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Nr. 197 (Er ff cs Blaff

Dmrf Mitt Perlofl: Brühl'sche Untve^läir-Vuch. und Siembrnderet R. Lange in Sietzen. Sdfriftleiting und Seschäftrtzele: Schnlftratze 7.

Das Ringen zwischen Pakt und Antipakt

beuten, und fte

werde sich selbst werde es den An-

man, bah als Mittel

Man soll eigentlich nicht bennnbeuidn. Wär» ben die Tatsachen an sich sprechen, so könnte eS im Grunde genommen in der Welt keine Mißver- stänbnrsfe geben. DaS dürfte auch für den St e 1 logg-Pakt gellen. 3n der ganzen Well weih

Die politische Krise in Thüringen.

Weimar, 21. Lug. (DB.) Die innerpolitische (inhDttflung in Thüringen hat. wie wir erfahren, die demokratische Abgeordnete Frl. Dr. Schulz Gera veranlaßt, heute dem Landtag»präsj,

lör Kellogg beschlossen, von einem Besuch in London angesichts seiner pariser und Dubliner Verpflichtungen a b ; u s e h e n. Kellogg beabsichtigt, drel Doge ln Irland ju verweilen. (In einem Teile unserer gestrigen Auflage bereit» berichtet. D. Red)

Hne-euSschluß im Berliner Zlaggenkneg.

^Berlin. 21.2Eug. tPriv.^Tel. deS MTB.) Wie erinnerlich, kam es im Sommer vorigen 3a?re4 »wischen dem Berliner Magistrat y..ei^nt r Hotelbesitze rn zu uner* rreuuchen Auseinanberfetzungen über die De-- rlaggung der Hotel- in den Reichs- ' Q r b e n. Die Folge toar, dah der Oberbürger» meifter und die anderen Beamten des Magistrats von Berlin allen Veranstaltungen, die in den be­treffenden Hotels stattfanden, fernblieben. Das ..B. T." berichtet mm über eine Verständi- gung zwischen Wagistrat und Hotel­gewerbe. An der morgen statt Kn den den Heu­er Öffnung des Wintergartens werben nach dem genannten 'Matt zum ersten Male wieder Ver­treter des Dervner Magistrats teilnehmen, a

nicht verwirklichen. Deutschland eine» Tage» zu verstehen geben, daß schluh an Oesterreich nicht wünsche.

Dandervelde

inlich er auch fei. auszu- hierfür eine Bestätigung m der Tatsache finden wollen, dah ein englisches Kavallerieregiment an rein örtlichen Ma növernsranzösischer Truppen im 'SbeinIanb teilnimmt. Hierbei handele es sich um einen reinen Höflichkeitsakt, tn dem die deutsche Presse jedoch eine besonder: polittfchc Bedeutung habe entdecken wollen. Das biene viel­leicht der Taktik derer, die glauben machen woll­

Amerikas Arbeifsminisier in Berlin.

Berlin, 21. Aug. (DDZ.) Der amerikanifche Arbeitsminister Daves hält sich gegenwärtig m Berlin auf und wird in den Mittags­stunden vom Reichskanzler empfangen wer­den. während er am Rachmittag Gast der Karl- Schurz-Bereinigung sein wird. Der Ausenthalt des amerikanischen Arbeitsministers ist, wie das Rachrichtenbuveau des VDZ. hört namentlich deshalb von grobem Interesse, weil Daves die für Deutschland wichtige Frage der Einwan­derung nach Amerika refWmä&ig be­arbeitet. Ferner beabsichtigt der amerikanische

daraus ergibt sich, und alle Informationen au» eingeweihten Kreisen bestätigen den Eindruck, dah die Tariferhöhung in irgendeiner Form vom Rcichsbahngericht als un- erlahlich bezeichnet werden wird. Die oettraulichen Einzelbesprechungen und Erhebungen an Ott und Stelle, die da» Reichsbahngericht ;ur Feit fuhtt, werden wohl noch einige Wochen in Anspruch neh­men, so daß die Urtellsoerkündigung kaum vor Ende des Monat» zu erwarten ist.

Lrfchetni täglich,a»tze, Sonntag» enb Feiertag» vellogen

(Lietzener Familien blätter Heimat im Bild

TH. Scholle eli-lei* gspreü;

2 Reichsmark und 20 Äti4»Pfennig für Träger» lohn, auch bei Nichter­scheinen ein; einer Nummer» infolge höherer Gewall. Fernsprechanlchlgss,: 61, 64 und 112

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Ehefredakte»r

Dr. Friedt ^llild. Lange. Derantwvnlich für Tolrnlt Dr Fr Dilh Lang» für Feuilleton Dr H.Tdnnot, für den üdttaenTeil Ernst Dlomschem: für den An- feigreteil ttutt funmonn, sämtlich in Gießen

Arbeitsmini st« die sozialen Einrichtungen Deutschlands zu studieren.

Arbettsminifter James 3. DaveS betonte in einer Unterredung mit einem Mitarbeiter der. -D. A. 3-" auKwücksich. dah fein Besuch lediglich privaten Eharakter trage. 3um erstenmal betrat Daoes Deutschland im Fahre ISIS, wo er in Koblenz kurz nach dem Waffen­stillstand weilte. Auf die Frage, ob er die Ver- pältniffe in Deutschland leit seinem letzten Be­uche verändert finde, erwiderte Mr. Daves u- <t: ,3a, völlig. 3ch bin zwar fern Optimist, aber ich glaube, dah Deutschland bas Schwerste überwunden hat und im lang- famen, aber sicheren Aufstieg begriffen ist." Daves zeigte fich über daS tn Berlin Ge'ehene J^r erfreut und äußerte sich in anerkennen den Worten über die Aufmerksamkeit. die man ihm mit dem Empfang beim Reichskanzler und mit der Besichtigung des Reichstages erwiefen hatte.

zu bekriegen, so sei bas für die Tschechoslowakei von Dedeutuna. Benasch glaubt, dah der ZteUogg- Pakt geeignet sei, indirekt eine Annäherung zwischen Washington und Gens herbeizuführen. Die Ä n - sch lu Hf rage ist für Beneid) ein von Zeit ,u Fett Immer wiederkehrende»altes Lied , das jedes­mal mehr oder weniger scharf erklingen werd«. Der Anschluß Oesterreich» an Deutschland

Geheime Verhandlungen des Reichsbahngerichtes.

(Eigener Drahtbericht desGießener Anzeigers".)

Berlin, 22. Aug. Die Verhandlungen und die Urteilsverkündung de» in der Frage der Tarif­erhöhung der Reichsbahn eingesetzten Reichsbahngericht» scheinen einen ganz an­deren Verlauf zu nehmen, als man gemeinhin von einer solchen Schiedsinstanz ermattet und gewohnt ist. Rach den Vorankündigungen hatte man ange­nommen, daß sich das Rrichsbnbngettcht. das nun Ae Frage der Tariferhöhung, über die sich die Reichsregieruna mit der Reichsbahn nicht einigen konnte, entscheiden soll, sich offiziell vor der Urteil»- Verkündigung Ende August zu mehreren Sitzungen konstituieren würde. Wie wir aber hören, haben die Verhandlungen des Reichsbahnge- richt» bereits begonnen Sowohl in den Räumen der Reichsbahn, wie im Reichsverkehrs­ministerium sind vertrauliche Besprechungen und Unteriuchungen von den beiden Beisitzern oorge- nommen worden. Vor allem dürfte man diese ver- Handlungsart, die sich hinter den Äuliffen abspielt, gewählt haben, um möglichst jede Störung von f<nBuhali<n Zudem sind die beiden Bei- sttzer, der auf Vorschlag der Reichsregierung er-

Snbuhrielle Dr. h. c. Silberberg aus Röln unb ber auf Wunsch der Reichsbahn bestellte Bankdirektor Dr. D. Frisch Männer der Prapi», me e» vorziehen sich an Ott und Stelle zu infor- mjeren, statt m formalen Verhandlungen lange Dis. rulfwnen zu fuhren.

H"^rrJ4,te4er Seite verlautet weiter, daß ch bu Re.chsbahngencht formell erst kur, vor der Urteilsabgabe konsntuieren wird Mit dieser Taktik 3n anscheinend lange Diskussionen vermeiden eine S --d n i » unvorbereitet möglichst al- einc Att Ueberraschung verkünden. Schon

denten ihr Mandat zur Verfügung zu stellen Der zweiie demokratische Abgeordnete, Profesior Krüger, hat sich noch nicht geäußert. Ebenso ist bisher noch keine Demission der demokratischen Realer ungsmitglie- der erfolgt. Am Mittwoch soll eine stabinetislitzung stattfinden.

beute übcthattpt (eine unmittelbaren unb unbe­schwerten Erkenntnisse geben kann Denn sonst hätten wir doch jetzt beinahe den Zeitpunkt er­reicht, zu dem sich bte Erde in das Paradies ver­wandeln würde. Aber weit gefehlt. Während man noch jetzt von den Vorbereitungen zur Unter­schrift des Kellogg-PakteS spricht, taucht schon wieder die Aachncht von dem Anti Pakte auf. Das mag nicht Wunder nehmen, vor allem toerni man bedenkt, daß schon daS einfachste phy- sckaltsche Gesetz besagt. Druck erzeuge Gegendruck. Immerhin stimmt es doch resignierend. Dies Nein wetrig 3ivilcourage. waS notwendig wäre, bamit sich die Völker vorbehaltsloS zu einer friedlichen Zusammenarbeit zusammenfinben könnten, ist lei­der nicht überall aufaub ringen. Frankreich und England, die allerdings schon bei den Vorbesprechungen um den Rellogg-Plan mancher- lei Bedenken äufierten. Älaufeln eingefügt baden wollten und schließlich den gartz felbftoerftäret^ i'-ch«l urfprünglichen Pakt diplonuttifch raffiniert gemacht haben, haben kurze Zeit vorher ein Flvttenkpmpr omi h geschloffen, das tm wesenttichen auf den Kriegsfall abgeftmrmt ZU fein scheint. Also btefelben Mächte, die am kommenden Sonntag den Krieg verwerfen wer­den. werden im Grunde genommen selbst nicht r*cht an die Abschaffung des Krieges glauben, linb das alles, obwohl bereits vor dem Äelloqg- Patt die verschiedensten Verträge abgeschlossen worden find, wie die von Locarno, unb obwoU es so etwas wie einen Völkerbund gibt. Un- willkürlich fragt man sich deshalb, was dann eine derartige Vertrag-Politik überhaupt für einen 3weck habe. Denn die Folge mühte ja jetzt wie­derum fein, dah man einen neuen Vertragsent­wurf schüfe, der auch diesen f(»genannten Anti- Pakt hinfällig machen würde. Ader das ®an$e würde sich ins Unermeßliche steigern.

Run soll hier auf keinen Fall der Wert des Kellogg-Paktes berabgeminbert werden. Ohne Frage bedeutet er eine wichtige Etappe in der Fortentwicklung der Menschheit. ®aru gleich, ob sich die Unterzeichner diele- PatteS den Einzelheiten der damit getroffenen Vereinba­rungen fügen werden, der Pakt an fich be­hebt. Unb die Mächte die von dem Kriegs­ächtungspakte ehrlich überzeugt sind, werden immer wieder Gelegenheit haben, dies Dokument als Rückhalt zu gebrauchen. öineti TageS muff die Welt dahin kommen, da st man der­artige Abmachungen auch als allgemein gültig unb unumgänglich anerkennt. Auch die Ab­rüstung wird einmal kommen müssen, wenn es auch noch einige Zeit dis dahin dauern wird Aber die Macht der 3eit ist stärker al» die Macht des einzelnen Staates Hier walten ge­schichtliche Gesetze Unb selbst, wenn das englisch- sran,zö<ifche Flottenkompromiß wie ein Antipakt ausfieht. so zeigt es sich doch schon an dem Ver­halten Amerikas, das biefem Plane mit größter Besorgnis gegenübersteht, dah die Antiwirkung wobl nicht allzu groh fein kann, eben weil der Zusammen klang der Mächte dazu zwingt, dast sich auch die einzelnen nach unb nach organisch in bic Rotwendigkeiten dieses Zusammen klanges einfügen müssen.

Kellogg fährt nicht nach London.

Reu York, 21. Aug. (WIB. Funkspruch) Flach einem Telegramm, da» dieIleuyork Times" von Bord der3»lc de Jrancc erhielt, hat Staatssekre-

gegen die weitere Besetzung.

Paris, 21.August. (WB.) Der6oir" hat bei führenden Politikern Englands, Belgiens und Frankreichs eine Umfrage über die Locarno- Politik, den Kellogg-Pakt und die Aus- sichten der bevorstehenden Völkerbunds, tagung veranstaltet. Vas Blatt gibt heute die Aeuherung von Aanderoelde wieder, der u. a. erklärt:

..Der Kellogg.Pakt mit seiner feierlichen Ver­pflichtung, nicht mehr zum Krieg als Instrument nationaler Politik zu greisen, gibt den Argumenten neue Kraft, die für di« Abrüstung und die Räumung der besetzten Gebiete und das Selbstbestimmungsrecht der Völker sprechen " Aus die Rheinlandroumung im besonderen eingehend, führt vanderoelde aus:

Das kann man Dr. Sfrefemann als Unter­zeichner de, Cotamooerlrage» unb des Kellogg- Paktes entgegnen, wenn er morgen fragt: Worauf wattel ihr, um un» nach zehnjähriger Besetzung da, Recht wiederzugebrn, uns auf unserem gesamten Staatsgebiet frei zu regie­ren? Es märe unmöglich, ihm tu erwidern: ,.3hr sollt weiterhin ein Staat fein, der sich nicht im Sinne von Artikel 1 des Völkerbund»- pafte» frei regiert. Ihr seid bis zum Iahre ISZb verpflichtet, die Aufrechterhaltung ftrmber

(Darnlfonen zu dulden.'

Auf die Einwendung. dast die Rbeinlandbesetzung als das einzige Sicherhcitspfand Frankreichs und als Pfand für die Ausführung des Dawesplane,

des Kriege« ----- uuvIF^., mithin allo ben Krieg überhaupt verwirft. Run haben aber schon bie Vorverhandlungen um den Paklvrttchlag mannigfache Kombinationen ge­schaffen, bie bas radikale Verwerfen bes RttegeS an einer ganzen Reihe von Stellen burchlöchert haben. Damit aber noch nicht genug. Der Äinberglaubc gilt heute nicht viel m ber Welt. Gs scheint, bah das Begttffs:^ermögen der Menschen so bifferenziert worben ist. bah es

Paris. 21. 2fug. (WB., Der .TempS" be­zeichnet bie wegen beS französisch-englischen Flöt- tenabkommens entstandene kontroverse als einen Dersuch. bie wahre Debeutung dieses Abkommens zu vettälschen. Man habe sofort auf daS Vor- banbenfetn einer festen franzöfifch-eng- lischen Allianz mit einer gegen bie 'Ber­einigten Staaten im Atlantischen Ozean unb gegen (Italien im Mittelmeer gerichteten Spitze geschlossen. Die deutsche Presse habe es s»ch betonders angelegen fein lasten, diesen Gesichts­punkt. so unwa« " - -

Oer Ferne Osten.

Der :vlchluh de» drulfchchinefischrn 'Wirtschaftsverträge» ha« erneut die L a g e im Fernen Osten in den Mittelpunkt de» all­gemein polttifchen Interefsts gerückt. Bisher fpleite Drulichinnd in diesen Berhattniisen eine relativ sekun- Darr Rollr Erst die Nachricht, dah der deutsche Sc- sandte in Peking, Dr. von Borch, sich zu einer Informationsreise nach Nanking begeben habe, stellte die Tatsache in den Vordergrund, datz auch Deutsch, land eine .;an;e Reihe von bedeutsamen Interessen in China hat, die durch den Abschluß des neuen deutsch-chinesischen Lettrage» nach jeder Richtung hinne wesentliche Forderung ersahren dürften.

Die neue nationalistische Regierung in Nanking Hal schon, seitdem sie die Regierungogeschäste der chmest. schen Republik übernommen hat, eine ganze Reihe nun Verträgen abgeschlossen Der bedeutsamste ist wohl der mit A m e r i k a, der vor allem zum ersten- mal die Anerkennung der Rollautonomic ll hina» brachte und ausdrücklich bestimmte, daß die alten amerikanisch chinesischen Verträge ausge- Koben werden sollten Cs wurde dafür die Klausel gesetzt, daß kein Staat die Waren des anderen schlechter behandeln dürse, als die von Angehörigen eines dritten Staates. Damit war für die Stabili­sierung der politischen Berhaltnisie in China ein be­deutsamer Schritt nach vorwatts getan, denn da» An- sehen Nanking» wurde durch diese Vereinbarung nach außen hin außerordentlich gehoben unb nach innen hin konnte die Rückwirkung der Stabilität nicht aus- bleiben. Ferner kam es bald zu Vereinbarungen mit England, denen die Beilegung de» Nanking- 3roi|d)cnfaU» zugrunde lag

Nun ist der deutsch-chinesische Vertrag abgeschlossen worden, der in der Kette der chinesischen Dettragspolitik ohne Frage ein wichtige- Glied be­deutet. Der Artikel 1 diese» vertrage», in dellen Präambel betont wird, daß Deutschland und China van dem Wunsche geleitet seien, die Bande der Freundschaft, die zwischen beiden Landern bestünden, auch weiterhin zu befestigen und die Handels- beztehungen Mischen beiden Landern auszudehnen und zu erleichtern, besagt im Wortlaut folgende». Die beiden Hohen vertragschließenden Staaten ver­einbaren zum Zweck der Durchführung voller Gleich st ellung in Zollangelegenhei- t e n und unter Ergänzung der Vereinbarungen zwi­schen Deutschland und China vom 20. Mai 1921. daß in allen Holl, unb verwandten Angelegenheitei. keiner der beiden Hohen verttagschlicßenden Staaten in dem Gebiete des anderen Irgendwie gegenüber der Behandlung irgendeines anderen Landes benachteiligt werden soll. Die Ange­hörigen der beiden Hohen vettragschließenden Staa­ten sollen unter keinen Umständen gezwungen wer- den. In dem Gebiet de» anderen Staate» irgendwelche höheren oder anderen Zolle, inneren Abgaben oder Steuern bei der Einsuhr oder Aussuhr von Daren zu zahlen, al» die von den Angehöttgen des Landes oder von den Angehöriaen irgendeines anderen Lan­de» gezahlten. Die Bestimmungen im Notenwechsel zum deustch-chinesischen Abkommen vom 20. Mai 1921, wonach deutsche Einfuhrwaren Zölle nach den allgemeinen Zallbestlmmungen bezahlen, bi» die autonomen Zollbeslimmungen allgemein angcwendet werden, wird hierdurch aufgehoben." Damit ist die empfindsamste Lücke im deutsch chinesischen Witt- schäfte verkehr beseitigt, und e» steht nun zu ermatten, daß der Verkehr, der sich bisher für Deutschland nicht gerade günstig entwickelt hat, wesentlich ftei- gern wird

Für den gesamten Fernen Osten bedeutet dies aber eine Konsolidierung der Verhältnisse, und man darf nur hoffen, daß in diesem Gebiete endlich einmal Ruhe eintritt damit jener wertvolle Teil des Fernen Asien» auch positiv am gesamten Weltverkehr teil­nehmen kann

178. Zahrgaitg Mitstpoch, 22. August st)28

Gießener Anzeiger

Generaf-Anzeiger für Oberhesfen

Die Washingtoner Regierung ist von dem englisch.französischen Flotten- abkommen töenifl entzückt. Auch sic weih bis heute noch nicht, was bic Kabinette in London unb Paris vereinbatt haben, ist sich aber keinen Augenblick barüber im Zweifel, bah bic Spitze des Flotten ko mprvmistes nur gegen dieVer- einigten Staaten gettchtet sein kann. Sie wirb in ihrer Annahme noch burch daS Ver­halten bes englischen Auszenministers E h a m - bet la in beftarft, ber es vor gezogen hat. schleu­nigst einen Erholungsurlaub anjuircten. um dem nach Europa kommenben arneritanischen Staatssekretär beS Aeustern aus dem Wege zu gehen. Run war ursprünglich beabsichsigt. baß Kellogg auch noch einen Abstecher nach London macht. Davon kann aber heute keine Rebe mehr sein. Was soll er säälcßllch auch in ber englischen Hauptstabt. nachdem sich Cham­berlain auf Reisen begeben hat. allo gerade bic Persönlichkeit nicht anwesend ist. mit der er sich über bie bringendsten Probleme bes Tages unterhalten formte. Kellogg wirb also einen Bogen um Conbon schlagen unb sich nach ber Unterzeichnung bes AriegsächtungSpaktes nicht übermäßig lange in Europa aushalten 3n ber Tat. nichts kenrrzeichnet ben wahren Charakter des .Welstriebens" besser, als dieses steine Vor­spiel ber Llnterzcichnung bes Kriegsächtungs- Paktes.

Snglisch.französische Beschwichtigungsversuche.

London, 21. Aug. tWB.) Wie Reuter er» fabr-t, werden di« in einigen Streifen Detbrei- toten Andeutungen, bah das britisch-sran- zbsische Flottenübereinkommen ir­gendeine dunkle Bedeutung habe, in gut unterrichteten Streifen schars zurückgewie- fen. Es wird erklärt, bah bas Liebere in kommen einen Lchtttt nach vorwärts bedeute, und bah es sich nicht um ein Abkommen zwischen Frankreich unb Großbritannien allein hanbele, sondern bah dieses ilebereinfommen nur in Straft treten kann, wenn die anderen Mächte, die ber Öee- Abrüstungs-Stonvention angchören, ebenfalls bei­träten. Der Wortlaut byS Hebereinfommen« ist ben anderen in Betracht kommenden Mächten mitgeteilt worben, und die Vereinigten Staaten haben Aufklärung über einige ?lunfte erbeten, über bie nunmehr feiten- der ritischen Regierung eine Antwort gegeben wor­ben ist. 3u den Klagen darüber, dah bas Ab- lornmen nicht veröffentlicht wird, wird mitgeteilt, bah von einer Veröffentlichung Abstand ge­nommen worden sei. um eine gewisse Ela­stizität zu gewährleisten, bie nicht möglich ge­wesen wäre, sobald die Bestimmungen bekannt- gegeben worben wären.

ton. bah bie vertrauensvolle engsisch-französiiche Zusammenarbeit zur Wadru-.g des allgemeinen Friedens, die bte Grundlage lebet öicb.riv.t.*- polrtik m Europa bilde, bestrebt fei zur 'Do'.ilik ber Ofsensiv- und Defensiv-Allianzen ber Vor­kriegszeit zurück-ukehren. Das werde jedoch n*c- manden. der guten Willens sei. täu'chen tönnen. ES fei absurd, zu erklären, daß England an einen unter bestimmten Umständen ein! men den Konslikt mit ben Bereinigten Staa­te n benfe unb sich von vornherein durch eine europäische Kombination eine gewitte liebt rlcgcit- heit zur See sichern wolle, unb es fei Un H n n. anzunehmen. d<ih Frankreich sich für eine berartige, wenn auch nur inbireft. gegen vas amerikanische Volk gerichtete Politik bergehnt kömtte. Derartige Auffassungen feien lächer­lich. Die Veröffentlichung des Ter'.es nx-rbe yigen. daß es sich um cm 3nstrument der v n- ttacht unb des Friedens handele, geboren au* dem gleichen Geiste, ber den Ai.tt negs-Palt bcicclc

Benesch über ^cllogg pakt und Anschlußfrage.

Vari», 21. Aug (WTB.) Der Vchechifche Außen- Minister B c n e s ch hat einen Mitarbeiter bra Intransigeanf aus seinem Landsitz Lanr, bei Prag empfangen und Im Verlaus der Unterhaltung zu in A n ti krieg» pa kt, sowie zur Anschluß, frage Stellung genommen. Den Kellogg- Patt bezeichnet Benefch al» ein Ereignis, besten Bedeutung man weder über-, noch unter- schätzen dürse. (Er werde eine (Etappe mehr auf dem Dege zur endgültigen Schaffung bev Frie­den» fein. Für ein kleinere» Land wie die Tschecho- flowakei hatten Verpflichtungen, wie die, die durch die Unterzeichnung tn Patt» übernommen werden, einen sfhr großen Wert. Wenn D e u t f ch 1 a n d al» Nachbar unb Frankreich al» Verbündeter der Tschechoslowakei sich verpslichteten, sich nicht mehr