Nr. 122 Erstes Blatt
178. Jahrgang
Srcttag, 25. Mai 1928
$r|d)eint täghd), außer Sowwiaqs ind erleg» Beilagen.
Siebener ^amilienblitter
Heimat im Bild Die 5d)o0t
Oleeats-Beje|ipiet«: 2 Reichsmark und 20 ReichLpsenntq für Träger» lohn, auch bei Richter« scheuen einzelner Nummern infolge höderer Gewalt. 5ern|pred)an|d)lü||e: 61, 54 und 112
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Siebener Anzeiger
General-Anzeiger für Oberhessen
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Chefredakteur
Dr. Frredr Dilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr Fr Will» Lange für Feuilleton Dr H Thnnot, für den übrigen Ted Ernst Dlumfchein! für den An« zetgenteil fiurt hillmann, sämtlich in Gießen
Volksdeutsche Pfingsten.
Aur (»munbcner Tagung des Vereins für das Deutschtum im Ausland.
Pfingsten, das deutsche FrühlingSsest bet himm« fischen Geiftesau-giehung, Hal in der Rachkriegs- zeit für alle Deutschen, die sich Aur Gemeinschast hres Schicksal- und ihrer Kultur über staatliche Grenzen hinweg bdeimen, einen ganA besonderen Sinn erhalten. Zu Pfingsten haben die großen Schutzverbände im Reich leit Jahren ihre Tagungen einberufen, und Deutsche aus aller Welt haben sich in den Pfingsttagen mit den Führern de- voll-deutschen Gedankenkreise- zu Arbeit und Feier zusarnrnen- aefunden. Die Jahreshauptversammlungen dcS Verein - sür da - Deutschtum im Ausland bedeuten Marksteine einer Entwicklung, vie sie al- Srgebni- der Rachkriegszeit überall dort, wo Deutsche bewußt ihrer Dollsarl leben, ireudig begrübt wird. Die Hamburger Tagung 1923 brachte den ergreifenden Augenblick, der die Hände hoher Würdenträger der evangelischen und katholischen Kirche zum Gelöbnis für die gemeinsame Dolk-schutzarbeit zusammen- fügte. In Hannoversch-Münden beteiligte sich zum ersten Male die Schulgruppenjugend des B. D. A. zu mehreren Tausenden und erfüllte die alte Stadt an der Wiege der Weier mit Buntheit und sreudigem Bekenntnis. 3n K u s st e i n konnte der Zusammenschluß deS bsterreichischen BerbandeS deS B. D. QL, deS Schulverein-, mit der „Südmark" zum Deutschen Schulverein Südmark gefeiert werden. Blauer Frühling-Himmel spannte sich über die ragenden Berge und die bunten Häuser der kleinen Tiroler Stadt, die in diesen Tagen viel mehr Gäste bei sich sah al- sie selbst Sinwohntr zählte. Hirsch- Hera rückte das deutsche Bolkstum im Osten und die Gefahrenlage dieser ringsum bedrohten Provinz Schlesien in das Gesichtsfeld. 3m Her- zm Mitteldeutschlands, in der stolzen alten Kaiserstadt GoSlar fanden sich 1927 die Zehntausende der Anhänger des B. D. A. und der Mithelfer seiner Arbeit in der Hingabe an das Gisamtdeutschtum zusammen. Eine „Morgenfeier des deutschen Bolles" bildete den weihevollen Höhepunkt her zahlreichen Sitzungen und Kund- gtbunfien 3nS Salzkammergut, nach Gmunden, hat der Deutsche Vchulverein Südmark in diesem 3ahre den D. D. QL und die AuSland- deutschen eingeladen. Rings um die Ufer deS 2 raus ec S werden die blauen Wimpel einer Jugend lieben, die stärker und tiefer als ihre Bä ter Den Gedanken des deutschen innerlich verbundenen Scohvolkes im Herzen trägt.
Worin besteht nun das Wesen und die Auswirkung dieser volksdeutschen Psingsttagung? Der herein für das Deutschtum im Ausland ist ein T'erbanb, der bewußt das deutsche Volk, feine WcsenSerhaltung und seine DestandSsiche- rung. in den Mittelpunkt seiner Werbe- und Schutzarbeit gestellt hat. Dieser Gedanke der lerbunbcnbeit aller Deutschen ohne Unterschied der Staatszugchörigkeit. des Standes, >r Konfession und der Partei findet auf den Pfingsttagungen seine nach außenhin sichtbarste Derlörperung. AuS allen Ländern des Reiches mitb Oesterreichs, aus den meisten deutschen 2ußengebietm strömen diese 'Me ischen zusammen, >:e aber wiederum nicht regellose Me jajen sind, »ndern die kommen mit dem festen Ziel, etwas «ineinander zu erfahren, sich kennenzulernen und Ai) etwas zu geben. Bor allem d i e 3u- -ze n d, Jugend aller Gaue und a'.ler Mundarten, ruckt zum großen Pfingstappcll des B. D. QL an. Sie sucht Fühlung unter.'inanb.T im persönlichen Kennenlernen, sie weist in großem Festzuge >urch Trachten und Sinnbilder ihre Stammes- eigentümlichleit vor. sie üngt sich gegenseitig, ruch in einem Wettbewerb der Sangeskunst, ihre Heimatlieder, sic spielt ihre Heimatspiele und !<nzt heimatliche Bolkstänze. Sie mißt sich in Itzortlicher Leistung. Sie zeigt durch ihre reich gegliederte Fülle, wie ein neues Geschlecht sich p einem neuen au.bau enden Gedanken bekennt, ber geeignet erscheint, aus den Erschütterungen
Zusammenbruchs ein nnieres und besseres Dasein zu gestalte''.
Zu dieser Jugend, zu allen Tagungsteilnehmern prechen die Männer, die draußen auf den Vor- ielbcrn und in den Inselsiedlungen unseres Dolles ar führender Stelle stehen, die vielfach ihrem Namen nach schon bekannt sind und die nun durch hre Persönlichkeit und ihre lebendigen Worte sich ruf und bleibend in das Bewußtsein der Tagunos- e.lnebmer einprägen. Das vielfältige Leid, die ausendfache Not, aber auch der stolze Sille zur Treue, zum Ausharren wird i-f den Tagungen in immer verschiedener Form, : ler im starken einheitlichen Klange der Grund- rnelobie laut und wirksam. Nicht nur Stadt und &nb, wo gerade die Tagung ftattfinbet, das no&e, weite Deutschland horcht auf und beginnt "iimal wieder in Der Unraft des Alltags sich auf Iiaenblitfe hin auf sich selbst, feine Not und feine -nften Notwendigkeiten, zu besinnen. Die A u s- rnddeutschen selbst nehmen den Eindruck dirser Tage mit heim und tragen ihre Erlebnisse urb Eindrücke weiter. Sie Haden es einmal bis in die Tiefe empfunden, wie das binnendeutsche Snidervolk in Gedanken und in Opferwilligkeit hinter ihnen und ihrem Kampfe steht.
Wichtig und be^eutfam find die verschiedenen Arbeitstagungen. die Verwaltungs- 'ihungen des QkrcinS, in welchen die Rechen- 'taftsberichte erstattet und die Pläne der Wei- 'erarbeit besprochen werden. Auch hier kommen idrr Auslanddeutschen mit ihren Borträgen und Anregungen zu Wort. Die einzelnen Arbeitsgruppen finden sich zu besonderen Beratungen
Das Llrieil im Colmarer Auionomistenprozeß.
Die Angeklagten Ricklin, Rosse, Schall und Faßhauer zu je einem Fahr Gefängnis und fünf Jahren Aufenthaltsverbot verurteilt. - Die übrigen Angeklagten freigefprochen.
Colmar, 24. 2HaL (1DIB.) 3m Colmarer Autonomistenprozeß verkündete der Gerichtspräsident folgende» Urteil: Die Angeklagten RickIin, Hoffe, Schall und Fahhauer werden z u j e 1 3 ahr Gefängnis und fünf 3 ahren Aufenthaltsverbot sowie zur Tragung der kosten verurteilt. Da» Aufenthaltsverbot bedeutet, daß im Augenblick der Verbüßung Der Gefängnisstrafe die Regierung diejenigen Bezirke innerhalb Frankreich den verurteilten bekanntgibt, wo sie sich während fünf 3ahren nicht aufhalten dürfen. Der Gerichtspräsident beglückwünscht nach Verkündung de» Urteil» die Geschworenen zu ihrem Spruch.
Der letzte Prozeßtag.
Rechtsanwalt Derthon, der letzte der Der- leidiger, erklärte in seinem Plädoyer, im Elsaß herrsche eine Kriegspsychose, eine Be- sahungSatmosphäre. Sr kam dann auf die M ä n- g e l der franAösischen Verwaltung und besonder- auf ihre Unregelmäßigkeiten zu sprechen. Der Wert der unter Sequester gestellten lothringischen metallurgischen Fabriken sei auf 1400 Millionen Goldmark abgeschäht worden, also auf 8 Milliarden Papierfranken. 3m Sequcsterverfähren seien diese Fabriken sür 480 Millionen Papierfranken zu- ge teilt worden, wovon aber nur 1 80 Millionen Papierfranken nach Olbzug der Der- waltungs- und sonstigen Kosten bezahlt worden seien. Außerdem bezahlten die Elsässer jeder Dolk-schicht bedeutend mehr Steuern als die entsprechenden Bewohner vom Innern Frankreichs. ohne daß im Elsaß die notwendigen Reformforderungen verwirklicht würden. Berthon zitierte dann au- einer Rede Doincarö» im Senat eine Stelle, die der elsässischen Derwal- tung die unglaublichsten Ungeschicklichkeiten vorwirft. Für die einzelnen Angeklagten verlas Rechtsanwalt Derthon sodann den Wortlaut deS HeimatbundmanifesteL vom Juli 1927, daS eine Autonomie im Rahmen Frankreich« forderte, aber ausdrücklich betonte, daß die Bewegung nicht vom Auslande beeinflußt sei. Derthon entwickelte dann den Gedanken, daß das Elsaß durch den Versailler Vertrag, der übrigens auch nicht unwandelbar sei. zwar rechtlich nicht eine nationale Minderheit sei: cs sei aber de facto eine nationale Minderheit. Der Zweck des Prozesse- sei ein Manöver, durch Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte die Wahl Rick - lin« und Rosses zu Abgeordneten zunichte zu machen. Autonomistische. ja sogar separatistische Bestrebungen zu unterbinden, sei nach dem gegenwärtigen Stande der Gesetzgebung nicht möglich. Deshalb habe man auf die aus der Kaiserzeit zurückgebliebenen Komplott- Paragraphen des E.raßgesetzbuches zurück- gegrissen. Run sei aber ein Komplott an sich auch jurist.sch nicht strafbar, sondern nach dem Wortlaute der Paragraphen 86 bis 89 des Strafgesetzbuches nur ein Kom lott mit dem Ziele, die Regierung zu stürzen oder zu ändern Diese Frage sei aber zu verneinen. Wenn eine Verurteilung erfolgen sollte, so werden wir so rief er auS. vor dem Kassationshof den ganzen Slsäs erprozeß wieder aufrollenl Die Männer, die auf der Anklagebank sitzen, sind keine Verräter, sondern Männer. Die für ifrr ßanb gearbeitet haben. Die Schlußworte Derthons: .Für das Glück des Elsaß und Frankreichs" wurden vom Saale mit Beifallsrufen und Hände- klatschen ausgenommen.
Der Staatsanwalt kam bann in seinem Schlußwort in derselben Weise wie bereits in seinem Plädoyer auf einige ih.n unklare S agen zurück, wie z. B.: Wo kymmt das Geld her? - 3n welchen finanziellen Verhältnissen lebt der Anleihegeber Dr. Wildy? — Welches waren
die Garantien der Anleihe? Der Staatsanwalt schloß: Autonomismus bedeutet in der Folgezeit Separatismus und in der weiteren Folgezeit Rückkehr des Elsaß zu Deutschland. Ein Freispruch würde bedeuten, daß Ricllin, Rosse. Faßbauer usw. die Herren des Elsaß werden. Di se Schlußworte des Staatsanwaltes riesen verschiedenartige laute Kundgebungen im Saale hervor. Rach lutAcn Ausführungen der Anwälte Thomas. Feiltet, Iaegle und Derthon erhielten die Angeklag- t e n da- Schlußwort. Ricklin erklärte, er habe sich, als er in die Autonomiebewegung ein getreten sei, davon überzeugt, daß diese Dewegung nicht mit dem Auslande in Verbindung stehe, und daß diese Bewegung im Rahmen der französischen Republik bleibe. Wenn aber nach Ansicht der Geschworenen eine Schuld übrig bleibe, dann möge man i hn als Führer, der die Verantwortung für alle, die ihm folgten, trage, allein verurteilen, und zwar unter Verweigerung mildernder Umstände.
Darauf zogen sich die Geschworenen zur Beantwortung ber 17 Schuldfragen in bas Beratungszimmer zurück. Nach eineinhalbstünbiger Be- raturg haben Die Geschworenen bic erste Frage, die Schulbfraae. für vier Angeklagte mit Stimmenmehrheit 6 e । a h t, und zwar für bie Angeklagten Ricklin, Schall, Faßhaucr und 'Jioffe, je- doch in allen vier Fällen m i l b e r n be U in - stänbc bewilligt. Für die übrigen elf Angeklagten ist bie Schulbfraae mit Stimmenmehrheit verneint worben. Der Staatsanwalt hat hierauf eine milbe Anwendung bes Strafgesetzes bei Be
messung ber Strafe beantrag. Nach bem Anträge bes Staatsanwaltes verzichteten sämtliche Anwälte auf bas Wort. Lebiglich Rechtsanwalt Feillet aus ber Bretagne erhebt sich unb ruft aus: „Die Angeklagten mögen auf Grund dieses unwürdigen Urteils nicht Frankreich rieten!" 'Nach diesen Worten bricht er weinend auf der Bank der Verteidiger zusammen. Das Publikum bringt eine gewaltige Beifalls- lunbgebung für ihn dar. Das Gericht zieht sich zur Beratung zurück und verkündet bann bas oben mitgeteilte Urteil. Während das Gericht über die Strafzumessung beraten batte, hatte bic (Ben- barmerie ben «chwiirgerichtssaal wegen der flott- finbenben Manifestationen vom Publikum geräumt. Lebiglich bie Fourallsten waren im Saale geblieben. Man hörte Im Saale, wie bic außerhalb bes Gebäubes befindliche ungeheure Volksmenge den Gesang ,,D Straßburg, o Straßburg" anstimmte: man hörte Schreien und Pfeifen.
Nach bem Spruch besGerichis
Mo Im ar. 24. Mai. (TU.) Rach Abschluß des Prozesses fanden in der Stadt, die sich i n größter Erregung befand, stürmische Demonstrationen statt. Der Gerichtssaal sowie die anschließenden Straßen sind mit Militär und einem größeren Aufgebot von Feuerwehr und Gendarmerie besetzt. Den Qkttcibigem wurden bei ihrem Erscheinen an den Fenstern des Ge- richtSsaaleS sortgesetzt stürmische Ovationen von der Menge bereitet, die daS deutsche
Stürmische Kundgebungen gegen Italien in Innsbruck.
Herausfordernde Flaggenhiffung des italienischen Generalkonsulats am Jahrestag der Kriegserklärung.
3 nn »druck, 24. TTlai. (IDIB.) Anläßlich bes zehnjährigen Gedenktages ber Kriegserklärung an Oesterreich hat das hiesige Halle- nifche Generalkonsulat geflaggt. Um bie Mittagsstunde erschienen Studenten vor dem Konsulat, brachen in den Ruf „hoch das deutsche Südtirol" aus und rissen bie Fahne herab. Die Polizei schritt ein unb zerstreute bie Demonstranten. Der Generalkonsul forderte von der Canbesregierung, baß die Zahne von der städtischen Feuerwehr wieder hochgezogen werde und daß hierbei eine Abteilung de» Bundesheeres die Ehrenbezeugung leiste. Um 1.30 Uhr wurde diesem verlangen entsprochen. Ucberbles hat Landeshauptmann Dr. Stumpf dem Generalkonsul sein Bedauern ausgesprochen. Es kam jedoch zu neuerlichen nationalen Kundgebungen, als die italienische Flagge unter der Ehrenbezeugung der M.litärabtellung auf dem Konsulat wieder aufgezogen und von den an den Feniern des Gebäudes erschienenen italienischen fionfulatsbeamfen mit dem f a f j i ft i f <f> e n Gruß und „Eov a" begrüßt wurde. Die Polizei versuchte in den Rachmittagsstunden, die empörte Menge, die in der Flaggenh ssung eine Herausforderung erblickte, zum Auseinandergehen zu oeranla'ien, jedoch sammelte sie sich hinter der Polizei und in den nahe gelegenen Straßen stets aufs neue unter Absingung nationaler Lieder und Protest rufen gegen bie Unterbrüt- kung des deutschen Volkstums in Süd- 11 r o 1. Auch in den späteren Abendstunden bildeten sich immer wieder kleinere Gruppen von Demonstranten, die vergeblich versuchten, zum italienischen Konsulat zu gelangen. Rad) zehn Uhr abends
wollten einige hundert, meist jugendliche Personen, zu einer italienischen Gastwirtschaft ziehen. Sie wurden jedoch vor dem Lokal von der Mache auf gehalten, die die Menge unter Anwendung des Gummiknüppels und der blanken ID affe zerstreute. Auch versuche, zur Privatwohnung des italienischen Konsuls zu gelangen, scheiterten infolge der polizeilichen Absperrungen. Um 10.30 Uhr nachts zog ein Trupp von Demonstranten nach den Beamtenhäusern der italienifchen Eisenbahner, die ebenfalls durch ein Polizeiaufgebot gesichert sind. 11 Uhr nachts dauerten die Umzüge kleinerer Gruppen noch fort.
Anläßlich der geschilderten Vorgänge hatte der Tiroler Landtag geplant, eine Kundgebung sämtlicher Parteien zu oeranffalten. Zu dieser Kundgebung kam es jedoch nicht, da die Sozialdemokraten gegen die von den bürgerlichen Parteien geforderte Lnlschlicßung Protest erhoben und sie für unnötig erklärten. Da der Landtag nur eine Kundgebung aller Parteien veranstalten wollte, unterblieb dieselbe, wie es heißt, soll der italien:sche Generalkonsul, bevor er seine Forderungen wegen Genugtuung, stellte, telephonisch mit Rom gesprochen haben. Der junge Mann, der die Fahne vom Konsulat hcr- untergerilfen hat, wurde in der Person des 22 3ehre alten Unlversitätshörers Herbert Kaiser, Mit- glied der Sludentenverbindung „Germania", fe;lge- ffellt. heute Rachmittag erschien ein höherer Funktionär des Bundeskanzleramtes In der italienischen Gesandtschaft, um dem Geschäftsträger das Bedauern auszudrücken.
zusammen. Die Frauen, denen als Hüterinnen des Hauses und der Erziehung, als tätige Mitarbeiter in der Fürsorgearbeil und Liebestätigkeit eine besonders wichtige Ausgabe zufällt und die es verstanden haben, die DDA.- Eedanken weithin werbend zu verbreiten, die Studenten und Akademiker, denen in der Volksführung und Volkserziehung neue fruchtbare IsSegc sich gerade in der Rachkriegs- zeit geöffnet haben, die Leiter und QJcrtreter der Schul- d Zugendgruppen halten ihre Sonder!i5>ui.gen ab. Aus den Iahrestagun- gen bietet sich die Möglichkeit, über wichtige und zeitgemäße Fragen Meinungen einzuholen und Anschauungen festzustellen, da sie ja fast alle zu PfinLst.'n zusammenkommen. die am Werke des Volisichuhes tätigen Männer und Frauen der deutschen Lebenswelt.
Ein neuer Geist ist es, der alljährlich zu Psincsten besonders vernehmbar sich regt, der Geist der deutschen Brüderlichkeit und einer Volksgemeinschaft, die zwar noch nicht vollendet ist, zu deren Gestaltung aber sich bereits Millionen von Herzen, Händen und Hirnen regen. Es ist kein Geist des Hasses und unduldsamen Kampfes gegen andere Völker. Wo unserem
Volke der Kampf aufgezwungen wird, da hat es ihn ausgenommen und kann ihn mit der Anteilnahme des BinnendeutschtumS toirlfamer führen. Aber das Grundmotiv der Volksdeutschen Pfingsttage ist im Bundesliede des D. D. QI. ausgesprochen:
Rings wo deutsche Menschen wohnen. Da ist unserer Liebe Land.
Der Versaffungstag.
Der Rcichsral erklärt den 11. August zum 'Nationalfeiertag
'Berlin, 25. Mai. (Wolff.) Der Reichsrat nahm den Antrag Preußens, den 11. August als Nationalfeiertag erflären, mit 47 gegen 19 Stimmen bri zwei Enthaltungen an. Die Frage ob der Gefehentwur versas- sungsä dernden Eharaiter habe, wurde mit 52 gegen 11 Stimmen bei fünf Enthaltungen verneint. Der bayerische Gesandte v. P rege r gab die Erklärung ab. daß d?- bayerischen Regierurg b;e Zustimmung zum T-efetzentwurf ganz besonders auch dadurch unmöglich ge- mckcyt werde, daß bie im § 2 ber Vorlage an*
geordnete Pflicht zur Beflaggung der öffentlichen Gebäude und zur Abhaltung von Schulfeiern einen schweren Gingris, in die V e r w a l t u n g s h o h e i t b:b ute. 2n der Ver- faffurg besinde sich keine Bestimmung, aus der diese Befugnis abgeleitet werden könne. Für den verfasiungsändemden Eha.alter des Gesetzes stimmte nur Bayern: Württemberg und Oldenburg enthielten sich der Stimme. — Bei der Qlbftimmung über die Vorlage selbst stimmten dagegen: Ostpreußen, Brandenburg, Pommern. Riederschlcsien, Bayern, Württemberg. ES enthielten sich der Stimme: Oberschlefien und Oldenburg.
Hod) kein ^Röcffriff her ^eick»Sreaik»runq.
Berlin, 24 Mai. (1BB.) Das Reichska- b i n e f t beschloß in feiner heutigen, unter dem Dorsikz des Reichskanzlers abgehaltenen Sitzung unter voller Zustimmung des Herrn Relchspräfidenten, zur Zeit von einet Demission abzu sehen und in Aussicht zu nehmen, am Tage vor dem Zusammentritt des Reichstages dem Herrn Reichs- präfidenten feine Demission zu unterbreiten.


