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Kt. 46 Drittes Blatt

Dolksbund

^Deutsche KriegSgrabersürsorge"

Der Landesverband Hessen des Volksbundes Deutsche Kriegsgräber, fiürsorge hielt dieser 'Lage in der Aula der ILandesbaugeu erkschule In Darmstadt eine recht ffut besuchte Versammlung ab.

Der Dorsitzende. Gehe.mrat Dr. Feh, Darm» fisadt, begrüßte die Vertreter dec Bezirks- und Ortsgruppen, sowie die zahlreich erschienenen Mäste und Mitglieder, darunter auch den Ver- ! itreter dec Provinzialdireltion und des Kreis- iinnts, Oberregierungsrat Haber körn, ter in d2an.ensrre.ter We se die B.strcbungen ter Drlks- btundes stets unterstützt habe. Dec Vorsitzende Mrbreitete sich sodann über die

Zwecke und Ziele des Volksbundes u.nd hob hervor, das; der Volksound nicht nur krie Ehrung der Gefallenen durch würdige i; O n ft a n b o a [ t u n g und Schmückung ihrer Ruhestätten im A> siande bezwecke, sondern

1 fraft er auch ideelle Zwecke in Anknüpfung an den , Ct> ertob ber Grsal'e e.i für bas Vaterland ver- s>>lge, und in diesem Sinne Denkmäler im Kerzen des Volkes, inöleonbe.e auch der l'ibeni en und kommenden Geschlechter setzen wolle. Die Größe dieses Op ecs werde aber erst recht tu die Augen tic.cn, wenn ein Besuch der Karnpf» ' Ktbiele und der Friedhö.e in größerem Umfang mwglich sei. Dann werde auch überall erkannt Imerdcn, vor welchen x e.störungen die heimatliche teeutsche Erde durch unsere Helden bewahrt Wör­tern sei. Vor einiger Zeit habe er einen Bericht tt ittber den Besuch der Ge;rnd von Lens und der I Lor etto ° Höhe. sowie von S o u ch e z ge» 8 l«sen. Heber 300 000 Gefallene, dar­unter 60 OOO unbekann en Rarnens, liegen auf - beiefen Schlacht e.dern, die zu den blutigsten des Weltkriegs gehören. In Frankreich ruhen im gen- ß 8 m 900 C00 Deutsche, Den deren 450000 in Eiazel- t^iäbern gebettet sind. Jedes deutsche Cin-eigrab [«a; ein schwarzes Kre..z mit weißer Inschrift.

V Suf den französischen Gräbern stehen weiße kreuze mit schwa.zen Inschri ten. Von den oben geführten weile,en 450 000 in Frankreich ge­selle, en Deutschen liegt die Hälf e in Sammel» gräbern, von der Restzahl sind die Grabstätten unbekannt, es werden aber immer noch Grab» Mtten aufgefunden, und es gelingt auch oft, die S'olcn noch zu identi.iz eren. 3n der S adt Lens , stind nach dem bemerkten Berichte Die Spuren ilhrec vollständigen erstörung auf Schritt und Tritt noch zu erlence i, namentlid) sind die Vor» c»tte noch nicht wieder ausgcbaut. Auch an dec Loretto-Höhe zeigen sich noch die Spuren stärk­sten Kamp es, sogar liegt dort noch viel Kriegs- iriaterial (Stache.draht, Wellblech, Fe dslaschcn, Tornisterstücke usw.) umher, Schützengräben und Eranallöcher sind noch sichtbar. Auf der Loretto- B tzöhe ist die Kirche wieder aufgebaut. 3n einem, R wahe derselben errichteten 50 Meter hohem Turm H h e indet sich ein Gewölbe, in dem die Gebeine Den p ücec 30 000 unbekannten französischen Soldaten t chen. An der Seile des Turms sind Inschriften e ingemcißelt, darun er folgende (übersetzt):

Ihr, die ihr als Pilger an ihren Gräbern vorbeigeht, ersteigend ihr Golgatha und ihre blutgedrängien Wege, höret den Schrei, der aus ihren Grüften emporsteigt: Völker seid einig, Menschen seid menschlich!".

Das sind ergrei ende Worte der Versöhnung.

k»ie je'e.n Besucher tief zu denken geben. Dom Surme aus leuch.et nachts ein elektrisches Blink- l=ijt in der Minute viermal auf, die Bevölkerung itlrer Toten e'.innernd. Der Bericht, der sodann fi b'.e ausgedehnten Friedhöfe, die Deutsche bergen, sachildert, endet mit den Worten:Emst und tnaurig starren uns die schwarzen Kreuze auf Ltm öden Boden an. Ist es nicht, als ginge ein o.wattiges Daunen von ihnen aus? Immer v laculer, als wollten sie uns ein letztes Wort mit» gilben an unsere deutschen Brüder drüben über Hm Rhein? Wie ein verzweiselter Aufschrei filingt es von den Grüften herüber an unser Ohr. ,,'.v eutsches Dolk verlaß uns nicht, Die r g i ft nicht deine Toten in ihrer Einsamkeit draußen fern der Heimat

(Ls zogen drei Burschen wohl über den Mein ....

Roman von Erie'a Grupe-Lörcher.

Sil Fortsetzung Nachdruck verboten.

Ich werde Ehre einlegen mit meiner corbeille dh mariage, Melusine! Nicht nur bei Noette selbst, ländern auch bei ihren Freundinnen! Deswegen oin Ich dir viel Dank schuldig! Wenn du jetzt alles fertig arrangiert hast, könnte man vielleicht den fertigen Mrd deine Mutter auch noch bewundern lassen. Was meinst du?"

Melusine breitete zum Schluß eine große leichte Spitzendecke zum Schutze über den duftigen kost- b ren Gabenkorb. Sie blickte nicht auf: ,Laß die . Dufter, Alceste! Sie hat sich zurückgezogen und mag * tuemanb sehen. Der Abschied von Raymond geht tir furchtbar nahe."

Alceste biß sich auf die Unterlippe. Seit Ray- rronds Fortgang am aeskrigen Tage stand ein . Schatten über dem Hause.Sie sollte es nicht so ferner nehmen", meinte er nach einer Weile.Es iss: doch kein Abschied auf Nimmerwiedersehen! Ray- ' inond ist gründlich verärgert über die neuen Zu- k sllinde hier. Aber er wird auch von Deutschland grins gründlich enttäuscht sein. Denn es ist jetzt nicht j nnchr dasselbe Deutschland, das ec vor dem Kriege tocmengelemt hat. als er mit seinem geliebten f gireunbe von Schölzer in den Vakanzen nach Tdü- nhgen hinauf reiste! Jetzt sieht's schlimm in Deutsch- Luib aus! Und zu essen gibt's bort drüben auch noch Irnqe nichts!"

Melusine lachte leise spöttisch auf:Du kennst den Mymond schlecht, wenn du meinst, daß das alles itzi von Deutschland wieder Vertreiben könnte!"

Alceste schob eine Hand in die Tasche und ging ei lige Schritte auf und ab. Ihr Ton eben erinnerte ibei lebhaft an ihre einstige kampfbereite Kratz- bürstigkeit, mit der sie ihn früher so ost abgefertigt 1 bette. Wie sehr wurde ihre temperamentvolle Schlag- se-:ftgkeit, ihr halb lächelndes, halb spöttisches Sich- euslehnen gegen gelegentliche Bevormundungen von ihm immer im stillen geliebt! Zum Teufel, sie konnte doch ein kleiner Nicker bei Gelegenheit sein, und nxnn er sehr ehrlich.gegen sich selbst war, sehr d ehelich, dann mußte erßich gestehen, daß sie im kiei- ij neu Finger mehr Persönlichkeit besaß, als dieser

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen)

Donnerstag, 23. Zedruar (Y28

Reue Bücher.

ES gibt Rechtsbrecher, die nie aus dem Ge­fängnis tommen, und Rechtsbrecher, die nie in das Gefängnis kommen. Gerade das gefährlichste, das ausgekochte Anrecht kommt nicht vor die Schranken der Gerichte. Es ist seine Eigenart, nichtjustizfähig" zu fein, unbedingt sicher zu sein vor der Justiz. Deshalb aber benötigt die menschliche Ce'ellschaftErgänzungen zur Justiz". Diesen Gedanken behandelt Dr. W. B r 5 n n e r in einem eben erschieneaen Buche:Ergän­zungen der Justiz" undAnrecht, von dem nicht die Rede i ft. Berlin-Kohlhasen- brück.Fairneß '-Verlag, brosch. 6,75 Mk. Der "Verfasser hat offenbar sein Buch ge chrieben, weil er nicht zur Ruhe kommen kann bei der schmerzenden Erfahrung, die wir ja alle gemacht haben, daß es so unendlich viel empörendes und frech triumphierendes Anrecht gibt, gegen das nirgendwo ein Kraut gewachsen fein soll. Wem sind sie im Leben noch nicht begegnet, die Impertinenten, die Recht in Aacecht verkehren und Anrecht in Recht und Verdienst, die alle Absichten und alle Mittel der Justiz zuschanden machen, die unser Blut und unsere Wut zum sieden bringen und gegen die wir macht'os sind wie der Gefesselte, der am geschmiedeten Gitter rüttelt. In eines jeden Menschen Schick­salslinie wohl hat solch ein Riederträchtiger irgendwann und -wie das häßliche Zeichen seines unerbetenen, verkrümmende i Eingriffs gesetzt. Pharisäer hat sie die Bibel genannt, ..Krypio- Kriminelle" nennt sie der Derfafjer. Für alle die zahllosen Opfer dieser Raffinierten erhebt dieses Buch die le'.denfcha'tliche Anklage und noch leidenscha'tlicher die Forderung aus Schuh und Abhilfe. Die Bedrohten, die Opfer selbst sollen den Kamps gegen die Krimi­nalität des Raffinements au,nehmen, sie und die Gesellschaft. Der Verfasser hat ein richtiges überreiches Kriminalmuseum von Tricks und Schlichen, von Masken und Fallen dieser Gilde der Edelgauner zusam rengeftellt, und fein Kalkül ist sicher richtig, daß kein Tatbestand von Anrecht (von ethischem Anrecht natürlich!) sich lange mehr halten kann, wenn er erst einmal cnt'qrDt und an den Pra 'ger gestellt ift. Ent­larvung und Signalementsverbreituag soll der Ausgekochtheit das Handwerk erschweren und den Bedrohten zum Selbstschutz 'wappnen. Die Krypto-Kriminellen, die sich jenseits der Justiz angesiedelt haben, benötigen ja zu ihrem Leben die Gesellscha t mehr als irgend etwas anderes und partout vertragen gerade sie nicht die De­klassierung, mit der sie eine justizübende Ge­sellschaft bedrohen kann. Also ist es auch Sache und Ausgabe der Gesellschaft, dies Amt zu übernehmen, um der einzelnen und um der Gesamtheit willen. 17

Elsce Frobenius: M i t uns zieht die neue Zeit. Eine Geschichte der deutschen Jugendbewegung. 430 6ei:e i 8° mit 16 Tafeln. Deutsche Tuch-Gemeinschaft G. m. b. H., Berlin SW 69. Eine Gesckichte der ge"amten, großen, vielgliederigen Jugendbewegung in Scutfölanö; eine Ehcontk auf sorgsame Ducch-r >e.tung e nes weitschichtigen Materials, wie auf persönliche Anschauung sicher gegründet, ganz objeitiv, ohne Programm, ohne Polemik, ohne Aufruf und ohne Für oder Wider. Ein Querschnitt, eine histo­rische Darstellung sozusagen aus der Cegenwart,

deren Sinn und deren Entstehung am besten durch die folgenden Worte dec Verfasserin ge­kennzeichnet wird:Ich beschloß, nicht kritisch und fordernd an die Iugendbev egung heran­zutreten, sondern ihr als schlichter Chronist zu nahen, und baute entsprechend den Plan zum Buche auf. Dreierlei war dakei erforderlich: das Treiben der Jugend zu beobachten, wozu ich Sonntags in die Jugendherbergen wan­derte. Ansprachen und Gesängen zuhörte und Tanzen und Spielen zusah; mit Vertre em der Dünde In Fühlung zu treten und die Schris en der Jugendbewegung durchzuarle ten. Derneue Lebensstil" war mir bald vertraut. Bei vielen Unterredungen mit jugenölirei Menschen sah ich aber, daß nicht jeder mir geben konnte, was ich für mein Buch brauchte. Denn viele kannten nur die Gegenwart oder stellten die Ansichten, die in ihrem Bunde herrschlen. als Sinn der gesamten Jugendbewegung dar. So habe ich denn manchen Sommertag in den Bialiot^eien verbracht, um aus dem Schrifttum der Jugend das Werden der Bewegung zu erforschen. Zuerst las ich allgemein einführende Bücher, dann die Schriften der alten Wandervögel, aus denen das absichtslose Werden der 2u. eadbewegung und^ihr Widerspruch gegen die R.e tzanisierung des Lebens am klarsten heroorgeht. Erst später wandte ich mich den Schriften zu. die eine neue Problematik künden ... In eu ich die Geschichte der Jugend e.vegung schrieb, durch­lebte ich noch einmal alle Siu e i meines eigenen Werdens. Ihr innerer Sinn war m r völlig vertraut. And ich meine, so müßte e3 vielen Alten" gehen. Die innere Melod.e des Buchs wird am besten dargestellt durch den Schluß- vers deS von Anhängern aller Richtungea,der Jugendbewegung gelungenen Liedes:Mit uns zieht die neue Zeit!", und so erhielt das Buch den Titel."

Deutsches Balladenbuch Eine Aus­lese von Ofto Zimmermann. 3,6 Seiten 8°. Mit Hclzschnilten von A. Paul Weber. Deutsche Dichter = Gedächtnis - Stiftung. Hamkurg-Gro> borstel, 1027. Das Balladenduch der Deutschen Dichter Gedächtnis-Stiftung, seit 1001 in vielen Tausenden vow. Bänden ins deutsche Dolk ge­gangen, war lange vergrif.en. Die neue Auflage, die einer völligen Reubearbeitung und Reuaus­wahl gleichkommt, liegt jetzt vor. Geordnet sind die einzelnen Dichtungen nicht literarisch nach Autoren, sondern nach inhaltlichen Gruppen, Bücher genannt, um die innere Einheit auszu­drücken. z. B. Buch der Liede, Buch des Schwer­tes usw. Ausgelassen sind dieklassischen" Bal­laden älterer und neuerer Dichter, die jeder schon aus seinem Lesebuch kennt. Der beste Sinn des Ganzen aber ist. daß es ein deutsches Troft- und Kcastbuch ist. erfüllt von alledem, was wir in Liebe und Haß. Gläubigkeit und K'arheit. Demut und Stolz. Scherz und Ernst deutsches Lcbensgefühl nennen. Auch die Ausstattung ent­spricht allen Anforderungen der heutigen Zeit, Buchschmuck und Bilder sind stimmungsvoll und reichhaltig. Inhalt und Aeußeres zusammen- genommen, ist das Ganze fein Buch zum flüch­tigen Durchlesen, sondern ein Besitztum für immer, ein dauernd wertvoller Schah für Haus und Schule, für jung und alt. 79

in fremder Erd e!" D'.e'em Gedamen will der Volksbund dienen, das Gedächtnis an die Ruhestätten ter Ge.al.enen wach halten und diese pliegen. Jeder De ätsche sollte sich daher sagen: Die Sache des Volksbundes ift auch deine Sache, und sollte dies durch Beitritt beweise n!"

Wie der Vorsitzende weiter ausführte, sind veranlaßt durch den Vollsbund von dem Mit.eldeutschea Reisebureau in Beclin Reisen in Gruppen nach Kriegerfriedhofen an der Westfront in Frankreich und Belgien von Frankfuct a. M. und Köln aus vorgesehen. Es wurden Prospekte verteilt, aus

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Durchschnittstyo, den Pvette verkörperte. Und eigent­lich lebte noch> heute ein kleines, aber lebendiges faible für Melusine in ihm?

Aber die Karre war nun einmal verfahren! Da­mals, als Melusine so töricht war, sich in den ele­ganten, ritterlichen jungen deutschen Referendar zu verlieben und er selbst sich dann mit Pvette verlobte. Eine Heirat aus Aerger, um jemand, den man nicht gewinnen konnte, zu vergessen und zugleich zu ärgern.

Ja, so war das Leben.

Die elektrische Glocke schlug draußen an. Melusine hob den Kopf. Nur kein Besuch! Es gab zur morgi­gen Hochzeitsfeier noch genügend zu richten, und der Abschied vom Bruder lag so schwer auf ihr, daß sie kaum vermochte, allen äußeren Anforderungen mit SklbstbAerrschung nachzukonnnen.

Das Mädchen meldete Monsieur Bouvier. Gleich darauf trat Jean Paul mit seiner selbstgefälligen Sicherheit ein, die er nun hier um so mehr zur Schau trug, als er dicht am Ziele seiner Pläne stand: am heiligen Abend hatte die alte Baronin im eng­sten Familienkreise die Verlobung von Melusine mit ihm veröffentlicht und beglückwünscht. Baronin He­lene als Mutter versagte ihre Einwilligung nicht, ob­gleich er sie sich als Schwiegermutter etwas erfreuter über die Wahl ihrer Tochter gewünscht hätte. Und Melusine hatte vorläufig von einer sofortigen Ver­öffentlichung in der Allgemeinheit nichts wissen wol­len, sondern erklärt: es sei taktvoller, gerade letzt nach Raymonds Fortgehen sie nicht gleich zu publi­zieren, damit die Oeffentlichkeit nicht Gelegenheit ge­wänne, einen Zusammenhang zwischen seinem Fort­gehen und dieser Berlobuna zu konstru.ieren.

Aber der Stein des Anstoßes, als den Bouvier seinen künftigen Schwager von der ersten Begeg­nung an richtig einschätzte, und dessen ruhiges, schar­fes Beobachten ihm jedesmal peinlich und unbequem gewesen war, wurde Bouvier ja nun aus dem Wege genommen, als Raymond Straßburg verließ. Es hätte Bouvier kaum etwas willkommener sein können!

Deswegen befand er sich jetzt auch in allerbester Laune. Sein einziges Ziel war nun - Melusine durch erdrückende Liebenswürdigkeit völUg zu umgarnen, damit sie die Zustimmung gab, bei der morgigen Hochzeitsfeier ihres Vetters Alceste ihre Verlobung mit Bouvier bekanntgeben zu lassen.

Dann war sein Ziel in wirklich greifbare Nähe gerückt! Dann war es ein leichte», hier als Gatte

denen näheres, insbe'endere auch die Preise für die Reise und d'e An.eckunst, ersichtlich ist, es kann aber wegen dec Schwankungen des Franken keine Gewähr für die Höhe der Preise über­nommen werden, es muß daher jeder, wec die Reise aus ühren will, sich mit dem Reisebureau direkt ins Benehmen setzen und Vereinbarung treffen.

Sie Iahresrechnung für 1927.

Aus dec Rechnung für 1 927 geht hervor, daß die Beiträge und Sammlungen in Hessen 15 383,45 Mk. ergeben haben und daß die Ver- wauungskoslen des Lan,esverbandes 371,17 Mk. betrugen. De n Rechner wurde Entlastung erteilt.

Ul IT-TnagTTT aaa»>-.Hni;riiTrwr'.»iinTinT.i i. r imrvgggaBiMl ber liebreizenden Baronesse Welzin-Hammer schlag, als eingcheiratetes Mitglied leitenden Posten an einem großen Orchester zu erhalten, dem sich bald andere ehrenvolle Aemter im musikalischen Leben der Stabt angliehern würden und selbstverständ­lich würde man bei der ganzen hier jetzt herrschen­den Stimmung ihn als Vollblutsranzosen ganz be­sonders hofieren! Die Hauptsache war nur, daß er durch die sreiherrliche Familie von Hammerschlag hier lanciert wurde, und er dadurch ganz andere Ansprüche erheben konnte, als wenn er als einfacher Professeur de musique über die Vogesen heruber- gezogen kam!

Er küßte seiner Braut zuerst die Hand, bann hauchte er ihr einen Kuß auf die Stirn. O, er wußte, wie er sich zu benehmen hatte! Denn im dunklen Empfinden, daß Baron Alceste als gebore­ner Edelmann einen scharfen Blick für die Eleganz anderer besaß, ließ Bouvier es sich besonders ange­legen sein, in jede seiner Bewegungen den Hauch selbstverständlicher Eleganz und Vornehmheit zu legen. Man hauchte seiner Zukünftigen nur einen Kuß auf die Stirn! Nur ein vulgärer Bauernbursche packte seine Liebste an der Schulter und gab ihr einen Schmatz! t

lieber all den Besprechungen des Hochzeitspro­gramms habe, ich ganz versäumt, mich zu erkundi­gen, teure Melusine, welche Farbe deine Toilette morgen haben iSirb. Da ich die Ehre habe, dich zu führen, möchte ich es nicht unterlassen, dir ein Bu­kett in der Farbe deiner Toilette zusenden zu lassen!"

Rosa Chiffon! Pvekte hat den Wunsch geäußert, sämtliche Brautjungfern möchten in Rosa kommen."

Welch köstlicher Anblick wird das werden! Also rosa! Eh bien, mackere, was ist selbstverständlicher als daß ich dir ein Bukett ganz aus roso Rosen sende? Wenn es aus den Treibhäusern gibt: echte ba Erance - Rosen! Erinnerst du dich noch der La France, die ich dir damals im Garten meiner Großeltern zum Abschied pflückte?"

O ja, wie genau entsann sie sich jener Augen­blicke. Auch, daß im Kelch jener Rose noch Regen­tropfen geschwankt hatten, gleich zitternden Tränen! 2a, gleich Tränen. Und wie dieser Vergleich sich gleich einer dunklen Ahnung über sie damals hatte legen wollen, trotz des unendlich süßen Rausches, den sie neben ihm im Gartenhause unter seinem Geigenspiel verlobt.

Aus der Riederschrift über den letzten Der- tretertag in München, -u dem auch der Reichskanzler einen Vertreter entsandt hatte, wurden noch geschästlicke Mitteilungen gemacht. 3m Anschluß hieran hielt Lehrer Germann, stellvertreienker Dorsitzrnder des Landesverban­des und Vorsitzender der Ortsgruppe Darmstadt, einen sehr über, ich.lichea, interessanten und lehr­reichen Vortrag über:

iln'ete fernen Gräber und dir Fürsorge des Dollsbun'es für die deutschen K.leger» gröber I n AuSlande",

den der Redner durch Lichtbilder wirksam er­läuterte. Es tourten Grabstätten aus Polen und Rußland, Rumänien, sowie dem übrigen östlichen Kampfgebiete (auch aus Kleina ien und Palä­stina), ferner aus Italien, sowie insbesondere aus Frankreich und Belgien im Bilde gezeigt. Daraus ging hervor, daß viele Grabstätten, namentlich auch in Belgien, noch start verwahr­lost sind, im Gegensatz zu den in Belg.en be.ind- lichen, sehr aut (e gei.ichie.en und gep legten eng­lischen Grabstätten, und daß die wücdiae Her­stellung der ieätschen Grabstätten noch sehr gto?>e Summen beanspruche > wird, aber auch eine erste Ehrenpflicht des deutschen Vol­kes und des Volksbunde Z ist!

Farbenirust und Erfinder.

Eine Millioncnklagc vor dein Landgericht.

WER. Frankfurt a. M., 21. Febr. In England hat während des Weltkrieges ein Professor eine für den Kriegsdienst sehr wichtige Erfindung gemacht. Aus dem Wege der Gärung von Stärke stellte er Azeton her, wodurch man das rauchlose Pulver ein,ühren konnte. In Deutschland war feine derartige Er indung schon vor dem Kriege längst vorhanden, sie beruhte aber auf einem andern Veciahren. Der jetzt in Frankfurt a. M. ansäf ige Direktor, Di­plom-Ingenieur R a t h a n G r ü n st e i n, der von 1910 bis 1914 bei den Ehemischen Werken Griesheim-Elektron tätig war, vermochte Essigsäure aus Kalzium­karbid zu gewinnen, eine Erfindung, die im Kriege von eminenter Bedeutung war, weil man vom Ausland die Produkte, die zur Herstellung von Essigsäure notwendig waren, nicht mehr be­ziehen konnte. Grün st eins Verfahren, das durch Patentegeschüht worden ist. brachte die seitherige Tätigkeit der Holzveckoh- lungsindustrie zum Erliegen und spielt heute eine bedeutsame Rol'e in der Indigo- und Kunstseidefabrikation. I ner eng­lische Professor ist an feiner Erfindung reich ge­worden, aber ©rünftetn hat nicht de besten Erfahrungen mit der materiellen Auswertung feines Verfahrens gemacht. Davon zeugt eine jetzt vor der vierten Zivilkammer des hiesigen Landgerichts gegen die I.-G.-F atbeninbu» ftrie und ihren Vorstand, sowie gegen einen Dr. F. sich richtende F e st st e l l u n g s k l a g e, die auf Schadenersatz abziekt. weil die Inter­essen des klagenden Erfinders nicht richtig gewahrt worden fe'en. Der Pro-eh schwebt schon längere Zeit. Grünstein hat seine Erfindung 1910 an Gr.esheim-CLktron verkauft, wobei er die weitere Ausarbeitung und die tech­nische Einführung feiner Erfindung übernahm. Es war nur ausfallend, daß Griesheim- Elektron mit der Ausnutzung des Verfahrens zurück hielt und mit zusah, wie andere .Unter» nehmen dec chemischen Industrie Deutschlands die Patente Grünsteins bzw. GrleSheim-Elek- trons verletzten. Es ift darüber nachher zu Pro­zessen gekommen: sie endeten mit einem Ver­gleich. Ein neuer Streit entstand, als es sich um die Erteilung einer Generallizenz handelte, ©rünftetn glaubt, daß in der LLenzsrage seine Rechte bei dem Abschluß dec Inter­essengemeinschaft nicht in dem wün­schenswerten Maße beachtet worden find. Auf den Ausgang des Prozesses kann man gespannt fein. Sind wirklich die Rechte des Ensinders verletzt worden und die K age hat Erfolg, so wird der Kläger sicher feine Forderung von Millionen gegenüber dem Konzern geltend machen.

Sonderbar, daß diese Abschiedsstunde von ihm damals jetzt so greifbar deutlich vor ihr wieder anf- stieg! J>ab ich nur deine Liebe die Treue brauche ich nicht!" Das war sein Lied damals ge­wesen.

O, Jean Paul Bouvier, wenn dieses nun dein Lebenslicd in Wahrbeit war?

Am letzten Tage feines Hierseins hatte sich Ray­mond nicht mehr darauf beschränkt, ihr gegenüber Andeutungen über Bouvier zu machen, sondern er ließ sie direkt Einblick in die Antworten der beiden Detektive nehmen. Leidenschaftlich hatte sie sich gegen die Verdächtigungen an Bouvier gewehrt! Mit verbissenem Zorn hatte Raymond es dann auf- gegeben, sie aufjuflären. £o war der Abschied zwischen den Geschwistern ganz besonders traurig geworden, weil er voll Mißverstehen, voll Trotz und voll Empörung über ihren Eigensinn war: seine guten Absichten anerkennen zu wollen.

Aber ein Stachel war doch seit den Aeußerungen von Raymond in ihr sitzengeblieben. Ein Stachel, der sich immer tiefer in sie einnistete, und geaen den sie in ihrem immer noch leidenschaftlichen L:e- besrausch dennoch vergeblich zi< locken versuchte! Ein ausstcigendes Mißtrauen wühlte in ihr.

Sie fuhr aus ihren Gedanken auf. Bouvier wurde inzwischen von Alceste an den großen Karb herangewinkt: Alceste hafte bas Spitzen tu ch aufge­hoben und lieft ihn einen Blick auf die duftigen Herrlichkeiten werfen:Betrachten Sie das genau, Bouvier! Damit Sie in der Lage sind, meiner Ku- sine eine ebensolche Corbeille de mariage zu sen­den, wenn Sie HochMt machen!"

Das Lachen von Bouvier klang sichtlich gezwun­gen. Auf den ersten Blick seh man. daß alles im Korbs aus kostbarem Material gewählt war. Mon Dieu, woher sollte er, der kleine Professor ber Mu­sik aus einem französischen Provinznest dritten Grades, die Mittel haben, um einen so kostspieligen Hochzeitskorb zu senden? Aber mit seiner seelischen Nonchalance beruhigte er sich selbst sogleich im stil­len. Wenn erst seine Verlobung mit Melusine ver­öffentlicht war, und es ging einer baldigen Hoch­zeit zu, bann erhielt er in der Stadt als Schwieger­sohn der Baronin Welzin-Hammerschlag Kredit in jedem Geschäft. Und später bezahlte er die Rechnun­gen dec ganzen Chose einfach von der Morgengabe, die er sicher von der alten Baronin in nicht zu knapper Weise für ihre Enkelin aus ihrer Prioat- schattille erhalten würde ...! (Fortsetzung folgt.)