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Eichener Anzeiger (General-Anzeiger für GLerhesseii)

Freitag, 20. Juli 1928

Nr. 169 Drittes Blatt

Turnen, Sport und Spiel.

Schwimmwettkamvf Universität Gießen Universitär Marburg.

Am Mittwoch wurden im Anschluß an die grobe Laufstaffel in der Müllerschen Badcan- ft alt Schwimmwettkämpfe zwischen den Universitäten Diesten und Marburg au-getragen. war dies da« erste Mal. dah Mc Lchll.mmer der Diestener Studentenschaft ge­gen die Mannschaft einer anderen Universität antraten. Die ^Harburger zeigten sich in den meisten Wettbewerben überlegen, weshalb man sich um so mehr wunderte, dast sie rn der Brust- staffel 3 - 100 Meter, m der Diesten suherdte bessere Mannschaft an den Starr gebracht batte, nicht antraten Man sollte gerade bet akade­mischen Wettkämpfen erwarten können, bah eine Mannschaft auch zu einem weniger ausstchts- rei<chm Detttampf antritt. 3n den Schwimmwctt- kämpsen konnte lediglich Sri. Drill einen Sieg für Diesten erringen, während das Wasserball­spiel. an dem daS Publikum wie wohl noch nie in Diesten stürmischen Anteil nahm, mit 3:2 für Diesten beendet wurde. Die Srgebntsfe lauten:

Freistilstaffel 4x50 Meter: 1. Mar- bürg 2:135; 2. Diesten 2:30^

Brustschwimmen 50 Meter: 1. Kuhn. Marburg, 363; 2. Rothmann, Diesten. 38.4; 3. Zimmer, Diesten. 39: 4. Marburg. (Rothmann ist für die kurze Strecke noch nicht geeignet; bis jetzt liegen ihm die 200 Meter besser).

Lagenstaffel 4x50 Meter: 1. Marburg 2:30,4; 2. Diesten 2.35,4. Diesten wird disqualifi­ziert, weil der Seiteschwimmer sich vollkommen verschwommen bat und infolgedessen der Rük- kenschwimmer Frühstart macht.

Rückenschwimmen 50 Meter: 1. Rie­be!. Marburg. 37,6; 2. Stütz. Diesten, 39,9.

Brustschwimmen 50 Meter für Stu­dentinnen: 1. Lotte Brill, Diesten. 44,3; 2. Mansolff. Marburg, 48,2; 3. Kratz, Marburg, 49 1

Wasserballspiel Diesten-Marburg 3 :2 für Diesten.

Tennis.

Bei der Austragung der Frankfurter akademischen Tennismeisterschaften errang Kirchner vom Diestener Tennis- Hub 1 922 e. D. im Herren-Einzel den 2.Preis und mit Henke al» Partner im Herren-Doppel den 1. Preis.

Rach einem schweren Spiel gegen Dabrilo- w i c z (6/4, 6/3) kam Kirchner in der Schluß­runde der Ein.zclkonlurc>?nz gegen den wegen seiner Droste und Reichweite gesürchteten H e n k e. den langjährigen Klubmeifter vom Sportklub 1880 Frankfurt a. M., und verlor in einem wunder­schönen, ungemein schnellen Spiel 6/0 6/1, konnte jedoch jederzeit daS Spiel offen halten. Den dritten Sah, der außer Konkurrenz gespielt wurde, gewann Kirchner 6/2. Ty.

Deutsche Wafferballmeisterschast.

Am Sonntag stehen sich in der Borschlust­runde um die deutsche Wa sserballmeist erfcha ft 4m Lister Bad zu Hannover der deutsche Weister Wasserfreunde Hannover und der süd­deutsche Meister Bayern 07 Rürnberg gegenüber.

Aebeiter-Turn- und Sportbund.

Am kommenden Sonntag fährt Raunheim nach Marburg, um gegen die dortige erste Mann­schaft ihr fülliges Serienspiel auszutragen. Auch in diesem Spiel wird Raunheim Sieger bleiben.

Lollar» erste Mannschaft hat Drotzen-Linden I zu Gast, um ein Freundschaftsspiel auszutragen. Lollar wird wohl Sieger bleiben, trotzdem wer­den die Gäste versuchen, den Einheimischen ein ebenbürtiges Spiel zu liefern.

Wieseck I hat Wetzlar I zu Dast. Auch in diesem Freundschaftsspiel werden die Einheimi­schen Sieger bleiben, vorausgesetzt, daß sie eS nicht vvrziehen. mit reichlichem Ersatz anzutreten.

Möwe im Sturm.

Vornan von Sophie Kloerß.

19 Fortsetzung Nachdruck verboten

Jetzt stand er unter der Galerie. Von oben sahen drei junge Leute, aus der Brüstung sitzend, hin­unter zu ihm. Er kannte sie und hatte sie schon bewundert. Ein Mediziner, ein Photograph und ein Techniker, alle gleich wenig mit den Gütern dieser Erde gesegnet. Es tat ihrem Vergnügen kei­nen Abbruch. Zu weißen Sporthemden hatten sie grüne Satinhosen an, dazu der Photograph einen gelben Turban, der Mediziner einen Fez und der Techniker eine bunte Zipfelmütze. Je nach der Kopfbedeckung stellten sie einen indischen Fürsten, einen Türken und einen neapolitanischen Fischer vor. Man spürte es im ganzen Saal, daß Laune und Witz den Glanz ersetzen mußten, der in frühe- ren Jahren auf diejen Festen der Künstlerschaft herrschte. Neben blendend schönen und reichen Kostümen waren viele, die nur dem Namen nach Kostüme waren. Aber seltsam: gerade die Träger solcher Armseligkeiten waren die vergnügtesten.

Heinz trug die lange blaue Hose und die weiße Matrosenbluse von Jan Maat, und bald hier, bald bort klang es ihm entgegen: .Heinz, geihst mit lang? Wat malt de Waterkant?"

Jetzt er wollte gerade die Treppe zur Galerie hinaufsteigen. an die sich die Sogen schlossen, da stellte sich eine indische Schlangentonzerin in seinen Weg.Die du suchst, hat einen anderen Freund gefunden!"

An der tiefen, rauhen Stimme und dem schar­fen R erkannte er fpfort Nadja Kutusoff.Die ich suche, wechsell ihre Freunde nicht wie Handschuhe."

..Sie wird nicht viel Handschuhe haben zu wech­seln, schätze ich. Warum hast du so wenig Auf- Httrjfamteit für eine, die dich gern hat?"

®er mit Schlangen spielt, wird leicht selbst zur ®d)Iangc **

^ie grünlichen Augen hinter der Maske glimmer- Dann sorg' du. daß dich die Schlange nicht beißt"

-um* sich einem Cowboy, der neben Heinz erschien, förmlich in die Arme und rief:Tanzen.

oaß das träge Blut warm wird."

Ist das nötig bei dir?" fragte der Cowboy. Dann verschwanden sie in dem Wirbel der Tan­zenden.

Dieseck-Iugond hat Udenhausen-Jugend zum Rückspiel zu Dast und wird voraussichtlich Sieger bleiben

Leun I fährt nach Beilstein und wird sich dort zwei wertvolle Punkte holen.

(Sau Detterau.

Bergfest (29. Gauturnfahrt).

Don gutem Wetter begünstigt, konnte die Ver­anstaltung. die der Dau übernommen hatte, am Sonntag planmäßig durchgeführt werden. Der Wettkampf (Fünttamps der Turner in zwei Stufen, Dierkamps der Turnerinnen) dauerte bis etwa ' ,3 Uhr Nachmittags wurden noch die Sonderkämpfe in beidarmigem Kugelstoßen und Hvchsprung und eine lOxlOO-Meterstaffel au»- getragen. Siegerliste:

Männer über 35 Jahre (Fünfkämpf). Wilh. Adam i Sichen) 1. Sieg; Heinr. Thomas (Eichen) 2. Sieg; Karl Pfannkoch «Berstadt) 3. Sieg.

Turnerinnen, Oberstufe: Käthe Sryb (Eichen) 1. Sieg; Sannchen Kitz (Eichen) 2. Sieg.

Turnerinnen, Unterftufe: Elli Jost (Rieder-RoSbach) 1. Sieg; Frieda Mörschel (Eichen) 2. Sieg.

Turner, Oberstufe (52 Bewerber. 46 Sie­ger). Wilh. Zipfe (Watzenborn) l.Sieg; Heinr. Sellheim (Eichen) 2. Sieg. August Dillasch (Friedberg-Fauerbach) 3. Sieg; Philipp Schwarz (äLtphe) 6. Sieg; Karl Pitz (Watzenborn) 7. Sieg; Reinh. Schepp (PohlgönS) und Heinr. Sommer (Södel) 12. Sieg: Heinr. Schweitzer (Wvhnbach) 20. Sieg; Emst Schäfer (Watzenborn) 23. Sieg; Rudolf Rohrbach (Leihgestern) 24. Sieg; Richard

3öllcr (Leihgestern) 26. Sieg; Robert Tag (Utphe) 27. Sieg.

Turner, Unterstufe (128 Bewerber. 54 Sieger): Han» Amend (Rendel) l.Sieg; Arthur Spohr lEichen) 2. Sieg; August Baie ('Olu Der- Rosbach) 3. Sieg. Adolf Reeb (Södel) 11. Sieg; Karl Wehrum «Watzenborn) 12. Sieg: Walter Schepp (Pohl-Dön») 13..Sieg; Adolf Stumpf (Wohnbachi 14. Sieg. Heinr. Bommersheun (Ob­bornhofen) 15 S.eg: Dustav Alt (Wohnbach) 16. Sieg; Heinr. Langsdorf (Leihgestern) 18. Sieg: Otto Martinie (Leihgestern) 19 Sieg; Julius Klein (Wvhnbach) 20. Sieg; Rudolf Leschhorn (Obbornhofen) 22. Sieg: Hernr. Schm and t (Wat­zenborn) 32. Sieg.

Gchiedsrichtervcreinigung Gießen.

Für nächsten Sonntag bat die SchiedSrichter- oereinigung Dießen ein Schiedsrichter- Belehrungsspiel nach Großen-Buseck ge­legt. Gegner find eine Schiedsrichtermannschaft gegen die 1. M umschatt t>or Großen-Buseck. Ein Sieg der Dufecker dürste vorauszusehen sein; immerhin sind auch gute Äräfte bei den Gästen.

Erfolgreiche Durchquerung der Zuider-Sec.

Der holländischen Schwimmerin Frl, L e i b - brand ist eS am Mittwoch gelungen, trotz starker Gegenströmung die Zuidersee von Rord- often nach Südwesten zwilchen den Orten Sta- voren und Enkhuizen in 10 Stunden 35 Minuten zu durchschwimmen. Die Entfernung zwischen den beiden Orten beträgt 25 Kilometer. Degen der starken Gegenströmung und heftigen Wellenganges wurde die Schwimmerin sehr häufig auS ihrem Kurs geworfen.

Turngau Hessen O. T. und 14. Deutsches Turnfest in Köln.

o Mit der Schwimmst affel der vier Turngaue des L a h n t a l« s, die am kommen­den Samstag und Sonntag unter der Oberleitung des Gauschwimmwartes Franz Sauer ((Siefien) ihre Urkunde auf der Lahnstrecke von Marburg biS Riederlahnstein von Hand zu Hand hinab­geben und dort mit der großen Rhein st afsel von Basel nach Köln vereinigen wird, tritt auch der DauHessenin daS 14. DeutscheTurn- f e st ein.

Am Mittwochvormittag 8.04 wird ein Son­de rz u g unter Führung der Gauleitung von Gießen abfahren und etwa 4 00 Turner nach dem Bahnhof Köln-Ehrenseld bringen. Mittwoch­abend werden sich viele Turner zum erstenmal zusammen finden zur Teilnahme an der Eröff­nungsfeier auf dem Reumarkt, wo der Bor- stand der Deutschen Turnerschaft die Leitung des Feste» vom Kölner Hauptausschuß übernimmt und daS Banner der D. T. an die Feststadt feier­lich übergeben wird.

Schon am Donnerstag früh beginnt da» W e 11- turnen der KreiSgruppe L zu der außer dem Kreis Westfalen-Lippe. Rheinland, den Gästen auch der Mittelrh einkreiS gehört. Unter den Kampfrichtern finben wir au» dem Dau Hessen Gauoberturnwart Wilhelm Will (Gießen), den Gauwart für da» Männerturnen Martin T e x t o r (Marburg), den Gauwart für daS Frauenturnen Rudolf Paul (Gießen), den Gauwart für da» Schwimmen Franz Sauer (Gießen), den Gaukaf enwart Wilhelm Oertel glüeder-Wöllstadt). die Bezirks turn warte Paul

ch ü l c r (Wetzlare August Heberlein (Mar­burg) und August Bauian (Als eld) und den früheren Dautumwart für da» Dolkstumen W. Luckhardt (Marburg). Auf Grund der Aus- scheidungSkämpse hat der Gau He sen Teilnehmer bei allen Mehrkämpfen zu verzeichnen. 3n den Ablauf der Wettkämpfe der verschiedenen ilebungdgebicte sind Körpermessungen und ärzt­

liche Untersuchungen eingegliedert, die für jeden Wettkämpfer auf seinem Wehblatt zusammen- gefaßt werden und der wissenschaftlichen Er- forschung der Leibesübungen dienen.

Der Zwölfkampf der Männer (Jahr­gänge 1909 bis 1889, Teilnehmerzahl 1321 Tur­ner) umfaßt je zwei Pflicht- und eine Kürübung am Reck (sprunghoch) und Pferd (120 Meter hoch), eine Pflicht- und eine Äiirübung am Darren (1.60 Meter hoch), aus den vier Uebungsgruppen der allgemeinen Freiübungen der Männer eine Gruppe, die bei jedem einzelnen Turner etwa zwei Minuten vor der Ausführung durch das Lo» entschieden wird, urtb drei volkstümliche Hebungen. Es nehmen daran teil: Karl Reu- t e r, Tv. 1846 Gießen, Willi Sinnwell, Tv. 1860 Dad-Rauheim. Peter Boltz, Tv. 1860 Bad- Rauheim, Heinrich Keil, T.« u. Sp.-B. 1860 Marburg, Otto Textor, T- u. Sp.-D. 1860 Warburg. Heinrich Loh, Tv. Dorn-As anheim. Mariin Weih, Tv. Dvm-Assenheim. Paul Götsch, T.- u. Sp.-B. 1860 Marburg, Adolf Rathschlag, Tv. 1859 Ridda, und Heinrich Keller, Tv. Durgsolm».

Der Zehnkampf (Geräte) der Männer (Jahrgänge 19091889, Teilnehmerzahl 344 Tur­ner) umfaßt je zwei Pflicht- und eine Kürübung an Reck (fprunghvch). Barren (1,60 Meter hoch), upd Pferd (1,20 Meter hoch), eine Pflicht! rei- übung wie beim Zwölfkampf. Es nehmen daran teil Alfred Eckhardt, Tv. 1859 Ridda; Ri­chard Seth. Tv. Grotzen-Lindcn und HanS Rehn, Tv. 1859 Ridda.

nskampf der Männer in volks­tümlichen Hebungen (Jahrgänge 1910 bi» 1894, Teilnehmerzahl 2093 Turner). Es nehmen daran teil Fritz WeitershauS, Tv. Grohen- Linden: Wllli D e a u p a i n, T.- und Sp.-B. 1860 Marburg; Ludwig Walkomesius. Mtv. Gießen; Richard Wiener, Tv. 1860 Bad- Rauheim; Willi Klock, T.- und Sp.-B. Butz-

Heinz hörte ein Lachen. Es war gar nicht laut, aber es fiel wie ein fllberncr Geigenton aus der Luft. An dem Lachen erkannte er Elena. Da würde auch Maria nicht fern fein. Wie er die Treppe hin­aufkam, sah er gleich in der ersten Loge hinter der Galerie ein schwarzfeidcnes Gewand mitgoldgelbem Äragen, daran eine Kapuze in den gleichen Farben. EinMünchner Kindel" sah tief hineingedrückt in einem Sessel, hatte die Maske abgelegt und fab mit strahlend vergnügten Augen auf einen Falstaff, der der so echt war, daß Heinz, auch wenn er das Ge­sicht nicht gesehen, sofort auf den dicken Riedinger geschloffen hätte.

Maria, ein wenig ermüdet, wie es schien, aber auch sehr heiter, saß einen halben Schritt hinter der Scharester, die sich bemühte, dem Buffo stark einzuheizen, was sie mit aller ihrer Grazie glän­zend verstand.

Ein entzückender Junge müßen Sie gewesen fein, Sir John."

Du! Dur rief der Dicke.Sie ist lange be­graben." Er räusperte sich und sang:

3a, schon als Page Des Herzogs von Norfolk War ich ein Kerlchen, Flink wie ein fireifel. Blank wie ein Perlchen."

Elenas Fächer klappte ihm leise auf den Mund. Nicht fingen. Um aller lieben Heiligen willen, nicht fingen."

fiinb, ich trage ein Kapital in meiner Kehle." So vergeude es nicht. D diese schrecklichen Men­schen hier, alle müssen sie fingen. Als wenn sie dazu angestelll wären. Vorhin tanzte ich mit dem," sie wies auf den Maharadschader summte so- fort: ,Wo hast du denn die schönen blauen Augen yer?', während sie doch gelb sind."

Der Maharadscha, dessen braunes Haar etwas Künstlerisches haben sollte, aber nur etwas Der- wahrlostes hatte, schwang eines seiner langen Beine über die Brüstung, daß er rittlings auf ihr saß, und griff zur Zither. Seine langen Arme schwenkten weithin durch die Luft, dann griff er in die Saiten, die Augen auf Maria geheftet, die sich um feine werbenden Blicke so gor nicht kümmern wollte.

,Lch knie vor Euch als getreuer Da fall.

Pfalzgräfin, Schönste der Frauen."

Nehmt ihm doch die Stampfe weg!" rief Elena. Es ist schon schlimm, wenn einer beim Tanzen

singt, der es kann, aber wenn einer es nicht kann und singt doch"

Der lange Mensch sah über sie hin die Schwester an.Wollet mir doch, o Herrin, den Namen sagen, unter dem ich Euch verehren darf."

Regina," sagte Maria.

,Lhr könnt nicht anders heißen."

Und du, o süßes Labsal meiner Seele," flüsterte Falstaff Elena zu.

Ich/ Rosina. Ich kann doch auch nicht anders heißen. Eitel Süße, innen und außen. Warum musterst du mich plötzlich so mißtrauisch?"

,Hch weiß nicht, immer mein' ich, ich muß dich schon früher gesehen haben. Es muß lange her fein aber da ist was so in den Augen und im Profil, und wenn du lachst Bist du eine ver­kleidete Fürstin?"

Hast du daran gezweifelt? Ich bin die Fürstin von Feuerland, und meine Schwester ist Herrin der SBafierjungfrauen."

,Lch muß einmal dein Bild gesehen haben nein ich ipufj dich selbst gesthen haben"

(Ein Falstaff, der zum Grübler wird, ist uner­träglich." Sie wandte sich von ihm ab und leerte das Sektglas, das ebenso schnell von dem Neapo- litaner wieder gefüllt wurde er spielte den Ganymed, der dicke Riedinger bezahlte die Zeche, und nickte dem langen Maharadscha zu.

Schade, daß man heutzutage für die Dame feines Herzens die Welt nicht mehr in Fetzen hauen kann, wie der Edle von lobinambur."

,Lhr müht Euch schon etwas anderes ausdenken, meiner königlichen Schwester zu gefallen. Wenn Ihr zum Beispiel auch das zweite Bein über die Brüstung würfet?"

E Rosina," rief Maria,gib keinen Unfug an!" Sie hatten alle viel Sekt getrunken, der wilde Braune sah aus, als fei er zu allen Dummheiten fähig.

Er sah die Darnerin auf ihren Ruf hin schwer­mütig an.Wollet Eurem Sklaven vergönnen. Euch zu ehren." Und da saß er schon so, daß beide Deine in den Saal hingen.

.Haltet ihn fest," rief Maria,er ist nicht mehr Herr seiner Sinne!"

Weg da unten!" rief der Inder und schwenkte die Hände abwehrend nach unten, wo sich die Men­schen in dichter Menge stauten. .Lille weg. weg, Kopfsprung und hinein in die Flut."

bach 1846; Heinrich 3 r n b, Mtv Güßen: Wil­li Reh rem Wtv. Dießen, imb Willi Loch. Tgde. Marburg.

Neunkampf der Aelteren (1 Alters­klasse. Jahrgänge 18881844 . 2. Alter, klasse Jahrgänge 1883 und ältere. Teilnehmerzayi 9)8 Turner), umfaßt für beide Klagen a'.s gleiche Pflichtübungen je eine Psllcht- und eine Kür­übung am Reck (sprungbochV Darren 1.60 Me­ter hoch und Pferd <1.20 Meter hoch), emr Pflichtfreiübung wie beim Zwölfkampf und zwei volkstümliche lieb ungen. Es nennen teil. 1. Al­tersklasse. Anton Feuerstein, Tv. 1860 Bad- Raube-, m; Albert Rinn. Tv Heuche.heun; 2. Altersklasse. Karl Müller. Mtv Dießen.

Fünfkampf der Aelteren in volks­tümlichen Hebungen (1. Altersklasse. Jahrgänge 18931889 ; 2. Altersklasse. 1888 und ältere Jahrgänge. Teilnehmer zahl 1276 Turner,. Es nehmen teil. 1. Mtersklasse T. S chnei- der. Mtv. Dießen: Hermann Möller. Tv. Lauterbach; 2. Altersltas.e. Heinrich Klim­me r. T.- und Sp.-B. Haina; Karl Weiß, Tv. Klein-Linden.

Siebenkampf der Turnerinnen (3a&rgang lQ10 u-id ältere Teilnebmerzahl 1121 Turnerinnen), umfaßt je eine Pflichtübung am Reck, am Barren, am Pferd, eine FreiübmrgS- gruppe und drei voltütümliche llcbunacn Es nehmen teil Elfriede 31t ü n n ich. Tv. 1846 Gie­ßen. Ria Schwan. Wtv. Gießen. Lott« Mohr. Tv. 1846 Gießen: Paula Hofmann. Mtv. Gießen.

Dierkamvf der Turnerinnen in volkstümlichen Hebungen (Jahrgang 1910 und ältere, Teilnehmerzahl 661 Turner­innen). ES nehmen Teil Tilli E s p a ch. Wtv. Gießen. Minna Stoll, Tv. 1860, Bad-Rauhrim.

Alle diese Wehrt ämpse werden am DvnnerS- tagvonnittag erledigt. Am Rachmittag findet die Probe für da- Kreisturnen der Würmer statt. Gleichfalls am Donnerstagnachmittag ist die Probe für da» KreiSturnen der Frauen.

Am Freitaignachmittag findet das KreiS - turnen der Frauen statt. Ain Abend bat der MittelrheinkreiS. l»zw. der Gau Hessen teil an der Wiederholung des Festabends in der großen Fest halle am Rhein in der .Pvessa", wo Oberbürgermeister Dr. Adenauer die Gäste begrüßen wird und die Aufführung de» Festspiele» , Feuer am Rhein" erfolgt.

Am Freitag beginnen die Wettkämpfe im Schwimmen. Es sind beteiligt am Wett­kampf 1. Wehrkampf: Hans Geismar, Tv. 1846 Dießen. Wilhelm Schäfer, Tgde. Fried­berg; dieselben Turner auch am Wettkampf 2, Hauptspringen, und Wettkampf 10, Strecken­tauchen über 50 Meter

Am Samstagvormittag folgen die Wett­kämpfe der Frauen im Schwimmen. ss find beteiligt am Brustschwimmen über 100 Meter Tilli Arndt, Tv. 1846 Dießen, und Emmi M ü n n i ch Tv. 1846 Dießen; am Rücken­schwimmen über 100 Meter Ida Rauscher. Tv. 1846 Dießen; am Streckentauchen über 40 Meter Idel Hau11, Tv. 1846 Gießen; an der Bruststaffel über 4x50 Meter Turnerinnen bcJ Tv. 1846 Gießen, ebenso an der Lagenstaffel über 4x50 Meter; am St, omschwimmen über 5000 Meter für Turner beteiligt sich Wilhelm Schä - f e r, Tgde. Friedberg.

Am SamStagvormittag wickelt sich da» KreiS- turnen der Männer ab. Unter der Ober­leitung des früheren Obertumtoartc» der D. T. Kunath (Bremen), vereinigen sich die AlierS- riegen zu einem Schauturnen am Samstag­nachmittag in der Hauptkampsbahn. Zu diesenr Treffen stellt auch der Turnverein 1846 Gies>en eine Riege am Darren im durchschnittlichen Alter der Teilnehmer von 54 Jahren. Unter Leitung des TumwartS Karl Erb nehmen daran teil die Turner Geck. Erle, Baubel, Will, Mittermaier, Treuke, Mar ff, Spies, Köhler, Laudon, Bogt. Weber, Schmitz, Glagow, Bouffier.

Ein lauter Schrei unten und oben, mit einem Salto mortale war er abgesprungen und unten ge­landet.

Alle drängten aus der Lotze auf die Galerie und sahen über die Brüstung. Ein bißchen in die Knie geknickt, richtete sich der Maharadscha wieder auf, sagte stolz zu den Umstehenden:So ehrt ein Inder die Herrin seines Herzens," und drängte sich durch die lachenden Menschen zur Treppe zurück. Da stockte er doch, und sein Gesicht verzerrte sich. Die Knöchel und die Knie hatte er eklig bestoßen. Im­merhin, das war es wert gewesen. Und sie würden in allen Ateliers drei Tage fang von seinem tollen Sprung reden. Er ließ so gern von sich reden, und er hatte es so wenig dazu.

Oben empfing ihn lebhafter Beifall. Nur der Falstaff brummte:Wenn einer schon den ganzen Sommer am Starnberger See auf den Sprung trainiert hat, wird er's am Ende auch mal im Saal fertigkriegen."

Der Maharadscha verachtete ihn. Hatte er aber gehvsft, Maria mit dieser Tollheit zu imponieren, so sah er sich bitter enttäuscht. Heinz Godesheim hatte sich, als alle anderen zur Brüstung dräng­ten, neben sie gesetzt und leise ihre Hand gefaßt. Sie wehrte ihm nicht. Da hob er die schlanken Finger an feine Lippen, küßte jeden leise und an­dächtig und sah ihr dabei zärtlich in die Augen.

Und sie sah ihn wieder an und wehrte den Blicken nicht, alles zu sagen, was ihr die Seele füllte.

So wohl, so still wurde ihr mit einemmal. Mit­ten in all der Unruhe, in dem Lachen und Car­men hatte sie ein Gesühl grenzenloser Verlassenheit gepackt. Wie ein Kind, das in eine fremde Welt gestoßen ist und niemand hat, bei dem es Zuflucht suchen kann, so kam sie sich vor. Mühsam nur hatte sie gelacht und geredet, immer mit dem heim­lichen Empfinden:Was tu* ich hier eigentlich? Warum sitze ich hier? Wäre ich doch daheim in meinem Zimmer." Und mit einemmal war alles gut und sie ganz geborgen.

Noch nicht einmal hast du mit mir getanzt."

Es war so voll. Und ich habe ja nU tanzen dürfen/

Du wirst es schon lernen, ich führe dich.

Dollen wir jetzt hinuntergehen?"

(Fortsetzung folgt)