pakete werden jährlich versandt, und 9000 verschiedene Zeitungen und Zeitschriften werden regelmäßig der Post zur Auslieferung an die Abonnenten übergeben. 2 Milliar­den Zeitungs- und Zeitschriften­nummern pflegt die Post jährlich auszutragen, und 40 Millionen Zahlkarten und Postanweisungen werden von ihr monat­lich befördert. Ungefähr eine Million Menschen leben von der Reichspost: das laßt sich leicht errechnen, wenn man bedenkt, daß die 300 000 Angestellten, Beamten und Arbeiter dieses Un­ternehmens in der überwiegenden Mehrzahl ver­heiratet sind und Familien zu ernähren haben.

3n ihrer letzten Bilanz beziffert die Reichs­post ihr Vermögen aus ungefähr 2,5 Milliarden Mark, und ihre 3ahrcseinnahmcn belaufen sich auf ungefähr 2,1 Milliarden. Allein für Per­sonalkosten gibt dieses Institut 1,3 Milliarden aus, während die Sachkosten 700 Millionen be­trogen. Das Reich bezieht von der Post einen jährlichen Zuschuß von ungefähr 100 Millionen Mark Auch als Finanzinstitut spielt die Reichs­post infolge der bei dem Postscheckamt zusammen- slrömmendcn Gelder eine bedeutende Rolle. 130 Milliarden Mark wurden im Jahr? 1926 im ' Geldverkehr durch Postschecks, Postanweisungen und Rachnahrnen umgeseht. und man zählt nicht weniger als rund eine Million Postscheckkunden. (Line besonders ergiebige Einnahmequelle hat l sich die Reichspost durch den Rundfunk ge- _ schossen, der ihr monatlich 2.5 bis 3 Millionen Mark einbringt Auch die Einführung der Lu- rustelegramme hat sich gut bewährt und dürfte ' erhebliche Gewinne abwerfen.

Oberheffen.

Landkreis Gietzeri.

# 21 us der mittleren Wetterau, 24.Mai. Nunmehr lassen sich die Aussichten für die Obsternte übersehen. Die Apfelbäume haben durchschnittlich recht knapp angesetzt, nur einzelne Lokalsorten machen eine Ausnahme. Keinerlei Schäden haben die Maifröste ange­richtet. hingegen haben die Obstbaumschädlinge, vor allem die Apfelblütenstecher, einen großen Prozentsatz der Blüten angestochen. Bereits tritt auch wieder die im Vorjahre allgemein bekämpfte

Johann Jakob Weber.

Die Hauptsache ist, daß man ein großes Wollen hat. Geschick und Beharrlichleit es aus- zusührenl" sprach Goethe Eckermann gegenüber einmal aus. Johann Jakob Weber, dessen Biographie uns von seinem Rachfahr Dr. Wolf­gang Weber in fesselnden Bildern und dramati­scher Steigerung vorgeführt wird*), besaß das große Wollen, Geschick und Beharrlichkeit, aus seiner kraftvollen Persönlichkeit, aus dem Reich­tum geistiger Gaben heraus sein Leben ziel- bewußt zu gestalten. Weber wurde 1803 als der Sohn des Leinewebers Hans Konrad Weber und seiner Gattin Ettsabeih, einer geborenen Schlotterin aus Hemmenthal in der Schweiz zu Basel geboren. Dort kam er 1818 zum Buch­händler Emanuel Thurneyjen in die Lehre. 1825 ist er in der Sortiinentsduchhandlung von 3ean Jaques Pachoud in Gens tätig. Dann trieb ihn unbezwingbares Verlangen, das Zentrum der tünstlerischen und literarischen Welt jener Jahre kennenzulernen, er ging nach Paris, wo er bei der Buchhandlung Firmin Didot eine ihm zusagende Stellung fand. Diele gab er ein Jahr später wieder auf und trat in Leipzig in den> Dienst des Hauses Breitkopf <& Härtel. 1827 folgt er dem Rus des Bartholomäus Herder in Freiburg im Breisgau, der ihm die Leitung seiner Kunst- und BuchhaEung übertrug. Die Auszeichnungen des jungen Buchhändlers er­weisen, daß er nunmehr Geschäftsführer der Leipziger Zweigniederlafsungg der Fa. Bossange Pere wurde, deren Stammhaus in Paris war, daß er vorübergehend wieder in der fran­zösischen Hauptstadt feinen Aufenthalt nahm.

3m Verlag Bossange gab er die Wochen­schriftDas Psennigmagazin" heraus, das be­reits im Dezember 1833 eine Au'tage von 30 000 Exemplaren zu verzeichnen hatte Das Geleit- wort, das er dem Magazin vorausschickte, ist für seine Well- und Lebensanschauung charakte-

*) ..Johann 3akob Webe r." Em Bei­trag zur Familiengeschichte. Von Dr. Wolfgang Weber. Leipzig bei 3. 3 Weber, 192$ 201

Kragen des Miet-

Tic Instandsetzung von Miethäuscrn mit gesetzlicher Miete durch die ttemeindebchörde.

Diese für die Oefsentlichkeit wichtige Frage ist wiederholt Gegenstand gerichtlicher Entscheidun­gen gewesen. Von 3nteresse ist eine Entscheidung des Oberlandesgerichts Kiel vom 20. Dezember 1926. Dieser lag folgender Tat­bestand zugrunde:

Der Eigentümer eines alten, zuM Teil bau­fälligen Miethauses war von der Gemeinde wieärholt aufgefordert worden, Ausbesserungs- arbeiien an feinem Hause vorzunehmen, widri­genfalls das Gebäude geräumt werden müsse. Der Eigentümer bat. daß die Arbeiten aus städti­schen Mitteln ausgeführt würden, da er selbst die Mittel nicht besitze, gegebenenfalls bat er um Erlaubnis, das Haus abzubrechcn. Die Ge­meinde erklärte sich zur Ausführung der Arbeiten bereit, betonte aber in ihren Mitteilungen an den Hauseigentümer, er müsse jedenfalls die Ar­beiten bezahlen, oder eine Sicherheitshypothek aus sein Grundstück eintragen lassen.

Die Arbeiten gelangten zur Ausführung, doch weigerte sich der Hauseigentümer, sie zu be­zahlen, so daß die Gemeinde genötigt war, die Kosten von dem Hauseigentümer einzuklagen, in­dem sie vor allem geltend machte, hier hätten, die Bestimmungen des Bürgerlichen Gesetzbuches über die Geschäftsführung ohne Auftrag zur Anwendung zu kommen, wonach derjenige, dessen Geschäfte durch einen anderen ausgeführt feien, für die Kosten aufzutvmmen habe, da er andern­falls ungerechtfertigt bereichert sei. Demgegen­über führte der Beklagte aus, mit der Aus- sührung der Arbeiten habe die Gemeinde ledig­lich ihre eigenen Geschäfte besorgt, denn die Er­haltung der Mietwohnungen habe im öffent­lichen Interesse gelegen. § 8 des Reichsmieten - gesehes gibt den Gemeinden das Recht, wenn der Vermieter trotz Aufforderung durch die Ge­meindebehörde eine notwendige große Instand- sehungsarbeit innerhalb einer angemessenen Frist nicht ausführt, die Arbeit selbst vorzunehmen und zwecks Tilgung der Kosten entweder das Hauskonto in Anspruch zu nehmen, oder bei dem Mieteinigungsamt zu beantragen, daß der Zu­schlag unmittelbar an die Gemeinde abzuführen ist und nicht an den Vermieter. 3ft eine solche Anordnung getroffen, so erlischt insoweit der An­spruch des Vermieters auf Zahlung des Be­trages. Die Gemeindebehörde kann die Beträge von den Mietern wie Gemeindeabgaben bei» treiben lassen.

Das Oberlandesgericht Kiel hat den Hauseigentümer zur Bezahlung der Ko st en verurteilt, insoweit es sich dabei um notwendige Arbeiten handelte. Die Aussührung des größten Teiles der Arbeiten, so heißt es in den Gründen, lag auch im Interesse des Beklagten. Wären die Ar­beiten nicht auSgeführt worden, so hätte das Haus wegen Baufälligkeit geräumt werden müs­sen. Die Abbruchsgenehm igur^ aber wäre dem Beklagten trotzdem nicht erteilt, worden. Der Beklagte hätte also nur Ausgaben für das Haus gehabt, aber keine Einnahmen. Der Beklagte hatte gegenüber seinen Mietern gemäß § 536 B.G.B. die Verpflichtung zur Erhaltung der Wohnräume. Schon vor dem Kriege war rechtlich anerkannt, daß die Verpflichtung des Vermie­ters zur Instandsetzung baufälliger Mieträume im öffentlichen Interesse liege. Um so mehr

Blutlaus besonders an den Apfelbäumen auf. Da die Rachkommen einer einzigen Blutlaus im Laufe des Sommers einen ganzen Baum ver­seuchen können, ist der Hauptwert darauf zu legen, daß ihr Auftreten im Keime erstickt wird. Gemeindewcise Vertilgung wäre auch heuer das beste. Obgleich die Birnbäume schon zwei Jahre hintereinander eine gute, teilweise sogar eine Rekordernte brachten, haben sie auch in diesem Jahr wieder gut angesetzt, besonders die spät­blühenden Sorten. Den besten Fruchtansatz zeigt das Steinobst. Von Kirschen, Mirabellen, Reine- Hauben steht eine gute Ernte in Erwartung, während bei Zwetschen ein ganz unterschiedlicher Fruchtansatz scstzustcllen ist. da es verschiedentlich an ihrem Hochzeitstag in die Blüten regnete. Die Bienenvölker haben sich gut ent­wickelt. Die Obstblüte hat sie zu starkein Brut-

ristisch. Es gipfelt in dem Bekenntnis:Vervoll­kommnung unseres Selbst ist das Ziel und der Zweck unseres irdischen Daseins, denn im emsigen Weiterschreiten liegt das Geheimnis der Welt Wie nahe ist uns daher die Pflicht gelegt. Kenntnisse zu erwerben, wie nahe denen, die sich solchen Erwerbs bereits erfreuen, ihn ihren Brüdern und Rebenmenschen mitzuteilen. Denn weder Talente noch Wissen werden uns gegeben, um uns selbstsüchtig allein solchen Besitzes zu erfreuen. Wir sind alle gleich vor Gott, sind alle Gäste an der Tafel des Herrn, wir sollen uns einträchtig lieben wie Srüt>er, jeder soll dem andern mittcilen von seinem Aeberfluh." Im Jahre 1834 machte sich Weber selbständia. gründete eine Derlagbuchhandlung (3. 3. Weber), die unter dein Antrieb feiner großen 3ntcllet» tuaütät rasch zu entschiedenem Aufstieg gelangte und durch ihre Veröffentlichungen aus Kiffern- schastlichem und belletristischem Gebiet eine Fülle von Anregungen bot 1838 führte Weber seine Herzenserwählte Mariette A n d r i e n aus Sankt Chamond zum Traualtar. Es war eine Ehe. in der zwei Menschen eng verbunden vierzig Jahre hindurch gelegne! c Wege wandelten Webers feinspüriger Sinn brachte ihn mit dem jungen Maler Adolph Menzel in Verbindung. 1840 kam im Weberschen Verlag Franz Kug­lers Geschichte Friedrichs des Großen mit 400 Originalzeichnungen von Adolph Menzel her­aus. Das wundervoll ausgestattete Werk trug Weber die preußische Medaille für Kunst uni) Wissenschaft ein. Man weih, daß es im 3n» und Ausland begeisterte Ausnahme fand.

Der Verlag, der immer größere Dimensionen gewann, trat am 1. Juki 1843 mit der3l(u- ftritten Zeitung' an die Oesfentlichkeit. Tausend Schwierigkeiten gegenüber besaß Weber den Mut und die Fähigkeit, sich mit feinem vielversprechen­den Unternehmen zu behaupten 1867 wurde er zum Konlut der Schweizerischen Eidgenossenschaft für das Königreich Sachsen und die Thüringischen Herzog- und Fürstentümer ernannt. AuS freu» biger Seele schaffen, war daS Eigenste seiner Wesenheit. .Unsere Grundsätze," heißt es im Vorwort zum 10. Band bet ..Illustrirten Zei-

und Wohnrechts.

muß das zur Zeit gelten, da der Mieter wegen Mangels an Wohnungen nicht, wie früher. auS dem baufälligen Hause auSziehen lärm.

Die Pflicht des Vermieters zu umfangreichen Znstandfetzungsarbeitcn in den vermieteten Räumen.

Mit dieser Frage hat sich das Reichs­gericht in einer Entscheidung vom 24. Rovem- ber 1926 III. 605 25 eingehend befaßt. Dieser Entscheidung, die für die Allgemeinheit von In­teresse ist, lag folgender Sachverhalt zugrunde:

In einer Bäckerei, die sich in Mioträumen be­fand. waren umfangreiche Instandsetzungsarbei- ten an dem Backofen erforderlich geworden, deren Ausführung der Vermieter mit Rücksicht auf die verhältnismäßig hohen Kosten verweigerte. Der Bäckermeister, der die gesetzliche Miele zahlte, ließ daher die Arbeiten selbst ausführen und klagte auf Ersah der ihm entstandenen Kosten. Der bei tagte Vermieter wandte ein, das Ver­halten des Mieters verstoße gegen Treu und Glauben: denn die ausgewandten Kosten ständen in keinem rechten Verhältnis zu dem Mietzins, den er von dem Kläger erhalte, älebcrdies sei der Kläger zu feinem Vorgehen nicht berechtigt gewesen, vielmehr hätte er sich an die in § 6 des Reichsmietengesetzes erwähnte Stelle wenden müssen, um dort die sachgemäße Ausführung der nach seiner Meinung notwendigen Arbeiten zu beantragen. Rach § 6 des Reichsmietengesehes kann bekanntlich auf Antrag des Mieters eine von der obersten Landesbehörde zu bestimmende Stelle, die sogenannte Instandssehungsstelle, die sachgemäße Ausführung von Instandsehungs- arbeiten durch geeignete Anordnungen sichern, falls der Vermieter die Ausführung notwendiger laufender Instandsetzungsarbeiten unterläßt. Es kann insbesondere in diesem Falle angeordnet werden, daß der Mieter einen entsprechenden Teil des Mietzinses nicht an den Vermieter, fonbem an die Stelle selbst, oder an eine andere Stelle äu entrichten hat.

Indessen Hot das Reichsgericht in Ueber- einftiminung mit der Borin ft anz den Ersatzanspruch des Klägers gebilligt. Von einem Vorstoß des Klägers gegen Treu und Glauben könne keine Rede sein. Wenn der dein Kläger zugesicherte Bäckereibetrieb in den frag­lichen Raumen fortgesetzt werden sollte, waren noch der Feststellung des Vorderrichtcrs die uorgenann ten Arbeiten unbedingt erforderlich. Und wenn die ausgewandten Kosten im Verhältnis zur Iahrcs- mictc sehr erheblich sind, so ist zu berücksichtigen, daß cs sich um eine einmalige, für längere Zeit aushaltende Herstellung handelt, für die der Be klagte in den in der aesetzlichen Miete einbegriffe­nen Znstandsetzungszuschlägen Ersatz erhält. Auch die Berufung des Beklagten auf § 6 des Reichs mietengefetzes kann nicht durchdringen. Denn in der Begründung zu § 20 des Reichsmietengesetzes heißt es ausdrücklich: Durch die in §6 vorgesehene Rege (ung wird die Pflicht des Vermieters, den Miet raum während der Mietzeit in einem zu dem ver­tragsmäßigen Gebrauch geeigneten Zustande zu erhalten, sowie das Recht des Mieters auf Ersatz der zwecks Beseitigung von Mängeln gemachten notwendigen Aufwendungen nicht beeinträchtigt. Der Mieter i ft also keineswegs gc zwungen, die im §6 bezeichnete Stelle anzurufen, sondern er kann die ihm nach dem BGB. zu ft ehenden Rechte 'durch Klage geltend machen.

emsah angeregt, so baß die Völker jetzt in bezug auf bic Volkstärke auf ber Höhe find und bereits die ersten Schwärme abgestoßen würben. Der prächtige Blütenflor bietet nun genug Gelegen­heit zum Honigfammeln. Der Imker wünscht warmes, sonniges Wetter, um nach drei Jahren mit Mißernten die Hvnigtöpfe wieder füllen zu können.

ttrei* Büdingen.

# Berstadt, 24. Mai. Gegenwärtig ist man damit beschäftigt, das Ortsnetz des Ueber- landworks vollständig umzubauen. Es hat sich schon lange als zu schwach erwiesen, und besonders im Herbst, wenn das Dreschen mit elektrischer Straft im Gange war, gab es oft Stö­rungen. Das Ortsnetz soll nun so verstärkt wer­den, daß sogar zwei Dreschgarnituren gleichzeitig

tung".stehen unerschütterlich fest, und nur mit unferm Leben könnten wir aufgeben, für das ewige Recht wie für den unendlichen Fortschritt als dessen naturgemäße Entwicklung tätig zu sein." Beziehungen Webers zu Richard Wag­ner bahnten sich an. Am 15. Juli 1843 erschien in derIllustrirten Zeitung" das ..Matrosen­lied" aus dem Fliegenden Holländer, das Wag­ner Weber übevsandte, ein Arttkel über die Oper mit Illustrationen wurde am 7. Oktober 1843 veröffentlicht. Zu einer Zeit, da Richard Wagners Schöpfungen sich nur einem esoterischen Kreise erschlossen, setzte sich Weber, der die Ge­nialität des jungen Meisters erkannte, für dessen Werke ein. Rienzi, Tannhäuser. Lobengrin, die Meistersinger wurden textlich und bildlich in der ..Illustrirten Zeitung" behandelt. Ein mehrere Seiten füllender Aufsatz über den Lohengrin entstammte der Feder Liszts. Wagners Schrif­tenOper und Drama". ..Deutsche Kunst und Deutsche Politik". ..Zukunftsmusik" brachte der Webersche Verlag heraus. 1862 erwarb Weber die DichtungDer Ring der Ribelungen". Wag­ner sprach ihm sein vollstes Verttauen aus und bat ihn.ihm fein freundliches Wohlwollen zu bewahren". Als sein Stern höher und höher flieg, vergaß er. was er Weber schuldig war und schloß einen Vertrag ab mit der Firma Schott in Mainz. Obwohl Weber gegen diese Abmachung Einspruch erheben konnte, .zeigte er sich als ein großdenkender Mensch, trat seine Derlagsrechte an die Mainzer Firma ab. ent­hielt sich jeder abfälligen Aeußerung gegen Richard Wagner, der sich wenig fair in dieser Angelegenheit benommen hatte. Den Bayreuther Aufführungen ward die3Uuftrirtc Zeitung' in vollem Maße gerecht. Roch in hohem Greifenalter verfolgte Johann Jakob Weber mit warmer Anteilnahme und voller Geistesfrifche die wachsende Bedeutung seines Verlags, bis der Tod am 16. März 1880 seinem reichen Leben ein Ziel setzte.

Die Armenier haben ein Sprichwort: Es lautet: Die Welt ist eine Treppe, auf der der eine auf­wärts, der andere abwärts steigt." Johann Jakob Weber gehörte zu den Begnadeten, denen

in elektrischen Betrieb genommen werden können. In diesen lagen feierte der Altoeteran Ludwig Schmidt I. feinen 84. Geburtstag. Er hat die Feldzüge 1866 und 1870 71 als Jäger mitge- macht, und ist körperlich noch so rüftig, daß er alle verkommenden landwirtschaftlichen Arbeiten oer richten kann. In unserem etwa 1000 Einwohner zählenden Dorf finden sich 20 Bewohner, die das stattliche Alter von über 80 Jahren er­reicht haben, zwei davon stehen im 90. bzw. 91. Lebensjahre. Die Provinzial ft raße Bcrstadt Grundsch walheim wird eben mit Kleinpflaster versehen und ist bis auf weiteres gesperrt.

Alsfeld

Z Homberg a. d. Ohm, 24. Mai. 2n der jüngsten Versammlung dos Bienenzüchter­vereins Homberg (ZweigverKn des Ober­hessischen BienenzüchtLNrereins) im »Frankfurter Hof" dahier, die einen sehr starken Besuch auf­zuweisen hatte, hielt der 'Altmeister der hesfi- schen Bienenzucht, Lehrer Hensel- Hirzenhain, einen Vortrag über wichtige Fragen der Bienenzucht: Her bstsütterung, Früh.ahrs- behandlung. Schwarmverhinderung. Dckykzucht und Krankheiten. Der Vortrag sand verdientermaßen lebhaften Beifall, dem der 1. Vorsitzende, Lehrer Appel- Bühfeld, noch in Worten Ausdruck gab.

Starkenburg.

WER. Darmftabt, 24. Mai. Der Gesamt­betrag der Sammlung am Darmstädter Muttertag belauft sich auf 2415,34 Mart. Rach Abzug der Unkosten bleibt ein Reinertrag von rund 1700 Mark zur Verfügung, der wirklich notleidenden und würdigen Müttern eine kleine Erleichterung und Freude verschossen soll.

Rheinhessen.

WSR. Mainz, 24. Mai. Bei RenovrerungS- arbeiten an einem Hause in der Frauenlobstraße fiel aus der Höhe des vierten Stock­werks ein mit Unrat gefüllter Kübel auf eine vorübergehende Frau und traf sie fo unglück­lich, daß sie auf der Stelle tot war. Als im Vorort HechtSheim ein 35 Jahre altes Mädchen Spiritus auf die glühenden Kohlen eines Bügeleisens goß, fingen seine Kleider Feuer und im Ru stand die Un­glückliche in Hellen Flammen. Als auf ihr Hilfegeschrei Rachbarn herbeicilten, waren die Kleider schon vollständig abgebrannt und das Mädchen förmlich geröstet. Mit einem Auto wurde es in daS hiesige Städtische Krankenhaus verbracht, wo es kurz nach der Einlieferung starb.

Preußen.

Mrcie Wetzlar.

WSR. Wetzlar, 24. Mai. Der Neubau des Wetzlarer Krematoriums ist jetzt so weit vorgeschritten, daß nur noch die Innenausstattung der mit dem Krematorium verbundenen Fried Hof ska pelle herzuftellen ist. Der Bau, aus heimischem Grünstein errichtet, fügt sich harmonisch in die prachtvolle Friedhofsanlage ein. An Stelle der ursprünglich vorgesehenen zwei Verbrennung» Öfen wird nur einer zur Ausstellung gelangen, rie Anlage wird noch im Laufe des Sommers in Be trieb genommen. In der vergangenen Nacht wurden hier drei schwere Einbrüche ver­übt. Anscheinend von Mitgliedern einer Bande, die in den Nachbarstädten unbehelligt ihr lichtscheue» Handwerk ausüben konnte (so in Bad (Ems n.a.|, wurde in das Goethc-CasL, in ein dabei be sindliches Delikatessengeschäft und in die Städtische Badeanstalt eingebrochen. Den Dieben fielen in asten Fällen Geldbeträge in ziemlicher Höhe, sowie Vorräte an Zigaretten, Schokolade, Seife usw. in die Hände. Es fehlt jeder Anhaltspunkt, der zu ihrer Ermittlung führen könnte.

ch Münchholzhausen, 24. Mai. Der hiesige Mannergesangverein feiert am 24. und 25. Juni fein 40jähriges Bestehen Aus diesem Anlaß wird an den beiden Tagen ein größeres n g c r f e ft stattfinden, zu dem auch zahlreiche auswärtige Gesangvereine eingeladen sind. Die Vor Bereitungen zu dem Feste lind im Gange.

O Oberkleen. 24. Mai. Den Bestrebun­gen des rührigen Turnvereins .Frisch- Auf" ist es zu danken, daß das diesjährige Gause st des Turngaues Wctterau am 16., 17. und 18. Juni in der hiesigen Gemeinde abgcfjalten wird. Eine große Turnerschar wird sich an diesen Tagen hier versammeln, um in

es vergönnt war, aufwärtszusteigen. Es war ein Mann voller Lebens- und Wandlungskrafi Seinem klaren Blick öffneten sich große Weiten. Dabei war er eine durchaus verinnerlichte Ra- tur, ein Mensch, der über die graue Wirklich­keit hinaus dem Idealen Kränze flocht. Begleitet man ihn auf seiner Lebensfahrt, gelangt man zu einer hohen Bewertung seiner Persönlichkeit.

A. B.

Oie Schuberistadi im (Zchubefijohr.

Wenn in diesem Jahre die Stadt Wien zu ihren zur Tradition gewordenen Festwochen im Frühling Einladungen in die ganze Wett ver­sendet. so verfolgt sie damit nicht, wie man annehmen könnte, reine sremdenvertchrspolitische Interessen, sondern sie will damit bartun, daß sie im Jahre des 100. Todestages eine» ihrer größten Genies. Schuberts, eine Ausgabe zu erfüllen die Pflicht hat, die alle, die auch nur eine Ahnung von der Gröhe und Be­deutung Schuberts haben, der Vaterstadt dieses genialen Meisters gestellt haben. , Festwochen in Wien" bedeuten daher in diesem Jahre keine marktschreierische Derkehrspropaganda, wie sie von jeder Fremdenstadt zu Beginn des Früh­jahres teils geschickt, teils ungeschickt nach über- nllbin versandt wird, sondern sie verrät den Träger einer tiefverwurzelten Idee, die die Atmosphäre Schubertscher Genialität in sich trägt Wien rüstet schon jetzt zu den diesjährigen Schubertseiern, die ihren offiziellen Anfang am 3. Juni nehmen werden und bis zum Ende des Jahres reichen. Es ist kaum möglich, aus der Fülle der großen künstlerischen Ereignisse des Jahres das Wesentlichste herauSzugrelfen. Es ist alleö wesentlich und zeugt alles von dem Wunsche, etwas Großes und Vollendetes zu bieten, wie cs der Gedenktag Schuberts fordert. Die eigentlichen Festwochen für die Fremden nehmen die Zeit vom 3. bis 17. Juni in An­spruch. für di» Wien ein besonderes Festpro­gramm aufgestellt Hai. Taufende von 5te®* den haben schon jetzt ihren Besuch der Stadt Wien zugesagt.