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entfernt werden können. Zu einem Gesuch der Firma Karl Fröhling, Aktien­gesellschaft, um Erlaubnis zum Verkauf von Spirituosen aus dem Faß in ihrer Filiale in Alsfeld wurde mangels Vorliegens eines Be­dürfnisses die Bedürfnisfrage verneint. Der Pachtvertrag mit der Genossen- schaftsschäferei wurde um ein weiteres Jahr zu den seitherigen Bedingungen verlängert mit der Abänderung, daß die Pachtsumme für die überlassenen Triften und Wege, die 270 Mk. für das Jahr beträgt, am Schlüsse des Pachtjahres zu zahlen ist. Bezüglich des städtischen Versammlungssaales im Gebäude der ehemaligen Mädchenschule, welcher den Vereinen unentgeltlich von der Stadt zur Abhaltung von Hebungen zur Verfügung ge­stellt worden ist, wurde beschlossen, dah die Vereine als Reinigungsgebühr sür die Be­nutzung des Saales an jedem Abend 50 Pf. zu entrichten haben. Unter Mitteilungen gab der Vorsitzende bekannt, dah das dem so­zialdemokratischen Mahlvorschlag angehörige Stadtvorstandsmitglied Konrad Dechert sein Amt niedergelegt habe und dah an dessen Stelle der Reihenfolge der Benennung nach der Heizer Gustav Wurstius eintrete. Dieser Tage veranstaltete die Ortsgruppe Alsfeld des Vereins für das Deutschtum im Ausland im kleinen Saale desDeuischen Hauses" einen recht eindrucksvollen Hnterhal- tungsabend. Als Redner war stud. Antoni aus Siebenbürgen gewonnen worden, der. ein sehr interessantes Bild über die geschicht­liche Entwickelung von Siebenbürgen und Les dortigen deutschen Volkstums zu geben wußte. Besonders interessant war seine Darstellung über das Gegenwartsleben der deutschen Minderheit in Siebenbürgen unter rumänischer Herrschaft, deren Druck schwer auf den Deutschen laste. Cs bedürse der größten Anstrengungen und Opfer- Willigkeit, um dort das vorhandene Deutschtum gegenüber den Rumänen zu erhalten, das durch Die rumänische Agrarreform viel deutschen Grund und Boden an Rumänien habe hergeben müssen. An den mit lebhaftem Beifall aufgenommenen Vortrag schloß sich eine Filmvorführung an, in welcher der Groh deutsche Volkstag des Vereins für das Deutschtum im Ausland in Goslar im Jahre 1927 gezeigt wurde, eine macht­volle und imposante Kundgebung der gesamten deutschen Kulturwelt. Hmrähmt wurde der sehr stimmungsvolle Abend, der einen noch besseren Besuch verdient hätte, durch Musikvorträge des Alsfelder Jugendorchesters unter Leitung von Lehrer Dotter. Ein f r echerEinbruchs- diebstahl wurde in der Hobelbankfabrik von Krause in der Grünberger Straße dahier ver­übt. Der Täter entwendete 100 Mk., die sich in einem verschlossenen Schreibtische im Kontor be­fanden. Rach der ganzen Art der Ausführung des Diebstahls muß der Täter sehr genau mit der Oertlichkeit vertraut gewesen sein. Ermittelungen sind eingeleitet. Das jüngste Gastspiel des Gießener Stadttheaters brachte diesmal IbsensRora" zur Ausführung, bei wel­chem die Gießener Künstler wieder ihr bestes Können boten und dem Stücke zu einem vollen Erfolg verhalfen. Es war nur schade, daß ge­rade diesem Stück nicht nod) ein größerer Zu­hörerkreis beschieden war.

-er. Homberg a. d. Ohm, 19. Jan. Aach- dem sowohl die Volksschule als auch die Höhere Bürgerschule dahier 14 Tage lang.wegen Masern geschlossen waren, hat das Kreisschulamt Alsfeld nach voraus- gehender Besprechung mit dem Kreisgesundheits­amt, der Erhebungen durch den Vorsitzenden des Schulvorstandes zugrunde lagen, den Wieder­beginn des Unterrichts am Mitt­woch dieser Woche an der Volks­schule angeordnet. Die Höhere Bürgerschule nimmt am gleichen Tage ihre Tätigkeit wieder auf. Die Krankheit ist im allgemeinen ohne ernste Zwischenfälle verlaufen. Zur Zeit wer­den hier Erhebungen über die durch einen Um­bau der Lichtleitung unserer Stadt etwa entstehenden Kosten angestellt. Schon seit langen Jahren erzeugt Homberg sein elektrisches Licht selbst durch die in die Ohm eingebauten Tur­binen und bei niedrigem Wasserstande durch Maschinenkraft. Der zur Speisung der Birnen und Motors erzeugte Strom ist Gleichstrom. Cs ist ferner die Einrichtung geschaffen worden, jeder­zeit von dem Heberlandwerk im Bedarfsfälle Strom beziehen zu können, was sich vor einigen

Bückler macht, wie die Marei mit dem Florian Geher, im Guten wie im Bösen bis ganz zuletzt. Jeh is c Jahr, daß ich bei dir bin, un reut mich kein halbe Tag! iln folg dir, wohin de willst! Hn wies auch geht, un sollst kein Laut höre, Wenns hart kommt"

Wenn der Bückler einem filzigen Gerbermeister einen Pack gute Rindshäute bei Rächt und Rebel stiehlt und sie ihm, der sein Eigentum nicht erkennt, am Hellen Tag darauf wieder ver­kauft und alsbald mit dem Geld einem Haufen ainner Bauern und Arbeiter einen guten Tag mtzcht für jedwedene doppelt Lag un e vBiutel Wurscht", dann ist er ein Eulen- tpie^el, dem man nicht bös sein kann. Wenn er seinen zersprengten und entmutigten Haufen mit ein paar festen klaren Worten wieder zusammen­zwingt und zum Sturm sammelt dann steht er da wie ein bäuerischer Feldhauptmann von Florian Geyers Schlag. Wenn er dem starken Weibgefühl seiner Geliebten zum Trotz den falschen Weg nimmt und das Mädel roh bei­seite schleudert dann ist er ein Vieh. Wenn er, viel später, wo es schon abwärts mit ihm geht, bei der Liebsten im Kornfeld hockt und sich über das eben geborene Kindchen beugt Es lebt! Es hat auch Hand un Füh!" dann ist er selber wie ein großes Kind und dabei voller Zartheit und Liebe und rührender Sorg- lichkeit. Hnd wenn sie, Julchen und Schinder- Hannes, zu Mainz im Holzturm sitzen, und jeder von ihnen weih, es geht aufs Letzte, und am andern Morgen muh der schwere Gang ange­treten werden, und einer will vor dem andern verbergen, dah er es weih... und wenn sie sich dann bei verhetzten Mahlzeit in die Augen sehen und nicht lugen können voreinander: dann ist das von einer tiefen und ergreifenden Mensch­lichkeit. Sagt, was ihr wollt, gegen dieses Schau­spiel es ist nicht schwer, etwas dagegen zu sagen: daß es aus dichterischen Händen kommt, kann keiner wegdisputieren.

Wir fuhren vor einigen Tagen nach Frank­furt hinüber, uns die Aufführung im dortigen Schauspielhause anzwehen es lohnt sich und es ist lehrreich. Lehrreich schon deswegen, weil die Beurteilung eines Dramas immer am sichersten aus dem Doppeleindruck von Buch und

Jahren insofern leicht bewerkstelligen lieh, als daS Hornberger Elektrizitätswerk und das Ge­bäude der Heberlandzentrale in nächster Rähe sich befinden. Das Heberlandwerk erzeugt Wechsel­strom. Bekanntlich können die verschiedenen Ströme an der Hmschaltestation stets umgeschaltet werden. Rach Vorlage der angezogenen Kosten­berechnung wird vielleicht eine Aenderung in der Strombelieferung dergestalt eintreten, daß die Leitung des Heberlandwerkes das städtische Elektrizitätswerk ü b er- nimmt und dann sämtlichen Strom für die Stadt liefert. Oder, je nach der Höhe des Kosten­voranschlags, es bleibt in der Hauptsache alles beim alten; man wird aber durch Aufstellung weiterer Maschinen und gründliche Verbesserung des Ortsnetzes der Lichtleitung sich bestreben, die Einwohner Hombergs zur Zufriedenheit mit Strom zu beliefern. Die in jedem Jahre aufge­führten Reubauten, ferner die Einrichtung von Richtlaternen, sowie jeden Morgen die Bahn­hofstraße während der Wintermonate zu den beiden ersten Zügen (6.19 und 7.11 Hhr) zu beleuchten, erheischen eine stärkere Stromerzeu­gung und stärkere Strombelieferung. Hnser Verkehrsverein stellt jetzt schon durch Hm- frage bei den in Betracht kommenden Hausbewoh­nern fest, ob sie im Laufe des Sommers, der uns stets eine größere Anzahl Sommerfrischler bringt, ein oder mehrere Zimmer mit Schlaf­gelegenheit gegen entsprechende Vergütung des Mieters zur Verfügung stellen wollen. Diese

Bühne erwächst. (In unferm Falle war der Teil­eindruck jeweils gleich stark und überzeugend.) Hnd es lohnt sich auch; die Frankfurter können nämlich spielen, ihr Intendant W ei ch e r t hat seinem Theater wieder ein Ensemble geschaffen, das in dieser Form eines geschlossenen Chor­körpers, eines sauber abgestimmten Orchesters, längere Zeit nach dem bekannten Auszug der Prominenten ins gelobte Land Berlin gefehlt hat. Die ersten Geigen dieses Orchesters lassen sich hören, haben zum mindesten hier, in der Wieder­gabe dieses Schauspiels, glücklichste Gelegenheiten zur Entfaltung von Klang und Hmfang. Die sozusagen repräsentative Prernisrenbesehung des Stückes besteht, wie schon beimWeinberg", aus ersten Berliner Schauspielern. Wir kennen diese Aufführung nicht, find aber überzeugt, daß sie gut war. (Die Berliner Presse sprach sehr anerkennend über Klöpfer (Bückler) und die Dorsch (Julchen); die Bühnenbilder stammten sogar von keinem Geringeren als Liebermann!)

Wir haben aber die ebenfalls gute Ber­linerWeinberg"-Prerniöre erlebt, und wir glau­ben, auf Grund dieses Eindrucks, daß die Frank­furter, soweit Zuckmayer in Frage kommt, den Berlinern von Ratur etwas voraus haben: die sprachliche S'tileinheit und Reinheit im Mundart­lichen. Man hat behauptet, derWeinberg" würde mit dem Dialekt einen erheblichen Teil seiner Durchschlagskraft verlieren. Wir halten das nicht für richtig: ohne Dialekt ist das ganze Stück unmöglich, der Dialekt ist hier ein intensiv mitspielendes Element. Dagegen ist derSchin- derhannes" hochdeutsch durchaus denkbar. Aber die Zuckmahersche Fassung ist natürlich un­gleich lebendiger. Wir haben beimWeinberg" erlebt, wie peinlich eine mundfertige Berlinerei bei der Weinlese aus dem Rahmen fällt. Hnd beimSchinderhannes" im Lessing-Theater wird sich Aehnliches kaum haben vermeiden lassen. Bei Weichert wurde eS von unbedeutenden Aus­nahmen abgesehen vermieden. Das verleiht der ganzen Aufführung natürlich von vornherein eine eminente (und in anderen, minder benach­barten Sprachgebieten kaum zu wiederholende) Geschlossenheit.

Dies gibt Anlaß zu einer Rebenbemerkung. Wenn einer auS der Bande des Bückler seinem Gegner auf den Leib rückt mit den Worten:

Maßnahme wird sicherlich zur Hebung deS Frem­denverkehrs, aus dem doch die meisten Ruhen ziehen, beitragen.

Preußen.

Kreis Biedenkopf.

* R o d h e i m a. d. B i e b e r, 20. Jan. Die hiesige Gemeindevertretung nahm in ihrer Sitzung von gestern abend zum dritten Male die Bürger- mei st erwähl vor, nachdem die beiden vorher­gehenden Wahlen keine Bestätigung gefunden hatten. Bei dem gestrigen Wahlgange erhielt der Kandidat der bürgerlichen Parteien, Rechnungsführer Karl B e p p l e r von den Stummschen Gruden, 7 Stim­men, während auf den Kandidaten der Sozialdemo­kratischen Partei, den Anstreicher Georg Hof­mann II., 4 Stimmen entfielen. Ein Mitglied der Gemeindevertretung übte Stimmenthaltung.

. Biedenkopf. 19. Jan. Im Jahre 1 9 2 8 finden hier folgende Märkte statt: 15. März: Kram-, Rindvieh- und Schweinemarkt; 19. April: Rindvieh- und Zuchtviehmarkt; 10. Mai: Kram-, Rindvieh- und Schweinemarkt; 5. Juni: Rindvieh- und Schweinemarlt; 28. Juni: Kram-, Rindvieh- und Schweinemarkt; 9. Aug.: Kram-, Rindvieh- und Schweinemarkt; 27. Sept.: Kram-, Rindvieh-, Schweine- u. Zuchtviehmarkt; 23. Oktober: Rindvieh- und Schweinemarkt; 13. Dezember: Rindvieh- und Krammarkt; 31. Dez. Krammarkt.

Säukerl, soll ich dich an deine Schlappohre über die Haustür nagele wie en totgeschlagene Hhu? Soll ich dir de Bauchnabel in ranzig Oel backe?! Mistkäfer! Du stehst vorm Schinderhannes!" so ist das ungeheuer deutlich. Hnd es wird in Frankfurt so gesprochen, dah man es unmißver­ständlich alsecht" empfindet. Anderswo würde es vielleicht kaum wirken. Aber und darauf kommt es an dergleichen, aus dem Text be­liebig zu wiederholen, ist nicht entscheidend für die Bewertung des Stückes. Die Kraft­meierei des Wortes, die oft genug in der Kritik über Zuckmayer den Ausschlag gab ist keines­wegs wichtig, sie ist ein heraushebendes Stilmerkmal allenfalls, aber nicht mehr. Die jungen Dichter der Genieperiode haben Aehnliches und Aergeres geleistet. Aber nur wer außer dem Stimmaufwand und der ausholenden Gebärde auch das Genietum des Herzens und die unhör­bare Kraft der Gestaltung besah und erwies, gilt heute noch als Dichter. Die Schreier und Gestenmacher sind längst vergessen. Auf Zuck- mayer zurückzukommen: wer ihn kennen und werten will, darf nicht die Kraftstellen zusammentragen, sondern muh auf die leisen Töne horchen, etwa in der zweiten Szene, wo das Julchen zum Hannes übergeht, oder später, wenn sie sich zusammen über das Kind beugen, oder ganz zuletzt, wenn sie Abschied nehmen voneinander und von der ganzen Welt.

Gottseidank: gerade an diesen Szenen haften die stärksten, nachhallendsten Eindrücke der Frank­furter Inszenierung. Weichert hat für das Julchen eine Schauspielerin einzusetzen, die, außer- gewöhnlichen und ganz unprovinziellen Ranges, geradezu für die Rolle geschaffen ist: Kon- stanze Menz. Ein junges, rassiges Geschöpf, fchmal und mit feinen Gliedern, fern von der fraulichen Reife der Käthe Dorsch. Mit einer fehr Hellen, frischen und theaterenllegenen Stimme. Hnd getragen von einer Hingabe an die einfachen Dinge, an die ganze Sühigkeit und die volle Schwere ihrer Frauengestalt. dah man Wort, Liedweise, Körperneigung und Augenspiel lange nicht vergißt. (Wer berufsmäßig jahrelang ins Theater geht, weih genau, wieviel man in ein Paar Tagen vergessen hat, wie vieles blaß ge­worden und mit der Kulifse versunken ist, schon auf dem Heimweg.)

dem Phönix, Karlsruhe, vorgezogen wer­den. Auch Sp. V. 1860, München, genießt mehr Vertrauen als Sp. El. Freiburg. HnionBöckingen und WackerMünchen werden sich einen zähen Kampf liefern, bei dem Wacker einen etwaigen Erfolg schwer er­kämpfen muh. Roch größer wird der Widerstand werden, den der V. f. B. Stuttgart dem 1. F. C. Rürnberg zu leisten gedenkt. Die Rürnberger stehen zweifellos vor einer schweren Aufgabe, die sie aber bei Hergabe ihres besten Könnens lösen werden. Hebrigens soll der 1. F. C. zur Zeit in sehr guter Form sein.

Spielvereinigung 1900 Gießen.

ö. Der 22. Januar stellt die Ligamann­schaft wohl vor die schwerste Aufgabe in dieser Saison. 1900 trifft in Wetzlar im Rückspiel auf die 1. Elf vom Wetzlarer Sportverein. Konnten die Gießener auch das Vorspiel auf heimischem Gelände hoch mit 5:0 gewinnen, so ist es keinesfalls ausgeschlossen, dah diesmal die Gastgeber den Spieß umdrehen. Beide Mann­schaften sind zur Zeit in bester körperlicher Ver­fassung, wenn sie komplett antreten. Man mühte den Blauweißen einen knappen Sieg zutrauen, auf Grund ihrer besseren Technik, wenn nicht die Leistungen 1900'6 bei den Spielen im neuen Jahr gar zu schlecht gewesen wären. Das Spiel bringt zugleich auch die voraussichtliche Ent­scheidung um den zweiten Tabellenplatz. Die Gießener müssen diese Begegnung siegreich ge­stalten, wenn sie nicht alle Meisterschaftshoff­nungen begraben wollen.

Auch die Ligareserve und 33-Mann- schäft 1 9 0 0'6 machen die Fahrt nach Wetz­lar, um Gesellschaftsspiele mit den gleichen Mannschaften der dortigenVereinigten" aus­zutragen. Die unteren Mannschaften des Wetz­larer Sportvereins sind außerordentlich spiel­stark. Die Gießener werden wohl um Rieder- lagen nicht herumkommen.

Die 2. Jugend erwartet hier die 1. Jugend Leuns im Diplomrückspiel.

V. f. B.

Liga und zweite Mannschaft sind am kom­menden Sonntag spielfrei. Die 3. Mannschaft trägt gegen Lollar 1 das Entscheidungsspiel um die v°Meisterfchaft aus. Schon ein Hnent- schieden reicht zur Erlangung der Meisterwürde, da die V. f. B.er mit einem Punkt Vorsprung die Spitze halten. Die I. Jugend fährt nach Marburg, um mit der Jugend von D. f. D.-K. ein Freundschaftsspiel auszutragen.

Außerdem spielen noch die I. Schüler gegen die gleiche Mannschaft der Sp. Vgg. 1900. Trotzdem die Kleinsten in der letzten Begegnung siegten, werden sie sich anstrengen müssen.

Handball in Hessen-Hannover.

Hessen-Preußen abermals geschlagen! Mit zahl­reichem Ersah nahmen die Kasseler Adler die Prüfung gegen 05 Göttingen wohl zu leicht und mußten sich mit 0 Punkten begnügen. Die eifrigen 05er, die dieses Jahr erstmalig an den Verbands- Handballspielen teilnahmen, Haben damit einen beachtenswerten Erfolg errungen, der ihnen An­sporn zu weiteren Taten sein wird. Für Hessen- Preußen bedeutet diese Riederlage zugleich die Aufgabe jeglicher Hoffnung auf die Kasseler Meisterschaft, die Kurhessen nunmehr nicht zu nehmen ist.

Die Entscheidungsspiele um bie Be­zirksmeisterschaft haben also die Be­setzung: Meister vonKasfel, Kurhessen- Polizei gegen LahnkreiSmeister Gie­ßen 1900. Termine: am 29. Januar in Gießen Vorspiel, am 1-. Februar Rückspiel in Kassel.

Der D. f. L. Wetzlar spielt am Sonntag gegen die 1. Handballmannschaft deS Post- sportvereins Frankfurt. Da jeglicher Vergleich der Wetzlarer mit der Frankfurter Spielstärke fehlt, ist das Ergebnis unbestimmt Das Rückspiel findet im März in Wetzlar statt. Postsp.-Ver. Frankfurt spielt in seiner Klasse in Frankfurt eine führende Rolle. m. w.

Handball der Sp.-Vg. 1900.

ö. Die Vorbereitungen für das am 29. ds. Mts. hier steigende Meisterfchaftstreffen ge­gen Kurhessen-Polizei Kassel haben bisher nicht in dem geplanten Hmfang getrof­fen werden können: Gute Gegner waren nicht zu bekommen, und die angesehten Trainings fielen der W tterung zum Opfer Hm so begrüßenswerter

Den Bückler spielt B i b e r t i. (In Berlin ist es Klöpfer; tiefste Hnterschiede; möglich ist beide-.) Biberti hat die Kraft, die Robustheit, das Ratur- burschentum. Hnd er hat einen von innen her kommenden Humor. Sein Schinderhannes ist ein Kerl, ein prachtvoller Kerl. Zu prachtvoll; zu gut beinahe. Zu viel Gemüt. Das Viechsmäßige liegt ihm nicht. Er macht es mit Glan aber trotzdem, die ganze, verteufelte Charakter- mifchung des Hunsrücker StegreifritterS kommt nicht so zum Schwingen, wie man sie au- dem Buch herausfchürft.

Es geht ja nun nicht an, den Riesenpersonal­zettel reihenweise abzuschreiben. Eine ganze Ko­lonne urwüchsiger Figuren marschiert auf; ein paar Köpfe sind festzuhalten: Spanier- Bück- lerbater, Schneiders Benedum, Engel- dickschädeliger Metzger Zoppi, Impekoven- Korporal (ein elender Gamaschenknopf von fataler Echtheit.) Blaß schien uns die Margaret (Hertha Schwarz); Pfeil, dar Schmied, stieß sich am Dialekt.

Das Ganze wird von Weichert mit zucht­voller Lebendigkeit instrumentiert; mit feinem Gefühl für die starken und einfachen Akkorde in der Sprachmelodie des Schauspiels, für die Stimmung, für Farben, Töne, Pausen, Steige­rungen. Die Kasernenhofszene fiel unserem Emp­finden nach zu plump aus; Abstecher in die Militärposse. Zuckmayer bedarf solcher Hnter* streichungen nicht. Was er sagt, sitzt meisten- von selbst. Hier ganz besonders. Die Volks- szene vor der Hinrichtung war gestrichen; sie kann auch füglich fortbleiben, schon der szeni­schen Schwierigkeiten wegen. Die Verteidigung-- rede Bücklers vor dem Gericht steht gar nicht im Buch. So trennte man die beiden Turmszenen nur durch eine andeutende Jllusionspause und endete mit einem starken vollen Akkord.

, Die Drehbühne ist hier eine wertvolle Hilst 1 besonders bei so wichtigen Bildern, wie dem zwei­ten des ersten Auszuges, das im Buch kaum zwei Seiten ausmacht, und das doch unmöglich ge­strichen werden kann. Walter D i n s e hat Iräfhfl getonte Dekorationen entworfen, die den Stil treffen und die vier Akte auch äußerlich zusammenfassen.

Es ist lehrreich und lohnend, diese Aufführung einmal auf sich wirken zu lassen. Dr. Tn.

Turnen, Gpori und Spiel.

1. VezirMasse Heffen-Hamiover.

Kurhessen und S. C. 0 3 Kassel waren die Gegner des vergangenen Sonntags und wer­den die des kommenden fein. Mit wesentlich mehr Ruhe werden die Kurhessen in diesen zweitem Kamps gehen. Sie haben einen guten Vorsprung. Mit wesentlich mehr Ausregung erwarten aber die 03er den zweiten Kampf. Sie können vorerst nur ausgleichen oder alles verlieren. Mit. 3:1 blieb Kurhessen am letzten Sonntag nic-« mehr als ein glücklicher Sieger. Die 03er waren die besseren, die Kurhessen die Sieger. Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, als ob der kommende Sonntag die ausgleichende Gerechtig­keit bringt. Die große Chance des Altmeisters Kurhefsen ist aber nicht zu verkennen. Cr braucht- nunmehr nur noch einen Punkt. Voraussichtliche wird also das Spiel, unter dem Gesichtspunkt dieses Einpunktgewinnes für die Kurhessen und der Tatsache, daß für 03 alles auf demSpiele" steht, einen anderen Charakter haben als das vorhergegangene. Der Verlaus des letzteren be­stätigte unsere Ansicht über die Spielweise dev beiden Rivalen: 03 geschlossene Einheit, Kur> Hessen Einzelleistungen und eine Portion Glück.

m. w.

2. Bezirksklaffe Lahnkreis.

Die Plahvereine blieben am letzten Spiel­sonntag erwartungsgemäß siegreich. Es handelt sich um Gießen 1 9 0 0, Wetzlar und OckerShausen. Dabei ist zu bemerken, daß die Siege nicht überall überzeugend ausfielen. Z. B. hätte unter normalen Verhältnissen der Reuling Oranien-Frohnhausen, wenn nicht gar einen Sieg, so doch zumindest ein Hnentschieden verdient gehabt. Die Mannschaft machte in Wetz­lar einen außerordentlich guten und geschlossenen Eindruck, hatte aber leider das Pech, zwei ßeute durch Verletzungen zu verlieren. Trotzdem hielt sie jederzeit das Spiel offen. Auch der Gießener Sieg ist reichlich knapp, auch knapp verdient aus- ausgefallen. Kirchhain, ebenfalls als Reuling in der Liga 2, flößte entschieden Respekt ein. Die Leistungsverhältnisse zwischen den alten Fuß­ballstädten Marburg, Gießen, Wetzlar und den neueren Kirchhain. Frohnhausen. Butzbach usw. haben sich zweifellos zugunsten der letzteren ge­bessert. Wir sind mit dem spielerischen Können in Marburg, Gießen, Wetzlar nicht vorangeschrit- ten, nicht einmal stehengeblieben, eher noch zu- rückgegangen.

In der Tabelle steht V. f. B. Marburg mit einem Punkt immer noch oben vor Gießen 1 9 00. Zwischen diesen beiden sollte das Ende liegen. Favorit ist und bleibt Marburg mit seiner energischen und rasanten Spielweise. Gießen 1 900 hat schon am nächster! Sonntag

keine leichte Ausgabe. In Wetzlar will sich der Sp.V. für seine 5:0-Riederlage im Gießener Vorspiel revanchieren. Von einer Heberlegen- heit der beiden Parteien im vorhinein kann nicht die Rede sein. Wetzlar tritt mit seiner stärksten Elf auf den Plan, die gesperrten Benner und Rehm werden bis dahin frei sein. Das be­deutet eine wesentliche Verstärkung für Wetzlar. Am Sonntag werden alle Ergebnisse möglich fein. Die Leitung des Spieles liegt in den Händen von Heinrich En gelter. Marburg.

Marburg hat sich in Butzbach seine Spitzenstellung zu erhalten, was ihm nicht ohne Mühe gelingen dürfte. Butzbach war auf eigenem Platz nie selbstverständlich zu schlagen, bei der heute ausgeglichenen Spielstarke aller Lahn- ligavereine erst recht nicht.

Die dritte Begegnung lautet: Herborn gegen Ockershausen, und die ist auf dem Her­borner Platz auch nicht ohne weiteres für O. entschieden.

Im ganzen steht also ein bedeutungsvoller Spieltag bevor, der leicht Aenderungen auf den ersten Tabellenplätzen bringen kann. m. w.

Oie süddeutschen

Zußbald-Meisterschafisspiele.

Der kommende Sonntag wird nicht voll aus­genutzt. In der

Runde der Meister

sind nur zwei Paarungen vorgesehen. Von diesen sollte Sp. V. Waldhof, Mannheim, gegen Sp. Vgg. Fürth, für die Fürther ohne weiteres gewonnen sein. Hm so fraglicher ist der Aus­gang des zweiten Treffens, Karlsruher F. D. gegen Wormatia, Worms. Rach ihrem guten Start weiß man die Wormser noch nicht richtig einzureihen und schreibt ihren seitherigen Erfolgen eine beträchtliche Dosis Glück zu. In­wieweit diese Annahme falsch ist, kann diesmal gegen den K. F. V. geklärt werden. Der K. F. V. wird auf eigenem Platze den Sieg für sich behalten wollen. Man darf auch annehmen, daß ihnen dies glücken wird.

Die Runde der Zweiten und Dritten

bringt in der Gruppe R o r d w e st F. Sp. D. Frankfurt und D. f. L. Reckarau zusam­men. Die Reckarauer müssen als sehr ernst zu nehmende Gegner aufgefght werden. Mehr als einen ganz knappen Sieg haben die Frank­ier nicht zu erhoffen. Der D. f. L. Reu-Isen­burg, wird mit Borussia, Reunkirchen, bedeutend leichter fertig werden, dagegen wird Saar 1905, Saarbrücken, auch auf eigenem Platze, Rotweiß, Frankfurt, nicht schlagen können. In der Gruppe S ü d o st darf der V. f. R., Fürth nach seinen jüngsten Leistungen