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Au- der Provinzialhaupistadt.

Dietzen, den 22. April 1928.

Kennt die Mutter

-der der Lehrer das Kind am besten?

Dirke Frage ist jetzt beim Beginn des neuen Schuljahre« van besonderer Bedeutung. Die Ant- iport ist nicht ko einfach. wenn sie objektiv sei» toll. Die Dütter und Eltern werden mit nxni» acn Ausnahmen glauben, datz sie da« Kind bekker 'ennen aU der Lehrer, weil sie gefühlsmätzlg an bU LLtung der Frage gehen.

Da« Äi n D lätzt sich in -weis acher Be­deutung erkennen nämlich al« Einzel« »ef«n. wie die Mutter e« sieht, und aU Klietz der Gem«1nfch ast, al« Kind unter anderen, tote <4 der Lehrer vor sich hat. Au« der Derschiedenheit der beiden Blickpunkte erklären sich die abweichenden Urteile von Mutter mb Lehrer über dasselbe Kind.

Auch nach der Geburt bleibt das Kind noch nit der Mutter in besonderem Matze verbunden. Sie versteht e« in seiner Hlllsbedürftigkeit und einer ersten Sprache ganz. Sie liebt e« wie )cr Künstler ein Kunstwerk, und bangt um c«. Den» sie e« mit dem sechsten Jahve zur Schule uhrt. Run kommt e« in die OesientUchkeit und st der Kritik ausgesetzt. Ein Kind, das die Mutter für begabt hält, fällt untef der Wenge richt aus. e« ist ein RormaUlnd. oder leistet )as Eesvrderte kaum. Die Mutter aber glaubt an tine besondere Begabung, weil es so Inter- »ssante Stnsälle hatte, weil e« Immer so aus- xweckt war. Wenn nun gar der Lehrer einen unverträglichen Charakter seststeilt. den die Mutter nie gemerkt hat, vielleicht, weil das Kind immer feinen Willen bekam, dann glaubt sie bestimmt m eine salsche Beurteilung durch den Lehrer. Vie tröstet lich damit, datz der Lehrer in der kurzen Zeit ihr Kind noch nicht richtig beurteilen könne Oint Mutter wird ihr Kind nie richtig sehen weil ihr Gefühl zu übermächtig ist.

Trotz aller Mühe wird sie immer nur fest- telkn, was da« Kind ihr bedeutet, nicht aber, vas ei in der Gemeinschaft anderer Kinder Toert ist. ob seine Anlagen für Schule und Leben euSceichen ob es sich im Kamps um« Dasein -urchsetzen wird. Zu dieser "Beurteilung kehlt es kr Mutter an Bergleichsmomenten, die der Lehrer hat. Hundert« von Kindern sind durch lein« Hände gegangen, deren Entwicklung im Leben er beobachten konnte, er hat einen 6t- lahrungskchay. tote ihn die Mutter nicht haben Iann. Trotzdem lassen sich Mütter über Cha- raktermängel ihrer Kinder nicht leicht belehren, anders ist es schon mit dem Urteil d«S Lehrer« über Leistungen, dem He eher Gehör schenken. Äeder verständige Lehrer wird der Mutter gern einräumen, datz sich die Begabung de« Kinde« ost nicht an schulmätziyen Leistungen mit Be­stimmtheit feit ft eilen lätzt. E« gibt Fähigkeiten bei Geistes, die Im lehrplanmätzigen Betrieb le« Massen unterricht« nicht zur Entfaltung kom- inen. Das weitz auch der Lehrer, und deswegen erstrebt er Heinere Klassen und freiere Unter­richts mögt ich ketten, damit jedes Kind mehr als früher zu feiner Entfaltung komme.

Die Mutter aber soll sich nicht leicht über schlechte Leistungen ihre« Kinde« hinwegtrösten und auch bei verschiedener Beurteilung den

Lehrer fragen, was er von ihrem Kinde hält. Der Lehrer ist ja nicht nur Beamter, der den Stoll de« Lehrplans den Kindern übermittelt, sondern auch als Erzieher Kenner der Kindes­seele.

Wer kennt nun das Kind befkrT Beide in ihrer Art. die Mutter sicht es al« Einzelwesen, der Lehrer al« Glied der Gemeinschaft. _ Er urteilt vergleichsweise im Hinblick auf die For­derungen de« Leben« und die Fähigkeiten anderer Kinder. Sein Urteil wird daher für das Leben bcz Kindes sicherlich objektiver und bedeutungs­voller feie. &

Taten für Lamtztag 21. April.

Sonnenaufgang 4.53 Uhr. Sonnenuntergang 19.05 Uhr Mondaufgang 5.44 Uhr. Mondunter. gang 2101 Uhr.

1485: Ulrich von Hutten auf Burg Steckelberg bei Fulda geboren (gestorben 1523); 1782: der Pädagoge Friedrich Fröbel zu Oberweitzbach in Thüringen geboren (gestorben 1852); 1808. Johann Michern, der P gründer der Innern Mif. fion in Deutschland, in Hamburg geboren (gestor­ben 1881); 1821: der Philosoph und Geschichte schreibet Hippolyte Tain« in Bouzier» geboren (gestorben 1893), 1858. der Alpinist Deneral Theodor Mundt in Ludwigsburg geboren, 1898: Beginn des spanisch amerikanischen Krieges; 1918: der Flieger Manfred von Siichthofen fällt bei Sailly-lc Ser (geboren 1892); 1924: die italie­nische Schauspielerin Eleonore Düse in Pitlsdurg gestorben (geboren 1859).

Pornotizen.

TageSkalender fürFreitag. Stadt- tbcaler, 7.30 Uhr: .Da« Kamel geht durch da« Nadelöhr"" (Snd« 9.45 Uhr). Lichtspielhaus Bahnhosstratze: .Die Sach« mit Schoersiegel". Astoria-Llchtspicl«: .Der geheimnisvolle Rächer."

MlkitSrperfonalien. Mit Wirkung vom l. April sind durch Qkrfügung de« Reichs- wehrmlnisters besördert worden: Oberleutnant Zschorllch xum Hauptmann, Leutnant Rau - s c r zum Oberleutnant. Hauptmann Z s ch o r l i ch wurd« al« Hauptmann beim Stabe zum AuS- bildungSbatalllon Marburg versetzt.

Personalien. Durch die Kirchenregie- rung wurde dem Pjarrer Johann Adam L a y e r zu Mittel-Seemen die evangelische Psarrstelle zu Landenhausen, Dekanat Lauterbach, übertragen. Ernannt wurde die prov. Handarbeitslehrerin an der Dolk«schule zu Aliendorf a. d. Lda. und Umgegend, Kreis Dietzen, Elisabeth Merkel, zur Handarbeitslehrerin an dieser Schule, mit Wirkung vom Tage des Dienstantritt« ab.

D i e hessischen Beamten am 1. Mai. Da« hessische Gesamtmtnisterium hat beschlossen, datz e« wegen der Befreiung vom Dienste am 1 Mai bei den vorjährigen Bestimmungen ver­bleibt.

Das neue Schuljahr für die hiesigen Bolls- und Fortbildungsschulen beginnt am näch­sten Montag An diesem Tage können vormittags noch schulpflichtig werdende Kinder für die Volks­schule angemeldet werden, die FortbilDunasschul- pslichtigen haben lich vormittag« In den Schulen zu melden. Nähere« in der heutigen Bekannt­machung des Stadtschulamte«.

Goldene Hochzeit. Schneidermeister Jakob Schreiner und Ehefrau Margarete, geb.

Rlcvlei. Damm st ratze 80 wohnhaft begehen am nächsten Sonntag. 22 April, ihre goldene Hochzeit.

* Denef izvorftellung im Stadt- letaler. Man schreibt uns: Wie an dieser Stelle sowie im Anzeigenteil schon betanntge- geben, veranstaltet die Künstlcrschast des Stadt- tbcalcrt zum Besten der Wohlfahrt-kasie am nächsten Samstagabend 8 Uhr eine Aus­führung von Zuckmaher« Kleistprcis-Lust- fpiel .Der fröhliche Weinberg' Diele eiiwnalige Wiederyolung des vor zwei Oabrcn auch hier mit grobem Erfolg gegebenen blut­vollen Stückes, das in Rheinhessen im Weinherbst Amw Einundzwanzig spielt und voll boden­ständiger Unmittelbarkeit und echten Humor­ist. wird wohl als willkommen« Gekegenheit be­grübt werden. Der gute Zweck möge doppelt« Beranlasiung lein zu recht zahlreichem Beluch. E« gelten gewöhnliche Eintrittspreise.

Wohltällgkeitsko.izcrt in der Nervenklinik. Wan berichtet uns: Der Demhardtlch« Zither- und Mandolinen-Ehor (Sieben konzertierte vor einigen Tagen unter Lei­tung de« Muliklchrers Wigand Gernhardt in 6er Nerven kl in ik. Der Ehor bot ausgezeichnete Leistungen. Aus dem Programm sei besonders da« Zithcr-Doppelquartett erwähnt. Die Patien­ten waren lehr erfreut und spendeten reichen Bei s all.

Der "Verein Rudersport ®leben 1913 hielt am vorigen Sonntag fein diesjähriges Anrudcrn ab. Eine stattliche Schor Mitglieder mit ihren Angehörigen halte sich zu diefem Zweck im VootShauie elngefunden. An der Auffahrt beteiligten fich folgende Boote, die in Kiellinie den Bootsplatz panierten: ein Einer, drei Vierer, ein Achter und acht Paddelboote. Nach Beendi­gung der Auffahrt fand im Bvotshaufe die Trainingüverpfltchlung der Ruderer statt. Zwanzig junge Leute bekundeten durch Handschlag ihrem Dvrkldenden, datz sic bereit sind, in diesem Som­mer da« Training durchzusühren. Die Training«- leitung liegt in den Händen De« bewährten Ruderlehrer« Wenzel von hier

DerDeutscheBauschulbund, D r t gruppeGiehen. hat auch im Winter 1927 28, wie man un» schreibt, durch den Deutschen Zernent- bund. Bauberatungsstelle Frankfurt a. M.. unter Leitung Des fRcgierungsbaumrifter» Warner zwei Eisenbetonlehrkurfe abgehatten. um seinen UJlitglicDern unD anderen Bausochlcuten (Belegen- Helt zu geben, ihre Kenntnisse im C.senbetonbau zu erweitern. Im ersten Kursus wurde In mehr als 15 Doppelstunden besonders nutzer der Theorie des Betons und Eisenbetons und seiner Berech- nungsweisc Die giinst gste Zusammensetzung Des Materials unter Berucks chtigung feiner grofelen Festigkeit und Wirtschaftlichkeit zum Vortrag ge> bracht. Der zweite Kursus führte die Teilnehmer in die Berechnung und ÄonftruMion prokt fcher Beispiele mannigfaltigster Art ouf dem Gebiete des Hoch, Ties- und Industriebaues ein An den Kurs- abciiDen. die über 30 Doppelstunden in Anspruch nahmen, beteiligten sich mehr Denn 30 Teilnehmer, und zwar alles Bauleute, die In hiesigen unD aus- märtigen Bauunternehmungen, bei Arch Ickten und bei Den verfchleDenen Baubehörden in Der Praxis tätig sind. Die noch immerhin recht junge Kunst Der heutigen Beton- und Eisenbetonbauweise macht es erforderlich, Datz fich alle diejenigen, die sie aus- üben, von Zeit zu Zeit mit Den Neuerungen der Konstruktionsmäglichkeiten und der Berechnungs-

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wetz, Metront machen Der Deutsch« Zemenchnnd. der in Gemeinschaft mit den verschiebenen float-

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ounktlichc und regelmäßige Teilnahme bewiese» die Kursteünchmer, Datz cs der Kursletter oerflanden bat, den Unterrichtsstoff In verständlicher Weise zu in Vortrag zu bringen, und an den Besuchern liegt es nun, dos Gelernte in der Praxis nutz­bringend zu verwenden, ö» wäre zu begrüben, wenn auch fernerhin Derartige Deiterbildungskurse durch den Zementbund der hiesigen BauweÜ zu- gängig gemacht würden.

Berliner Börse.

Berlin, 20. April. (WTB -Funkspruch) Trotz der Di«konterhöhung in Boston und Shikago, die nach d«r Nichterböhung in Reuyork etwa« überraschend kam. ist der DrunDtvn des heutigen Frühvcrtchr« sreundiich. Man schätzt die Kurse auf Dem festeren Frankfurter Abendniveau be­hauptet. Farben zirka 267^0 dis 238. Am De- vilemnarst nennt man Pari« 124,02. DRailanb 92.52, Spanien 29,12, das Pfund 488,25 unh den Dollar 4,1815.

Kircklicke Tlocbrithf^n.

Ifroesitifche BeNgionsgemeinde. Gottesdienst In der Synagoge (üDanlage) Samstag, 21. April. Lvr abend 7.15 Uhr; morgens 850; abends 7.40 und 8 20 Uhr.

3fraelltlfdK ReliglonsgefeUfchafH Sabbatfeier den 21. April. Freitagabend 7 05 Uhr, eamstagoormittag 8; nachmittags 4. Sabbatausgang 8 20. Wochen- goltesDicnft morgens 6.30; abends 6.30.

Uchen Material Prüfungsämtern an den Wissenschaft- tichen und praktischen Untersuchungen dieses moder- **" «austasse- taug ist. oeimaiell mit seinen Fach­leuten durch derartige Lehrkurse all, Neuerungen und Errungenschasten aus dem Gebiete diese» Beu- stosse» an die Technikerschasl der Praxi» Durch

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Der Voranschlag der Gemeinde Burt- ardsselden für Rj. 1928 liegt vom 20.April 1928 dis einfchiietzlich 26. April 1928 auf unferem Bureau zur Einsicht der Inter- efienten offen. 41O5D

Es ist die Erhebung einer Umlage be- schlossen, zu der auch die Ausmärker bei- zutragen haben.

Burkhardsfelden, den 19. April 1928. Bürgermeisterei Burkhardsfelden.

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