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Kr.195 Zweiter Blatt

Siehener Anzeiger (General-Anzeiger für Gderhesien) r*- -» -- ^1

Montag, 20. August 1928

Also

eines

Le­den

|U IC

nbcn eines gewaltig« AneasmQni.es, gen liebwert« Rtenschen unb eines

aeftcnr. in mehr al« zwanzig Fcldfchlacht« hearetd) bestanden, seine Lands- knechte als taktische Mach, so sehr gehoben, daß Ne ßn, bisher unbehegbaren Schweizern den ©«eg abgewannen, dabei jede Rittertugend geübt ww der Schluf» war. bah er vorzeitig gelähmt aus seiner Burg sah. die er mitsamt seinem ganzen Belitz zugunsten Karl V. verpfändet hatte eine Schuld, die dieser niemals einzulöfen für wert hielt. Dos Gemüt des spanischen Grohkatser« bane sich, verkehrt, als von dem gelähmten 5Ver- suhrer kein neuer Sieg bei Pavia mehr zu er­warten war

Oer Vater der Landsknechte. 3u Cetera von Frunvsbergs 400. Todestag. Don Or. ft. Ernst.

2lm Spätnachmittag, als zweitausend Rus- «wahlte km gedrä,ig> vollen öacl des I heiter redoula keinen Torten lauschten, war er es wirtlich. Rydz Smiglv der Vertret er des radi­kalen Kurses, wird wohl noch ein bihchen war­ten müssen Heute Hai Ptlludsk, die Legionen wirklich noch test in der Hand. ÄhI Stunden lang sprach er zu ihnen der Soldatenvater. Nicht der Staatsmann sprach Hin Won lehne in leben, Satz viermal wieder, bas wunber- wunberschene Mönchen: Ich Pilludslis Rede war. wie Goethe das nannte. Bruchstücke e ine r groben Konfeffion. Manchmal ein bißchen zu pathetisch sür Unbefangene, manchmal cm bihchen ermüdet un Ion. aber burchii'eg stark und eigenwillig Bon Wilna sprach der Mar­schall. non dieser Stabt, die einen neuen Welt- ttieg schon aus dem Grunde lohnen würde weil hier seine Wiege stand. Infolgedcffen ist Wilna urpolnisch Und wenn die Geschichtsforscher meinen. Wilna lei die historische Hauptstadt Litauens, so sind zehntausend Legionäre lehr ent­schlossen. ihren wtssenschastlichen Kenntnisien e,n wenig nachzuhelsen Bis aus den gewilfen lohten Blutstropfen.

Legwnärskongreh war von besden Städten mit keinem Won die Lede. Rur. wer b i e S t a in in - '' che oussuchte. an denen sich schliehlich bas

wurden, wen,, von der demokra.n«chen Bersassung der Bede to-jr RtLtt Sm»g»v s jubelnd aut ge­nommene prvgrammai^che Ersiänrng bewies, bah die Legionäie den Staatsstreich wollen, .rort mit dem Parlament. fvn mit den (Jirunb- unh Brechen »rechten was hecht hier Freihett, Gie-chheit und Bruberluhte,,'? Oer Staat th in Ge'atir em <y,ü<f nur dah die zehntausend Manner vc« W.lna wachen! Ptsiubsil der War- kchol! und Halbgott, wird ihn-n folgen. Er ist doch lchttehlich ihr Führer

Rochdruck. auch mrt Quellenangabe, verboten! i». Ä ott> n o. Mitte August 1928.

*2Bte lange ist eo her. bah die Regierung der polnischen Republik sich die Ehre gab. die Teilnehmer am internationalen Pozislstenkongreß in Warschau wülkom- men zu heißen? Wirklich nur ein paar Wochen? Wer den Legionärssonntag in Wilna mitgemocht Hai. neigt eher der Wisicht zu. baß zwichen diesem Sonntag und dem Pazifisten, fonnlog m Warschau Ewigkeiten liegen müssen. Sv ungeheuer st die Verwandlung' Zwei Welten Die versöhnlich ist inan doch damals gewesen und wie sehr bereu, die Mil­lionen zu umschlingen und mit etwas schmierigen Lippen die ganze Welt zu küssen' Heute da­gegen ! ...

, - .------ Der

Unterschied gegen schtichtcs Weih sans phrase § wit bloßem Äug' nicht festzustellen. Immer­hin^ amaranthweih klingt besser! Und die ganze Tagung war ja nur auf guten Klang ausgemacht. Richt nur die Amtsgebäube hatten geflaggt. Ruch über den privaten De- bäuden wehte daS siegreiche Weih pardon: amaranthweiß I Wegen allgemeiner, ursprüng- l scher, impulsiver, mitreibender, herzenswahrer Begeisterung. Wehe, wenn die Insassen eines Hauies n cht allaemein, ursprünglich, impulsiv mit reibend und Herzen Swahr begeistert waren! Mrt irwstierenden polnischen Legionären ist nicht zu spähen. Won muh doch beweisen, dah man siegreich unb hetdenhast ist! Gegen wehrlose Hausinsassen ist dieser Beweis am ollereinsochsten zu fuhren Getreu dem Rezept des Oesterrechers Rnz en grober von dem Pstsudski« Mannen zu­mindest dieses eine Wort kennen müssen Es kann dir nie glchehn!

sie drobenb geschultert Ss war, wie man ai sagen pflegt, cm malerisches Bild Weifte .Mahnen flattern a»rs allen Dächern. ..Rmocanth- weche- erklärte der Führer, der für Sic Bildung und Belehrung der versammelten Weltpresse zu sorgen hatte. ..Amaranthweih die Farbe der Legionen. ..." Er hat übrigens siegreiche ober heldenhafte gesagt, als et von den Legionen sprach. Aber diese beiden epitheta ornarrtia wurden an diesem Sonntag so lehr strapaziert, daß man den Les« mit ihr« ewigen treulichen Wiederholung unbkllig langweilen würde amaranthweih lind die Fahnen gewesen.

DoS ist wirklich Wahrheit: Zeit ferne« brns hat « feine grobe Kriegskunst in

Heroen unter sich..

Don unserem Sonderderichiechatter JUne Kraus.

Ss war ein Grobkampftag aller­er st er Ordnung. E i> imblutiger natürlich. Gefährlich ist der Heroismus diesmal nicht ge­wesen. den zehntausend wackere Legionäre spa­zieren.rügen. Aber schmetternde Änan«blen. die suh mit Donnerholl entluden. Und einen üblen Geruch verbreitet«. Wstna riecht heut- nach risikolosem Todesmut. Roch in letzter Stunde war dafür gesorgt worden, dah die Gewehre sich nicht entladen konnten Run, und so wurden

Als das junge Genie in Frankfurt am Main Wolfgang Goethe, unter den alten deutschen Helden Umschau freit. um einen echten Äerl von 0(^01 unb ftom den . schwarzgrauen, steif rvcki- Sn. krummbeinigen verückenbeklebten Degen avänzlichen Magisters- ixm 1770 entgegenzu- Volten, fiel « auf den knorrigen Götz von Berlichingen mit der eisernen Hand, dessen Lebensgeich-chte es ihm angetan hatte Sr muhte sich feinen b,derben Ritter zuerst tn mancher Hinsicht zurechtrücken. mufjte manche» verschwel- flen unb manches frnzusetzen. ehe er so war wie « ihn hoben wollte, so dah b« Götz des Dramas ttn ganz anderer ist als her Götz der Gclchccfre Aber der Werthordichter wuhte wohl was er zn suchen hatte denn, wenn e4 tfr» nur um cm menschlich ehrwürdige» Abditb deutsch« Ritier­tugend zu tun gewesen wäre. Hütte er cs besser hei ® e o r g von Frundsberg gefunden, bei bem ehrenfesten .Vater der Landsknechte der alle *

!)ai Lmenta-Flug ja doch nichts wer- Danzig! Königsberg! Im offiziellen mgreb war von beiden Städten mH

.3br habt mir diese Stadt als Ostergefchenk dargebrachtl" erklärte der Marschall. Der Mar­schall? ES will beinahe scheinen, als spräche hier schon der zukünftige König von Polen. Ue"~' * " ' "

"Xn den Stammtischen, bk die Legionäre noch vollbrachtem Heldentum aussuchen, klingt die Sache freilich ein bihchen anders. Kowno Kowno natürlich! Vielleicht zu Weihnachten! Warum soll man dem vergötterten .Führer nicht auch einmal ein schönes und unter uns ge-

billiges WechnachtSgeschenk darbringen? . . . Aber Kowno ist nur ein kleiner Anfang unb b« polnische Aar. ber an biefera Sonntag beinahe ebensoviel zitiert würbe, wie bet letzte Blutstropfen, trügt weit höhere Verlangen. Danzig. Königsberg . bas sind so Flugziele, nachdem sichs erwiesen hat. dah au« dem polnischen Rmcrika-Fli den wird, r

m Ruhrgadiet für fr« deupche Roh.entr,se sich cuigtbed)! hat De:l bas Ruhrkoblen'v,.b.tat von ben , echen Umlagen erhebt, um k-.e Rustuhe in das umstrittene Gebiet aufrechterhalten zu können, v. tut te.lt der Pergarbe ter-Berbanb d.cse Po. tik als unwirtschatUich und un.zweck.-na st.g Stall b;o Kohlens u «fuhr in das umstrittene Ge­st et auircchtzurrhaitcn. tollte der Bergbari 25 000 Borgarbe.t« zur Rude setzen d h mit angemessenen Bezügen Die kosten hierfür tann bas Ruhrtohlensvnb'.kat aber nur aufbringen wenn eS d e Umlagen weiter «hebt al'o bae Jur was der Berga rbeter-Verband in gleichem Aten^ug als unw rt'chastlich und unzweitmaß g erklärt. Umgekehrt w-rd ein Schuh daraus' D-.e Behauptung des Aohlenabfatzes ,st nicht nur eine Geaenwartsaufgabe. sic soll nielnubr ber Zuku.nl t d.enen. d b ben Bergbau für btc Brbe.ter dauernd ertragssahig zu erhall n

guten Deutschen in sich vereinigt, dabei bis zu feinem Lebensausgang, vom Hauche der großen Geschichte und von mächtig« Tragik umwittert ist

Frundsbergs Bat« schon war einer der Haupt- leute des schwäbischen Bundes unb sah aus emem Schlosse in Mindelheim südlich von ber »onau^o ihm auch am 24. September 1473 t^CDrfl geboren wurde Der Änabe Pi elend ins Kriegswesen hinein, tat mit iN*u-;»ebn Jafrxm schon Dienste unb führte 1499 Äriegc dem letzten Ritter, bem 11 ui!la n cin ^äbnlein Seitdem koi'erlichcn Fahne in deut'ch« Treue Götz von Berlichingen Luslprnw vor. des Kaisers horilnIi<X> ein wenig daran k»on FrundSb«gs Ehren- vkl nrhr er bat ban Äaif«

ksteler ihm. In allen fD$! cr mit Auszeichnung, ^cenza war fenw

Tat für den letzten Ritt«. 8r bildete bie

sah.gkeu. erschöpft zu ktft. D e australische Re­gierung hat es schroff ast gelehnt, d e 2lr- ve tslo'c- des Mutterlandes zu übernehme" ro­ste- wohl wieder b;c Furch: mitgelpielt h.n es fbnrc t.cv dabe Nicht um die körperlich taugl chsten Elemente handeln.

Auch die kanodlfchc Regierung lehnt jeden Zuwachs dankend ab. trotzdem Kanada noch dünner bevöllert .st als steifpielswe-se Austra- iien Die Gerne,nwirtschoft des britischen Im­perium« bekundet sich wohl bann, bah sie irgend­welche gerne infame militärische Einrichtung«, unterhält aber n . cht darin, durch e ne Um- fiediung der Bevölkerung frf Ätäflc in allen Teilen des Reiches gleichmäst g tu steigern Tast ber Plan des engl.lchen .^olonialminifteriums an s-ch arohzügia ist. braucht bebei nicht verkannt au w«ben Iedenfolls entspr.cht er gegebenen wirtschaftlichen Berhültniffen befkr als ber- sungsv«such. den bet Bcrbanb der Bergarbeiter

Polen Uebriaens ist jetzt für alle Zeiten fest gell eilt bah die Eroberung Wilnas nicht der .Handstreich unverantwortlicher Elemente" war. als der er in Genf immer noch ausaegeben wirfr sondern eine zu verantwoncnde .Angelegenheit Sin Ostergeschenk. das dem Sdellken der Ration dargebracht wurde Woran natürlich ketnRkenIch je gezweifelt hat. Trotzdem verdienstvoll den wahren Sachverhalt nach jahrelangem <Fallch,n und Leugnen einzugestehen Wer wagt es noch, den polnischen Politikern Unehrl,chkei> nachzufa- gen. Ss dauert nur ein bihchen lange, bis fie sich zur Ehrlichkeit cntschliestenl .

Die Litau« und b>e Wechrufsen, die Wilna bewohnen. hal»en übrigens Zivilcourage" ge­nug aufgebracht, ihre Häuser von amaranlh- wechen Fahnen rein zu halten Destruktive Ele­mente. fr e sich's selber zuzuschreiben haben, wenn bte Disziplin dieses hvsterrichen. nein histon- Tages durch drohend geschwungene Fäuste dann und wann gestört wurde. Aber die Fenster­scheiben, die da und dort kaputt gingen, sind na­türlich nur dem starken Sturm d.eses Sonntags zum Lpfcc gefallen, der von allen geographi­schen Punkten auf der nördlichen Halbkugel einzig und aflern in Wilna gemeldet wurde

^iefenöampfer unb Arbeitsmartt.

IRil hem Bau der 5d)nellbampfrrBremen* und ./Europa* deq Norddeutschen Llotzd waren auf den Werften Deutsche Sch.ss und B.aschmenbau Aktiengefellfchafl. »erf « ftWeser* in Bremen 'n Homburg zusammen rund 10000 Arbeiter befchüftigi Diese Zahl kommt unge- «hr ber Bevolkerungsz.ffer kleinerer deutscher otafife, tme Weida in Thüringen. Verden in Han nooer, Siegmar unb Dbernfrjii in Sachsen u o m gleid, 3n bif genannte «rbeiterzahl sind jeboch nicht die Angehörigen der übrigen direkt unb in- bircft tur ben Bau ber beiben Schiffe herange- Wne" ®*ruk, wie bas technische unb faufnuin- nmfr verionol der Werften unb ber Reederei, fer­ner nicht die an ben umfangreichen Materiatliefe- rungen beteiligten Angestellten unb Arbeiter zahl- reither «rirmer. unb Unternchmungkn in uont Deutfchlanb. sowie rndlich auch oie in den deutschen nabnfen und Werkstätten, bie mit b« Lieferung oon Aust^ftunargegenfianden aller Art wie Wo- nein, ctoffen, Porzellanen. Silber- unb Ritkelge- raten, buchen- unb Wirtschaft»e>nrichtungen. 3n- ftrunvrUn, Maschinen unb Apparaten usw. be» auftragt pab, befchastiglen Angestellten, Hanbwerker und Arbeit«, einbegüffen. Der vergleich ber am »au der Schiffe mitroirfenben Menschen mit der finge der Einwohnerzahl klein« deutlch« Stabte loBt die außerordentliche volkswktschaslliche Be­deutung «kennen, die der Herstellung d« beiden je 46 0fN) Br.-Reg. To. großen Äiefenbompfer be» Norddeutschen Lloi)d, bie rm Fruhiahr 19^ auf b« Linie BremenNeuyork in Dienst gestellt w«- den sollen, zuzumessen rft.

Landslncchtc. die unter ferner Fahne standen zu ein« schlagf«gen. militärisch leistungsfähigen Rcrntruppc au« Das bedeutet sehr viel, und cs ist bezeichnend, dah unter den vielen Hauptleuten her damaligen Zeit, wie Schärtlin. Mart. Sittich. Sickingcn. gerade er den Ghreii- namen eines Vaters der Lmrdsknechlc «hielt, zumeist wohl wegen feiner überragenden tafti- '<t>cn Begabung, dann aber auch wegen fein« wahrhaft väterlichen Gesinnung für seine wilden Rricgsvöll«. wegen feiner zuverlätfigen Bieder- feit. Treue und Fürsorglichkeit

Mehr noch als unter Warimillan leuchtete feine Kriegskunst unter Karl V Bicocca. der Kampfplatz bei einem Schloß nördlich von Mai- land, hat ihm den ersten Deltrubm gebracht, feine durch anstrengende imd gefährliche Alpen- pahmärsche im Schnee erschöpfen Gewalthaufen hielten am27. April 1522 den Angriff t-e« statten französischen He«es auS. warfen fre berühmten Gendarmen unb zerschmetterten im Wider st vH nachher auch die beste Kratt der Schweizer. 'Drei Iahre spät« entschied Frundsberg die Schlacht bei Pavia und lieferte. Schulter an Schulter mit dem großen Peseara kämpfend, dem Kaiser seinen fchlimmstcn Feind. König Franzi, von Frankreich, gefangen in die Hände So singt das mächtige Landsknechtslied

-H«r Görg von Fron»p«g.

der bat die Schlacht bei Barna gewannen' Gewannen hat er die Schlacht bei Barna in

cinm Tiergort.

neunthatb Stunden gewannen Land und CcutF ^tad» der Schlacht wandte sich Frandsb«g mit «ÜSxi fe*n,r Macht sogseich wied« nach Deutschland und warf zusammen mit Gebhart T r u ch s e h den Aufruhr der südbeatfchen Bauern rricbcr. aber g«ade hierbei zeigte sich seine große Menschetllreunblichkcit und Herzens, gute, mdem «. fast ohne Blatv«giehen in Ober- fchwaber. und Salzburg Ruhe «ck-affte und die unterlegenen Bauern nicht dem Richtbeil, sondern ihr« ehemaligen Arbeit zaführte

Frundsberg« Geben als Heersuhrer bricht rmt emem großen dramatischen Gewitter ab Der brettMrtige schwere Mann von 54 Iahrew wie Wir ihn aus Amberger« Bild im Berliner Museum fermen, hatte ans eigenem Vermögen dem Ämter eine Macht von 12000 LandSknech-

Mso Wilna bleibt up ewig ungedeett im Besltze bc« polnischen Staates Ob der recht gut aus­gebildete Appetit auf leichte Beute, den die lagellonische Ration entwickelt, damit gestillt ist. bleibt auch nach diesem Sonntag noch fraglich. OfftywU war von keinen weiteren Apirationen mchr die Rede. Herr Holowko. der eben von Paris zurüctgekehtte. der unmittelbar vorher eine Rundreise durch das Baltikum absolviert hatte - - « ist der Direktor der Oftablcilung im pvl- ntfchrn Auhenininisteriurn und nebenbei der kon­kurrenzlos schlaueste Fuchs von Warschau versichert im Gespräch immer wieder unwandel­bare Friedensliebe. Sr sieht sich schon mit der feuchten Feder in der Hand, im Spiegelsoal von Versailles, eben ben Kellogg-Pakt unterzeich­nend ....

Britische Wirischastsnöte.

in reiches Land, wie das England noch immer ist. hat andere Mittel zur Verfügung um bu Wirtschastskrik« zu heile.- vor der glanb vielleicht noch schwer« hermgeiucht ist als Deutschland Wie schwer biete Krilc zeigt fr« tmm« starker wacht ende Schutzzollbtwe- gung fr«, aut engtttche Berßältnillc nngepaßt. |6 nichts anberto ist als fr-t Ausdruck ter Sorge um fr« Behauptung des eigen« Markte» Eng­land ist ja nicht mehr da» Frei Han de! «land schlecht- bin. denn es hat sich unter dem Industr>c'chutz- aeketz mit Zollmauern von zunächst bc cheiderber Hode umgeben wobei d-elc iVfot ober immer aus­reicht. ben lästigen ausländischen Wettbewerb fern- zuhalten. R««frngs will England auch Schutz­zölle sür 31 f en und Stahl einlühren b. b. bietet Wille ist tn ein'luhrridxn pariamen- tarischen unb mbuIndien Kreisen lebendig. Dabc, fr« Roh«ifen- und Rohstohlgewinnung lei: Iahr and Tag stark g«sti«gen. fo dah hc nicht mebt wett frnt« der tter Vorkrieaszo! zurück- steht ,Fur bw eng!>'che Schwerindustrie droht beute die Gefahr aus Frankreich, denn di« !raiunu<<t-lolbringif4*n Hüttenwerte können, durch das Valuta-Dumping geschützt die eng­lische Eilenproduktion im eigen« Lande nieder- kämpsen

In der QUgtccung Baldwin ist der Gegensatz zwilch«. Schutzzöllnern unb Freihändlern offen zutage getreten Baldwin leibst fucht «in« Mittel­weg. den zu finden immer die höchste englisch« Rea>«ungskunst ist. Da» Won Schutz,ölte bleibt nach wie vor für englisch« Ofren verpönt, wöbe, e* wenig uusmacht. dah das vielberufen« Indu- str'dchutzge etz ja nichts andere« ist als der Man­tel hir Schutzzölle all« Art. Unb wo das 3n- dustrieschutzgesetz nicht ousreicht. da läßt sich mit anderen Mitteln eine ähnliche Wirkung erzielen, wie das bei d« neuen Kohlensubvention der .Fall ist. An sich ist dies Verfahren lehr harm­los oufgcaogcn toortrn Nirn warum sollte der Schotzkonz!« nicht berechtigt fein, aus dem Heber- schuh des Staatshaushalts 60 bis 70 Millionen Mark freizumachen, um die Lage auf dem Ar- bdtsmorki bessern zu helfen. Allerdina« werden diese 60 bis 70 Millionen Mark den Eisenbahn- aefellschaften überwiesen, fre sich dafür vcrpflich- 6m mülfen. bi« Frachten für Schwergut AU senken. Für die Industrie, d« in dieser Hvrm Hilsc und Unterstützung gewährt wird, macht es nicht viel Unterschied, ob sie freien Schutz in Form von Einfuhr- oder Ausfuhrzöllen erfrilL

Den schärfsten Ausdruck l.nbct die cnälische W.rtfchaftskrise in ber wachsenden Zahl ber Arbeitslosen Ende 3uni dieses 3ah- «s wurden rund 1 3M 000 Arbe.tslvse gezählt barunUr allein 300 000 V«gleute Die eng. lisch« Regierung gifrt offenbar die Hoffnung auf. diases gcvalttge Arbeitsheer in den tn- lchifrschen Produttionsprozch ernteiben zu ftn- n«t. Da das brrtifche Imperium sich über alle »tbteilc erstreckt, so brauchte es an sich keine Schwiorigkeröen äu machen, die Angelsachsen aus dorn Mutterlano in di« menschenarmen Dominions zu vorpflanzen. Tatsächlich be­sieht dielet Plan, denn das Kolonialministerium boabt-xfrisU, zunächst einmal 21 000 CBetgarbeiter armer auszubilden, um sie dann mit ihren Angehörigen in Uebcrlee anzusiedeln. Der Union Iack bericht über alle Meere, allein über hie Dvnänlvns. über bie alten Ktrmkolo- niem scheint feine Gewalt nur sehr gering zu f«n. Weber Kanada noch Australien haben Reigung. die in beschleunigten, Zeitmah aus­gebildeten Farm« auf.^unebmen. Hi« «nchüllt 'vH *i n neues Ko.onialprvblem: die in ben Kolonien ansässige Bevölkerung w i l t keine Einwanderung, von der sic teil« unlauteren Wettbewerb fürchtet, teils eine Ein­schränkung an sich unbegrenzter Wirttchaftsmög- lichkeiten. Australien, mit cin« Fläche von 8.5 Gevierttilometer. zäblt acht Million« Einwohner, von dem Uremtoooncrn allerdings abgefeb«. Immerhin ist noch Raum genug, allein trotzdem hat der australische Staatenbund feit 1920 nur 700 000 Personen neu zugelassen 'Damit scheint der Aufnahmewttle. beileibe nicht die Aufnahme-

Vormittag« war e» besonders stürmisch. Das war, als der Erbe Pllsudskis sich den Veflio- nären m einer Red« be|t«6 einplah'.. die vor Ergebenheit gegenüber dem Mattcha.l nur so ttoif. R tz dz Smigkv heihi bitter Thron- folfler und ist, wie übrigens jeder zweite Legio­när. Generak. Er ist aber ein ganz be­sonderer General. Siner, der es an Popu­larität bei feinen Mannen mit Ihm Selber rufrfl ausnehmen kann Und der es. wenn die Stunde reif ist, vielleicht auch mit Ihm auf- nehm« wird Heute leuchten die Transparente, die ganz Wilna zteren. und zwar mit den zwei Buchstaben 2. P. Was iuxb immer Ioteph Pllsudfki heißt. Roch immer Denn der He« und Gebieter ist, wie man sich in feiner Um­gehung vors chtig ausdrückl. äußerlt uixrrarbeüct. Berzle hoben allerlei Facha»zsdruc1e für bief« 3rl der Uebc tat bett ung. 2lber die Medizin ist eben respektlos. General Rhdz vmialy hat viel mehr Respekt. ..Für den Marschall kns zum letzten Blutstropfen!" erllärt er. Was man nicht gar zu tragisch nehmen muß Dies« letzte Bluts­tropfen ist am Legionärssonn tag ein bißchen reichlich strapaziert worden. Diel ernster ist waS Rhdz Smigly sonst noch zu sagen hatte Seine Rede war eine Kriegserklärung an die ganze V)elt. Aus das Motto gestimmt.' Morgen marschieren wir! ... Wohin und gegen wen weih er vielleicht nicht ganz genau! Olber marschiert mich werden! Was auch der durch Bdillen und Händeklatschen fundgelanen Aus- ^ssung der Legionäre entspricht. Genera! Rhb» Srmgly hat mehr Beifall gesunden, als ihm leibet heb gewesen fern dürfte. Der Marschall ließ sich nach der Vormittagsrede seines brillant« Sekundanten nicht blicken. Er wer wieder einmal überarbeitet.

An dfesem Dormitiag ist seht viel von d« demokratischen Verfassung die Rede gewesen. Richt so, daß es ben demokratisch« Zions- w<ichiern besond«S angenehm in die Ohren gc- Mungen haben hürftc Das Polnische ist eine b.sderreiche Sprache, die ihre Symbolik, der Mcm- talttät der Redner entsprechend, vielsach aus dem Rech d« Zoologie und der Agrarwislenschatten t^zieht. Kern Dutcher allo, daß immer wieder Fachausdrücke wie Schweinestall. Sauhaufen laut ten in Deutschland angetoorben und nach Italien gesichrt. im Vertrauen auf das Wort Karls V . hab er ihm seine Ausgaben ersetzen, seine Dienste t?mei\»un.l> ®°lh kter Schar bezahlen werde. Im Welfchland blieb alle« aus. französische Aacnlcn stahlen sich ins Heer und wiegelten un geheimen. Erst gärt« es dann kam es bei den oerbunbefen spanisch« Trupp« zu off «er Em­pörung. fo daß ihr Feibherr zu Frutchsberg Nuchten mußte, en bl üb wurden ab« auch die putsch« Landsknechte wild, von Entbehrungen. Hunger unb getäuschten Hoffnungen gereizt Frunbsberg. ihr Hauptmann, dem es immer um dle Gerechttgle.t zu tun ist. will ihn« erklär« unb bestellt fie zur Versammlung. Er tritt tn den ^0,0. um zu sprech«. Sr mag daran gedacht ha­ben, tote er einige Iahre vorher in Worms aus bem Reichstage dem Augustin«-Bruder Mar-

0^t,g aus die Schulter Ilopfie und sagte: .Mnnchlen,, Mönchfein. du gehst einen schweren ^ana- St beginnt. Aber das Gebrüll d« Wütend« stört chn. cr beginnt wieder da len­ken sie die Spieße und richt« sie auf die Brust b« epemate geliebt« Hauptmanns Von löschet Wtlbheit in tiefst« Seele getroffen bricht ber gewaltige Mann un Schlag zufomm« und muß w,e sterbend, forigetrag« werd« Der zügellos- Gcwallhaufe^ desf« <Fuhr«schasl jetzt in wen!- ger begabte Hänbe geriet, hnchi auf eigene Witt auf unb erstürmt mit Spaniern und Wei- fch« am 6. Mai bas ewige Rom. das furchl- b«r« Plünderung verfällt, der>acca di Roma ^Gevtg von Frunbsberg erholte sich zwar wie­der, wat aber ein gebrochener Mann, fein Sohn « g fltleiietc ihn nach feiner heimischen teste Mindelheim, wo er am 20. August 1528 flarb. gelähmt unb unzufrieden mit her Welt unb seinem Kais«, ber ihm nicht die Treue ge- frUten hatte. Sein selbstgebichtete« Klagelied lagt cs:

Mein Fleth unb Muh ich nie hab gespart Hnb allzeit getpart hem Herren mein.

zum Best« fein.

Mich geschickt hab brein. Gnad. Gunst vertzottt.

Doch 's Gemüt zu Hof verkehrt sich oft.