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Chilenischer Flottenbesuch

in Kiel

Die Wetterlage.

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Die Abrüstung erneut vertagt.

Oie Vertagungsresolution in Genf bei Stimmenthaltung Deutschlands angenommen.

befürchtet, bad durch den WitbclÜurm die ge­samte Bevölkerung der kleinen Stabt Pekican-Eith um- Leben ge­kommen ist. 'Aach vorsichtigen Schätzungen glaubt man. baft sich die :Mamh<iftI der Toten in Florida allein auf 2200 beläuft Degen der grossen Zahl der Leichen war e- notwendig, triefe iuJ Äüffenfutlent auf das Meer yinaus-

Zahl der Toten in Zuckerrohrfar-

jetzt 400. Man

nicht jede Möglichen aus. zu der prakt sche Verwirklichung bet von der deutschen Delegation dargriegten Auffassung zu gelangen. Unter dielen UmTtänben wird sie sich dcr Stimme enthalten,

diesem, hauptsächlich von mern bewohnter. Sebie

Sonntag kzzrr

23 Sept 1928.8"mg5.

Seimawehren und Schutzbund in Oesterreich

Oer Aufmarsch am 7. Oktober in Wiener-Neustadt.

Verhaftungen in Güdtirol.

Innsbruck. 22. Sept. (0303.) Am letzten Donnerstag wurden der ehemalige ®?ltciär der Tiroler Volkspartei und ehemalige LandtagS- ahgeorbnete Michael Malfertheimer und Stau Betty Köhler in Vozen verhaftet. Als Grund der Ikrftaf hingen wurde angegeben, daß die Genannten einen Vries, ben die Fa- szisten abfingen, über die^Lrenzc schmug­geln wollten. Seit der Auflösung der VoÜS- Partei hatte sich Malfertheimer in keiner ODeik mehr politisch betätigt. Vor einigen Tagen wurde auch der frühere Demeindebeamte von ÄchlanderS. Gelmini, am Brenner verhaftet. Er hatte sich seiner Zeit geweigert, an der Enthüllung«- s e i e r li ch ke i 1 am SiegeSdenkmal in Bozen ieiizunetzmen und sich daraus berufen, daß er als ebemaler österreichischer Offizier hierzu nicht vcrpl.'chtct werden könne. Darau'hm wurde er

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DerGeneral Baqudano" altz Gast der Reichsmarine.

''Kiel, 22. Sept. (WTD.) Trotz des herbstlich kühlen Regenwetters hatten sich zahlreiche Schau­lustige eingefunden, um der Ankunst deS zum offiziellen Besuch der Reichsmarine in Kiel ein- getroffenen chilenischen Schulschiffes General Dagu dan odes Vertreters des befreundeten chilenischen Volkes, beizuwvhnen. Das- Hafenbecken war von zahlreichen deutschen Marinefahrzeugen belebt und bot ein buntbewcg- tes Bild. Das Stationsgebäude zeigte dieRcichs- farben und die ReichskriegSslagge. Um 8.30 llhr war der alS Begrüstungs- und Begleitoffizier kommandierte Kapitänleutnant W u r m b a ch bei Kiel-Feuerschiff an Bord des ..General Baqudano" gegangen, desgleichen das deutsche Signalperso­nal. das die Aufgabe hatte, daS chilenische Schiff, einen schmucken Dreimaster mit Hilfs­maschine, der in seiner schöngeschnittenen Form einen sehr guten Eindruck macht, sicher in den Hafen, einzulotsen. Beim Passieren von Fried- richsort wechselte es mit der dortigen Salut« Batterie den üblichen Salut. Als der ..General Bagudano" in den inneren Hafen einlief, stand die Mannschaft in Parade auf Deck, unb beim Passieren der deutschen Kriegsschiffe intonierte die chilenische Musik'apeNe das Deutschlandlied.

Auf den Linienschiffen .Elsaß" undHessen" paradierten die Mannschaften gleichfalls. Der General Bagudano" machte darauf zwischen dem Kreuzer6niben unb Linienschiff .Hessen" fest und lieft gleichzeitig unter Salut die deutsche ReichSflagge hochgehcn. Kreuzerförnben" setzte darauf die chilenische Flagge, die er feiner- seUS salutierte. Um 10 llftc begab sich der chile­nische Ä-inmar.bant, Fregat enla'^tän Allard, an Land, um zunächst Sem «Lhef der OllariRe­flation der Ostsee. Vizeadmiral Dr. h. c. Räder, im Stationsgebäude feine Aufwartung zu machen. 3m Qlnfd)luft hieran besuchte der chilenische Kom­mandant den Befehlshaber der Seestreitkräste der Ostsee Konteradmiral v. Löwenfeld, bei dem sich die Kommandanten der deutschen Kriegs­schiffe versammelt hatten, unb begab sich hierauf wieder an Bord zurück, wo alsbald die Gegen­besuche des Chefs der Marinestation der Ost­see und des Befehlshabers der Seestreitkräfte der Ostsee erfolgten. Mittags stattete Fregat en- kapitän Allard dem chilenischen Generalkonsul Lorca, der von Hamburg zur Begrüßung her- übetgelommen War einen Besuch ab

Zu Ehren der chilenischen Gaste gab die Siadt Kiel im Ratskeller ein oriihftürf. Dbcrbürgemieifter Dr. Lueken bieft die Gaste ole Repräsentanten des chilenischen Volkes, das uns Deutschen stets deson dcre sreundlich begegnet sei, auf deutschem Boden herzlich willkommen. Der Dberbutgcrmeifkr ,chloft mit einem Hoch auf das chilenische Bolt, die chlle- nlsche Republik und ihren Präsidenten. In seiner Erwiderung dankte Fregattenkapitän Allard In herzlichen Worten für den von der Stadt Kiel be­reiteten Empfang, der die Begeisterung unb das gute Herz der Deutschen für die Chilenen bem.-tfi. Deutschland habe einen großen und edrenoollen Ruf. Die in Chile lebenden Deutschen hätten einen

Oie politischen Ziele des Stahlhelms.

i'yür ein Volksbegehren zur Abänderung der Weimarer Verfassung.

Berlin, 24. Sept. (TU.) Wie derMontag" aus Magdeburg meldet, tagt^ am Samstag und Sonntag der Bundesvorstand des Stahl­helms, um die Ziele seines zukünftigen politischen Kampfes zu erörtern. Cs wurde eine Entschließung angenommen, in der die Bundesführung beauftragt wird, zur Beseitigung des parlamen­tarischen Systems ein Volksbegehren über öle Aenderung der Verfassung des Deutschen Reiches vom 11. August 1919 einzuleiten unb durchzuführen. In einer weiteren Entschließung wird festgestellt, daß es eine unverantwortliche Schädigung der Zukunfts­möglichkeiten der nationalen Politik bedeute, durch Bildung der sog. Großen Koalition oder einer Rechtsregierung, die bei dem gegenwärtigen Stärke« Verhältnis der Parteien zur Unfruchtbarkeit ver­dammt fei, der Sozialdemokratie d i e Führung der Regierung abzunehmen.

wenn die Resolution vor die Versammlung g< bracht wirb, und behält sich vor. bei dieser G< legenhcit eingehende Darlegungen zu machen.

Oie Vernehmung des Raubmörders Hopp.

Hopp bcstrcilcl die Mordabjicht - Tcrgrotzc Unbekannte.

Der Raubmörder Hopp wurde am Samstagvor­mittag erneut vernommen unb gab bei dem Verhör eine feinen früheren Aussagen entgegen­gesetzte Darstellung über den Hergang der Mord­tat. Er sagte aus, daß er ohne jede Absicht in ein Eisenbahnabteil zweiter Klasse eingestiegen sei. Dort habe er einen Hern auf dem Polster bewußtlos liegen sehen. Da er den Verdacht schöpfte, es sei ein Verbrechen geschehen, ein Ver­dacht, der noch dadurch verstärkt wurde, daß sich ein Fremder auffallend rasch von dort Liegenden entfernte, habe er seinen Revolver g e - zogen und sich dem wie tot auf dem Polster liegenden Herrn genähert. Als er mit der Hand, in der er den Revolver hielt, den Liegenden um- drehen wollte, sei ohne jein Wollen der Schuß losgegangen und habe den Direktor Rordmann getötet. Hopp stellt ganz entschieden in Abrede, daß er den Getöteten vorher be­raubt habe. Ein gewollter Mord käme also kei­neswegs in Frage. Es steht fest, daß Hopp nach dem Raubmord an Direktor Nordmann noch wei­tere Verbrechen verübt haben muß. Man . fand bei ihm zwei Iraurinac und zwei Ringe, wo­von der eine mit einem sehr schönen Halbedelstein geschmückt ist. Ferner ein Medaillon mit einem wertvollen Brillanten. Zn einer Brieftasche sind ver­schiedene Photographien und Schriftstücke gefunden worden, die wohl zur Verfolgung dieser Spur dienen werden.

Genf, 22. Sept. (WB.) Der Abrüstungsaus- schuft der Völlerbunbsversammlung hat heute nachmittag bei Stimmenthaltung der deutschen unb ungarischen Delega­tion den gestern abend von seinem Redaktions- kvmmitee vereinbarten Entschlieftungsentwnrf zur Abrüsl ungsfrage angenommen. Die Ab­rüstungsresolution hat in Ueberfetzung fol­genden Wortlaut: ^Die VölkerbunbSver- fammlung erinnert an den engen Zu­sammenhang, der zwischen der internationalen Sicherheit unb der Herabsetzung unb Beschrän­kung der Rüstungen besteht. Sie ist der Meinung, baft die gegenwärtigen Sicher heits- b e b i n g u n g e n, wie sie durch den Völler- bundspatt, durch die F.irdensverträge unb vor allem durch die aus Oiefen Verträgen hrrvor- gegan^ene Herabsetzung der Rüstungen gewisser Länder sowie durch die Verträge von Locarno geschaffen worden sind, schon jetzt ben Abschluß einer ersten allgemeinen Konvention zur Herabsetzung und Beschränkung der Rüstungen ermöglichen, und das; ferner die Regierungen, die glauben, daß ihre Sicher­heit nicht ausreichend gewährleistet ist, dank der Arbeit des Komitees für Schiedsgerichts­barkeit und Sicherheit über neue Mittel verfugen, die zur Verstärkung ihrer Sicherheit ge­eignet find und deren Verwirklichung im Be­darfsfälle unter Anrufung dcr guten Dienste des Völlerbundsrates durch bTcfe Regierungen erhofft werden kann. Die Versammlung ist weiter der Auffassung, baft die Konvention zur Herab­setzung unb Beschränkung der Rüstungen die internationale Sicherheit erhöht, und baft die Arbeiten des Ausschusses der vor­bereitenden Abrüstungskonferenz, wie auch die des Komitees für Schiedsgerichtsbarleit und Sicherheit derart fortgesetzt werden müssen, baft sie bet späteren Etappen die progressive Herabsetzung der Rüstungen im Ver­hältnis mit der Entwickln n g der Sicherheitsbedingungen ermöglichen. Sie stellt die Rotwenbig-eit fest, die erste Etappe auf dem Gebiete der Herabsetzung und Beschrän­kung der Rüstungen in der kürzesten Frist

zubringen und fie dort M versenken. Die zcchk- reichen Leichen unb Tinckadaver machen die Lage im Srurmgebiet unerträglich. Es werden Tv- phuSimpfungen soweit tote möglich auch im Hinterlatzde der Sturmzone vorg kommen, da die Ueberschwemmungen unb die Hitze die 2tu*- brethmg von Epidemien begünstigen

Lln neues Verfahren la bet Stinne» Affäre.

Berlin, 22. Sept. (DB.s In der Unter­suchung der Slinnes-Angelegenbclt Ift nunmehr gegen R e gie r u n g s r a t Steiget Dom MinisteriumsürdiebefetztenGebiete das Disziplinarverfahren eingcLiiet worben, der auch seit zwei Tagen vorläufig seines Amtes enthoben worden ist. Regirrungsral Steiger be­streitet entschieden, sich irgendwie schuldig ge­macht zu haben. Tie Untersuchung erstreck: sich daraus, ob Regierungsrat Steiger mit hochge­stellten Beamten des 5inaraminlft eriumt übet die den Transaktionen bet S^nn.-d reftoren zu­grunde liegenden Vorgänge gesprochen hat. Das BefuchSbuch tm Vorzimmer des RegierungsratS Steiger ist beschlagnahmt worden, in das^f ch alle Personen eintragen mußten, die mit Steiger eine Unterredung wünschten.

Selbstmord Dr. Druckners.

Wie von amtlicher Seite gemeldet wird, wurde bte Leiche des seit Dienstag verschwundenen früheren mecklenburgischen JuftizminifterS. Wini- sterialdirekror Dr. Briickner, Sonntag vormittag von Passanten m dem zum Schweriner Schloß- garten gehörenden See aufgesunden. D.e gericht­liche Untersuchung hat ergeben, daß Dr Brück­ner Selbstmord verübt har. Brückner ist wahrscheinlich schon am DienStaga end, gleich nach der Vernehmung durch den Oberstaatsanwalt, in» Wasser gegangen und hat sich in einiger Ent­fernung vom User einen tödlichen Schuft, in die rechte Schläfe beigebracht. Die Leiche ist jetzt zur CBeerbigung freigegeben unb in bie Dom- friekchofskapelle gebracht worden.

Kirchenbrand bei Vagano.

3n der malerisch gelegenen Kirche von Wor- cvte am See von Lugano entstand durch einen Blitzschlag ein Brand in der Sakristei, durch den sämtliche wertvoller kirckftichen Geräte und Ausschmückungen, namentlich die prächtigen t>ene- zianischen goldgestickten Brokate, die einen Wert von 100 000 Franken besahen, zerstört wurden. Die von Lugano herbeigeeilte Feuer­wehr tonnte das Kirchengebäude retten, die Sa­kristei war bereits ausgebrannt.

Ein Ausbrecher.

Einem etrafgc an -caen des AmtSgerichtS- gefängnises in Perl (Obennofcl) war ge­lungen. durch De.sch.u^cn mehverrr Geg.-nstä..de zwei Operationen im Gefängnislazavett und im KceiskrankenhauS zu Saarburg zu er­zwingen, bei denen er jedeSmal einen Aus­bruchsversuch ur.tcmabm, die ihm aber beide nicht glückten. Darauf veriuchle er es trotz der schweren Wunde noch einmal und konnte bei diesem letzten Ausbruch nicht wiedn: gSaftt wer­den. Man vermutet, das; er sich in den Wäldern des Saargaues aufhält, jedoch bereits ge­storben ist, da hie Wunden noch nicht geheilt wäre: unb die große Operationswunde dazu noch mit 16 Klammern zusammengehalten wurde. Wabrfcheinlich ist er auf der Flucht verblutet. Bisher hat man keine Spur von ihm entdecken können.

Chile. Fregattenkapitän Allard trank auf das Wohl des deutschen Volkes, feines hohen Präsidenten, des Oberbürgermeisters und der Stadt Kiel.

Aus aller Wett.

Der erste Schnee.

3nt Allgäu hat es nach dem schönen Wetter der letzten Woche tn der Rächt zum Samstag einen jähen Witterungsumschlag gegeben, der in den Pfrontener unb OberSoorfer Bergen bis über die Waldgrenze herab Sch.ree brachte. Auch im Riesengebt rae ist bie Temperatur vis auf 1 Grab unter Rull zurück- gegangen. In den frühen Dormitlagsfttmben des Somttags setzte lcichter Schneefall ein, ber noch anhält. Vortäufig bleibt der Schnee aber noch nicht liegen.

Vie Sturmfdjäben in Jloriba.

West Palmbrach. 24. Sc.'t. . WTB. Funl- fpi uch.) Rachdem jetzt in dem Gebiet ber Pe i:an-

zu vollenden, und nimmt mit Genugtuung Kennt­nis von den Bemühungen gewisser Regierungen, für die künftigen Arbeiten des vorbereitenden AbrusiungSausschulfeS einen günstigen Boden vorzubereiten.

SHe Dui:desversantmlung spricht die bestimmte Hoffnung au«, daft die Regierungen, zwischen denen noch Meinungsverschiedenhei­ten über bte Debingungrn für bie Herabsetzung unb Beschränkung ber Rüstungen bestehen, un­verzüglich im Geiste größter Versöhnlichkeit unb internationaler Solidarität die gemein­samen Losungen suchen, bie ben Erfolg ber Arbeiten des vorbereitenden Abrüstungs­ausschusses ermöglichen, unb gibt bem Völker- bunbörat die Anregung, den Präsidenten be« vorbereitenden Abrüstungsausschusses zu beauf­tragen. sich mit den interessierten Regierungen in Verbindung zu halten, um den Stand ihrer Verhandlungen zu kennen und den Ausschuft am Ende dieses IcchreS ober in allen Fällen a m Anfang beS IahreS 1929 cinbemfcn zu tonnen,"

Zur Begründung der Stimmenthaltung der deutschen Delegation gab Graf Bernstorfs in ihrem Ramen folgende Erklä­rung ab: Die deutsche Delegation hat von ben Verhandlungen beS dritten VersammlungSsus- schusses und von der vom Redaktionstornitee dem Ausschuß vorgelegten Rcsolu ion Kenntnis ge­nommen. Angesichts der unbestreitoaren G e g e n» sähe zwischen dem Inhalt der vorliegenden Re­solution und den von der deutschen Delegatian bargelegten Auffassungen sowie in bezug auf den Weg, den sie zu ihrer Verwirklichung in« Auge gefaßt hatte, sehen wir unS außer Stande, dieser Resolution unsere 3uftimn>ung zu geben. Andererseits schließt kie Resolution

kratische Anregung kommen, so werde der Vor­schlag eingehend geprüsr werden müffen, da er verlange, daß daS Verbot von Aufmärfchen Nch nicht auf sportliche Hebungen erst recken solle. Hier könne leicht eine Ungleichheit entstehen, da die Organisation des Republika­nischen Lchuhbundes auch al« Sportvereine rin­ge Lagen sind, die Hcimatwehrverbänbe dagegen nicht. Es tonne also geschehen, baß nach Den Buchstaben des sozialdemolratischen Vorschlages die Heimatwehrer. aufgelöst oder doch an jeder Aktivität gehindert würden, der Schutzbund | eb och nicht.

Sine Erklärung derHeimnilvehren

Wien, 22. Sept. (TU.) Die Bundesführung ber österreichischen Selbstschutzverdänbe (Heimatweyrcn) stellt der TU. eine Erklärung zur Verfügung, in der es heißt: Die Wien-Reustädter Tagung stellt nur eine Fortsetzung dcr Werbetätigkeit dar. wie sie der österreichische Heimatschutz seit den blutigen Zulitagen in einer Reihe von Industrie­orten erfolgreich durchgeführt hat, ohne baft von den Austromarristen b-igegen Einspruch erhoben wurde. Der österreichische Heimatschutz hat die Wien-Reustädter Tagung ordnungsgemäß angemelbct, und ihre Genehmigung durch die vorgesetzte Behörde beweist, daß die Ein,;elheiten ihrer Durchführung dem Gesetz über die Koalitions­freiheit vollkommen entsprechen. Rur böswillige Erfindungen können den Veranstaltern Absichten zu- sprechen, die eine Gefährdung der Ruhe und Sicher­heit in sich tragen. Anders bei den Sozial­demokraten, bie absichtlich am gleichen Tage eine mehrere Wochen später angemeldete Trotzkundgebung veranstalten mit dem klar ersicht­lichen Zweck, die Versammlung des Heimatschutzes unter allen Umständen, fei es auch durch Terror­akte, zu verhindern. Einzig und allein dadurch ist der Heimatwehrenaufmarjch in Wiener Neu­stadt zu einem entscheidenden Politikum in Oesterreich geworden. Die Entscheidung, um die es gebt, ist. ob die Versammlungsfreiheit in Oester- reich noch zu Recht besteht ober nicht. Deshalb hat auch bie Bundesführung der österreichischen Selbst­schutzverbände alle Verhandlungen über etwaige Abänderung ber Tagung von vornherein abgelehnt. Die Heimatwehren wollen nur zur Feststellung ber Tatsache schreiten, daß das Bürger- und Bauern­tum sowie bie mit ihnen verbundene, nicht marxi­stische Arbeiterschaft das Recht ber Koali­tionsfreiheit auf allen Wegen unb selbst bann in Anspruch nehme, wenn diese zufällig nach einer Hochburg des Marxismus führen.

Schon feit Wochen bewegt bie Presse Oesterreichs das Problem, was der Aufmarsch der Sozialdemo- traten und der Heimwehren am 7. Oktober in Wiener- Neustadt bringen wird. Dabei klingt durch die Kom­me, .tare eine gewiße Angst, daß dieser Ausmarsch von politisch völlig entgegengesetzten Parteien sehr leicht zu Unruhen führen kann, zumal die Stärke der einzelnen Vervände außerordentlich groß fein wird, sprechen doch die Sozialdemokraten bereits heute davon, daß sie mit 200 000 Mann aufmar* schieren werden, iftrenb die Heimwehren ankün- bigen, daß sie mit ihrem treffen in Wiener-Neustabt Oesterreich zeigen wollten, baß sicvor den Toren Wiens" angelangt seien. Diese beiden Ankündigungen lassen selbstverständlich darauf schließen, daß die bei­den Parteicn nicht gerade gewillt sind,' sich vorein­ander zu verstecken. Trotzdcin kann man nur hoffen, daß es gelingen wird, die Ruhe in Oesterreich auf- rechtzuerhalten.

Ein Oemonftrationsverbot abgelehni.

Wien, 22. Sept. (SU.) In ber Frage des Heimatwehraufmarsches am 7. Oktober ist eine neue Wendung zu verzeichnen. Die Sozial­demokratische Partei hat sich nämlich, im Einvernehmen mit der BundesLilung des Republikanischen Schutzbundes, dem Laubcshauplmann Dr. Bur:sch gegenüber bereit erklärt, den Arbeitertag in Wiener Reusiabt am 7.Oktober abzusagen, falls der Heimat­wehraufmarsch nicht stattsinbet. Die Sozialdemokratische Partei erklärt überdies, daft sie bereit sei, einem Gesetz zuzuftimmen, durch das Aufmärsche der Selbstschuhver« bände, darunter auch des Republikanischen Schutzbundes, überhaupt verboten leerben, mit Ausnahme des Au^rückcns zu fe' Iii;:n (yd r- lichkriton unb dergleichen. Die Sozi al Demokraten seien jedock» nur bann bereit, einem solchen Ver­bot zuzustimmen, wenn es vor bem 7. Ok­tober erlassen werde und bereits auf diesen Tag Anwendung finde.

Wie die SozialdemokratischeArbeiter* Zei­tung" mitteilt, hat Bundeshauptmann Dr. Bu- resch das Angebot dem VundeSlanzler Dr. Seipel übermittelt und nach Einholung der Entscheidung des Bundeskanzlers dcm soziali­stischen Landesrat Hellmer mitgeteilt, daft die Regierung nicht in ber Lage fei, auf bas Angebot einzugehen. Sollte es später zu Verhanblungen über bie sozialdemo-

um Heberfliegen bei der nächsten Fahri würden sorgsam vermerkt. Da e« sich aber zunächst immer noch um Probefahrten handelt, bei denen es in erster Linie auf technische Prüfungen antommf, sei es nicht möglich, schon jetzt ir­gendwelche festen Zufagen tn jedem einzelnen Falle zu machen.

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ÄLelkervoraussage.

Druckstörungen haben zum weiteren Abbau de« norbwestlichen Hochdruckgebietes geführt und be­reits einen WiUcrungsumfchlag eingeleileL Meh­rere Böen, die gestern in Begleitung der Kalt­lust südwärts Dorgcbrungen sind, brachten auch tn unserem Gebiet unfreundliches Herbstwetter uiid mehrfach Reacnfck»aukr LeforiderS start war

bet Tempcraturrückgang über Frankreich, wo heute mtrgcn fteUenweise leichter Rachtfrvst auf» trat, lieber bem Kanal und Belgien liegt eint Druckstörung. bie auch in un'erem Gebiet zu Be­wölkung und erneuten Riederkchlägen führen wird.

Dettervorhersage für Dienstag. Wechselnd wolkig mit Au hei erung. kühl, rinjjdne Regenschauer.

WitterunaSauSfichten für Mitt­woch: Roch kühl unb zeitweise bewölkt, strichwrife leichte Riedtrschkäge.

Lufttemperaturen am 23. September: mittags 103 Grad Criflui, abends Grad (Telftu»; tun 24. Sep­tember: morgen» 43 Grad Celsius. Maximum 11 Grad Celsius, Minimum 2,9 Grad Celsius. Erd- temperafuren am 23. September: abeiids 11,2 Grud Ctlfnis: am 24. September: morgens 93 ®rab Cel­sius. Niederschlag 3,5 Millimeter. Sonnen- fcheinüousr 1-« Stunden.

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