•en
P90
^'Kleid und Falt. - ^nrock }50
^■Kleid
-- BordT"' *
gso
-Kleid
“ re^er Goldstickerei
po
ine-Kleid
Biesengarnitur, in
i Farben
s°°
ne-ffleid
Crepe de chlne md Kragen 400
i'Kleider
Ile, In allen Farben und hhaltigster Auswahl ;g°0
310)1
äie
üdmAiM
Siov,
-mdteb W^en. erlitt» ’u prdr.Te >ohn «iü
5.50,
>»
Boltz q, Tblr.
lege
b Hülfe
pezlalgeschäft amen'Konfektion
3103a
Frdr. leip«1-
—»t jß,
6a* SM
viverlet
Dt nc°en i&eii
b u.02178
। stock auf
schul;
,ßen
suche] jebraudJi. >nraO -"'S 911®. edönesj
vsa sch^ .Inarin M't'-60 prll iurst-
Friid-e «M Kabeljau Wlbarich
Hratschellftjche
Büäinge Tproitcn
fgii w®
Garte11 erde
i„,n
Gebe «u»1'
Mittwoch, 21. März 1928
Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhefsen)
Nr. 69 Zweites Blatt
Vor zehn Lahnen.
Die große Frühjahrsoffensivc des letzten .Kriegsjahrcs.
Olm 21. März 1918 begann die große Offensive, die den letzten Abschnitt des Krieges einleitete. Zu diesem Tage schreibt uns unser militärischer H. K.-Mitarbeiter:
Günstiger denn je zuvor war beim Ausgang des Jahres 1917 Deutschlands und seiner Verbündeten militärische Lage. An der Westfront hatten die Deutschen eine ganze Anzahl großer Durchbruchsversuche der Franzosen und Engländer abgewehrt. Die italienische Front am Jsonzo war unter den wuchtigen Schlägen österreichisch-ungarischer und deutscher Truppen zusammengebrochen. 3 m O st en waren Ostgalizien, die Bukowina, ein Teil Livlands und die russischen Ostseeinseln von den Russen gesäubert worden. Die bolschewistische Revolution hatte den Kriegswillen des russischen Dolles und Heeres derart erschüttert, daß mit einem baldigen Friedensschluh gerechnet werden konnte. Der uneingeschränite Unterseeboot-Krieg hatte zwar nicht die erhoffte Entscheidung gebracht, mußte sich aber je länger um so mehr auswirken. Allerdings waren die Vereinig- t e n Staaten in die Reihen unserer Gegner eingetreten. Das Eingreifen ihrer neuzubildenden Streitmacht war erst für die Mitte des Sommers 1918 zu erwarten. Dem Kriegszuwachs, den die Entente durch das amerikanische Heer zu erwarten hatte, stand aus feiten der Mittelmächte nichts ähnliches gegenüber. Allerdings konnte die Zahl der deutschen Divisionen an der Westfront durch Einsatz von bisher in Italien und Rußland verwendeter Divisionen auf 199 gebracht werden, gegenüber 192 Divisionen der Entente.
Die deutsche Oberste Heeresleitung war also durchaus berechtigt zu dem Entschluß, im Frühjahr 1918 die Initiative zu ergreifen und durch eine großangelegte Offensive eine Entscheidung zu erzwingen, bevor durch den Einsatz der unerschöpflichen Kräfte und Hilfsmittel der Amerikaner die Lage aussichtslos wurde. Konnte man doch außerdem hoffen, durch einen entscheidenden Sieg nicht nur die Stimmung des Heeres, sondern auch die des deutschen Volkes und seiner Bundesgenossen zu heben und Völker und Heere zur äußersten, letzten Leistung anzuspornen.
Als Angriffsstelle wählte die Oberste Heeres- leitung die 75 Kilometer breite Front Croi - sille s—L a F e r e, die gegenüber dem rechten Flügel des englischen Heeres lag. Hier bot das Gelände die geringsten Schwierigkeiten, hier war auch die schwächste Stelle der englischen ^ront, so daß die günstigsten Vorbedingungen sür einen taktischen Crsolg gegeben waren. Allerdings mußte als Rachteil in Kauf genommen werden, daß der Angriff zum großen Teil über das unwegsame, verwüstete Gelände der Sommeschlachten und des großen Rückzuges vom März 1917 ging, und daß infolgedessen der Rachfchub sür die dichtgedrängten Divisionen der drei Angriffs- armeen Schwierigkeiten bereiten mußte.
Schwerer als dieser Rachteil wog aber die Tatsache, daß die ersten Angriffsrichtungen in westliche Richtung zeigten und daß das operative Ziel, die Zertrümmerung des englischen HeereS, durch eine anschließende Operation im freien Felde, nach dem Gelingen des Durchbruches eine Drehung in nordwestlicher Richtung nötig machten. Es scheint so, als ob die Oberste Heeresleitung die Schwierigkeit einer solchen Bewegung, die schon für ein voll leistungsfähiges, bewegliches Heer eine schwere Aufgabe bedeutete, unterschätzt hat. Da als zweites Ziel des Durchbruches die Trennung der Engländer von den Franzosen bezeichnet wurde und da man als sicher an nehmen konnte, daß die Franzosen ihren Bundesgenossen zu Hilfe eilen würden, sollte die linke Flügelarmee des deutschen Angriffs, die 18., eine Aowehrflanke am Erozat-Kanal lyrö an der Somme bilden. Für diese Ausgabe wurde aber die 18. Armee von der Obersten Heeresleitung zu stark gemacht. Kein Wunder also, daß sie von vornherein sich mit dem Gedanken trug, ihre Aufgabe durch eine Offensive über die Somme hinaus zu lösen. Die Folge war, daß starke
Gießener Eiadttheater.
„Das Dreimäderlhaus."
Dies ist gewiß die volkstümlichste Operette der letzten zwanzig Jahre. Es war kein schlechter Gedanke und es lag auch nahe, gerade Heuer, im Schubertgedenkjahre sich ihrer wieder zu erinnern. Denn mit dem Dreimäderlhaus des seligen (Malermeisters Christian Tschöll ist die bittersüße Liebesgeschichte (eine Titulierung von Rudolf Hans Bartsch, dessen „Schwammerl" dem Textbuche von Willner und Reichert zugrunde liegt) — die halb heitere, halb traurige Herzensaffare des Wiener Meisters innig verbunden. Und Schubert selbst hat ja auch das Beste dazu hergeben müssen, den unoerwelklich blühenden Melodienkranz seiner Lieder. Ihm zuallererst ist es zu dankem daß das Singspiel zu seiner Zeit durch ganz Deutschland ging. Im letzten Kriegsjahr drangen die bekanntesten Lieder weit über die Grenzen bis in die tftont hinein. Sie haben den Krieg überdauert und sie machen das liebenswürdige, wenn auch von Sentimentalität nicht ganz freie Stück — in Verbindung mit einer für Singspieloerhältnisse nicht schlecht aus» gesponnenen Handlung und der reizenden Einkleidung des Ganzen in die altfränkisch-behäbigen Kostüm- und Szenenbilder aus dem Wiener Biedermeier — immer wieder zu einer lohnenden und ihres Erfolges gewissen Bühnenaufgabe.
Die gestrige Inszenierung, von Oberspielleiter Becker besorgt, hinterließ im Ganzen erfreuliche Eindrücke; im einzelnen hätte der textliche Teil gelegentlich einer sorgsameren Ueberwachung auf den groben bedurft; der Mittel- und Schlußakt d,e im Vergleich zum ersten musikalisch etwas fhefmutter- lich behandelt sind und leicht ms Schleppen kommen sollten konzentrierter gefaßt werden, zlm Din- qentenpult wirkte Kapellmeister Reff;, em wenig mehr Schmelz und Weichheit im Klangkörper seines Orchesters wäre vor allem der quellenden Melodik des Eingangsaktes zustatten gekommen. Auch in Thoren und Sologruppen wäre an Fülle und Rundheit gelegentlich zuzusetzen gewesen.
Aus dem Ensemble muh Alois Re s ni (a. G. vom Frankfurt« Opernhaus) mit hoher »netten-
Kräfte aus 5er Hauptoperationsrichtung abgezogen wurden und bei der eigentlichen Entscheidung fehlten.
Das war um so verhängnisvoller, als es die Oberste Heeresleitung unterlassen hatte, sich eine Reservearmee hinter den Angriffsarmeen bereitzustellen, um den taktischen Durchbruch operativ auszunutzen und der Operation die gewünschte Richtung zu geben. Cs wäre durchaus möglich gewesen, die Kräfte für eine solche Reservearmee freizumachen. Aber die Oberste Heeresleitung beabsichtigte, dein Durchbruch beiderseits St. Quen 1 in einen Durchbruch beiderseits Lille folgen zu lassen. Deshalb scheute sie sich wohl, alles auf die Karte des ersten Angriffes zu sehen. Vielleicht überschätzte sie auch die Leistungsfähigkeit der Angriffsdivisionen und glaubte, daß diese nicht nur den Durchbruch bewerkstelligen, sondern auch die anschließende Operation durchiühren könnten.
Dieser Irrtum der Obersten Heeresleitung sollte sich bitter rächen. Da der strategisch wichtige Rordflügel der Angrifssfront (17. Armee) um sieben Divisionen und 200 Geschütze schwächer war als die 18. Armee, und da die 17. Armee den stärksten Teil der anzugreifenden englischen Front vor sich hatte, kam sie nur langsam vorwärts. Hierdurch gewannen die Engländer die Zeit, um ihre Reserven heranzuführen und die Offensive aufzuhalten. Aehnlich lagen die Verhältnisse bei der mittelsten, der 2. Armee. Aber auch die linke Flügelarmee, die 18., kam nach ihren an änglichen Erfolgen nicht mehr vorwärts.
Der angestrebte Durchbruch war mißlungen. Lediglich ein großer Geländegewinn war erzielt, Gefangene waren gemacht, Geschütze und Munition erbeutet worden. So groß dieser taktische Erfolg auch war, er genügte nicht, um die Entscheidung zugunsten der Deutschen herbeizuführen.
Reichsunmittelbare Städte.
Von unserer Berliner Redaktion.
Der Präsident des Deutschen Städtetages, Dr. Mulert, immerhin eine wichtige Persönlichkeit des öffentlichen Lebens, besonders soweit es die Kommunalpolitik betrifft, propagiert seit einiger Zeit, wie wir aus gut unterrichteten Kreisen wissen, den Plan, d i e Städte wieder reichsunmittelbar zu machen. Das klingt etwas mittelalterlich, aber beruht aus' durchaus ernsthalten Erwägungen. Der Gedanke ist augenscheinlich der, Städte von einer gewißen Größenklasse ab unabhängig von der Länderwaltung zu machen und sie direkt der Reichsverwaltung und -regierung zu unter- stellen. Einmal argumentiert Präsident Mulert dabei in der Richtung, daß in der praktischen Verwaltung tatsächlich die Organisationen und die Verwaltung der Kommunen d i e letzten Ausführungsorgane auch für den größten Teil aller Reichsgesetze feien, so daß es nur gerechtfertigt erscheine, hier eine direkte Verbindung herzustellen. Vor allem aber dürfte der Gedanke, daß die Kommunen aus diese Weise den selbstverständlich viel größeren Eingriffsmöglichkeiten der Länderregierungen entzogen werden, dabei die am stärksten treibende Kraft sein. Ralürlich müßte zwischen den reichsunmittelbaren Städten nach dem Plane Dr. Mulerts ene direkte Verbindung zur Reichsregierung bergest eilt werden über deren praktische Ausgestaltung er aber bisher noch keine konkreten Dorsch äge gemacht hat. Augenscheinlich l:v ft er mit dieser Umgestaltung für die Städte, wenigstens für die größeren Städte, die davon betroffen würden, eine -rötere Freiheit zu gewinnen. Es ist deutl ch, daß dieser Plan in gewisser Weise aus der xiaue des Unitarismus liegt, wenigstens insofern, als bei seiner Durchführung die Länderregierungen in ihrem Geschäftsbereich eingeschränkt würden.
Aus dem Amisverkündiqungsblait.
'DasAmtsverkündigungsblattNr. 20 vorn 20. März enthält: Straßensperre. — Die Fahrbahn der Provinzialstraße Oueckborn—Grünberg. — Erhebung einer Biersteuer in der Stadt Gießen. — Mitnahme von Hunden in Felder und Wälder. — Die Ausführung des Urkundenstempelgesetzes. — Dienstnachrichten.
nung an erster Stelle genannt werden. Sein Glaser- meister TkchöU war eine ungemein belebte und be- wegliche Attwiener Figur, mit Humor, und sprudelnder Beredsamkeit (in unverfälschter Mundart) gesprochen, mit Wärme und Weichheit gesungen; eine ausgezeichnete Leistung, die spontanen Beifall auf offener Szene weckte.
Den Schuberffranzel, ungelenk, verlegen, ver- schüchtert und herzensgut — man möcht ihm alleweil beispringen in seiner hilflosen Verliebtheit — mari) von Steinbrecher mit fünfter Ticlan- cholie und in einer recht guten Maske gegeben; gesanglich war er, besonders im Mittelakt, nicht in bester Form. Käthe Itter, das Hannerl, führte als anmutiger Backfisch im Blümchenkleid und Schutenhut das Mädck, n ter zett aus dem Haufe Tfchöll. Don den übrigen feien noch Schr 0 eder, Palik, Gantzert und Ottendorfer ge- genannt.
Es gab viel Beifall und mehrere Wiederholungen vor vollem Hause. Dr. Th.
Freikarten.
Von Liesbet Dill.
MontagS» werden die Karten ausgegcben, die Sekretärin des Herrn Ministers fragt erst an, ob der Herr Minister selbst . . aber selbstverständlich hat ein Minister keine Zeit, Konzerte zu besuchen. Ein Violinkonzert, ach nee ... er ist nicht musikalisch, geht höchstens mal in eine Opernpremiere aus Repräsentationsgründen und in eine neue Operette. Also weitergeben ...
Und die Sekretärin gibt die Karten weiter. Der Herr Regierungsrat bedauert. Am Dienstag ist er auf einer Jagd und feine Frau hat einen Teempfang. Also weitergeben ...
Das Telephon klingelt bei dem Assessor an. Aber Assessoren in einer großen Behörde haben keine Muße, Konzerte zu besuchen, zu denen man sich vorher in den Smoking werfen muß. Wenn das Konzert noch um zehn Uhr begänne! Aber es fängt um halb acht an. Eine unmögliche Zeit für einen vielbeschäftigten Juristen im Ministerium. Vielleicht macht es dem neuen Referendar Spaß.
Aber der Referendar ist „leider nicht musikalisch' doch der Bureauvorsteher spielt ja Klavier. vielleicht hat der Lust? ... Der steckt die Karten in seine Tasche und die Sekretärin hat sich davon entlastet. Gott sei Dank, sie sind unter- gebracht.
Hoffentlich kommen sie nicht wieder. Das kommt nämlich auch vor bei Konzertkarten! Der Herr Bureauvorsteher ruft seine Gattin an. „Du, Alwine, wir haben morgen abend ein Konzert ..."
Ein Konzert? Lieber Himmel? Wenn es Theaterkarten wären! Aber Konzertkarten! Cm Violinist aus der Provinz? Den (Hamen hat sie noch nie gehört. Er auch nicht. Aber das macht nichts. „Einem geschenkten Gaul," sucht er sie zu überreden. Aber Alwine hat keine Lust. Sich anziehen, um aus Lichterfelde im Regen womöglich herzujagen in das Konzert eines unbekannten Violinspielers? Rein, weißt du, Theaterkarten gern. Also es ist nichts mit Alwine. Der Bureauvorsteher ist erleichtert, dann kann er an dem Abend in seinen Kegelklub gehen.
Und die Karten wandern weiter. An einen Schreiber, der sich für Kunst interessiert. Leider hat er an diesem Abend gerade eine Hochzeit vor, seine eigene nämlich, da kann man nicht in ein Konzert gehen, wenn man sich noch so sehr für Kunst interessiert ...
Die Karten wandern treppab in die Portierloge. Der Türhüter wirft sie der Gattin auf den Kaffeetisch. Wie wärs? Die beschaut sich die grünen Karten. Ach nee, weeste, dafor hab ick leene Kledage. Laß man Alma hinjehn.
Aber Alma geht lieber ins Kino und hat auch schon eine andere Verabredung für den Abend. So bekommt die Karten schließlich der Hausknecht, der abends glücklicherweise nichts vor hat und einen Freund aus dem Dierkeller nebenan mitnehmen wird. Dem ist es auch mal gut, er kommt sonst ans Saufen ...
An dem Abend, als sich ein nervöser, bleicher, junger Violinspieler mit unsicherer Hand die weiße Binde vor dem schlechten Garderobespiegel des Künstlerzimmers zurechtrückt und auf die summenden Geräusche im Zuhörersaale lauscht, klopft ein junges Künstlsrherz hoch vor Srwar-
Oberhessen.
Land'.ris Gießen.
ck. Heuchelheim. 20. März. Am Sonntagabend hielt der Gesangverein „Liederkranz" in der Turnhalle ein sehr gut besuchtes Konzert ab. Einleitend wurden zum Gedächtnis an Franz Schubert zwei Ehöre aus der deutschen Messe stimmungsvoll vorgeirap?n. Unter der Leitung von Herrn Otto Görla ch°Gießen wurden dann Chöre von Löffler, Isemann, Kirchl, Schauh, Wohlgemuth, Orthegraven, Baumann und Geilsdorf in technisch vollkommener Weise zu Gehör gebracht. Auch die Kapelle Weller trug durch ihre formvollendeten Dar bictungen viel zum guten Gelingen tcS Abends bei.
X Wieseck, 20. März. Unser Frauen- Der ein hatte im letzten Herbst den Beschluß gefaßt, als Weihnachtsgabe der evangelischen Kirchengemeinde und ihrer Jugend einen Film- ostoapparat zu beschaffen. Der Deutsche evangelische Filmdienst hat den Auftrag erst kürzlich ausführen können. Rachdem man schon in zwei Frauenabenden verschiedene Bildstreifen gebracht, wurden am Sonntag in der Kirche gegen Abend der Schuljugend und abends den Konffrmanden und Erwachsenen zwei Serien gezeigt; im Gedanken an Albrecht Dürers 400. Todestag gab der Ortsgeistliche Erläuterungen zu seiner „Kleinen Passion", ihr folgte eine Passionsliturgie: „Also hat Gott die Welt geliebt", in der als schweigendem „Gottesdienst" außer Schriftworten auch Gesangbuchverse auf dem Bildschirm erschienen, die die Gemeinde andächtig mitfang. Die Bilder dieser Reihe waren von Schnorr von Karolsfeld, Franz Staßen. Rudolf Schäfer und anderen. Der Reinertrag der Abende, für die ein Eintritt nicht erhoben wird (nach Abzug der Beschaffungskosten der Serien), soll der Vermehrung unseres Kleinkinder- schulf onds zugute kommen. Der Frauenverein hat mit seiner Gabe der Bereicherung und Vertiefung unseres Gemeindelebens einen guten Dienst erwiesen.
Qj Lollar, 20. März. Das günstige Wetter der letzten Zeit hat bewirkt, daß bis jetzt hier drei Reubau t en in Angriff genommen würben. Daneben wird rege an dem Innenausbau mehrerer im Vorjahre erstellter Rohbauten gearbeitet. Cs ist somit für dieses Jahr ein guter Anfang gemacht. After Voraussicht nach werden auf dem neu erschlossenen Baugelände „Auf dem Stein" gleichfalls mehrere Häuser von Privaten zur Ausführung kommen. Dieses Gelände wird seit acht Tagen vermessen, und die vorgesehenen 39 Bauplätze werden ausgesteint. Die Verhandlungen mit den Buderusschen Eisenwerken wegen der Einbringung mehrerer Grundstücke in die Masse und die gewünschte Vorbehaltung von sieben Plätzen sind zur beiderseitigen Zufriedenheit beendet worden. Die Firma hat sich mit den Wünschen der Gemeinde einverstanden erklärt, wonach die Firma die Kosten der Vermessung anteilmäßig übernimmt und sich bereitfindet, die Bebauung der der Firma zuzuteilenden Stücke gleichzeitig mit den angrenzenden Plätzen vorzunehmen. — Hier wird zur Zeit die Gründung einer gemeinnützigen Baugenossenschaft vorbereitet. Da für eine solche Vereinigung hier starkes Interesse besteht, ist für die nächste Zeit wohl mit einem Erfolg der Bestrebungen zu rechnen. — Größere Umbau- arbeiten sind gegenwärtig an der Straße Lollar-Sichertshausen in der sog. Tiefenbach im Gange, wo etwa 60 Mann beschäftigt sind. _ Ä
df. Langsdorf, 20. März. Dieser Tage fand hier, veranstaltet von der Liga zum
Schutze der deutschen Kultur, ein
Filmvortrag statt. Cs wurden drei lehrreiche und interessante Filme dargeboten. Be
gleitende Worte s rach Ingenieur Ertel. Der Vortrag war von fast 100 Personen besucht. — Deim Wintergeräteturnen in Ridda, am 18. d. M., hatte unser Verein wieder recht schöne Erfolge zu verzeichnen. In der Jugend- Oberstufe (Reunkampf) errang Langsdorf unter zehn Teilnehmern fünf Siege, Gustav Bausch den ersten Sieg. In der Iugendtumer-Unterstufe (Siebenkampf) errang Langsdorf unter 27 Teilnehmern und 26 Siegern den 9., 16. und 18. Sieg. T-eim Schülerturnen (Siebenkampf) errang unter
55 Teilnehmern und 49 Siegern Paul Dender den 3„ Fritz Fay den 9. Sieg, außerdem wurden in dieser Stufe errungen der 16., 19., zwei« mal der 20., der 21. und 25. Sieg.
6 Saasen, 20. März. Zu einer Schul- entlassungsfeier hatte unsere Schule die Eltern und die ganze Gemeinde auf Sonntagabend ein geladen. Für die Kinder und Eltern war die Hauptprobe am Samstagabend zum Besuch freigegeben, eine Maßnahme, die schon deshalb nötig war. weil der Saal trotz der öffentlichen Hauptprobe die Zahl der erschienenen Gäste nicht zu fassen vermochte. Der Mandoli n e n k l u b Saasen trug durch seine Darbietungen zur Verschönerung der Feier bei. Die Leitung und Vorbereitung des Aveirds lag in den Händen unseres Lehrers Herber, was geboten, war eine Feier im besten Sinne. Die Don den Kindern eingeübten Chöre wurden mit Begeisterung dargeboten und zeigten die gewohnte Dorzügliche Schulung. Die Begrüßungsrede hielt nach einer luftigen Begrüßung durch zwei Kinder Lehrer Herber. Der Leitgedanke der Vortragsfolge — Gedichte. Iugendspiele und Ehöre — war „Arbeit und Pflichterfüllung". Besondere Erwähnung sollen hier nur das Iugend- spiel „D.r Sonntag", u d „DieSpinnstube"_ finden, die stürmischen Beifall fanden. Der Höhepunkt der Feier war die EntlaffungSrede des Lehrers Herber, der in wohlgefügter Rede der Jugend beherzigenswerte Wegwcisu'-gen für die Zu unft bot. die Kinder sangen daraus: „Ach, nun gilt's das Abschiedslied". Den Abschluß der Feier bildete der Daterländische Teil, der das kostbare Gut der Heimat oerherrlichte. Alle Besucher der Feier, darunter waren auch Freunde aus den Rachbardörfern, trugen reichen Gewinn aus ihrer erhebenden Art davon. Lehrer Heroer hat sich durch seine aufopferungsreiche Arbeit, und die Kinder, die Vorzügliches nach schwerer Arbeit geleistet haben, ebenso den Dank der Gemeinde verdient. Die Vorstellung und Konfirmation der Konfirmanden findet am Sonntag Iudika resp. 2. Osterfeiertag statt.
5 Göbelnrod, 20. März. Dieser Sage sand eine gemeinsame Sitzung oes Gemeinderates und Schulvorstandes in Anwesenheit des Vertreters des Kreisschulamtes. Kreis- schulrat Fischer, und der oberen Baubehörde statt. Die Frage des Schulsaales sollte zur Lösung kommen. Rach einer Besichtigung des jetzigen Saales, der zu klein ist und den bescheidensten Anforderungen nicht genügt, wurden von dem Oberbaurat drei Projette oorgetragen: 1. Vergrößerung des jetzigen Saales, 2. Bau eines neuen Saales, 3. Bau eines neuen Saales in Verbindung mit einem Betsaal im Stock darüber. Es fand eine ausführliche Aussprache über diese Projekte statt, an der sich neben Lehrer Allendorfer und Bürgermeister Weber - ein großer Teil der Mitglieder beider Körperschaften beteiligte. Das Detsaalprojekt mußte wegen der finanziellen Rotlage der Gemeinde zurücktreten, beschlossen wurde der Bau eines neuen Saales, der in den Schulgarten an der Straßenfront gebaut werden soll und einen gesonderten Eingang von der Rückseite des Hauses erhält. Voraussetzung für die Ausführung dieses Planes ist eine finanzielle Unterstützung des Staates, da unsere Gemci c allein bei ihrer Finanzlage das Geld nicht aufbringen kann. Der jetzige Schulsaal soll später zur Vergrößerung der Lehrerwohnung umgebaut werden.
r. Rüddingshausen, 20. März. In der vorigen Woche wurden hier allabendlich in der Kirche von Missionar Walter (Beuern) Gottesdienste abgehalten, die teils für alle Gemeindeglieder, teils für erwachsene Jugendliche oder Kinder, oder nur für Eltern bestimmt waren. Das Gotteshaus war immer gut besucht. Missionar Walter verstand es, zu allen zu Herzen gehende Worte der Erhebung und Ermahnung zu sprechen. Seine Vorträge wurden wesentlich ergänzt durch persönliche Besprechungen. die während der täglichen Hausbesuche stattfanden. Die rege Anteilnahme der Gemeinde an dieser Evangelisation zeugt von großem religiösem Interesse in unterem Ort.
gr. Grüningen, 20. März. Am Sonntagabend brachte der Isheimsche Gesangverein seinem ersten Vorsitzenden Wilhelm Leidich anläßlich einer Familienfeier ein Ständchen. Der Verein trug unter Leitung seines
tung. Wie wird man ihn hier auf nehmen? Wer alles wird da sein an seinem Ehrentag? Wieviele Menschen sind schon drinnen? Der Diener brummt etwas von ... „janz scheene voll". Und es hört sich auch so an.
Räuspern, Sprechen, Schritte, Stimmen. Er stimmt seine Violine mit zitternden Händen und lächelt sich im Spiegel Mut zu. Das erstemal, daß er vor einem Grohstadtpublikum spielt. Sie sind anspruchsvoll hier, kritisch, kühl, haben alles genossen. Sein Harne ist noch unbekannt. Sein Stern flimmert noch schwach, aber in sich trägt der Künstler die Hoffnung, daß er einmal ausgehen wird und aufsteigen, so daß er nicht mehr nötig haben wird, an Freunde und Minister Freikarten zu verschenken.
Ein Klingelzeichen, er geht hinein. Händeklatschen empfängt ihn. Erst sieht er gar nichts, kalte Wellen jagen über seinen Rücken. Der goldgleihende Saal, eine Menge Köpfe, einen Flügel, das Orchester mit seinen Pulten und Lichtern, alles verschwimmt zu einer Farbenorgie ...
Dann seht er an. Das süße fromme Chaconne von Bach durchzittert den hohen Saal. Weich, göttlich schön, ergreifend und bewegt spielt er das Lied. Er erntet warmen Beifall. Allmählich spielt er sich ein, er spielt Beethoven und Brahms, er spielt und spielt ... die blonde Haarsträhne fällt ihm über die Stirn, die Geige singt und weint ...
Alle lauschen andächtig. Und als er geendet hat und seinen Beifall einheimst, schaut er zum erstenmal auf und unterscheidet vor sich in den Reihen sonderbare Köpfe.
Was für ein wunderliches Publikum hat man doch in einer großen Stadt ... Zu Hause, tn der Provinz, waren heute alle Spitzen vertreten, und hier? ...Er hätte geschworen, daß in der vordersten Reihe die beiden jungen Männer mit den wilden Haarschöpfen, deren breite Gesichter ihn regungslos anstarrten, keine Jünger der Kunst seien
Aber wer kennt das Publikum einer so großen Stadt? Und die Geschichte der Freikarten?


