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Dienstag, 20. März (928

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen)

Nr. 68 Drittes Blatt

Turnen, Sport und Spiel

Nachdruck verboten

18 Fortsetzung

spiel der Ligareserve hccms 1. Mannscyaft. _ , ,

wohl ein klein wenig mehr vom Spiel, 1900 aber die weit zahlreicheren, sicheren Torchancen. Tore wären wahrscheinlich gar nicht erzielt worden, wenn nicht unnötigerweise drei Elfmeter verw.rlt worden wären. Gießen verwandelte einen Hand­elsmeter in der 1. Hälfte zum Führungstor. 10 Minuten vor Schlug glich Heuchelheim durch Handelfmeter aus und errang durch Verwandeln eines weiteren Elfmeters eine halbe Minute vor Schluß den Sieg. Ein Unentschieden wäre eher dem Spielverlauf und den Leistungen beider Mannschaften gerecht geworden. Schiedsrichter Krämer (V. f. B.-Cießen) leitete dieses span­

nende Spiel ausgezeichnet.

19006 1. Äugend kehrte von D a u b r i n g e n mit einem 2:1-S'.eg zurück, obwohl infolge der Vereinssperre abermals vier Ersatzleute einge­stellt waren.

stürnier eins, und zwar das letzte und schönste, nach sa.. oser Ei ze.leistu g aus fast unglaub­liche a Schugwiniel. Es gab wenig (Snlg c funjen, das Spiel war iederz.üt >a'.r. ein Drr^.enst des zur Zu ried.'.cheit leitenden Schie^sricht.rs

Dre golSenen Berge.

Vornan von Clara Mebig.

Copyright by Deutsche Verlags-Anstalt Stuttgart.

konnte, das aber vom Schiedsrich.cr nicht ge­geben wurde. Trotz der größten Anstrengungen des Plahvereins, den Ausgleichs zu erzielen, konnte Gacoenteich den Stand des Spieles hatten und als tnapper, ober verdienter Sieger den Platz verlassen. Der Schiedsrichter amr.erte be­friedigend, obwohl er einigen Situationen nicht ganz gewachsen war.

Handball der Sp.-Bg. 1900.

v. s. B. Friedberg Gießen 1900 4:3.

ö. 3n Friedberg standen sich am Sonntag diese Mannschaften zum Privatspiel gegenüber. Die 1900er mußten das Treffen unter ungünstigeren Umständen durchführen, als vorauszusehen gewesen war. Es waren drei Mann Ersatz vorhanden, und außerdem vermißte man den rechten Läufer. Daß dadurch die Mannschaftseinheit gestört war, liegt auf der Hand. Aber die Gießener hätten trotzdem die Sache für sich entscheiden können, wenn nicht so viele taktische Fehler begangen worden wären.

Das Spiel war ußcrst wechselvoll. Beide Tor­wächter wurden viel beschaff gt. Da reichlich unpla­ciert, insbesondere zu Beginn der beiden Spielhälften, geworfen wurde, konnten sie in diesen Spielperioden ihre Tore reinhalten. Bis zur Halbzeit hatten die mit Sonne und Wind spielenden Bewegungsspieler mehr vom Spiel und brachten es zahlenmäßig durch zwei Tore zum Ausdruck, denen die Gießener durch ihren Halbrechten eins entgegensetzen konnten. Nach der Pause gingen die 1900er besser aus sich heraus, konnten es aber nicht verhindern, daß die Platzherren zu einem dritten, wenn auch billigen Erfolg kamen. Der sonst fehlerlos arbeitende Gießener Hüter ließ nämlich einen weiten Ball durch die Beine rutschen. Bald machte sich jedoch das Uebergewicht der Spiel- vereinigungsleute bemerkbar. Der Halblinke verwan­delte einen Strafwurf, und kurz darauf konnte der gut freigespielte Mittelstürmer den Ausgleich er­zwingen. In dem nun einsetzenden Endspurt hatten die Friedberger eine Minute vor Schluß Gelegenheit, den Siegestreffer anzubringen.

Die Gastgeber hatten eine schnelle, in allen Teilen gleich gut besetzte Elf zur Stelle. Bei den 1900ern gab jeder sein Bestes. Nur schade, daß einzelne taktisch nicht auf der Höhe waren. Der Ersatzlaufer beschränkte sich auf die Verteidigung, der Linksaußen ließ sich zu sehr abdecken, und der rechte Flügelmann unternahm zuviel auf eigene Faust.

Schiedsrichter Glock vom Pol.-Spo. Butzbach gab sich alle Mühe, pfiff aber mehr als nötig war.

Spielvereinigung 1900 Gießen.

1900 (Liga) Alsfeld (Liga) 7:1 (2:1).

d. Sportverein 06 Alsfeld-Alten­burg weilte am Sonntag mit sei.er Ligaelf zu einem Freundschaftsrückspiel bei dm: Liga der Spielvereinigung 19 00. DaS Dorspiel in Alsfeld vor vier Wochen sah 1900 nur knapp mit 3:2 als Sieger: Diesmal gelang aber ein 7:1-Sieg, obwohl Giehen geschwächt in den Kampf ging. Zwei Spieler der Ligareserveelf, die vorher ein schweres Spiel gegen Heuchel­heims l. Mannschal t ausgetragen h.tte, mußten in der 1. Elf nochmals Mitwirken, da drei Spie­ler erst kurz vor dem Spiel absagten und davon zwei erseht werden mußten. Der Plahverein hatte zunächst schwer zu kämpfen, um sich der unge­stümen Alsfelder Angriffe zu erwehren. Durch schönes Flachspiel ging 190Ö in Führung. Die Gäste glichen aus die gleiche Weise aus. Do^ dem Wechsel erhöhte aber Gießen auf 2:1. Aach der Pause mußte Alsfeld gegen die Sonne spielen. Das Zusammenspiel der Einheimischen wurde bedeutend besser; besonders die Läufer­reihe. vor dem Wechsel äußerst schwach, kam jetzt richtig in Schwung. Die Gäste ließen sehr nach und wurden auch noch lustlos in ihrer Spielwcise, weil der Ersahtorhüter Fehler machte und ha tbare Bälle pafsieren lie). Aoch sünfmal mußte Alsfelds Hüter den Ball au 3 dem Retz Hofen Der 4. Treffer rührte aus eiie.n Eckball des Gießener Rechtsaußen, der unberührt m3 Tor ging. Die Tore schossen Halblinks, Halb­rechts und Rechtsaußen je zwei, der Mittel-

Erschrocken sah Anna Stemm auf. Die Frau hatte bis dahin in ihren Schoß geftani, wenn man sie gefragt hätte: was denkst du? sie hätte nichts dar­aus antworten können. Sie hatte gar nichts gedacht, sie war wie gelähmt: wieder nicht Dertaujen?

Jesus, wieder nicht?! Wer als der Kommissionär sich mm im Ernst zum Fortgehen anschickte, schon in der Tür stand, ermannte sie sich, mit einem satz mar sie bei ihm. Sie legte ihm die zitternde Hand auf den Aermel:Wollen Sie wirklich nix kaufen, Herr Reiben? Bei uns wohl nur nix? Sie gehn zu andern.^ Sie sah, änastlich spähend, ihren Blick ein­bohrend, ihm in die Augen.

Er hielt ruhig ihren Blick aus, ganz offen sagte er- .Hier kauf ich bei keinem. Vielleicht, wenn aus der großen Trierer Versteigerung wat ganz spott- billiq zu haben wär sonst auch nit Die Leut sind froh, wenn sie bat Essen haben, bat Trinken gewöynen sie sich nach und nach ab. lind damit ging er.

Als Stemm den Sejuch, der im Hof fein Motor­rad untergefteUt hatte, hinausbegleitet hatte und m die Stube zutückkarn, fand er seine Frau weinend. Nicht, baß sie schluchzte, einzelne Tränen nur ran­nen ihr still übers Gesicht, aber sie sickerten so schwer unb langsam, als wären es Tropfen von Blei. Ihm selber wat es auch schwer zu Sinn ein Weib hat's gut, das barf wenigstens ab unb zu einmal heulen, und das erleichtert; ein Mann darf das nicht. War es wirklich so, wie der Feiden sagte: kein Geld da kein Geschäft der Emundzwan- ziger nicht mehr gefragt - überhaupt nach Wein keine Nachfrage unb gar kein Konsum? Ach, Un­sinn, Unsinn, bas wat ja alles nicht so!

Aber er würbe den Zentnerstein aus seinem Herzen nicht los; den ganzen Tag nicht. Sonne be­schien alles ein herrlicher, sommetkundender Tag, lachenbe Sonne, lachende Mosel, lachender üßein* berg ihn bünfte ber Tag grau. Und so lang. Gut, daß er endlich doch aus mar!

beiteten zusammen: müde, sehr müde. Es war ihm heute abend, als hätte er schon zu lange gelebt.

Der Abend mit seiner durchwärmten sanften Luft stimmte den Mann nicht zufriedener. Er hatte sonst immer den großen Frieden empsunden, der nach dem Abendläuten aufs Moseltal sinkt. Dann ver­klären die Berge ihre Umrisse, werben, von silbri­gem Duft umwoben, milder unb weicher, küssen, sich neigend, ihre Ebenbilber im Strom, bis alles eins wird, in Liebe miteinander verschmilzt. Und aus dem Plan des Himmels tauchen bann Sterne auf, eine große Herde goldener Lämmer, und der Mond, ein stillwandelnder Hirte, hütet sie.

Heute hatte Bremm keine Augen für den Frieden seiner Umgebung unb für ihre Schönheit. Er bohrte in sich hinein. Alles war aufgereizi, Ernpfindunaen angestachelt, die er bis jetzt noch nicht gehabt; ober sie hatten geschlafen. Er war unzufrieden und bitter. Hatte man dafür von Jugend auf schwer gearbeitet, daß man jetzt, ein Mann in der Mitte der Vierzig, ein Mann mit Weib unb vielen Kindern, sich sagen mußte: bu hast umsonst gearbeitet Denn umsonst hat der gearbeitet, der mit jedem Jahr, statt voran­gekommen zu sein, zurückgegangen ist. Wenn der Krieg nicht gewesen wäre ja, wenn! Der hatte alle geschädigt. Am meisten das besetzte Gebiet, und im besetzten Gebiet am meisten den Weinbauer. Ging es wohl noch einem Stand so, wie dem von Gefahren aller Art bedrohten Winzerstand, der von Gunst und Ungunst der Witterung ebenso abhängig ist wie von dem Geschmack, der Zunge, die bas Pu­blikum hat. Den Einundzwanziger, den köstlichen Einundzwanziger, den wollten sie schon nicht mehr? Man verkaufte ihn deshalb nicht? Oh. saudumme Bande! Die Wut überkam Simon Bremm. Mit schweren Schritten stampfte er in sein Haus und schlug krachend die Tür hinter sich zu. Er schob den Riegel vor: es brauchte keiner zu ihm mehr herein. Den Feiden sollte der Teufel holen, der hatte ihn in feinem Fuder zu sehr gekränkt. In stummem Zorn setzte er sich in die Stube, stützte den Ellbogen auf den Tisch und den schweren Kopf in die Hand.

Scheu sahen die älteren Kinder nach ihm hin, sie gehorchten gern, als die Mutter der Pauline zu­flüsterte:Bring die Kleinen zu Bett, und dann gcht selber auch schlafen, ber Vater is ungut"

manu Wiesecks meisterte manche brenzliche Situa­tion. Bis H lbzeit konnte Wieseck noch zweimal er­folgreich sein, dem Lollar nur sein einziges Tor ent­gegensetzen konnte. Nach Halbzeit weiter offenes Feldsp'.el. Wiefcck blieb weiter technisch überlegen und konnte eine Reihe Ecken erzwingen. Lollar fiel immer mehr ab. Kurz vor Schluß konnte Wieseck sein viertes Tor erzielen. Mit dem Resultat 4:1, Ecken 7:2 konnte Wiescck als verdienter Sieger den Platz verlassen.

wieseck Jugend Heuchelheim Jugend 4:1 (4:0).

Vorher spielten die Jugendmannschasten. Auch hier konnte die technisch bessere Jugend Wiesecks ihren körperlich stärkeren Gegner in schönem Spiele mit obigem Resultat abfertigen.

Naunheim II Wieseck II 2:0.

Raunheim hat.e Wieseck II zu Gast. Auf denk­bar ungünstiaem Platze konnten die Einheimischen die Gäste mit einer 2:0-Riederlage Ob erligen, die aterdin s nur mit 10 Mann antraten.

Hungen I Alsfeld II 7:2.

Alsfelds II. hat.e die Reise nach Hungen an* getre en. In schönem Spiele, in dem bei Halb­zeit das Resultat 3: 2 für Hungen stand, konnten die Einheimischen bis Schluß das Resultat auf 7:2 erhöhen.

München 1860 schlägt Wacker München 3:2 (3:1).

Zu den mancherlei Ueberraschungen in den Svielergebnissen des Sonntags kam nun am gestrigen Montag die Riesenüberra.chung hinzu, daß die bisher ungeschlagenen Wackerianer ihre erste Riederlage in den Trostrundenspielen hin­nehmen mußten. Der Sieg der 1860er war voll­kommen verdient. Das Spiel wurde in flottem Tempo abgewickelt. 1850 hatte Anstoß und kam in der zweiten Minute bereits durch Stiglbauer zu seinem ersten und in der elften Minute zu seinem zweiten Tor. Wacker raffte sich nun­mehr zusammen und konnte in der 33. Minute auf 2:1 verbessern, während 1860 vor Halbzeit durch Faube auf 3:1 erhöhte. Die zweite Spiel­hälfte verlief ziemlich ausgeglichen. Durch Ver­wandlung eines Handelfmeters konnte Wacker 3:2 auf holen, muhte jedoch den 1860ern den Sieg überlassen.

Rutznießer der Riederlage von Wacker ist nun­mehr der 1. F. C. Nürnberg, der seinen gestern noch vier Punkte betragenden Abstand von dem Tabellenführer auf nunmehr zwei Punkte ver­ringern konnte und damit noch nicht alle Hoff­nung zu Grabe zu tragen braucht.

Deutsche Schwimmer in Spanien.

Die Ergebnisse des Schwimmwettkampfes zwischen den Wasserfreunden Hannover und dem Schwimmklub Barcelona, der am Sonntag in Barcelona ausgefochten wurde, sind folgende:

lOO-m-Rückenschwimmen: 1. Bruhl (Barcelona) 1,19 Minuten; 2. Bahre (Hannover) 1,23 Minuten.

100 m ohne Bestimmung: 1. Heitmann (Barce­lona) 1,03 Min.; 2. Gunt (Hannover) 1,07 Mim

100 mover: 1. Küpper (Hannover) 1,20 Mm.; 2. Vilamayans (Barcelona).

100-m-Brustschwimmen: 1. Kriwiller (Barcelona) 1,25 Min.; 2. Bahre (Hannover).

Das Wasserpolospiel endete mit einem Siege der Wasserfreunde Hannover .über den Schwimmklub Barcelona mit 3:2.

Or. Pelher wieder in Deutschland.

Dr. Peltzer ist von seiner Amerikareise wieder zurückgekehrt. Er traf am Montagnachmittag gegen 3 Uhr'in Bremen ein.

Bayrische Fechlmeisterschasten.

Im Hause des Turn- und Fechtvereins Jahn in München wurden am 17., 18. und 19. März die diesjährigen Bayerischen Fechtmeister­schaften ausgetragen, zu denen zahlreiche Bewer­ber Rennungen abgegeben hatten. Cs wurde glänzender Sport geboten, und die Meister konn­ten sich ihren Titel erst nach Stichkämpfen sicher-

Still setzte sich Anna in einer Ecke hin. Sie beob­achtete ihren Mann: sollte sie was zu ihm jagen? Sein Gesicht hatte viele Falten, fein Mund war fest eingekniffen, sie sah, wie stummzornig er war Sollte sie sagen:Warum biste so bös? Du machst dir et noch viel schwerer, wenn du so bös bist." Ader sie traute sich nicht nur nichi ihn reizen! Ach, er wäre längst nichr so mißgestimmt, wenn er nicht auf sich selber so böse sein müßte. Er hatte nicht verkauft, so oft sie ihn auch darum gebeten hatte, nun möchte er sich ohrfeigen dafür. Der arme Mann! Es war ein Denkzettel, den er gekriegt hatte. Daß es wirklich so sein könnte, ganz so, wie der Feiden gesagt hatte, das aber glaubte die Frau nicht. Was die immer alles reden, die billig kaufen wollen! Der Feiden würde schon wiederkommen. Nun die Bremm die erste Enttäuschung verwunden hatte, regte ihr Mut sich wieder, gehoben durch ihren Glauben: der Helfer erschien, wenn die Stunde dazu gekommen war. Nur nicht verzagen! Sie sagte sich das, und doch war sie heute nicht so tapfer wie sonst wohl. Auch sie saß in sich zu­sammengesunken, und als ihr der Schlaf kam, saß sie noch immer so, beide Ellbogen auf den Schoß gestützt und den müden Kopf mit gefchlossenen Augen zwischen die Hände gelegt.

Die Stube ging nach der Straße hinaus. Es wurde allmählichftill, so still, daß kein Laut von draußen die drinnen Jnsichoerfunkenen aufftörte. Langsam wandelte der Mond, die Schar seiner Lämmer war vollzählig, aber er zog sich, nachdem er erst eine Weile auf den Fluß geleuchtet und jede dämmernde Welle versilbert hatte, hinter den Berg jenseits der Mosel zurück. Da lugte er nun über die Kante, machte die Wand des Kirchleins schneeweiß und die kleinen Kreuze des Kirchhofs merkwürdig groß und bedeutend. Es wurde grau unten im Tal, die Sterne leuchteten nicht so stark, daß sie alles er­hellt hätten.

Frau Bremm ermunterte sich, sie stand auf und steckte die Hängelampe übe nm Tisch an vielleicht daß Bremm nun sagen würde:Et is spät, wir wollen zu Bett gehn." Aber er rührte sich nicht. Da schlich auch sie wieder auf ihren Platz zurück und versank halb in Schlaf, halb in Träumen ...

(Fortsetzung folgt.)

Aus dem Turugau Hessen (D. T.) Er,.maliges Auftreten der Kölnriegc. bpw. Bad-Rauheim, 18. März. Belannt- lich hat der Gau Hessen für das Deutsche Turnfest in Köln aus drn besten Geräteturnern eine Musterriege zusa.nm enge stellt, die am Reck turnen wird. Gestern abend war die Riege Gast der hiesigen Turnerschast und trat erstma.ig vor einer größeren Oeffentlichkeit mit einem woh'gelungenen Werbeturnen auf, das star­ken Anklang sand. Es gehören der Auswahl­riege nun endgültig die folgenden Turner an: Unterstufe: H. Dechent, Tgm. Friedberg; H. Keil, T. u. Spv. Marburg; H. Schäfer, Tgm. Marburg; H. Keller. Tv. Burgsolms; Paul Goetsch. T. u. Spv. Marburg. Mittelstufe: Hans Rehn, Tv. Ridda; W. Blumenschein, Tgm. Friedberg; Adolf Rathschlag, Tv. Ridda; Alvert Würtz, Tv. Krofdorf. Oberstufe: Karl Reu­ter, Tv. 1846 Gießen; W. Sinnwell. Tv. 1860 Bad-Rauheim; Anton Ries, Tv. Ridda; Richard Sech, Tv. Großen-Linden; Karl Keiler, Tv. Großen-Linden; O. Textor, T. u. Spv. Mar­burg. Mit Ausnahme von Karl Reuter, der zur Zeit in Berlin in einem Lehrgang weilt, und Anton Ries, der geschäftlich verhindert war, konnte Gauoberturnwart W. Will nach einer Ansprache über den Zweck des Abends alle Mitglieder der Riege den zahlreichen Zuschauern vorstellen. Bom Gauvorstand waren Gauschritt­führer Carl Wenzel (Gießen) und zw iter Gauvertr.tter Schneider (Butzbach) anwesend.

Unter Leitung von Gauoberturnwart Will turnte die Riege zunächst die Freiübungen, die in Köln von Tausenden von Turnern gemein- fam ausgeführt werden. Die Darbietung erhielt, trotzdem es sich um das erste öffentliche Auftreten handelte, von allen Sachverständigen das Prädi­kat »vorzüg ich". Reifes Können zeigten auch die Geräteübungen der Riege, vor allem die am Reck, die in Köln geturnt werden und einen äußerst wertvollen Uebungsstoff in drei Schwie­rigkeitsstufen barbieten. Die Hessenturn.r ernteten wiederholt stürmischen Beifall. Schneider (Butzbach) boulte den Mitwirlenden im Ranen des Gaues und warb eindringlich für den Besuch des Kölner Festes, das mehr sei als ein Turnfest, da es eine große vaterländische Kundgebung für Einheit und Freiheit werde.

Lichtbi.der von Köln und dem deutschen Rhem, die Turnlehrer Sinnwell vorMrte, und stim- mungsvo l Dorgetrage.-.e Rheinlied r derGesangs- abteUung des Turnvereins 1860 (Leitung Lehrer Diehl) ergänzten das Programm in trefflicher Weife. Der Reinertrag des schönen Abends bildet den Grundstock für die Kölnkasse der Gauriege.

Süddeutsche Handball-Meisterschaft.

S. V. Darmstadt D. S. B. München 7:4 (4:2).

Das erste Entscheidungsspiel um die Handball- Meisterschaft des Süddeutschen Fußball- und Leicht- athletikverbandes am Sonntag in Darmstadt endete mit dem 7:4 Siege (4:2) des S. B. Darmstadt über den D. S. V. München. Das Spiel war im allge­meinen ziemlich ausgeglichen, dabei gab das größere Schubvermögen der Darmstädter den Ausschlag zu ihren Gunsten.

Handball Turngau Lahn Oünsberg.

Kinzenbach Garbenleich 2:3 (2:1).

Am Sonntag tra.cn sich die Mannschaften obiger Vereine zu einem Gesellschaftsspiel auf dem Kinzenbachrr Platz. Von Beginn an ent­wickelte sich ein recht lebho tes Spiel, das die Mannschast des Plahvere ns zunächst etwas im Vorteil sah. Garbenteich erzielte den ersten Treuer, einige Minuten später konnte Kinzen­bach ausgleichen und kurz darauf ein wetteres Tor erzielen, bei welchem Stand es bis zur Halbzeit verblieb. Rach der Pause drängten bie Gäste stark auf den Ausgleich. Das Bild änderte sich nun insofern, als Garbenteich durch flinke Durchbrüche zwei weitere Treffer erreichte, dem Kinzenbach noch ein drittes Tor entgegensetzen

Bremm hätte sich niederlegen können, müde ge» nug dazu war er, aber ihm graute norm Bett. Er würde ja doch nicht fchlafen können. Er blieb noch vor feiner Tür. Als hätte der Feiden ihm fchleichen- des Gift eingegeben, fo war es ihm, oder als hatte ihn eine Natter im Berg gebissen aber die mären ja nicht giftig, die ringelten nur. Kein Weingefchäft mehr, kein Absatz? Was soll der Winzer anfangen, wenn er das, was er in feinen Weinberg hinein­steckt: Zeit, Geld, sein eigenes Blut, nichi wieder herausbekommt? Nicht bloß herausbekommt, nein, verdoppelt muß er seinen Einsatz herausbekommen, zmn mindesten verdoppelt, wenn er nicht oerhun- gem soll. ...

Mit einem düsteren Blick sah Bremm aus seinen Feigenbaum. Da stand der nun hier vor seiner Tür, viele Jahre schon, und wuchs und gedieh und trug Früchte, als wäre es hier gesegneteres Land als anderwärts in Deutschland. Ein Sonnenland, ein glückliches Land, ein Land, wie jene es einst suchten, die, von Moses geführt, die Wüste durch­zogen. Ach nein, das gelobte Land war hier nicht! Es war ja auch kein Moses da, der sie führte.

Brennn konnte nicht mehr allein bleiben nnt den Gedanken, die ihn verfolgten, sich heute den ganzen Tag, nein, viel länger schon, immer wieder an ihn heranmachten. Da hatte gestern der Loesenich ge­sagt, dem er das gar nicht zugetraut hätte, denn der hatte immer fo gleichgültig getan:Dat beste für den Winzer wär, er kauft sich en Strick und hmg sich j dran auf." Was für eine wilde Redensart! Die an­deren, die dabei waren, hatten gelacht, die nahmen s für Spaß, es war aber nicht zum Lachen. Er, Bremm, hatte es auch nicht für Spaß genommen, ernsthaft hatte er dem Jüngeren solch törichte und unchristlickje Rede verwiesen. Wie durfte der so etwas sagen, wußte er denn nicht, daß es dem Men- fd>en von Gott gesetzt ist, zu leben und zu sterben, daß man nicht sein Leben abwersen darf wie eine Last, die einem zu schwer wird? Er hatte den Loese­nich angefahren:Schäm dich!" Der Loesenich, die Hände in den Taschen seiner Hose, hatte nur die Achseln gezuckt und genau so gelassen dagestanden wie damals, als man ihm den Schrank pfändete. Aber doch nur scheinbar gelassen. Heute verstand Brsmm ihn besser ein Strick, ein Strick! blieb einem denn zuletzt etwas anderes übrig? In einem schmerzlichen Denken zog sich die Stirn des Abgear-

B. f. B.

Dritte gegen Daubringen Erste 5:2.

2. Jwend gegen Leihgestern 1. Sugenö 6:4.

3. Jugend gegen Steindorf 2. Jugend 1:0.

Die Dritte, verstärkt durch drei Spieler aus der zweiten und ersten Mannschaft, schlug Daubringens Erste mit 5:2, nachdem das Resultat bei Halbzeit 2:0 für die Platzmann­schaft gelautet hatte.

Das Gesellschaftsspiel der 1. Iugendelf in Rauheim wurde von dort abgesagt, da die Rauheimer 1. Jugendmannschaft noch in legtet Stunde ein Verbandsspiel angeseht be­kommen hatte.

Der zweiten Jugend gelang es, durch einen 6:4-Sieg über Leihgesterns erste Jugend die Schlappe vom Vorsonntag wieder wettzumachen.

Knapp, aber verdient war der Sieg der 3. Jugend über Steindorfs 2. Jugend, um so mehr verdient, als die V. f. B.-Sls ihrem Gegner körperlich weit unterlegen war.

Arbeiter-Turn- und Sportbund.

Raunheim I Bürgel I 2:3.

Der Meister des 4. Dezir.s weilte zum Rückspiel in Raunheim. Zuerst waren exs die Gäste, die das Retz des Gegners fanden, doch bei Halbzeit stand bie Partie 1:1. Rach Seitenwechsel war es Raunheim, das die Führung an sich riß. Doch lange währte es nicht, und die Gäste glichen aus. Allgemein glaubte man an einen unent­schiedenen Ausgang, da gab der Schiedsrichter kurz vor Schluß einen Elfmeter für Bürgel, über den die Gäste selbst erstaunt waren. Dieser wurde verwandelt, und so konnten die Gäste als glück­licher, aber unverdienter Sieger den Platz ver­lassen.

Alsfeld 1 Gießen Ib 2:3.

Dieses Spiel fand in Alsfeld statt. Ein scharfes flottes Spiel, in dem beide Parteien abwechselnd überlegen spielten, stand die Partie bis kurz vor Schluß 2:2, da gelang es Alsseld, sein drittes Tor zu erzielen und so Sieg und Punkte an sich zu reihen.

wieseck! Lollar I 4:1 (3:1).

Wieseck hatte zum ersten Serienspiel Lollar zu Gast. Nach Anstoß entwickelte sich ein flottes Spiel. Lollar, das feinen Gegner nicht unterfchäkte, ver­suchte mit aller Energie ein günstiges Resultat zu erzielen. Doch Wieseck war auf der Hut und zeit­weise überlegen. In wunderbarer Kombination zog der junge Sturm Wiesecks vor das Tor der Gäste, dessen Hüter reichliche Arbeit hatte. Doch in der 15. Minute konnte Wieseck zum Führungstor ge­langen. Im weiteren Verlaufe war es Lollar, das mit allen Mitteln auf Sieg spielte, doch der Tor-

Kunze (V. f. B. Gießen).

Dem £igatcefien voraus ging das Gesellschafts- - - - - - g gen Heuchel-

Heuchelheim hatte